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Über Schirrmi

Blond und blauäugig

Gegen den Strom, leicht wie eine Feder

Der Irrsinn nimmt kein Ende. Wo ich steh oder wo auch nicht, prasselt die geballte Ladung Konsumterror auf mich ein. Man möchte meinen die Menschen wären verrückt in ihrem beklagenswerten Umständen, ausgebeutet und ohne ausreichende finanzielle Mittel um ein noch halbwegs würdiges Dasein fristen zu können. Ich protestiere vehement und kann mich noch nicht mal trösten in Gedanken die Menschen sollten es doch besser wissen.

Jedes verdammte Weihnachtsfest hat mich in den letzten 138 Jahren je 1,35 Kilogramm schwerer werden lassen. Obwohl ich als ausgewiesener Asket seit jeher jedwedem Genuss entsagte und in reinster Geist- und geistigen Wesensform mein Dasein friste. Immer nach dem Höchsten strebend. Gesund. Geist. Körper.

In jungen Jahren lief ich in den wenigen Pausen meiner hochvergeistigten Studien meine kilometerlangen Runden in freier Natur um auch die doch letztendlich der Verwesung anheimgestellten Muskeln zu stärken. Das tat ich früher und hatte diese meine liebgewonnene, eher stumpfe Tätigkeit im Rhythmus meines Herzmuskels und meiner stampfenden aber überaus flinken Beinen für wesentlichen Hauptsachen aufgegeben.

Die Tage hielt ich inne und es kam mir. Nein, es fiel vielmehr. Wie Schuppen von meinen Augen als meine gemütliche, uralte, braune Cordhose ein wenig kniff. Diese 80 Jahre alte Bux, wir sind quasi schon zusammengewachsen, sind olfaktorische Bruderschaften eingegangen, KNIFF!

Dies und als ich an mir runter schaute und so komischerweise keinen Boden sah, ergriff ich den Entschluss mein gewohntes, stringentes Sportprogramm wieder aufzunehmen. Erstand in einer kapitalistischen Unternehmung einen mehr oder weniger passenden Trainingsanzug und aufgrund der hiesigen Witterungsverhältnisse, eine Mütze. Somit war ich parat um erst mal klein, mit einem doppelten Marathon anzufangen, bis mir auffiel dass ich nicht mehr im Besitz meiner alten, verschlissenen, stinkenden Laufschuhe bin.

So werde ich das Vorhaben vertagen müssen, kann aber trotzdem erste Erfolge vermelden. Denn seit ein paar Stunden trage ich hier auf der Couch, den Tag mit dem ein oder anderen geistigen Getränk genießend, den Trainingsanzug und kann sagen – ich fühle mich schon 5 Kilo leichter.

Leute! Es ist leicht! Ihr müsst einfach nur machen! Den inneren Schweinehund überwinden! Nehmt euch ein Beispiel an mir. Eurem Vordings.

Prost!

CCR im Ghetto

Nach heutigen Maßstäben war ich noch klein / jung. Den üblichen Spielplatzprügeleien entwachsen, den Nachstellungen der Kaffeedamentanten in Form von anzüglichen Sprüchen und den faltigen Händen auf meinem Körper „schöne, starke, junge  Muskeln“ konnte ich mittlerweile Paroli bieten. Es lief gefühlt immer Roger Whitaker, Deine Spuren im Sand oder sonst so was. So wie heute Helene Fischer bei Törtchen und Sektchen und Grinsen bei Tagesschau und gemeinsam schunkelnd und feuchtfröhlich mit der neuen Deutsch-Polnischen Freundschaft klüngelnd.

An dieser Stelle: Viele liebe Grüße S. wir finden Dich rattenscharf! Deine Kollegen.

Es war zwischen einer gescheiterten Schulkariere und noch vor der drohenden Einziehung in die Bundeswehr. Machte mal dies, mal das. Half beim Töpfern mit, betätigte mich in der Landwirtschaft, verunsicherte Möbelkunden den korrekten Liefertermin, war zu den Weihnachtssamstagen geschniegelt in einem feinen Bonner Leder-Laden zugange, half diversen Mädels beim Zeitungsaustragen, war ein Jungquell für todesgeweihte Damen im Krebsendstadium, schob sie mit Witz und Unterhaltung durch die Gegend, klaute auch mal irgendwo eine Schachtel Kippen. Ich ließ mich bei einem verbrecherischen Versicherungskonzern auf Schneeballsystembasis anheuern und verkloppte Versicherungen.  Ich war zeitweise in einer Punkband und wir hofften auf Almosen und keine Bierflaschen an unsere Schädel. Ich wühlte im Sperrmüll und baute aus Ersatzteilen Fahrräder zusammen um sie zu verkaufen. Ebay gab es noch nicht.

Ich lernte Mädels und Damen kennen. Gab mich wie gewünscht mal gebildet, mal wie ein Raubtier. Alles gut für eine Zeitlang trocken schlafen zu können – an fremden Kühlschränken habe ich mich ungefragt bedient. Ich hatte Hunger.

Ich schweife ab!

Also werden Sie vielleicht demnächst die Fortsetzung lesen. Denn ich muss am morgigen Samstag mal wieder als Arbeitsnutte für die Knochenmühle tätig sein.

Liebe Grüße von mir und meinem inneren Ghetto,
Schirrmi

Erinnerungen?

Seit einiger Zeit denke ich darüber nach was ein gewisses Lied in mir auslöst. Ich kannte es nie, jedenfalls bewusst nicht. Es ist auch nicht sonderlich meine Geschmacksrichtung, aber es trifft mich irgendwo. Ich weiß nicht wo noch wie, noch warum. Es berührt etwas bei mir.

Wenn ich manchmal in Diskussionen vertieft bin, so durchfleucht mich manchmal ein Gedanke: Das kennste schon, genau so hast Du es schon erlebt, genauso hat der oder die genau dasselbe gesagt wie jetzt. Oder bei profanen Gelegenheiten. Nehmen wir das Einkaufen in einem beliebigen Supermarkt. Ein fremder Kunde streift an mir vorüber und es ist als ob es ein alter Bekannter wäre. Ich schaue ihn verwundert, freudig an und blicke einem Fremden ins Gesicht. Oder irgendwo stehe ich im Klo und pisse und schaue die Kritzeleien vor mir auf den Fliesen an, draußen oder oben hämmert die Musik, und ich bin plötzlich wieder ganz klein und in der Heimat und fühle mich aufgrund eines Edding-Spruchs in die Vergangenheit zurück versetzt. Manchmal wenn ein Mensch mich unabsichtlich berührt, dann bin ich elektrifiziert und ebenso geschockt ob diese Verbindung mich zu plötzlicher, universaler Liebe zu diesem Unbekannten bringt, als ob wir vertraut Jahrtausende miteinander verbracht hätten.

Wenn ich irgendwo gehe und nach unten schaue, das Pflaster betrachte, mit seinen Formen und Eigenarten dann habe ich manchmal das Gefühl meine Füße wären sehr vertraut damit und bekomme ein Flashback in meine Kindheit – an frühere Orte. Unbekannte Straßen, Straßenzeilen, Straßenbahnen, Lebensbahnen und die Deko Drumherum werden plötzlich zu Bekanntem zu schon Wiederdagewesenen. Obwohl ich noch nie da war.

Wenn jemand eine Ansprache hält, weiß ich auswendig was gleich kommt, passiert, was der Redner sagt. Ich war schon mal dabei. Und bekomme dann wieder dieses komische Gefühl. Irgendwie gruselig, aber doch nicht weil bekannt und jedes Mal erwische ich mich innerlich bei einem leisen Lächeln, wie wissend ich bin.

Gerüche, Formen, Farben, Aspekte einer Unterhaltung ob schön oder nicht so schön – vieles erlebe ich zum wiederholten Male. Ich frage mich wie das geht und wer ich bin. Ein Wiedergänger? Es ist seltsam aber auf eine erschreckende Art auch schön. So wie ich schön, furchtsam manche Felsen erklettere und nach unten schaue, so kribbelt es mich wenn mich diese Flashbacks und dieses Wissen einholt. Ich kann es nicht steuern, traue mich auch nicht darüber zu reden – wie Sie grade sehen.

Irgendwann finden sich Erklärungen in des kleinen Menschen Bewusstsein / Hirn. Ich krame da oben in der unglaublichen Masse im Kopp herum und ein Feuerwerk an, an, an.. findet statt und wenn man meint den Grund für die steil aufgerichteten Härchen auf dem Arm gefunden zu haben, dann lehnt man sich innerlich zurück und ist beruhigt – nur so und so kann es gewesen sein. Immer mit einem Rest an Ungewissheit.

Mich treibt seit einiger Zeit ein Song rum der mich betroffen macht. Er macht mich klein. Er macht mich groß. Ich kenne ihn schon lange, weiß es aber nicht. Habe ihn aber noch nie gehört. Er ist zu mir zärtlich. Er ist für mich erschreckend. Er mir ist so unbekannt wie elektrisierend wenn ich ihn höre. Komisch. Seltsam. Sind tonale, nicht hörbare, nur für DEN bestimmten Hörer, Beeinflussungen arrangiert? Gab es mal was, was mir jemand aus der Vergangenheit unbedingt mitteilen will? Dieser Song, der berührt mich. Ich weiß nicht warum. Und erinnert mich an etwas an das ich mich nicht erinnern kann. Oder will.

 

Verwechslung

Ein sonderbarer Tag heute. Es fing schon damit an dass mein Lieblingskollege, Sie wissen schon – der kleine Dünne, Rothaarige, seinen ersten Arbeitstag hatte nachdem er mit anderen nicht so kleinen Rothaarigen seinen Urlaub auf Weihnachtsmärkten verplemperte. Ohne Terroranschläge wie ich vermute. Denn er fand sich ja heute ein.

Mit seiner Aktentasche hantierend und nach einigem Rumgestöhne und Seufzen sowie Murmeln in der Art wie: „Scheiße! Scheiße!“ und irgendwas wie „Knochenmühle..“ blickte er zu mir hoch und meinte: „Schirrmi, tu nicht so als ob Du noch breitere Schultern bekommen hättest!“. Ich musste erst mal überlegen was ich antworten soll oder ob überhaupt. Eine Kopfnuss anlässlich seines ersten Arbeitstages wäre auch nicht schlecht gewesen. Quasi ein „Aufwacher“, ein „Ey-Opener“, ein typisches „Schirrmi-Welcome-back!“. Ich beließ es bei einer finster blickenden, wortlosen Zwergenmusterung.

Aber es wollte mir den ganzen Tag nicht aus dem Kopf. Was meinte er nur damit? Breite Schultern, pff..! Klaro habe ich die, aber will er jetzt jeden Tag auf meine körperlichen Vorzüge hinweisen? Soll ich ihn womöglich am Wochenende auf die verschissenen Weihnachtsmärkte begleiten? So als Leibwächter? Oder viel schlimmer, ihn auf meinen Schultern über die Weihnachtsmärkte tragen damit er wenigstens mal was sieht? So mit diesen stillen, grüblerischen Gedanken ging der Tag alsbald fast zu Ende. Bis es mir wie Schuppen von den Augen fiel.

Nach der Morgendusche griff ich wie üblich, mit noch zugequollenen Augen, in den Badschrank und nahm mir das Deo-Spray und sprühte mir, wieder wie üblich, das Zeug ordentlich und anhaltend erst unter die linke Achsel. Irgendwas war anders und sah zugekniffen dass ich eine Haarspraydose benutzte. Damit ich links nicht anders wie rechts stinke wiederholte ich die Haarsprayprozedur auch mit der rechten Achsel. Und ausgleichend nahm ich dann das Deo und sprühte es mir auf den Kopf.

Hätte ich auch früher drauf kommen können was der Kleene da meint. Denn es war den ganzen Tag ein wenig unangenehm unter den Achseln. Obwohl ich nur ein paar feine, blonde  Daunenfedernlöckchen unter den Armen habe (Engelshaar) musste ich, ein wenig mehr als – üblich, die Schultern heben, die Arme etwas nach außen strecken. Das mit dem Deo auf dem Kopf hat keiner bemerkt. Denn der ist zu weit oben für die Wichte, aber mein ungewöhnlicher Gesamteindruck war wohl doch, seltsam.

Diese Zeilen schreibe ich jetzt, wie üblich, von daheim. Komme mir jetzt ein wenig komisch gegenüber meinem kleinen Lieblingskollegen vor und überlege mir ihn nachher noch zu Hause zu besuchen. Die Sache aufzuklären. Ihn noch mal zum Feierabend und zur Abbitte schön kräftig in den Arm zu nehmen. Mal so richtig nett und lieb feste drücken – den Kleinen. So ganz feste liebhaben. Ihm zeigen wie er mir ans Herz gewachsen ist. Mit Nachdruck.

Aber das überlege ich mir noch. Bis dahin muss ich erst mal meinen Durst stillen. Ist ja sowieso schöner für ihn wenn ich erst später, also viel später bei ihm und seiner Familie zu Besuch komme. Viel gemütlicher ist es dann. Wenn alle Lampen brennen.

Prost!
Euer Schirrmi

 

 

Control me – Not!

Die bösen Burschen mit ohne „P“ wissen es noch nicht!

Da die 2,48 geschätzten Leser und Verfolger dieses unscheinbaren aber liebevollen Blogs überaus vertrauenswürdig und immer voller guten Absichten sind verrate ich Ihnen etwas. Aber Pssst..! Nicht weitersagen, ja? Ja, bitte!

Es geht sich um folgend.. Die von mir bewohnte Holzhütte am Arsch der Welt und im Grünen ist neuerdings smarter als es die ursprünglichen Bewohner vorgesehen hatten. Es blinkt wenn man darin rum geht. Ebenso wenn man ein Fenster oder eine Türe öffnet. Manchmal, wenn ich in Gedanken bin, sirent es auch zum vollkommenen Glück meiner Nachbarn. Ich muss hinzufügen, nicht so sehr zum Glück der manchmal anwesenden, schlafenden Leute die sich hier irgendwie einfinden.

Ja, fast so smart wie ich es jemals war, wird das Home. Es blinkt, es signalisiert, es schreibt mir lustige Nachrichten wie z.B. „TK-Terrasse geöffnet 28.11.2017 21:30 Uhr“ oder auch „Mausi-Nachttischlampe ist offline seit 8 Minuten“. Auch könnte ich anhand von Nachrichten darauf schließen wenn mir die geschätzte und überaus fitte (muss man ja sein heutzutage – aber dafür stimmt wenigstens die Bezahlung nicht) Postbotin in meiner Abwesenheit ein Paket bringt.

Ich kann Ihnen sagen dass mir diese Nachrichten auf den Sack gingen. Nichtssagend und langweilig. Nichts worüber ich erfreut, überrascht oder erschreckt wäre. Dann kam mir DIE Idee! Wie oft kommt es bei Leuten vor dass ihre Waschmaschine (im Keller) fertig ist und niemand bekommt es mit dass die frisch gewaschene Wäsche sich freut aufgehangen zu werden? So tat ich also und habe eine smarte Steckdose zwischen Stromdings und Waschmaschine gesteckt und programmiert und befohlen dass die Sirene ein Gong ertönen soll, eine Pushnachricht auf mein Handy (sinnlos) und auf das Handy der Angetrauten gesandt werden soll. „Wäsche fertig. Aufhängen!“

Vielleicht wissen Sie noch das ich aus Gründen keine Unterwäsche mit Aufdruck Montag, Dienstag, Mittwoch usw. trage. Ich bin sehr umweltbewusst und wasche entsprechend wenig und komme manchmal über Wochen mit den gleichen Klamotten klar ohne dass die Umwelt geschädigt wird. Einige Vertraute meinen aber dass ich zwar die Umwelt nicht schädige, aber doch sehr wohl mein Umwelt wesentlich beeinträchtigen würde. Ich weiß aber immer noch nicht was sie damit meinen.

Als Programmierer ist man immer sehr gespannt ob die Dinge so funktionieren wie man programmiert hat. Und das mit der Waschmaschine, tja, das kann man nicht so einfach debuggen wie einen herkömmlichen Code. Also wasche ich jetzt mehr als ich müsste und warte darauf ob die Benachrichtigungen funktionieren und der Gong ertönt. Ich mache alle 5 Minuten die Tür zum Waschmaschinenraum auf (nicht im Keller, gleich nebenan) und schaue auf deren Display mit den Restminuten. Und das dauernd. Ob die nicht gleich fertig ist und eine Nachricht kommt und ein Gong ertönt. Das mache ich oft, und gewissenhaft. Und wieder und wieder. Sie glauben nicht wie oft. Denn das 60 Grad Programm läuft 2:45 Stunden.

Und weil mir das dann zu blöd wird, schaue ich irgendwann nicht mehr nach und vertraue auf die Benachrichtigungen. Und weil ich mich über mich selbst ärgere, mache ich herrlich sanfte, laute Punkmusik rein um mich abzulenken. Dabei eine Tasse Tee, hehe.. Und dann gehe ich ins Bett. Und am nächsten Tag lese ich die Push-Nachrichten auf dem Handy, überhörte den Gong und die Wäsche schimmelt so die ganze Nacht in der Trommel vor sich hin.

Schöne smarte Welt sag ich da nur. Pah! Echt ätzend! Lernt von meine Fehlern und hört lieber sowas hier

Werbung auf Maß

Echt seltsam! Geografisch habe ich meinen Lebensmittelpunkt verlagert. Und wunderte mich. Nur.

Heute unterhielt ich mich mit meinem Lieblingskollegen über Werbung. Ob er auch einen GMX-Email-Account hätte? Ob er auch Werbung erhielt? Na klaro, die erhält er als Gratisangebotsnutznießer ebenso wie ich.

Jedenfalls bekomme ich nach besagten Umzug verstärkt Treppenliftangebote. Erstmalig. Früher als ich noch jung war erhielt ich Viagra-Werbung. Jetzt nicht mehr. Ich lasse offen ob ich momentan solche Mittelchen bräuchte. Es finden sich aber bestimmt noch liebe Menschen die definitiv bestätigen können dass ich V. nicht brauchte. Ebenso wenig wie Treppenlifte jetzt. Auch wenn es manchmal nützlich erscheint (mein Herrenzimmer befindet sich in der oberen Etage).

Seit ein paar Wochen bekomme ich Werbung über Lese- und Seehilfen. Okay, nach einem beliebigen Wochenende, mit ein paar wenigen Gläsern erstklassigen Wodka, ich wiederhole – ein paar WENIGEN Gläsern, kommt es vor das ich manchmal schräg schaue und die Welt anders aussieht als ohne. Aber dass ich jetzt das ganze Internet leerkaufen müsste und mir Brillen kaufe? Vielleicht noch Diverse. Eine Brille für Post-Wodka, eine noch für Post-Nussschnaps, dann noch eine für Post-Hachenburger? Wo sind wir denn hier? Auch wenn die Angebote so, so, so unglaublich günstig sind. Bis jetzt sind meine wunderhübschen, blauen Augen noch nicht so bedröppelt dass ich aus Versehen daneben klickte.

Erwähnte ich schon dass ich auch mal jung war? Dass ich manchmal nach drei, vier, fünf Gängen ein wenig schlapp wurde und eine besagte Pille eventuell für weiteren Ausdauer hätte sorgen können? Dass die Geilheit zwar grenzenlos, die Pillen aber teuer und nur auf Rezept zu bekommen waren?

Nun gut. Ich las grade eine Adhoc-Nachricht:

Und was sagt mir bzw. euch das jetzt? Ich mutmaße mal, DIE wissen alles und gar nichts. Und die Infos und Ad’s kommen weder zeitgerecht noch erwünscht noch sensibel.

Menno!

Wer freut sich? Auf New Model Army? Der Neff!

Zuallererst ist mir ein unaussprechliches Fest meinem geliebten Neffen J. eine Freude zu machen. Als Geschenk zum Geburtstag als auch zur festlichen und gemeinsamen Endjahresstimmung freuen wir uns gemeinsam auf das traditionelle New Model Army Weihnachtskonzert in Kölle am 16.12. im Palladium und nicht im Dings (andere Straßenseite), was ich gut finde.

Gelegentlich, nein – mit Stolz und Freude und mit Wasser in den Augen, war es Thema, blablabla sieh hier hier hier..

Junge, ich freue mich so sehr mit Dir NMA zu erleben. Es soll laut Website auch was richtig, ich wiederhole: RICHTIG Besonderes werden.

Die Karten sind da, wir sind bereit. Justin und Konsorten: Ihr auch?

Wir hauen rein und haben nachdenklichen Spaß! Denn die Welt gehört nicht Einigen Wenigen sondern ALLEN!

Neben dem Geburtstagskind werden zum gemeinsamen Glücklichsein –  dabei sein: F., L. und Ich

Vorfreude allenthalben! J. Ich. Wir!

Prost!

Something In The Water

Kennen Sie den Song „Something In The Water“ von Brooke Fraser? Den hörte ich vorhin im Radio auf der Rückfahrt von der Knochenmühle. Ich war auf dem Weg zum Aldi weil meine Dose Eier Ravioli langsam zur Neige geht. Es ist zwar immer noch ein wenig weißes Pulver, mein „Nahrungsergänzungsmittel“ da, aber man möchte doch ab und zu was richtiges (hihi) essen.

Jedenfalls erinnerte mich der Song an meine frühkindliche Jugend. Wir waren daheim mindestens ca. 18 Kinder und am Badetag badeten wir, um Wasser und Strom zu sparen, oft zu Zweit in der Badewanne. Ja genau. Daran erinnerte mich der Song. Wenn da manchmal so Dinge im Wasser rumschwammen die da eigentlich nichts zu suchen hatten. Nein, kein Spielzeug. Ich nenne es mal „U-Boote“.

Die Knochenmühle mit Charmeoffensive

Manch Einer unter dem Joch eines unselbständigen Arbeitsverhältnisses wünscht sich ja mindestens die Frührente herbei. Ich gebe zu dass ich ab und zu auch zu diesem Personenkreis gehöre. Mindestens. Doch manchmal gibt es Tage in der Knochenmühle, da geht mir das Herz auf. So auch heute.

Das HR-Department (Personalabteilung) lud ihre Mitarbeiter zu einer Workshopreihe „Umgang mit dem Kopfkino“ ein. Teilnahme wäre freiwillig und gratis sowie jeder der Workshops würde wohl ca. 4 Stunden dauern. Flugs meldete ich mich an. Denn wenn es da was von der Knochenmühle gibt, bin ich dabei! Denn viele Vergünstigungen mit denen man mich von einem hochprofitablen Unternehmen weggelockt hatte, sind mittlerweile gestrichen. Wenn ich sage viele, dann meine ich das so. Der Dienstwagen (gut, per Gehaltsumwandlung), das DB-Jahresticket 1. Klasse, Dienstreisenflüge nur Business-Class, ständig weiter verwässerte persönliche Zielbonis auf die man keinen persönlichen Einfluss mehr nehmen kann. Diese Liste ist unvollständig und soll nur als Beispiel dafür dienen wie froh man ist wenn was geboten wird. Dass man alles mitnimmt was die Personalabteilung „gratis“ anbietet.

Die kleine Gruppe fand sich also heute zum „Umgang mit dem Kopfkino“ ein, erstaunlicherweise war mit Kaffee, Gebäck und Kaltgetränken eingedeckt. Gratis! Bei Kaffee und Smalltalk erfuhr ich dass die vorgesehen vier Stunden vom persönlichen Gleitzeitkonto abgezogen werden. Ob ich denn nicht das Kleingedruckte gelesen hätte? Tja, auch kein Problem. Ist ja genug drauf. Da könnte ich einer Vielzahl solcher „Kopfkino“-Workshops beiwohnen. Auf die Eingangsfrage an die Teilnehmer mit welchen Erwartungen man erschien, antwortete ich nur ausweichend dafür aber lang und breit. Denn, weder hatte ich noch nicht die versteckten Kameras und Mikrofone entdeckt noch kenne ich das Verhältnis der Dozentin zu unserer Personalabteilung, aber sicher ist sicher. Lieber mit meiner ehrlichen Meinung hinter dem Berg halten bevor ich auf die „Gefährderliste“ lande.

Ich schweife ab.

Es ging los und ich schaute vor mir auf die Seminarunterlagen und auf diesen befand sich ein kleines Give-Away der Personalabteilung:

Sie können sich vorstellen wie sehr ich überrascht war ob dieser Charmeoffensive der Knochenmühlen-HR-Mannschaft. Geil, dachte ich mir und konnte mich vier Stunden lang nicht mehr konzentrieren. Denn in meinem Kopfkino drehte es sich nur noch um mögliche Termine für diese explizite Aufforderung.

Morgen nicht. Aber vielleicht Übermorgen 🙂

Ihr Schirrmi

Blutige Feuerzeremonie im Westerwald

Zehnhausen b.W. – Noch immer erschüttert blicken große Teile der Bevölkerung auf die vergangene Nacht zurück. In Zehnhausen bei Wallmerod, normalerweise ein dörfliches Idyll im Westerwald, ereigneten sich am 12.11. unfassbare Szenen.

Schon kurz nach Sonnenuntergang versammelten sich, angeführt von einem unbekannten Reiter, ca. 150 Vermummte in der Dorfmitte um dann ihren finsteren Fackelmarsch vorbei an den beschaulichen Häusern der Dorfgemeinschaft anzutreten. „Seit dem 9.11.1938 habe ich solche zu allem entschlossenen Mördertruppen nicht mehr erlebt.“ So Gisela H.(*), die Ehefrau des Ortsdiakons, mit immer noch zittriger Stimme.

Gegen 17.30 Uhr begann der Marsch der mutmaßlichen Mitglieder einer Sekte durch Zehnhausen. Wie später Hauptkommissar Feindt (Nebendienststelle Berod) berichtet, waren sogar Jugendliche und Kinder anwesend die mit ausdrucksloser Miene ihrem berittenen Anführer zum Ortsausgang folgten. Ziel war ein Tage zuvor hergerichteter Scheiterhaufen.

Unverständliche Gesänge begleiteten sodann das schreckliche Schauspiel während größere Gegenstände in die lodernden Flammen geworfen wurden. Ein vielstimmiges Heulen war zu vernehmen, berichtet Johannes Sch. (*) der aus sicherer Entfernung das Treiben fotografisch dokumentieren konnte. „Schrecklich war die anschließende Stille während die blutroten Flammen den Nachthimmel noch Stundenlang erleuchteten.“

Unter Leitung von HK Feindt wurde eine Soko „Blutzauber“ eingerichtet. Landratsamt Vorsteher Joachim Schmidt verspricht rasche Aufklärung: „Alle zur Verfügung stehenden Kräfte werden für diesen Fall freigestellt.“ Es wurde eigens eine Hotline 06435 / 666 666 eingerichtet. Die Bevölkerung ist aufgerufen sachdienliche Hinweise der Soko mitzuteilen.

In allerletzter Minute vor Redaktionsschluss erreicht uns noch ein Augenzeugenbericht der Iselgunde Bloxkröt (*). „Es war zum Haare raufen und Warzen kratzen! Nie, noch nie seit Hunderten von Jahren ist mir so ein Mob unter den Besen geraten! Es ist zum Rattenmelken!“ Schluchzt und dreht ab..

 

Ein Dorfidyll hat seine Unschuld verloren

* Namen aus Rücksicht geändert