Nachdenkliche Betrachtungen über Weihnachtsgeschenke

Guten Abend! Gehören Sie auch zu den Menschen die kürzlich Geschenke erhielten? Und? Zufrieden? Also ich für meinen Teil kann Ihnen sagen dass diese aneinandergereihten Buchstaben, Sie lesen sie grade, aus Gründen zustande kommen. Und nur aus Gründen. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Jetzt haben Sie noch die Chance nicht weiter zu lesen.

Ich finde, beschenkt zu werden anstrengender als selbst zu schenken. Ersteres macht mich wortlos, letzteres kann, nicht muss, in Stress ausarten. Eine Packung Gemeinplätze gefällig? Dann lesen Sie den letzten Satz noch mal. Und noch mal. Bis Sie satt sind. Oh, -plätze? Nicht Plätzchen? Uh, die gab es bei mir auch und nicht zu knapp.

Ich schweife ab.

Sie gaben sich Mühe und ich überlebte die letzten Tage in Symbolik. Mark ereilte mich mit dem ihm eigenen Witz, „Jeder Mensch hat schon bei der Geburt ein Eigentum, das alle anderen an Wert übertrifft – sein letzter Atemzug.“ Und ich sah dabei auf einer Designerflasche ein mir bis dato unbekanntes Logo. Nämlich dass der Drohnenmörder, stationiert in Rammstein. Wenigstens waren 40% davon in der Flasche deren Inhalt ich bei ein paar Gedanken genoss wie kurz die Geschichte der Menschheit sein kann. Schön und spannend eingelesen kippte ich ein paar Gläschen nach. Ich hatte derer vier geschenkt bekommen. Snaggeltooth.

comp_weihnachten-2016_img_9985

Heute vor genau einem Jahr ist er verreckt. Und ich trank aus seinen Gläsern – was? Er würde sich im Grabe umdrehen wenn er wüsste dass es Wodka war. Aber immerhin steckte Musik im Feuerwasser. Habe immer noch taube Ohren so besoffen war ich, die elektrischen Japaner schraubten gelegentlich die Sicherungen raus. An einem nächsten Tag entnahm ich dem Gefrierfach Köttbullar, Lars Kepler sah es und schrie mich an: „Ich jage Dich, wenn Du das nicht richtig machst!“ Tat also ein wenig Mon Cherie hinein, nur damit der sein Maul hält, der alte Schwede.

Auf gerösteten Cola-Mandeln kauend reüssiere ich die Tage obwohl ich länger schon keine mehr hatte. Freute mich auf selbstgekochtes von L. Mannomann, waren das Portionen! Keine Ahnung wo sie das her nahm. Aber sie kommt mir jetzt 20 Kilo leichter vor. Und apropos, das Bett quietscht weniger wenn ich begatte. Aber lecker war es 🙂

Ein Geschenk wird mir im Gedächtnis bleiben. Es war ein Dankeschön in Form einer Email von einem lieben Menschen der leider wenig Geld hat.

Alles in allem – ich danke euch,
Schirrmi

2 Gedanken zu „Nachdenkliche Betrachtungen über Weihnachtsgeschenke

  1. Meine Damen und Herren, es gibt noch vereinzelte Menschen in Deutschland, die diese Bezeichnung auch verdienen – ein Exemplar dieser äußerst seltenen Gattung können Sie hier, in diesem Blog, bestaunen.

    Aus heiterem Himmel schickte mir dieser Mensch, der jedem kapitalistischen Apologeten ein böser Stachel im Fleisch sein muss, kurz vor Weihnachten ein wundervolles Päckchen, obwohl er mich persönlich gar nicht kennt. Sollte ich ihn je auf einem Rammstein-Konzert oder anderswo treffen, werde ich ihn nötigen, mindestens eine Flasche Vodka auf meine Kosten zu leeren – sofern eine andere Form des Dankes (s.u.) nicht möglich sein sollte. 😉

    Danke, Schirrmi.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.