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Bad Harzburg, Springreiter

Harz Tipps: Ein schöner Tag in Bad Harzburg

Verschiedentlich wurde ich gefragt was man denn so in einem Kurzurlaub im Harz machen könnte. Ich tue mich da immer etwas schwer Highlights zu nennen, weil es da eben so viele schöne Dinge zu erleben gibt. Jeder hat ja auch andere Schwerpunkte. Manche möchten, wie ich, viel und weit wandern und optimalerweise so viele Stempel wie möglich mitnehmen, andere möchten eher Kultur, Genuss und Spaziergänge. In einer kleinen Übersicht habe ich euch ein paar Informationsquellen genannt wo sich jeder etwas selbst heraussuchen kann.

Aber ich möchte euch gerne beispielhaft einen Ausflugstag nach Bad Harzburg beschreiben wo sicher für jeden etwas dabei sein dürfte. Die liebe L. jedenfalls, war begeistert über die schönen Momente, von denen sie und ich lange zehren konnten.

Die Fakten:

  1. Mit der Seilbahn auf den großen Burgberg
  2. Besichtigung des Burgbergs mit der Canossasäule
  3. Wanderung Burgberg – Kreuz des dt. OstensRabenklippeLuchsgehege – Burgberg (ca. 12km)
  4. Baumwipfelpfad
  5. Ausklang in Bad Harzburg, bspw. mit einem Besuch im Café Winuwuk

Mit der Seilbahn auf den großen Burgberg

Ich mag Bad Harzburg. Dieses schöne Städtchen als Kurort und Eingang zum Nationalpark Harz bietet viele Sehenswürdigkeiten, wunderschöne Wanderwege, Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, einige Attraktionen und vieles mehr. Es ist darüber hinaus auch sehr bekannt für die jährlich im Juli stattfindende Galopprennwoche. Wir hatten dort eine Ferienwohnung bezogen und konnten von dort aus zentral viele Touren starten. In und um Bad Harzburg herum gibt es auch einige Stempelstellen, die man erwandern kann. Wobei auch einige „Drive-In’s“ dabei sind.

Um nun zur Seilbahn zu kommen, parkt ihr am besten direkt an der Talstation Nordhäuser Str. 4, 38667 Bad Harzburg. Unweit des BurgBergCenters/Talstation ist auch die Tourist-Information wo ihr euch Prospektmaterial und Anregungen holen könnt. Kauft euch ein Kombiticket Bergfahrt/Baumwipfelpfad (10,- EUR/Erwachsener). Eine Talfahrt ist nicht notwendig, denn man kommt zu Fuß über den Baumwipfelpfad zurück. Achtet immer daran zu schauen ob ihr Ermäßigungen über das Gutscheinheft der Kurtaxe oder der Harzcard erhalten könnt.

Besichtigung des Burgbergs mit der Canossasäule

Die Fahrt mit der Seilbahngondel dauert ca. drei Minuten bis auf den Gipfel. Auf dem Burgberg habt ihr einen fantastischen Blick auf Bad Harzburg, die umgebenden Berge und das weite Harzvorland. Besichtigt die Ruinen und die zu Ehren von Reichskanzler Bismarck 1877 erbaute Canossa-Säule.

Der Burgberg auf 483 m ü.N.N. war um 1065 der Standort der Kaiserburg von Kaiser Heinrich IV. Um 1200 fand ein Wiederaufbau durch Kaiser Otto IV. statt. Im Jahr 2018 fand hier ein Kaiser- und Königstreffen der Harzer Wandernadel statt – natürlich nicht ohne mich 😊. Falls jemand hier oben schon Hunger und Durst haben sollte – das Hotel/Restaurant „Plumbohms Aussichtsreich“ lädt gastlich ein. Ebenfalls auf dem Burgberg-Gelände erwartet euch die schicke Statue des Krodo, dem germanischen Gott der Sachsen. Und? Gefunden?

Vergesst bitte nicht euch den Stempel 121 / Aussichtsreich Bad Harzburg zu holen. Letztes Jahr gab es dort sogar noch einen Sonderstempel. Müsst ihr halt mal schauen ob er jetzt noch da ist.

Wanderung Burgberg – Kreuz des dt. Ostens – Rabenklippe – Luchsgehege – Burgberg (ca. 12km)

Wir beginnen unseren abwechslungsreichen Spaziergang (ca. 12km) auf dem Burgberg und gehen über den idyllisch gelegenen Sachsenbrunnen (Nähe Säperstelle) in Richtung Kreuz des deutschen Ostens. Ich habe euch hier eine gezippte GPX-Datei vorbereitet: Bad-Harzburg-Burgberg-Rabenklippe-Baumwipfelpfad . Mit dessen Hilfe könnt ihr den Track ablaufen.

Den Stempel 122/Kreuz des dt. Ostens findet ihr in der Schutzhütte Kreuz-Uhlenklippe. Von hier aus habt ihr wieder mal einen hervorragenden Blick auf das Harzvorland.

„Kreuz des deutschen Ostens“

Stätte des Gedenkens an Vertreibung und Heimatverlust
Stätte der Ablehnung jeder Gewaltherrschaft
Kreuz der Verständigung, der Versöhnung und des Friedens

Es gibt meiner Meinung nach nicht genug solcher Gedenken und Ermahnungen in einer Zeit wo die BRD („in einem Land in dem wir gut und gerne leben“) mitsamt der westlichen „Wertegemeinschaft“ und der verbrecherischen Nato unsere Erde mal wieder in Richtung Abgrund treibt.

Weiter geht es nun in schönen Schleifen in Richtung Rabenklippe. Hier lädt das gleichnamige Gasthaus zur Rast und zum Stempeln der Nummer 170 ein. Geht ein Stückchen weiter über die Felsen auf die Rabenklippe und ihr könnt einen herrlichen Blick über den Nationalpark Harz und zum Brocken genießen. Ich war früher schon öfters mal da und hatte noch einen Waldblick. Jetzt solltet ihr großflächig das Kiefer-Sterben beobachten können, was eigentlich gut ist. Denn Baumarten, die hier nicht hingehören und Monokulturen sind und waren nie gut. Die langsam absterbenden Fichten werden die Grundlage neuen Lebens in Form der ursprünglichen Mischwälder sein.

Jetzt wird es ein wenig deftig. Geht ein paar Meter weiter und ihr könnt dann behaarte Muschis erblicken. Es ist auch eine Aussichtsplattform vorhanden von der man einen prima Blick in das Luchsgehege hat. Wer sich auf der Aussichtsplattform die Holzbalken anschaut, kann mit ein wenig Glück einen besonderen Stempel entdecken 😊. Zweimal die Woche findet eine Luchsfütterung statt. Das ist ein schönes Erlebnis. Schaut doch vorher mal auf die Termine, eventuell passt es ja mit eurem Terminplan und eurem Spaziergang.

Von der Rabenklippe und dem Luchsgehege geht es nun gemütlich zurück in Richtung Bad Harzburg / Burgberg. Es gibt mal wieder viele unvermeidliche Brockenblicke. Wir gehen aber nicht bis ganz zum Burgberg zurück, sondern dürfen die Abzweigung am Antoniusplatz nach links in Richtung Baumwipfelpfad nicht verpassen. Etwas weiter gibt es zwei Möglichkeiten runter zu kommen. Steil und teilweise gefährlich nach rechts runter oder gemütlich und sicher einfach immer geradeaus. Der steile Abstieg ist wesentlich kürzer und unabhängig von der Fallgeschwindigkeit auch schneller. In der GPS-Datei habe ich die Abzweigung markiert, entscheidet selbst.

Der Baumwipfelpfad

Nach unserer Wanderung erreichen wir den Baumwipfelpfad vom hinteren Ende. Spätestens jetzt benötigt ihr eure Eintrittskarten, die ihr euch hoffentlich auch vorher besorgt habt. Der Baumwipfelpfad ist recht neu und wunderschön gemacht. Groß und Klein werden hier auf stabilen und lehrreichen Pfaden Erkundungen auf Wipfelhöhe erleben können. Der Pfad ist ca. 1000 m lang und bietet auf 18 Plattformen knapp 50 Erlebniselemente, Ruhestationen und Wissenswertes. Und ja, die Höhenangst geplagte L. war ebenfalls mit dabei und fühlte sich sicher. Ungefähr in der Mitte des Pfades gibt es eine Wipfelbar die, wenn sie geöffnet hat, Speis und Trank anbietet. Am Ende bzw. am Anfang des Baumwipfelpfades erwartet euch die Aussichtsplattform die es sich lohnt zu begehen. Da oben sollte auch ein Sonderstempel der Harzer Wandernadel sein den ihr euch in euren Pass stempeln könnt.

Ausklang, bspw. mit einem Besuch im Café Winuwuk

Noch beeindruckt von der schönen Wanderung und vom Baumwipfelpfad geht es jetzt zu Fuß weiter in Richtung Seilbahntalstation. Dort angekommen könnte man sich direkt im Biergarten Erfrischungen genehmigen oder man macht noch einen Spaziergang durch den schönen Kurpark oder schaut sich die Fußgängermeile von Bad Harzburg an. Frei nach dem Motto „Der Wahnsinn geht weiter!“ gibt es für jeden Geldbeutel kulinarische Angebote.

Falls ihr aber noch Zeit habt, empfehle ich euch einen Besuch im wunderschönen Kunst-Cafe „Winuwuk“. Da fahrt ihr am besten mit dem Auto hin. Die Navi-Adresse ist Lärchenweg in 38667 Bad Harzburg. Winuwuk beeindruckt durch seine Geschichte, seine Architektur und Lage sowie leckerem Essen und Trinken. Es gibt auch einen kleinen Laden wo ihr mir Geschenke kaufen könnt.

Glaubt es mir, es ist wunderschön! Wer jetzt noch nicht die Faxen dicke hat, kann noch einen schnellen, sportlichen Spurt zur Stempelstation 120, Elfenstein machen. Das sind vom Café aus hin- und zurück ca. 2,8 km die es je nach gewählten Weg durchaus in sich haben können 😊.

Ich hoffe mein Bericht hat euch gefallen und euch Lust auf einen Besuch in Bad Harzburg gemacht. Ich selbst werde definitiv noch mal dorthin reisen, und wenn es nur gilt Bad Harzburg mit dem Segway zu entdecken.

Macht’s gut!

Euer Schirrmi

Wanderkaiser Schirrmi I.

Harz Tipps

Mittlerweile kann ich es wohl nicht mehr verhehlen, dass ich ein Harz-Fan bin. In, meiner Meinung nach, einem der schönsten Mittelgebirge Deutschlands, treibe ich mich so oft auf Schusters Rappen herum, dass ich mich stolz Ihre Majestät, Harzer Wanderkaiser Schirrmi I. nennen darf.

Teufelsmauer (Harz)

Meine innere Ruhe und Abstand vom Alltag und der Knochenmühle finde ich beim Wandern. Seit meiner Hexenstieg-Wanderung mit der lieben S. im Jahr 2012 hat mich das Stempelfieber gepackt. Im Harz gibt es nämlich eine wohl weltweit einzigartige Organisation, die Harzer Wandernadel. An interessanten Orten sind Stempelstellen (222 reguläre und einige weitere Sonder- und Saisonstempelstellen) aufgestellt. Man besorgt sich also Stempelhefte, und wenn man an einem Stempelkasten ankommt, stempelt man in sein Heft bzw. in die Hefte. Denn neben dem regulären Stempelhelft gibt es noch Hefte für Weitwanderwege (z.B. Hexenstieg) oder Themenhefte (z.B. Goethe). Je nach Anzahl oder Vollständigkeit der Stempel bzw. -hefte, erlangt man seine Leistungsabzeichen. Alles ist prima von offizieller Seite erklärt. Besucht dafür die Website der Harzer Wandernadel.

Brocken (Harz)

Neben dem Wandern in allerschönster Ruhe in einer fantastischen Landschaft, gibt es selbstverständlich auch weitere touristische Entdeckungen zu erleben. Die Harz-Region bietet neben viel Geschichte, Kultur, wunderbare alte Städtchen, Burgen, Schlösser, Klöster, Adrenalin-Kicks auch – den Brocken. Der höchste Berg Norddeutschlands ist sagenhaft wohlbekannt durch seine einzigartige Lage und Landschaft sowie durch Goethe, Heine, dem Brocken-Benno und meine Wenigkeit. Wer in den Harz reist, sollte sich ein paar Stunden Zeit für den Brocken nehmen. Denn dort oben gibt es viel zu entdecken.

Über den Harz gibt es viel Literatur und Quellen im Internet. Vieles ist vielmals erklärt und beschrieben und auch oft besser dargestellt als wie ich es hier könnte.

Grundsätzlich könnten aber die folgenden allgemeinen Tipps oder Informationsquellen hilfreich sein:

  • Überlegt euch vor eurer Reise eine Harzcard zu besorgen. Mit dieser gibt es überaus viele Ermäßigungen oder kostenlose Eintritte. Meine Empfehlung ist die 4-Tages-Harzcard für 57,- EUR. Denn mit dieser gibt es sogar eine Brockenfahrt mit der Harzer Schmalspurbahn inklusive.
  • Vergesst nicht eure Stempelhefte der Harzer Wandernadel. Hier ist empfehlenswert, dass jeder seine eigenen Pässe hat: Allgemeines Stempelheft, Goethe, Harzer Hexenstieg, Grenzsteig, etc.). Ihr könnt diese bestellen oder auch in vielen teilnehmenden Tourismus- und Kureinrichtungen erwerben.
  • Fahrt gemütlich mit der einzigartigen Harzer Schmalspurbahn durch die Gegend oder auch auf oder runter vom Brocken. Auf der Website könnt ihr euch über Fahrpläne und Preise erkundigen.
  • Höchstwahrscheinlich habt ihr im Harz eine Unterkunft und müsst eine Kurabgabe entrichten. Mit der Kurtaxe erhaltet ihr ein Gutscheinheft. Darin sind Gutscheine für Vergünstigungen, ihr könnt damit aber auch kostenlos den ÖVN benutzen (Busverbindungen). Für Details schaut in euer Gutscheinheft.
  • Wenn ihr auf euren Touren vorhabt gastlich einzukehren, sucht und schaut vorher im Internet nach der gewünschten Gastronomie und nach den Öffnungszeiten. Denn damit erspart ihr euch Überraschungen wie „für immer geschlossen“, „Betriebsferien“, „heute zu“, „bin nicht da“ oder „gibt es nicht mehr“.
  • Man kann sich von den Tourenvorschläge der Harzcard inspirieren lassen.
  • Achtet bitte immer daran eure Stempelhefte dabei zu haben. Falls ihr sie mal vergessen haben solltet, empfiehlt es sich Fotos vom Stempelkasten außen (Name des Stempels) sowie von innen (HWN Nummer) zu machen. Man kann dann im Servicebüro der Harzer Wandernadel nachstempeln. Übrigens, diese Fotos zu machen empfiehlt sich auch wenn der Stempel defekt sein sollte oder überhaupt nicht vorhanden ist (Diebstahl, Vandalismus).
  • Wie gesagt, die erste Informationsquelle der Harzer Wandernadel ist die offizielle Website. Darüber hinaus empfehle ich aber auch die wunderbare Seite von Jens Langlott. Von ihm gibt es auch in schöner Regelmäßigkeit die passenden Bücher.
  • Das Wetter im Harz ist manchmal sehr interessant. Vor allem wenn man im Nationalpark unterwegs ist. Hat man unten Sonne und es ist warm, kann man weiter höher schon im Schnee laufen und es ist bitterkalt. Daher habe ich für den Fall der Fälle im Rucksack immer ein paar leichte Handschuhe, Schal und Mütze dabei. Eine Regenjacke sollte ebenfalls nicht fehlen.
  • Der einzige Achttausender im Harz: Brocken-Benno
  • Harzinfo.de: Erste Anlaufstelle für Unterkünfte, Veranstaltungen und Urlaubsangebote im Harz.
  • Der Nationalpark Harz: Alles über die sagenumwobene Bergwildnis mitten in Deutschland.
  • Harzer Bergwald: Blog, Wandern, Trecking im Harz

Schloss Wernigerode (Harz)

Soweit die paar Anregungen. Demnächst möchte ich euch in loser Reihenfolge ein paar persönliche Highlights und Tourentipps vorstellen. Ich denke da beispielsweise an:

  1. Erlebnisse in und um Wernigerode
  2. Ein schöner Tag in Bad Harzburg
  3. Der Brocken lässt niemanden kalt
  4. Die 9 Stempel von Drei Annen Hohne nach Ilsenburg
  5. Was macht denn da der kleine Quedlin?

Freut euch also auf mehr, hier in meinem Blog und auf schöne Zeiten im Harz. Vielleicht trifft man sich ja mal auf Stempeljagd. Das kommt nämlich gar nicht mal so selten vor, dass geneigte Leser mich persönlich treffen und einen exklusiven Schirrmi Kaiserstempeldruck in ihr Stempelheft erhalten.

Machts gut!

P.S.: Ja, ich lebe noch 🙂

 

Erste Brockenwanderung / „Bücherverbrennung“

Hey Leute,

nach andauernd grausigen Begebenheiten im beschaulichen Zehnhausen, erinnerte ich mich an meine lieben Umzugshelfer die mir damals Hunderte, wenn nicht Tausende, eventuell auch Millionen Büchern, fein ordentlich in Kartons verpackt, in mein neues Heim schleppten. Vielen lieben Dank nochmals!

Unerwartet und unter schlimmsten Umständen, verursacht von überaus dummen Menschen einfachsten Lebensformen, werde ich demnächst mein heimeliges Zuhause verlassen müssen. Obwohl noch kein Termin für einen neuerlichen Umzug feststeht, denke ich schon jetzt, frei nach der Konmari-Methode, über den Abwurf von Ballast nach. Was liegt da näher als meine Bibliothek?

Seit, und auch schon vor meiner Geburt bin ich ein Büchernarr. Ich fresse Wissen, Literatur und sonstige Köstlichkeiten wie andere Leute atmen. Jetzt soll fast alles weg. Beim vor- bzw. aussortieren fiel mir ein alter Harzer Reiseführer in die Hände, reichte ihn an die geliebte L weiter, die, stante pede eine alte Quittung zwischen den zerlesenen Seiten fand. Ich erinnere mich..

Im Jahr 2004 war unsere (Die Kleinen – F., M., S. und meine Wenigkeit) Nacht um 2 Uhr im Norden Thüringens zu Ende und wir fuhren noch ohne nennenswert ausgebaute Straßen Richtung Torfhaus mit dem Vorhaben den Brocken zu erwandern. Unter eisigsten, dunklen Umständen erklommen wir gemeinsam den höchsten Gipfel des nördlichen Deutschlands. Ich versuchte die Stimmung hoch zu halten, versprach Aussicht auf einen Sonnenaufgang auf dem Brocken, Frühstück und für die Dame – einen WC-Besuch. Geschissen, Herr Major!

Alles war noch geschlossen und die Pisse der Dame gefror in der gebückten Brockenluft zu einem wie verwehenden Zauberstab. Jammerei allenthalben!

Runter geht immer. Runter geht besser, auch weil ich warme Getränke und Futter am Fuß des Brockens versprach. Und da sind wir wieder. L. fand im Harzer Reiseführer die Quittung unseres köstlichen Verzehrs. Welche Wohltat für Leib, Geist – und Füße. Heute sieht dort in Torfhaus alles anders aus. Aber damals, wir gingen in der Nacht alleine hoch und gingen alleine runter. Im Gasthaus unten, waren wir ebenso alleine. Und labten uns an heißen Getränken und Kuchen. Um 11.11 Uhr kam die Rechnung. Hellau!

Heute ist es anders. Eine Menge Menschen in einem Tourismusgebiet. Wie war das wohl vor 2004? Und tagsüber?

Die Kids waren noch sehr klein und jung. Sie haben den Brocken gemeistert. Wir, sie sind stolz. Wir leben noch!

Euer Wanderkaiser Schirrmi I.

Schirrmi - Goethe-Weg-Brocken 2004
Schirrmi – Goethe-Weg-Brocken 2004

 

Mein Freund Fridolin versus Gigantissimus

Mein Kumpel Fridolin und ich bereiteten uns einige Monate auf den Trip vor. Es war soweit und seit Tagen und Nächten waren wir in der Wildnis unterwegs und neben ein paar Begegnungen mit Wölfen, Grizzlys und Geparden hatten wir auf unserer einsamen Harzwanderung, ziemlich alleine in der Wildnis nichts Nennenswertes zu befürchten.

Plötzlich krachte es im Wald. Tausendjährige Bäume brachen wie Strohhalme mittendurch. Eine fürchterliche Gewalt bahnte sich eine Schneise durch den Harzer Nationalpark und kam uns immer näher. Aus unseren Expeditionen im Riesengebirge kannten wir Rübezahl mit dem wir am Ende die ein und andere Tasse Tee genossen. Doch diese Gewalt hier, die immer näher kam ließ uns vor Ehr- und Furcht erzittern. Zwischen den Bäumen, es kam immer näher, blitzte es zwischen den Bäumen durch. Es war groß! Es war stark und es war weiß! Erstarrend vor Todesangst standen wir vor dem Ungetüm und oh Schreck, er nahm meinen Kumpel – der arme Fridolin, wir stöhnten voller Furcht, auf die Hand und flüsterte dann wie lieblich und ohne stören zu wollen: „Du Hübscher, hab keine Angst und pass auf Dich auf!“

Der Gigant ließ meinen Kumpel am anderen Wegesrand hinab und mich links liegen und stampfte weiter seines Weges.

Voller Furcht war ich auf einem der höchsten Bäume geflüchtet und konnte zittrig und voller Hosenscheiße ein Foto schießen:

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Hach! Puh!

Nur so (7)

Alles Käse oder was? So nett lächelnd haben wir unsere Wanderbutterbrote belegt.

Was mich u.a. grade fürchterlich aufregt ist mal wieder unser Propaganda-TV (ARD, ZDF und wie sie alle heißen). Dummerweise war die Tagesschau aktiv als ich den Fernseher einschaltete. Und was musste ich da für ein Geschwätz hören? „Wallonien, ein kleines gallisches Dorf stemmt sich gegen die ganze Welt.“ Oder: „Wallonien, sie wurden gewarnt machen aber weiter. Ist das verbrecherisch zu nennen?“ Und in einem fort. Es geht gegen CETA. Was uns aber die Propagandamaschine versucht zu verschweigen ist, das Wallonien nicht alleine ist, sondern ganz Europa und eine nicht zu ignorierende Masse der Bevölkerung dagegen ist. Gleiches Schema wie bei Griechenland, Russland.. Die Liste ist beliebig erweiterbar. Dreckige Arschlöcher! Und damit meine ich nicht die Belgier.

Hach wie schön! Ich denke immer noch an die letzte Woche als ich wandern war. Ich bringe den Mehrgewinn an Fitness mit in die Knochenmühle. Denn auf meinen Rauchgängen bin ich schneller die Treppen runter und wieder rauf und somit auch schneller wieder am Arbeitsplatz. So lief ich auch heute mal wieder durch die Gänge, eine Kollegin stand in der Tür eines beliebigen Büros, der Po halb auf dem Gang, und diskutierte überaus wichtige Dinge mit Kollegen. Und ich lief und lief und der halbe Po kam immer näher – der Flur ein wenig eng. Als ich auf gleicher Höhe war ging sie zurück mit ohne Augen im Hinterkopf, ich reagierte schlagartig wie damals auf dem Skateboard indem ich einen Ausfallstep an die gegenüberliegende Wand machte und sie mit einem Saltovorwärts übersprang um eine Kollision zu vermeiden. Nun würde jeder sagen der mich kennt, ach, Schirrmi.. ist das wirklich wahr? Die Antwort ist: Ja! Denn wenn ich Ihnen erzähle dass ich bei dieser Aktion nicht den ganzen Kaffee in meiner Tasse retten konnte, dann werde ich doch glatt glaubwürdig. Nicht?

Die verschissene Zeitumstellung steht wieder bevor. Ich muss schon seit zwei Monaten planen, Changepläne entwickeln, koordinieren, Scripte vorsorglich umschreiben und mir jeden Tag vom Scheffe anhören „Wat is denn da jetzt mit der Zeitumstellung?“ Ich jedes Mal: „Wie jedes Jahr!“ Die Krönung erhält man dann noch per Email (weitere folgen sicher noch). Es nervte ein Kollege wie folgt:

Hi Schirrmi,
I am thinking that with the 5 hour difference the US time will be 1 hour later.
Meaning Jobs that run at 7am CET will run at 2am EST instead of 1am EST.
If this is correct, I don’t think we need to change the scripts running time. I think it will be okay.  However, in the spring we will need to adjust for the 1hour difference.
Best regards,
Dummbatz

Meine Antwort fiel ein wenig ausführlicher aus als wie der schrieb. Nämlich:

Thanks!

Komischer Zufall heute. Ich erhalte von Eventim eine Email weil Sie mein Geld wollen. Die sollten aber eigentlich meinen Musikgeschmack kennen, ich war dann doch sehr verwundert über die Empfehlungen. Helene Fischer? Atze Schröder? Die Söhne Mannheims? Bin ich Masochist? Ach und ein paar Minuten später las ich beim geschätzten Kiezi dass es ihm nicht besser erging.

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Wie cool ist das denn? Heute ist Bergfest meiner ersten Arbeitswoche, checke meinen Kalender und sehe dass kommenden Dienstag ein arbeitsfreier Tag ist. Zack! Den Montag schnell als Gleitzeittag eingereicht (genehmigt!) und das lange Wochenende kann kommen! Geil! Darüber hinaus sah ich erfreulich dass Mittwochabend in Kölle das Placebo-Konzert stattfindet für das ich vier Karten erstand. Weniger erfreulich ist, dass ich am Donnerstag mein Jahreszielendgespräch mit dem Scheffe habe. Und wenig Vorbereitungszeit auf diesen Battle habe. Der rote Kollege meinte nur: „Einer von euch beiden wird nach dem Gespräch ins Krankenhaus eingeliefert. Er ist größer als Du aber Du bist gemeiner und brutaler als er.“

Möchten Sie wissen wie die Stimmung auf dem Brocken an einem 20. Oktober ist? Sehr kalt. Und falls Sie mich auf einen der folgenden Fotos entdecken möchte ich vorsichtshalber erwähnen dass ich 4-lagig angezogen war. Schauen Sie oder schauen Sie nicht 🙂

Die wunderliche Einmannkapelle

Herrlich! Wundervoll waren meine Wanderungen im bunten, herbstlichen Harz. Ruhe und Friede fand ich auf Schusters Rappen und konnte meine Akkus aufladen. Keine Verpflichtungen, reine Natur und viel Luft zu atmen. Das Telefon ausgeschaltet und an nichts denken müssen, einig werden mit mir selbst und der schönen Harzlandschaft. Das – mein Paradies.

Was weiß ich? Der Harz hat so um die 8-9 Tausend Mögliche und unmögliche Wanderkilometer und davon habe ich wieder mal ein paar Hundert geschrubbt. Das tat wieder gut! Ab Montag muss ich mich wieder verkleiden. Mit Schlips, Krawatte und Binder. Was? Ja doch, Hosen ziehe ich auch an. Samt Sakko. Meinem geliebten Cordsakko, meinem Alter entsprechend.

comp_img_9451Sind Sie mitten im Wald mal geblitzt worden? Ich schon. Zu schnell gewandert wahrscheinlich. Aufgrund von eigener GPS-Fehlplanung und unordentlicher Handhabung von Kartenmaterial verschlug es mich abseits aller Wege in den Wald und ich wurde geblitzt. Das muss man sich mal vorstellen! Ich erschrak und schaute erstmal fürchterlich, um vermeintlichen Räubern ihren Wagemut zu nehmen. Stille. Ruhe. Horchen. Ich kletterte wieder ein wenig abwärts und sofort: Blitz! Haha, hihi, was bin ich doch für ein Luchs! Bin in eine Luchsfotofalle geraten und sah erst hinterher das Schild. Bitte stellen Sie sich das mal vor. Alleine im Wald, nicht auf Wegen und sie werden fotografiert. Den Spaß machte ich mir dann noch, bitte verzeihen sie. Ich ging mit blanken Hintern wieder und wieder an der Fotofalle vorbei und machte Grimassen. Blitz! Hihi..

comp-harz_img_8920Kurios fand ich ein Schild unterhalb der Prinzenlaube. Ich finde es ja schön Höhenkilometer in aller Kürze zu erwandern. Das geht dann im Zick-Zack-Stieg auf die Berge hoch. Finde ich besser. Denn einmal kurze, steile Höllenqualen zu erleiden um auf dem Gipfel anzukommen ist für mich schöner als langatmige Umwege in Kauf zu nehmen. Ein bissel Spannung habe ich ja gerne. Aber dieses Schild. Hmh..

Ich schweife ab.

So läuft man alleine und in aller Ruhe durch die Wälder, über hohe Berge und tiefe Täler, man hört nur seinen eigenen Puls und die wie verrückt herumtollenden Tiere. Doch plötzlich war da noch was. Etwas was da nicht hingehört. Es hörte sich an wie ein rhythmisches Stampfen. Durchsetzt mit einem gelegentlichen Rascheln. Dazu im Takt ein Knistern und ein Klappern. Ab und zu ein Bling. Es machte, untermalt vom Stampfen, raschel, knister, klapper, bling. Und wieder: (Stampf, stampf) Raschel, Knister, Klapper, Bling in einem fort. Sehr ungewöhnlich. Gut, wenn ich einen fahren lasse flattern manchmal überaus verschreckte Auerhühner auf. Aber das tat ich grade nicht. Diese Geräusche, sehr im gleichmäßigen Takt erinnerten mich an eine Einmannkapelle. So jemand der an den Beinen Rasseln hat, mit der Ferse gegen eine Drum schlägt und dazu fiedelnd ein Blasinstrument bedient während er mit seinen Oberschenkeln Tschingderassabum macht. Dazu mit den Ohren wackelt an denen reife Kastanien aneinander schlagen. Stampf, stampf, raschel, knister, klapper, bling.. Es hörte nicht auf und ging mir langsam auf die Nerven.

Um diesem Phänomen auf den Grund zu gehen blieb ich ab und zu mal stehen und horchte wo sich dieser Typ befindet und welches perfides Spiel er mit mir treibt. Jedoch, blieb ich stehen, hörte er auf mit seinem Krawall. Ging ich weiter, machte er weiter. Die Sau!

Irgendwann kam er dann aber total aus dem Rhythmus und eine reine Kakophonie war das Ergebnis. Jetzt reichte es mir. Ich legte meinen Rucksack ab und schlich umher diesen Übeltäter zu stellen. Aber ohne Erfolg. Er sah wohl mein gewalttätiges Bedürfnis und hielt inne mit seiner Einmannspielkramkapelle. Beruhigt, ich hatte ihn wohl verschreckt, schulterte ich meinen Rucksack und lief weiter und was soll ich sagen? Es fing wieder an!

comp_img_9382Dass unter meinen gewaltigen Schritten Opfer zu verzeichnen sind. Geschenkt! Das Amphibien lieber das Weite suchen wenn ich durch den Wald marschiere. O.k.! Aber das in meiner Butterbrotdose das gekochte Ei herum klappert. Das GPS-Gerät im Takt gegen einen Karabiner klimpert. Das die leere Apfelsaftschorle-PET-Flasche im Rucksack herumknistert, das in meiner Hosentasche befindliche Feuerzeug dauernd gegen meine versilberte Ziggi-Dose kleppert und mein Siegelring im Takt gegen das in der Hosentasche befindliche Telefon schlägt während ich laufe, nein, das ist nicht schön.

Mit klappernden Grüßen..

Ich bin wieder Papa geworden

Nach jahrelanger Penetration ist es endlich soweit. Ich bin frisch gebackener Papa geworden. Majestätin M. hat eine kleine Schwester bekommen. Sie können mit mir Queen L. die Erste beglückwünschen. Herzlichen Glückwunsch liebe L. zu Ihrem neuen Titel „Harzer Wanderkönigin“! Frei nach der Muppetshow: Applaus, Applaus, Applaus!!!!

Es war keine einfache Geburt, aber das wusste ich schon vorher. Denn sie ist ja immerhin ein großes Mädchen. Aufgrund meiner kleinen, engen Möse schmalen Becken Erfahrung können wir glücklich und mit einem liebevollen Blick und zärtlicher Umarmung L. alles Gute für Ihren weiteren Lebenswanderweg wünschen.

Es ging nicht immer ohne Tränen vonstatten. Hin und wieder sind die kleinen Füßchen umgeknickt. Da und dort ging es überaus steil rauf und runter. Neben abenteuerlichen Abgründen und das mit einer fest verwurzelten Höhenangst, durch tiefen Matsch und Schlamm, Sturmböen und Orkane getrotzt, mit Regen, Schnee und Hagelschauer, von wilder, grausamer Natur zerrissenen Klamotten stapfte sie tapfer durch den Harz und erkämpfte sich ihren Titel mit über 50 erwanderten Stempelstellen.

Für die Nachwelt und selbstverständlich auch für die interessierten Leser – die folgenden Orte hat Wanderkönigin L. die Erste erwandert (halten Sie sich fest):

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009-Brockenhaus, 032-Gasthaus Christianental, 035-Gasthaus Armeleuteberg, 037-Büchenberg, 038-Galgenberg, 039-Tagebau Felswerke, 043-Wasserscheide Weser-Elbe Hohe Tür, 059-Klostergrund Michaelstein, 060-Stemberghaus-Köhlerei, 061-Harzer Grauwacke Rieder, 067-Weisser Hirsch (Aussichtspunkt), 068-Pfeil“-Denkmal“, 071-Rosstrappe (Abzweig Schurre), 072-La Viershöhe, 073-Glockenstein, 074-Hamburger Wappen (Teufelsmauer), 076-Grossvaterfelsen, 077-Ruine Luisenburg, 078-Barocke Gärten, 079-Otto-Ebert-Brücke (am Herzogsweg), 080-Burgruine Regenstein, 081-Sandhöhlen im Heers, 082-Regenstein-Mühle, 085-Wasserkunst Thumkuhlental, 086-Bisonhehege, 087-Volkmarskeller, 089-Schornsteinberg, 091-Welkulturerbe Rammelsberg, 099-Hörninger Sattelköpfe, 101-Einhornhöhle, 105-Prinzenlaube, 106-Schöne Aussicht Bielstein, 107-Maaßener Gaipel, 111-Steinbergalm, 112-Liebesbank, 113-Grumbacher Teich, 114-Ramseck, 127-Weppner Hütte, Jägersbleeker Teich, 129-Hütte im WeltWald Harz, 130-Iberger Albertturm, 132-Schwarzenberg, Köte Brockenblick, 151-Ruine Scharzfels, 155-Rehberger Grabenhaus, 156-Wurmberg-Baude, 166-Sachsensteinhütte, 174-Hohnehof, 183-Försterblick Gernrode, 187-Lauenburg, 188-Teufelsmauer Weddersleben, 192-Historischer Gipsbrennofen, 198-Glockensteine, 202-Landschaftspark Degenershausen, 205-Rastplatz unterhalb des Cluesberges, 209-Moltkewarte (Aussichtsturm), 214-Reesbergdoline, 216-Lutherbuche (Anmerkung des Red.: Scheiß-Tipperei!)

Unverzeihlich jedoch ist das Königin L. die Erste den Brocken kaputt gemacht hat. Denn der ist jetzt nicht mehr 1.141,20 Meter hoch sondern nur noch 1.141,17 Meter klein. Diese kriminelle Wandersau hat da oben nämlich ein Bröckchen mitgenommen. Hinweis für mich: Den Wikipedia-Artikel zum Brocken aktualisieren!

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L. fand folgende Worte:

Ich möchte mich bei dem Eseltreiber Schirrmi bedanken der in mir ungeahnte Höchstleistungen weckte. Und darauf jetzt einen Schnaps!

Da kann ich nur sagen: Prost! 🙂