Silvester? Heiß ich Silvester?

Grüßt euch Gott oder welcher Teufel auch immer, zu Silvester. Zum Einstieg eine überflüssige Information für Sie: Heute am 31.12., hat meine erste große Liebe Geburtstag. Toll gelle? Liebe P. von hier aus recht liebe und herzliche Grüße! Kussi! Drücker! Du warst das Liebste was ich hatte. Und jeder war neidisch auf uns.

Vor nicht allzu langer Zeit, nahm ich Kontakt zu einer Schulfreundin auf. Ich erinnere mich noch, wir soffen, kifften und protestierten damals dass es eine Freude war. Nur nebenbei, ich war irgendwas in der Art wie verliebt in sie. Ich war aber nur ein Freund. Ein Spaßvogel. Ein Kumpel. Sie hatte immer Geliebte und Ficker mit denen ich, man mag es kaum glauben, zusammen mit ihr im Bett schlief während zwei sich liebten und einer Fingernägel kaute und verzweifelte. Zu der damaligen Zeit hatte ich meine Hochphase an Witz, Humor, Sportlichkeit, Trinkfestigkeit und galt als anerkannter Charmeur. Jedoch ohne Erfolg. Sie wollte nicht. In dieser Zeit hatte ich auch vermehrt Hornhaut auf meinen Knöcheln. Denn ich wusste was ihr gut tat auch wenn sie es nicht wusste. So prügelte ich manchen dieser Kerle aus dem Bett, die Treppe runter und auf die Straße hinaus dass ich meine Freude hatte. Wenn sie zu sehr jammerten hetzte ich auch noch den Hausdackel auf die Spritzer während ich deren Hausbar plünderte und ein paar Likörflaschen nach ihnen warf.

Ich nahm also Kontakt auf und lud zu einem Rockkonzert ein, harhar. Unheilig sollte es werden in Kölle. So taten wir also. Ich kannte Unheilig nicht, wusste nur dass sie es gut fand. Also tat ich. Und, ich mag es ja gar nicht sagen, es war unbeschreiblich für mich. Unbeschreiblich Scheiße. Ich war noch nie auf einem Schlagerkonzert. Jetzt weiß ich wie es ist. Nämlich? Genau! Gewöhnlich schalte ich schon fast mitten in der Nacht am letzten Tag des Jahres den TV ein und wähle 3SAT. Denn traditionell laufen dort den ganzen Tag Konzerte. Es gibt Perlen darunter aber auch Blödsinn. Es lief u.a. Unheilig und L. schaute zu, ich auch während ich in eine Schüssel kotzte. Denn bei mir hörte der Spaß auf als er mit Helene Fischer ein Duett sang. Helene! Zugegeben, sie hatte sich eng und schwarz gekleidet. Die Schminke dazu passend. Aber rockig geht halt nicht bei Unheilig.

Jetzt wo die Schüssel eh versaut war, nahm ich einen Hobel und kümmerte mich um meine Wanderfüße. Und hobelte und raspelte. Es staubte, es roch und diese schon lange überfällige Aktion übertünchte auf herrlichste Art und Weise das unheilige Duett. Jetzt wo so ziemlich alles was den Menschen ausmacht in einer Schüssel war, tat ich alles in einen Beutel und fror es ein. Falls mal mein Scheffe zu Besuch kommt. Dann gibt es Eintopf.

Meine Unwohnung verfügt über einen offenen Wohn- Küchenbereich. Somit kann ich während des Kochens aus der Küche heraus den TV und meine Gäste beobachten. Und umgekehrt. Ed Sheeran oder wie der Honk heißt lief grade und ich fing an zu heulen. Nicht vor unmäßigem Ärger sondern wegen den Zwiebeln die ich schnibbelte. Dazu würfelte ich Knoblauch – zu viel und briet beides in Öl weich an. Dann kamen Kümmel aber dem vom Kreuze, gehackte Chilli-Schoten und weitere Ingredienzien hinzu, u.a. eine Zimtstange von der ich hoffe ich finde sie hinterher und kann sie rausfischen. Sie ahnen es schon, es wird das berühmte Shirrmi-Schilli. Dann kommt Gehacktes dabei bis es krümelig wird und dazu passierte Tomaten. Schön selbst geschält und passiert und entkernt, Ehrensache! Laut Rezept soll das Ganze dann, vorher mit Salz und Pfeffer und eventuellem weiteren Chilli-Gewürz abgeschmeckt, 90 Minuten köcheln. Grade klingelte der Timer und ich konnte zum nächsten Schritt übergehen. Las dann aber dass man 30 Minuten vor Ablauf der 90 Minuten die Kidney-Bohnen hinzu tuen soll. Egal. Wussten Sie das Kidney-Bohnen aus der Dose wenn man sie siebt und wäscht, schäumen wie eine Badewanne an deren Rand Schampusgläschen und Kerzen drapiert sind und im Hintergrund „Only you“ läuft. Jedenfalls tat ich grade die Bohnen hinzu und lasse 30 Minuten weiterköcheln. Das wird toll! Weiß ich jetzt schon. Jedoch ist der größte meiner Töpfe voll und L. und ich, wir sind zu zweit. Ich gehe gleich mal raus und lade Leute ein. Wenn zu wenig Baguette da ist, backe ich halt noch ein paar. Oder mag jemand vorbei kommen? Sie sind herzlich eingeladen. Essen und Trinken ist genügend vorhanden.

Unheimlich ein heutiges Highlight. Alan Parsons Project mit einem Orchester das sich gewaschen hat versöhnte mich mit 3SAT. Herrlich! Alte Zeiten manifestierten sich in Form von Gänsehaut und frisch geduschten kleinen, blonden Härchen auf meinen Armen. Meine Öhrchen zuckten, das Herz ging auf. Astrein! Wussten Sie das Alan Parsons damals der Toningenieur beim Album „The Dark Side oft he Moon“ von Pink Floyd war? Er kann es immer noch. Da gibt es kein „geht so“, oder „ja gut“, oder „nicht schlecht“. Da gibt es hochprofessionelles auf die Ohren und in das Herz. So auch L. zu mir als ich am Herd stand: „Baby, meine Aussicht auf dich ist wunderbar!“. Dann merkte ich dass meine kurze, schwarze Rowdie-Hose rutschte und unverhältnismäßig helle der Mond schien.

Ob ich das Chilli abgeschmeckt hätte? Was für eine blöde Frage! Natürlich nicht. Bin ich Koch oder Informatiker? Gut, ich denke eine Prise Zucker, eventuell ein wenig Salz noch dabei und der frische angerührte Joghurt wird es schon richten. Apropos richten. Bevor das Jahr vorüber geht, die traditionelle Hinrichtung steht noch aus. Diesmal warten verschiedene Kandidaten auf ihr letztes Seufzen. Da wären (lufthol): Deutschland, so dumm und dämlich; die Deutschen ebenso dumm und dämlich, lassen sich verarschen; Merkel die Stasi-Sau; Journalisten im Allgemeinen, nicht im Besonderen; Politiker, Anwälte außer Dingendorf, Vetter..; Bänker; Investoren; Börsen und Manipulatoren. Dazu richte ich ein für alle Mal hin: Hunger, Krieg, Leid, Elend, Armut und Obdachlosigkeit. Da gäbe es noch mehr zu nennen, aber meine Kraft ist hinreichend aufgebraucht.

Ich wünsche allen ein schöneres neues Jahr als wie es das alte war. Insbesondere meinen Freunden und meiner Familie.

Schirrmi

P.S.: Guten Appe und Prost!

Nachdenkliche Betrachtungen über Weihnachtsgeschenke

Guten Abend! Gehören Sie auch zu den Menschen die kürzlich Geschenke erhielten? Und? Zufrieden? Also ich für meinen Teil kann Ihnen sagen dass diese aneinandergereihten Buchstaben, Sie lesen sie grade, aus Gründen zustande kommen. Und nur aus Gründen. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Jetzt haben Sie noch die Chance nicht weiter zu lesen.

Ich finde, beschenkt zu werden anstrengender als selbst zu schenken. Ersteres macht mich wortlos, letzteres kann, nicht muss, in Stress ausarten. Eine Packung Gemeinplätze gefällig? Dann lesen Sie den letzten Satz noch mal. Und noch mal. Bis Sie satt sind. Oh, -plätze? Nicht Plätzchen? Uh, die gab es bei mir auch und nicht zu knapp.

Ich schweife ab.

Sie gaben sich Mühe und ich überlebte die letzten Tage in Symbolik. Mark ereilte mich mit dem ihm eigenen Witz, „Jeder Mensch hat schon bei der Geburt ein Eigentum, das alle anderen an Wert übertrifft – sein letzter Atemzug.“ Und ich sah dabei auf einer Designerflasche ein mir bis dato unbekanntes Logo. Nämlich dass der Drohnenmörder, stationiert in Rammstein. Wenigstens waren 40% davon in der Flasche deren Inhalt ich bei ein paar Gedanken genoss wie kurz die Geschichte der Menschheit sein kann. Schön und spannend eingelesen kippte ich ein paar Gläschen nach. Ich hatte derer vier geschenkt bekommen. Snaggeltooth.

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Heute vor genau einem Jahr ist er verreckt. Und ich trank aus seinen Gläsern – was? Er würde sich im Grabe umdrehen wenn er wüsste dass es Wodka war. Aber immerhin steckte Musik im Feuerwasser. Habe immer noch taube Ohren so besoffen war ich, die elektrischen Japaner schraubten gelegentlich die Sicherungen raus. An einem nächsten Tag entnahm ich dem Gefrierfach Köttbullar, Lars Kepler sah es und schrie mich an: „Ich jage Dich, wenn Du das nicht richtig machst!“ Tat also ein wenig Mon Cherie hinein, nur damit der sein Maul hält, der alte Schwede.

Auf gerösteten Cola-Mandeln kauend reüssiere ich die Tage obwohl ich länger schon keine mehr hatte. Freute mich auf selbstgekochtes von L. Mannomann, waren das Portionen! Keine Ahnung wo sie das her nahm. Aber sie kommt mir jetzt 20 Kilo leichter vor. Und apropos, das Bett quietscht weniger wenn ich begatte. Aber lecker war es 🙂

Ein Geschenk wird mir im Gedächtnis bleiben. Es war ein Dankeschön in Form einer Email von einem lieben Menschen der leider wenig Geld hat.

Alles in allem – ich danke euch,
Schirrmi

Verfehlte Berufe

Im Rahmen einer Studie kam ich beim Recherchieren auf eine Erkenntnis.

Für den Background muss ich mal Luft holen, denn: Abspritzen, Alt+Jung, Amateur, Anal, BBW, BDSM, Big Cock, Bisexuell, Blasen, Creampie, Cuckold, Dicke Ärsche, Exhibitionisten, Gangbang, Gay Porn, Lesben, MILF’s, Masturbartion, Spritzen, Swinger, Teens, etc. waren hilfreich und ich notierte fleißig.

Was mir aber persönlich auffiel waren die Schau- oder / und nicht –spieler. Man mag ja meinen Professionelle müssen und können länger. Ich kann Ihnen aber nach 5, in Worten FÜNF, Stunden sagen, ich kann noch länger aushalten. Die Geschichte mit den Schwielen erzähle ich später mal.

Morgen koche ich Knödel mit Rotkraut und dazu gibt es Rinderroulladen. So!

Ich schüttel Ihnen die Hand.

Wussten Sie dass ich zaubern kann? Wussten Sie auch dass ich jonglieren und einen Salto-Rückwärts kann? Wussten Sie dass ich Menschen zum lachen bringen kann? Und wussten Sie auch dass ich mit 100 Prozentiger Sicherheit Automobile anhand ihrer Rücklichter erraten kann? Und wussten Sie dass ich bei beliebigen Songs innerhalb einer Mikrosekunde sagen kann wessen und welches Lied das ist?

Und jetzt wurde mir auch noch folgendes bewusst: Ich kann weiß zu rosa zu rot machen. Und es wird immer für gut befunden.

Na?

 

Frohe Weihnachten

Ich wünsche euch ein frohes Weihnachtsfest! Für diejenigen die mit diesen Sektenbräuchen nicht viel am Hut haben, wünsche ich einen schönen zusätzlichen freien Tag und hoffe für euch dass nicht nur Götzenhäuser geöffnet haben sondern auch Tankstellen um sich mit geistigen Getränken versorgen zu können.

Mitten in der Nacht, so um 9:00 Uhr, bin ich heute aufgestanden und stellte mich nackt und nur mit einer Schürze bekleidet in die Küche. Warum? Ich strampelte mich in der Nacht frei und die leichte Bettbekleidung war auf die Schnelle nicht mehr auffindbar. Ach, die Frage war nicht bezogen auf meine Kleidungsgewohnheiten? Sie wollten fragen was ich in der Küche zu suchen habe? Frage ich mich auch. Im Ernst, ich pellte gefühlte 80 Kilogramm Kartoffeln, schälte und würfelte Zwiebeln, kochte diese in Brühe und tat feinsten Senf und Essig hinzu. Die Kartoffeln wurden in Scheiben geschnitten und freuten sich darauf mit diesem anderen Zeug eine Verbindung einzugehen. Unter uns, die Soße sah echt nach Durchfallkackack aus. Dann noch klein gewürfelte Gewürzgurken, ein wenig Fleischwurst vom armen Schwein da rein. Mit ein wenig Gurkenwasser verrührte ich ordentlich Mayonnaise und hob diese unter. Jetzt steht das da und zieht vor sich wie Nachbars Lumpi an der Leine wenn er nicht an des Hundedame Arschloch rankommt. Zum Schnüffeln. Was denken Sie denn?

Ich bin ein sehr traditionsbewusster Mensch. Es gibt in meinem Muckelhaushalt keinen Baum. Noch nie. Und das nicht nur aus Platzgründen sondern aus einer Mischung von Überzeugung und Faulheit. Jedoch erinnere ich mich dunkel an meine Kindheit. Da gab es immer einen Weihnachtsbaum. Und Brüder inklusive einer Schwester. Der eine Bruder trat schon als Kind der freiwilligen Feuerwehr bei. Später war er dann in der Jugendfeuerwehr und noch später bekam er einen Bauch und war bei den Erwachsenen Löschtrupps. Als er also noch Kind war und der Kinderfeuerwehr beitrat lernte er Dinge über Brandvermeidung, -beobachtung und –bekämpfung. Er lernte durch diese Feuerwehrschulungen auch eine gewisse Sorge zu entwickeln. Unsere Badewanne war immer mit Wasser gefüllt und ein voller Eimer Wasser stand immer im Wohnzimmer rum. Ich kann Ihnen sagen, wir hatten nie einen Brandvorfall dafür aber pünktlich zum Weihnachtsfest immer Wasserschäden im Wohnzimmer. Hach!

Wie fast jedes Jahr habe ich unter tatkräftiger Mitwirkung des Engels L. für euch eine Weihnachtskarte gemacht. Dieses Jahr ist auch die ehemalige Brockenspitze dabei. Erinnern Sie sich? Schauen Sie und werden Sie glücklich angesichts dieses Kunstwerks:

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Schon jetzt habe ich vielfache Mengen von 100 Gramm zugenommen. Aber das ist ja kein Wunder bei all der Vorweihnachtsfressereien. Dann kommt das eigentliche Weihnachtsfressen. Danach Extremcouching dann auch schon die Silvester- und Neujahresgerichte. Da habe ich noch einiges vor mir. Aber meine Kutte hat da unten verstellbare Riegel. Da geht noch was.

Ich habe das Internet leer gekauft. Also, wenn Sie die ein oder andere super-duper-Hifi-Anlage oder den tollsten 80000“ Smart-OLE J TV nicht erstehen konnten, ich bin schuld. Auch die ganzen virtuellen Bücherregale habe ich leer gekauft. Wollten Sie Diamanten, Brillanten? Alles ausverkauft. Ich! 9-schwänzige Peitschen? Arschdildos? Nicht mehr zu erhalten? Ich! Wodka leer? Kein Rotkapp mehr? Keine festkochenden Kartoffeln mehr? Ja, Sie vermuten zu recht: Ich!

Apropos kochen. Einige Dinge bereite ich dieses Jahr nicht selber zu. Ich ließ rösten. Ich ließ backen. Ich ließ Süßigkeiten kaufen. Ich will damit nicht sagen dass andere Leute manche Dinge besser machen können als ich. Vielmehr geht es hier um eines meiner Hobbies. Faul sein. Faulenzen. Und wenn dann auch noch der Preis stimmt muss ich zuschlagen, äh.., zulangen, äh.., kaufen.

Ich wünsche uns frohe Weihnachten und wir wünschen uns bitte alle zusammen mehr Frieden auf der Welt und Verständnis unter den Menschen! Wenn jeder ein wenig mehr darauf achtet, könnte am Ende der Hoffnungslosigkeit ein kleines Lichtlein leuchten.

Euer Schirrmi

New Model Army – Weihnachtskonzert 2016

comp_nma-2016-koelle-originalticketEs ist noch was offen. Außer meinem Herzen, meinen ungläubigen Augen, die nach oben offenen Ungerechtigkeiten und diverse sonstige Dinge. Und damit meine ich nicht meinen Arsch. Nein. Der NMA Bericht gilt es zu erledigen und in die Welt zu pubsen. Aber, wie ich grade nach links erwähnte, ich habe irgendwie keinen Bock. Aber das ist eine nicht erledigte Aufgabe, somit will ich hier mein Bestes tun.

New Model Army! Wie ein Jahrhundertuhrwerk waren sie pünktlich kurz vor Weihnachten wieder in Kölle. Und ich war wieder dabei, ebenso pünktlich und planbar. Gut dass NMA Weihnachtskonzerte zelebrieren und nicht Neujahresgedöns abfeuern. Denn so haben wir ein wildes, schönes Feuerwerk in Form von Mensch- und Herzlichkeit, immer noch laut und voller Empathie vor dem christlichen Fest und noch weit vor guten Vorsätzen.

Justin Sullivan, mittlerweile 60 Jahre alt, hat was zu sagen. Und das tut er. Mit Vehemenz und Kraft, mit Zorn und mit aus dem Herzen kommendem Mitgefühl für all das Leid was auf der Welt geschieht. Mit seinem prägnanten, strahlenden Lächeln nimmt er mich, uns und die ganze Fangemeinde mit auf eine Reise aus der Vergangenheit in die Zukunft und mit ihrem neuen Album „Winter“ finden wir uns in der Gegenwart wieder. Seine Mitstreiter waren ebenso wild und auf musikalischer Höchstform so dass nicht nur mein linker, dicker Zeh wippte bei Songs wie Vagabonds, 51St State und Green and Grey. Sie fingen mit vielen neuen Songs an die ich das erste Mal hörte und auf die Worte lauschte. Es war alt und neu und eindringlich!

comp_img_9933_nma-2016Geplant war ein grandioser Rockabend mit Stoff für die Ewigkeit (sehr, sehr frei nach Glumm) mit der liebevollen L. welche den Satan vorzüglich bändigen kann, dem wunderbaren F. und dem nicht kleinzukriegenden S. Dem S. ging es nicht gut, Kopf- und sonst noch so Weh, sagte ab. So standen wir in Kölle vor dem Palladium und L. hatte die glorreiche Idee die überschüssige Konzertkarte an Bedürftige zu verschenken. Sie glauben es nicht. Wir gingen die Reihen ab und riefen „Karte zu verschenken!“. Oder sprachen Passanten an, „Hier, möchtest Du New Model Army erleben? Wir schenken Dir eine Karte.“ Und wissen Sie was? Niemand wollte sie. Sowas.. Nun habe ich diese Originalkarte mit ohne Abriss in meiner Andenkenkiste. Die Kartenverticker brachten ihre Karten an die Frau und an den Mann gegen Bares. Aber geschenkt haben wollte sie niemand. Seltsam, nicht?

Es gab zwei Vorgruppen von denen wir 1,5 sahen. Die Erste war aus, keine Ahnung und machte Musik, fragen Sie mich nicht. Die Zweite Band sollte wohl irgendwie Punk sein, die Herrschaften waren schon älter was ja nicht schlimm ist und einer von denen war wohl der Bassist von den Ärzten, Rodriguez oder so, aber sie haben uns nicht mitgenommen. Keinesfalls! Wir freuten uns auf New Model Army umso mehr nach diesen dürftigen Darbietungen. Das Bier schmeckte wie immer nicht.

Wenn Sie glauben nicht recht zu sehen wenn Sie sich nach draußen in den Raucherbereich gekämpft haben dann sehen Sie richtig. Überaus entspannte Menschen und Mengen. Alle höflich, alle nett. Vor allem leise, kein Gegröle und ich sah noch nicht mal fliegende Bierflaschen oder eingerissene Zäune. Vielmehr „Oh, bitte, entschuldigen Sie, nach Ihnen.“ Oder Raucher die ihren Nikotinatem nach oben oder nach links / rechts, je nach Bedarf von Ihnen wegausatmen nur dass Sie nicht belästigt werden. Dazu eine kollektive Freundlichkeit unter älteren, ja, auch jüngeren, Herrschaften. Ich reckte mich ab und zu um zu schauen ob meine selige Oma auch da wäre. Ja, Generationen hatten sich versammelt und fachsimpelten. Ich zimbelte mit. Ab und zu hörte ich zwar ein „Aua!“ wenn mir jemand von hinten vor ehrlicher Anerkennung auf die Schulter klopfte. Tja, ich habe Nieten auf meiner Kutte. Ebendiese sorgt sowieso immer für Gesprächsstoff.

Hatte ich eingangs erwähnt dass ich keinen Bock zum Schreiben habe? Dann gibt’s jetzt ein paar Pics.

Enjoy oder auch nicht.

Schirrmi

P.S.: Bis nächstes Jahr, wenn nichts dazwischen kommt. Achten Sie nur auf die geilste Kutte im Haus.

Mittendrin und von oben herab.

Heute war Montag. Da muss ich ja wohl keine weiteren Worte drüber verlieren. Nach einem harten Wochenende war ich gespannt was ich da gemacht hatte. Alle Server, Applikationen hatten schon lange keinen Bock mehr in ihrer eigenen Scheiße zu darben. Man fragte man den einen Rechenkünstler: „Haste noch Bock? Kannste noch?“. „Nö! Aus dem Business kommen jeden Tag neue Anforderungen, bitte mehr Power, schneller, geiler – wir sind doch eine Weltfirma!“ Und ich tat. Und ich plante. Ein Jahr lang. Ein Jahrhundert-Change, wie ich ihn nannte und noch nicht mal Scheffe und die Maschinenbauingenieure und Werkzeugmacher und so in unserer IT-Abteilung wussten meine Bedenken einzuordnen.

So spulte ich den Change letzten Samstagmorgen ab und kein Messer stak noch in der Sau. Und ging zufrieden nach Kölle auf das alljährliche New Model Army Konzert.

Es klopfte an die Tür. Ein kleines Gesicht schaut durch einen Spalt herein, macht „Oh..“, die Tür geht wieder zu. Das ging zweimal, dreimal. Ich versuchte zwischenmenschlich zu ergründen was es damit auf sich hat und schaute wir irre meinen kleinen, rothaarigen Kollegen an. Der, aber das hat zur Wahrheitsfindung dieser seltsamen Situation nichts zu schaffen, ist manchmal recht zottelig. Man berichtet aus einigermaßigen Quellen dass er nie ein Friseur besuchte, seine Frau würde es ihm besorgen.

Was bleibt mir übrig? Soll ich mit meinen spitzen Ohren wackeln um dem Vize im Weltall ein wenig Heimat zu geben? Versuchen mit meiner zarten, kalten aber überaus weichen Zunge in tiefste Abgründe, in Welten die noch nie ein Konförderierter sah, Expeditionen die vorbereitet von Darwin, ich am Ende vollzog. Manuskripte ich las, aufmerksam doch schlussendlich sie verwarf um auf eigene Faust Gründe zu bewahrheiten, physikalische Notwendigkeiten der daheim gebliebenen Gesellschaft darzubringen die ein, zwei Jahrhunderte später als neues Gesetz in die Geschichtsbücher Einklang fand.

Das Übermaß an Ground-Intelligenz brachte mich angesichts der herrlichen, fremden Welt zum Lachen. Versuchsweise hob ich die Hand, ein Stern bewegte sich. Ich schaute tiefer in die unermesslichen Weiten und, sorry, musste schubsen. Galaxien verschoben sich, Welten wurden neu geordnet, mein Geist war nie so frei als ich merkte wer mich auf die Reise sandte. Wie ein Befehl, es kam einerseits aus meinem nachdenklichen Herzen und andererseits bestach die schlichte Logik. Ich unterbrach also jegliche Kommunikation, wohlwissend dass es keine Zukunft gibt. Ich war allein. Ich war Gott.

Meine Tränen versiegten im ewigen Müll der Menschheit, ich wurde stark. Schau nicht zurück denn das Paradies, ich fliege, der Abgrund ist so nah. Gab letzte Kommentare zu den Jungs ab – „nehmt nicht alles zu ernst.“ Und schaue nach vorne. Für mich. Wie ein Vogel so frei. Breite meine Flügel unbeholfen aus, flattere um das Gestrige herum und entschwinde. Fühle mich, ich weiß nicht wie. Schweben? Leicht? Ich werde weniger und hauche noch: „Baby, keine Sorgen – mir geht’s doch gut.“

Ich bin die Welt und ihr seid die Welt. Ich umarme Dich und Du mich.

Johannes

Nur so (9)

Was ich immer schon komisch fand. Immer wollten irgendwelche Leute was von mir. Ich konnte, wenn ich wollte, darauf eingehen. Aber seit Ruhrfeld-Zeiten denke ich nur noch – Arschgeleckt und lasst mich in Ruhe! Das war damals. Heute gibt es nur noch bei übermäßigem Betteln was auf die Mütze. Oder auf den Schal.

Seit einiger Zeit wird mein Festnetztelefon mehr als gewohnt frequentiert. Denn ich bin auf der Suche nach einer neuen Bude. Seit Monaten durchstöbere ich die Inserate. Mal melde ich mich bei denen, mal melden die sich bei mir. Dazu kommen mittlerweile Phantastillionen Wohnungs- und Hausbesichtigungen bei denen ich immer adrett und sauber aussehen wollte. Neben der Hoffnung dass ich nicht ausraste ob der Anmerkungen das Blumen auf dem Fensterbrett und laute Geräusche innerhalb der Wohnräume schon ab 19:00 Uhr aus Gründen verboten wären, bekam ich ziemlich viele Zusagen. Die L. meinte dass ich der geborene Schleimer wäre. Habe manchmal extra meinen Bauch rausgestreckt und das Hemd gedehnt, ging krüppelig nur um Seriosität zu heucheln. Zusage! Aber ich denke mir jetzt das es die falsche Strategie ist. Denn wenn ich heuchelte kamen die dann immer mit „Ja, ist eine sehr ruhige Wohngegend hier.“ Und „Die Nachbarn, sehr, sehr ruhig.“ Und so weiter. Oder „Ein heimeliges Miteinander und.. vor allem ruhig und Frieden und man hört von keinem etwas.“ Weia! Nee, da wusste ich dass ich übertrieben hatte. Frage mittlerweile nach ob Drachen, Teufel, Monster, ausgeflippte Junkie-Nutten per Dolby-Atmos und 9.2 durch das Wozi fliegen dürfen. Aber da trennt sich die Spreu vom Weizen. Kurz, es ist schwer mich umzusiedeln.

Seit keine Ahnung wie lange habe ich ein neues Telefon. Wenn das alte klingelte hob ich es aus der Station und konnte direkt sprechen so wie in der Art: „HALLO? WER STÖRT?“. Jetzt nehme ich es und brülle das Gleiche und bekomme keine Antwort. Dann brülle ich nochmal. Dann melde ich mich ordentlich mit „Geht mir nicht auf den Sack!“ oder auch, wenn alles nichts hilft mit „einen schönen guten Abend..“. Und vergesse immer dass ich bei diesem verschissenen Telefon eine Taste drücken muss damit ich dran bin – die Connection stattfindet. Sie glauben ja nicht wie viele Bonmots, wie viele Witze und Abenteuerlichkeiten ich schon am Telefon erzählte nur um zu merken dass niemand dran war weil ich vergaß die Taste zu drücken. Wenn ichs gerafft hatte und das Gespräch annahm war das Beste schon verflogen. Scheißtelefon!

Ein Renner war Letzens mein Blog „Cam zu verkaufen mit ohne Fotograf“. Sie glauben es nicht. Ich diddette ein Foto von mir in das Worldwideweb und ein Slime-Kenner fragt mich doch tatsächlich: „biste dit?“ Sie merken, das Berlinerische liegt mir nicht so. Aber der Schal, tja.. Der ist geil! Und lang und breit genug – so wie ich hab. Ihn. Bin ja mal gespannt wenn ich ein Foto mit ohne Schal von mir poste. Charlie hat es gut erkannt und brachte ein wenig Power in den Blog. Sieht und liest zwar kein Schwein, aber so ist das mit dem Untergrund. Alles gut, harhar..

Hier stapeln sich die Pakete und meine Babsi hat mir gestern eine Schale mit selbstgebackenen Keksen hingestellt. Super! Aber was mir in letzter Zeit passiert, ich bin ja Asthmakrank, ich werde schweratmig obwohl ich weniger rauche. Meine Theorie dazu ist, ich esse zu viel. Der Bauchinhalt drückt von unten nach oben in den restverbliebenen Lungenvolumina hinein und Zack! Grübele langsam über eine bequeme Triumph mit Tanksonderanfertigung nach.

Mögen Sie Mark Twain? Ich warte Ihre Antwort nicht ab denn hier geschieht etwas asynchron:

Ich kann jede Art Gesellschaft ertragen. Ich brauche nur zu wissen, jemand ist ein menschliches Wesen – das genügt mir; schlimmer kann es gar nicht sein.

Heute geschah in der Knochenmühle sehr viel. Viele bekannte, aber auch fremde Gesichter waren zu Besuch – die Besprechungsräume alle belegt. Erinnerte mich an meine Zähne aber das ist ein anderes Thema. Ich wollte früh das Haus verlassen, hatte aber keinen Bock darauf dass mich der Chef in Mantel und Aktentasche beim Abstempeln erwischt. Ich rief ihn sogar an und berichtete ihm proaktiv über Dinge und sogar noch über Dinge von denen ich nur ahnte die er noch ansprechen könnte. Nur um ihm den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dann analysierte ich die Raumbelegungspläne, den persönlichen Kalender des C., versuchte mit der jahrelang trainierten Schnüffelnase zu eruieren wo er sich befindet damit er mich nicht beim Feierabendmachen erwischt. Dies alles dauerte den ganzen Tag und ich glaube er sah mich nicht. Am Ende des gutbezahlten Tages fand ich mich gut.

Ich fuhr so vom Parkplatz und im Augenwinkel spielte sich was Schnelles, Verrücktes ab. Wenn Sie mich kennen, wissen Sie dass ich jederzeit auf den Straßenverkehr achte. So auch diesmal. Doch da hinten (Westerwald, Natur, weite Flächen etc.) erblickte ich Dramen. Ein Falke machte sich über eine Herde Tauben her. Sie glauben es nicht wie herrlich das war! Die am Straßenrand parkenden Autos rammten meine Karre während ich faszinierend in die Luft starrte und dem Schauspiel folgte. Ein paar Hundert Meter weiter, der Falke kam zum Riss, bemerkte ich das Schlamassel. „Die zeige ich alle an! Die Schweine!“ Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie verdengelt die rechte Seite meines Wagens ist. Die werden büßen!

Möchten Sie Fotos? Irgendwelche? Na, mal sehen.. vielleicht mal was aus Berlin 🙂

Benno Ohnesorg
Benno Ohnesorg

Lachen vergangen? Schönen Abend noch.