Tragödie in Neuwieder Altenheim

Neuwied  – In einem renommierten Altenheim in einem Stadtteil von Neuwied fand letzte Woche Freitag ein grausames Verbrechen statt. Vornehmlich die Bewohner der Station A konnten nur noch Tod aufgefunden werden. Die Kriminalpolizei steht angesichts dieses plötzlichen Massensterbens vor einem Rätsel.Rettungsdienst Deutschland

Es war Freitag der 13. Oktober als die Mitarbeiter der Nachtschicht des Altenheims „Endlose Ruhe“ eine letzte Runde machten um „nach den Rechten zu sehen.“ so Hildegard Sch. die hier seit 23 Jahren ihren geliebten Beruf als Altenpflegerin ausübt. „Ich muss ehrlich sagen. Ich klappte erstmal zusammen als ich erst Fr. Dr. Kungel, dann Hr. Generaloberforstwirt Schmitz und nebenan noch die Oberstudienrätin Maya Stroganow leblos vorfand.“ „Dank meiner langjährigen Erfahrung in der Altenpflege hieß es für mich erstmal Ruhe bewahren und zunächst die Vitalfunktionen zu überprüfen.“ Nachdem Frau Sch. nur noch den Tod der Bewohner der Station A diagnostizieren konnte rief sie vorschriftsmäßig erst den Notdienst und dann die Heimleitung an.

Die Rettungskräfte bestätigten die vorab vorgenommene Diagnose. Alle Bewohner der Station A waren ohne erkennbare äußerliche Gewalteinwirkung verstorben. Der Gerichtsmediziner Hr. Prof. Dr. Dr. Phil. Med. Nat. Sad. Eugene Großkloppenschlag bestätigte noch nachts: „In der Kürze der Zeit und weitere Obduktionen müssen das erst noch bestätigen, kann ich sagen dass hier 27 mehrheitlich ältere Menschen verstorben sind.“ Kriminalhauptkommissar Herrmann Ikfang-Di steht Angesicht dieser schrecklichen Vorkommnisse in der Verantwortung und beweist mit der sofortigen Bildung der Soko „Demenz“ für Umsicht. „Zum derzeitigen Zeitpunkt kann ich nur sagen dass wir alle mit höchstmöglichen und unter Einsatz aller unsere Kräfte daran arbeiten dieses schreckliche Geschehen aufzuklären.“ Auf Nachfrage der mittlerweile eingetroffenen Presse heißt es nur noch: „Keine weiteren Kommentare!“.

Update der Redaktion: Neueste Erkenntnisse ergaben dass eine weibliche Person persönlichen Kontakt mit den Bewohnern der Station A hatte. Nach unbestätigten Zeugenaussagen hätte diese Person sich die alten Menschen der Reihe nach vorgenommen, ihnen die Hand gegeben und „Tschüss, wir werden uns nie wieder sehen. Der letzte Tag!“ gesagt und dabei wie irre in die Augen der wehrlosen Heimbewohner geschaut. Daraufhin verabschiedete sich der mutmaßliche „Todesengel“, streifte ihre Handschuhe ab und drohte damit sie käme noch mal vorbei falls nicht bald „Ruhe herrsche, verdammt noch mal!“.

P.S.: Anmerkung des Red: Die Station 666 ist noch nicht voll!

Nur so (6)

Yeah! Feierabend! Und was das Beste ist, es ist Wochenende. Und was noch besser ist: ich habe eine Woche Urlaub! Eine Woche ohne Knochenmühle aber dafür mit Blutblasen an den Füßen, abgeschrammelter Haut, verdrehten Knien und gerissenen Bändern und Platzwunden am Kopf. Yes, Ladies and Sirs! Ich kann gar nicht beschreiben wie sehr ich mich darauf freue. Also noch mal: *freu*, *freu*, *freu*.. Die Wetterprognosen sind positiv. Sie sprechen sogar schon vom goldenen Herbst. Wow! Extra für mich. Wissen Sie dass ich schuld daran bin? Denn seit letzter Woche hat meine Karre Winterreifen drauf. DER Garant für besseres Wetter!

Was war heute sonst noch?

Ich fühle mich heute 10 Jahre jünger. Denn freitags kann man etwas legerer in das Büro kommen und zog meine zerrissene Lieblingsjeans an. Diese kommt frisch gewaschen aus dem Schrank und sitzt heute sehr, sehr, sehr knackig. Gut, dass ich den ganzen Tag nicht mehr atmen konnte ist die eine Sache. Das es wohl nicht mehr meine Lieblingsjeans ist, die andere.

Was mit „Nuttenfrühstück“ gemeint ist, weiß man ja. Kaki, also Kaffee und Kippen. Aber wie nennt man Pfefferminztee und Bifi zum Frühstück? Pfbf?

Nachdem mein Doc entschied mich 14 Tage lang daheim zu lassen, habe ich jetzt die erste Arbeitswoche hinter mir. Erst heute war ich soweit dass mein Feedly Reader mir 0, in Worten Null, ungelesene Blogs / Blogbeiträge anzeigt.

Die beste Nachricht kam heute Morgen, ich saß auf dem Thron, reingeflattert. Der erste Newsletter bezüglich Rock am Ring / Rock im Park 2017. Und was soll ich sagen? Es sind System of a Down angekündigt. Wie geil ist das denn? Hammergeil!

rip-2017_newsletter_20161014

Apropos Thron. In der Knochenmühle saß ich wieder mal auf dem Thron, wissenschon, Pfefferminztee und Bifi. Da kommt jemand in die gleiche Lokalität, stellt sich an das Pissoir und ruft so durch die geschlossene Tür zu mir rein: „Oh, gab es gestern Gemüsesuppe?“ Nee, stimmt nicht, ich labere nur. Aber ich hatte tatsächlich gestern eine überaus leckere Gemüsesuppe gekocht. Wollen Sie Fotos sehen? Aber glauben Sie mir, das möchten Sie nicht wirklich.

Der Bob Dylan hat den Literaturpreis erhalten und es gibt viele Stimmen dazu. Positive, neidische, negative, hach, von allem etwas. Ich kenne den Bob nicht persönlich. Aber mir sind er, seine Musik und seine Texte sehr sympathisch. Der Pansen mag Bob Dylan auch sehr und wurde wie viele andere Musiker auch, von ihm inspiriert. Aber ich wollte nicht viele Worte darüber verlieren außer Glückwunsch, Bob! Andere Menschen haben sich genügend dazu ausgelassen. Bspw. der Tom Appleton mit profundem Hintergrundwissen. Oder der arme Andy Bonetti der schon wieder leer ausging. Oder der Glumm, der alte TV-Star. Schön frech finde ich aber was Mechthild zitiert. Und ich meine schön frech. Denn frech ist toll!

Und noch etwas Aktuelles aus der Welt der Studien und Expertenmeinungen. Kurzsichtigkeit sei eine Folge der Intelligenz. Hmh, komisch. Warum sind dann meine Augen so Top in Ordnung? Ich meine normalerweise. Wenn ich mich nicht mit billigen Fusel blind gesoffen habe. Weitere Meldungen: „Hartz IV macht unglücklich.“ und „Wer teure Autos fährt onaniert häufiger.“

Heute Morgen um 6:25 Uhr war meine erste Amtstat alle meine Passwörter zu wechseln. Sie wissen schon, Mindestlänge 12, Sonderzeichen, Zahlen, Groß, Klein etc. Damit war ich recht erfolgreich. Jedoch kann ich gar nicht mehr mitzählen wie häufig ich heute die Meldung sah: „Kennwort falsch!“. Der Mensch ist ein Tier aus Gewohnheit oder wie ging das noch mal?

Prost!

P.S.: Sekt ist auch kalt gestellt.

Pflichtbewusst hin und her

Es ist früh. Sehr früh für mich. Der Wasserdampf der schnaufenden Lok hüllt das Bahngleis in unwirklichem Nebel und lässt sich als sanftem Nieselregel auf die Köpfe der Wartenden nieder. Alle wissen, der Zug fährt erst in 30 Minuten los und so lange ächzt und stöhnt die Dampfmaschine, hier und da klirrt es wenn der Zugverantwortliche mit seinem Riesen Schraubenschlüssel mal an diese Bremse, mal an dieses Rad klopft. Gelassen und gewissenhaft geht er den Zug erst von vorne links nach hinten dann von hinten rechts nach vorne ab und klopft und prüft. Alles zum Wohle der Fahrgäste. Angenehm entspannt schließe ich das Schiebefenster, mein geflickter Seesack liegt oben im Gitter, überdrüssig dem Treiben auf dem Bahnsteig zuzusehen lasse ich erst die Kippe auf den Bahnsteig dann mich in die Polster fallen. Die Augen fallen zu.

Euskirchen. Die Gegend in der ich lange weit vor meiner Grundausbildung mein Unwesen trieb. Mal schwarz, mal bunt. Aber immer mit Kajal. Freundschaften, wir Jungs und Mädels trieben und probierten alles. Wir konnten das damals, sehr zum Verdruss. Der Erwachsenen. Nicht wissend wo uns Wind und Wetter des Lebens hintreibt. Wir nutzten die einzigartige Gelegenheit Jung zu sein, manchmal bis zum Erbrechen.

Bonn. Auf dem Venusberg in einem Saal voller jungen Studenten aus dem Bauch geschnitten. Aufgewachsen – meine Oma war da. Geliebt und gelebt. Physik, Philosophie und Medizin studiert. Aber im Grunde gelebt und mit allem und uns Unbedarfte gefeiert. Aber auch meine erste Ausbildung, ich sage mal so, das Lederhandwerk habe renommiert erlernt. In dieser Zeit ergab es sich also..

Sekundenschlaf, ich schrecke plötzlich auf. Stehe auf und schaue erleichtert aus dem Fenster. Puh, der Zug ist noch nicht abgefahren, wir stehen immer noch in Euskirchen. Ich bin nämlich am Wochenende in EU versackt und musste Montagfrüh nach BN zum Job. Mit einem Lächeln ließ ich mich wieder in die Sitze fallen um direkt in süße Träume von Nazi-Jagen, Schaufensterscheiben einwerfen und kafkaeske Gespräche an alten, stabilen mit Brandlöchern versehenen Holztischen zu fallen. Meine Monatsauszubildendenfahrkarte auf dem kleinen Tischchen über dem Drecksaschenbecher in dem ich meine letzte Tuborg-Dose gekrumpelt hatte war Ausweis genug für die Kontrollettis und lies mich ruhig schlafen. Irgendwann rüttelt jemand an meinen Schultern ich bekomme es nur halb mit. Höre nur was von „dues“, „dues“ und mir klingt das Lied „düse.. im Sauseschritt..“ im Ohr. Friede, Stille weiterhin.

Ich wache auf wie nach einem langem entspannten Schlaf, stehe erfrischt auf und schaue aus dem Fenster. Der Zug steht mal wieder. Schaue raus nach rechts, nach links und sehe das Bahnhofsschild. EUSKIRCHEN! What the fuck! Und schaue auf meine Armbanduhr die fehlt. Schaue auf die Bahnhofsuhr: 12:30 Uhr! Schaue auf meine Füße, die Schuhe und eine Socke fehlt. Mein Seesack ist weg. Denke an meine Ausbildungsstätte bei der ich um 8:30 Uhr hätte in Bonn erscheinen müssen. Oh, ich junger armer Tropf! In Zeiten wo es keine Mobiltelefone gab, sah ich wenige Möglichkeiten dem Ausbildungsbetrieb einen vorzulügen. Hätte ich auch nicht machen können wie ich später erfuhr.

Ausgeschlafen war ich mit einem gewissen Adrenalinspiegel. Wundersamerweise lagen meine Doc Martins verteilt in zwei entfernten Wagons. Eine Ringelsocke fand ich irgendwo. Meine Monatskarte lag noch da wo sie lag, soviel Anstand hatten die Leute. Mit relativ viel Brand wuchtete ich meinen Sack runter und trank erstmal eine Dose Bier auf ex. Danach konnte ich in Ruhe überlegen was meine Situation ist.

Wie folgt. Ich fuhr wohl stundenlang von Endstation zu Endstation hin und her und muss mich wohl im Rausch meiner Klamotten entledigt haben und, wie ich hinterher mal erfuhr, mich mit allen Fahrgästen verbrüdern wollen. Dazu auch meine Ausbilderin im Betrieb (Sie stieg immer in Bonn-Duesdorf zu), die blöde Petze, die mich das erste Mal bei der pünktlichen Ankunft im Bonner Hauptbahnhof zwar gesehen/erlebt hat, aber mich nicht geweckt und mich nicht in den Laden getragen hat. Die Sau da!

Am nächsten Tag musste ich zum Chef. Dem Junior-Chef. Menno, war mir das peinlich, ich drohte hinter meinem Rücken der besagten Erstverkäuferin mit der Faust, und der kleine, dünne Junior entgegnete meinem „Scheiß druff“ mit „Jetzt aber zum Senior-Chef!“. So saß ich da vor dem verknöcherten Alten der immer mit den Armen auf dem Rücken verschränkt durch den Laden läuft, leises Volksweisen durch seine prekären Zähnen pfiff und der den Laden schon seit 1792 führt. Saß ich da. Vor ihm. Und wünschte mir eine Dose Bier herbei. Und er schwieg zunächst. Lange. Und immer noch und blickt mich mit seinen alten, wässrigen blauen Augen an. Nicht vor Angst, sondern wegen Magen-/Darmproblemen hatte ich aus Gründen schon eingeschissen, setzt er mit verrunzelten Augenbrauen an: „..“. Ich so: „Ja?“ Er fasst sich an die Brust, schaut immer noch so streng und gleichzeitig liebevoll: „Herr Schirrmi, da hatten Sie aber einen Ritt! Das mir das nicht noch mal vorkommt!“ und entlässt mich zurück in den Laden. Feixend steht da die Chefdame, die dumme, blöde Petze und freut sich über meinen vermeintlichen Einlauf, ich gehe auf sie zu und sage: „Das nächste Mal…“

Darf‘s ein bissel mehr sein?

„Vierzehn Tage mal schön weg und nur Zeit für Sie?“ Der kleine, attraktive Herr Doktor schaute mich mit seinen braunen Rehaugen über seinen geschäftigen Schreibtisch fragend an „Oder haben Sie etwas Wichtiges im Geschäft zu tun?“ Ich: „Passt schon!“

Was mich aber wunderte. Er legte mir den gelben Schein sowie noch zwei Rezepte hin, lächelt mich an und fragt: „Und, Herr Schirrmi?“ „Brauchen Sie sonst noch so Medikamente?“ Leute, da wäre ich ja beinahe vom Hocker gefallen. Ihr glaubt nicht was mir da alles so durch den Kopf ging. Ich kramte in den grauen Hirnwindungen, griff mir an die Gesäßtaschen, die Jackeninnentaschen, vorne die Westentaschen jedoch, ich fand grade meinen Medikamenten-/Drogenwunschzettel auf die Schnelle nicht. So konnte ich nur antworten „Ähm, so auf die Schnelle fällt mir nichts ein..“ Der hätte mich ja auch auf die Frage vorbereiten können. Vorwurfsvoll: „Herr Doktor, das hätten Sie mir mal vorher sagen können dass ich ein Wunschkonzert erhalte. Da hätte ich mal vorher gegoogelt.“

Sei es drum. Verpasst. Ich nagelte ihn aber fest und ich käme beim nächsten Besuch überaus gerne auf sein Angebot zurück.

P.S.: Genau nach den Vierzehn Tagen kam ich wieder zur Konsultation. Ich zog mich nackig zur Begutachtung aus und wie diese Mediziner machen: „Hmh, hmh, grummel, jaja, aha, soso..“ Ich, spielte ein wenig mit meinen Gesäßmuskeln: „Kann ich aufhören mich zu drehen wie eine nackige Ballerina?“ Er: „Ja klar, wir wissen jetzt woran es liegt. Immer wenn Sie nicht ins Büro müssen, geht es Ihnen besser und die Therapie schlägt an.“ Ich: „Ach!!!“

Hulk hat Wochenende, oder nicht?

Das Laub fällt und die Welt wird bunter. Ein herrlicher Arbeitstag neigt sich dem Ende zu und ich könnte Bäume ausreißen.

Draußen kracht es, meine Arschbacken vibrieren. Normalerweise ist es umgekehrt. Boah, da muss etwas passiert sein denke ich und laufe schnell auf meine überaus großzügige Terrasse und schaue nach. Aha! Der Nachbar beim Baumfällen. Einiges Zeug liegt bei mir rum. Er, mit so einem komischen Ding auf dem Kopp sieht aus wie Mickey Maus und schaut erst orientierungslos um sich als ich ihn anbrülle. Nach fortgesetzten Brüllen, er hat da wirklich richtig die Buchen abgeholzt, bemerkt er mich endlich und ich konnte im normalen Ton sagen:
„Einen schönen guten Tag, Herr Nachbar! Was machen Sie denn da?“
Er: „Der Baum ist in die falsche Richtung gefallen. Sorry!“
Ich: „Tja..“
Er: „Sie haben nicht noch zufällig eine Kettensäge da? Meine hat den Geist aufgegeben.“
Ich: „Doch schon, nur schon länger nicht mehr im Gebrauch. Sie müssten erst das festgebackene Blut, die Knochenspänen und die Hirnreste entfernen.“
Er: „Naja, ich schau erstmal selber. Danke und Tschüss auch..“ und verdrückte sich schnell, die feige Sau!

Schön ist es heute gewesen. Hatte nämlich neue Klamotten an. Passend zur Jahreszeit. Die Tage machte mir nämlich mein Lieblingskollege, der Rote, ein Kompliment. „Hey Schirrmi, sag mal, bist Du weiß geworden? Da an den Seiten, Dein Bart?“ Voller Stolz dass mein biblisches Alter endlich mal wahrgenommen wird shoppte ich im Internet und erstand ein feines Oberhemd gewebt aus ägyptischer Baumwolle, erdtönerne Farben und großkariertem Muster. Dazu einen feinen Merinopullover mit Pfauausschnitt in dunkelbraun. Die schöne, bequem geschnittene tannengrüne Cordhose mit französischen Taschen und Bundfalten komplettierte das neue Outfit. Kennen Sie das? Neue Klamotten, man gönnt sich was, man fühlt sich schick – man ist ein ganz anderer Mensch. Ein ganz anderes Lebensgefühl. Toll!

So fanden das auch meine Arbeitskollegen. Sie schauten mich schon morgens an. Den ganzen Tag fühlte ich ihre wohlwollenden und, wie ich meine, neidischen Blicke auf mir ruhen. Das gab mir Auftrieb und stärkte mein Selbstwertgefühl. So sehr dass ich langsam noch über einen Filzhut nachdenke, mit braunem Lederschweißband und selbstgerupfter Eichelhäherfeder. Ein wundervoller Tag! Ich weiß, ich wiederhole mich. Aber lassen Sie mich doch auch mal!

So stolzierte ich mit ebenfalls neuen, dunkelbraunen Wildlederschuhen die Büroflure auf und ab. Ging immer mal wieder in die Büros der Kollegen um Fachgespräche zu führen aber ehrlich gesagt nur als Vorwand. Denn eigentlich nur um mich bewundern zu lassen. Öfters mal in der Kaffeeküche gewesen damit mich auch die Kollegen aus den anderen Abteilungen sehen. Mein neues Outfit, echt geil. Diese Herbsttöne. Dieses beruhigende. Dieses Fachkompetenz ausstrahlende gesetzte. Ja, so tanzt mir keiner mehr auf der Nase rum. Zusammen mit meinen weißen Haaren, ich war am Wochenende beim Frisör, eine überaus stattliche Erscheinung, möchte ich meinen.

Bis ich dann vor der Tür war um eine zu rauchen. Die zwei Auszubildenden im letzten Lehrjahr starrten mich an und riefen im Chor „Schirrmi, wie siehst Du denn aus?“ Das ginge ja gar nicht. Würde mich so alt machen. Und überhaupt ob ich in letzter Zeit zu oft in der Muckibude sei. Ich hob meine Hand zur Kippe um sie anzuzünden und krrrr, riss der teure Merinopullover unter den Achseln. Das Scheißteil! Ich ärgerte mich und riss kurzerhand den Pullover auseinander und mir vom Leib. Die Mädels schauten so doof dass ich mich noch mehr ärgerte und riss mir auch das neue Hemd herunter. So stand ich furchtbar grimmig guckend in meiner grünen Hose in unserem Büropark, die Kippe noch in der Fresse und drehte und wendete mich fürchterlich auf der Suche nach Dingen die ich zusammenkloppen konnte.

Damit muss man erstmal zurechtkommen. Aber zum Glück ist ja jetzt Wochenende. Da kann ich mich abreagieren. Wie? Was? Noch kein Wochenende? Scheißendreck!

Wieder mal Terroranschlag in Schland verhindert!

Leute seid Ihr noch wach? Einer geht noch der mir auf dem Herzen liegt.

Unser toller Verfassungsschutz hat mit lokalen Spezialeingreifkräften und mit Hilfe von Sonderspezialkilliersondersondereinsatzkräften einen Bomben-, nein einen Bombenselbstdingsterroristen in die Fänge bekommen. Ich verneige mich für diese Glanzleistung vor diesen unseren Spezial-spezial-super-duper-ausgebildeten Kräften! Ehrlich!

  1. Was ist passiert? Ein Mann der nicht in Deutschland geboren wurde hatte in seiner Küche was ehrlich Gefährliches gebraut, gebaut.
  2. Was tat man? Laut Pressemitteilungen haben die super-duper-Spezial-Kräfte davon nichts mitbekommen und wurden von fremdländischen Diensten informiert: „Hey, da braut jemand was..“
  3. Was passiert zwischenzeitlich? Diese, ich erspare mir das jetzt, man beobachtet und lässt den Mann machen. Über Wochen hinweg!
  4. Der Zeitpunkt des Zugriffs: Tage vorher informieren die super-duper-SEK und was weiß ich die Anwohner das was passieren wird. Der Typ merkt das logischerweise.(Anwohner berichten im Nachhinein dass dort unten  Leute, Wagen stehen die beobachten)
  5. Akuter Zugriff: Die Truppen rücken an, jemand läuft weg. Warnschüsse lassen Tauben aufschrecken, Federn fliegen.
  6. Danach: konnten sicher sagen aber nicht stellen; Er ist flüchtig – wir wissen nicht wie das passieren konnte – trotz der Spezial-Super-Sonder-Einsatzkräfte – hattenallesgetanwasmenschlichmöglichwar
  7. Dann in der Presse (Polizei war noch nicht soweit): Leute haben den Kerl zum Kaffee eingeladen und erstmal festgesetzt.
  8. Polizei/Staat: Puuhhhhh, wir sind so was von fertig und konnten aber dann doch „Gott sei Dank!“ den Bombenleger dingfest machen..

Leute ich frage euch, ist das wieder so ein Fake von den Bekloppten? Sauerland-Bande? Bombenalarm am Bonner Bahnhof etc? Und wollte ich von Staatsdienern sprechen? Ja? Nö!

P.S.: Ich bin grade sowas von benebelt dass ich keine Links liefern kann. Scheiß backen. Scheiß Backpulver. Und die armen Pflanzen. Scheiß Dünger.

Sie: Mein Internet ist kaputt!
Ich: Geht Google?

Sie: Nee, das ist es ja!
Ich: Geht xhamsters?

Sie:  Auch nicht!
Ich: Youporn?

Sie: Neeeeeeee, Mannn!
Ich: Dein Internet ist kaputt..

Wir: DAS INTERNET IST KAPUTT!!!

Der kostenlose Profitipp zu Haarbürsten

Ich war am Samstag beim Frisör! Warum das Ausrufezeichen fragen Sie sich vielleicht. Nun, ganz einfach. Ich ließ einige Zeit meine Federn wachsen aufgrund der Festival-Zeit. Mit einer coolen Kutte muss man ja auch ordentlich Headbangen. So auch ich. Aber mir fällt mehr und mehr auf dass die Haare nerven. Die morgendliche Haarpflege ist einfach zu anstrengend und ehrlich gesagt auch zeitraubend. Als ich damals als Fotoreporter, das muss so 1907 gewesen sein, als Kind der Apachen in Nordamerika, einige meiner schönsten Landschafts- und Pony-Fotos anfertigte, war das kein Thema gewesen. Sie wuschen mir einfach manchmal die Haare und brachten Spangen an. Das geht heutzutage im Business ja gar nicht mehr. Und ich habe keine Apachen mehr zu Hand.

Zuerst, und ich habe glücklicherweise zu 40 Prozent meiner Arbeitszeit mit USA-Leuten zu tun, waren diese Haarspangen in den Augenbrauen, am Arsch und in der Nase und rund um den Bauchnabel kein Thema. Nur irgendwie finde ich es als halbwegs gebildeter Mitteleuropäer ein wenig lästig wenn nicht ein wenig obszön.

Dennoch meine Haarbürste ist versifft. Sie muss gereinigt werden. Ich googelte wohlweißlich dass ich so ein Ding schon mal sauber gemacht hatte – die Bürste ist mittlerweile antik – und fand nicht die Anleitung die ich damals anwandte.

comp_img_9162Also rief ich ein Mädel an. Sie riet mir zum Kauf eines recht billigen Shampoos. Dieses über Nacht im Waschbecken zum heißen Wasser getan, die Bürste hinzu und über Nacht einweichen lassen. Der Rest ergebe sich schon. So tat ich grade.

Nun frage ich Sie aber, wie soll ich mir jetzt die Hände waschen? Hier im Westerwald gibt es nur ein Waschbecken. Beispielsweise jetzt. Ich muss urinieren. Soll ich mir hinterher im Waschbecken, ohne die Bürstenreinigungssubstanz ablaufen zu lassen, die Hände waschen? Das würde die Temperatur verändern und hätte auch irgendwann einen Überlauf zur Folge. Nicht? Vielleicht muss ich ja auch noch mal kacken bevor die Haarbürste, wie sagt man, mit Shampoo weich gekocht ist? Auf das abwischen des knackigen Po’s verzichten nur damit das Entspannungsbad der Bürste nicht gestört wird? In Kauf nehmen das Darmbakterien im nächtlichen Gekratze in die Haut eingearbeitet werden?

Nun liegt sie da im Waschbecken. Und ich hoffe – wohl. Denn das Shampoo-Zeug war nicht billig. Naja, mal sehen. Morgenfrüh nehme ich sie aus dem Waschbecken und bürste meine luftigen, blonden Locken und bin gespannt ob die Tolle noch toller und schöner wird. Ahhhhhh, verdammt. Ich habe meine Jeans frisch gewaschen. Die ist dann immer so trocken und bretthart (und für die Bravo-Leserinnen: eng..), damit vernichte ich doch meine seidenen A…haare wenn ich sie nicht schon weggebürstet habe 🙂

Elvis lässt grüßen und keiner hat’s gesehen!

Der Mittwoch der keiner war

Irgendwie ist es kalt heute. Fühle mich so na ja. Trug heute meine alte Fleecejägerjacke mit unechtem Lederbesatz, das Teufelsmobil hat Winterschuhe und die Heckscheibenheizung ging automatisch an. Dazu stiere ich auf die kalten hässlichen Heizungskörper und grübele über etwas nach. Hmh, es fällt mir nicht ein. Nicht mehr. Er war noch da schon war er wieder weg, der Grund meines Grübelns. Ich schüttele die zu keinem Ende führenden Gedanken weg und stolziere nackig, habe mich grade rückgefettet, durch die furchtbar kalte Bude auf der Suche nach warmen Socken. Irgendwann komme ich noch drauf.

Jedenfalls (cooles Wort, gelle?) verschleuderte ich ein Gedanken an Essen während ich mir die noch gestern Nacht vorprogrammierte Sendung Küchenschlacht oder wie das heißt ansehe. Der Titel sagte mir sehr zu und hoffte auf einen edlen, kurzweiligen, blutigen Splatter-Film. Kurz wunderte ich mich dass es im Mittagsprogramm des ZDF ausgestrahlt wird. Aber ist mir doch egal wenn die kleinen Blagen so einen Film zwischen Pokemon und Sesamstraße sehen während sie daheim alleine vor der Glotze sitzen. Sollen sie doch in die eine der zahlreichen Kitas gehen! Und was noch dazu kommt: Die Viecher gucken und haben sicher keine GEZ-Gebühren bezahlt. Sollen sie doch kotzen und Albträume kriegen. Mir doch egal. Aber ich war verwundert und mir kam das Kotzen. Schön vorbereitet, die Erdnüsse und Cola mit was drin parat, mein Seidenhausanzug lag neben mir auf der Couch (Sie wissen schon – Rückfettung) und was muss ich erblicken? Eine Koch Show! Fuck!

Aber das ist nicht das Thema. Ich wollte etwas über essen schreiben. Am Wochenende fraß ich alles weg. Sogar die Haare der Mitbewohnerin. Und das volle Marmeladenglas mit Löffel genossen und das restliche Brot schön dick mit Butter und Pfälzer Leberwurst und den scharfen Curry-Ketchup druff. Boah, ging es mir heute Morgen komisch. Prrr.. dachte ich mir, irgendwas muss ich ja zum Überleben in die Knochenmühle mitnehmen. So schluckte ich ein paar Aufputschpillen und schaute in einen meiner alten Wanderrucksäcke nach und wer sagt es denn? Ich fand in dem 45er Liter Sack noch ein paar Bifis und diese kleinen rot eingepackten, runden Käsestücke. Werden ja nicht schlecht. Sind ja gut eingepackt. Nostalgisch werdend packte ich den Rucksack wieder weg. Immerhin war ich mit dem 2006 in der Eifel unterwegs.

Erfreut war ich über eine E-Mail die heute reinrauschte (Name unkenntlich gemacht):

nachricht-fleischkaese

Mittagessen gerettet – dachte ich. Mit zusammengelaufenem Wasser im Mund ging ich mittags in die Knochenmühlenküche um zu sehen was der Neue hat anrichten lassen. Ich habe gerochen, gefühlt, überlegt und stand da erstmal für einige Zeit wie angestochen und ich wusste nicht wie mir war. Die Spucke blieb mir weg. Hat der Kerl doch einfach nur zwei Brocken Fleischkäse (roh) und eine große Tube Senf und die gleiche Tube Curry-Ketchup (wie ich am Wochenende genoss), da hingestellt. Das war’s! Nicht gekocht oder gebraten. Nur hingestellt! Ohne Brötchen mit ohne alles! Nur Teller aufgehäuft. Aber dafür ohne Besteck. Ich erspare Ihnen ein Foto. Ich ging wieder zurück in mein kleines Büro, drehte Slayer – der Rote hat Urlaub – auf und verspeiste meine antiken Bifis mit diesen runden Käsestücken. Da war für mich die Woche schon wieder gelaufen!

Puh, noch Meetings mit Scheff, später dann noch mit Scheff und Scheffscheff zusammen in einem Büro gehabt und dann können Sie sich vorstellen dass ich noch nicht mal Bock hatte auf der Heimfahrt einzukaufen sowie das wochenendliche Leergut zu entsorgen. Die unverhoffte Koch Show inspirierte mich dahingehend dass ich auch die anderen alten Rucksäcke nach Essbarem durchforstete. Hmh, lecka! Alte sehr, sehr knusprige Müsliriegel. Ah da, hmh, leckere steinharte Salbaibonbons ohne Zucker. Nee zu wenig für mich. Ich ging in das Speisekämmerchen und fand noch Nudeln und ein Glas Würstchen. Und fing an zu kochen. Zuerst die Nudeln.

Nach diesem vermeintlichen Horrorfilm kam noch Bares für Rares. Nett, muss ich sagen. Da werden Dinge verkloppt das glaubste nicht. Aber angenehm und unaufgeregt. Immer besser als, ich habe Bereitschaft, immer mal wieder die Knochenmühlenmailbox zu checken wo wieder irgendwelche „Katastrophen“ passierten. Die haben da sogar altes, verstaubtes nichtfunktionierendes Drecksspielzeug verkauft. Dazu angeblich alte Ölgemälde die sogar ich besser mit meinem Lungenblut gespuckt hätte, mindestens aber mit Hilfe meines dicken Onkels der Zweiundzwanzig Pinsel gleichzeitig halten und ölig auf der Leinwand hantieren kann.

Wissense? Mein Backofen ist geplatzt. Hefe ist doch was Verwunderliches. Mit Wareneinsatz von unter einem Euro können Sie einen 1.800,- EUR teuren Backofen kaputt machen. Auseinanderbrechen lassen. Fast. Aber sehen Sie selbst was die Mitbewohnerin tat und während er immer größer und immer noch größer wurde:

comp_img_9155

Mannomann, war das lecker. Schön dick geschnittene Butter drauf und Marmelade dass es eine Freude war. Für unter einem EURO – das M-U-S-S M-A-N S-I-C-H M-A-L V-O-R-S-T-E-L-L-E-N! Wäre ein Rezept für die immer größer werdende, prekäre Bevölkerung. Es geht auch mit wenig Geld. Ja. Jaja. Haha!

Ui, jetzt habe ich mich verlabert. Jetzt gibt es nur noch Nudeltorte. Aber ich habe noch Reste von Birnenlikör und Harzer Feuerbrand um das Ding da genießbar zu machen:

comp_img_9159

Während ich das da oben grade garniere schaue ich auf den Kalender. Mir kommt es vor als wäre es Mittwoch. Ist das nicht schlimm? Grausam? Ich finde, sowas sollte verboten werden!

Guten Appe!