Deutsche Handball Nationalmannschaft gescheitert

Marseille (jos) – Ende, Aus! Nach einem furiosen Auftakt scheitert die deutsche Handball Nationalmannschaft im EM-Fußball Halbfinale gegen die klar stärkere Gastgebermannschaft aus Frankreich.

Mit einiger Belustigung blickte die Fußballwelt auf den „Exoten“ der als klarer Außenseiter bei der Fußball-EM 2016 antrat. Nach Meinung der Experten war das junge deutsche Handball-Team ohne jede Chance. Herr Faula Träter (EM-Experte) meint dazu: „Völlig klar dass ein Handball-Team gar nicht die Möglichkeiten hat auf einem so viel größeren Feld als wie sie es in der Halle gewohnt sind, zu bestehen. Ganz zu schweigen von den unterschiedlichen Regeln.“

Umso größer war das Europaweite Entsetzen als das Team um Jogi Löw sogar den Favoriten Italien in einem spannenden Krimi mit 6:5 i.E aus dem Turnier warf. Dieses Ergebnis stimmte sogar den Halbfinal Gegner Frankreich nachdenklich, die Experten wunderten sich. Jogi Löw dazu: „Großartig diese Jungs! Diese Spritzigkeit und die bärenstarke Manndeckung wird auch im Halbfinale zu einem befriedigenden Ergebnis führen.“, befühlte seinen Hoden und verschwand in der Mannschaftskabine.

In der großartigen Kulisse des Marseiller Fußballstadion und mit hervorragender Stimmung unter den Fans konnten beide Teams ihre sportliche Einzigartigkeit beweisen. Während der offensiv aufspielende Gegner Frankreich das deutsche Handballteam schon in den ersten Minuten unter sehr hohen Druck setzte konnte nur der Handballwelttorhüter Manual Neuer einen frühen Rückstand verhindern. Unglücklicherweise sorgte der deutsche Kapitän Bastian Schweinsteiger mit einer Einzelaktion im eigenen Strafraum für einen erfolgreichen Elfmeter zugunsten der Gastgeber. 1:0! Bastian Schweinsteiger dazu: „Verstehen kann ich diese Schiedsrichterentscheidung nicht da ich ganz klar mit der Hand gespielt hatte.“ In der zweiten Halbzeit kam es durch einen Fehler in der deutschen Abwehr zu dem 2:0. Mit Unverständnis reagierte der DFB noch während des Spiels. Ein Verantwortlicher dazu: „Das Tor wurde ganz klar mit dem Fuß erzielt. Die Schiedsrichter waren meiner Meinung nach blind, bestochen und doof.“

Auch mit einer großartigen, kräftezehrenden Laufleistung konnte das deutsche Handball-Team nicht mehr am Endergebnis rütteln. Es blieb beim 2:0. Alles in allem war es ein großartiger Fußhandball-Abend. Erfrischend eine Stimme von der Berliner Fanmeile dazu: „Papi, wer sind denn die Franzosen? Die Blauen oder die Weißen?“ „Die Schwarzen, Sören“.

Mit schmerzenden Handgelenken verabschiedete sich das deutsche Handball-Team, nicht ohne sich bei den Franzosen für die Gastfreundschaft zu bedanken und viel Glück für das Finale zu wünschen. Dieses findet am kommenden Sonntag den 10 Juli in Paris statt. Dann heißt es wieder einmal: „Allez les Bleus!“

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Ein verflixtes Datum

Wie jeder Job, wie jede Arbeitsstelle, bietet auch die Büroarbeit manchmal Anlass zum Schmunzeln. Je nach Arbeitsstelle kommt das selten oder öfters vor. Eigentlich wollte ich grade lieber „manchmal“ schreiben, aber das kam da oben ja schon vor.

Jedenfalls höre ich grade den Grunge-Channel von Delta Radio und das bringt mich furchtbar runter. Aber ich habe es ja gut. Brauche nicht zum Messer greifen damit das Blut spritzt sondern nehme mir einfach ein paar der halbabgeheilten Neurodermitiswunden vor und kratze solange bis das Blut spritzt / fließt. Das ist Befriedigung. Aber ich schweife ab.

Manchmal (haha) könnte man im Büroalltag schon ins Kichern kommen. Wenn beispielsweise hochbezahlte Ingenieure und ehemalige Lochkartenstanzer einem wat verzälle wolle. Um dann am Ende dumm aus der Wäsche zu schauen. Menschen die sich wie Wickie die Nase reiben, „Heureka“ schreien und anschließend alles schlimmer machen als es vorher war. Ich habe mir abgewöhnt mich einzumischen. Ich musste auch durch Fehler lernen. Durch die harte Schule der Selbsterkenntnis gehen. Ich lasse sie gegen die Wände rennen. Ich lasse ihnen diese Fehler. Ich sehe es. Ich sage nichts mehr. Ich rege mich nicht mehr auf. Ich will auch kein Beschützer mehr sein. Ich halte meine Schnauze und freue mich auf die verbrecherischen Ergebnisse ihrer Aktionen, „guten“ Ideen und diese Scheiß-Workarrounds die zunächst kurz helfen, dann aber so schmutzig und dreckig bleiben bis zum Sankt Nimmer. Spätestens bis zum nächsten Audit.

Audit. Wenn die geschlippsten Burschen – frisch von der Uni – daherkommen und einem mit ernster Miene wat verzälle wollen. Blödsinnige IT-Controls kontrollieren wollen und das nach Schema-F. Sie sind entweder frische Juristen oder in der Mehrzahl BWL’er. Keine Ahnung wo der Hase lang läuft aber die Krawatte nicht alleine binden können. Einem habe ich mal am Binder gezubbelt und erschrak ganz fürchterlich – hatte ich doch plötzlich was in der Hand – die Klemmkrawatte. Kennen Sie Klemmkrawatten? Was habe ich vor versammelter Mannschaft gelacht und fragte ihn gemein kichernd ob Omi keine Zeit gehabt hätte mit auf Dienstreise zu fahren um dem Kleenen den Strick zu knüpfen.

Aber ich schweife ab.

Ist es ein Segen oder ein Fluch? Ich kann über mich selbst lachen. Gestern war ich ein Idiot und keiner hat es mitbekommen. NIEMAND! Deswegen, liebes Tagebuch. Bitte nichts weiter erzählen. Bitte, bitte..

Mittwochs transportiere ich genehmigte und getestete (ich lach mich schlapp!) Programmänderungen in das Produktivsystem. Sehr, sehr früh. Muss geschehen bevor das Business anfängt mit dem System zu arbeiten. Übrigens ist das ein Kunststück. Wir haben weltweit Benutzer, über alle Zeitzonen hinweg. Ein 24×7 System. Von daher ist es für mich ein running gag – die Vorgabe, Änderungen nur vor dem Businessbeginn importieren zu müssen / sollen. Jedenfalls geht alles schön mit Formulare, mit Unterschriften – fill correctly and sign after testing. Gut, is langweilig. Daher in Kürze. Die Keyuser testen und unterschreiben wenn o.k. Der zuständige Entwickler oder Business Analyst unterschreibt auch. Dann prüft noch mein Lieblingskollege und bestätigt das auch noch mal handschriftlich mit Datum und Unterschrift und genehmigt. Ich als Letzter in der Kette haue die Dinger in das PRD und unterzeichne ebenfalls. Boaahhrrr!

Jedenfalls (<= geiles Wort) habe ich einen Stapel von Formulare, haue die Objekte in das Produktivsystem und unterzeichne mit Datumsangabe handschriftlich. Korrekterweise war das gestern –und jetzt stellen Sie sich bitte eine überaus unleserliche Handschrift vor – der 06.07.2016. So fing ich bei den ersten Blättern an. Es kam mir etwas komisch vor denn ich erwischte mich alsbald dass ich 07.06.2016 schrieb. Den fertigen Formularstapel nahm ich mir dann wieder vor, strich das falsche Datum durch und ergänzte unten richtigerweise mit 06.07.2016 und legte wieder ab. Es kam mir wieder etwas komisch vor und nahm mir die Ablage wiederrum vor und sah: Ich schrieb wieder den 6. Juni. Also alles nochmal. Auch diese Datümer wieder durchgestrichen und dann habe ich mich echt, ganz ehrlich gezwungen korrekt zu schreiben. So war es dann auch. Ich bekam mich im Griff und schrieb überall und schlussendlich den 06.07. Stolz packte ich den Stapel Papier und ging rüber zum Einscannen, sah noch mal druff und sah. Sah und sah und entsetzte mich vor mich. Oder vor mir? Blöde Rheinländer. Zum Thema: Ich sah 06.07.2015 auf den Formularen.

Zu wirr? Unverständlich? Hier eine kleine Hilfe:Comp_IMG_7699

Und? Doof, oder?

Blonde Kolleginnen mit langen Beinen feiern

Sie werden es nicht glauben. Ich fasse es selbst noch nicht!

Stupide organisiere, tippe, programmiere, diskutiere, onaniere, resigniere ich so in der Knochenmühle vor mich hin und stelle mir ein engelsgleiches, blondes Wesen vor. Mit langen schlanken Beinen. Mit einem netten Äußeren. Mit Grips wenn es nötig ist, mit ohne Grips – Instinkte pur bei anderen Gelegenheiten. Sportlich schlank, aber nicht allzusehr. Mit gutem Musikgeschmack. Motorradfahrend. In dunklen Zeiten geht die Sonne auf wenn sie erscheint.

„Klöpfchen, klöpfchen“ klopft es an meine Tür. „HERRRREIN!“ schnarre ich überaus ungestüm wie nett genervt und schaue. Zuerst kommen wunderschöne, schwarze Damenschuhe mit interessanten Absätzen gefolgt von Beinen. Dann erst mal nichts. Immer noch Beine – sie kamen immer noch rein. (kam mir langsam schon wie in einem Film vor). Schlanke, lange, sportliche Damenbeine in engen Hosen. Hach, Klappmesser – ik hör dir trappsen.

Sie müssen sich das mal vorstellen! Haben Sie schon mal Klappmesser trappsen hören? Nee? Ich auch nicht. Sorry für diesen Exkurs.

Jedenfalls lurte verschämt erst eine blonde Haarpracht, dann ein liebes Gesicht herein. „Störe ich, Johannes?“. Ähm, uff, mist, jetzt hätte ich gerne eine Ziggi danach, brummelte ich in meinen Bart und hieß sie hereinzukommen. Sonst ist mein vom Büroschaffen verkrüpelter Quasimodo-Rücken nicht schön anzuschaun. Zack! Wie eine Eins standen wir, eh, ich, äh, saße ich im Stuhl, bleckte meine Zähne und warf mir ein Pfefferminzbonbon rein um zuckersüß zu fragen: „Jaaahaaaaaahhhh?“ Und wischte mir einen Speichelfaden vom Mundwinkel.

Da stand sie nun vor mir in voller Pracht und hinter ihr die Tür. Ich in ebensolcher vor ihr. Sie hatte was in den Händen und überreichte es mir. Ich sah es nicht. Hände? Hallo? Sie öffnete keck ihre zarten, kirschförmigen Lippen um „Johannes, ich möchte mich bei Dir bedanken.“ zu hauchen. „Hmhhhhmmmm?“ heiserte ich mit belegter Zunge zurück.

„Dass ich Deinen Schlüssel haben kann. Auch wenn Du nicht da bist. Dafür danke ich Dir.“ Und legte mir eine Schachtel „Feiern“ auf den Tisch und verschwand Feengleich nicht ohne ihren süßen Duft zu hinterlassen, aus meinem Büro. Ich youtubte Celebration, fuhr verwirrt mit dem Stuhl nach hinten und stürzte mit Kool and the Gang aus dem Fenster.

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Ob dem dumpfen Knall rief sie aus dem anderen Stockwerk „Is was?“

Leise Schoki mümmelnd konzentrierte ich mich wieder auf die Arbeit.

Was ein Tag! 🙂

Der Pansen macht mir Freude

Boaaahhh, Leute! Was habe ich mich gefreut!

Letzten Sonntag klingelte es an der Muckelbudentür, ich raste, die Unterhose auf halb Acht, die Treppen runter, öffnete die Tür und wurde von einem wildgewordenen Handballer / Punkrocker umgerissen der mir „HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, LIEBER PAPA ZUM GEBURTSTAG!“ in die Ohren brüllte und meinen wohlgepflegten Bürorücken zerquetschte.

Meine Güte, was habe ich mich gefreut. Der Pansen hat an mich gedacht. Die Augen wurden mir ein wenig feucht in Gedanken an schöne Zeiten. Als er noch klein war. Nein, quatsch! Ich meine das ehrlich. Und gebe meine Sentimalität auch zu. Soviel habe ich gelernt. Auch ein Holzklotz sollte, muss, Gefühle zeigen. So tat ich dann auch.

Umso mehr als er mir seine erste im Tonstudio aufgenommene CD als Schwarzpressung mit den Worten „Aber Papa, das ist nur für dich und erzähle da bitte nichts drüber.“ überreichte. Von daher kann ich euch nur das Front-Cover zeigen:

Comp_Felix-Cover-FrontWir verbrachten dann noch einen supi schönen Abend. Da er grade berufstätig ist, musste ich ihn früh ins Bett schicken und brachte ihn mit den Worten runter zum Parkplatz: „Ich liebe dich, mein Junge. Aber Geburtstag habe ich erst am Mittwoch.“

„…“

Schirrmi

Rezept der Woche: Die Menüplanung

Aus Gründen sitze ich hier seit Stunden an meinem Schreibtisch und zerbreche mir den Kopp. Es handelt sich nämlich darum dass ich Gäste erwarte. Diese sollen ein wenig bewirtend verköstigt werden. Huch? Ich habs gemerkt.

Jedenfalls möchte ich dem Anlass entsprechend ein wenig was vom Herd und aus dem Backofen zaubern. Nun ja, das ist eigentlich nicht mein Metier aber ich möchte mir Mühe geben, habe auch keine Angst davor. Ideen sind das was mir manchmal schwer fällt.

Ich lernte aus der Knochenmühle, wenn du an einem Punkt bist wo sich dein Hirn verhakt, es quasi gegen eine Wand rennt, man anstatt witzigen, tollen, leckeren Rezepten nur Schwärze sieht – dann, ja dann, tritt einen Schritt zurück. Atme durch und schreibe einfach alles auf, egal wie dumm es einem vorkommt.

Das mache ich jetzt, Brainstorming.. Ach, erzählte ich schon dass ich ein Buch geschenkt bekam? Da ging es um höfliches Miteinander und Benimm. Aber klar doch. Ich kann mir gut vorstellen dass meine lieben, verstrahlten Gäste morgen nach dem exquisiten Mahl wie folgt aussehen:

Comp_Schirrmis-Gaeste

Ja es half. Folgende Gerichte fielen mir ein: Freistoss Fick-Filet, Meisteranalwurst, Doppelsechs-Würstchen im gebrauchten Kondom, Stadionwurst-mit-Faust-in-die-Fresse, Turnierbälle-ala-Aua-Hoden, Stürmer Trio-loch-Stute, Abwehr KETTE mit Natur Ketchup (Periode), Spielmacher Mini Salami-am-Arsch, Gewinner-Gulasch-Dünnpfiff, Torjäger Spaghetti-Kotze, Turnier BURGER-Verarsche, Pokal Pasta mit Wichs-Sauce, TEAMGEIST Tomaten-fuck-mich-doch-ab-Suppe, Antipasti-Tricolore-leck-mich-würzig-mit-der-Zunge-im-Arsch-Gedöns..

Und weil ich sehr genau weiß dass dieser Blog öffentlich im Internet verfügbar ist und die Mehrheit der geneigten Leser, hihi, lieber Bilder schauen als lesen gelernt zu haben, hier für diese Zielgruppe ein Paar Verdeutlichungen:

Ist das nicht grausam? Schlaaand, Schlaaand, Schlaaand! Oder wie schrieb der liebe Pantoufle noch?

Guten Appe!

 

Es ist nicht wie man dachte

Die große Schnauze kann ich haben. So zu tun als ob nichts an mir kommt. Ich gehe durch das Leben mit breiten Schultern. Nichts ist egal, alles ist egal was und wer da vor mir erscheint. Selbstbewusst, wie Kafka in den Gassen. Immer ruhig, wie Hulk, die Schränke leer – keine Tassen. Keiner schaut mir rein in meine Dunkelheit. Und wenn jemand fragt – der Standard: „Nein“.

Ich dachte. Ich meinte.. Jetzt sehe ich was der Kleene zu mir sagte: „Papa, meinst Du das ehrlich?“. Ich sagte ja, habe abgeschlossen und bin bereit auf ein Tschüss – alt genug isser ja. So und so weiter. Nun sitz ich hier, schau mich in der Welt um, wundere mich. Die Flüsse haben keine Ufer mehr, die Wellen sind knallhart. Jemand sagt zu mir: „Hör auf zu weinen. Die vertrocknete Welt kann Deine Tränen nicht mehr fassen.“

Weltuntergang. Blutrot ergießt sich schmerzhaft das Gestein in meine Seele. Es brennt. Es tut weh. Wissen ist das Eine. Begreifen soll gelernt sein.

Es kommt über uns – so lallte ich manchmal. „Die Welt wird untergehen.“ prophezeite ich. Das ich erlag im unabänderlichen Lauf der Welt, das wusste ich – nicht. Wollte ich nicht wissen. Das passiert anderen, nur nicht mir. Der Boden der Tatsachen ist hart. Ohne Helm und ohne Schoner fällst Du hart, der unbedarfte Witz noch auf den Lippen – bis Du aufschlägst. Und etwas merkst.

Die Realität ist da. Meine Wunschträume ebenso. Doch Ersteres ist erwachsener – ich muss mich hauen um aufzuwachen. Sein Lächeln, seine Witze, der Sarkasmus – mein Papa ist nicht mehr da. An der Theke, ich hole aus und spiele mein Blatt, lächle. Er grinst, mein lieber Jung – werd mal groß und streicht, nicht ohne zu mir zu flüstern – „Wir teilen“ – alles ein.

NEIN! Wenn ich das sage dann heißt das NEIN! Dann hat man sich danach zu richten! NEIN!

„Doch“, grummelt die schreckliche Unersättlichkeit – „Ich habe nicht genug.“. Ich stehe auf. Ich mache mich breit. Ich wüte und bin sauer. Bin bereit für in die Fresse rein.. „Leg dich mit mir an!“ verlange ich. Jedoch, der alte, mir unvertraute Geist lächelt nur. „Reg Dich nicht auf.“.

Tja..

Ein unheilvoller Tag

Es fing schon in der Nacht an. Es wurde unnatürlich hell, es krachte mit dumpfen Paukenschlägen als ob die Welt untergeht. Wir wachten auf und hatten das Gefühl es will uns jemand etwas sagen. Ein großartiger Himmel der mitleidslos seine Pforten öffnete und seine nasse Flut im hellen Zwielicht über unsere kleine Welt ergoss. Es war nachdrücklich und voller Wut. In dieser Nacht stand ich das erste Mal auf und schaute andächtig hinaus ob der Naturgewalten die man erlebt und sich ganz klein und machtlos fühlt.

Weiterschlafen? Nein, daran war zunächst nicht mehr zu denken. Mir ging zu viel im Kopf, im Herzen herum. Die Natur, so finster und ohne Gnade, richtet ohne Reue. Ohne Angesicht der Person die voller Angst dann merkt wie unnütz all die Dinge sind. Sie ist einfach da und vollzieht ihr Werk. In einem unendlich wiederkehrenden Rhythmus so schön und voller Kraft, so schrecklich – ehrlich ohne Mitgefühl.

Ich wurde von einem Weinen geweckt. Hörte dieses herzzerreißende Jammern und Heulen noch nie bei einem Vogel. Das zweite Mal trat ich in dieser Nacht ans Fenster und schaute also raus um zu sehen wer es schafft mich mit so unendlichem Leid zu wecken. Der Vogel weinte und jammerte voller Traurigkeit und zum Erbarmen. Eine Eiseskälte breitete sich in mir aus. Eine furchtbare Vorahnung erfasste mein klammes Gemüt wie eine langsam festzupackende Eisenfaust mein Herz. Um es herauszureißen. Angst und Verzweiflung erfasste meine Seele, ohne zu wissen warum. Ich weinte innerlich mit.

An Schlafen war nicht mehr zu denken und ich stand auf. Dann klingelte das Telefon. Der große Bruder ist am anderen Ende. „Kleiner Bruder. Der Papa ist heute Morgen gestorben.“

Unser lieber Papa.

Eigentlich Rock vom Feinsten..

.. wäre dieses Wochenende. Immer ein wenig schneller, härter, böser als auf anderen Dorffestivals. Nämlich Mair1, ehemals Mach1 auf dem Flugplatz in Montabaur. Aber leider nein. Es wurde für dieses Jahr abgesagt.

Nichtsdestotrotz finde ich die Jungs die dieses organisieren (gehabt hatten, eventuell) super klasse. Denn wer bringt schon Iron Maiden, Bloodhound Gangs, Sick of it all, Emil Bulls, The Bones, Millencollin, Rage, Hatebreed, Agnostic Front, Heaven Shall Burn, Pennywise, Caliban, Kmpfsprt, NOFX, gut.. auch Guano Apes auf eine kleine heimelige grüne Wiese im Niemandsland? Und das traditionsreich seit 2007.

Ich wohne nicht weit weg vom Platz des Erschreckens. Falls ich mal nicht aus den Federn komme, penne ich auf meinem Balkon – der Wind weht mir den Terror herüber. Derzeitige oder vergangene Familienmitglieder (be)nutzen manchmal gerne meine Muckelbude um Firstclass pennen und duschen zu können.

Yeah!

Doch leider fällt es dieses Jahr aus. Wir wären jetzt schon in Feierlaune, meinen Freitag- und Montagurlaub (zum abkacken) habe ich storniert. Somit bleibt mir nur übrig euch mit einem kleinen, vergossenen Tränchen ein wenig was auf die Augen zu geben. Aus nostalgischen Gründen.

Schirrmi – der morgen unerhoffterweise arbeiten geht. Oder auch nicht.

Entschleunigung

Ähm, äh, emm – balgen sich da nicht heute die Krauts mit den Polacken um einen Ball? Ähm, ach ja – EM. Ähm, nee. Die versoffenen Iren sind’s.

Ich habe heute keine Zeit mir diese dummen Jungs anzusehen. Daher nehme ich mir das Spiel auf und schaue es übermorgen.

Aber bitte nicht das Ergebnis verraten. Danke!

Konservative Geilheit

Letztens war ich mal wieder im Harz. Meine Unterkunft war bürgerlich, herzlich. Man könnte auch konservativ dazu sagen. Mitten auf der Roßtrappe oberhalb von Thale – dem prima Bodetal.

Nun saßen wir beim Abendbrot in der guten Stube. Ich wischte mir den Mund, sah meine Begleitung an und fragte „biste auch so geil?“. Die Totenköpfe, Reh- und Hirschgeweihe, ausgestopfte Wildschweine, tote Adler schauten uns beim essen zu, sie antwortete brünftig und wurde schon so richtig naß „Wenn’s sein muß..“.

Hey, astrein. Der Fick gehört mir. Musste nur noch schnell scheißen gehen. Ging also zum abkacken in die Restauranttoilette und was mussten meine entzündeten Augen erblicken?

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Hallo? Geht’s noch? Einen Mini-Vibrator und einen Vibrator-Finger-Ring auf dem Männerklo? Hallo? HAAALLLOOOOOO?

Am Arsch, Leute!