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Über Schirrmi

Blond und blauäugig

Satan

Satan am Sonntag

„..aber am siebten Tag sollst du ruhen.“ So oder so ähnlich heißt es in der Bibel. So habe ich es als Kind und in der Jugendzeit in meiner christlichen Erziehung gelernt. Es hieß auch Fernsehen sei des Satans. Genauso wie Disco und Kirmes. Dies sei alles verwerflich, abscheulich und des Satans.

Diese Gedanken gehen mir heute an diesem geheiligten Sonntag durch den Kopf während die Kirchenglocken gefühlt noch penetranter, lauter und wie irres Teufelsgeläut meine Ruhe auf der Terrasse stören. Kürzlich lästerten meine Nachbarn über meine Vormieter. Dass die sonntags im Garten Wäsche zum trocknen aufgehangen hätten. Nicht dass es sie stören würde. Soll ja jeder machen was er soll – sonntags. Hätten sie aber immer gemacht, die Vormieter.

Nebenbei lese ich einen Artikel im Heimatblättchen dass dieses Wochenende eine „Open-Air-Kirmes“ stattfindet:

Wie furchtbar ist die Welt geworden. Man mag es kaum glauben. Kirmes! Und das auch noch Open-Air! Sonntags auch noch! Ich ging ja damals aus christlichen Gründen selten auf die Kirmes. Aber fand die damals immer irgendwo im Keller statt? Oder wenigstens in einem Zelt oder in einer Halle? Wie perfide ist denn eine OPEN-AIR-Kirmes? Unter Gottes freiem Himmel, sozusagen. Das sieht der doch! Sonntags!

Zefix und zugenäht! Ich grübele zu viel. Wird Zeit, dass ich meine Wäsche draußen auf die Wäschespinne hänge. Da passt viel drauf. Da mache ich gleich noch mal eine Waschmaschine. Bei dem schönen Wetter.

Schönen Sonntag noch.

Bad Harzburg, Springreiter

Harz Tipps: Ein schöner Tag in Bad Harzburg

Verschiedentlich wurde ich gefragt was man denn so in einem Kurzurlaub im Harz machen könnte. Ich tue mich da immer etwas schwer Highlights zu nennen, weil es da eben so viele schöne Dinge zu erleben gibt. Jeder hat ja auch andere Schwerpunkte. Manche möchten, wie ich, viel und weit wandern und optimalerweise so viele Stempel wie möglich mitnehmen, andere möchten eher Kultur, Genuss und Spaziergänge. In einer kleinen Übersicht habe ich euch ein paar Informationsquellen genannt wo sich jeder etwas selbst heraussuchen kann.

Aber ich möchte euch gerne beispielhaft einen Ausflugstag nach Bad Harzburg beschreiben wo sicher für jeden etwas dabei sein dürfte. Die liebe L. jedenfalls, war begeistert über die schönen Momente, von denen sie und ich lange zehren konnten.

Die Fakten:

  1. Mit der Seilbahn auf den großen Burgberg
  2. Besichtigung des Burgbergs mit der Canossasäule
  3. Wanderung Burgberg – Kreuz des dt. OstensRabenklippeLuchsgehege – Burgberg (ca. 12km)
  4. Baumwipfelpfad
  5. Ausklang in Bad Harzburg, bspw. mit einem Besuch im Café Winuwuk

Mit der Seilbahn auf den großen Burgberg

Ich mag Bad Harzburg. Dieses schöne Städtchen als Kurort und Eingang zum Nationalpark Harz bietet viele Sehenswürdigkeiten, wunderschöne Wanderwege, Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, einige Attraktionen und vieles mehr. Es ist darüber hinaus auch sehr bekannt für die jährlich im Juli stattfindende Galopprennwoche. Wir hatten dort eine Ferienwohnung bezogen und konnten von dort aus zentral viele Touren starten. In und um Bad Harzburg herum gibt es auch einige Stempelstellen, die man erwandern kann. Wobei auch einige „Drive-In’s“ dabei sind.

Um nun zur Seilbahn zu kommen, parkt ihr am besten direkt an der Talstation Nordhäuser Str. 4, 38667 Bad Harzburg. Unweit des BurgBergCenters/Talstation ist auch die Tourist-Information wo ihr euch Prospektmaterial und Anregungen holen könnt. Kauft euch ein Kombiticket Bergfahrt/Baumwipfelpfad (10,- EUR/Erwachsener). Eine Talfahrt ist nicht notwendig, denn man kommt zu Fuß über den Baumwipfelpfad zurück. Achtet immer daran zu schauen ob ihr Ermäßigungen über das Gutscheinheft der Kurtaxe oder der Harzcard erhalten könnt.

Besichtigung des Burgbergs mit der Canossasäule

Die Fahrt mit der Seilbahngondel dauert ca. drei Minuten bis auf den Gipfel. Auf dem Burgberg habt ihr einen fantastischen Blick auf Bad Harzburg, die umgebenden Berge und das weite Harzvorland. Besichtigt die Ruinen und die zu Ehren von Reichskanzler Bismarck 1877 erbaute Canossa-Säule.

Der Burgberg auf 483 m ü.N.N. war um 1065 der Standort der Kaiserburg von Kaiser Heinrich IV. Um 1200 fand ein Wiederaufbau durch Kaiser Otto IV. statt. Im Jahr 2018 fand hier ein Kaiser- und Königstreffen der Harzer Wandernadel statt – natürlich nicht ohne mich 😊. Falls jemand hier oben schon Hunger und Durst haben sollte – das Hotel/Restaurant „Plumbohms Aussichtsreich“ lädt gastlich ein. Ebenfalls auf dem Burgberg-Gelände erwartet euch die schicke Statue des Krodo, dem germanischen Gott der Sachsen. Und? Gefunden?

Vergesst bitte nicht euch den Stempel 121 / Aussichtsreich Bad Harzburg zu holen. Letztes Jahr gab es dort sogar noch einen Sonderstempel. Müsst ihr halt mal schauen ob er jetzt noch da ist.

Wanderung Burgberg – Kreuz des dt. Ostens – Rabenklippe – Luchsgehege – Burgberg (ca. 12km)

Wir beginnen unseren abwechslungsreichen Spaziergang (ca. 12km) auf dem Burgberg und gehen über den idyllisch gelegenen Sachsenbrunnen (Nähe Säperstelle) in Richtung Kreuz des deutschen Ostens. Ich habe euch hier eine gezippte GPX-Datei vorbereitet: Bad-Harzburg-Burgberg-Rabenklippe-Baumwipfelpfad . Mit dessen Hilfe könnt ihr den Track ablaufen.

Den Stempel 122/Kreuz des dt. Ostens findet ihr in der Schutzhütte Kreuz-Uhlenklippe. Von hier aus habt ihr wieder mal einen hervorragenden Blick auf das Harzvorland.

„Kreuz des deutschen Ostens“

Stätte des Gedenkens an Vertreibung und Heimatverlust
Stätte der Ablehnung jeder Gewaltherrschaft
Kreuz der Verständigung, der Versöhnung und des Friedens

Es gibt meiner Meinung nach nicht genug solcher Gedenken und Ermahnungen in einer Zeit wo die BRD („in einem Land in dem wir gut und gerne leben“) mitsamt der westlichen „Wertegemeinschaft“ und der verbrecherischen Nato unsere Erde mal wieder in Richtung Abgrund treibt.

Weiter geht es nun in schönen Schleifen in Richtung Rabenklippe. Hier lädt das gleichnamige Gasthaus zur Rast und zum Stempeln der Nummer 170 ein. Geht ein Stückchen weiter über die Felsen auf die Rabenklippe und ihr könnt einen herrlichen Blick über den Nationalpark Harz und zum Brocken genießen. Ich war früher schon öfters mal da und hatte noch einen Waldblick. Jetzt solltet ihr großflächig das Kiefer-Sterben beobachten können, was eigentlich gut ist. Denn Baumarten, die hier nicht hingehören und Monokulturen sind und waren nie gut. Die langsam absterbenden Fichten werden die Grundlage neuen Lebens in Form der ursprünglichen Mischwälder sein.

Jetzt wird es ein wenig deftig. Geht ein paar Meter weiter und ihr könnt dann behaarte Muschis erblicken. Es ist auch eine Aussichtsplattform vorhanden von der man einen prima Blick in das Luchsgehege hat. Wer sich auf der Aussichtsplattform die Holzbalken anschaut, kann mit ein wenig Glück einen besonderen Stempel entdecken 😊. Zweimal die Woche findet eine Luchsfütterung statt. Das ist ein schönes Erlebnis. Schaut doch vorher mal auf die Termine, eventuell passt es ja mit eurem Terminplan und eurem Spaziergang.

Von der Rabenklippe und dem Luchsgehege geht es nun gemütlich zurück in Richtung Bad Harzburg / Burgberg. Es gibt mal wieder viele unvermeidliche Brockenblicke. Wir gehen aber nicht bis ganz zum Burgberg zurück, sondern dürfen die Abzweigung am Antoniusplatz nach links in Richtung Baumwipfelpfad nicht verpassen. Etwas weiter gibt es zwei Möglichkeiten runter zu kommen. Steil und teilweise gefährlich nach rechts runter oder gemütlich und sicher einfach immer geradeaus. Der steile Abstieg ist wesentlich kürzer und unabhängig von der Fallgeschwindigkeit auch schneller. In der GPS-Datei habe ich die Abzweigung markiert, entscheidet selbst.

Der Baumwipfelpfad

Nach unserer Wanderung erreichen wir den Baumwipfelpfad vom hinteren Ende. Spätestens jetzt benötigt ihr eure Eintrittskarten, die ihr euch hoffentlich auch vorher besorgt habt. Der Baumwipfelpfad ist recht neu und wunderschön gemacht. Groß und Klein werden hier auf stabilen und lehrreichen Pfaden Erkundungen auf Wipfelhöhe erleben können. Der Pfad ist ca. 1000 m lang und bietet auf 18 Plattformen knapp 50 Erlebniselemente, Ruhestationen und Wissenswertes. Und ja, die Höhenangst geplagte L. war ebenfalls mit dabei und fühlte sich sicher. Ungefähr in der Mitte des Pfades gibt es eine Wipfelbar die, wenn sie geöffnet hat, Speis und Trank anbietet. Am Ende bzw. am Anfang des Baumwipfelpfades erwartet euch die Aussichtsplattform die es sich lohnt zu begehen. Da oben sollte auch ein Sonderstempel der Harzer Wandernadel sein den ihr euch in euren Pass stempeln könnt.

Ausklang, bspw. mit einem Besuch im Café Winuwuk

Noch beeindruckt von der schönen Wanderung und vom Baumwipfelpfad geht es jetzt zu Fuß weiter in Richtung Seilbahntalstation. Dort angekommen könnte man sich direkt im Biergarten Erfrischungen genehmigen oder man macht noch einen Spaziergang durch den schönen Kurpark oder schaut sich die Fußgängermeile von Bad Harzburg an. Frei nach dem Motto „Der Wahnsinn geht weiter!“ gibt es für jeden Geldbeutel kulinarische Angebote.

Falls ihr aber noch Zeit habt, empfehle ich euch einen Besuch im wunderschönen Kunst-Cafe „Winuwuk“. Da fahrt ihr am besten mit dem Auto hin. Die Navi-Adresse ist Lärchenweg in 38667 Bad Harzburg. Winuwuk beeindruckt durch seine Geschichte, seine Architektur und Lage sowie leckerem Essen und Trinken. Es gibt auch einen kleinen Laden wo ihr mir Geschenke kaufen könnt.

Glaubt es mir, es ist wunderschön! Wer jetzt noch nicht die Faxen dicke hat, kann noch einen schnellen, sportlichen Spurt zur Stempelstation 120, Elfenstein machen. Das sind vom Café aus hin- und zurück ca. 2,8 km die es je nach gewählten Weg durchaus in sich haben können 😊.

Ich hoffe mein Bericht hat euch gefallen und euch Lust auf einen Besuch in Bad Harzburg gemacht. Ich selbst werde definitiv noch mal dorthin reisen, und wenn es nur gilt Bad Harzburg mit dem Segway zu entdecken.

Macht’s gut!

Euer Schirrmi

Wanderkaiser Schirrmi I.

Harz Tipps

Mittlerweile kann ich es wohl nicht mehr verhehlen, dass ich ein Harz-Fan bin. In, meiner Meinung nach, einem der schönsten Mittelgebirge Deutschlands, treibe ich mich so oft auf Schusters Rappen herum, dass ich mich stolz Ihre Majestät, Harzer Wanderkaiser Schirrmi I. nennen darf.

Teufelsmauer (Harz)

Meine innere Ruhe und Abstand vom Alltag und der Knochenmühle finde ich beim Wandern. Seit meiner Hexenstieg-Wanderung mit der lieben S. im Jahr 2012 hat mich das Stempelfieber gepackt. Im Harz gibt es nämlich eine wohl weltweit einzigartige Organisation, die Harzer Wandernadel. An interessanten Orten sind Stempelstellen (222 reguläre und einige weitere Sonder- und Saisonstempelstellen) aufgestellt. Man besorgt sich also Stempelhefte, und wenn man an einem Stempelkasten ankommt, stempelt man in sein Heft bzw. in die Hefte. Denn neben dem regulären Stempelhelft gibt es noch Hefte für Weitwanderwege (z.B. Hexenstieg) oder Themenhefte (z.B. Goethe). Je nach Anzahl oder Vollständigkeit der Stempel bzw. -hefte, erlangt man seine Leistungsabzeichen. Alles ist prima von offizieller Seite erklärt. Besucht dafür die Website der Harzer Wandernadel.

Brocken (Harz)

Neben dem Wandern in allerschönster Ruhe in einer fantastischen Landschaft, gibt es selbstverständlich auch weitere touristische Entdeckungen zu erleben. Die Harz-Region bietet neben viel Geschichte, Kultur, wunderbare alte Städtchen, Burgen, Schlösser, Klöster, Adrenalin-Kicks auch – den Brocken. Der höchste Berg Norddeutschlands ist sagenhaft wohlbekannt durch seine einzigartige Lage und Landschaft sowie durch Goethe, Heine, dem Brocken-Benno und meine Wenigkeit. Wer in den Harz reist, sollte sich ein paar Stunden Zeit für den Brocken nehmen. Denn dort oben gibt es viel zu entdecken.

Über den Harz gibt es viel Literatur und Quellen im Internet. Vieles ist vielmals erklärt und beschrieben und auch oft besser dargestellt als wie ich es hier könnte.

Grundsätzlich könnten aber die folgenden allgemeinen Tipps oder Informationsquellen hilfreich sein:

  • Überlegt euch vor eurer Reise eine Harzcard zu besorgen. Mit dieser gibt es überaus viele Ermäßigungen oder kostenlose Eintritte. Meine Empfehlung ist die 4-Tages-Harzcard für 57,- EUR. Denn mit dieser gibt es sogar eine Brockenfahrt mit der Harzer Schmalspurbahn inklusive.
  • Vergesst nicht eure Stempelhefte der Harzer Wandernadel. Hier ist empfehlenswert, dass jeder seine eigenen Pässe hat: Allgemeines Stempelheft, Goethe, Harzer Hexenstieg, Grenzsteig, etc.). Ihr könnt diese bestellen oder auch in vielen teilnehmenden Tourismus- und Kureinrichtungen erwerben.
  • Fahrt gemütlich mit der einzigartigen Harzer Schmalspurbahn durch die Gegend oder auch auf oder runter vom Brocken. Auf der Website könnt ihr euch über Fahrpläne und Preise erkundigen.
  • Höchstwahrscheinlich habt ihr im Harz eine Unterkunft und müsst eine Kurabgabe entrichten. Mit der Kurtaxe erhaltet ihr ein Gutscheinheft. Darin sind Gutscheine für Vergünstigungen, ihr könnt damit aber auch kostenlos den ÖVN benutzen (Busverbindungen). Für Details schaut in euer Gutscheinheft.
  • Wenn ihr auf euren Touren vorhabt gastlich einzukehren, sucht und schaut vorher im Internet nach der gewünschten Gastronomie und nach den Öffnungszeiten. Denn damit erspart ihr euch Überraschungen wie „für immer geschlossen“, „Betriebsferien“, „heute zu“, „bin nicht da“ oder „gibt es nicht mehr“.
  • Man kann sich von den Tourenvorschläge der Harzcard inspirieren lassen.
  • Achtet bitte immer daran eure Stempelhefte dabei zu haben. Falls ihr sie mal vergessen haben solltet, empfiehlt es sich Fotos vom Stempelkasten außen (Name des Stempels) sowie von innen (HWN Nummer) zu machen. Man kann dann im Servicebüro der Harzer Wandernadel nachstempeln. Übrigens, diese Fotos zu machen empfiehlt sich auch wenn der Stempel defekt sein sollte oder überhaupt nicht vorhanden ist (Diebstahl, Vandalismus).
  • Wie gesagt, die erste Informationsquelle der Harzer Wandernadel ist die offizielle Website. Darüber hinaus empfehle ich aber auch die wunderbare Seite von Jens Langlott. Von ihm gibt es auch in schöner Regelmäßigkeit die passenden Bücher.
  • Das Wetter im Harz ist manchmal sehr interessant. Vor allem wenn man im Nationalpark unterwegs ist. Hat man unten Sonne und es ist warm, kann man weiter höher schon im Schnee laufen und es ist bitterkalt. Daher habe ich für den Fall der Fälle im Rucksack immer ein paar leichte Handschuhe, Schal und Mütze dabei. Eine Regenjacke sollte ebenfalls nicht fehlen.
  • Der einzige Achttausender im Harz: Brocken-Benno
  • Harzinfo.de: Erste Anlaufstelle für Unterkünfte, Veranstaltungen und Urlaubsangebote im Harz.
  • Der Nationalpark Harz: Alles über die sagenumwobene Bergwildnis mitten in Deutschland.
  • Harzer Bergwald: Blog, Wandern, Trecking im Harz

Schloss Wernigerode (Harz)

Soweit die paar Anregungen. Demnächst möchte ich euch in loser Reihenfolge ein paar persönliche Highlights und Tourentipps vorstellen. Ich denke da beispielsweise an:

  1. Erlebnisse in und um Wernigerode
  2. Ein schöner Tag in Bad Harzburg
  3. Der Brocken lässt niemanden kalt
  4. Die 9 Stempel von Drei Annen Hohne nach Ilsenburg
  5. Was macht denn da der kleine Quedlin?

Freut euch also auf mehr, hier in meinem Blog und auf schöne Zeiten im Harz. Vielleicht trifft man sich ja mal auf Stempeljagd. Das kommt nämlich gar nicht mal so selten vor, dass geneigte Leser mich persönlich treffen und einen exklusiven Schirrmi Kaiserstempeldruck in ihr Stempelheft erhalten.

Machts gut!

P.S.: Ja, ich lebe noch 🙂

 

Musikalischer Körperkontakt

Heute mal, alt und senil, erinnere ich mich an ein paar Geschichten, denen meine Zuhörer wohl langsam drüssig werden.

Wie ich beispielsweise Bob Geldof nach einem Museumsmeilen-Konzert in Bonn in den Arm nahm und ihn zu einem Bierdeckelautogramm für M. bewegte. Oder damals in Rheinbach, als ich in der Disko den jungen Wolfgang Niedecken beim Schweißabwischen half. Oder als mich mal in Siegen ein überaus großer, schwarzgekleideter Hüne aus der Menge fischte und mich hinter der Bühne zu Justin Sullivan brachte, mit dem ich lachte. Oder als ich Viktor in Kölle kennenlernte, der draußen genussvoll eine Ziggi schmauchte, nach einem geilen Gig in der Band von Moneybrother.

Justin Sullivan kenne ich nun seit sehr vielen Jahrzehnten. Und er mich. Nach einem Auftritt auf der Rheinkultur Hauptbühne hatte er wohl noch keinen Bock pennen zu gehen. So hat er allein, ohne Strom, auf der „grünen Bühne“ noch mal nachgelegt. Ein privates, persönliches Aug-in-Aug-Konzert mit all seinem Zorn auf Ungerechtigkeiten und seiner Liebe den Menschen und der Welt gegenüber. Mahnung – Protest!

Auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz war ich auf einem weiteren Konzert von New Model Army. Das, und wie es dazu kam, ist eine eigene Geschichte wert. Hinter mir war die NMA-Crew in ihrer Soundbox und ich spendierte ein paar frisch gezapfte Weizenbiers. Die durstigen Männer waren so dankbar, dass Sie mir das handschriftliche Liedsetup von Justin schenkten. Es ist nicht eingerahmt an einer meiner Wände, sondern befindet sich im Besitz der M.

Und jetzt ALLE:

Vergangener Hüftschwung

Wissen Sie was? Im Laufe eines erfüllten Lebens denkt man über manche Dinge nach. Dinge passieren. Man wird weiser und kann über die ein oder andere Begebenheit (wieder) schmunzeln.

Ich denke grade an den Typ aus unserer Stufe. Der mit den wenigen Haaren am Hinterkopf. Er war bekennender Fan von so einer Schwuchtelband. Das wusste jeder und es hat auch jedem leid getan, dem die Hand ausgerutscht ist, und ihm auf den Hinterkopf klopfte.

Er hatte immer die neuesten Alben, sogar als einer der ersten einen Walkman von Sony. Wir fragten rissen ihm die Kopfhöhrer von den Ohren um selbst mal zu hören was reiche Früchtchen so akustisch erleben. Er hat nie jemanden was getan. So hielt ich mich zurück. Denn, so dachte ich, wenn der Mob mal ein anderes Opfer sucht..

Ich hatte die schönsten Mädchen. Die schönsten, intelligentesten. Angehende dies und jenes. Ich bot mich an. Ein Zuchthengst vor dem Herrn. Aalglatt, sportlich und selbsteingebildet, immer für einen Drink gut.

Zauberer? Jerry Lewis? Muhamed Ali? Bruce Lee? Goethe, Schiller? Ich konnte alles – und noch viel mehr. Ich war beeindruckend und drücke noch jetzt. Jeder Einer konnte sich von mir eine Scheibe, wenn nicht noch mehr, abschneiden. Haha, hihi, said the clown – mir das Wasser reichen? Nee, das konnte keiner.

Jetzt wurde sogar aktuell ein Foto ungefragt von mir veröffentlicht. Dunkel erinnere ich mich an die 3 Dosen Tuborg, in Rheinbach – im Freizeitpark.

Meine Güte! Ich jonglierte, machte Leichtathletik, versilberte Mühle und Schach, war die Glückseligkeit der Menschen die die Freude hatten mich erleben zu dürfen. Und dann das! Ein Bild von mir von hinten..

Das Leben kann manchmal Scheiße sein!

Euer Schirrmi

Über die Dummheit

Der Kiezschreiber ist mir immer wieder ein Quell der Freude und der Erkenntnis. Er brachte mir Dietrich Bonhoeffer in Erinnerung, diesen beeindruckenden Menschen und dessen Biographie ich in meiner Jugend in der Schule kennenlernen durfte.

Folgendes (Auszug) von ihm ist immer noch sehr aktuell:

Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. Gegen das Böse läßt sich protestieren, es läßt sich bloßstellen, es läßt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurückläßt.

Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch durch Gewalt läßt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht geglaubt zu werden – in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch – und wenn sie unausweichlich sind, können sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseitegeschoben werden.

Dabei ist der Dumme im Unterschied zum Bösen restlos mit sich selbst zufrieden; ja, er wird sogar gefährlich, indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht. Daher ist dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber dem Bösen. Niemals werden wir mehr versuchen, den Dummen durch Gründe zu überzeugen; es ist sinnlos und gefährlich.

Erste Brockenwanderung / „Bücherverbrennung“

Hey Leute,

nach andauernd grausigen Begebenheiten im beschaulichen Zehnhausen, erinnerte ich mich an meine lieben Umzugshelfer die mir damals Hunderte, wenn nicht Tausende, eventuell auch Millionen Büchern, fein ordentlich in Kartons verpackt, in mein neues Heim schleppten. Vielen lieben Dank nochmals!

Unerwartet und unter schlimmsten Umständen, verursacht von überaus dummen Menschen einfachsten Lebensformen, werde ich demnächst mein heimeliges Zuhause verlassen müssen. Obwohl noch kein Termin für einen neuerlichen Umzug feststeht, denke ich schon jetzt, frei nach der Konmari-Methode, über den Abwurf von Ballast nach. Was liegt da näher als meine Bibliothek?

Seit, und auch schon vor meiner Geburt bin ich ein Büchernarr. Ich fresse Wissen, Literatur und sonstige Köstlichkeiten wie andere Leute atmen. Jetzt soll fast alles weg. Beim vor- bzw. aussortieren fiel mir ein alter Harzer Reiseführer in die Hände, reichte ihn an die geliebte L weiter, die, stante pede eine alte Quittung zwischen den zerlesenen Seiten fand. Ich erinnere mich..

Im Jahr 2004 war unsere (Die Kleinen – F., M., S. und meine Wenigkeit) Nacht um 2 Uhr im Norden Thüringens zu Ende und wir fuhren noch ohne nennenswert ausgebaute Straßen Richtung Torfhaus mit dem Vorhaben den Brocken zu erwandern. Unter eisigsten, dunklen Umständen erklommen wir gemeinsam den höchsten Gipfel des nördlichen Deutschlands. Ich versuchte die Stimmung hoch zu halten, versprach Aussicht auf einen Sonnenaufgang auf dem Brocken, Frühstück und für die Dame – einen WC-Besuch. Geschissen, Herr Major!

Alles war noch geschlossen und die Pisse der Dame gefror in der gebückten Brockenluft zu einem wie verwehenden Zauberstab. Jammerei allenthalben!

Runter geht immer. Runter geht besser, auch weil ich warme Getränke und Futter am Fuß des Brockens versprach. Und da sind wir wieder. L. fand im Harzer Reiseführer die Quittung unseres köstlichen Verzehrs. Welche Wohltat für Leib, Geist – und Füße. Heute sieht dort in Torfhaus alles anders aus. Aber damals, wir gingen in der Nacht alleine hoch und gingen alleine runter. Im Gasthaus unten, waren wir ebenso alleine. Und labten uns an heißen Getränken und Kuchen. Um 11.11 Uhr kam die Rechnung. Hellau!

Heute ist es anders. Eine Menge Menschen in einem Tourismusgebiet. Wie war das wohl vor 2004? Und tagsüber?

Die Kids waren noch sehr klein und jung. Sie haben den Brocken gemeistert. Wir, sie sind stolz. Wir leben noch!

Euer Wanderkaiser Schirrmi I.

Schirrmi - Goethe-Weg-Brocken 2004
Schirrmi – Goethe-Weg-Brocken 2004

 

Dies und das

Gibt es hier im Süd- bzw. Hochschwarzwald Höhlen? Jedenfalls ist mir noch keine bei meiner umfangreichen Wandertouren begegnet. Dafür fiel mir auf das manchmal ein paar untere Äste oder Baumstümpfe am Wegesrand farblich markiert sind. Das waren mal blaue, mal rote, ab und zu auch gelbe aber immer sehr kräftige, leuchtende Farben.

Wenn man also darüber nachdenkt dass es bei den Schwarzwäldern für kunstvolle und Jahrtausende überdauernde Höhlenmalereien intellektuell nicht gereicht haben soll und sie stattdessen wahllos Farbspritzer im Wald verteilen, dann kann man nur zu einem Schluss kommen: Die Zecken sind schuld! Denn können sie nicht sogar als Krankheitsüberträger schädlich für das schwarzwäldlerische Gehirn sein?

Was ich überaus positiv erwähnen muss, ist die Lernwilligkeit der Schwarzwälder Eingeborenen. Denn um Satzzeichen zu lernen, hängen sie sich einfach irgendwelche Satzzeichen in ihre Wälder. Ich habe mal ein Beispiel dokumentiert. Hier lernen Sie grade das Ausrufezeichen!

Um zu verstehen in welcher Gegend ich als armer Tropf hier in der Anstalt meine langen, würdelosen Wochen fristen muss, möchte ich den bekannten Reiseschriftsteller Jensen zitieren, der um 1901 unter anderem schrieb: „Das Wehratal erregt den Gefühlsausdruck eines unendlich gedehnten, schmalen Kerkers, aus dem kein Entrinnen möglich fällt, nur höchst selten steigt einmal ein kleiner Pfad steil an den Felswänden empor; es ist vollständig unbewohnt und bietet wohl die längste Strecke menschenloser Einsamkeit im Schwarzwald, denn von Wehr bis Todtmoos befindet sich, drei Wegstunden lang, keine Ortschaft und kein Haus.“

Nach dem Ergometer-Training ging ich raus, im Flur wartete schon die nächste Gruppe. Ich rief mit stolz geschwellter Brust und mit blitzenden Augen zu den wartenden Damen und Herren, dass ich mittlerweile mit einer Wattzahl von 250 trainiere, bei einem Puls von 65. Hinter mir erscheint der Therapeut und ruft laut: „Es verhält sich umgekehrt!“. Das Schwein!

Wer mich kennt, weiß dass ich bei Vorträgen etc. gerne einschlafe. Denn meist sind die Themen so uninteressant und die Redner so dermaßen uninspiriert, dass ich einfach abschalte. Das gilt selbstverständlich nicht für mich wenn ich mal wieder Predigten halte. So auch letztens bei einem Vortrag über körperliche Aktivität oder sonst irgend so einen Mist. Ich schlief einigermaßen unruhig während von vorne die langweiligen Sätze plätscherten. Die folgenden Wortfetzen drangen irgendwie in mein Unterbewusstsein: Extrem schläfrig und bequem; Groß und pelzig; Manipulativ; Hält sich an keine Regeln und Vereinbarungen; Kommt ohne Vorwarnung; Bewaffnet mit Psycho-TaktikenHah! Bei den letzten Wörtern endlich schreckte ich laut grunzend, fürchterlich mit den Armen fuchtelnd auf und atmete laut nach Luft schnappend ein um die versammelte Gemeinschaft niederzubrüllen warum denn hier über mich gesprochen wird, da sagt die Referentin noch: „.. und so müssen wir alle Tag für Tag unseren inneren Schweinehund überwinden.“ Ach so, es ging nicht um mich. Da haben die noch mal Glück gehabt!

Wussten Sie schon was „Todtmoos“ bedeutet? Ich hörte einige Erklärungen. Aber das plausibelste „lief“ mir gestern über den Weg. Bzw. lag auf dem Weg:

Schon seit ca. 14 Tagen ist der Gemeinschaftsspeisesaal Nationaldeutsch geschmückt. Das verdirbt mir regelmäßig den Appetit. Kotzen könnte ich wenn ich das sehe. Ich finde das gehört sich nicht. Ja, sollen sie sich doch mit geplatzten Hämorrhoiden einscheißen und pissen damit ihre Unterhosen völkisch korrekt aussehen. Aber wenn ich zum Mittagessen als Alternative zu Fisch das Tofu-Gericht nehmen muss, mich im Speisesaal in das Jahr 1933 zurück erinnert fühle, dann liebe Anstaltsleitung, ist das nicht förderlich für meine (und eure) Gesundheit.

Des armen Sünders Bußwanderung

Ich bin bereit, oh Herr! Gestern beichtete ich Dir meine sündige Seele und ich erfuhr eine gewisse Erleichterung wenngleich auch Du Deine gnädige Hand noch nicht über mein armes Haupt ausgestreckt hast.

Oh großer Gott! Jehova! Karl-Otto, Winnetou, mein Schöpfer der Himmel und der Erden. Wie Du auch heißen magst. Rudi Völler, Klabautermann, Osterhasi, Pimmelfresse, Dummbatz – ja, egal wie Du auch heißt, ich flehe Dich an, erhöre mich, Dein kleines, süßes, bußfertiges Menschenkind.

Versprochen habe ich Dir zu Ehren eine Wanderung. Ja, ich werde in Deinem Namen wandern. Wandern, in Deinem Namen, wie Du auch heißen magst, durch den schwarzen Wald. Knechte mich dabei und blicke in meine blauen, ehrlichen Hühner Büßeraugen. Ich werde furchtbar Buße üben und Dich loben und preisen, oh Herr Wasweißichverdammtnochmal. Sende mir Zeichen und ich werde darnieder knien ob Deiner Allmächtigkeit und Güte.

Ich gelobe treu zu wandern nur mit Badehose und –kappe und Wanderschuhe bekleidet und dass ich bei jedem Zeichen das Du mir senden magst, zu tun einen 3,5 fachen Flick-Flack, einen 5 fachen Salto rückwärts, 4,5 tiefe Atemzüge an einer blühenden Birke, 18 mal die Schnürsenkel zu öffnen und wieder zu binden, zu schauen in den Himmel mit vielsagendem Augenaufschlag und dabei einen fahren zu lassen sowie zu trinken ein jedwedes Mal ein Fläschchen doppelten Rittberger.

Denn wie sagte so treffend der hl. Judas Thaddäus? „Auf gleiche Weise geben auch diese sich dem Taumel hin und beflecken das Fleisch, verwerfen die Hoheit des Herrn und lästern die Herrlichkeit.“ In diesem Sinne also wanderte ich frohgemut und empfang seine Zeichen und tat mannigfaltig Buße. Doch sehet selbst..

Oh, mein Gott! Waren meine Sünden so schwerwiegend? Waren es doch unverzeihliche Untaten? Warum hast Du mir auf einer Strecke von 16km hinter jeder Wegbiegung, auf jeder Lichtung, an jedem verdammten, kleinen Pfad ein Kreuz oder eine Kapelle als Zeichen gesandt? Und warum gelobte ich 3,5 fachen Flick-Flack? Denn jetzt habe ich einen blutigen Schädel und Kopfweh von dem ich nicht weiß ob er von den Flick-Flacks oder den doppelten Rittbergern herrührt.

Im Ernst, Leute. Auf der Hochebene oberhalb von Titisee-Neustadt wollte ich einfach nur ein wenig wandern. In Ruhe. Aber echt, am laufenden Band waren da Kreuze, Kapellen oder sonstige Götzenbauten. Hätte ich nie geglaubt wenn ich es nicht selbst erlebt hätte. Und man wurde weder im Wanderführer noch vor Ort in irgendeiner Art und Weise vorgewarnt. Jetzt weiß ich warum ich noch nie beichtete.