Blonde Kolleginnen mit langen Beinen feiern

Sie werden es nicht glauben. Ich fasse es selbst noch nicht!

Stupide organisiere, tippe, programmiere, diskutiere, onaniere, resigniere ich so in der Knochenmühle vor mich hin und stelle mir ein engelsgleiches, blondes Wesen vor. Mit langen schlanken Beinen. Mit einem netten Äußeren. Mit Grips wenn es nötig ist, mit ohne Grips – Instinkte pur bei anderen Gelegenheiten. Sportlich schlank, aber nicht allzusehr. Mit gutem Musikgeschmack. Motorradfahrend. In dunklen Zeiten geht die Sonne auf wenn sie erscheint.

„Klöpfchen, klöpfchen“ klopft es an meine Tür. „HERRRREIN!“ schnarre ich überaus ungestüm wie nett genervt und schaue. Zuerst kommen wunderschöne, schwarze Damenschuhe mit interessanten Absätzen gefolgt von Beinen. Dann erst mal nichts. Immer noch Beine – sie kamen immer noch rein. (kam mir langsam schon wie in einem Film vor). Schlanke, lange, sportliche Damenbeine in engen Hosen. Hach, Klappmesser – ik hör dir trappsen.

Sie müssen sich das mal vorstellen! Haben Sie schon mal Klappmesser trappsen hören? Nee? Ich auch nicht. Sorry für diesen Exkurs.

Jedenfalls lurte verschämt erst eine blonde Haarpracht, dann ein liebes Gesicht herein. „Störe ich, Johannes?“. Ähm, uff, mist, jetzt hätte ich gerne eine Ziggi danach, brummelte ich in meinen Bart und hieß sie hereinzukommen. Sonst ist mein vom Büroschaffen verkrüpelter Quasimodo-Rücken nicht schön anzuschaun. Zack! Wie eine Eins standen wir, eh, ich, äh, saße ich im Stuhl, bleckte meine Zähne und warf mir ein Pfefferminzbonbon rein um zuckersüß zu fragen: „Jaaahaaaaaahhhh?“ Und wischte mir einen Speichelfaden vom Mundwinkel.

Da stand sie nun vor mir in voller Pracht und hinter ihr die Tür. Ich in ebensolcher vor ihr. Sie hatte was in den Händen und überreichte es mir. Ich sah es nicht. Hände? Hallo? Sie öffnete keck ihre zarten, kirschförmigen Lippen um „Johannes, ich möchte mich bei Dir bedanken.“ zu hauchen. „Hmhhhhmmmm?“ heiserte ich mit belegter Zunge zurück.

„Dass ich Deinen Schlüssel haben kann. Auch wenn Du nicht da bist. Dafür danke ich Dir.“ Und legte mir eine Schachtel „Feiern“ auf den Tisch und verschwand Feengleich nicht ohne ihren süßen Duft zu hinterlassen, aus meinem Büro. Ich youtubte Celebration, fuhr verwirrt mit dem Stuhl nach hinten und stürzte mit Kool and the Gang aus dem Fenster.

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Ob dem dumpfen Knall rief sie aus dem anderen Stockwerk „Is was?“

Leise Schoki mümmelnd konzentrierte ich mich wieder auf die Arbeit.

Was ein Tag! 🙂