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New Model Army – Weihnachtskonzert 2016

comp_nma-2016-koelle-originalticketEs ist noch was offen. Außer meinem Herzen, meinen ungläubigen Augen, die nach oben offenen Ungerechtigkeiten und diverse sonstige Dinge. Und damit meine ich nicht meinen Arsch. Nein. Der NMA Bericht gilt es zu erledigen und in die Welt zu pubsen. Aber, wie ich grade nach links erwähnte, ich habe irgendwie keinen Bock. Aber das ist eine nicht erledigte Aufgabe, somit will ich hier mein Bestes tun.

New Model Army! Wie ein Jahrhundertuhrwerk waren sie pünktlich kurz vor Weihnachten wieder in Kölle. Und ich war wieder dabei, ebenso pünktlich und planbar. Gut dass NMA Weihnachtskonzerte zelebrieren und nicht Neujahresgedöns abfeuern. Denn so haben wir ein wildes, schönes Feuerwerk in Form von Mensch- und Herzlichkeit, immer noch laut und voller Empathie vor dem christlichen Fest und noch weit vor guten Vorsätzen.

Justin Sullivan, mittlerweile 60 Jahre alt, hat was zu sagen. Und das tut er. Mit Vehemenz und Kraft, mit Zorn und mit aus dem Herzen kommendem Mitgefühl für all das Leid was auf der Welt geschieht. Mit seinem prägnanten, strahlenden Lächeln nimmt er mich, uns und die ganze Fangemeinde mit auf eine Reise aus der Vergangenheit in die Zukunft und mit ihrem neuen Album „Winter“ finden wir uns in der Gegenwart wieder. Seine Mitstreiter waren ebenso wild und auf musikalischer Höchstform so dass nicht nur mein linker, dicker Zeh wippte bei Songs wie Vagabonds, 51St State und Green and Grey. Sie fingen mit vielen neuen Songs an die ich das erste Mal hörte und auf die Worte lauschte. Es war alt und neu und eindringlich!

comp_img_9933_nma-2016Geplant war ein grandioser Rockabend mit Stoff für die Ewigkeit (sehr, sehr frei nach Glumm) mit der liebevollen L. welche den Satan vorzüglich bändigen kann, dem wunderbaren F. und dem nicht kleinzukriegenden S. Dem S. ging es nicht gut, Kopf- und sonst noch so Weh, sagte ab. So standen wir in Kölle vor dem Palladium und L. hatte die glorreiche Idee die überschüssige Konzertkarte an Bedürftige zu verschenken. Sie glauben es nicht. Wir gingen die Reihen ab und riefen „Karte zu verschenken!“. Oder sprachen Passanten an, „Hier, möchtest Du New Model Army erleben? Wir schenken Dir eine Karte.“ Und wissen Sie was? Niemand wollte sie. Sowas.. Nun habe ich diese Originalkarte mit ohne Abriss in meiner Andenkenkiste. Die Kartenverticker brachten ihre Karten an die Frau und an den Mann gegen Bares. Aber geschenkt haben wollte sie niemand. Seltsam, nicht?

Es gab zwei Vorgruppen von denen wir 1,5 sahen. Die Erste war aus, keine Ahnung und machte Musik, fragen Sie mich nicht. Die Zweite Band sollte wohl irgendwie Punk sein, die Herrschaften waren schon älter was ja nicht schlimm ist und einer von denen war wohl der Bassist von den Ärzten, Rodriguez oder so, aber sie haben uns nicht mitgenommen. Keinesfalls! Wir freuten uns auf New Model Army umso mehr nach diesen dürftigen Darbietungen. Das Bier schmeckte wie immer nicht.

Wenn Sie glauben nicht recht zu sehen wenn Sie sich nach draußen in den Raucherbereich gekämpft haben dann sehen Sie richtig. Überaus entspannte Menschen und Mengen. Alle höflich, alle nett. Vor allem leise, kein Gegröle und ich sah noch nicht mal fliegende Bierflaschen oder eingerissene Zäune. Vielmehr „Oh, bitte, entschuldigen Sie, nach Ihnen.“ Oder Raucher die ihren Nikotinatem nach oben oder nach links / rechts, je nach Bedarf von Ihnen wegausatmen nur dass Sie nicht belästigt werden. Dazu eine kollektive Freundlichkeit unter älteren, ja, auch jüngeren, Herrschaften. Ich reckte mich ab und zu um zu schauen ob meine selige Oma auch da wäre. Ja, Generationen hatten sich versammelt und fachsimpelten. Ich zimbelte mit. Ab und zu hörte ich zwar ein „Aua!“ wenn mir jemand von hinten vor ehrlicher Anerkennung auf die Schulter klopfte. Tja, ich habe Nieten auf meiner Kutte. Ebendiese sorgt sowieso immer für Gesprächsstoff.

Hatte ich eingangs erwähnt dass ich keinen Bock zum Schreiben habe? Dann gibt’s jetzt ein paar Pics.

Enjoy oder auch nicht.

Schirrmi

P.S.: Bis nächstes Jahr, wenn nichts dazwischen kommt. Achten Sie nur auf die geilste Kutte im Haus.

Placebo in Kölle

„Rock und schwul“ schrie der Leadsänger von Placebo in die Arena.

Einigermaßen vorgeglüht begab es sich letzten Mittwoch dass wir uns mit zwei Nestflüchtigen in Kölle trafen. Beide haben ihre Grundschulzeit beendet und machen nun als sogenannte Studenten in eigenen Buden Dortmund und Bonn unsicher. Um den Auszug der Vögel zu feiern und als Geburtstagsgeschenk für L., lud ich die Truppe zum Placebo Konzert in die Lanxess-Arena ein. Was mir, ehrlich gesagt, an einem Werktag überaus schwer fällt zumal ich am nächsten Tag das wichtigste Gespräch des Jahres mit dem Scheffe hatte. End-Year-Review und Definition der neuen Ziele. Da geht es um Kohle, Leute!

Die britische Band Placebo sind grade auf ihrer 20-jährigen Geburtstagstour unterwegs und können auf acht veröffentlichte Alben, wenn ich richtig gezählt habe, zurückblicken. Diese wurden kreativ und mit der unverwechselbaren Stimme des Frontmanns Brian Molko eingespielt und werden nun ausgiebig auf der Tour, davon vier Konzerte in Deutschland, mit Fans gefeiert. Wie gesagt, wir waren in der Lanxess-Arena dabei, welche für ihre saumäßige Akustik bekannt ist. Das sollte aber den Spaß im Vorfeld nicht mindern und im Nachhinein bewundere ich die Tontechniker die auch Unmögliches möglich machen können.

Knapp 13.000 Musikbegeisterte Placebo-Fans fanden sich erwartungsvoll geifernd schon Stunden vor Beginn des Konzerts in der Halle und auf den Rängen ein obwohl es doch in der Arena unzählbare Sauf- und Fressgelegenheiten gab. Zum Saufen beispielsweise gab es doch genug. Nämlich die Pissplörre Bitburger, die Kotzbrühe Gilden Kölsch sowie der letzte Scheißdreck König Pilsener. Drei Sorten Bier und man musste sich zwischen Pest und Cholera entscheiden. Aber alles besser als was die Norddeutschen da fabrizieren und penetrant und exklusiv unter die Leute bringen. Nämlich das Becks, was man nur trinken kann wenn man Todessehnsucht hat oder sich Eitergeschwüre im Darm und der Kehle wünscht. Gut dass ich immer einige Portionen Wodka in meinen überaus gepflegten Festivalschuhen mit mir führe.

Das Programm sah wie folgt aus:

19:45 – 20:15 Uhr Support Act
20:40 Uhr Video
20:45 Uhr Placebo

Keine Ahnung wer oder was der Support Act war. Man hörte nichts. Weder von denen noch von den Gästen in der relativ großen Halle. Sanitäter sprangen umher um ohnmächtige Fans in die Notaufnahme zu bringen. Es stellte sich aber jedes Mal heraus dass die Leute einfach eingeschlafen sind und zu Boden sackten. Bis wir kamen. L. ist ja so um die 1,85 Meter groß. Der J. 2,45 Meter und hat sich beim Rudern den Zeh mehrmals gebrochen (was mich einigermaßen wundert). Der F. mit schlanken 205 cm erschrak nicht durch seine Größe sondern weil er mit seinen jahrelang trainierten, kräftigen und muskulösen Gittarrenhänden am Ende eines ausgemergelten Studentenkörpers aussah wie..Ja wie? Wie Oma immer sagte: „Gib dem Jung doch mal was zu essen..“ Ich selbst, Schwamm drüber. Vielleicht nur so viel, Leute wie mich lässt man als Stargast mit Hörnern durch die Gassen von Pamplona laufen. Also, wir waren gut gerüstet für einen netten Placebo-Abend mit Pogen, Moschpit, den anderen Leuten die Sicht versperren und mit allem Drum und Dran.

Wie war das Konzert an sich? Wie wurde die Placebo-Geburtstagsfeier? Schön war es. Echt! Die zwei riesigen Leinwände zeigten netterweise vor dem Konzert immer so Handy-Verbotszeichen an, was ich gut finde. Aber als es spannend wurde waren diese Verbotszeichen dann plötzlich weg was die versammelte Menge veranlasste während der gesamten Darbietung ihre Handys hoch zu halten. Blöd gemacht, na ja.

comp_img_9714-newNeben diesen zwei riesigen Leinwänden auf denen auch die höherpreisigen Ränge und VIP-Kabinen etwas mitbekommen konnten, gab es noch zehn kleinere Bildschirme die per Roboterarmen in alle Richtungen gedreht, geschwenkt, hoch, runter, weg und hin, gekippt und mit allem Pi, Pa, Po bewegt werden konnten. Sie wurden einzeln angesteuert wurden aber auch miteinander syncronisiert so dass un- und bewegte Bilder in erstklassiger Qualität für große Augen sorgten.

Ich war ja mal Betreuer für Suchtkranke gewesen. Da musste ich ab und zu mal die Musik von Placebo verbieten um Rückfälle zu vermeiden. Ich selbst bin da selbstverständlich ausgenommen. Ich nahm den Betreuten die CD’s weg und hörte sie selbst rauf und runter. Mit Dingens in den Ohren oder auch per Teufel oder Nubert. Sie, die CD’s bereichern jetzt noch meine Sammlung. Denn – sie wurden rückfällig. Auch ohne Placebo. Das nur als Nebenbemerkung. Für mich waren Placebo seit vielen Jahren Begleiter bei Höhen und in Tiefen. Bei Fun und bei Grummeleien. Rockig, sphärisch, nachdenklich gab es viele Songs die mein Herz gekreuzt hatten. Und wir erlebten ein Best-Of aus 20 Jahren Musikgeschichte einer Band die zumindest mir den ein und anderen Eye-Opener bereiteten. Zart, hart, mit großen Gesten und mit einer Vielzahl, dem Slapstick anmutenden, Gitarrenwechseln erwischte mich Placebo in einer Phase in der ich offener und feinfühliger wurde. Ich googelte grade danach und die besten Ergebnisse waren „Altersschwachsinn“.

Nee, war jut. Echt super! Kann man nicht meckern. Wie sagte da ein prekärer Zeitungsfritze aus der vermaledeiten WZ-Gruppe (Autor schrieb anonym ohne Kürzel und irgendwas)?

„Eigentlich eine schwere Pille, die Placebo da verabreichte, aber sie schlug doch an. Wirkstoff ist Sänger Brian Molko, der mit seiner fragilen Stimme Schmerz und Ekstase aus seinem dünnen Körper presst. Molko arbeitet das Liedgut nicht ab, er durchlebt neu. Je nach Atmosphäre der Songs tanzt der Frontmann sein Publikum verführerisch an, boxt mit seinem Spiegelbild oder sackt erschöpft in sich zusammen. Die Schauspiel-Ausbildung des androgynen Frontmanns, den seine Eltern lieber als Banker gesehen hätten, hat sich wohl ausgezahlt.“

Weil ich dieses Zitat nicht als Letztes stehen lassen will möchte ich, als Honk, Ihnen herzlich mitteilen dass ich Placebo jetzt das vierte Mal live erlebte. Die ersten beiden Male war ich nur am knoddern und machte Scherze über Schwule. Das dritte Mal war ich weniger besoffen und ein wenig älter und begriff langsam. Dieses Mal war für mich persönlich ein Erlebnis. Ich ließ es zu und genoss ohne Vorurteile. Denn ich habe dazu gelernt und lächerliche Brücken überwunden. Warum so spät, frage ich mich? Ich habe viel verpasst.

Möchten Sie was sehen? Ich habe ein paar Aufnahmen gemacht. Enjoy:

Nur so (7)

Alles Käse oder was? So nett lächelnd haben wir unsere Wanderbutterbrote belegt.

Was mich u.a. grade fürchterlich aufregt ist mal wieder unser Propaganda-TV (ARD, ZDF und wie sie alle heißen). Dummerweise war die Tagesschau aktiv als ich den Fernseher einschaltete. Und was musste ich da für ein Geschwätz hören? „Wallonien, ein kleines gallisches Dorf stemmt sich gegen die ganze Welt.“ Oder: „Wallonien, sie wurden gewarnt machen aber weiter. Ist das verbrecherisch zu nennen?“ Und in einem fort. Es geht gegen CETA. Was uns aber die Propagandamaschine versucht zu verschweigen ist, das Wallonien nicht alleine ist, sondern ganz Europa und eine nicht zu ignorierende Masse der Bevölkerung dagegen ist. Gleiches Schema wie bei Griechenland, Russland.. Die Liste ist beliebig erweiterbar. Dreckige Arschlöcher! Und damit meine ich nicht die Belgier.

Hach wie schön! Ich denke immer noch an die letzte Woche als ich wandern war. Ich bringe den Mehrgewinn an Fitness mit in die Knochenmühle. Denn auf meinen Rauchgängen bin ich schneller die Treppen runter und wieder rauf und somit auch schneller wieder am Arbeitsplatz. So lief ich auch heute mal wieder durch die Gänge, eine Kollegin stand in der Tür eines beliebigen Büros, der Po halb auf dem Gang, und diskutierte überaus wichtige Dinge mit Kollegen. Und ich lief und lief und der halbe Po kam immer näher – der Flur ein wenig eng. Als ich auf gleicher Höhe war ging sie zurück mit ohne Augen im Hinterkopf, ich reagierte schlagartig wie damals auf dem Skateboard indem ich einen Ausfallstep an die gegenüberliegende Wand machte und sie mit einem Saltovorwärts übersprang um eine Kollision zu vermeiden. Nun würde jeder sagen der mich kennt, ach, Schirrmi.. ist das wirklich wahr? Die Antwort ist: Ja! Denn wenn ich Ihnen erzähle dass ich bei dieser Aktion nicht den ganzen Kaffee in meiner Tasse retten konnte, dann werde ich doch glatt glaubwürdig. Nicht?

Die verschissene Zeitumstellung steht wieder bevor. Ich muss schon seit zwei Monaten planen, Changepläne entwickeln, koordinieren, Scripte vorsorglich umschreiben und mir jeden Tag vom Scheffe anhören „Wat is denn da jetzt mit der Zeitumstellung?“ Ich jedes Mal: „Wie jedes Jahr!“ Die Krönung erhält man dann noch per Email (weitere folgen sicher noch). Es nervte ein Kollege wie folgt:

Hi Schirrmi,
I am thinking that with the 5 hour difference the US time will be 1 hour later.
Meaning Jobs that run at 7am CET will run at 2am EST instead of 1am EST.
If this is correct, I don’t think we need to change the scripts running time. I think it will be okay.  However, in the spring we will need to adjust for the 1hour difference.
Best regards,
Dummbatz

Meine Antwort fiel ein wenig ausführlicher aus als wie der schrieb. Nämlich:

Thanks!

Komischer Zufall heute. Ich erhalte von Eventim eine Email weil Sie mein Geld wollen. Die sollten aber eigentlich meinen Musikgeschmack kennen, ich war dann doch sehr verwundert über die Empfehlungen. Helene Fischer? Atze Schröder? Die Söhne Mannheims? Bin ich Masochist? Ach und ein paar Minuten später las ich beim geschätzten Kiezi dass es ihm nicht besser erging.

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Wie cool ist das denn? Heute ist Bergfest meiner ersten Arbeitswoche, checke meinen Kalender und sehe dass kommenden Dienstag ein arbeitsfreier Tag ist. Zack! Den Montag schnell als Gleitzeittag eingereicht (genehmigt!) und das lange Wochenende kann kommen! Geil! Darüber hinaus sah ich erfreulich dass Mittwochabend in Kölle das Placebo-Konzert stattfindet für das ich vier Karten erstand. Weniger erfreulich ist, dass ich am Donnerstag mein Jahreszielendgespräch mit dem Scheffe habe. Und wenig Vorbereitungszeit auf diesen Battle habe. Der rote Kollege meinte nur: „Einer von euch beiden wird nach dem Gespräch ins Krankenhaus eingeliefert. Er ist größer als Du aber Du bist gemeiner und brutaler als er.“

Möchten Sie wissen wie die Stimmung auf dem Brocken an einem 20. Oktober ist? Sehr kalt. Und falls Sie mich auf einen der folgenden Fotos entdecken möchte ich vorsichtshalber erwähnen dass ich 4-lagig angezogen war. Schauen Sie oder schauen Sie nicht 🙂

Die wunderliche Einmannkapelle

Herrlich! Wundervoll waren meine Wanderungen im bunten, herbstlichen Harz. Ruhe und Friede fand ich auf Schusters Rappen und konnte meine Akkus aufladen. Keine Verpflichtungen, reine Natur und viel Luft zu atmen. Das Telefon ausgeschaltet und an nichts denken müssen, einig werden mit mir selbst und der schönen Harzlandschaft. Das – mein Paradies.

Was weiß ich? Der Harz hat so um die 8-9 Tausend Mögliche und unmögliche Wanderkilometer und davon habe ich wieder mal ein paar Hundert geschrubbt. Das tat wieder gut! Ab Montag muss ich mich wieder verkleiden. Mit Schlips, Krawatte und Binder. Was? Ja doch, Hosen ziehe ich auch an. Samt Sakko. Meinem geliebten Cordsakko, meinem Alter entsprechend.

comp_img_9451Sind Sie mitten im Wald mal geblitzt worden? Ich schon. Zu schnell gewandert wahrscheinlich. Aufgrund von eigener GPS-Fehlplanung und unordentlicher Handhabung von Kartenmaterial verschlug es mich abseits aller Wege in den Wald und ich wurde geblitzt. Das muss man sich mal vorstellen! Ich erschrak und schaute erstmal fürchterlich, um vermeintlichen Räubern ihren Wagemut zu nehmen. Stille. Ruhe. Horchen. Ich kletterte wieder ein wenig abwärts und sofort: Blitz! Haha, hihi, was bin ich doch für ein Luchs! Bin in eine Luchsfotofalle geraten und sah erst hinterher das Schild. Bitte stellen Sie sich das mal vor. Alleine im Wald, nicht auf Wegen und sie werden fotografiert. Den Spaß machte ich mir dann noch, bitte verzeihen sie. Ich ging mit blanken Hintern wieder und wieder an der Fotofalle vorbei und machte Grimassen. Blitz! Hihi..

comp-harz_img_8920Kurios fand ich ein Schild unterhalb der Prinzenlaube. Ich finde es ja schön Höhenkilometer in aller Kürze zu erwandern. Das geht dann im Zick-Zack-Stieg auf die Berge hoch. Finde ich besser. Denn einmal kurze, steile Höllenqualen zu erleiden um auf dem Gipfel anzukommen ist für mich schöner als langatmige Umwege in Kauf zu nehmen. Ein bissel Spannung habe ich ja gerne. Aber dieses Schild. Hmh..

Ich schweife ab.

So läuft man alleine und in aller Ruhe durch die Wälder, über hohe Berge und tiefe Täler, man hört nur seinen eigenen Puls und die wie verrückt herumtollenden Tiere. Doch plötzlich war da noch was. Etwas was da nicht hingehört. Es hörte sich an wie ein rhythmisches Stampfen. Durchsetzt mit einem gelegentlichen Rascheln. Dazu im Takt ein Knistern und ein Klappern. Ab und zu ein Bling. Es machte, untermalt vom Stampfen, raschel, knister, klapper, bling. Und wieder: (Stampf, stampf) Raschel, Knister, Klapper, Bling in einem fort. Sehr ungewöhnlich. Gut, wenn ich einen fahren lasse flattern manchmal überaus verschreckte Auerhühner auf. Aber das tat ich grade nicht. Diese Geräusche, sehr im gleichmäßigen Takt erinnerten mich an eine Einmannkapelle. So jemand der an den Beinen Rasseln hat, mit der Ferse gegen eine Drum schlägt und dazu fiedelnd ein Blasinstrument bedient während er mit seinen Oberschenkeln Tschingderassabum macht. Dazu mit den Ohren wackelt an denen reife Kastanien aneinander schlagen. Stampf, stampf, raschel, knister, klapper, bling.. Es hörte nicht auf und ging mir langsam auf die Nerven.

Um diesem Phänomen auf den Grund zu gehen blieb ich ab und zu mal stehen und horchte wo sich dieser Typ befindet und welches perfides Spiel er mit mir treibt. Jedoch, blieb ich stehen, hörte er auf mit seinem Krawall. Ging ich weiter, machte er weiter. Die Sau!

Irgendwann kam er dann aber total aus dem Rhythmus und eine reine Kakophonie war das Ergebnis. Jetzt reichte es mir. Ich legte meinen Rucksack ab und schlich umher diesen Übeltäter zu stellen. Aber ohne Erfolg. Er sah wohl mein gewalttätiges Bedürfnis und hielt inne mit seiner Einmannspielkramkapelle. Beruhigt, ich hatte ihn wohl verschreckt, schulterte ich meinen Rucksack und lief weiter und was soll ich sagen? Es fing wieder an!

comp_img_9382Dass unter meinen gewaltigen Schritten Opfer zu verzeichnen sind. Geschenkt! Das Amphibien lieber das Weite suchen wenn ich durch den Wald marschiere. O.k.! Aber das in meiner Butterbrotdose das gekochte Ei herum klappert. Das GPS-Gerät im Takt gegen einen Karabiner klimpert. Das die leere Apfelsaftschorle-PET-Flasche im Rucksack herumknistert, das in meiner Hosentasche befindliche Feuerzeug dauernd gegen meine versilberte Ziggi-Dose kleppert und mein Siegelring im Takt gegen das in der Hosentasche befindliche Telefon schlägt während ich laufe, nein, das ist nicht schön.

Mit klappernden Grüßen..

Ene Besuch em Zoo

Der Kölner Zoo ist immer wieder einen Besuch wert. Bei herrlichstem Sonnenschein und anfangs guter Laune fuhren wir nach Kölle. Mit dem PKW nach Köln zu fahren mache ich seit ich denken kann nur ungerne. Lerne aber nicht dazu. Und so kam es dass unsere gute Laune auf der Parkplatzsuche rund um den Zoo so dermaßen in den Keller ging dass ich mir schon wie eine Drecksassel vorkam.

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comp_koelner-zoo_cg6a4386Köln hat einen Hauptzoo und viele, viele Nebenzoos. Besuchen Sie am Wochenende, nachts einfach mal die Aachener Straße. Sie werden Getier entdecken das Sie nicht entdecken wollen. Sie gehen mit nicht mehr erkennbar menschlichem Geschmeiß, ob Sie wollen oder nicht, auf Tuchfühlung. Von Jungmännern mit großen Klappen, von Damen die aussehen wie die abgewrackte Nutte die ich leider mal hinter dem Bahnhof kennenlernte, und grade mal ihren Kinderausweis dabei haben. Kölschflaschen die splitternd den Kampf gegen Dickschädel verlieren. Bullen und Muckibudenstiere liefern sich Straßenkämpfe als ob sie zu Hause wären – „Eyh Aaalder!“. Witzig, gelle? Türkenbullen gegen gleichrassige Kölner Einwohner, beide ohne Benimm machen die Straßen unsicher, ich glaube in Istanbul ist es angenehmer. Trotz Bombenwetter.

Aber zurück zum Thema. Der Kölner Zoo. Hat man hingefunden und glücklich einen Parkplatz erhascht, geht es direkt in den Kampf um Eintrittskarten. Ich will ja bezahlen aber sie lassen mich nicht. Jede Menge Kassen und jede Menge vegane, stinkende und vorlaute Kindergärtnerinnen die Zettelschwingend an den Kassen reklamieren dass ein Kind aus ihrer Gruppe eine Ermäßigungskarte hat und die Differenz von 0,45 EUR jetzt auszubezahlen ist. Brüllend schmiss ich einen Fünfeuroschein nach vorne „Nimm und friss und mach jetzt endlich die Kasse frei, Du Schnepfe!“ Aber wenn diese Kämpfe und ich möchte noch mal erwähnen, ich will bezahlen, ausgestanden sind, geht es in einen herrlichen Tierpark. In überaus angenehmer Gesellschaft und meinem neuen Objektiv ging es auf großartige Safari.

comp_koelner-zoo_cg6a4141Damals am Wallrafplatz lernte ich den Spatz kennen und durfte einige seiner Nachkommen hier im Zoo begrüßen. Es gab pubsende Trampeltiere und blöd dreinschauende Stelzenvögel. Es gab Geparden und Baumpandas (Baumpanden?)die man nicht erblicken konnte. So glaubten wir es einfach mal dass es sie dort gibt aber ich vergaß nicht meine innerliche Notiz: „Beim Rausgehen an der Kasse das anteilige Eintrittsgeld zurückgeben zu lassen wegen Unsichtbarkeit einiger Arten.“

Der Affenfelsen – nicht von schlechten Eltern. Eigentlich nicht jugendfrei wie ich meine. Vergewaltigungen, Gruppenficken, brutalste Schlägereien, Mobbing, öffentliche Zurschaustellung von Genitalien und aufgrund analen Verkehrs rotwunde, angeschwollene Ärsche. Insgesamt ein Potpourri des 95%igen menschlichen Zusammenseins – nur auf einem Felsen umgeben von einem Wassergraben.

Es gab Elefanten die sich mit ihren langen Nasen am „Glory Hole“ beglückten, der „lachende Hans“ aus Australien, nicht zu verwechseln mit dem Blauen von der Reeperbahn. Zu entdecken im wunderschönen Tropenhaus eine überaus fette Taube die sich prachtvoll ihr fernes Daheim mit anderen schillernden, trällernden, kecken und lustigem Getier teilt. Eine wunderbare Pracht in Farbe und Exotik! Und damit meine ich nicht das Ding in meiner Hose. Denn es war Sommer. Und es gab anwesende Damen die mit nicht mehr als einer Serviette bekleidet waren. Schwof ich ab?

comp_koelner-zoo_cg6a4408Lassen Sie sich bitte bei Ihrem Besuch im Kölner Zoo nicht die Vogelflugshow entgehen. Es traten auf: Ein Mann mit Bauch, der Vogeldirigent. Der „lachende Hans“. Der flinke und abenteuerlustige Schwarzmilan. Der lautstark brüllende Ara. Das Wappentier der Bösen und viele mehr. Und wenn Sie größer sind als 170cm, passen Sie bitte auf Ihren Kopf auf. Denn die Viecher kennen kein Pardon. Da heißt es den Kopp runter nehmen wenn Sie in einer der drei Einflugschneisen stehen. Ich meine das ernst. Denn ich versuchte die großartigen Flugkünstler fotografisch ins rechte Licht zu rücken, sie kamen auf mich zu, mein Zeigefinger auf Dauerfeuer und im Sucher kamen sie viel zu schnell immer näher und Zack –anstatt einem sorgfältigen Scheitel hatte ich zwei. Also, Service vom Schirrmi-Blog: Passen Sie bitte auf. Und auf Ihre Kinder. Denn da fliegen auch Geier rum. Die genehmigen sich ab und zu mal eins zum Nachtisch.

Ja, ich könnte mir die Finger blutig tippen in Erinnerung an einen schönen Tag. Mache ich aber nicht. Denn meine Finger sind so ziemlich das Einzige was noch nicht blutet. Und wie der Klavierspieler, will ich mir nicht unnötigerweise die Grundlage meines Einkommens versauen. Daher, wenn Sie möchten, schauen Sie ein paar Bildchen und freuen Sie sich ein wenig mit: