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Der Mittwoch der keiner war

Irgendwie ist es kalt heute. Fühle mich so na ja. Trug heute meine alte Fleecejägerjacke mit unechtem Lederbesatz, das Teufelsmobil hat Winterschuhe und die Heckscheibenheizung ging automatisch an. Dazu stiere ich auf die kalten hässlichen Heizungskörper und grübele über etwas nach. Hmh, es fällt mir nicht ein. Nicht mehr. Er war noch da schon war er wieder weg, der Grund meines Grübelns. Ich schüttele die zu keinem Ende führenden Gedanken weg und stolziere nackig, habe mich grade rückgefettet, durch die furchtbar kalte Bude auf der Suche nach warmen Socken. Irgendwann komme ich noch drauf.

Jedenfalls (cooles Wort, gelle?) verschleuderte ich ein Gedanken an Essen während ich mir die noch gestern Nacht vorprogrammierte Sendung Küchenschlacht oder wie das heißt ansehe. Der Titel sagte mir sehr zu und hoffte auf einen edlen, kurzweiligen, blutigen Splatter-Film. Kurz wunderte ich mich dass es im Mittagsprogramm des ZDF ausgestrahlt wird. Aber ist mir doch egal wenn die kleinen Blagen so einen Film zwischen Pokemon und Sesamstraße sehen während sie daheim alleine vor der Glotze sitzen. Sollen sie doch in die eine der zahlreichen Kitas gehen! Und was noch dazu kommt: Die Viecher gucken und haben sicher keine GEZ-Gebühren bezahlt. Sollen sie doch kotzen und Albträume kriegen. Mir doch egal. Aber ich war verwundert und mir kam das Kotzen. Schön vorbereitet, die Erdnüsse und Cola mit was drin parat, mein Seidenhausanzug lag neben mir auf der Couch (Sie wissen schon – Rückfettung) und was muss ich erblicken? Eine Koch Show! Fuck!

Aber das ist nicht das Thema. Ich wollte etwas über essen schreiben. Am Wochenende fraß ich alles weg. Sogar die Haare der Mitbewohnerin. Und das volle Marmeladenglas mit Löffel genossen und das restliche Brot schön dick mit Butter und Pfälzer Leberwurst und den scharfen Curry-Ketchup druff. Boah, ging es mir heute Morgen komisch. Prrr.. dachte ich mir, irgendwas muss ich ja zum Überleben in die Knochenmühle mitnehmen. So schluckte ich ein paar Aufputschpillen und schaute in einen meiner alten Wanderrucksäcke nach und wer sagt es denn? Ich fand in dem 45er Liter Sack noch ein paar Bifis und diese kleinen rot eingepackten, runden Käsestücke. Werden ja nicht schlecht. Sind ja gut eingepackt. Nostalgisch werdend packte ich den Rucksack wieder weg. Immerhin war ich mit dem 2006 in der Eifel unterwegs.

Erfreut war ich über eine E-Mail die heute reinrauschte (Name unkenntlich gemacht):

nachricht-fleischkaese

Mittagessen gerettet – dachte ich. Mit zusammengelaufenem Wasser im Mund ging ich mittags in die Knochenmühlenküche um zu sehen was der Neue hat anrichten lassen. Ich habe gerochen, gefühlt, überlegt und stand da erstmal für einige Zeit wie angestochen und ich wusste nicht wie mir war. Die Spucke blieb mir weg. Hat der Kerl doch einfach nur zwei Brocken Fleischkäse (roh) und eine große Tube Senf und die gleiche Tube Curry-Ketchup (wie ich am Wochenende genoss), da hingestellt. Das war’s! Nicht gekocht oder gebraten. Nur hingestellt! Ohne Brötchen mit ohne alles! Nur Teller aufgehäuft. Aber dafür ohne Besteck. Ich erspare Ihnen ein Foto. Ich ging wieder zurück in mein kleines Büro, drehte Slayer – der Rote hat Urlaub – auf und verspeiste meine antiken Bifis mit diesen runden Käsestücken. Da war für mich die Woche schon wieder gelaufen!

Puh, noch Meetings mit Scheff, später dann noch mit Scheff und Scheffscheff zusammen in einem Büro gehabt und dann können Sie sich vorstellen dass ich noch nicht mal Bock hatte auf der Heimfahrt einzukaufen sowie das wochenendliche Leergut zu entsorgen. Die unverhoffte Koch Show inspirierte mich dahingehend dass ich auch die anderen alten Rucksäcke nach Essbarem durchforstete. Hmh, lecka! Alte sehr, sehr knusprige Müsliriegel. Ah da, hmh, leckere steinharte Salbaibonbons ohne Zucker. Nee zu wenig für mich. Ich ging in das Speisekämmerchen und fand noch Nudeln und ein Glas Würstchen. Und fing an zu kochen. Zuerst die Nudeln.

Nach diesem vermeintlichen Horrorfilm kam noch Bares für Rares. Nett, muss ich sagen. Da werden Dinge verkloppt das glaubste nicht. Aber angenehm und unaufgeregt. Immer besser als, ich habe Bereitschaft, immer mal wieder die Knochenmühlenmailbox zu checken wo wieder irgendwelche „Katastrophen“ passierten. Die haben da sogar altes, verstaubtes nichtfunktionierendes Drecksspielzeug verkauft. Dazu angeblich alte Ölgemälde die sogar ich besser mit meinem Lungenblut gespuckt hätte, mindestens aber mit Hilfe meines dicken Onkels der Zweiundzwanzig Pinsel gleichzeitig halten und ölig auf der Leinwand hantieren kann.

Wissense? Mein Backofen ist geplatzt. Hefe ist doch was Verwunderliches. Mit Wareneinsatz von unter einem Euro können Sie einen 1.800,- EUR teuren Backofen kaputt machen. Auseinanderbrechen lassen. Fast. Aber sehen Sie selbst was die Mitbewohnerin tat und während er immer größer und immer noch größer wurde:

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Mannomann, war das lecker. Schön dick geschnittene Butter drauf und Marmelade dass es eine Freude war. Für unter einem EURO – das M-U-S-S M-A-N S-I-C-H M-A-L V-O-R-S-T-E-L-L-E-N! Wäre ein Rezept für die immer größer werdende, prekäre Bevölkerung. Es geht auch mit wenig Geld. Ja. Jaja. Haha!

Ui, jetzt habe ich mich verlabert. Jetzt gibt es nur noch Nudeltorte. Aber ich habe noch Reste von Birnenlikör und Harzer Feuerbrand um das Ding da genießbar zu machen:

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Während ich das da oben grade garniere schaue ich auf den Kalender. Mir kommt es vor als wäre es Mittwoch. Ist das nicht schlimm? Grausam? Ich finde, sowas sollte verboten werden!

Guten Appe!