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Musikalischer Körperkontakt

Heute mal, alt und senil, erinnere ich mich an ein paar Geschichten, denen meine Zuhörer wohl langsam drüssig werden.

Wie ich beispielsweise Bob Geldof nach einem Museumsmeilen-Konzert in Bonn in den Arm nahm und ihn zu einem Bierdeckelautogramm für M. bewegte. Oder damals in Rheinbach, als ich in der Disko den jungen Wolfgang Niedecken beim Schweißabwischen half. Oder als mich mal in Siegen ein überaus großer, schwarzgekleideter Hüne aus der Menge fischte und mich hinter der Bühne zu Justin Sullivan brachte, mit dem ich lachte. Oder als ich Viktor in Kölle kennenlernte, der draußen genussvoll eine Ziggi schmauchte, nach einem geilen Gig in der Band von Moneybrother.

Justin Sullivan kenne ich nun seit sehr vielen Jahrzehnten. Und er mich. Nach einem Auftritt auf der Rheinkultur Hauptbühne hatte er wohl noch keinen Bock pennen zu gehen. So hat er allein, ohne Strom, auf der „grünen Bühne“ noch mal nachgelegt. Ein privates, persönliches Aug-in-Aug-Konzert mit all seinem Zorn auf Ungerechtigkeiten und seiner Liebe den Menschen und der Welt gegenüber. Mahnung – Protest!

Auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz war ich auf einem weiteren Konzert von New Model Army. Das, und wie es dazu kam, ist eine eigene Geschichte wert. Hinter mir war die NMA-Crew in ihrer Soundbox und ich spendierte ein paar frisch gezapfte Weizenbiers. Die durstigen Männer waren so dankbar, dass Sie mir das handschriftliche Liedsetup von Justin schenkten. Es ist nicht eingerahmt an einer meiner Wände, sondern befindet sich im Besitz der M.

Und jetzt ALLE:

Vergangener Hüftschwung

Wissen Sie was? Im Laufe eines erfüllten Lebens denkt man über manche Dinge nach. Dinge passieren. Man wird weiser und kann über die ein oder andere Begebenheit (wieder) schmunzeln.

Ich denke grade an den Typ aus unserer Stufe. Der mit den wenigen Haaren am Hinterkopf. Er war bekennender Fan von so einer Schwuchtelband. Das wusste jeder und es hat auch jedem leid getan, dem die Hand ausgerutscht ist, und ihm auf den Hinterkopf klopfte.

Er hatte immer die neuesten Alben, sogar als einer der ersten einen Walkman von Sony. Wir fragten rissen ihm die Kopfhöhrer von den Ohren um selbst mal zu hören was reiche Früchtchen so akustisch erleben. Er hat nie jemanden was getan. So hielt ich mich zurück. Denn, so dachte ich, wenn der Mob mal ein anderes Opfer sucht..

Ich hatte die schönsten Mädchen. Die schönsten, intelligentesten. Angehende dies und jenes. Ich bot mich an. Ein Zuchthengst vor dem Herrn. Aalglatt, sportlich und selbsteingebildet, immer für einen Drink gut.

Zauberer? Jerry Lewis? Muhamed Ali? Bruce Lee? Goethe, Schiller? Ich konnte alles – und noch viel mehr. Ich war beeindruckend und drücke noch jetzt. Jeder Einer konnte sich von mir eine Scheibe, wenn nicht noch mehr, abschneiden. Haha, hihi, said the clown – mir das Wasser reichen? Nee, das konnte keiner.

Jetzt wurde sogar aktuell ein Foto ungefragt von mir veröffentlicht. Dunkel erinnere ich mich an die 3 Dosen Tuborg, in Rheinbach – im Freizeitpark.

Meine Güte! Ich jonglierte, machte Leichtathletik, versilberte Mühle und Schach, war die Glückseligkeit der Menschen die die Freude hatten mich erleben zu dürfen. Und dann das! Ein Bild von mir von hinten..

Das Leben kann manchmal Scheiße sein!

Euer Schirrmi

Von Einem, der auszog, das Fürchten zu lernen

Brrrr.. ging es mir durch Haut und Haar!

Ich kenne das Märchen „Von Einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ schon sehr, sehr lange. In meiner frühen Kindheit las ich die Geschichte immer und immer wieder – es gab noch keine Horrorfilme.

Weggeschickt von daheim, alleine in der Fremde – Kümmerer waren damals Tanten, weiß gekleidet. Zweimal die Woche, Onkel Doktors – ebenfalls so gekleidet, erhielt ich Besuch. Wenigstens etwas. Meine kleine Seele, ich, war immer soweit weg von daheim. Mir fehlten Mami, Papi, meine Geschwister. War so klein und wusste nicht mehr woher ich kam, wo meine Wurzeln sind, wer meine Freunde sind. Falls sich jemand anschickte sich mir zuzuwenden, redete ich, froh über die Aufmerksamkeit, die Leute mit „lieber Onkel“, „liebe Tante“ an. Und verbarg mich, meine Haut – mich, weil ich fürchtete, dass sich die Leute ekeln.

Als ich einmal nach 6 Wochen heimkam, mit meinen kleinen Händchen die kleinen Köfferchen hielt, mit allem was ich brauchte – kleine Schlafanzüge, kleine Unterwäsche, viele Medikamente, Verbandsmaterial und von den Tanten und Onkels selbstgeschriebene Wünsche „Lieber Kleiner, mach es gut!“ – lief eine fremde Frau auf mich zu und erdrückte mich auf dem Bahnsteig in Bonn oder Köln. Ich sagte nur: „Tante, das tut weh.“ Es war meine Mama, die ich nicht mehr wiedererkannte und ich musste auch sonstige Bindungen wieder erlernen.

„Stark“ wie ich war, mit sechs oder sieben Jahren, die Welt gesehen und raus aus dem Gulli, war ich mal wieder da. Und freute mich schon auf den nächsten Krankenhausaufenthalt. Wenn ich mich recht erinnere hatten meine lieben Geschwister zu meiner Weihnachtsheimkehr bereits meine Geschenke ausgepackt und damit gespielt. „Schau mal, Kleiner, haben schon alles aufgebaut.“

Die Natur hat mich damals nicht sterben lassen. Grausam wie sie ist. Sie deutete meinen Tod wiederholt an und irgendwie, auch Dank Martin und anderer Menschen, bin ich noch hier. Und was kann ich sagen? Ich gruselte mich nie. Außer wenn ich starb. Dann flippte ich aus. Egal wie klein und dünn und schwach ich war. Ich schrie, ich zerstörte mit meinen kleinen Fäustchen die Wohnungseinrichtung. Haute Dellen in den Badewannenrand mit meinem verstörten Köpfchen, die Alpträume waren so schlimm, dass mein seichtes, diesseitiges Ich keine Schmerzen verspürte – übertrat ungewollt mehrmals die Schwellen. Ich war wohl damals noch nicht bereit für den Tod.

Im weiteren Verlauf, ich lebte noch und jeder wird ja mal älter, wunderte ich mich nur und sah die Welt nur noch, wie soll ich das beschreiben? Sarkastisch? Komisch? Ich bin der Schwellentyp? Der schon mehrmals auf der anderen Seite war? Up and Downs? An dieser Stelle fängt mein fieses Grinsen wieder an. Weiß nicht warum. Leute fragen mich warum ich so bin. Nicht warum ich bin.

Dieser Text sollte eigentlich einen anderen Hintergrund haben. Aber die kleinen Finger tippseln so vor sich hin und die Maushand schickt es ab.

War Kafka ein verzogenes, verwöhntes Kind?

Ein Fragment in welche Richtung dieser Blog gehen sollte: „Und höre heute zu wenn meine Liebste draußen, zu später Abend- und Nachtzeit auf der Terrasse eine Ziggi zu sich nimmt und mir dann irgendwann Mal erzählt wie sehr es sie da draußen gruselte. „

Gegen den Strom, leicht wie eine Feder

Der Irrsinn nimmt kein Ende. Wo ich steh oder wo auch nicht, prasselt die geballte Ladung Konsumterror auf mich ein. Man möchte meinen die Menschen wären verrückt in ihrem beklagenswerten Umständen, ausgebeutet und ohne ausreichende finanzielle Mittel um ein noch halbwegs würdiges Dasein fristen zu können. Ich protestiere vehement und kann mich noch nicht mal trösten in Gedanken die Menschen sollten es doch besser wissen.

Jedes verdammte Weihnachtsfest hat mich in den letzten 138 Jahren je 1,35 Kilogramm schwerer werden lassen. Obwohl ich als ausgewiesener Asket seit jeher jedwedem Genuss entsagte und in reinster Geist- und geistigen Wesensform mein Dasein friste. Immer nach dem Höchsten strebend. Gesund. Geist. Körper.

In jungen Jahren lief ich in den wenigen Pausen meiner hochvergeistigten Studien meine kilometerlangen Runden in freier Natur um auch die doch letztendlich der Verwesung anheimgestellten Muskeln zu stärken. Das tat ich früher und hatte diese meine liebgewonnene, eher stumpfe Tätigkeit im Rhythmus meines Herzmuskels und meiner stampfenden aber überaus flinken Beinen für wesentlichen Hauptsachen aufgegeben.

Die Tage hielt ich inne und es kam mir. Nein, es fiel vielmehr. Wie Schuppen von meinen Augen als meine gemütliche, uralte, braune Cordhose ein wenig kniff. Diese 80 Jahre alte Bux, wir sind quasi schon zusammengewachsen, sind olfaktorische Bruderschaften eingegangen, KNIFF!

Dies und als ich an mir runter schaute und so komischerweise keinen Boden sah, ergriff ich den Entschluss mein gewohntes, stringentes Sportprogramm wieder aufzunehmen. Erstand in einer kapitalistischen Unternehmung einen mehr oder weniger passenden Trainingsanzug und aufgrund der hiesigen Witterungsverhältnisse, eine Mütze. Somit war ich parat um erst mal klein, mit einem doppelten Marathon anzufangen, bis mir auffiel dass ich nicht mehr im Besitz meiner alten, verschlissenen, stinkenden Laufschuhe bin.

So werde ich das Vorhaben vertagen müssen, kann aber trotzdem erste Erfolge vermelden. Denn seit ein paar Stunden trage ich hier auf der Couch, den Tag mit dem ein oder anderen geistigen Getränk genießend, den Trainingsanzug und kann sagen – ich fühle mich schon 5 Kilo leichter.

Leute! Es ist leicht! Ihr müsst einfach nur machen! Den inneren Schweinehund überwinden! Nehmt euch ein Beispiel an mir. Eurem Vordings.

Prost!

CCR im Ghetto

Nach heutigen Maßstäben war ich noch klein / jung. Den üblichen Spielplatzprügeleien entwachsen, den Nachstellungen der Kaffeedamentanten in Form von anzüglichen Sprüchen und den faltigen Händen auf meinem Körper „schöne, starke, junge  Muskeln“ konnte ich mittlerweile Paroli bieten. Es lief gefühlt immer Roger Whitaker, Deine Spuren im Sand oder sonst so was. So wie heute Helene Fischer bei Törtchen und Sektchen und Grinsen bei Tagesschau und gemeinsam schunkelnd und feuchtfröhlich mit der neuen Deutsch-Polnischen Freundschaft klüngelnd.

An dieser Stelle: Viele liebe Grüße S. wir finden Dich rattenscharf! Deine Kollegen.

Es war zwischen einer gescheiterten Schulkariere und noch vor der drohenden Einziehung in die Bundeswehr. Machte mal dies, mal das. Half beim Töpfern mit, betätigte mich in der Landwirtschaft, verunsicherte Möbelkunden den korrekten Liefertermin, war zu den Weihnachtssamstagen geschniegelt in einem feinen Bonner Leder-Laden zugange, half diversen Mädels beim Zeitungsaustragen, war ein Jungquell für todesgeweihte Damen im Krebsendstadium, schob sie mit Witz und Unterhaltung durch die Gegend, klaute auch mal irgendwo eine Schachtel Kippen. Ich ließ mich bei einem verbrecherischen Versicherungskonzern auf Schneeballsystembasis anheuern und verkloppte Versicherungen.  Ich war zeitweise in einer Punkband und wir hofften auf Almosen und keine Bierflaschen an unsere Schädel. Ich wühlte im Sperrmüll und baute aus Ersatzteilen Fahrräder zusammen um sie zu verkaufen. Ebay gab es noch nicht.

Ich lernte Mädels und Damen kennen. Gab mich wie gewünscht mal gebildet, mal wie ein Raubtier. Alles gut für eine Zeitlang trocken schlafen zu können – an fremden Kühlschränken habe ich mich ungefragt bedient. Ich hatte Hunger.

Ich schweife ab!

Also werden Sie vielleicht demnächst die Fortsetzung lesen. Denn ich muss am morgigen Samstag mal wieder als Arbeitsnutte für die Knochenmühle tätig sein.

Liebe Grüße von mir und meinem inneren Ghetto,
Schirrmi

Erinnerungen?

Seit einiger Zeit denke ich darüber nach was ein gewisses Lied in mir auslöst. Ich kannte es nie, jedenfalls bewusst nicht. Es ist auch nicht sonderlich meine Geschmacksrichtung, aber es trifft mich irgendwo. Ich weiß nicht wo noch wie, noch warum. Es berührt etwas bei mir.

Wenn ich manchmal in Diskussionen vertieft bin, so durchfleucht mich manchmal ein Gedanke: Das kennste schon, genau so hast Du es schon erlebt, genauso hat der oder die genau dasselbe gesagt wie jetzt. Oder bei profanen Gelegenheiten. Nehmen wir das Einkaufen in einem beliebigen Supermarkt. Ein fremder Kunde streift an mir vorüber und es ist als ob es ein alter Bekannter wäre. Ich schaue ihn verwundert, freudig an und blicke einem Fremden ins Gesicht. Oder irgendwo stehe ich im Klo und pisse und schaue die Kritzeleien vor mir auf den Fliesen an, draußen oder oben hämmert die Musik, und ich bin plötzlich wieder ganz klein und in der Heimat und fühle mich aufgrund eines Edding-Spruchs in die Vergangenheit zurück versetzt. Manchmal wenn ein Mensch mich unabsichtlich berührt, dann bin ich elektrifiziert und ebenso geschockt ob diese Verbindung mich zu plötzlicher, universaler Liebe zu diesem Unbekannten bringt, als ob wir vertraut Jahrtausende miteinander verbracht hätten.

Wenn ich irgendwo gehe und nach unten schaue, das Pflaster betrachte, mit seinen Formen und Eigenarten dann habe ich manchmal das Gefühl meine Füße wären sehr vertraut damit und bekomme ein Flashback in meine Kindheit – an frühere Orte. Unbekannte Straßen, Straßenzeilen, Straßenbahnen, Lebensbahnen und die Deko Drumherum werden plötzlich zu Bekanntem zu schon Wiederdagewesenen. Obwohl ich noch nie da war.

Wenn jemand eine Ansprache hält, weiß ich auswendig was gleich kommt, passiert, was der Redner sagt. Ich war schon mal dabei. Und bekomme dann wieder dieses komische Gefühl. Irgendwie gruselig, aber doch nicht weil bekannt und jedes Mal erwische ich mich innerlich bei einem leisen Lächeln, wie wissend ich bin.

Gerüche, Formen, Farben, Aspekte einer Unterhaltung ob schön oder nicht so schön – vieles erlebe ich zum wiederholten Male. Ich frage mich wie das geht und wer ich bin. Ein Wiedergänger? Es ist seltsam aber auf eine erschreckende Art auch schön. So wie ich schön, furchtsam manche Felsen erklettere und nach unten schaue, so kribbelt es mich wenn mich diese Flashbacks und dieses Wissen einholt. Ich kann es nicht steuern, traue mich auch nicht darüber zu reden – wie Sie grade sehen.

Irgendwann finden sich Erklärungen in des kleinen Menschen Bewusstsein / Hirn. Ich krame da oben in der unglaublichen Masse im Kopp herum und ein Feuerwerk an, an, an.. findet statt und wenn man meint den Grund für die steil aufgerichteten Härchen auf dem Arm gefunden zu haben, dann lehnt man sich innerlich zurück und ist beruhigt – nur so und so kann es gewesen sein. Immer mit einem Rest an Ungewissheit.

Mich treibt seit einiger Zeit ein Song rum der mich betroffen macht. Er macht mich klein. Er macht mich groß. Ich kenne ihn schon lange, weiß es aber nicht. Habe ihn aber noch nie gehört. Er ist zu mir zärtlich. Er ist für mich erschreckend. Er mir ist so unbekannt wie elektrisierend wenn ich ihn höre. Komisch. Seltsam. Sind tonale, nicht hörbare, nur für DEN bestimmten Hörer, Beeinflussungen arrangiert? Gab es mal was, was mir jemand aus der Vergangenheit unbedingt mitteilen will? Dieser Song, der berührt mich. Ich weiß nicht warum. Und erinnert mich an etwas an das ich mich nicht erinnern kann. Oder will.

 

Feinster Parmesan / Schokoschliff dank Dr. Scholl

Hallo Erstmal!

Ich weiß nicht ob Ihr wisst dass wir hier in der Knochenmühle einen externen IT-Berater namens Rüdiger Hoffmann haben. Ich wusste es nicht. Ist aber so. Also: Hallo erstmal!

Aber darauf wollte ich nicht hinaus. Weder der Eine ohne Schlipps noch der Andere mit – hat mit dieser Geschichte etwas zu tun.

Manche kennen mich von der Straße. Da gab es, wenn es hoch kam, Hundefutter aus Dosen zu fressen. War nicht allzu schlimm, wenn man mich jetzt fragen würde. Schlimm vielleicht meine Frisuren, bunt. Oder auch nicht schlimm. Liegt ja immer im Auge des Betrachters. Oft auch schwarz. Und was ich heutzutage so bei jungen Menschen sehe, Löcher in den Hosen und dabei affektiert. Und blöd. Gemacht. Tja.

Aber Sie sind ja nicht blöd und haben am Blogtitel schon gemerkt dass es hier nicht um Meckereien über unseren Nachwuchs geht. Sondern, und achten Sie bitte auch immer auf meine Rechtschreibung und Kommas, um eine Begebenheit die ich hiermit stolz, demütig aber laut und für die Versammelten kundtuen möchte.

Denn ich koche gerne. Aufgrund meines Fressgeschmacks mag auch immer Käse dabei sein. Wie ich schon immer erzählte dreht sich manchmal der vermaledeite Käse um und ich manchmal mit – mit meinem Leben. Sei es wenn ich den Gast oder die Gästinnen frage: „Gratiniert?“ So esse ich bekanntermaßen auch keinen Salat. Also nichts was Schnecken, Kaninchen oder sonstige wilde Tiere gewöhnlich zu fressen pflegen. Oh, ach, und mein Sohn auch. Sorry – ich vergaß. Isst seit Letztens auch keine Schnecken, Schweine, Kühe etc. mehr. Es entwickelt sich eine Generation, immer meiner Meinung nach, denen es wichtiger ist sich ungesund zu ernähren, deren Hautbild immer schlechter wird, deren Glieder klappern, Zähne Gelb, Haare stränig werden, keine Libido und auch sonst keine Knete mehr in der Tasche haben. Ich schweife ab.

Bei mir gibt es erlesenstens (oder wie das geschrieben wird) Essen. Von mir selbstgekocht. Gut, Anregungen hole ich mir von diesen fetten, überheblichen, unmenschlichen, Tausendsternenscheffs die es da gibt. Die sich einbilden und so passiert es auch, dass es Menschen gibt die für manchen Fraß mehr als den Gegenwert einer Currywurst bei Konopcke ausgeben und nicht raffen dass sie Teil einer SuchtGenußFriedeFreudeEierkuchen-BILD-RTL2-ZDF-Gesellschafft geworden sind. Kurz: Sterne für das Volk. Da können die mal sehen was es anderswo zu fressen gibt.

Wandern ist meine Passion. Ich wandere mal hier und mal dorthin. Musste, Sie können mich gerne kommentieren, es war halt so dass ich beim Militär diverse Ausbildungen machte obwohl ich vieles, alles daran tat, dies nicht tun zu müssen. Von Mensch zu Schwein werden. Dinge erlernen die meine Freunde, meine Familie, meine Mama, meinen Papa umbringen, zwar mit Tränen und Ungemach aber weil SIE wollen und weil man ansonsten verhungert, macht man das mit. Ich überlebte. Nach dem ersten Abzug mit der Fingerspitze „HEY, GEZIELT TREFFEN!“, brüllten die und ich fragte ihn ob er das ernst meinen würde im 20. Jahrhundert – wo der Mensch doch eigentlich doch so viele Lehren gezogen haben könnte. Daraufhin das erwartete Gebrüll mit großen, dummen Augen: “ Bist DU ein linkes Schwein?“ Die Antwort gab ich ihm nach Dienstschluss. Er war hungrig und bat um mehr. Die anderen Schweine säuten sich um ihn herum, grunzten und fraßen ihn an und wollten mehr. Ich tat. Wie gewünscht und wie unmenschlich. Er jedenfalls, war nicht zum Zapfenstreich in seiner Koje.

Jetzt ist es so dass ich eigentlich über Dr. Scholl und seine Leistungsfähigkeit referieren wollte. Etwa dass ich ein Produkt erstand welches, ich kann keine fremden Sprachen, mit „Pediküre“ wirbt. Es rollt und vibriert und ich hielt es an meine geschundenen Körperteilchen und sah, es tut mir ja leid für diese Produktentwickler, ich bin stärker als so ein Gedöns. Möchten Sie sehen weshalb ich hier und warum ich mich mit feinsten Worten diesbezüglich veröffentliche?  Käsegeruch in kleinsten Mengen die in der Lage sind Nasenhaarenpartikikelchenchen und nicht ausschließlich, Atem- Auge- Arschwege in Mitleidenschaft ziehen können und am Ende doch nicht das abarbeiten was sich so nach Wanderungen an den Fersen einstellt?

Fazit: Dieses Dr. Scholl-Drehdings mit Batterien ist nicht in der Lage sich an mir abzuarbeiten. Aber das soll nichts weiter heißen. Denn was bei mir nicht funktioniert kann an anderen Materialien doch sehr gut helfen. Denn ich wollte auf der kürzlich hergestellten Schokotorte ein paar Muster oben anbringen und dafür war das Ding dann doch ganz gut.

Guten Appe!

P.S.: Aus Gründen ohne Fotos 🙂

Nachts wird geduscht

Damals waren wir zu fünft daheim. Fünf Gäule sozusagen. Ich glaube, immer recht bescheiden, wenn Sie mich kennen würden, dass ich der Goilste war.

Wenn das Wort Bescheidenheit nicht schon erfunden wäre, man hätte mich als personifizierten Erfinder dieser überaus hochachtungswerten menschlichen Eigenschaft in den Weltalmanach, nein – umso mehr, gelte ich allgemein anerkannt als der lieblichste Beweis dieser dem der göttlichen Nähe zu sehenden Fähigkeit, mein eigenes Ich niemals herauszustellen wage und kurz gesagt, in bescheidener Manier durch die Welt wandele um damit höchste Bewunderung und Ehren zu erlangen.

Wie leise schon erwähnt, ich bin. Und ich bin nicht besser. Vielmehr weniger. Jedoch kann ich nichts dafür, in den Augen der großehrbarsten Menschen als höchst kluger und immer freigeistiger, intelligenter Gesprächspartner in allen Lagen der denkbarsten Belange zu gelten, ein Anlaufpunkt für jedem der ein wenig mehr Weisheit, Herz und Erkenntnis erlangen mag. Wie gesagt, in aller Bescheidenheit – die höchste Tugend, die ich nicht für mich in Anspruch nehmen kann und will. Sich nicht selbst herausstellen, mit und wenn es auch noch die besten und schönsten Fähigkeiten sind die einen der besten Menschen ausmachen. Nein, ich hebe mich nicht damit hervor.

Heute unterredete ich mich mit einem der Hengste, wir verbrachten einige Jahre zusammen in einer Zelle in einem Zimmer, in einem Doppelstockbett, und er fragte mich „Weißt Du noch? Als Du mich arbeiten geschickt hast?“. „Nö.“ erwiderte ich in aller Bescheidenheit. „Als Du nachts nach Hause kamst, Licht anmachtest?“ „Nö.“ „Als ich dann aufstand weil ich dachte es wäre frühmorgens und Zeit für die Arbeit? „Nö.“ „Als ich dann duschen ging, meine Arbeitsklamotten anzog und in der Küche meine Brote schmierte?“ „Nö.“ „Und als ich dann auf die Küchenuhr sah dass es 1:30 Uhr in der Nacht war?“ „Nö.“ „Und als ich Dir den Hosenboden versohlte?“ „Ja.“

Hat ja gar nicht weh getan, hihi.. Deine Nacht war versaut und ich.. – war gut gelaunt J

In aller Bescheidenheit und ich kann ja nichts dafür, ich bin halt toll und hab Spaß dabei – brrrr, hihi..

Ein Leben im Dachboden

Im Grunde war Klein-Johi ein netter Mensch. Stets zuvorkommend auch und ohne Hintergedanken zu Menschen die es im Geist anderer Leute wohl nicht verdient hätten. Ihm war ein fröhliches, offenes Wesen zu eigen was sich immer gerne und unausweichlich als Spiegel auf der den Lebensweg zweigenden Menschen Gesichter offenbarte. Wenn man über ihn redete, bescheinigte man Klein-Johi eine ausgesuchte Höflichkeit. Zurückhaltend bei Gesprächen die ihn nichts angingen, Verschwiegenheit allenthalben. Jedoch frohgemut, still und innerlich wunderten sich andere ob man nicht naiv sagen könnte, stolperte er glücklich durch die Welt und öffnete die Herzen nicht nur wenn er, entschuldigen Sie bitte diesen Exkurs, morgens um 4:45 Uhr mit den Amseln um die Wette pfiff. Glockenhell, sein blondes Haar vor Freude werfend, die kleinen Zähnchen blitzend und eine leere Dose Bier hinter sich polternd – nur um sich danach umzusehen ob alles gut, ob es niemanden getroffen hat. Glucksend, lachend vor Glück nahm er jeden in den Arm und steckte an – mit seinem Witz, überbordende Fröhlichkeit. Zu jedem Anlass und auch wenn es keinen gab, machte er einen Purzelbaum, die Kinder, Mütter – ja auch die Katzen, Hunde lachten und versuchten es ihm nachzumachen. Nahm zwei, drei, vier oder mehr Dinge in die Hand und jonglierte wie wild und lachte sich kaputt – auf dem Kopf zur Not ne‘ Narrenkapp.

Er trampte durchs Leben, ließ sich lieben und liebte. Vor allem Letzteres. Es gab kein Hunger, nur manchmal Durst. Er trug einen alten Rucksack und hatte immer eine Dose Bier dabei, die er gerne teilte. Wenn er ein Mädel sah, sprach er sie an und zuckerte sie mit wohlgeformten Worten an bevor er halb kichernd, halb verschämt einen Salto-Rückwärts vollzog, die Hosenknie seiner Jeans schon ganz löchrig. Johi tat nie jemanden weh. Zumindest wollte er das nie.

Ich muss bald umziehen. Ziehe von einem gottverlassenen Nest in ein anderes. Muss meine geliebte Muckelbude aufgeben die alles und noch viel mehr gesehen, erlebt, gehört und gefühlt hat. Sie hat mittlerweile eine Seele – ich war gut und lieb zu ihr, sie auch. Zwar manchmal zickig – aber das ist normal. Das stört mich nicht. Wenn ich sage „kenne ich, weiß Bescheid“, dann gibt es das nicht, auch wenn man bis ins Klein-Klein nachdenken würde – nicht das wieder was ich und mit und unter und über mit der Muckelbude erlebt habe.

Sie sieht grade Scheiße aus. Nicht mehr schön. Schon fast wie ausgeweidet. Ihr Inventar wird nach und nach auseinandergenommen. Ich rede und rede und versuche lieb zu sein, so sanft wie möglich, ich mag es ja auch nicht – bis zur Endreinigung. Ich halte mich auf dem Dachboden auf und lasse runter, lasse alles runter was früher war. Kartons, Kisten. Mit was drinn. Ich predige zu mir: „Schmeiß weg!“ oder „Lass los!“. Alles das was weg ist müssen meine geliebten Umzugshelfe nicht mehr schleppen und ich hätte ein befreiendes Gefühl. Hätte. Es ist schwer. Die Kisten nicht. Sondern der Inhalt. Ein halbes Leben.

In den meisten Kisten fand ich Platinen, Prozessoren, Interfacekarten und dazu Schaltkreisdokumentationen. Alte Software auf Medien zu denen es keine Laufwerke mehr gibt. Alte Studienunterlagen mit schöner, junger und naiver Handschrift. Programmieranweisungen mit meinen Kommentaren, noch ein weiteres Studium, jede Menge Hard- und Software die nur den Kenner nostalgisch werden lassen kann. Ein alter ausgeliehener Lötkolben, Zinn. Alles funktioniert noch, wenn man sich Mühe gibt. Ich hole die Kisten vom Dachboden runter und fühle und schaue und erinnere mich. Und krame weiter und immer weiter runter und mein Leben öffnet sich wie eine Zwiebel und man sieht. Ich sehe wieder was ich mal war.

Ich finde Briefe, Zettel, finde kleine Dinge in meinen jetzt zittrigen Händen und lese und staune. So viele Menschen haben mir was gesagt. Haben mir Andenken geschenkt. Schenkten mir voller Hoffnung ihr Angedenken. Liebevolle Krizzeleien, Gemälde, Gedichte. Hoffnung. Anbetung. Liebe. Zärtlichkeit.

Habe ich das damals wertgeschätzt? Habe ich das damals als das angenommen was es war? Innige Liebesschwüre und Poesie dass sich Goethe schämen müsste wenn er rückblickend seine Zeilen lesen würde.  Habe ich entsprechend lieb reagiert? Oder, Fuck!, habe ich jemanden weh getan trotz der Beweise die Ewigkeiten halten sollten?

Ich räume auf. Es ist schöntraurig und ich verliere mich bewusst und nicht unglücklich in die Vergangenheit. Wir waren früher sowas von liebenswert. Gut. Punk. Und schön. Und dabei toll. Und überaus schön. Innen und Außen. Und selbstbewusst. Wir Kleinen 🙂

Es ist schön diese Fetzen durchzusehen. Ich finde nicht schön dass ich umziehen muss. Aber ansonsten hätte ich diese oder jene Erinnerungen jetzt nicht in meine Finger bekommen.

Ja, ich liebe euch auch.

Euer Klein-Johi

 

Frührente

Seit Montag fröne ich meiner ersehnten Frührente. Ganz toll wechsele ich seit ein paar Tagen öfters mal die Räumlichkeiten. Schmökere hier mal den Poe, glotze dann mal „Bares für Rares“, wechsele dann wieder zurück in meine Schlafgemächer nicht ohne Twain mitzunehmen und dazwischen mache ich einfach mal nichts. Nickerchen sehr oft, leise Musik seltener, bloggen noch weniger.

Aber ich kann es langsam nicht mehr hören. Gute Besserung hier, werd schnell gesund da, komm bald wieder dort. Die meisten dieser Wünsche kommen selbstverständlich von Kollegen und Kolleginnen aus der Knochenmühle. Kann ich mir denken dass ich schnell wieder kommen soll. Will gar nicht wissen was da so drüber und drunter geht. Ja, Sie lesen richtig. Ich bin leider nicht in Frührente sondern krank. Habe mir über Umwege einen Infekt von einer der Ehefrauen meiner Kollegen eingeheimst. So darbe ich jetzt hier in meiner Muckelbude mit vielen Medikamenten, stinkend und unrasiert und wenn es an der Tür klingelt gehe ich nicht runter – will ja niemanden erschrecken oder erstinken. Auch wäre ich zu schwach.

Gestern fand ich noch Reste einer Flasche Nusschnaps und rieb meine Atemwege damit ein. Zuerst machte ich es verkehrt. Ich reibte äußerlich – ohne Wirkung. Innerlich war es dann schon besser. Dafür danke ich recht herzlich der gutherzigen einemaria. Danke! Knicks! Hicks!

Um schnell wieder gesund zu werden kochte ich mir eine Hühnersuppe. In einem meiner größten Töpfe, also jede Menge. Wie geht noch mal der damalige Spruch aus der Kifferszene? Viel hilft viel. Nur hatte ich kein Huhn da. So kochte ich die Hühnersuppe mit Schwein und Rind und ohne Huhn. Meinem Geschmackssinn war es aber egal. Alles schmeckt fad. Und sowieso, schmecken fällt mir grade schwer. Aber dennoch, so eine miese Suppe kochte ich lange nicht mehr. Sowas von bah, bäh! Dann fielen mir die Hühnerschuppen von den Augen und erkannte, ich hatte weder gesalzen, gepfeffert noch sonst wie gewürzt. Und das Rindfleisch kaute sich wie die alten Schuhsohlen meiner Festivalstiefel. Pfui! Aber die haben wenigstens mehr Geschmack. Weiß gar nicht durch wieviel Pisse, Kacke und Kotze ich mit denen durchgewatet bin. Muss jetzt mal sehen wohin ich das Zeug kippe, ich meine die Hühnersuppe.

Es passiert hier also nicht so viel was es sich lohnt zu berichten. Außer dass ich keine Nachrichten schaue und lese. Und wenn ich da irgendwelche Anschläge, nicht verbotene Parteien oder dumme, blasierte Abschiedsreden von Winkepräsidenten verpasse, ist mir das scheißegal. Im Gegenteil, es ist förderlich für meine Gesundheit. Ruhe. Nur Ruhe. Träumen. Träumen ich hätte die Frührente geschafft. Und nicht aufwachen.

Ich spendete letztes Jahr ein wenig Euro für des frischen Studenten neue E-Gitarre. Und während ich hier grade schwach, kraftlos und ohne Esprit (ich trage Schiesser) tippsele, höre ich „The Strokes“ – Under Cover of Darkness. Achten Sie mal auf den Gitarrensoli bei Minute ab ca. 2:51. Schön gelle?

Mir ist warm und mir ist kalt. Das alte Wrack was sich Körper nennt kann sich nicht entscheiden. Aber jetzt will ich noch ein wenig nach Büchern surfen. Inneneinrichtung. Farbenlehre. Wohnraumästhetik.

Schönen Abend noch!