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Nur so (11)

Einen wunderschönen guten Tag, liebe Leute. Heute gibt es mal wieder ein wenig Futter für euch. Nein, keine Reste der von mir höchstpersönlich geschnittenen, ehemals 3,5 Meter hohen Hecke. Auch nicht die Unkrautreste die ich auf diesem fremden Riesengrundstück mit der Hand und krummen Rücken entfernte. Auch nicht die Neun Grasfangsackfüllungen des Wiesenschnitts die ich in großer Not aufgrund der Menge irgendwo entsorgte. An dieser Stelle: „Hallo liebe Nachbarn! Ich hoffe ich bekomme auch in Zukunft selbstgemachte Marmelade von euch.“ :-). Diese für mich ungewohnten Handlungen geschahen nur aufgrund des Besuchs der sehr verehrten, lieben C. Aber das ist ein anderes Thema.

Nein, ich meine Ihr bekommt mal wieder passend zu meiner hart und genüsslich ersoffenen und erfressenen Bikinifigur dürre Wortfetzen und abgemagerte Satzfragmente. Denn bekanntermaßen bin ich ein Freund von Enthaltsamkeit und als euer Lehrmeister unterstütze ich nicht dass Ihr reinsten und sinnvollsten Geboten zuwiderhandelt. So ungefähr möchte ich eventuelle längere Schirrmiabstinenzen erklären. In Sarkasmus Genügsamkeit und Askese ist die ewig währende Freude zu erblicken.

Jetzt bin ich froh, der Blogtitel sagt ja eigentlich schon alles, euch ein paar meiner unsortierten Gedanken teilhaftig werden zu lassen. Und ich bitte um keinen Gram der vielleicht unter euch entstehen sollte angesichts dieser kurzen, klugen und keilen, sorry, steilen Einleitung.

Es passiert ja derzeit so viel auf der Welt, man weiß gar nicht wo man anfangen soll. Schwarze Blöcke werden initiiert, sie sind nicht Freund sondern Feind. Der Staat hatte es sich das anders ausgemalt. Denn die zu bekämpfenden Bürger mit ihren vermaledeiten Grundrechten waren nicht dabei. Bürger-, Grund- und Menschenrechte wurden schon im Vorfeld als No-go-Area erklärt – man sollte nicht sagen können was einen erwartet wenn man davon zu viel erwartet. Krieg gegen die eigenen Bürger. Die eigentliche Staatsgewalt wurde umgedreht. Denn diese geht eben nicht von den gewählten Kriminellen aus wie manche Dösbattel in schwarz und mit Helmen und Knüppel meinen, sondern immer noch vom Volk. Alles andere ist Gehirnwäsche und die Besten der Besten, die können es halt noch am besten. Fake-News verbreiten. Göbbels grinst und geifert wie schön und noch viel besser es die Heutigen können, die die von Fake-News reden. Um von sich abzulenken. Diejenigen die „Haltet den Dieb!“ rufen und noch nicht mal klammheimlich mehr die Menschen im Meer ersaufen lassen.

Aber meine Weltordnung wurde heute wieder grade gerückt. Während nämlich unsere Bundesregierung am dritten Weltkrieg arbeitet, fiel in China ein Sack Reis um. Von beidem hören wir grade nichts in den Schlagzeilen. Schlimm aber darüber hinaus, dass der Hass, der alleinige Weltübel nun hier im beschaulichen Westerwald angekommen ist. Denn die Einschläge kommen näher. Sehr nahe. Seht diese Entsetzlichkeit selbst:

Ich bin geschockt! Das sowas passieren kann! Ich breche mir mein Zahngold raus und vergrabe es unter meiner neuen Pilzkolonie im Garten damit der Rollstuhlfahrer nichts davon abbekommt. Mutti ebenso wenig. Für meine Lieben: Es ist neben meinem Komposter-Allerlei falls ich hier mal mit ein paar Wattebäuschen Gummigeschossen am Kopf darniederliege.

Ach was! Ich rege mich nicht auf. Ihr habt mich noch nicht aufgeregt erlebt. Erregt ja, hihi.. Aber das soll ja hier kein Pornoblog werden. War auch bald wieder frohgemut als ich den Mimimi der Woche sah. Wir wussten es ja schon lange dass seine Kindheit beschissen war. Aber jetzt offiziell:

Ja, weinen könnte ich auch. Schlagzeilen mache ich nicht. Außer ich wollte schlagen. Und das meine ich nur rein physisch. Also keine Sorgen. Da unter den Helmen, sind indoktrinierte „Kriegshelden“, sind unsere Brüder, Väter, Söhne, Freunde. Sie sind nicht sichtbar und wollen es auch nicht. Schon immer und noch heute wollen die Täter ihre Taten entschuldigen. Maskierte Schlägertrupps ohne Gesicht und Namen. Schaut euch um, auch in eurem Familien- und Freundeskreis gibt es diese Leute vom schwarzen, knüppelschwingenden Block. Oft sind sie vom Staat in prekäre, auch schlimmste finanzielle Situationen gebracht worden – dass sie keinen anderen Ausweg mehr sahen. Doch schaut hinter die Masken und versucht, auch wenn es schwer fällt, den Menschen dahinter zu erkennen. Es ist Dein Bruder, Vater, Sohn und Freund der aufgewiegelt und missbraucht wird.

Und kann mir bitte mal jemand verraten warum da diese Nachbarpflanze ein Haarnetz angezogen bekam?

Ich kann aus eigener Beobachtung versichern dass die Vögel Mittel und Wege finden um darunter zu vögeln sich essen zu holen.

Demnächst mehr in diesem Kino. Allzeit bereit!

 

Erst vögeln dann Drama

Frühling. Die Klamotten werden immer weniger und auch dünner. Gefühle. Jedes Jahr eine kleine Wiedergeburt mit einer wie neu erlebten Pubertät. Ich nenne es Geilheit. Auch wenn es manchmal eklig ist sich einen fast halbhunderdjährigen vorzustellen wie er mit einem Rohr ohnegleichen durch die Welt lustwandelt. Erwähnte ich schon dass etwas weiter geschnittene Businesshosen in so einem Fall von Vorteil sein könn(t)en? Erst vögeln dann Drama weiterlesen

Diebe, Wadenbeißer und hochnäsige Herrscher

Kaum aus dem Winterschlaf erwacht, kürzlich eine immer noch unbegreifliche Zeitumstellung erlebt, stehe ich hier schmauchend vor der Tür und sinniere vor mir (mich?) hin. Frühmorgens, Knochenmühle, Raucherplatz.

Das erste Tagwerk, den Compi in die Dockingstation gesteckt, am Netzwerk angemeldet, kurz die Systeme und hochbrisante Emails gecheckt, der Pfefferminztee zieht vor sich hin – ich gehe runter um meine erste Ziggi zu mir zu nehmen. Ruhig. Ein. Aus. Atmen. Ruhig. Nicht daran denken was passiert wenn die Anderen kommen. Erstmal alleine sein. Zu sich finden. Vor dem großen Stress.

Frühmorgens ist die Welt sehr schön. Der Himmel, die Wolken. Den frühmorgendlichen Aufweckkuss mit dem süßen, über die Straße laufenden Fellvieh ausgetauscht, hach! Dann der Sonnenaufgang. Unwirklich, atemberaubend. Da, dahinten sehe ich die Schlote meines Industriebetriebs. Wenn ich mein kleines Näschen recken wollte könnte ich den herrlichen Duft von Plastik riechen. Der heiße Dampf, die Abgase brechen sich in rosaroten Farben am Horizont, erzeugen bunte Wolken – schöner als die Natur es machen könnte. Die hohen Silos stehen schwarzschattiert im Vordergrund wie Mahnwachen vor einer großen Gefahr wo wir noch nicht wissen dass sie unweigerlich über uns kommt.

Herrlich! Alleine! Farben! Bevor das Roulette anfängt zu drehen denke ich an Kafka. Man kann unschuldig sein, erwartet und fürchtet trotzdem seine Hinrichtung. So beginnt jeder Tag.

Ich schaue nach vorne und sehe seit Wochen dass ein Elster-Pärchen mit liebevoller Hingabe ein kunstvoll geflechtetes Nest bauen. Etwas grob, zugegeben, aber hinreichend groß in einer Astgabel eines Baumes der noch keine Blätter hat. „Sehr sichtbar“ murmelte ich zu mir. So sichtbar dass dieses Nest auch von anderen liebestollen Lebewesen recht begehrenswert ist. Wenn das Elsterpaar weg ist (Aldi, Lidl, Späti, usw.) kommen dann die Meisen, laut kichernd. Sie zanken sich, der alliierte Luftkampf im 1. Weltkrieg war ein Scheißdreck dagegen, mit den Spatzen um dieses wunderschöne, große in der Astgabel gebaute Schloss. Und ich schaue zu und weiß was passiert.

Von weitem hört man schon ärgerliches Geschnarre. Kampfformation, die bunt, wie Edelsteine im morgendlichen Sonnenlicht glitzernden Schweife ausgebreitet, böse blickend sowie hinterlistig von zwei Seiten kommend – Mama- und Papa-Elster wie abgesprochen nehmen sie sich die frechsten vor, die Spatzen. Die Meisen geben kampflos auf, während ein vorwitziger Sperling noch im fremden Nest hockt, zugegebenermaßen vor Angst in die frische Kinderstube kackt, laut plärrend und einige Federn lassend das Weite sucht. So – die diebischen Elstern, obwohl ich diese Eigenschaft noch nie in Natura kennen lernte, machten die Brust breit, voller Adrenalin verteidigten sie die zukünftige Kinderstube, verjagten die kleinen Wadenbeißer (die richtig, richtig mutig sind) während ein Bussard, hochnäsig, oben im Himmel leise kreisend sich das Geschehen ansah, wahrscheinlich mit dem Gedanken „ich komme wieder, wenn das Nest belebt ist“, abdrehte. Ich ging in mein Büro und ließ der Natur ihren Lauf.

Bis Morgen Ihr Verrückten!

Schirrmi