Multipler Tod am Blattgehänge

Die jetzigen Temperaturen sind ja wie sie sind, gelle? Wie sonst auch, von daher gibt es nichts zu meckern. Klaro, könnten anders sein, je nach Befinden. Aber wie sie sind, sind sie halt. Jedenfalls ich empfinde die grade herrschenden Herbsttemperaturen doof und extremster Mistkackendreck. Scheiße! Widerlich! Scheißtemperaturen! Die Damen laufen rum wie in einem Etablissement am Rande eines Westerwälder Dörfchen, die rote Laterne dauernd befeuert. Geil wie Nachbars Lumpi ziehen die Büroangestelltinnen einfach nur noch das Dürftigste an. Und die Angestellten – die, die es sich leisten können haben einen Riesenständer in der Hose der beim mehrmaligen abfeuern sogar die alten Stalinorgeln wie ein kleines, verheultes Kindlein hätte aussehen lassen.

Geschäftig mit irgendwelchen Aktenordnern hantierend sehe ich wie den Kolleginnen die gelbe, schwitzende Brühe den Beinen herunterläuft. Es tropft und es läuft. Es stinkt, die Konsistenz der herunterlaufenden Brühe nähert sich Dotter an, der sich auf den heißen Bürofliesen langsam als Mahlzeit für Kenner und Genießer manifestiert. Mit ohne Stulle.

Dessen Angesicht erlahmte zunächst der dicke, lange, geile alte Geck in meiner Hose und wünschte sich an andere Orte. Ich folgte ihm.

Von den Toten erwacht, wankte ich ins Wozi wo bereits jemand diser Spezies saß die regelmäßig im Bad einen Kosmetikeimer benötigen. Maulwurfblind kenne ich mich in meiner Muckelbude aus. Durchlaufe den wohlbekannten Hindernisparcour von Türrahmen, Möbeln, Aschenbecher, leere Flaschen, vor Wut auf den Boden geschmissene Gegenstände und finde, die Augen immer noch zu, meinen Platz auf der Designercouch.

Der Eimer bringt mir einen Kaffee und ich drehe mir eine Zigarette, was nicht so recht funktioniert. Ich zücke mein Vorkriegsfeuerzeug (1.) und zünde mir die Kippe an. Fuck! Was ist das denn? Funken sprühen, glühen – Tabak im Mund, mein geiler Schlafanzug fängt Feuer, ich mache Terror.

Was war es? Keine Blättchen mehr. Drehen kann ich alles und jederzeit. Fahre Auto und bekomme jedermanns Lob ob der geilsten Joints während meine zarten, eingecremten Füße das Lenkrad gekonnt bei Geschwindigkeit 200 in der Spur halten, meine fleißigen Finger den nächsten Joint bauen und nach hinten in die billigen Reihen werfen. Aufgrund des schon lange abgerissenen Innenspiegels muss ich immer meinen Kopf nach hinten drehen. Ob noch alles gut vonstattengeht. Geht es nicht.

Aber Joints ohne Blättchen? Geht gar nicht. Da ist kotzen angesagt obwohl Du irgendwie die schön leckere Drogenwurst konisch gelängt hast. Es fehlte Papierossa, Bildzeitung oder sonstiges Klopapier. So erging es mir. Drehte, spuckte, kotzte und merkte unter den wachsamen Augen der Kaffeezubereiterin dass meine Blättchen an der Decke hängen. Zusammen mit den armen, seligen Getierschaften die den letzten Abend nicht überlebten. Aber seht selbst:

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Gosse

Gosse.

Gewalt herrscht, der Familienname sorgt für Ehrfurcht und für Schultern, so breit ein kleiner Bub sie haben kann. Der Gegenüber fühlt das gleiche. Angst. Und ist gefangen in Tradition. Da, damals war mal was. Wir, wir haben eigentlich nichts. Feinde, unwissentlich dass wir Freunde sind, die gleichen Dramen erfuhren. Im Grunde gibt es keinen Unterschied. Die Fäuste geballt, entschlossen wie wir es gelernt hatten. Schauen wir uns an. Wir heulen nicht wegen dem körperlichen Schmerz, wir weinen über uns, weinen mit uns, fühlen Mitgefühl – unbegreiflich was wir da tun. Am Ende liegen wir da.

Wäre es nicht schöner dass wir uns umarmen, miteinander schlafen, lachen und philosophieren? Die Welt ignorierend die sich uns aufdrängt, Dinge befiehlt? Die Hoffnung dass alles nur ein böser, blutiger Traum war, was können denn wir dafür?

Probieren, studieren

Freitagabend! Aufgrund von Slayer höre ich nicht die Nachtigall die draußen ihren fürchterlichen Gesang in die Welt pestet. Da oben an der Decke, meine kleine flinke Kampfspinne die erst ruhig und wenn es um was geht, blitzeflink ihr Opfer greift – verspeist. Die Fenster meiner Muckelbude sind geputzt, ungefragt. Jetzt sehe ich die Welt recht klar und frage mich ob ich das brauch. Der Charlie, als Grundrauschen, ist immer dabei während wie es alles sehen und nicht begreifen, sich elendig die Schlinge enger zieht.

Dampf in allen Gassen. Denselbigen ablassen. Schön mal auf raus gehen, die Steine aus dem und auf die Bullenköpfe verpflastern. Hochmütige Menschen begegnen von denen man weiß dass sie die Bestimmer sind. Deren Hosen runter, bloßgestellt vor versammelter Mannschaft, dass es jeder weiß. Die Röcke hoch, den fischstinkenden Slip runter und mit hochgezogener Augenbraue die hochwohlgeborenen Töchter entgegenhauchend: Nein!

Ich glaube ich schweife ab.

comp_img_8903Womit fing ich an? Mit Polenbier. 5,6 Dings. Polacken oder wie sie heißen. Jedenfalls ein Bier welches unaussprechlich heißt und interessant schmeckt. Im Abgang ein wenig süß. So wie verfaulte Leichen denen das Leid in Lagern nichts mehr antut. Dieses Bier, ein Geschenk, hat Umdrehungen und war recht kalt gestellt als ich mich traute es zu genießen. Der Spätsommer lässt es schlucken, die Kälte ist angenehmer als der fahle Nachgeschmack der nicht vorhanden war oder doch.

Dann geht es weiter zum Metzgerbier. Erstanden im Harz comp_img_8905bei einem bildlichen Schwein von einem Menschen der Chef einer kleinen Metzgerei seine eigens hergestellten Wurstwaren feilbot. „Der Herr? Wir wäre es mit einem Metzgerbier?“ „Mit Rinderblut gebraut?“ fragte ich den weißbekittelten, blutigen Burschen. „Die Zutaten sind geheim.“ so er. Ich erstand ein, zwei, drei Flaschen. Eine ist für später wenn ich mir zum verficktdreihundertdrölfzigsten Mal Saw anschaue.

comp_img_8906Auf den Geschmack gekommen will ich jetzt mal etwas Härteres probieren. Was gibt es besseres als Lemmy? Der Typ mit dem Faible für deutsche Devotionalien. Ich glaube zwar nicht an solche Dinge, aber wenn es so wäre und er könnte, er würde mir beim Saufen wohlwollend zuschauen während ich das Nass in den dunklen Nachthimmel hebe und ihm zuproste. Ihn im Arm gehabt in Düsseldorf 2015, ich hatte. Eine kleine Frage an euch.. das kommt mir grade wie Star Wars vor oder bin ich blau?

Kennen Sie das? Firma, Arbeit – Gemeinschaftsküche. Ein Kühlschrank in denen man private, selbst hart erarbeitende Lebensmittel zum Zwecke besserer Haltbarkeit ablegt. Beschriftet! Dann gibt es aber doch echt Honks die sich an fremden Sachen vergreifen. Ich komme aus dem Urlaub, mein löslicher Kaffee hat sich in Luft aufgelöst, das beschriftete Schirrmi-Kaffee-Glas steht leer und stumm da. Andere berichten in der Art wie „wer hat von meinem Tellerchen gegessen?“ Etc. Jedenfalls sprachen wir Opfer uns ab und taten hochwirksame Abführmittel und sonstige natürliche pflanzliche, ja auch Bewusstseinserweiternde Dinge in die Lebensmittel um dem Täter auf die Spur zu kommen. Es hat gewirkt – wir waren überaus überrascht dass die Leute die das meiste Geld verdienen sich an anderer Leutz Krempel vergreifen.

comp_img_8907Zu guter Letzt öffne ich eine schöne Flasche Sekt, mit roter Schleife und nicht auf dem Bahnsteig, halbtrocken so die Versprechung auf dem Etikett, liest meine Magendarmwand und lässt den Korken knallen wohlwissend, und das zum Glück, dass morgen nicht Montag ist.

HEEEELGAAAAAAA!

Elegant entspannte Baummaulwürfe

Das kalte Kotzen kriege ich! Plack, kriege ich! Wenn ich auf dem gleichen Fleck Armut, Elend und Tod einhergehen sehe mit Dekadenz und nimmermüden Wellnesstrip. So erlebt, die Tage..

Schön sehen sie aus. Nein, nicht Sie! Ich meine die Feuersalamander. Und als Nicht-Biologe kann ich die unterschiedlichen Tiere der gleichen Gattung nicht auseinander halten. So nenne ich sie alle schlicht „Fridolin“. Der Fridolin oder besser, die Fridolinen waren 2013 recht oft und lebhaft unterwegs, dann aber im Jahr 2015 in Massen verstorben auf den Wanderwegen zu sichten. Platt, verendet, die Gedärme von innen nach außen und mit allem Drum und Dran.

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Diese lustig und wunderlich gemusterten, toten Burschen machten ein Jahr später Platz für eine optische Kakophonie von toten Feld-, Spitz-, Hausmäusen die in einer unaussprechlichen Vielzahl, graugemustert und mit hoffnungslosen Knopfaugen in die Höhe starrend auf den Wegen lagen.

 

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Zermatschte Schnecken, deren zerknirschte Gehäuse, platt getrampelte Schlangen, Eidechsen und Trilliarden von widerspenstigen, aber am Ende doch zerknackten Käfer – welche grade noch ein paar Scheißhäufchen rollten, lagen da am Boden. Andächtig wandere ich wie auf einem Maushindernispfad, die Schleiereule, recht versteckt im Wald schaute uninteressiert zu und wartete auf die Dämmerung. Von oben krächzt der Bussard, das Rehwild macht sich rar. Rechts stand ein Baum und links stand ein Baum. Und in der Mitte floss ein Bach. Ach!

„Fridolin“ so sprach ich ihn an. „Da liegst und rührst Dich nicht. Mit einem Bein ab – ein Auge ausgehöhlt. Und stellst Dich tot. Du machst es gut. Hast meinen schweren Schritt auf dem Wanderweg gespürt. Bleib liegen und ruf Deine Familie um das Bein abzubinden, das herauslaufende Augengel mit einem Eichenblatt abzuwischen.“ Alles gut!

comp_cg6a2528„Frau Spitzmaus, das wissen wir doch alle.“ „Bist Du nicht mehr da, stirbst nicht nur du sondern die ganze Brut. Einpaarundzwanzig an der Zahl, die ganze kleine Babyschar.“ So sehe ich dich zittern und wäre ich ein Habicht, du ernährest meine Kinder. „Sei klein und versteck dich in dem Gestein, sei eins in Grau und Grau. Sei unsichtbar und rühr dich nicht.“ Und hoffe..

„Der lustige und unerschrockene Harzer Baummaulwurf“

Er hat im jahrhundertelangen, sportlichen Wettstreit gelernt sich aus dem dunklen Erdreich auf die Bäume emporzuarbeiten. Nur die Besten der Besten haben zeitlebens jemals das Tageslicht erblickt und die lichten Höhen der Baumkronen erklommen. Nur die Mutigsten und Stärksten, an Wagemut reich mit felsenfestem Freiheitswunsch kämpften sich heraus aus dem dunklen, feuchten Erdreich nur zu einem Zweck: Ein Baummaulwurf zu werden.

Eine stolze Untergattung entstand in gefühlt, ewiglangen Jahren. Da oben in den Bäumen hangelten sie sich von Ast zu Ast, sprangen von Baum zu Baum und eroberten die Welt oberhalb des Erdreichs, der dunkel, feucht und ohne Licht den blinden Vorfahren ihr karges Auskommen sichert.

Nicht genug ihr Selbstbewusstsein oben in den Bäumen. Die Tapferen stiegen herab und legten sich rücklings auf wärmenden mit kleinen Kieseln und Moos bedeckten Boden- um unerwartete Wonnen zu erspüren. Die Sonne, kribbelnd und wärmend auf dem kleinen, dicken Bauch. Andere behängen Ihren Körper mit dem glitzernden Familienschmuck, fühlen grenzenlose Macht ob ihren königlichen Stand in der freien, hellen Welt. Smaragde, Rubine – nur hier unten bin ich der Baummaulwurfking!

 

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Von ganz weit weg hörten sie ein Grollen. Langsam kam es näher, die belebenden Sonnenstrahlen auf ihrem Bauch, das Geräusch. Doch Eigensinn macht stark. Es kommt näher, von unten klopft es, schrillende Warnungen zuhauf: „Mein Freund, das ist nicht Deine Welt – komm zurück!“.. Ach denkt er faul – „.. das unterirdische Volk!“

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Gute Nacht!

Höflichkeit kommt weiter– auch in der Natur

Was mir meine Oma schon damals gelehrt hatte, Höflichkeit kommt weiter. Und das kann ich immer noch bestätigen. So wie letztens als ich vom Carlsturm abstieg und durch das landschaftlich überaus attraktive Dammbachtal zurück nach Trautenstein spazierte.

Es ging ein wenig abwärts. An diesem Tag hatte ich noch keine andere Menschenseele auf meiner Wanderung getroffen, leise schmunzelnd über den schmalen, steilen Pfad den ich wie ein junges Reh heruntersprang, die Wandersohlen wie Klett am grenzwertigen, matschigen Abhang, hörte ich von unten ein Schnaufen und Stöhnen. Ah, da, ein Mountainbiker kommt mir entgegen. Ein Opfer!

Ich schaue da unten runter auf seinen Helm und warte noch fünf Meter ab bevor ich ihn ansprach: „Hallo und einen schönen guten Tag!“ Er kam luftlechzend auf meine Höhe und ich weiter: „Wie geht’s? Wie steht’s?“ Er reduzierte seine Schildkrötengeschwindigkeit und hielt wackelnd an – versuchte am Hang noch beide Füße in den Pedalen zu halten – ohne Chance, er kippte und hielt an. Jovial fragte ich ihn „ist das hier richtig zum Dammbachtal, mein guter Herr?“ und lächelte höflich. „Krzzzz, öchzzz, japppss, grunnzzzzzzzz… „ antwortete er. Mit einem überaus freundlichen „Vielen Dank“ ging ich weiter meines Weges – steil runter und hörte hinter mir ein Krachen, Knacken der Gangschaltung und ein fürchterliches aber unverständliches Fluchen und dachte nur so bei mir: Öh, man hält am Berg nicht an, nie und nimmer nicht. Und wenn, dann halte in dem Gang an in dem du weiterfahren kannst.. „Der Anfänger…“ murmelnd zog ich mir meine Appelschorle aus dem Rucksack und machte ein Foto wo der Herr seinen Drahtesel den Hang hinaufschob.

Bitteschön!

Pubsen und unheimliche Sex-Geräusche

Eine sternenklare, tropische Nacht. Keine Klimaanlage, keine Minibar dessen Tür man für einige Stunden öffnen könnte um auf der schwitzenden Haut ein Gefühl von Kühle zu bekommen. Das Leben erstickt in Hitze und das einschlafen fällt schwer. Liderschwer, in der Einzelzelle wälzend auf dem viel zu kleinen Bett, erhoffe ich mir den kleinen Tod.

Ich schrecke plötzlich auf, es war nur ein Sekundenschlaf. Noch dunkel meine Sinne, dringen unmenschliche Geräusche in mein verschlafenes Ohr, latent die Verzweiflung und der Irrsinn macht sich in mir breit. Vom weit geöffneten Fenster schreien, stöhnen Laute guttural in mein Kämmerchen. Ich höre seufzen und brüllen. Ich höre Worte in einer unbekannten Sprache, lustvoll und selbstvergessend auf einer Klaviatur der Geilheit, nur die Protagonisten verstehen sich – sind miteinander eins, so phantasiere ich. Elektrisiert, an Schlaf ist nicht mehr zu denken, bin ich ein heimlicher Zaungast. Die Luft dräut die unaussprechlichen Geräusche in mein Herz welches offen ist wie ein großes leeres Gefäß, Sehnsucht – klammer Neid allenthalben.

Laute klatschende Töne, manchmal und zwischendurch Geplapper, bumsende Laute, säuselnd, kichernd, wie Wölfe heulend, wie räudige Katzen schnurrend werde ich fast wie angehörig und interessiere mich für das Theater der Lust, zwar als Fremder doch unbeteiligt beteiligt. Scham. Grenzen. Gibt es nicht mehr – und schaue raus, schaue zu und fühle mich wie ein Voyeur.

In der Dunkelheit schauen mich in hellklarer Nacht dunkle doch blitzende Augen an. Die Rehböcke. Die Schafherde. Rotes Harzvieh. Gamsböcke- und böckeline. Wundervoll geschwungene Mufflons. Auch ein Kranich ist in Sicht mit seinem Nachbar, dem großen Ochsenfrosch. Bachforellen springen aus dem Teich wie um den hellen, klaren Mond zu erheischen. Schnappend auch die Libelle, nimmermüde Mückenvolk zu fangen um die liebe Brut zu ernähren. In dieser Nacht kann niemand schlafen. Nimmermüde der Mensch und das Tiervolk. Und – wenn Sie es nicht gerafft haben, die machen Krach!

Da draußen das Leben, ein knatternder Furz entfährt meinem Hinterteil ob ein paar Zwiebel beim morgendlichen Frühstücksbuffet, von rechts und links meiner Zellenwände klopft es stark. Ich machte mit in gemeinsamer, tierischer Kakophonie – haben sie den Pubs gehört?

Ich schon – die Nachbarn auch..

Der Harzer Kaiserschuh

„Hach, wie knackig!“ haucht sie lustig trällernd während sie mir an den Po greift. Während ich ihre freche Hand immer noch an meinem Arsch fühle ergänzt sie dass da ja gar nichts mehr wäre. Nun, ich kann Ihnen versichern dass da in der Tat noch was ist.

Der Grund für diese übermütige Handlung kann nur davon rühren dass ich just aus einem kurzen Wanderurlaub zurückkehrte. Und brachte Mitbringsel aus dem Harz mit. Beispielsweise Metzgerbier erstanden bei einem Metzger – ach! Ich fragte ihn ob er das mit Rinderblut gebraut hätte. Er wollte mir keine Auskunft geben und forderte mich einfach zum Kaufen auf. Der liebenswerte aber Schweinsgesichtige Metzger drehte mir dann noch Salami, Leberwurst und eine nur im Harz erhältliche Wurstspezialität an. Fragen Sie mich bitte nicht nach dem Namen, probieren werde ich erst Morgen beim Brunch wenn mein Schädel ein wenig kleiner geworden ist. Dazu brachte ich aus dem Stemberger Köhlerhaus noch eine Flasche „Köhler Liesl“ Likör und ein wenig Dosenfutter mit. Denn als anständiger deutscher Bürger höre ich ja auf unseren allseits geliebten Innenminister. Dem total bescheuerten Idioten.

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Wandern gehört seit eh und je zu meiner Lieblingsbeschäftigung um meinen Kopf frei zu machen, die Knochenmühle zu vergessen und auch einige andere Dinge aus anderen Perspektiven sehen zu können, darüber nachzudenken. Der Harz hat es mir angetan und der kleine Schirrmi stempelt in einer der schönsten deutschen Mittelgebirgsregionen mit über 8.000 Wanderkilometer sein Stempelheft voller und voller. Ich erwähnte es teilweise schon.

Ich brachte neu den „Harzer Kaiserschuh“ mit. Diesen erhält man wenn man mindestens 150 Stempelstellen erwandert hat. Nun bin ich bei 171 von 222 möglichen. Und es macht Spaß. Immer noch und immer wieder. Auch wenn mich manchmal die abgrundtiefe Dummheit von Wanderkarten, Beschilderungen, mobilen Navigationsgeräten und meinem vergeistigten Verstand ziemlich auf den Zeiger geht. Letzteres ist am Schlimmsten. Denn die anderen Dinge können nicht dumm sein. Mögen Sie ein Beispiel haben? Ich plane am PC meine Wandertouren. Suche mir Park- und Zielkoordinaten heraus. Lese Tourenbeschreibungen und möchte am Ende ein Optimum an Spaß, Wanderdauer, landschaftliche Abwechslung, körperliche Herausforderung und selbstverständlich einige Stempel haben. Wenn ich dann auch noch zum Teufelsmobil zurückkehre dann passt die Tour. Akribig kann ich Ihnen sagen, plane ich. Wenn dann noch auf der Tour eine Einkehrmöglichkeit besteht, Stichwort „Genußwandern“, dann wird das ebenfalls mit eingeplant. Allerdings bin ich ein geborener Pechvogel was die Öffnungszeiten dieser Lokalitäten betrifft. Denn in 90 Prozent aller Fälle haben die Gaststätten entweder Ruhetag, sind nur noch Ruinen, haben schlicht aus nicht näher bezeichneten Gründen zu oder sind wegen Renovierung / Sanierung geschlossen. Und weil ich das als gelernter Pessimist weiß, führe ich immer genügend Futter und heißes Wasser und löslichen Kaffee und Tee in meinem immer zu groß geratenen Rucksack mit. Ich schweife ab.

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Letztens passierte es mir wieder. Eine hervorragend geplante Tour denke ich am Vorabend noch mal durch. Lese meine Tour Beschreibung, gehe noch mal auf der Wanderkarte alles durch und lese im Internet noch mal nach was andere Wanderer für Erfahrungen machten. Und – stelle spontan alles um. Was dann dazu führt dass aus 13 Kilometer plötzlich 22 km werden. Oder geplante 600 Höhenmeter entwickeln sich zu 1200 HM. Nun, in der Mehrzahl kennen Sie mich nicht. Aber wenn, dann würden Sie wissen dass ich schlimmer fluchen kann als ein Kesselflicker. Und das Schlimme dabei ist – ich verfluche mich. Ich sage nur, abgrundtiefe Dummheit. Manchmal. Aber meinen asthmatischen Lungen und der Wohlgestalt meiner Beinmuskeln kommt es natürlich nur entgegen. Und was sagt der Arsch dazu? Na, Sie wissen schon.

Jedenfalls war es mal wieder sehr schön alleine unterwegs zu sein. Lediglich die Tiere, lebende und tote, beschäftigten mich ein wenig. Aber dazu in einem anderem Beitrag mehr. Ich sitze hier und schaue mir ein paar der Fotos an und plane am anderen Schirm schon die nächsten Touren. Möchten Sie mal sehen wo ich so war? Ja? Hier, Bitteschön:

Wenn ich von Detailverliebtheit rede dann meine ich das auch so. Zwar nicht so wie manche Menschen „Hundertprozentiger“ oder „Perfektionist“ sagen würden. Aber letztendlich wird die per Excel geplante Wanderwoche gedruckt und laminiert damit weder Wind noch Wetter dem Zettel etwas anhaben kann. Und das ist dann sozusagen die Bibel. Nur leider schlich sich trotz Generalsstabsmäßiger Recherche ein Fehler bei einer Startkoordinate ein. Es führte zu einem 40km Umweg quer durch den Harz. Waren Sie schon mal da? Dann wissen Sie dass das richtig Scheiße sein kann mit den kleinen, kurvigen, bergigen Straßen und Orten die einfach mal so für die Durchfahrt gesperrt sind. Denn die anderen können kein Auto fahren. Ich schon. Die Anderen nicht. Schneiden die Kurven. Ich nicht. Die fahren wie die letzten Säue. Ich natürlich nicht. Vor allem nicht wenn ich Eigenwut im Bauch habe. Ich nicht!

Wir hatten tropische Temperaturen, zum Glück erst ab Mittwoch. Was passte besser dazu als meine komplette Midnight Oil Sammlung rauf und runter zu hören während ich von einer Tour zur nächsten fuhr?

Baum der Erkenntnis

Man kann ja sagen was man will. Aber es gibt Gegenden in Deutschland die es noch wert sind Blutblasen außerhalb der grundigen Ausbildung auf sich zu nehmen. Genießen. Wie sagte noch der Heinrich?

„Ich bin die Prinzessin Ilse und wohne im Ilsestein. Komm mit nach meinem Schloffe, wir wollen selig sein.“ (1824)

Die Wanderung, begonnen zu nachtschlafender Zeit, die Sonne blickt keck mal grade über den Horizont, die Welt ist unwirklich, der Nebel schweift über die Bergtäler, die Wildblumen wirken wie Brillanten von feiner Seide bedeckt, die Spinnen legen seidig ihr weißes Haar über die großartige Natur. Der Wanderer sieht, riecht, schmeckt und hört das köstliche Grün durchdrungen vom frisch, lustig trällernden aufgeweckten Vogelkindergarten. Er fühlt sich wohl.

Die wilde Natur, scheue Augen blitzen still und starr auf den einsamen Wanderer. Wir schauen uns an, ehrfurchtsvoll, nicht ängstlich. Majestätisch und voller Würde dreht er sich nach gefühlten, unermesslich langen Augenblicken, der 32-Ender, erhaben und  mit selbstbewusster Kraft – und trabt den Hang hinauf. Seine Familie gelassen und ohne Mühe den Berg empor, ihm hintenan. Ach, wär ich so behände – ach, wär ich mal so frei.

Durch dunkle Wälder, rauschend die Tannen, über hohe Klippen – der zartwütende Wind in den Haaren, berauschend schauend in die Täler, sich verlierend in den Klippen und unverzagt voran, ein Auf und Ab wie das Leben. Der Wanderer ist ein Mensch und merkt klammheimlich wie großartig das Leben auch ohne ihn, wie ignorant die Natur die in sich perfekt und sich alleine genügt, so lässig über Jahrtausende von Jahren besteht. Ohne Witz und Ignoranz.

So laufe ich und alles fällt von mir ab. Ich gebe mich hin egal was passieren kann. Niemand ist da, niemand schreit mir seine Befindlichkeiten in mein Ohr, in mein Herz. Ziehe mich zurück und begebe mich in die innige Umarmung der Natur. Wenn es nur Ewigkeiten andauern könnte.

Da ist ein Baum so sehr alt, die Erinnerung an meinem Vater noch frisch, ich umarme ihn, er spendet Kraft. Ich fühle seine Weisheit, seine Falten. Mächtig und Trostspendend schattet er so einige Dinge ab von denen ich nie gehofft hatte einen verständigen Freund zu haben. Wir umarmen uns, er schaut gütig auf mich herab. Bin plötzlich klein, ganz groß und still. Nicht mehr allein.

Begreifen.

Jetzt mal ganz ehrlich gesagt. Ich muss nicht immer mein Telefon dabei haben. Vor allem nicht wenn ich Urlaub habe. So liegt es meist in der Seitenablage meines Teufelmobils und fristet seinen prekären Akuladezustand.

Nur so am Rande: „Aku mit zwei Kaa!“ – schreit die hohe Beisitzerin grade und schüttet ihre Tabakdose in meinem Privatbüro aus während sie sich dauernd den Schädel an der Schreibtischkante anschlägt.

Jedenfalls wollte ich aufgrund eines hier nicht näher gesagten Experiment mein Telefon haben welches unten in der Karre liegt. Gesagt getan, ich laufe nur mit der Unterhose bekleidet runter auf den Parkplatz, fernöffne den Teufel, greife in die mit Schutt und Asche übersähte Ablage und mir schallt von der Straßenseite ein Hupkonzert entgegegen. Kein Problem, Applaus bin ich gewohnt. Von daher nichts außergewöhnliches. Bis ich merkte dass mir der Penis sichtbar raushing und nach Luft schnappte.

Wedelnd und überaus elegant, als Gentleman steht man drüber, ging ich eine Ehrenrunde um dann mit erhobenen Haupt den kurzen aber prägnanten Auftritt zu beenden in dem ich die Haustür hinter mir schloß.

Mit wedelnden Grüßen,
Der Unterhosenprinz

Vorfreude auf Taubi 2016

Das Gelände ist schon wunderbar präpariert. Es hat schön geregnet, die Wege und das Gelände ist matschig. So muss es sein. Ich freue mich auf das Taubertal Festival. Und da werde ich mir, so die Planung, die folgenden Bands ansehen /-hören:

Ach, leckt mich – das tippe ich doch nicht alles ab! Vor allem bin ich nicht hier um clicks der robots zu erhalten. Von daher, hier die markierten Stellen:

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Sehr interessant wird der Check-In in meinem Lieblingshotel. Sie wissen schon, da wo man auch mal die Ska-P – Truppe beim frühstücken trifft. Man hat mich bezichtigt ich hätte mich ausfällig benommen. Ich bat um ein persönliches Gespräch, welches wohl beim Check-In stattfinden wird. Deswegen war ich grade noch schnell beim Frisör um den nicht mehr so korrekten Seitenscheitel richten zu lassen, werde mir morgen noch schön die Zähne putzen und ein oder zwei Nasenhaare entfernen. So präpariert mit einer wohlwollenden Lust auf Konfrontation verständnisvolle Gespräche, freue ich mich auf ein schönes Wochenende.

Und ihr mit mir.