Voller Strom mit Drinks

Energy Drinks – nicht mein Ding. Noch nicht mal auf Festivals. Gut, Ausnahmen bestätigen die Regel vor allem wenn man mir unbedingt etwas mit Wodka ausgeben will. Tagsüber Kaffee und Pfefferminztee / Fenchel-Kümmel-Gedöns.

Aber wenn ein Stromanbieter /-konzern die Sauferei sponsort – dann, ja dann ist es ein Fall für den lieben Kiezi:

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Gesehen in Nürnberg auf dem Weg zu Rock im Park.

Rock im Park – die Cam ist wieder da!

Leute, ich freue mich wie Bolle. Hatte ich doch meine Canon G15 im sturzbesoffenen Kopp bei Volbeat auf der Zeppelinstage verloren, so kann ich heute verkünden – sie ist wieder da!

Comp_RiP2016_IMG_7546-NewIch erhielt die Tage eine E-Mail vom Hotel ob ich nicht eine Kamera vermissen würde. Klaro, antwortete ich mit Details welches Modell, mit welcher Tasche etc. ich vermisse. Kurz und knapp die Antwort: „schicke ich Ihnen zu es war mir eine Freude Ihnen eine Freude zu machen.“ Liebes, liebes Hotel samt Team – vielen herzlichen Dank!

Ist das nicht herrlich? 600,- EUR Neubeschaffung gespart. Ich überwies Versandkosten plus Kaffeekassenzuschuss und nun halte ich sie wieder in den Händen und bin froh euch jetzt mit ein paar Impressionen beglücken zu dürfen. Aber nur ein paar Pics. Die meisten sind verwackelt – aus Gründen und ab Samstag konnte ich keine Fotos mehr schießen, ebenfalls aus Gründen. Aber schaut mal:

Schirrmi

P.S.: Ob ich den Fotoapparat tatsächlich auf der Stage verloren habe, kann ich nicht mehr sagen. Jedenfalls schwankte die Welt sehr und der Heimweg war beschwerlich – auch ohne Cam.

Die Amsel

Da sitzt er da, der Piepmatz
und singt so glockenhell sein Lied

Er stört sich nicht an Waterboys
noch an einem Glied

Die Amsel, Gefieder schwarz
der Schnabel gelb

Die Balkontür auf, lauscht und schaut heraus
der Superheld

🙂

Autologout

Sie haben es sicher schon geschnallt. Meine Zeit in der Knochenmühle verbringe ich als elektronischer Datenverarbeitungsmuckel. Ja, ich habe ab und zu mal einen Bad-Hair-Day.

Auf Weisung von WiPrüfis erhielt ich Scheffes Weisung die IT-Systeme sicherer zu machen. Ich sollte mit SAP beginnen. Ein Aspekt ist der sogenannte Autologout-Mechanismus. Es bedeutet dass man aus dem SAP-System rausfliegt wenn man so und so lange nicht damit gearbeitet hat. Ich tat also so und stellte 4 Stunden Inaktivität ein.

Trotz ordentlicher Benutzerkommunikation mit Erklärung, Hintergrund, FAQ etc. ging ein globaler, gellender Aufschrei durch die Mühle. „Ich erhalte seit letzter Zeit so komische Fehlermeldungen.“ Oder „Das mit den Passwörtern ist ja schon schlimm genug. Jetzt muss man sich aber sogar mehrmals am Tag anmelden.“. Der damalige Fibu-Chef beschwerte sich ganz besonders bei meinem Chef. Seit der Umstellung kommen immer Fehlermeldungen und nein, die haben nichts mit der neuen Security-Einstellung zu tun. Mein Chef dann wiederum beschwerte sich bei mir. Als ob er seine eigene Weisung nicht mehr verstünde tat er so als ob ich aus eigenem Antrieb die Leute ärgern wollte. Ich sollte mich drum kümmern.

Also rief ich den damaligen Fibu-Chef an und hörte mir ruhig und verständnisvoll seine Klagen an. Ich kam mir wie die Klagemauer an sich vor. In der Regel gibt sie ja auch keine Antworten. Jedenfalls machte ich folgenden Vorschlag: „Herr Fibu-Chef, ich komme mal morgens zu Ihnen und Sie zeigen mir was Sie dann da machen. Dann komme ich noch mal zu Ihnen wenn Sie die Fehlermeldung erhalten. Oki?“ Oki!

Am nächsten Morgen saß ich mich zu ihm und bedeutete ihm alles so zu machen wie er es sonst auch immer macht. Also fährt er den Computer hoch und meldet sich im Netzwerk an. Startet das SAPLogon und doppelklickt auf den Eintrag für das Testsystem. Die Anmeldemaske erscheint. Er grummelt vor sich hin und fährt den Computer wieder runter. Ich so: „Warum fahren Sie den Computer denn jetzt wieder runter?“ Tja, sagt er „Ich habe grade aus Versehen das falsche System angeklickt.“ [Palmface] Das gleiche Spiel also noch mal, er fährt hoch, meldet sich an, trifft diesmal doppelt richtigerweise das Produktivsystem und grummelt wieder vor sich hin, wie z.B.: „Scheiße …!“, dreht seine Tastatur um, schaut auf einen Zettel und loggt sich endlich ein. Rechts hat er ein paar Transaktionen als Favoriten abgelegt. Diese startet er einzeln hintereinander, kramt in seiner Aktentasche holt die Bild-Zeitung raus, lehnt sich zurück und schaut mich erwartungsvoll an. „Ähm, Herr Fibu-Chef. Warum haben Sie denn jetzt die Bild rausgeholt?“ „Sie wollten doch dass ich alles so machen soll wie jeden Morgen.“ antwortete er. [OMG] Mir wurde irgendwie schlecht was nicht am letztabendlichen Woco lag, verließ sein Büro mit den Worten er solle sich bei mir melden wenn dann die Fehlermeldung erscheint. „Bis dann!“ ruft er jovial hinter mir her.

Nach fast exakt vier Stunden rief der Typ mich an und verlangte nach mir. Ich eilte und schaute mir die Fehlermeldungen an: „You are auto logged out due to …“. Ich schaute ihn an, er schaute mich an. Ich fragte ihn was er denn in der Zwischenzeit gemacht hätte. Er so: „Nichts.“. Ich so: „Wie?“. Naja, er würde diese 5 Transaktionen starten dann sind sie schon mal auf dem Schirm. Am Ende des Arbeitstages macht er alles wieder zu. [FUCK]

Er ist jetzt schon seit einiger Zeit in Rente. Was ich schön für ihn und für mich finde. Letzten Freitag erhielt ich um 11:00 Uhr die gleiche Meldung vom Produktivsystem. Autologout nach vier Stunden Inaktivität. Bei mir ist das klar, ich mache im PRD sehr wenig. Ich bin eher auf der Console unterwegs oder mache Projektarbeit. Jedenfalls drehte ich mich zum roten Kollegen um und fragte ihn „Wenn einem der böse Autologout heimsucht, dann hat man doch entweder nichts geschafft oder es ist Zeit Feierabend zu machen?“ Er trocken: „Oder Beides.“

So tat ich.

Die Sitzbank

Als alter Heimscheisser kam ich gestern in der Mittagspause mit meinem Teufelmobil auf dem Hof vorgefahren. Stieg aus, die Blase – der Darm drückten schon, da sah ich die „Holzwurm“-Gruppe werkeln.

Sie fabrizierten eine wunderschöne Sitzbank. Ich kam, saß mich drauf und sie brach zusammen. Von hinten hörte ich nur noch „Das war ein Bücherregal, Du Arschloch!“

Rock im Park 2016 – Nachlese

Hier und hier erwähnte ich wohl schon eine meiner kleinen liebgewonnenen Traditionen. Nämlich ein Besuch bei Rock im Park. Das „kleine“ Schwesternfestival von Rock am Ring (die Praktikanten 🙁 ) So war es auch dieses Jahr. Ich packte und packte und packte dazu die Freundin ein um mal wieder etwas Denkwürdiges zu erleben. Um ein paar Tage lang die Knochenmühle zu vergessen. Um meinen tristen, grauen Alltag etwas bunter zu machen. Um Schönes, Schreckliches, Trauriges zu erleben. Um zu leben.

Wie an anderer Stelle schon erwähnt glühten wir ordentlich vor. Unter anderem saßen wir an einem fränkischen Bierimbiss und glotzten die Leute an. Oft mitlachend, manchmal drüber lachend und leider auch manchmal mitleidig und betroffen ob der armen Leute die es nicht besser wissen. Aber so ist das nun mal. Wenn um die 80.000 Menschen aufeinandertreffen, lernt man mehr für und über das Leben als wenn man als Tippse im Büro sein armseliges Leben fristet. Und das ist auch gut so.

Jedenfalls lernten wir ein Pärchen kennen die im Gegensatz zu uns mit einem Wohnmobil angereist sind. Und das ist noch nicht alles. Anstatt dort in dem gut ausgebauten Festivalgefährt zu nächtigen, waren sie auf dem Zeltplatz. Verstehe ich. Wegen der Stimmung. Die Frau hat ihren Rockergefährten gut durch die Gegend geschickt. „Hol mal Bier.“ Oder „Bring dies, bring das.“ „Kannste nicht mal rutschen?“ Und wenn die Dame dann ihr Bier hatte gab es richtig Mecker. „Das ist ja dunkel, das Bier! Ich will Bier wo man durchgucken kann!“. So und so weiter ging das in einer Tour bis ich eingriff und höflich fragte ob sie Ahnung von Bier hätte. Der Kerl tat mir leid, hatte wohl nichts zu sagen. Sie fand mich dann wohl so schön dominant attraktiv dass ich alles zu ihr sagen konnte – was ich tat. Immer mit einem Augenzwinkern rüber zu ihrem Knecht. Um es kurz zu machen. Sie lud uns dann ein ihr Wohnmobil zu begutachten. Ich sagte nö. Wollte weiter Spaß haben und saufen. Als sie dann aber mit frischem, kalten Alkohol lockte und weil wir alle sowieso mal pissen mussten, gingen wir mit. Blablabla.., am Ende lag ich mit meinem Gesicht zwischen ihren Beinen und sagte „Nö, Danke!“ und soff denen das letzte Bier aus der Kühltruhe weg. Ihr Sklave schaute sparsam. Übrigens hatte er zwei (ZWEI) künstliche Hüftgelenke was ich zum Anlass nahm seine Braut mal so richtig herum zu schwingen. Macht ja sonst keiner, hihi.. Swinger, tststs..

Ich merke grade, wenn ich über jeden Scheiß so ausführlich berichten würde, wäre ich nächstes Jahr zu RiP 2017 noch nicht fertig. Ich bremse mich jetzt mal was ein. Brrrreemmmmsss! Quiiiietsch!

Liebevoll denke ich über die gleichen Leute nach die ich jedes Jahr immer wieder treffe. Manchmal fehlt einer, manchmal ist jemand neues dabei. Aber alte RiP-Bekannte, gleiches Hotel, gleiches Festival, in etwa der gleiche Musikgeschmack und alle mit einem wunderbaren Humor gesegnet den nicht immer jeder auf Anhieb versteht. Nach dem Frühstück gemeinsam im Biergarten vorglühen, nach dem Festival im Biergarten die Tagesnachlese durchgehen. Und jeder packt dann sein Gesöffs und die selbstgeschmierten Butterbrote / Chips / Käsehappen für die Allgemeinheit auf den Tisch. Dazu wird dann eine kleine Boombox ans Telefon angeschlossen um die erlebte Mucke auch den anderen Hotelgästen nett aber ausdrücklich nahe zu bringen. Das kann dann bis zu 6:00 Uhr in der Frühe werden bevor man glückselig nicht mehr die Schäfchen zählen muss. Noch leise „Du hast bei mir ein Stein im Brett“ murmelnd, sich auf Diskussionen einlassend warum „man jetzt ein Stein im Bett“ sein sollte. Aber egal. Peter hatte sein Bowiemesser dabei. Bei Slayer gingen manchmal die Meinungen durcheinander. Am Ende rammte er dann einfach dieses riesige Messer in den Kopf des Kontrahenten.

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„SO SEHEN SIEGER AUS, schallalallaaaa..“

L. sah sowas von attraktiv aus, im Suff. Jedenfalls gesellte sich zu ihr ein Germany Old-Topmodell mit Gardemaß 2,20 Meter Größe. Er war nicht nur attraktiv, er war gebildet, nett und konnte sich unterhalten. Ach, erwähnte ich schon dass er überaus charmant war? Das habe ich ihm alles gesagt so dass er sich ziemlich verlegen bedankte – ich meine sogar er wäre ein wenig errötet. Dann schickte ich ihn Bier holen. Was er auch tat. Michael heißt er und beglückte uns mit seiner netten und ruhigen Art (klaro, große starke Männer können gelassen sein) den Rest des Abends. Ein ziemlich schlimmer Platzregen erwischte uns bei Volbeat und er hat quasi mehr als 20 Zwerge mit einer Plane beschützt. Das fand ich nett. Er meinte, er wünschte sich so einen kleinen Bruder wie mich ich bestätigte dass er ein super-großer Bruder für mich gewesen wäre.

Comp_RiP2016_CG6A3954Sonntags war ich irgendwie nicht fit. Wir hatten Wage War, Halestorm,.. und Trivium auf dem Programm. Auch die Konterbiers halfen mir nicht so recht aus dem Bett. Vor dem Eingang B gibt es die letzte Möglichkeit zu halbwegs zivilen Preisen geistige Getränke und Imbissgerichte zu erstehen. Das macht man dann an Stehtischen und hat immer die Warteschlange am Eingang im Blick. Zwei kleine Punker im besten Alter stehen da ich stellte mich hinzu während meine Freundin mit ihrer Currywurst wegen Wetter woanders stand. Ein Wort gibt das Andere und Zack! da werden alte Punker-Geschichten rausgekramt. Ach, meinte der Matze einmal „Schirrmi, da kannte ich mal ein Mädel. Die hatte schöne, naturrote Haare, eine wunderbare blasse Haut. Dazu riiiieeesiiiige schöne Titten. Und die war extrem geil. Hach!“ „Lydia hieß sie.“ ergänzte er. Ich schaute über die Schulter und brüllte zu L.: „Lydia, komm doch mal her“. Matze fing an zu speicheln und ihm fiel die Flasche Bier runter. Japsend fragte er uns „Ihr wollt mich doch verarschen, oder?“. Prost!

Es gibt ja Wachleute und es gibt Wachleute. Ein Kleener von denen vergnügte sich mit seiner Kollegin hinter Gittern und bekam deswegen prekäre Situationen nicht mit. Ich machte ein Beweisfoto von ihm und deren Kuschelei. Das wiederum sah er, kam zu mir und verlangte die Löschung des Fotos. Ich so „Aber klaro“ und tat so. So gut so schön. Nach einem heftigen Regenguss, es waren Bäche und Seen auf der Wiese, jedermann und jederfrau waren von oben bis unten nass, stiefelte ich durch eine Pfütze. Da packt mich doch einer von hinten an der Schulter. Er. „Nicht so heftig durch die Pfützen gehen, die anderen Leute werden nass.“ Ich habe das erstmal nicht registrieren können. Was will der von mir? Was sagt der da? Mitten im feuchten Weltuntergang das Noah seine Freude hätte? Ich sollte mit den Pfützen aufpassen? „Du Fotze!“ sagte ich da runter zu ihm. „Für mich heißt Du ab heute nur noch Fotze.“. Jut, das war es dann für mich. Aber nicht für ihn. Irgendwann kommt der Kleene wieder an und fragt mich ob ich zu ihm Fotze gesagt hätte. Harhar! „Nein, habe ich nicht. Du Fotze!“. Der zweite starke Mann den ich zum erröten brachte. Leute gibt’s die gibt’s nicht.

Ans Ende denkend möchte ich nur noch erwähnen dass die Bands die ich sah und hörte supi viel Spaß gemacht hatten. Sie gaben allesamt ihr Bestes und Ozzy sein Möglichstes. Aber das war mehr als wir erwarteten. Milliarden waren für mich eine Überraschung. Red Hot Chilli Peppers haben mir ein paar Tränchen aus den Augen gedrückt – ich bin mit denen aufgewachsen. Billy Talent gaben alles und einige Leute waren der Meinung dass er seine Stimme durch Gesangsunterricht wesentlich aufgebessert hätte. Disturbed – toll!

Die wunderbare L. hatte sich schon ihr ganzes Leben auf Volbeat gefreut und sie genoss es sehr. Der Michael Poulsen ist ja auch ein Schatzi. Ich war aber bei dem Konzert ein wenig anderweitig beschäftigt und verlor dabei meine Kamera mit all den Fotos die diesen Text bildlich dokumentieren sollte. Das finde ich richtig Scheiße! Ich habe eine Verlustanzeige aufgegeben und beim Fundbüro Nürnberg angerufen. Ich sprach mit Iris die mir lieb und nett abschlägig beschied. Kennt Ihr Iris? Schaut mal auf der Homepage vom Fundbüro. 🙂

Jetzt wende ich mich nicht an euch, meine geneigten Leser, sondern an die Menschen die mit mir so viel Freude und Spaß hatten. Danke – wir sehen uns nächstes Jahr! Und das ist keine Drohung 🙂

Euer Schirrmi

P.S.: Klaus Meine „Kläuschen“ war die ganze Zeit bei uns. Peter hat ihn mitgebracht. Männer, ich freue mich schon jetzt wieder auf euch. Nächstes Jahr im Petzengarten!

P.P.S.: Nach all dem Fencheltee im Nachhinein bekommt die Mitautorin Hunger. Da lasse ich mich als ambitionierten Hobbykoch nicht lumpen. Ich zauberte einen sehr bekömmlichen Nudelsalat. Als Gesundheitsfanatiker habe ich ein wenig mehr Salat dran gemacht. Aber im Alter wird man mir noch mal dankbar sein. Aber seht selbst:

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Wissen, Erkenntnis, Verzweiflung, Rettung

Keine Ahnung was ich schreiben soll und kann. Charlie hat mir grade einen Text vom Dudentity serviert, der kurz und knapp meine Wut beschreibt. Aber lest zunächst mal selbt. Gullivers Reisen und Münchhausens Abenteuer.

Seit Jahren bekomme ich persönlich mit was mit den Menschen passiert. Ich hatte mal kurz Glück gehabt und kam aus der Gosse heraus was mit einigen Pfennigen nun monatlich gesegnet wird. Ich bin dafür dankbar, weiß aber dass dieser Umstand nur so lange anhält bis die Oberen es zulassen und ich meine Schnauze halte. Und es ist schwer.

Als Punk, prekär aufgewachsen, früh schon den Schlüssel abgenommen bekommen, war ich auf der Platte. Viele, viele Menschen haben mir geholfen, mich von der Straße herunter geholt. Mir zu Essen gegeben. Oft auch Liebe welche ich daheim nicht erleben durfte. Viele schlimme Dinge sind passiert mit denen ich ungelernt, ungeliebt umgehen musste. Das erste Mal wo mir ein alter Sack hinten am Bahnhof einen Zehner für etwas geben wollte was ich nicht wollte, war schlimm. Ich nahm ihm die Scheine ab und brüllte ihn an „Du Sau! Ich könnte Dein Enkel sein!“ Die weiteren Male gingen besser. Ich wollte immer nur einmal bitte, was Leckeres. Einen Hamburger Royal mit Käse.

Vor 11, und damit meine ich nicht die Uhrzeit, habe ich mir das Geld für meine Schulbücher und –hefte in Plantagen verdient. In den Sommerferien, wenn ich nicht im Krankenhaus war, arbeitete ich in Fabriken. Ich war neidisch auf meine Freunde. Die hatten Urlaub. Und Malstifte. Und Bücher. Meine Schulbildung litt. Daheim hat sich niemand gekümmert. Obwohl ich das alles toll fand. Lesen, einmal Preise eingeheimst bei NRW-Vorlesewettbewerb. Da zehre ich jetzt noch von. Mathe? Geil! Alles fand ich geil. Konnte aber nicht. Förderklassen. Die haben gedacht, nur wenn jemand Sperrmüllklamotten anhat, ist er dreckig. Nicht wert – so habe ich das immer verstanden und gefühlt. Und ich war klein. Wehrlos.

Leute, ich erspare euch das alles und will zum Punkt kommen. Was wird, was soll das alles? Ich selbst bin kampf- und hoffnungslos im Angesicht dieser verschissenen Welt. Vor ein paar Tagen sah ich ein Juso-Stand. Ich brüllte, Sie wissen schon: Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten! Ich hatte eine kleine Familie, mit wenig Geld. Der Jung wurde eingesackt. Vom Jugendamt. An Geldverdienende Organisationen. Da kommst du nicht gegen an! Nicht gegen Kapital. Ich versuchte die Gesetze zu lernen. Unsere Rechte. Ich galt alsbald als Aufrührer, als Verrückter. Ich wollte nur den Kleinen aus der Hand der Obrigkeit zu befreien. Das gelang nur wenig.

Heulen, schreien, Wut – ich kenne das aus meiner alten Zeit. Alles bringt nichts. Das Gegenteil ebenso wenig, da will ich in meinem Alter im Gegensatz zu unserer Regierung keinen Kollateralschaden verursachen. Was mit Dings und Bums damals passiert ist, wissen wir. Mein lieber großer Bruder bestätigt das. Eliteeinheit – Du hast keine Chance.

Nun ist es so dass mein neuer Schatz auch immer aufs Amt muss. Schrecklich – da muss man die Hosen runterlassen. Ich interessierte mich mal für Geschichte. Da gab es mal eine Zeit da war das genauso – bis hin zur Sippenhaft und Tattoo auf dem Arm. Da könnte ich wenn man könnte. Diese machtlose Wut gegenüber dem Staat – die bringt mich um. Der bringt mich um. Petitionen drauf geschissen. Mitsprache? Wahlrecht? Druff geschissen!

Ich glaube ich ziehe mir das nächste Mal wieder eine Maske an.

V! Du bist ich. Du bist wir. Wir sind wir. Wir sind du. Wir sind ich. Wir alle sind wir.

V.!

U-Boot Alarm

OMG – wir werden von den Russen angegriffen! Lest mal, ich schreibe nichts weiter dazu. Fefe kann es besser.

Aber wenn es um U-Boote geht, da habe ich noch ein Wörtchen mitzureden. Wenn man Donnerstags ca. 14:00 Uhr auf ein offizielles Nazigelände landet und dort schon vertrocknete U-Boote rumliegen sieht die man als -AAAAA Fußballer gepflegt durch die Gegend schießt und jemand nimmt alt Kopfball entgegen. Tja.

Wenn man dann dort nach dem Auftanken im Biergarten ein Klo sucht und man hört nicht auf die Freundin und findet das nächstgelegene Dixie und man pisst – dann kann es passieren dass man lachend herauskommt weil man U-Boot-Spiele mit dem Kruppstahlharten-Strahl betrieben hat. Eigentlich entwürdigend. Aber – versenkt ist versenkt – die deutsche Scheiße (war ne Flagge druff).

Wenn jemand jemanden blöd anschreit weil er einen Anti-Nazi-Sticker auf der Kutte trägt und derjenige dann im Sumpf des ausgelaufenen Klo’s landet. Ja dann. Ja, dann könnte es wieder mal ein U-Boot gewesen sein. Ohne Periskop.

Wenn man nach dem 3. Festivaltag schön saubere Würste produziert und die Spülung macht nicht mit, draußen vor der Tür die angebetene Fee wartet dass sie ihr köstliches Naß loswerden kann, und die U-Boote schwimmen immer noch lustig da oben auf dem Wasser rum. Dann, ja dann.. muss man sich lieben. 🙂

Ein ganz normaler Montag / Mittwoch

Verdammt noch mal! Rock im Park ist zu Ende und ich war heute das erste Mal wieder in der Knochenmühle. Fuck!

Vorhin war ich im Discounter einkaufen. Eine alte Frau mit altem Mädchenkind drängelten sich an mir und meinem Wagen vorbei dass ich fast im Regal landete. Sie sahen dass ich quasi schon das Ende der Schlange war, das reichte denen aber nicht. Mit Abstand betrachtet wusste ich dass gleich die mittlere Kasse öffnet. Also bewege ich mich leise mit dem Wagen nach rechts, bin schon fast an der mittleren Kasse, da kommen die beiden Arschlöcher an und drängen mich wieder weg. Wer mich kennt, dem muss die Situation sagen dass die beiden entweder verrückt oder Selbstmörder sind. So schlecht so gut. Ich dachte an meine Bewährung und beruhigte mich wieder halbwegs. Die Bekloppten packen ihre Ware auf das Band, dann will ich. Kommt doch da plötzlich von hinten eine alte, kleine Hexe an und wirft ihre Sachen da auf das Band. VON HINTEN! Da konnte ich nicht mehr. Ich brüllte sie an, nahm ihre Sachen und warf die so hundert Meter weit zurück in den Laden. Vorne schauten pikiert die beiden Drecksäcke, dann brüllte ich die auch an. Die Kassiererin meinte zuckersüß „Schön! Ich darf das mit den Kunden nicht machen.“. Scheiß Feierabend!

Comp_RiP2016_Rock-im-Park-Ticket-2016Schön war es in Nürnberg gewesen. Am Donnerstagmittag waren wir nach einer prima Autofahrt im Hotel, zogen uns um, und glühten vor. Es ist ja nicht so dass ich nicht schon auf der A3 damit angefangen hätte. Mit der Tram ging es zum Festivalgelände wo wir uns die Bändle abholten. Und ich möchte jetzt nicht so Sprüche hören wie Luxusfestivalgänger. Oder Weicheirocker. Oder Alteherrenkegelklubtour. Nö, früher fehlte mir das Geld. Und habe alles mitgemacht. Heute kann und will ich gewissen Komfort haben. Und trotzdem alles mitmachen. So einfach ist das in meinem gewissen Alter. Spätestens im Pit und im Schlamm merkt man mir das nicht mehr an. Außer dass ich ausgeruhter bin. Die Bändle waren dieses Jahr nicht schön, Mausgrau langweilig. Und die Karten wurden nicht zerrissen sondern gescannt und im Computersystem als abgewertet gekennzeichnet. Somit wurde auch davor gewarnt hübsche, frische Karten auf dem Schwarzmarkt zu kaufen. Denn diesen sah man die Entwertung nicht an. Das ist ja eine Vor- dass es eine Freude war. Halb angeschickert über den Platz laufen und zusammen mit all den anderen Leuten Spaß machen haben.

Um 6:30 Uhr war ich heute in der Knochenmühle. Der Kollege auf Dienstreise, musste ich den Mittwochmorgigen Krempel alleine erledigen. Dabei immer die 280 ungelesenen Emails im Blick die sich seit letzter Woche Donnerstag angesammelt hatten. Und sah immer noch weitere kommen, vom Scheffscheff, dann von den Managern, dann vom Scheff, dann wieder vom Scheffscheff usw. Muss ja was Schlimmes los sein, dachte ich vor mir hin fluchend. Wenn schon die Amis um die Uhrzeit auch antworten und wie blöde rummailen. Oh, Terminsachen. Vor Noon sollte alles fertig sein. Sie lesen richtig. „NOON“! So bekommt man das hingeworfen. Und dabei hatte ich schon nach wenigen Stunden den Eindruck ich hätte mich am Wochenende blind gesoffen so verschwamm mir alles vor den Augen. Zack: Um 9:00 Uhr die erste Besprechung. Zack: Um 10:00 Uhr das nächste Meeting. Die ungelesenen Emails wurden nicht weniger – eher mehr. Dann immer dieses vermaledeite Telefon. „Haus des Wahnsinns“ meldete ich mich dann immer mit einer Stimme die dem Anrufer das Anliegen im Hals steckenblieben ließ. Meine Stimme war entsprechend vom Festival und eins von den beiden Trommelfellen auch.

Ich wollte mir grade Rosenkohl mit Gehacktem machen, dazu Schafskäse. Rosenkohl war nicht da. Jetzt erstand ich Spinat, den mit dem Flatulenzenblubb – den Feuchten. Anstatt also was zu beißen koche ich mir jetzt eine Babyspeise. Sowas was die Nachgeburt damals von mir vorgesetzt bekam. Apropos Nachgeburt. Rock am Ring war ja echt mal beschissen für die Leute. Also auch für meinen Sprössling dem ich zu Weihnachten die Eintrittskarte schenkte. Wir waren alle mitleidig auf RiP mit den RaR-Leuten und sonnten uns mit unseren geistigen Getränken bei keinem ausgefallenen Konzert und prosteten ab und zu mal nach Mendig rüber. Gut, zwei heftige Schauer hatten wir, aber sowas von egal. Ich organisierte mir einen netten 2,20 Meter Mann der uns bei Volbeat eine Plane über die Köpfe hielt. Danke noch mal, Mann!

Tja, insgesamt kein schöner Tag heute für mich. Wenigstens ist die Bude sauber. Eine Freundin war heute da und hat den Schlamm von den Böden und Teppichen geputzt. Dafür ebenfalls Danke! Die Festival- und Wanderschuhe stehen draußen im Flur und sind schon ein wenig sehr ekelig. Denn ich weiß wo die überall rumgingen, standen. Naja, die einen kommen mal in die Waschmaschine, die anderen nehme ich in die Waschanlage mit. Oder so.

Ich muss immer mal einen Blick auf den Spinat haben. Sonst setzt er Röstaromen an und ich kann den Topf wegwerfen. Dazu eine russische Cola – nur um zu sehen ob ich tatsächlich davon blind geworden bin bzw. werden kann.

Euch einen schönen sonnigen Abend!

Schirrmi 🙂

P.S.: Morgen oder die Tage schreibe ich mal vom Festival. Nur so viel: Disturbed, Korn, Tenacious D, Billy Talent und RHCP fand ich sehr geil. Unter Anderem..