New Model Army – Weihnachtskonzert 2016

comp_nma-2016-koelle-originalticketEs ist noch was offen. Außer meinem Herzen, meinen ungläubigen Augen, die nach oben offenen Ungerechtigkeiten und diverse sonstige Dinge. Und damit meine ich nicht meinen Arsch. Nein. Der NMA Bericht gilt es zu erledigen und in die Welt zu pubsen. Aber, wie ich grade nach links erwähnte, ich habe irgendwie keinen Bock. Aber das ist eine nicht erledigte Aufgabe, somit will ich hier mein Bestes tun.

New Model Army! Wie ein Jahrhundertuhrwerk waren sie pünktlich kurz vor Weihnachten wieder in Kölle. Und ich war wieder dabei, ebenso pünktlich und planbar. Gut dass NMA Weihnachtskonzerte zelebrieren und nicht Neujahresgedöns abfeuern. Denn so haben wir ein wildes, schönes Feuerwerk in Form von Mensch- und Herzlichkeit, immer noch laut und voller Empathie vor dem christlichen Fest und noch weit vor guten Vorsätzen.

Justin Sullivan, mittlerweile 60 Jahre alt, hat was zu sagen. Und das tut er. Mit Vehemenz und Kraft, mit Zorn und mit aus dem Herzen kommendem Mitgefühl für all das Leid was auf der Welt geschieht. Mit seinem prägnanten, strahlenden Lächeln nimmt er mich, uns und die ganze Fangemeinde mit auf eine Reise aus der Vergangenheit in die Zukunft und mit ihrem neuen Album „Winter“ finden wir uns in der Gegenwart wieder. Seine Mitstreiter waren ebenso wild und auf musikalischer Höchstform so dass nicht nur mein linker, dicker Zeh wippte bei Songs wie Vagabonds, 51St State und Green and Grey. Sie fingen mit vielen neuen Songs an die ich das erste Mal hörte und auf die Worte lauschte. Es war alt und neu und eindringlich!

comp_img_9933_nma-2016Geplant war ein grandioser Rockabend mit Stoff für die Ewigkeit (sehr, sehr frei nach Glumm) mit der liebevollen L. welche den Satan vorzüglich bändigen kann, dem wunderbaren F. und dem nicht kleinzukriegenden S. Dem S. ging es nicht gut, Kopf- und sonst noch so Weh, sagte ab. So standen wir in Kölle vor dem Palladium und L. hatte die glorreiche Idee die überschüssige Konzertkarte an Bedürftige zu verschenken. Sie glauben es nicht. Wir gingen die Reihen ab und riefen „Karte zu verschenken!“. Oder sprachen Passanten an, „Hier, möchtest Du New Model Army erleben? Wir schenken Dir eine Karte.“ Und wissen Sie was? Niemand wollte sie. Sowas.. Nun habe ich diese Originalkarte mit ohne Abriss in meiner Andenkenkiste. Die Kartenverticker brachten ihre Karten an die Frau und an den Mann gegen Bares. Aber geschenkt haben wollte sie niemand. Seltsam, nicht?

Es gab zwei Vorgruppen von denen wir 1,5 sahen. Die Erste war aus, keine Ahnung und machte Musik, fragen Sie mich nicht. Die Zweite Band sollte wohl irgendwie Punk sein, die Herrschaften waren schon älter was ja nicht schlimm ist und einer von denen war wohl der Bassist von den Ärzten, Rodriguez oder so, aber sie haben uns nicht mitgenommen. Keinesfalls! Wir freuten uns auf New Model Army umso mehr nach diesen dürftigen Darbietungen. Das Bier schmeckte wie immer nicht.

Wenn Sie glauben nicht recht zu sehen wenn Sie sich nach draußen in den Raucherbereich gekämpft haben dann sehen Sie richtig. Überaus entspannte Menschen und Mengen. Alle höflich, alle nett. Vor allem leise, kein Gegröle und ich sah noch nicht mal fliegende Bierflaschen oder eingerissene Zäune. Vielmehr „Oh, bitte, entschuldigen Sie, nach Ihnen.“ Oder Raucher die ihren Nikotinatem nach oben oder nach links / rechts, je nach Bedarf von Ihnen wegausatmen nur dass Sie nicht belästigt werden. Dazu eine kollektive Freundlichkeit unter älteren, ja, auch jüngeren, Herrschaften. Ich reckte mich ab und zu um zu schauen ob meine selige Oma auch da wäre. Ja, Generationen hatten sich versammelt und fachsimpelten. Ich zimbelte mit. Ab und zu hörte ich zwar ein „Aua!“ wenn mir jemand von hinten vor ehrlicher Anerkennung auf die Schulter klopfte. Tja, ich habe Nieten auf meiner Kutte. Ebendiese sorgt sowieso immer für Gesprächsstoff.

Hatte ich eingangs erwähnt dass ich keinen Bock zum Schreiben habe? Dann gibt’s jetzt ein paar Pics.

Enjoy oder auch nicht.

Schirrmi

P.S.: Bis nächstes Jahr, wenn nichts dazwischen kommt. Achten Sie nur auf die geilste Kutte im Haus.

Mittendrin und von oben herab.

Heute war Montag. Da muss ich ja wohl keine weiteren Worte drüber verlieren. Nach einem harten Wochenende war ich gespannt was ich da gemacht hatte. Alle Server, Applikationen hatten schon lange keinen Bock mehr in ihrer eigenen Scheiße zu darben. Man fragte man den einen Rechenkünstler: „Haste noch Bock? Kannste noch?“. „Nö! Aus dem Business kommen jeden Tag neue Anforderungen, bitte mehr Power, schneller, geiler – wir sind doch eine Weltfirma!“ Und ich tat. Und ich plante. Ein Jahr lang. Ein Jahrhundert-Change, wie ich ihn nannte und noch nicht mal Scheffe und die Maschinenbauingenieure und Werkzeugmacher und so in unserer IT-Abteilung wussten meine Bedenken einzuordnen.

So spulte ich den Change letzten Samstagmorgen ab und kein Messer stak noch in der Sau. Und ging zufrieden nach Kölle auf das alljährliche New Model Army Konzert.

Es klopfte an die Tür. Ein kleines Gesicht schaut durch einen Spalt herein, macht „Oh..“, die Tür geht wieder zu. Das ging zweimal, dreimal. Ich versuchte zwischenmenschlich zu ergründen was es damit auf sich hat und schaute wir irre meinen kleinen, rothaarigen Kollegen an. Der, aber das hat zur Wahrheitsfindung dieser seltsamen Situation nichts zu schaffen, ist manchmal recht zottelig. Man berichtet aus einigermaßigen Quellen dass er nie ein Friseur besuchte, seine Frau würde es ihm besorgen.

Was bleibt mir übrig? Soll ich mit meinen spitzen Ohren wackeln um dem Vize im Weltall ein wenig Heimat zu geben? Versuchen mit meiner zarten, kalten aber überaus weichen Zunge in tiefste Abgründe, in Welten die noch nie ein Konförderierter sah, Expeditionen die vorbereitet von Darwin, ich am Ende vollzog. Manuskripte ich las, aufmerksam doch schlussendlich sie verwarf um auf eigene Faust Gründe zu bewahrheiten, physikalische Notwendigkeiten der daheim gebliebenen Gesellschaft darzubringen die ein, zwei Jahrhunderte später als neues Gesetz in die Geschichtsbücher Einklang fand.

Das Übermaß an Ground-Intelligenz brachte mich angesichts der herrlichen, fremden Welt zum Lachen. Versuchsweise hob ich die Hand, ein Stern bewegte sich. Ich schaute tiefer in die unermesslichen Weiten und, sorry, musste schubsen. Galaxien verschoben sich, Welten wurden neu geordnet, mein Geist war nie so frei als ich merkte wer mich auf die Reise sandte. Wie ein Befehl, es kam einerseits aus meinem nachdenklichen Herzen und andererseits bestach die schlichte Logik. Ich unterbrach also jegliche Kommunikation, wohlwissend dass es keine Zukunft gibt. Ich war allein. Ich war Gott.

Meine Tränen versiegten im ewigen Müll der Menschheit, ich wurde stark. Schau nicht zurück denn das Paradies, ich fliege, der Abgrund ist so nah. Gab letzte Kommentare zu den Jungs ab – „nehmt nicht alles zu ernst.“ Und schaue nach vorne. Für mich. Wie ein Vogel so frei. Breite meine Flügel unbeholfen aus, flattere um das Gestrige herum und entschwinde. Fühle mich, ich weiß nicht wie. Schweben? Leicht? Ich werde weniger und hauche noch: „Baby, keine Sorgen – mir geht’s doch gut.“

Ich bin die Welt und ihr seid die Welt. Ich umarme Dich und Du mich.

Johannes

Nur so (9)

Was ich immer schon komisch fand. Immer wollten irgendwelche Leute was von mir. Ich konnte, wenn ich wollte, darauf eingehen. Aber seit Ruhrfeld-Zeiten denke ich nur noch – Arschgeleckt und lasst mich in Ruhe! Das war damals. Heute gibt es nur noch bei übermäßigem Betteln was auf die Mütze. Oder auf den Schal.

Seit einiger Zeit wird mein Festnetztelefon mehr als gewohnt frequentiert. Denn ich bin auf der Suche nach einer neuen Bude. Seit Monaten durchstöbere ich die Inserate. Mal melde ich mich bei denen, mal melden die sich bei mir. Dazu kommen mittlerweile Phantastillionen Wohnungs- und Hausbesichtigungen bei denen ich immer adrett und sauber aussehen wollte. Neben der Hoffnung dass ich nicht ausraste ob der Anmerkungen das Blumen auf dem Fensterbrett und laute Geräusche innerhalb der Wohnräume schon ab 19:00 Uhr aus Gründen verboten wären, bekam ich ziemlich viele Zusagen. Die L. meinte dass ich der geborene Schleimer wäre. Habe manchmal extra meinen Bauch rausgestreckt und das Hemd gedehnt, ging krüppelig nur um Seriosität zu heucheln. Zusage! Aber ich denke mir jetzt das es die falsche Strategie ist. Denn wenn ich heuchelte kamen die dann immer mit „Ja, ist eine sehr ruhige Wohngegend hier.“ Und „Die Nachbarn, sehr, sehr ruhig.“ Und so weiter. Oder „Ein heimeliges Miteinander und.. vor allem ruhig und Frieden und man hört von keinem etwas.“ Weia! Nee, da wusste ich dass ich übertrieben hatte. Frage mittlerweile nach ob Drachen, Teufel, Monster, ausgeflippte Junkie-Nutten per Dolby-Atmos und 9.2 durch das Wozi fliegen dürfen. Aber da trennt sich die Spreu vom Weizen. Kurz, es ist schwer mich umzusiedeln.

Seit keine Ahnung wie lange habe ich ein neues Telefon. Wenn das alte klingelte hob ich es aus der Station und konnte direkt sprechen so wie in der Art: „HALLO? WER STÖRT?“. Jetzt nehme ich es und brülle das Gleiche und bekomme keine Antwort. Dann brülle ich nochmal. Dann melde ich mich ordentlich mit „Geht mir nicht auf den Sack!“ oder auch, wenn alles nichts hilft mit „einen schönen guten Abend..“. Und vergesse immer dass ich bei diesem verschissenen Telefon eine Taste drücken muss damit ich dran bin – die Connection stattfindet. Sie glauben ja nicht wie viele Bonmots, wie viele Witze und Abenteuerlichkeiten ich schon am Telefon erzählte nur um zu merken dass niemand dran war weil ich vergaß die Taste zu drücken. Wenn ichs gerafft hatte und das Gespräch annahm war das Beste schon verflogen. Scheißtelefon!

Ein Renner war Letzens mein Blog „Cam zu verkaufen mit ohne Fotograf“. Sie glauben es nicht. Ich diddette ein Foto von mir in das Worldwideweb und ein Slime-Kenner fragt mich doch tatsächlich: „biste dit?“ Sie merken, das Berlinerische liegt mir nicht so. Aber der Schal, tja.. Der ist geil! Und lang und breit genug – so wie ich hab. Ihn. Bin ja mal gespannt wenn ich ein Foto mit ohne Schal von mir poste. Charlie hat es gut erkannt und brachte ein wenig Power in den Blog. Sieht und liest zwar kein Schwein, aber so ist das mit dem Untergrund. Alles gut, harhar..

Hier stapeln sich die Pakete und meine Babsi hat mir gestern eine Schale mit selbstgebackenen Keksen hingestellt. Super! Aber was mir in letzter Zeit passiert, ich bin ja Asthmakrank, ich werde schweratmig obwohl ich weniger rauche. Meine Theorie dazu ist, ich esse zu viel. Der Bauchinhalt drückt von unten nach oben in den restverbliebenen Lungenvolumina hinein und Zack! Grübele langsam über eine bequeme Triumph mit Tanksonderanfertigung nach.

Mögen Sie Mark Twain? Ich warte Ihre Antwort nicht ab denn hier geschieht etwas asynchron:

Ich kann jede Art Gesellschaft ertragen. Ich brauche nur zu wissen, jemand ist ein menschliches Wesen – das genügt mir; schlimmer kann es gar nicht sein.

Heute geschah in der Knochenmühle sehr viel. Viele bekannte, aber auch fremde Gesichter waren zu Besuch – die Besprechungsräume alle belegt. Erinnerte mich an meine Zähne aber das ist ein anderes Thema. Ich wollte früh das Haus verlassen, hatte aber keinen Bock darauf dass mich der Chef in Mantel und Aktentasche beim Abstempeln erwischt. Ich rief ihn sogar an und berichtete ihm proaktiv über Dinge und sogar noch über Dinge von denen ich nur ahnte die er noch ansprechen könnte. Nur um ihm den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dann analysierte ich die Raumbelegungspläne, den persönlichen Kalender des C., versuchte mit der jahrelang trainierten Schnüffelnase zu eruieren wo er sich befindet damit er mich nicht beim Feierabendmachen erwischt. Dies alles dauerte den ganzen Tag und ich glaube er sah mich nicht. Am Ende des gutbezahlten Tages fand ich mich gut.

Ich fuhr so vom Parkplatz und im Augenwinkel spielte sich was Schnelles, Verrücktes ab. Wenn Sie mich kennen, wissen Sie dass ich jederzeit auf den Straßenverkehr achte. So auch diesmal. Doch da hinten (Westerwald, Natur, weite Flächen etc.) erblickte ich Dramen. Ein Falke machte sich über eine Herde Tauben her. Sie glauben es nicht wie herrlich das war! Die am Straßenrand parkenden Autos rammten meine Karre während ich faszinierend in die Luft starrte und dem Schauspiel folgte. Ein paar Hundert Meter weiter, der Falke kam zum Riss, bemerkte ich das Schlamassel. „Die zeige ich alle an! Die Schweine!“ Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie verdengelt die rechte Seite meines Wagens ist. Die werden büßen!

Möchten Sie Fotos? Irgendwelche? Na, mal sehen.. vielleicht mal was aus Berlin 🙂

Benno Ohnesorg
Benno Ohnesorg

Lachen vergangen? Schönen Abend noch.

Seltsame Limo, boshafte Geschenke

Kennen Sie das? Sie schaffen von früh (noch Nacht) bis spät (schon wieder Nacht) an einem Computerarbeitsplatz und irgendwann trauen Sie Ihren eigenen Augen nicht mehr? Wenn die Sehmuskeln müde werden und das Angepeilte immer unschärfer wird? Das Kleine nebelverhangen, das Große – beim Blick aus dem Bürofenster über die weiten Felder des Westerwalds eine Wohltat. Wenn man auf der Konsole diese klitzekleinen weißen, flirrenden Buchstaben nicht mehr recht sieht und die Kommandobestätigungstaste zu schnell gehauen hat, dann könnte es passieren dass man es erst merkt wenn es zu spät ist. Nämlich dass man sich anstatt auf dem Test- auf dem Produktivsystem befindet. Dann ist Zeit Feierabend zu machen. Quasi das Messer in der Sau stecken lassen und „nach mir die Sintflut!“.

So auch an einem Tag in dieser Woche. Mitten in der Nacht fahre ich nach Hause und habe noch einen kleinen Umweg zum Supermarkt im Hinterkopf. Die entgegenkommenden Autos blendeten mich, blendeten auf. Ich wunderte mich. Diese Idioten! Im Supermarkt angekommen freute ich mich auf Süßigkeiten. Nervennahrung. Da kam ich an einem Sonderposten von exklusiven Limoflaschen vorbei und griff mir zwei. An der Kasse bemerkte ich dass ich noch meine Sonnenbrille anhatte und zog mich obenrum aus um überhaupt etwas sehen zu können. Die sind aber so klein, die Zettel. Die Idioten! Komischerweise sah ich anschließend besser im Straßenverkehr als vorher. Seltsam.

Daheim, ich tauschte schnell den Zwirn gegen wohlduftende Gemütlichkeit, machte ich die Glotze an, stellte mir die Limos und ein paar Kekse zurecht und freute mich auf die zwei aufgenommenen Sendungen, Küchenschlacht und Bares für Rares. Ersteres hörte sich für mich gut an denn ich schaue gerne Horrorfilme. Wunderte mich nur dass das mittags ausgestrahlt wird. Die andere Sendung, die wird da von so einem älteren Lederjackenträger aus der Rockerclubszene moderiert und hoffte auf handfeste Verhandlungen. So vorbereitet hatte ich schon zwei Gläser Limo weggekippt um meine Zuckerreserven aufzufüllen. Danach überlegte ich mir ob ich von dem Dreckzeug weiter trinken sollte. Denn die Limo schmeckte echt grausam. Ich kann es nicht beschreiben, irgendwie war die wohl schlecht.

comp_limo_cg6a4489Sonderposten! Pah! Mal wieder reingefallen. Ich kaufe abgelaufenes Zeug. Aber egal, ich trank die erste Flasche fast wie auf Ex und stolperte langsam und mit erhobenen Zeigefinger um die andere herum und fing an mit ihr zu schimpfen. Lautstark machte ich meine ihr gegenüber geäußerten Drohungen war. Ich köpfte auch sie.

Tja, was soll man sagen? Am nächsten Morgen, wie immer war immer noch Nacht, nahm ich mir die Flaschen, es war noch etwas drinnen, abermals zur Brust. Meine Augen waren wieder adlergleich und entdeckten plötzlich den Fehler. Kaufe keine Limo, russischer Art. Irgendwie kam ich im Büro an, es fehlten ziemlich viele Stunden in meiner Erinnerung, griff zum Headset und rief den Kollegen Sergey in St. Petersburg an. Was er denn so machen würde wenn man sich an der entsprechenden Limo vergriffen hätte. Er erwiderte halbwegs lakonisch: „Weitersaufen!“

comp_mark-twain_img_9848Mein heutiges Highlight war ein unverhofftes Geschenk. Ich glotzte wie eine blöde Kuh auf der Weide und versuchte mich an das Datum meines Geburtstags zu erinnern und fragte „Häh?“ Dann zerriss ich wild das liebevoll eingepackte Etwas und heraus kam endlich mal was mit dem ich was anfangen kann. Boshaftikeit! In nett und mit Lebensweisheit und mit schmunzeln. Und mit bitteren Gefühlen wenn man sich die köstlichen Zeilen auf der Zunge zergehen lässt. Und dazu eine rote Krawatte. Hach! Selbstgebastelt. Sowas wie, ich verstand die L. nicht so genau weil sie immer das Rotweinglas an den Lippen hat und zwischen beiden eine Kippe – ich verstand also dass sie die Krawatte nicht als Schlips sondern als Lesezeichen konzipiert hätte. Und dass es nicht gekauft und auch nicht gestrickt oder gehäkelt ist sondern es nach – und da fiel ich vom Hocker – nach Urigomie-Art oder Uromilahmi oder so gemacht wäre. Aber da habe ich keine Ahnung von. Ist aber hübsch. Und ich habe es wie eine Art Ausrufezeichen für das Fotoshooting trapiert.

Möchten Sie einen Auszug? Gerne, tuen Sie sich keinen Zwang an. Beachten Sie nur Ihre Kündigungsfristen. Harhar, nee den Auszug meine ich nicht. Einen kurzen Blick in die unermesslich schönen Mark Twain-Gedankengänge. Hier:

„Die Kenntnisse die die Alten nicht besaßen, waren sehr umfangreich.“

Oder z.B.

„In zweiundsiebzig Jahren ist mir keine ähnliche Herde von Eseln begegnet, wie die menschliche Rasse es ist.“

Herrlich! Danke L.!

P.S.: Mit „L.“ habe ich zwei Fliegen mit einer Klatsche geschlagen. Denn weder die Limo noch die L. weiß wem das Dankeschön galt, hehe..

Konträres Miteinander

Musik recht laut, der Pegel recht hoch..

Ich berühre sie an der Schulter, sie keift zurück.
Zärtlich, wohlwollend, erklärend ich..
Sie: „Ach hör doch auf!“

Damals die Bullen auf der Autobahn, ich fuhr nicht viel zu schnell. Da auf dem Parkplatz, sie zogen ihre Waffen und brüllten unfreundlich „Herr Schirrmi, Hände hoch und keine Regung!“ Einer googelte wohl in der Datenbank und wurde fündig, funkte nach Verstärkung – ich hörte, die Hände auf dem Dach, die Beine breit: „Gefährlich.. – gegenüber Beamte – Tod- und Mordschlag..“ Ich fragte und zuckte nur zum Spaß mit meinen Schultern: „Wat gibbet denn, verehrte Herren?“ Hochachtung und Pistolen in deren Händen war mein Lohn. „Sie sind doch bekannt, nicht?“ Und weiter: „..gegenüber Polizeibeamte..“. Jaja, das alte Spiel. Die kannten es nicht, ich schon. Gelassen erzählte ich von meinem woher und wohin (dem kleinen Jungen ein neues Fahrrad kauf wollen) und ich habe ja immer gerne angenehme Gesellschaft und dann kam die übliche Frage. „Wie können Sie sich so ein Auto leisten?“. Tja.. „Ich habe den richtigen Job – Sie nicht.“ Ich bekam den Lohn. Stand einigermaßen breitbeinig an der Karre da kommt die Witzfigur und tritt mir innen an den Fuß. Er wollte wohl, wie diese uniformierten Knaben so sind, mich breitbeinig und den wohldefinierten Arsch sehen damit es daheim im Bett mal klappt. Jedenfalls trat er einmal und es tat sich nichts bei meinen Füßen. Er trat noch mal in die Innenseite. Tat sich nichts. Ein Drama, dachte ich mir und half ihm auf die Sprünge: „Mein lieber Herr Kriminalpolizist – das kriegen Sie nicht hin.“ „Soll ich Ihnen mal zeigen wie das geht?“ –  wendete grienend mein jetzt halbwegs angepisstes Antlitz zu dem Retter der BRD-Öffentlichkeit, er sah und rief nach Verstärkung. Die dann kam. „Herr Schirrmi, ehrlich gesagt, wir wollten Sie dran kriegen weil Sie renitent sind.“ Und weil sie nichts fanden, bezahlte ich Fünf EUR für ein kurzzeitiges überfahren einer nichtunterbrochenen Linie. Ich schaute mit Ruhe jeden dieser Staatsfotzen ins Gesicht und sagte nichts. Ich schaute nur. Und lächelte. Ich gab zwanzig EUR als Spende und dann der Eine „Ah, da haben wir Sie!“ „Bestechung!“ und zückte sein Notizbuch. Da wurde mir das zu viel, nahm ihm die Pistole und die Handschellen ab (gelernt ist gelernt) und fragte ihn ob er und seine Familie noch einen schönen Tag haben will. Seine Kollegen bejahten früher als er. Ich ließ sie fahren. Fotzen!

Mit ein paar Tuborg besorgte ich meine Geschäfte und habe immer noch im Hinterkopf – spiel kein Eishockey- oder Fußball- oder sonstige Spielchen mit Schirrmi wenn Du Dich in Deinem armseligen, von mir und allen andern Millionen Steuergeldern finanzierten Leben auf Gegenstände verlassen musst die Du nicht im Griff hast. Du dumme, arme Bullenwitzfigur!

Ich bringe einige doofe Schwingungen mit in mein Privatleben. Kann manchmal nicht abschalten. Hänge in Gedanken nach. Finde viele Dinge schlimm die ich nicht erklären will weil ich sie für selbstverständlich halte, weil – Achtung: Früher alles besser war, harhar – Ausbeutereien neben mir sehe und weil ich aus der Gosse komme, mitfühle und beschütze. Das wird nicht gern gesehen. Denn die hatten mich mal als Jesus auserkoren. Der, der Eine der auch Schlimmes, gut verpackt, unter die Unteren verbreiten kann ohne dass es einen Aufstand gibt.

Jetzt kann, wer will, jeder einen Gegner haben. Mich. Nur zu..

P.S.: Das ist ja das Schlimme, ich hätte nie in deren Datenbanken aufgrund von Löschfristen auftauchen dürfen. Doch die löschen nicht. Und habe denen im Nachhinein noch ein Verfahren auf den Hals gejagt. Waffenträger? Entwaffnung! Meine Meinung seit hundert Jahren.. Mörder!

Verlorengegangene Natur

Endlich Feierabend! Die Businessklamotten weggeworfen, die Hände sind ordentlich gewaschen, die Füße nicht. Ich denke immer noch an die verpasste Gelegenheit. Denn vom Businesspark-Bürogebäude hingen eisschwere Spinnenweben wie glitzerndes Lametta herab als ob ein Weihnachtshonk mit Prunk und Gloria sein Heim schmücken wollte. Es war verwunderlich, so als ob man das reine Leben plötzlich – eiskalt erwischt hätte. Als ob niemand mehr Zeit gehabt hätte die Flucht zu ergreifen, hingen kaltgefrostet die kleinen Künstler noch dran. Ich hatte meine Cam nicht dabei dies einmalige Schauspiel vor bunter aufgehender Sonne festzuhalten.

So sitze ich jetzt hier im Wozi mit einem Drink und ein paar schnell zubereiteten Snacks am Tisch und lasse mich von „Bares für Rares“ berieseln. Wie üblich lasse ich den Tag Revue passieren und kann immer noch nicht das Firmentelefon, jetzt in Version 7, lassen. Der Tabakbeutel ist auch offen, denn der Inhalt ist seltsam frisch, irgendwie zu doof zum Drehen. Ein halbgefressener Schokipudding steht auch noch da während der Horst Kleinoden zum Besten gibt. Ich freue mich schon auf das Wochenende. Wie immer, selbstredend. Doch dieses Wochenende wird was ganz besonderes. Erst am Samstag für die Knochenmühle schuften, dann am Mittag ein neues Zuhause besichtigen. Das wird schon bestimmt, ganz ehrlich, ganz toll. Doch der Sonntag wird besser. Ich soll nämlich mitten in einem Fluss parken um dann fußläufig selbstgemachte türkische Speisen zu verkosten. Es ginge um Wale und grandiose Natur. Es ginge um eine liebe Gastgeberin die ich lange Zeit nicht mehr sah. Bei letzterem ist meine Freude groß, was Jetzige nicht ganz nachvollziehbar fand.

Ich schweife ab.

Ein Einwegtaschentuch vor mir auf dem Tisch ausgebreitet, meine Fingernägel sammeln in den letzten Tagen immer mehr Blut, nahm ich mein Kosmetiktäschen und schnitt mir die Fingernägel. Es wurde Zeit. Es waren zehn Nägel zu schneiden und wenn Sie mich kennen wissen Sie dass es lustig aussieht wenn ich das tue. Denn die rechten fünfe gehen gar nicht. Aber egal und weiter im Schneidetakt: Erst die nicht-hübsche Hand wo das noch funktioniert. Dann die andere Hand.. Am Ende schaute ich auf das Taschentuch und zählte nach. Ich fand 6 abgeschnittene, stinkende, blutverkrustete Nägel. Es sollten aber 10 sein. Ich schaue so rum – die Snackschalen, der offene Pudding, der Drink, das Paket mit den grade angelieferten neuen Klamotten – ich fand die anderen 4 nicht – mehr.

Tja. So gehen die Teile von Dir dahin. Verschwunden und nimmer dar. Meine Oma hat, hätte heute Ihren Geburtstag. Ich liebte sie, sie liebte mich. Sie ist nicht mehr da um mir zu sagen: „Johannes, achte auf Deine Fingernägel. Du möchtest doch auch mal ein Mädel haben – wir achten darauf.“. Die Süße.

Wussten Sie schon dass ich bald aus meiner Muckelbude ausziehen muss? Und wussten Sie auch dass unter meinem Wozi-Tisch ein grobfloriger, schwarzer Flokati-Teppich liegt? Ich bin ja schon gespannt was da nach dem Umzug ans Tageslicht kommt. Sicher könnten diverse Verbrechen aufgeklärt werden. Denn ich höre immer noch ein leises Jammern, Stöhnen und Gewinsel im Teppich der Leute die sich als Gäste nicht recht und adäquat benommen haben. Aber wenigstens verhungern die nicht. Haben ja was zu knabbern.

Guten Appe!

Rezept der Woche: Kartoffelgratin

„Huch? Was macht denn der Sack Bio-Kartoffeln in meiner Küche?“ dachte ich so in totaler interessanten Umnachtung vergeistigten Sphären als ich das große Lexikon der Philosophie beiseitelegte um mir ein wenig Trüffel zu holen welche ich in meinem Aldi-Schokopudding krümeln wollte. Dann fiel es mir wieder ein. Denn eigentlich wollte ich schon vor ein paar Tagen eine lecker cremige Kartoffelsuppe kochen. Ich tat es nur nicht weil mir wohl etwas dazwischen gekommen ist. Vielleicht ein Steak. Oder eventuell Grünkohl mit Pinkel. Oder so. Nageln Sie mich bitte nicht fest.

Jedenfalls war da immer noch der Sack und was liegt näher als mal wieder ein Kartoffelgratin zu fabrizieren? Es wäre ja nicht das erste Mal und so was mache ich aus der Lameng. Doch dieses Mal sollte es besonders werden. Ich fragte Freunde, Bekannte, befragte die hohe Schule der Küche und meine Anfragen gingen sogar bis weit in den Süden Deutschlands für Ideen einen „anderen“ Kartoffelgratin zu bereiten. Und wurde fündig, fand Rat und also tat ich.

Die flache Auflaufform rieb ich mit Butter ein. Dann habe ich immer fertig geschälten, entkernten Knoblauch, der seit ein paar Monaten in Öl und allerlei sonstigen Kredenzen eingelegt ist und nahm einen Pinsel um mit der gereiften Flüssigkeit ebenfalls die Form einzupinseln. Die Kartoffeln (ein Sack, hehe) schälte und wusch ich und sie sollten in maximal 3mm Scheibchen geschnitten werden. Ich versuchte erst eine handelsübliche Reibe aber nach Aua nahm ich dann doch lieber ein feines, scharfes Messer und schnitt in aller erdenklichen Mühsal. An einer Käsetheke erstand ich hochwertigen Parmesankäse (ca. 125 Gramm) sowie den überaus köstlichen, Schweizer Gruyere Käse (250 Gramm). Vorher nahm ich noch einen kleinen Online-Französischkurs um den Käsenamen aussprechen zu können ohne mich zu blamieren. Aber wissen Sie was? Dieser Käse – wundervoll! Paradies! Also werden beide Käsesorten in separate Schüssel gerieben. Das war es auch fast schon als Vorbereitung.

Den Backofen zwischendurch auf ca. 180 Umluft vorgeheizt, wird ein Drittel der feinden Kartoffelscheiben auf den Boden der Auflaufform geschichtet. Diese Schicht wird mit Salz, Pfeffer und Muskat gewürzt. Darüber ein Drittel des geriebenen Parmesankäse. Dann die zweite Schicht ebenso gleich und die dritte Schicht ebenso. Der himmlische, geriebene Gruyere kommt als oberste Schicht drauf. Dann ab in den Ofen für ca. 30 Minuten, ganz unten auf dem Boden und die Form bspw. mit Alufolie zugedeckt damit oben nichts anbrennt oder zu dunkel wird. Nach den 30 Minuten dann auf der mittleren Schiene noch mal ohne Bettdecke ca. 20 Minuten weiter backen. Warum ca. 20 Minuten? Bitte immer den Bräunungsgrad beachten. Es soll nicht zu dunkel werden.

Und was soll ich sagen? Mein Gast und ich waren begeistert. Schmackofatz! Und wissen Sie was? Weil es so lecker war, ich reichte extra „Schirrmi-Steaks“, habe ich keine Fotos gemacht. Hihi, ist sowieso verpönt heutzutage, glaube ich. Aber egal: Enjoy! Very, very much!