Pubsen und unheimliche Sex-Geräusche

Eine sternenklare, tropische Nacht. Keine Klimaanlage, keine Minibar dessen Tür man für einige Stunden öffnen könnte um auf der schwitzenden Haut ein Gefühl von Kühle zu bekommen. Das Leben erstickt in Hitze und das einschlafen fällt schwer. Liderschwer, in der Einzelzelle wälzend auf dem viel zu kleinen Bett, erhoffe ich mir den kleinen Tod.

Ich schrecke plötzlich auf, es war nur ein Sekundenschlaf. Noch dunkel meine Sinne, dringen unmenschliche Geräusche in mein verschlafenes Ohr, latent die Verzweiflung und der Irrsinn macht sich in mir breit. Vom weit geöffneten Fenster schreien, stöhnen Laute guttural in mein Kämmerchen. Ich höre seufzen und brüllen. Ich höre Worte in einer unbekannten Sprache, lustvoll und selbstvergessend auf einer Klaviatur der Geilheit, nur die Protagonisten verstehen sich – sind miteinander eins, so phantasiere ich. Elektrisiert, an Schlaf ist nicht mehr zu denken, bin ich ein heimlicher Zaungast. Die Luft dräut die unaussprechlichen Geräusche in mein Herz welches offen ist wie ein großes leeres Gefäß, Sehnsucht – klammer Neid allenthalben.

Laute klatschende Töne, manchmal und zwischendurch Geplapper, bumsende Laute, säuselnd, kichernd, wie Wölfe heulend, wie räudige Katzen schnurrend werde ich fast wie angehörig und interessiere mich für das Theater der Lust, zwar als Fremder doch unbeteiligt beteiligt. Scham. Grenzen. Gibt es nicht mehr – und schaue raus, schaue zu und fühle mich wie ein Voyeur.

In der Dunkelheit schauen mich in hellklarer Nacht dunkle doch blitzende Augen an. Die Rehböcke. Die Schafherde. Rotes Harzvieh. Gamsböcke- und böckeline. Wundervoll geschwungene Mufflons. Auch ein Kranich ist in Sicht mit seinem Nachbar, dem großen Ochsenfrosch. Bachforellen springen aus dem Teich wie um den hellen, klaren Mond zu erheischen. Schnappend auch die Libelle, nimmermüde Mückenvolk zu fangen um die liebe Brut zu ernähren. In dieser Nacht kann niemand schlafen. Nimmermüde der Mensch und das Tiervolk. Und – wenn Sie es nicht gerafft haben, die machen Krach!

Da draußen das Leben, ein knatternder Furz entfährt meinem Hinterteil ob ein paar Zwiebel beim morgendlichen Frühstücksbuffet, von rechts und links meiner Zellenwände klopft es stark. Ich machte mit in gemeinsamer, tierischer Kakophonie – haben sie den Pubs gehört?

Ich schon – die Nachbarn auch..

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