Schlagwort-Archive: Knochenmühle

Nur so

Ab und zu flöten ja ein paar Blogkommentare rein. Vielen Dank dafür! Ja, auch für die Penis-Kommentare *knicks*. Allerdings halte ich mittlerweile wenig davon, einen solchen Kommentarbereich zu haben. Der unbekannte Kumpel, da aus dem verschissenen Berlin, hat genug dazu geschrieben, mehr Nach- als Vorteile zum Besten gegeben.

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*** EILMELDUNG: Dr. Angela Merkel ist tot! ***

„EILMELDUNG: Dr. Angela Merkel ist tot!“, diese Schlagzeile schoss mir siedend heiß durch den Kopf als ich im Internet ein Foto unserer Bundeskanzlerin mit geschlossenen Augen sah. Oh je, was habe ich mich da erschreckt! Unsere Mutti, oh weh! Ich musste mich schlagartig entleeren. Aber ich kann Entwarnung geben. Das war lediglich eine Aufnahme von dem pennenden Merkelchen auf der Regierungsbank als irgend so ein Drecksack, so ein oppositioneller auch noch, ein Hundsfott durch und durch, die Regierungspolitik der Mutti kritisierte. Puh.. auf den Schreck erstmal einen Nussschnaps. *** EILMELDUNG: Dr. Angela Merkel ist tot! *** weiterlesen

Lagerkoller

Schon lange nichts mehr hierhin gesudelt, obwohl es doch grade so viele Geschehnisse gibt. Nicht allzu sehr bei mir, sondern so im Allgemeinen. Habt ihr sicher schon mitbekommen. Die allgemeine Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, steigende Armut und sonstige geringfügige Einschränkungen sind bislang an mir persönlich vorüber gegangen. Diese Dinge machen mich betroffen, damit ihr mich richtig versteht. Aber ich habe meinen Job noch, und führe ihn per Homeoffice-Location aus und erhalte dafür immer noch pünktlich mein Schmerzensgeld. Damit darf ich mich zu den Glücklichen zählen.

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Nur so

Offiziell ist die 1. Welle wohl vorbei. Nach vielen Wochen Homeoffice hat die Knochenmühle angeordnet, dass wir uns alle doch wieder in dem wunderschönen, neuen Verwaltungsgebäude einzufinden haben. Großraumbüros, weite Hallen, viele Kolleginnen und Kollegen, der liebste Chef der ganzen Welt von morgens bis abends direkt mir gegenüber an einer Vierertischgruppe. Wie habe ich das vermisst! Den ganzen Tag seine liebe und angenehm leise Stimme zu hören. Sein zurückhaltendes Kauen, Schmatzen, Röcheln, Stöhnen beim Essen seiner mal 300 Pfund gemessenen Frühstücksmenge. Aber auch seine Gesprächspartner zu hören, wenn der liebste Scheffe der Welt mit der immer unzureichenden Technik kämpft und sein Headset, seine PC-Lautsprecher, seine Monitor-Lautsprecher, sein Telefon – tja, alles gleichzeitig laut zugeschaltet ist, wenn er telefoniert. Der Hit! Jeden Tag, von morgens bis abends. Nur so weiterlesen

Zeit zum Feiern!

Leute! Heute ist für mich ein glücklicher Tag! Ach! Was sage ich? Nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie – meine Kinder, meine Ex-Frau, meine Jetzige-, meine Freunde, meine Verwandten – die Nachbarn! Ich erhielt nämlich grade von der Knochenmühle eine wunderbare Nachricht – in einer fremden Sprache, sorry:

„We are pleased to inform you that your annual gross salary will be increased..” und weiter: “Thank you for your hard work and commitment through a challenging year..”

Ich habe direkt und ohne groß darüber nachzudenken den lokalen Festausrichter engagiert der gleich Champagner und Gedöns auffährt, eilte zur Bank und habe einige, EINIGE, Scheine gezogen für die Geldscheinkuverts meiner Lieben und per großzügig versicherte Wertpakete auf die Reise geschickt. Jetzt sind schon fast alle Nachbarn und sonstige Leute da, die sich mit mir freuen wollen. 87 Leute haben sich auch noch angekündigt um mit mir die frohe Botschaft, meine Gehaltserhöhung, zu feiern.

Ach, wie wunderbar ! Wir schunkeln und singen gemeinsam: „Sooo ein TAAAG! So wunderschön wie heute..“

Verdammt, was ist das denn? Scheiß Mathe! Bin ich blind? Haben die da einen Rechenfehler? Kann ja jedem Mal passieren. Aber die Region sollte doch irgendwie stimmen. Sehe ich das wirklich richtig? 0,7625 EUR Gehaltserhöhung pro Arbeitsstunde? Und das auch noch Brutto? Die Hälfte geht davon noch ab?

Ich breche zusammen! Habe ich heute an diesem herrlichen Sonnentag zu viel an den Margariten geschnüffelt?

Und wer soll die Rechnung bezahlen?

Der neue Bürokalender 2018

Das neue Jahr fängt hier in der Knochenmühle einigermaßen schmunzelnd an. Denn mein „großer“ Lieblingskollege hat einen Büroabreißkalender „Die besten Sprüche für lange Bürotage 2018“ besorgt und auf unserem Schreibtisch gestellt.

So geschah es am 2. Januar, wie immer war ich fast der Einzige und darüberhinaus auch – wie immer – überaus motiviert, da kommt Scheffscheff an meinen Platz wegen mach mal dies, mach mal das. Und schaute erst interessiert, dann irritiert auf den Abreißkalender. Daraufhin drehte er sich rum und wart für den Rest der Woche nicht mehr gesehen. Das Jahr fing also relativ gut an.

Was der 2. Januar-Spruch war, weiß ich nicht mehr. Aber der heutige ist auch nicht schlecht:

Wir bleiben unsrem Grundsatz treu: stets faul, doof und arbeitsscheu.

Na? Wollt ihr jetzt täglich einen neuen Spruch haben? Ich meine für die Mitmenschen, die wie ich kein Mitglied von Fratzenbuch etc. sind. Denn da gibt es ja wohl genug davon.

Frohes Neues, Ihr Narren!

CCR im Ghetto

Nach heutigen Maßstäben war ich noch klein / jung. Den üblichen Spielplatzprügeleien entwachsen, den Nachstellungen der Kaffeedamentanten in Form von anzüglichen Sprüchen und den faltigen Händen auf meinem Körper „schöne, starke, junge  Muskeln“ konnte ich mittlerweile Paroli bieten. Es lief gefühlt immer Roger Whitaker, Deine Spuren im Sand oder sonst so was. So wie heute Helene Fischer bei Törtchen und Sektchen und Grinsen bei Tagesschau und gemeinsam schunkelnd und feuchtfröhlich mit der neuen Deutsch-Polnischen Freundschaft klüngelnd.

An dieser Stelle: Viele liebe Grüße S. wir finden Dich rattenscharf! Deine Kollegen.

Es war zwischen einer gescheiterten Schulkariere und noch vor der drohenden Einziehung in die Bundeswehr. Machte mal dies, mal das. Half beim Töpfern mit, betätigte mich in der Landwirtschaft, verunsicherte Möbelkunden den korrekten Liefertermin, war zu den Weihnachtssamstagen geschniegelt in einem feinen Bonner Leder-Laden zugange, half diversen Mädels beim Zeitungsaustragen, war ein Jungquell für todesgeweihte Damen im Krebsendstadium, schob sie mit Witz und Unterhaltung durch die Gegend, klaute auch mal irgendwo eine Schachtel Kippen. Ich ließ mich bei einem verbrecherischen Versicherungskonzern auf Schneeballsystembasis anheuern und verkloppte Versicherungen.  Ich war zeitweise in einer Punkband und wir hofften auf Almosen und keine Bierflaschen an unsere Schädel. Ich wühlte im Sperrmüll und baute aus Ersatzteilen Fahrräder zusammen um sie zu verkaufen. Ebay gab es noch nicht.

Ich lernte Mädels und Damen kennen. Gab mich wie gewünscht mal gebildet, mal wie ein Raubtier. Alles gut für eine Zeitlang trocken schlafen zu können – an fremden Kühlschränken habe ich mich ungefragt bedient. Ich hatte Hunger.

Ich schweife ab!

Also werden Sie vielleicht demnächst die Fortsetzung lesen. Denn ich muss am morgigen Samstag mal wieder als Arbeitsnutte für die Knochenmühle tätig sein.

Liebe Grüße von mir und meinem inneren Ghetto,
Schirrmi