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Gegen den Strom, leicht wie eine Feder

Der Irrsinn nimmt kein Ende. Wo ich steh oder wo auch nicht, prasselt die geballte Ladung Konsumterror auf mich ein. Man möchte meinen die Menschen wären verrückt in ihrem beklagenswerten Umständen, ausgebeutet und ohne ausreichende finanzielle Mittel um ein noch halbwegs würdiges Dasein fristen zu können. Ich protestiere vehement und kann mich noch nicht mal trösten in Gedanken die Menschen sollten es doch besser wissen.

Jedes verdammte Weihnachtsfest hat mich in den letzten 138 Jahren je 1,35 Kilogramm schwerer werden lassen. Obwohl ich als ausgewiesener Asket seit jeher jedwedem Genuss entsagte und in reinster Geist- und geistigen Wesensform mein Dasein friste. Immer nach dem Höchsten strebend. Gesund. Geist. Körper.

In jungen Jahren lief ich in den wenigen Pausen meiner hochvergeistigten Studien meine kilometerlangen Runden in freier Natur um auch die doch letztendlich der Verwesung anheimgestellten Muskeln zu stärken. Das tat ich früher und hatte diese meine liebgewonnene, eher stumpfe Tätigkeit im Rhythmus meines Herzmuskels und meiner stampfenden aber überaus flinken Beinen für wesentlichen Hauptsachen aufgegeben.

Die Tage hielt ich inne und es kam mir. Nein, es fiel vielmehr. Wie Schuppen von meinen Augen als meine gemütliche, uralte, braune Cordhose ein wenig kniff. Diese 80 Jahre alte Bux, wir sind quasi schon zusammengewachsen, sind olfaktorische Bruderschaften eingegangen, KNIFF!

Dies und als ich an mir runter schaute und so komischerweise keinen Boden sah, ergriff ich den Entschluss mein gewohntes, stringentes Sportprogramm wieder aufzunehmen. Erstand in einer kapitalistischen Unternehmung einen mehr oder weniger passenden Trainingsanzug und aufgrund der hiesigen Witterungsverhältnisse, eine Mütze. Somit war ich parat um erst mal klein, mit einem doppelten Marathon anzufangen, bis mir auffiel dass ich nicht mehr im Besitz meiner alten, verschlissenen, stinkenden Laufschuhe bin.

So werde ich das Vorhaben vertagen müssen, kann aber trotzdem erste Erfolge vermelden. Denn seit ein paar Stunden trage ich hier auf der Couch, den Tag mit dem ein oder anderen geistigen Getränk genießend, den Trainingsanzug und kann sagen – ich fühle mich schon 5 Kilo leichter.

Leute! Es ist leicht! Ihr müsst einfach nur machen! Den inneren Schweinehund überwinden! Nehmt euch ein Beispiel an mir. Eurem Vordings.

Prost!

Erinnerungen?

Seit einiger Zeit denke ich darüber nach was ein gewisses Lied in mir auslöst. Ich kannte es nie, jedenfalls bewusst nicht. Es ist auch nicht sonderlich meine Geschmacksrichtung, aber es trifft mich irgendwo. Ich weiß nicht wo noch wie, noch warum. Es berührt etwas bei mir.

Wenn ich manchmal in Diskussionen vertieft bin, so durchfleucht mich manchmal ein Gedanke: Das kennste schon, genau so hast Du es schon erlebt, genauso hat der oder die genau dasselbe gesagt wie jetzt. Oder bei profanen Gelegenheiten. Nehmen wir das Einkaufen in einem beliebigen Supermarkt. Ein fremder Kunde streift an mir vorüber und es ist als ob es ein alter Bekannter wäre. Ich schaue ihn verwundert, freudig an und blicke einem Fremden ins Gesicht. Oder irgendwo stehe ich im Klo und pisse und schaue die Kritzeleien vor mir auf den Fliesen an, draußen oder oben hämmert die Musik, und ich bin plötzlich wieder ganz klein und in der Heimat und fühle mich aufgrund eines Edding-Spruchs in die Vergangenheit zurück versetzt. Manchmal wenn ein Mensch mich unabsichtlich berührt, dann bin ich elektrifiziert und ebenso geschockt ob diese Verbindung mich zu plötzlicher, universaler Liebe zu diesem Unbekannten bringt, als ob wir vertraut Jahrtausende miteinander verbracht hätten.

Wenn ich irgendwo gehe und nach unten schaue, das Pflaster betrachte, mit seinen Formen und Eigenarten dann habe ich manchmal das Gefühl meine Füße wären sehr vertraut damit und bekomme ein Flashback in meine Kindheit – an frühere Orte. Unbekannte Straßen, Straßenzeilen, Straßenbahnen, Lebensbahnen und die Deko Drumherum werden plötzlich zu Bekanntem zu schon Wiederdagewesenen. Obwohl ich noch nie da war.

Wenn jemand eine Ansprache hält, weiß ich auswendig was gleich kommt, passiert, was der Redner sagt. Ich war schon mal dabei. Und bekomme dann wieder dieses komische Gefühl. Irgendwie gruselig, aber doch nicht weil bekannt und jedes Mal erwische ich mich innerlich bei einem leisen Lächeln, wie wissend ich bin.

Gerüche, Formen, Farben, Aspekte einer Unterhaltung ob schön oder nicht so schön – vieles erlebe ich zum wiederholten Male. Ich frage mich wie das geht und wer ich bin. Ein Wiedergänger? Es ist seltsam aber auf eine erschreckende Art auch schön. So wie ich schön, furchtsam manche Felsen erklettere und nach unten schaue, so kribbelt es mich wenn mich diese Flashbacks und dieses Wissen einholt. Ich kann es nicht steuern, traue mich auch nicht darüber zu reden – wie Sie grade sehen.

Irgendwann finden sich Erklärungen in des kleinen Menschen Bewusstsein / Hirn. Ich krame da oben in der unglaublichen Masse im Kopp herum und ein Feuerwerk an, an, an.. findet statt und wenn man meint den Grund für die steil aufgerichteten Härchen auf dem Arm gefunden zu haben, dann lehnt man sich innerlich zurück und ist beruhigt – nur so und so kann es gewesen sein. Immer mit einem Rest an Ungewissheit.

Mich treibt seit einiger Zeit ein Song rum der mich betroffen macht. Er macht mich klein. Er macht mich groß. Ich kenne ihn schon lange, weiß es aber nicht. Habe ihn aber noch nie gehört. Er ist zu mir zärtlich. Er ist für mich erschreckend. Er mir ist so unbekannt wie elektrisierend wenn ich ihn höre. Komisch. Seltsam. Sind tonale, nicht hörbare, nur für DEN bestimmten Hörer, Beeinflussungen arrangiert? Gab es mal was, was mir jemand aus der Vergangenheit unbedingt mitteilen will? Dieser Song, der berührt mich. Ich weiß nicht warum. Und erinnert mich an etwas an das ich mich nicht erinnern kann. Oder will.

 

Werbung auf Maß

Echt seltsam! Geografisch habe ich meinen Lebensmittelpunkt verlagert. Und wunderte mich. Nur.

Heute unterhielt ich mich mit meinem Lieblingskollegen über Werbung. Ob er auch einen GMX-Email-Account hätte? Ob er auch Werbung erhielt? Na klaro, die erhält er als Gratisangebotsnutznießer ebenso wie ich.

Jedenfalls bekomme ich nach besagten Umzug verstärkt Treppenliftangebote. Erstmalig. Früher als ich noch jung war erhielt ich Viagra-Werbung. Jetzt nicht mehr. Ich lasse offen ob ich momentan solche Mittelchen bräuchte. Es finden sich aber bestimmt noch liebe Menschen die definitiv bestätigen können dass ich V. nicht brauchte. Ebenso wenig wie Treppenlifte jetzt. Auch wenn es manchmal nützlich erscheint (mein Herrenzimmer befindet sich in der oberen Etage).

Seit ein paar Wochen bekomme ich Werbung über Lese- und Seehilfen. Okay, nach einem beliebigen Wochenende, mit ein paar wenigen Gläsern erstklassigen Wodka, ich wiederhole – ein paar WENIGEN Gläsern, kommt es vor das ich manchmal schräg schaue und die Welt anders aussieht als ohne. Aber dass ich jetzt das ganze Internet leerkaufen müsste und mir Brillen kaufe? Vielleicht noch Diverse. Eine Brille für Post-Wodka, eine noch für Post-Nussschnaps, dann noch eine für Post-Hachenburger? Wo sind wir denn hier? Auch wenn die Angebote so, so, so unglaublich günstig sind. Bis jetzt sind meine wunderhübschen, blauen Augen noch nicht so bedröppelt dass ich aus Versehen daneben klickte.

Erwähnte ich schon dass ich auch mal jung war? Dass ich manchmal nach drei, vier, fünf Gängen ein wenig schlapp wurde und eine besagte Pille eventuell für weiteren Ausdauer hätte sorgen können? Dass die Geilheit zwar grenzenlos, die Pillen aber teuer und nur auf Rezept zu bekommen waren?

Nun gut. Ich las grade eine Adhoc-Nachricht:

Und was sagt mir bzw. euch das jetzt? Ich mutmaße mal, DIE wissen alles und gar nichts. Und die Infos und Ad’s kommen weder zeitgerecht noch erwünscht noch sensibel.

Menno!

Der Mühlengeist verlor

Jahrzehntelang war ich der Boss, der ewige Gewinner wenn es um das Mühle-Spiel ging. Man nannte mich deshalb auch den „Mühlengeist“. So auch Letztens war ich frohgemut, von Demut keine Rede und hatte Weiß.

Wir legten Stein um Stein und wie gewohnt hatte ich schon eine Mühle und nahm einen Schwarzen – und schwupps, nannte sie mich „Mühlengreis“. Aber seht selbst:

Hochmut kommt vor dem Fall. So etwas ist mir noch nie passiert. Eine Partie Mühle, in Unterzahl während der Legephase verloren.

Mit demütigen Grüßen, ja auch an L.,

Schirrmi

Junge *ötzchen

Der Workaholic in Reinform! Wer mich kennt, der weiß dass je mehr Arbeit ich aufgehalst bekomme, je anspruchsvoller die Aufgaben sind, umso mehr gehe ich – gehe ich auf. Ich fühle mich bestätigt. Je mehr Stress desto männlicher werde ich. Je kniffliger die Verhandlungen umso enger wird meine Hose, umso mehr habe ich Spaß. Ja, man kann sagen, ich bin ein Business-Man durch und durch.

Betriebsräte sind mir ein Greuel. Hebe mich ab vom Zwang nicht Nachts, am Wochenende oder Feiertags arbeiten zu dürfen. Ja, so lebe ich, so liebe ich das Leben. Immer flott und flink, laut und habe immer Recht. Ein Arbeitsleben in Saus und Braus und im richtigen Unternehmen. Ich darf über mehrere Zeitzonen hinweg arbeiten, welch ein Glück – denn da muss ich nicht schlafen gehen und kann mir 24h lang die Bestätigung holen die ich brauche. Das ich gebraucht werde. Meine Hosen muss ich mittlerweile eine Nummer größer kaufen damit niemand sieht dass mein Schwanz immer größer wird.

Leider ergab es sich letzten Freitag dass ich von meinem Scheff-Scheff nicht die Bestätigung erhielt die ich verdient hätte. Denn er klopfte mir auf die Schulter und meinte: „Heute, Herr Schirrmi, gönnen Sie sich mal einen freien Nachmittag. Das haben Sie sich verdient!“. „Schei…!“, dachte ich so bei mir, packte meine drei Notebooks ein, sorgte für einen weiteren Bonus-Punkt unsere Clean-Desk-Policy und stieg in meine adäquate Karre. Ich fühlte mich hilflos und verloren, denn was hatte das zu bedeuten dass ich Freitagmittag nach Hause geschickt werde?

Also fuhr ich nachdenklich und immer noch sehr potent angesichts meiner beruflichen Leistungen durch die Dörfer in Richtung meiner Villa und sah am Straßenrand jede Menge kleine *ötzchen stehen. Ach, dachte ich so bei mir – um diese Tageszeit sehe ich ja die Welt nicht, was machen denn am hellichten Tag so viele kleine *ötzchen hier?

Und dann hatten sie auch noch so kleine, lustige Rucksäckchen auf dem Rücken. Lachten, spielten und waren voller Freude. Die Sonne schien und sie vergnügten sich als ob es kein Business gäbe. Als ob es kein richtiges Leben geben würde. Ich verstand es nicht.

Die i-Dötzchen

Aus einer Mücke einen Elefanten machen

Soeben saß ich mit L. noch rauchend auf der Terrasse, genoss einen Nussschnaps und jetzt nicht mehr. Davor rauchten wir draußen eine, ich hatte einen Woco und sprach den Nachbarn an der sozusagen in Nachbar‘s Garten schaffte. Jetzt nicht mehr.

Jedenfalls kam man so über dem Zaun ins Gespräch und ich erwähnte beiläufig dass ich letztens viele Stubenfliegen in der Bude hatte. Er erwiderte, ja, diese Mücken, die regen mich auch immer auf. Da könnte man ja verrückt werden. Aber dieses Jahr ginge es. L. erwiderte darauf, ja aber diese Schnaken im Schlafzimmer – diese ewige Herumstecherei. Das wäre doch eine Plage. Ich wollte verbessern, nee, das wären doch Mücken. Und die anderen, das wären Fliegen und keine Mücken. Und dann gäbe es noch Schnaken. Die würden aber doch anders aussehen.

Hier im Westerwald kommt mir das sowieso ein wenig komisch vor. Ich als Rheinländer und nichtstudierter Biologe lasse mich gerne verbessern und darüber hinaus lerne ich ja auch immer gerne hinzu. Aber dass diese Keulenschwingenden Menschen zu Stubenfliegen Mücken sagen, zu Mücken Schnaken, zu Langbeinigen Spinnen Mücken und wiederrum zu den großen, blinkenden Schmeißfliegen ebenso von Mücken sprechen – das, ja das ist mir zu hoch.

Wollte erst diskutieren, molk dann mal ein paar Mäuse und genoss dann aber doch lieber einen weiteren Schnaps. Aus hoffentlich voller Nuss J

Bonus: Im Schlafzimmer hatte ich immer eine Fliege, ähm, Schnake, ähm, Mücke welche ja keine sein sollte aber war. Sie summte hochfrequent um mein lieblich schlafendes Ohr, meine Hand machte Platsch und das Summen hörte auf. So kam ich nicht umhin diese Großtat sogleich der netten C. zu berichten bevor ich von schnakenden Mücken träumte die wie irre um eine große Flasche Nussschnaps fliegten, ähm flogen.

Nur so (11)

Einen wunderschönen guten Tag, liebe Leute. Heute gibt es mal wieder ein wenig Futter für euch. Nein, keine Reste der von mir höchstpersönlich geschnittenen, ehemals 3,5 Meter hohen Hecke. Auch nicht die Unkrautreste die ich auf diesem fremden Riesengrundstück mit der Hand und krummen Rücken entfernte. Auch nicht die Neun Grasfangsackfüllungen des Wiesenschnitts die ich in großer Not aufgrund der Menge irgendwo entsorgte. An dieser Stelle: „Hallo liebe Nachbarn! Ich hoffe ich bekomme auch in Zukunft selbstgemachte Marmelade von euch.“ :-). Diese für mich ungewohnten Handlungen geschahen nur aufgrund des Besuchs der sehr verehrten, lieben C. Aber das ist ein anderes Thema.

Nein, ich meine Ihr bekommt mal wieder passend zu meiner hart und genüsslich ersoffenen und erfressenen Bikinifigur dürre Wortfetzen und abgemagerte Satzfragmente. Denn bekanntermaßen bin ich ein Freund von Enthaltsamkeit und als euer Lehrmeister unterstütze ich nicht dass Ihr reinsten und sinnvollsten Geboten zuwiderhandelt. So ungefähr möchte ich eventuelle längere Schirrmiabstinenzen erklären. In Sarkasmus Genügsamkeit und Askese ist die ewig währende Freude zu erblicken.

Jetzt bin ich froh, der Blogtitel sagt ja eigentlich schon alles, euch ein paar meiner unsortierten Gedanken teilhaftig werden zu lassen. Und ich bitte um keinen Gram der vielleicht unter euch entstehen sollte angesichts dieser kurzen, klugen und keilen, sorry, steilen Einleitung.

Es passiert ja derzeit so viel auf der Welt, man weiß gar nicht wo man anfangen soll. Schwarze Blöcke werden initiiert, sie sind nicht Freund sondern Feind. Der Staat hatte es sich das anders ausgemalt. Denn die zu bekämpfenden Bürger mit ihren vermaledeiten Grundrechten waren nicht dabei. Bürger-, Grund- und Menschenrechte wurden schon im Vorfeld als No-go-Area erklärt – man sollte nicht sagen können was einen erwartet wenn man davon zu viel erwartet. Krieg gegen die eigenen Bürger. Die eigentliche Staatsgewalt wurde umgedreht. Denn diese geht eben nicht von den gewählten Kriminellen aus wie manche Dösbattel in schwarz und mit Helmen und Knüppel meinen, sondern immer noch vom Volk. Alles andere ist Gehirnwäsche und die Besten der Besten, die können es halt noch am besten. Fake-News verbreiten. Göbbels grinst und geifert wie schön und noch viel besser es die Heutigen können, die die von Fake-News reden. Um von sich abzulenken. Diejenigen die „Haltet den Dieb!“ rufen und noch nicht mal klammheimlich mehr die Menschen im Meer ersaufen lassen.

Aber meine Weltordnung wurde heute wieder grade gerückt. Während nämlich unsere Bundesregierung am dritten Weltkrieg arbeitet, fiel in China ein Sack Reis um. Von beidem hören wir grade nichts in den Schlagzeilen. Schlimm aber darüber hinaus, dass der Hass, der alleinige Weltübel nun hier im beschaulichen Westerwald angekommen ist. Denn die Einschläge kommen näher. Sehr nahe. Seht diese Entsetzlichkeit selbst:

Ich bin geschockt! Das sowas passieren kann! Ich breche mir mein Zahngold raus und vergrabe es unter meiner neuen Pilzkolonie im Garten damit der Rollstuhlfahrer nichts davon abbekommt. Mutti ebenso wenig. Für meine Lieben: Es ist neben meinem Komposter-Allerlei falls ich hier mal mit ein paar Wattebäuschen Gummigeschossen am Kopf darniederliege.

Ach was! Ich rege mich nicht auf. Ihr habt mich noch nicht aufgeregt erlebt. Erregt ja, hihi.. Aber das soll ja hier kein Pornoblog werden. War auch bald wieder frohgemut als ich den Mimimi der Woche sah. Wir wussten es ja schon lange dass seine Kindheit beschissen war. Aber jetzt offiziell:

Ja, weinen könnte ich auch. Schlagzeilen mache ich nicht. Außer ich wollte schlagen. Und das meine ich nur rein physisch. Also keine Sorgen. Da unter den Helmen, sind indoktrinierte „Kriegshelden“, sind unsere Brüder, Väter, Söhne, Freunde. Sie sind nicht sichtbar und wollen es auch nicht. Schon immer und noch heute wollen die Täter ihre Taten entschuldigen. Maskierte Schlägertrupps ohne Gesicht und Namen. Schaut euch um, auch in eurem Familien- und Freundeskreis gibt es diese Leute vom schwarzen, knüppelschwingenden Block. Oft sind sie vom Staat in prekäre, auch schlimmste finanzielle Situationen gebracht worden – dass sie keinen anderen Ausweg mehr sahen. Doch schaut hinter die Masken und versucht, auch wenn es schwer fällt, den Menschen dahinter zu erkennen. Es ist Dein Bruder, Vater, Sohn und Freund der aufgewiegelt und missbraucht wird.

Und kann mir bitte mal jemand verraten warum da diese Nachbarpflanze ein Haarnetz angezogen bekam?

Ich kann aus eigener Beobachtung versichern dass die Vögel Mittel und Wege finden um darunter zu vögeln sich essen zu holen.

Demnächst mehr in diesem Kino. Allzeit bereit!

 

Nachts wird geduscht

Damals waren wir zu fünft daheim. Fünf Gäule sozusagen. Ich glaube, immer recht bescheiden, wenn Sie mich kennen würden, dass ich der Goilste war.

Wenn das Wort Bescheidenheit nicht schon erfunden wäre, man hätte mich als personifizierten Erfinder dieser überaus hochachtungswerten menschlichen Eigenschaft in den Weltalmanach, nein – umso mehr, gelte ich allgemein anerkannt als der lieblichste Beweis dieser dem der göttlichen Nähe zu sehenden Fähigkeit, mein eigenes Ich niemals herauszustellen wage und kurz gesagt, in bescheidener Manier durch die Welt wandele um damit höchste Bewunderung und Ehren zu erlangen.

Wie leise schon erwähnt, ich bin. Und ich bin nicht besser. Vielmehr weniger. Jedoch kann ich nichts dafür, in den Augen der großehrbarsten Menschen als höchst kluger und immer freigeistiger, intelligenter Gesprächspartner in allen Lagen der denkbarsten Belange zu gelten, ein Anlaufpunkt für jedem der ein wenig mehr Weisheit, Herz und Erkenntnis erlangen mag. Wie gesagt, in aller Bescheidenheit – die höchste Tugend, die ich nicht für mich in Anspruch nehmen kann und will. Sich nicht selbst herausstellen, mit und wenn es auch noch die besten und schönsten Fähigkeiten sind die einen der besten Menschen ausmachen. Nein, ich hebe mich nicht damit hervor.

Heute unterredete ich mich mit einem der Hengste, wir verbrachten einige Jahre zusammen in einer Zelle in einem Zimmer, in einem Doppelstockbett, und er fragte mich „Weißt Du noch? Als Du mich arbeiten geschickt hast?“. „Nö.“ erwiderte ich in aller Bescheidenheit. „Als Du nachts nach Hause kamst, Licht anmachtest?“ „Nö.“ „Als ich dann aufstand weil ich dachte es wäre frühmorgens und Zeit für die Arbeit? „Nö.“ „Als ich dann duschen ging, meine Arbeitsklamotten anzog und in der Küche meine Brote schmierte?“ „Nö.“ „Und als ich dann auf die Küchenuhr sah dass es 1:30 Uhr in der Nacht war?“ „Nö.“ „Und als ich Dir den Hosenboden versohlte?“ „Ja.“

Hat ja gar nicht weh getan, hihi.. Deine Nacht war versaut und ich.. – war gut gelaunt J

In aller Bescheidenheit und ich kann ja nichts dafür, ich bin halt toll und hab Spaß dabei – brrrr, hihi..

Der multiple Haircut

Komisch irgendwie. Wenn man mal anfängt, hört es nicht auf.

Innerhalb von 45 Minuten Mittagspause fuhr ich in das Industriegebiet, parkte recht schnell und joggte in das Establishment, nicht ohne vorher mit breiten Schultern und strengem Blick ein paar anderen Kunden den Vortritt – nicht zu lassen.

So kürzte man mir die Matte in einer atemberaubenden Zeit, es sprang ein Heiermann für die Dame heraus. Die Zeit reichte noch um in den anderen Ort zu fahren, kurz zu Mittag zu fressen, danach noch scheißen, Hände waschen, Zähne putzen und wieder, pünktlich in der Knochenmühle zu sein.

Die überaus nette und vollkommen tätowierte Dame kürzte zunächst mein Haupthaar („bitte oben nicht allzu kurz, da ist es nämlich ein wenig schütter“) und befragte meine Augenbrauen. Ich bejahte. Büro: Während ich mich über ein Problem grübelnd im Gesicht streichelte, fielen mir überaus nützliche aber wenig attraktive Drähte auf. In der Nase. Nahm dann den uralten Rasierer, in stillem Gedenken an die liebe Evi – von ihr erhielt ich ihn Annodazumal, und kürzte kleine Nasenlochborsten.

Jetzt rückblickend bin ich froh und stolz das an der Haarfront Tabularasa gemacht wurde. Trotzdem bin ich noch nicht zufrieden, stelle ich grade fest als ich vom pinkeln kam. Ich schaute nämlich runter..

Mit intimen Grüßen..

Das Rosenkohl Paradoxon

„Herrlich!“, „Köstlich!“, „Was ein feines Mahl!“ – so jubilierten meine Gäste und wurden teilweise schon recht feucht vor lauter Lob und schlangen sich wie irre das Rosenkohlgericht in sich hinein.

Ich bin ja immer ein wenig verlegen wenn ich gelobt werde. Aber Tatsache! Ich habe mich mal wieder selbst übertroffen und das Zeug schmeckte echt supi lekka! Da mir Eigenlob nicht liegt verzichte ich an dieser Stelle auf weitere Ausführungen. Aber das ist im eigentlichen Sinne auch nicht das Thema.

Bei meinen jahrelangen Studien – und sie dauern noch an, kristallisierten sich zwei Schwerpunkte für mich heraus. Die Naturwissenschaften und der gemeine Alltag. In diesen beiden Disziplinen bin ich Meister, mir macht da so schnell keiner mehr was vor. Aktuell grübele ich seit Tagen über einen interessanten Umstand. Die herkömmliche Fachliteratur und als ehemaliger Cambridge-Principal konnte ich auch die leidig umfangreiche Bibliothek dieser Inselaffen-Wissensschmiede zur Rate ziehen, gab nichts zur Lösungsfindung her.

So hier meine eigenen Gedanken dazu. Ich kochte den Rosenkohl wie gewohnt in der Küche. Dem des Kohles eigenen Geruch konnte ich während des meditativen, stundenlangen Kochvorgangs nicht wahrnehmen. Ich schnüffelte, ich hielt mein Stupsnäschen in die Luft, wedelte elegant die Dämpfe aus dem Kochtopf in die Nähe meines Riechorgans und stellte fest: Rosenkohl stinkt nicht.

Soweit normal. Aber jetzt möchte ich Ihnen langsam, auch und vor allem für die Nicht-Akademiker, von Umständen berichten dessen ich hier sitze um dem Rätsel auf den Grund zu gehen.

Wenn ich die Situation analysieren will, möchte ich mit dem Anfang beginnen. Ich kochte ein Rosenkohlgericht, selbstredend in der Küche – ich erwähnte es. Der, ich senke jetzt mal das Nivea, Gestank, war in der Küche nicht zu bemerken. Und jetzt fängt das wundersame an. Aus Gründen verließ ich die Küche um das Bad aufzusuchen. „Um mir nur kurz die Hände zu waschen..“ zwinker.. Und das Bad stank wie Bolle nach Rosenkohl, mir wurde fast schlecht so könnte es nur in den tiefsten Höllenbereichen für Banker, Anwälte, Politiker stinken – so schlimm. Frage Nummer 1: Warum stinkt es nicht in der Küche, in der ich den Rosenkohl zubereite? Frage Nummer 2: Warum stinkt es im Bad?

So köchelte es erstmal vor sich hin und diese zwei Fragen manifestierten sich in meinem überdurchschnittlich entwickelten Geist und ich schmeckte ab. Und es wurde für gut befunden. Und am nächsten Tag wachte ich aus meinem Grübeln durch ein lautes Gepolter, Geknattere, Stöhnen, Seufzen und einem Knallen dass die Erde bebte, Porzellan zu zerschellen drohte, auf. Dann klingelte das Telefon, das US- Erdbebeninstitut meldete sich und wäre besorgt und wollte höflich nachfragen ob alles in Ordnung ist. Und es stellte mir die Frage Nummer 3: Habe ich so angestrengt nachgedacht dass die Welt ins Wanken gerät?

Jetzt, Sie merken schon, die ganze Geschichte verfolgt mich immer noch, sitze ich in meinem Arbeitszimmer und schreibe diese Zeilen. Und was kann ich sagen? Hier riecht es nach.. Na, raten Sie mal!

Ich habe mir jetzt mal Millimeterpapier herausgeholt um mir das Szenario aufzumalen. Mein alter wissenschaftlicher Casio-Taschenrechner (Solar) wurde von mir mit diesen skizzenhaften Notizen mit Daten gefüttert und ich kam einer Gleichung recht nahe um das Rätsel zu lösen. Nämlich: Auch als hochvergeistigter Universalwissenschaftler ist diese Aufgabe nicht zu lösen. Es kann nur sein: Ich wohne in einem Spukhaus.

Hui Buh!