Silvester? Heiß ich Silvester?

Grüßt euch Gott oder welcher Teufel auch immer, zu Silvester. Zum Einstieg eine überflüssige Information für Sie: Heute am 31.12., hat meine erste große Liebe Geburtstag. Toll gelle? Liebe P. von hier aus recht liebe und herzliche Grüße! Kussi! Drücker! Du warst das Liebste was ich hatte. Und jeder war neidisch auf uns.

Vor nicht allzu langer Zeit, nahm ich Kontakt zu einer Schulfreundin auf. Ich erinnere mich noch, wir soffen, kifften und protestierten damals dass es eine Freude war. Nur nebenbei, ich war irgendwas in der Art wie verliebt in sie. Ich war aber nur ein Freund. Ein Spaßvogel. Ein Kumpel. Sie hatte immer Geliebte und Ficker mit denen ich, man mag es kaum glauben, zusammen mit ihr im Bett schlief während zwei sich liebten und einer Fingernägel kaute und verzweifelte. Zu der damaligen Zeit hatte ich meine Hochphase an Witz, Humor, Sportlichkeit, Trinkfestigkeit und galt als anerkannter Charmeur. Jedoch ohne Erfolg. Sie wollte nicht. In dieser Zeit hatte ich auch vermehrt Hornhaut auf meinen Knöcheln. Denn ich wusste was ihr gut tat auch wenn sie es nicht wusste. So prügelte ich manchen dieser Kerle aus dem Bett, die Treppe runter und auf die Straße hinaus dass ich meine Freude hatte. Wenn sie zu sehr jammerten hetzte ich auch noch den Hausdackel auf die Spritzer während ich deren Hausbar plünderte und ein paar Likörflaschen nach ihnen warf.

Ich nahm also Kontakt auf und lud zu einem Rockkonzert ein, harhar. Unheilig sollte es werden in Kölle. So taten wir also. Ich kannte Unheilig nicht, wusste nur dass sie es gut fand. Also tat ich. Und, ich mag es ja gar nicht sagen, es war unbeschreiblich für mich. Unbeschreiblich Scheiße. Ich war noch nie auf einem Schlagerkonzert. Jetzt weiß ich wie es ist. Nämlich? Genau! Gewöhnlich schalte ich schon fast mitten in der Nacht am letzten Tag des Jahres den TV ein und wähle 3SAT. Denn traditionell laufen dort den ganzen Tag Konzerte. Es gibt Perlen darunter aber auch Blödsinn. Es lief u.a. Unheilig und L. schaute zu, ich auch während ich in eine Schüssel kotzte. Denn bei mir hörte der Spaß auf als er mit Helene Fischer ein Duett sang. Helene! Zugegeben, sie hatte sich eng und schwarz gekleidet. Die Schminke dazu passend. Aber rockig geht halt nicht bei Unheilig.

Jetzt wo die Schüssel eh versaut war, nahm ich einen Hobel und kümmerte mich um meine Wanderfüße. Und hobelte und raspelte. Es staubte, es roch und diese schon lange überfällige Aktion übertünchte auf herrlichste Art und Weise das unheilige Duett. Jetzt wo so ziemlich alles was den Menschen ausmacht in einer Schüssel war, tat ich alles in einen Beutel und fror es ein. Falls mal mein Scheffe zu Besuch kommt. Dann gibt es Eintopf.

Meine Unwohnung verfügt über einen offenen Wohn- Küchenbereich. Somit kann ich während des Kochens aus der Küche heraus den TV und meine Gäste beobachten. Und umgekehrt. Ed Sheeran oder wie der Honk heißt lief grade und ich fing an zu heulen. Nicht vor unmäßigem Ärger sondern wegen den Zwiebeln die ich schnibbelte. Dazu würfelte ich Knoblauch – zu viel und briet beides in Öl weich an. Dann kamen Kümmel aber dem vom Kreuze, gehackte Chilli-Schoten und weitere Ingredienzien hinzu, u.a. eine Zimtstange von der ich hoffe ich finde sie hinterher und kann sie rausfischen. Sie ahnen es schon, es wird das berühmte Shirrmi-Schilli. Dann kommt Gehacktes dabei bis es krümelig wird und dazu passierte Tomaten. Schön selbst geschält und passiert und entkernt, Ehrensache! Laut Rezept soll das Ganze dann, vorher mit Salz und Pfeffer und eventuellem weiteren Chilli-Gewürz abgeschmeckt, 90 Minuten köcheln. Grade klingelte der Timer und ich konnte zum nächsten Schritt übergehen. Las dann aber dass man 30 Minuten vor Ablauf der 90 Minuten die Kidney-Bohnen hinzu tuen soll. Egal. Wussten Sie das Kidney-Bohnen aus der Dose wenn man sie siebt und wäscht, schäumen wie eine Badewanne an deren Rand Schampusgläschen und Kerzen drapiert sind und im Hintergrund „Only you“ läuft. Jedenfalls tat ich grade die Bohnen hinzu und lasse 30 Minuten weiterköcheln. Das wird toll! Weiß ich jetzt schon. Jedoch ist der größte meiner Töpfe voll und L. und ich, wir sind zu zweit. Ich gehe gleich mal raus und lade Leute ein. Wenn zu wenig Baguette da ist, backe ich halt noch ein paar. Oder mag jemand vorbei kommen? Sie sind herzlich eingeladen. Essen und Trinken ist genügend vorhanden.

Unheimlich ein heutiges Highlight. Alan Parsons Project mit einem Orchester das sich gewaschen hat versöhnte mich mit 3SAT. Herrlich! Alte Zeiten manifestierten sich in Form von Gänsehaut und frisch geduschten kleinen, blonden Härchen auf meinen Armen. Meine Öhrchen zuckten, das Herz ging auf. Astrein! Wussten Sie das Alan Parsons damals der Toningenieur beim Album „The Dark Side oft he Moon“ von Pink Floyd war? Er kann es immer noch. Da gibt es kein „geht so“, oder „ja gut“, oder „nicht schlecht“. Da gibt es hochprofessionelles auf die Ohren und in das Herz. So auch L. zu mir als ich am Herd stand: „Baby, meine Aussicht auf dich ist wunderbar!“. Dann merkte ich dass meine kurze, schwarze Rowdie-Hose rutschte und unverhältnismäßig helle der Mond schien.

Ob ich das Chilli abgeschmeckt hätte? Was für eine blöde Frage! Natürlich nicht. Bin ich Koch oder Informatiker? Gut, ich denke eine Prise Zucker, eventuell ein wenig Salz noch dabei und der frische angerührte Joghurt wird es schon richten. Apropos richten. Bevor das Jahr vorüber geht, die traditionelle Hinrichtung steht noch aus. Diesmal warten verschiedene Kandidaten auf ihr letztes Seufzen. Da wären (lufthol): Deutschland, so dumm und dämlich; die Deutschen ebenso dumm und dämlich, lassen sich verarschen; Merkel die Stasi-Sau; Journalisten im Allgemeinen, nicht im Besonderen; Politiker, Anwälte außer Dingendorf, Vetter..; Bänker; Investoren; Börsen und Manipulatoren. Dazu richte ich ein für alle Mal hin: Hunger, Krieg, Leid, Elend, Armut und Obdachlosigkeit. Da gäbe es noch mehr zu nennen, aber meine Kraft ist hinreichend aufgebraucht.

Ich wünsche allen ein schöneres neues Jahr als wie es das alte war. Insbesondere meinen Freunden und meiner Familie.

Schirrmi

P.S.: Guten Appe und Prost!