Fotoshooting – Missverständnis

Wie Sie sicherlich wissen habe ich Hobbys. Unter der Vielzahl derer gehört die Fotografie. Eines meiner liebsten Steckenpferde. Wenn ich Lust habe könnte man meine Ergüsse als Semi-, Hobby-, Freizeit-, Larifari-, Recht-Nett-Fotografien bezeichnen. Aber wenn ich richtig Lust zum Fotografieren habe und den scheelen Blick mal Grade sein lasse, dann, ja dann – erstehen im Ergebnis Werke, ich möchte schon fast sagen, Meisterwerke. Unverkäuflich sozusagen, im besten Sinne.

Wenn ich also richtig, richtig Lust habe bereite ich mich vor. Dazu gehört neben der Cam das schlussendliche Bild im Kopf, die Location, das Model, die Kleidung, Komparsen, die Lichtsklaven, Visagisten und so weiter und so fort. Für ein Jahrhundertfoto, davon fabrizierte ich schon Acht, muss alles stimmen und durchgeplant sein. Durch jahrelange Erfahrung und internationaler Erfolge kann man ruhig auch vorab finanziell investieren denn, das fertige Foto ist schon im Kopf, Applaus, Trophäen und große Presse sind vorprogrammiert.

Ich erstand auf eigene Kosten ein paar Klamotten / Requisiten (man lässt sich ja nicht lumpen und ein Vielfaches wird der Lohn sein) und sprach zum engagierten Model – sie noch im Bademantel: „Schätzelein, schau. Das habe ich für das Shooting besorgt. Das geht doch in Ordnung, oder?“

Sie so: „Na, wenn Dir das nicht zu unbequem ist..“ und taxierte kritisch meinen Körper. „Kannst anziehen was Du willst. Hauptsache die Aufnahmen werden ansprechend.“

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Etwas verwirrt zog ich mich um, es spannte ein wenig und ich schoss 🙁

Geschenkte Gedanken

Der Konsumterror hinterlässt auch bei mir Spuren. Ich schenke sehr, sehr gerne. Fängt ja jetzt wieder an. Aber was ich überaus ungerne und oft sehr ungeschickt mache, die passenden Geschenke für die Lieben zu besorgen. Kennt man, gelle? Soll ja was persönliches sein. Etwas mit Sinn und Verstand. Man will es ja nicht, wenn Gras über die Sache gewachsen ist, zurück geschenkt bekommen. Sehr schön dass jetzt grade sogenannte Cyber-Wochen, -Freitage, -Montage waren. Und jetzt kommen die überall mit ihren Adventskalendern. Kaufen Sie!

Voll der Stress, Ey! Tage- und Nächtelang suchte ich, stöberte im Internet, verglich die Preise, notierte, stellte mir den Wecker und bestellte und kaufte. Das Problem dabei: Ich habe nichts für die Lieben gefunden. Alles nur für mich. Ich freue mich schon auf die Sachen wie Bolle. Jetzt schreibt mir meine Packstation im Tagestakt Kurzmitteilungen dass schon wieder etwas für mich angekommen sei. Hach! Herrlich! So versüßt Mann sich die Adventszeit :-).

Jetzt stöbere ich grade in einem Prospekt eines liebgewonnenen Versandhauses und denke darüber nach das ich in meinem Leben viel zu wenig von Mark Twain gelesen habe. Denn hier stehen ein paar Zitate von ihm wie z.B. „Ich bin der eselhafteste Mensch, den ich je gekannt habe.“ Oder „Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen.“ Mark Twain war doch ein Ausbund an Menschenfreund, nicht? Den hätte ich mal gerne persönlich gekannt. Aber seine Gedanken, die kann ich mir doch schenken.

Irgendjemand sagte mir mal „Schirrmi, du Bekloppter!“. „Warum kaufst Du Dir in der Vorweihnachtszeit immer so viele Sachen? Das macht es für Deine Lieben schwer.“

Tja.. Warum soll nur ich es schwer haben? Kicher

Ich möchte ja wieder Weihnachtskarten selber machen. Und wenn das Drama mit Geschenken anfängt, hier hört es nicht auf. Mit nackten Kriegsfüßen stehe ich auf Photoshop. Kreativität fängt bei mir beim Blaumachen an und hört mit dummen Ausreden auf. Aber ich schau mal. Irgendwas lässt sich schon hin kleckern. Soviel zum Thema Stress.

Adventiges Driving Home

Hören Sie gerne Musik? Falls ja und wenn es Sie interessiert: Ich auch. Hier ein Song welches ich heute im Auto hörte und mich entfernt an eine Zeitschleife erinnerte:

Arschkalt war es diese Woche. Nur heute Morgen nicht. Da war es 10 Grad wärmer als die vergangenen Tage. Die Karre war immer vereist und das seit Montag. Erst heute kam ich auf die glorreiche Idee mir vorher Handschuhe anzuziehen. Unnötigerweise. Denn heute waren es anstatt minus 8, plus 3 Grad. Fühlte mich wie in der Karibik und zog mich aus bevor ich ins Auto stieg. Nur mit Handschuhen bekleidet und auf dem Knochenmühlenparkplatz angekommen war mein Popo verbrannt. Scheißsitzheizung!

Ich schweife ab. Die Adventszeit hat angefangen. Sieht man ja bei den Nachbarn. Da blinkt und glitzert es schon. Die verkniffenen Gesichter der hartherzigen Menschen werden jetzt in der dunklen Jahreszeit angeleuchtet. Wenigstens etwas. Dann erkennt man den Feind schon besser als wenn man erst in die Fresse hauen muss und erst bei kostenlosem Blaulicht sieht welchen Zombie man erwischt hat.

Wie jedes Jahr habe ich keinen Adventskranz und schmücke meine Bruchbude auch nicht mit Zinnober und sonstigem Unrat. Aber als ich genannten Song im Radio hörte fingen meine Befürchtungen an. Was kommt jetzt die ganzen weiteren Tage und Wochen? Weihnachtsmusik. Driving Home for Christmas. Oder da das Ding von Wham oder wie die heißen. Jedes verschissene Jahr! Und wie immer werde ich fluchen und kotzen und bis nächstes Jahr kein Radio mehr hören. Und dann irgendwann fängt alles wieder von vorne an.

Während diesen Gedanken hebe ich ausdauernd mein Glas und betrauere mich. Bin ich eigentlich jetzt der erste Mensch der sich darüber aufregt? Wie jedes Jahr? Wie jeder ordentliche Mensch?

Fundstücke: Titanic über Klopp über Luther

Ganz Schland ist im Luther-Fieber. Nervig genug wenn man mal wieder den gemeinen Hartzer vom Wesentlichen ablenken möchte. Luther, hmh. Tja, also.. Kenne ich. Habe viel über ihn gelesen. Historische Orte besucht. Und ja, auch die Bibel studierte ich. Schaute Filme und machte mir so meine Gedanken, was man so machen sollte. Parlierte über Luther gegenüber meinen Söhnen und nahm sie sogar mit ohne Esel hoch auf die Wartburg.

Andere haben genug weise Worte, andere ihren Senf dazu gegeben. Somit gibt es von mir nur wenig und von der geliebten Titanic ein wenig mehr. Denn sie entgegnete heute so treffend auf den jüngsten Spruch eines ehemaligen Fußballspielers:

Und aber apropos, Jürgen Klopp!

»Ich mag Luther, weil er für die Unterprivilegierten und Ausgeschlossenen gekämpft hat«, vertrauten Sie als »Botschafter fürs Reformationsjubiläum« der Reformationsjubiläums-Spezialausgabe von Chrismon an. Und wie er für die da unten gekämpft hat! »Man darf dem Pöbel nicht zuviel pfeifen, er wird sonst gern toll. Es ist billiger, ihm zehn Ellen abzubrechen, als ihm in einem solchen Falle eine Handbreit, ja, die Breite eines Fingers einzuräumen. Und es ist besser, wenn ihm die Tyrannen hundertmal unrecht tun, als daß sie dem Tyrannen einmal unrecht tun. Denn weil ja das Unrecht gelitten werden muß, so ist vorzuziehen, durch die Obrigkeit zu leiden, als daß die Obrigkeit durch die Untertanen zu leiden hat.« Denn bei Unterprivilegiert- und Ausgeschlossenheit hat sich der Herrgott halt was gedacht: »Geld, Güter, Land und Leute haben ist an sich selbst nicht unrecht, sondern Gottes Gabe und Ordnung.« Und schließlich: »Armut ist in der Stadt groß, aber die Faulheit viel größer.«

Und also gar kein Wunder, daß die herzliche Hartz-Republik Deutschland ihren Luther mit einem Staatsakt feiert und einer, der den »extremen Leistungsdruck« (Chrismon spezial) mit Gott (und Geld) gut aushält, der Pöbelfeinde Botschafter sein kann, ja muß.

Finden Sie nicht auch? Titanic

Ja, finde ich auch. Herrlich! Ein schönes Luderjahr wünsche ich Ihnen allen!

Schirrmi

Süße Klänge

Heute geht es mir gut. Gestern sah ich noch alles klar – solang ich trank. Ich schaute mit tränenden Augen raus, Berlin im Nebel, unheimlich irgendwie. Watte auf einem Riesen den man nicht stören mag. Es trippelt, trappelt – Reste einer Nacht, ich wünsche mir dass sie nicht stolpert, nach Hause fand.

Falls man mich fragen wollte würde ich keine Antwort geben. Nicht heute Abend als ich mehr als ehedem die Welt so anders sah. Da war die Kleene, die ungeachtet meiner Miene den Trunk ausschank. In geschäftiger Manier wurd sie nicht gewahr meiner Blicke, die voll, doch allein – in einer fremden Welt verweilten. Des Wirtes Arm ging hoch und runter, stoisch, immerdar. Ich schaute, kam ins Wundern, wie das menschliche Geschlecht so einfach – fröhlich, mit einem Humpen Bier sein kann. Lachte innerlich leise und ward traurig.

Sie sind so toll, so voller Leben. Da wird geklappert, da blitzt der Busen, die Würfel fallen, Geist wird ausgeschenkt in Überfluss, laute Reden, lachen, kichern – frage mich, wer bin ich denn? Traue mich nicht große Reden zu schwenken, erstmal kleine Brötchen zu backen so ich zum Nächsten: „Mein lieber Herr, nach langer Reise und ganz allein – ein friedvolles Fleckchen ist mein Gebehr..“ Hätte ich das doch nicht gesagt, gefragt! Des Kerles Zornesfalten schwollen an, die Haut plötzlich sehr dünn, im Nacken restliche Wunden vom letzten Kampf blickt er mich an und.. sagt zu mir, „Mein kleiner, lieber junger Mann – sie erinnern mich..“ – sagts, haut den Leuten auf die Köppe und nimmt mich in den Arm.

Unendliche Treppen ging ich rauf in Erwartung eines neuen Paradieses. Zu einem Flecken der mich aufnimmt. Mich akzeptiert. Wo ich in Ruhe vergessen kann was mal war. Rotgestrichene Fensterläden klappern, lachen mich unheimlich an. Nicht zweimal Sechs stand ich vorm falschen Haus, in naher Ferne klingt orthodoxer Glockenklang. In Kutten erscheint ein Künstler, schaut mich an mit seinem farbenfrohen Gewand, wohlwissend ich wär hier falsch. Es fehlte mir der Mut die oberste Klingel letztendlich zu drücken, ein kleiner Hasenfuß so kam ich mir vor, furchtsam rüttelnd als in die Jahre gekommenes Individuum stellen sich in diesem dunklen Tal umgeben von wilden Bergen, meine Haare auf. Erst fein und ohne es zu merken, packt mich eine Geißel zart dann hart und unerbittlich fest, die Hoffnung schwand. Ich war mal da. Es tut so weh und ich lass nicht los, kann nicht begreifen dass die Sonne, die Gezeiten, die Welt sich dreht und einfach so weitermachen als ob es mich nicht gäbe. Ich bin noch nicht parat.

Es wäre das vorletzte Haus. „Willkommen und eine gute Fahrt!“ sagt er mit angenehmer Stimme. Schlimmes ahnend und mit ohne Plan dehnte ich Sekunden zu Minuten. Minuten zu Stunden und aus Stunden wurden Ewigkeiten in deren Mitte ich saß und noch eine letzte Ziggi rauchte, wohlwissend – sie gibt mir Halt, doch am Ende glimmt es nur noch schwach. Meine Finger spüren den Schmerz nicht, im Gegenteil – sie suchen ihn. Zu leben, zu lieben, zu leiden und für immer Mensch zu sein. Doch entgleitet mir die Welt, ich schaue zu. Ein Alptraum der Wahrhaftigkeit wird mir Gewahr. Bitte noch nicht.

Weihnachtsgeschenkedruck und Cyber

Seit einigen Tagen bin ich in der Knochenmühle hochkonzentriert. Das geht schon so weit dass mir Scheff und Scheffscheff mit weit aufgerissenen Augen gegenübersitzen und sich wundern ob meiner geistigen Brillanz. Teilweise sagen sie sogar „Guten Tag, Herr Schirrmi“ oder auch „Mahlzeit!“.

Ich wundere mich ein wenig warum. Habe ich mal wieder ein paar grobe Managementfehler ausgebügelt? Einen virtuellen Brand im Rechenzentrum verhindert? Draußen den Penner gehindert auf den CEO-Parkplatz zu reiern? Keine Ahnung. Ist mir auch egal.

Denn ich habe anderes zu tun, aber das mit absoluter Konzentration. Mit einer geistigen Schärfe, mit allen in meinen Fasern befindlichen, analytischen Fähigkeiten auf den Wandkalender zu schauen. Zu wissen, es dauert nicht mehr lange. Wie jedes verschissene Jahr sehend, schon lausig spürend dass es bald weihnachtet. Mit ohne Geschenke. Druck. Stress. Das ging schon soweit dass ich den Roten anbrüllte als ich einen Dezembersamstag für einen Change einplante. Er meinte nämlich, und das ist die Wahrheit: „Aber da kann ich vielleicht nicht wegen Weihnachtsmarkt…“. Es platzte aus mir heraus „BISTE SCHWUL ODER WAS! WEIHNACHTSMARKT?! HALLO????“

Ich sag ja, es geht nicht immer mit Samthandschuhen in der Welt umher. Bin ja auch nicht der Erlöser. Nicht der genagelte – der mit den Bauchmuskeln. Da am..

Jedenfalls und das tut wohl nichts zur Sache, ich habe heute 700,- EUR gespart. Ich habe nichts, notting, gekauft im Internet. Da kann mir Cyber und Black und Friday und der Montag mal ganz gepflegt kreuzweise einen rubbeln. Und könnten, da bin ich ja nicht so, erstmal selbst entscheiden wo. Der Mensch an sich hat ja nicht nur eine heterogene Stelle 🙂

Zum Schluss, weil ja soweit alles erklärt ist, noch ein Zitat von mir: „Konzentriere Dich nicht nur auf Deinen Kot. Sondern bemerke auch die Scheiße drum herum.“

Schöne Adventszeit Leute!

Gute Nacht Gedanken

Die Kippe grade angezündet las ich ein Zitat:

„Sparsamkeit armen Leuten zu empfehlen, das scheint mir ebenso lächerlich wie beleidigend. Es ist, als ob man einem Verhungernden riete, weniger zu essen.“ (Oscar Wilde)

Daraufhin ging ich mit der Kippe um wie wild und wirr, sie zerbrach im Aschenbecher. Noch neu, doch alt. Kein Genuss mehr. Quasi im Halse steckengeblieben. Hätte ich sie ordentlich von Glut und Asche befreit, ich hätte sie verschenken können. Jemand hätte sich gefreut. Mir kommen die Tränen.

Es geht immer schlimmer mit uns um, die Sau wählt seinen Schlachter. Ich sah gestern den Film „Equilibrium“. Als ehemals bibelfester Jünger der Liebe nahm ich glucksend zur Kenntnis das Leben schlimm, nicht einfach ist. Keine neue Erfahrung aber eine Er- und Auffrischung für mich, was eine Gesellschaft ohne Mitgefühl bedeutet. Nun macht sie es der Birne nach und keiner hegt Zweifel daran. 16 Jahre Stillstand. 32 Jahre – ein dunkles Loch. Ich mittendrin. Womit hab ich das verdient? Hannelore zog die Reißleine, mit ohne Kohl.

Dann las ich nebenan bei der Schrottpresse „Wir haben keine Zeit für Abkürzungen« (alte Pfadfinder-Weisheit!)“. In Stammheim ermordet. In RTL und mit der BILD erstickt. Die Propagandatagesschau, finanziert von der dummen Sau – dem Volk, schreit verlogen in die Welt das neoliberale Gedankengut, schreitet mächtig über Leichen und skandiert recht höflich doch wohl finanziert, Kommentare hassend: „Nie ging es uns so gut! Der DFB, Goldmedaillen, Exportüberschuss, nee, der Maidan..“ – listig zwinkernd, das ginge nicht bei uns.. hihi, haha – Herr Steinmeijaaaa!

„Wir haben keine Zeit für Abkürzungen.“ Das möchte man sich wünschen. Ein Peng. Ein Knall. Mit physikalischen Gesetzmäßigkeiten, das hätte sie eventuell noch wissenschaftlich erklären können als Kadersau in der DDR. Doch menschlich – nein. Mit hängenden Winkeln und als transatlantischer Puppe wird es langsam Zeit. Tritt vorzeitig ab. Gerne auch ungewollt. Siehe das Periodensystem und lausche deiner nicht vorhandenen Kinder: „Ich schäme mich für Dich!“

Massage von einem Geschäftsfreund

Dämmerlicht. Wir trafen uns auf einem P&R in Groß-Gerau.

Es war noch relativ früh, der morgendliche Verkehr noch nicht recht steif. Ich parkte mit laufendem Motor unter Bäumen und hielt Ausschau nach ihm. Ich erwartete Großes von diesem Tag. Noch nie war ich mit ihm alleine. Unterwegs. Gibt’s Frühstück? Wie ist er drauf? Kann ich was von ihm lernen? Auf die Minute genau stand ich dort, konnte aber seinen Luxuswagen nicht erblicken. Ich gab ihm noch ein wenig Zeit bevor ich ihn mit dem Autotelefon anrief. Hach, gut gelaunt führte mich seine aufgeweckte, angenehme Stimme zum richtigen Parkplatz. Wir fuhren, ich ein wenig orientierungslos, er sonorte am Telefon: „Sind Sie das da mit dem „Teufelsmobil“?“ und vor mir blinkte er mich an, auffordernd ihm zu folgen.

Er reservierte mir den letztmöglichen Parkplatz, blieb im Auto sitzen während ich einparkte und aufgeregt meine Tasche, eine kleine Flasche Wasser packte und die Ziggi wegwarf. Ich vergaß nicht ein paar Pfefferminzbonbons für einen guten Atem einzuwerfen.

„Herr Schirrmi, einen schönen guten Morgen..“ Ich fühlte es schon sanft gleitend und so war es dann auch und fuhren in der Karosse los. Nach ein paar hundert Meter, er sprach, erzählte, machte Witze – alles in allem meinte ich, wird es eine überaus nette Gesellschaft, hatten wir doch ein paar Hundert Kilometer miteinander, nebeneinander zu verbringen.

Dann plötzlich, ich kenne das noch von meinen Straßenjungenzeiten, merke ich links dass mich etwas berührt. Da bin ich ja professionell. Sage erstmal nichts. Kein Grund zum Eskalieren. Ein Geschäftsfreund! Dann wird er aber doch aufdringlicher, irgendwann mal. Drückt mich fester in die Seite. Erst unerwartet, dann aber mit Nachdruck. „Ist es Ihnen unangenehm, Herr Schirrmi?“ so der Freund, geschäftlich. „Massieren wäre auch kein Problem.“ höre ich dem gutaussehenden Weißbart zu. Komisches Gefühl..

Als mir dann aber von rechts, da sitzt ja keiner mehr, auch noch jemand zärtliche, zupackende, schmeichelnde Avancen angedeihen lassen wollte, kam es mir in den Sinn. Denn spätestens als mein väterlicher Fahrer meinte: „Wenn Sie möchten kann ich die Massage- und die Kurvenhaltfunktionen der Luxuskomfortsitze auch ausschalten.“ What? Und weiter: „Wenn Ihnen ein wenig zu warm wurde, könnte ich, wenn Sie möchten, die Sitzbelüftung einschalten..“

Das Meeting war überaus konstruktiv.

Jetzt weiß ich was Luxus bedeutet in einem Auto. Komisch. Aber könnte man sich dran gewöhnen. Ambientebeleuchtung war da, die Musikanlage erhaben. Motorgeräusche bei 230 nicht hörbar. Sänfte.

Hey, Finger weg!

Triple-Söckchen und Irish-Coffee

Unrasiert war er und wie ein Waldschrat sah er aus. Dazu hatte er Hände bei denen ich nicht wissen wollte wo er die im Laufe des Tages schon reingesteckt hatte. Doch ich bin ein höflicher Mensch, reichte ihm zur Begrüßung die Hand, er zögerte erst und griff dann beherzt zu. Nahm meine feingliedrigen, rosigen Patschehändchen und fühlte sich wohl während er in meine freundlichen Augen blickte und meinen schönen Worten lauschte. Und nicht losließ.

Das vorletzte Wochenende war bei mir so ziemlich im Arsch gewesen. Ich schuftete bis zur Mitternacht. Denn da entließ ich telefonisch die Dienstleister mit der Ermahnung ins Bett zu gehen, auf die Betriebsräte zu hören, Ruhe zu bewahren und das Messer ruhig mal in der Sau stecken zu lassen. Es käme ja noch ein weiterer Tag und ausgeschlafen wäre man ja auch konzentrierter. Ich ging also ins Bett, drehte mich rechts, dann links, dann klingelte das Telefon um 7:00 Uhr morgens als ob ich nicht geschlafen hätte. Tja, ich war angepisst! Aber der Kollege hätte wohl die Nacht durchgemacht und konnte nicht abwarten mir die freudige Nachricht zu überbringen dass es seiner Meinung nach jetzt endlich geklappt hätte. Ich musste dann laut Changeplan mit meinen Aktionen weitermachen – verdammt! Warum schreibe ich das? Ich heische um Mitleid. So profan kann es sein.

Das letzte Wochenende hatte ich lieben Besuch. Ich war für ihn da. Ich war schon einkaufen, die Bude sauber und alles schön gerichtet, Kerzen leuchteten. Ich war für ihn da, um Kummer zu teilen und Kullertränen weg zu küssen, den ein und anderen Arm und Schulter hielt ich für ihn bereit. Für den Besuch. Ich habe gekocht (Rosenkohl mit totem Tier), machte die Ambientelampe an und hörte zu. Fühlte mit. Ließ bei besonders ekligen Sachverhalten, quasi als Ausrufezeichen, den brutalen Yamaha/Nubert-Höllenhund aufheulen – bis manchmal die Sicherungen die weiße Fahne schwangen und eine beunruhigende, plötzliche Stille eintrat.

Das alles, ich schenkte sogar alle meine kleinen, süßen Öhrchen weg, half aber nicht so recht. Denn der Besuch beklagte sich trotz all der menschlichen Wärme über immense Kältegefühle in allen Gliedern. So angesprochen hörte ich es trotz verliehenen Ohren auch. Es fehlte das Gluckern. Das Rauschen. Das Geknatter, das Stöhnen, das Pfeifen – schlicht all das was meine Heizungskörper sonst so machen. Stille. Todesstille. Todeskälte! Diesmal war nicht ich am Arsch sondern wohl die Heizung. Sie, meine Liebe, fungierte als Temperaturfühler ansonsten hätte ich es nicht gemerkt. Ich sprang immer noch wie toll in meinem Muscelshirt, mit ohne Socken und immer knapper werdender Unterhose durch die Bude, spulte alle meine Punk-Compilationen ab und fühlte keine Kälte. Aber so war es wohl. Eine defekte Heizung am dreimal versifften Arsch! Und mit Besuch.

Auf dem Dachboden habe ich noch die Expeditionskiste, Sie wissen schon, die von meiner Eiger Nordwand Expedition. Ich holte drei paar der blutigen, von der Uroma selbstgestrickten Bergstrümpfe dazu einen Janker und die langen Unterhosen des damaligen Bergführers raus (ob er da immer noch hängt?). „Hier, zieh an. Das wird Dir gut tun!“. Dazu setzte ich ein paar Latten auf und verfeinerte mit Sahneschnaps, zündete noch ein paar Kerzen mehr an und schon wurde es kuschelig. Darüber hinaus schreckte ich auch nicht vor unkonventioneller Lebensrettung ab. Ich pubste das Wozi warm. Dem Rosenkohl sei Dank hatte ich doch recht viel Energie intus. Manchmal hob sich die aus echtem Jaguarfell hergestellte Kuscheldecke, schwarz.

Einer meiner Lieblingsblogger, man kann ihn neurotisch empfinden, muss man aber nicht, schrieb darüber dass er irgendwo etwas gegessen hätte und bildlich, wie man ohne Drogen ficken könnte. Kann man geteilter Meinung sein. Aber Schnitzel mache ich gerne, esse sie gerne. Von daher Dank an den Kiezi für den Link auf schlaraffenwelt.de mit dem perfekten Schnitzel. Ist ein permalink jetzt für mich. Aber was hat das mit dem Thema zu schaffen? Kann ich Ihnen sagen. Denn..

..nach dem langen, kalten Wochenende rief ich zur einer vernünftigen Zeit, nämlich um 4:30 Uhr, meinen Vermieter an und klipp und klarte. Wenn nicht. Und dann. Sonst! So kam es dass ich kurz nach meiner Mittagspause um 14:00 Uhr Feierabend machte und die Bekanntschaft des Waldschrats machte. Heizung/Sanitär – „Ihr Geschäft ist unser Pläsier!“. Ein angenehm fester Händedruck als er seine Scheu ablegte. Er gab vom Keller im Nachbarhaus, da befindet sich die olle Ölheizung, die beiden Häuser wären wohl mal Eins gewesen, Klopfzeichen und ich bemerkte zufrieden dass sich da was handwerklich tut. Ewig hörte ich zu und meinte irgendwann Muster im Klopfen zu erkennen, in der Art wie: „Mach Dir ein Bier auf!“ oder „Es ist noch Wodka da.“. Ich bin manchmal abergläubisch, so gab ich nach. Dann hörte ich es wieder gluckern, glucksen etc. Zwar jetzt relativ freudig, war ich mir nicht sicher ob es die Heizung oder was anderes war.

Das letzte Mal schrieb ich Letztens. Als ob ich es beschworen hätte. Jetzt ist mir warm. Bin mir nicht sicher woran es liegt, ist mir aber auch egal. Und jetzt bin ich zu faul um mir ein Schnitzel zu bereiten. Die Straße wäre da.

P.S.: Ich bin Lego Legasstäni Legasteniker. Kann mir mal jemand in einfachen Worten erklären wie man Verniedlichungen schreibt? Mit ch oder mit sch? Danke im Voraus!

Der Mann, der aus der Kälte kam

Nach einer luxuriösen Dienstreise kam ich heim und fröstelte. Am Morgen musste ich die Satanskarre von Schnee frei räumen. Jetzt kräftige ich zur Entspannung meinen Astralkörper mit meiner Lieblingssportart: „Extrem-Couching“. Kalt ist es in der Bude. Ich weiß auch warum. Es gibt für mich keinen Grund im November die Heizung anzumachen. Aber komisch diesmal. Meine Exkremente, ich meine, meine Extremitäten sind sowas von kalt. Die Finger, die kleinen, zarten Füßchen, alles kalt und klamm. Das merke ich sonst nicht. Ist mir egal. Habe ich mir auf der Walz abtrainiert. Aber heute, brrrrr, könnte ich mir wie ein Mädchen eine Decke nehmen. Aber ich habe eine bessere Idee. Ich fraß in schneller Folge drei riesen Portionen Eis aus dem Tiefkühlfach in mich hinein und was soll ich sagen? Die Umgebungstemperatur war plötzlich angenehm. Ja, war so!