Die irren Machthaber von der Spree

Was meinen Sie, was ich mit diesem Blogtitel sagen möchte? Falls Sie mich fragen sollten, ich habe überhaupt keine Ahnung. Ehrlich gesagt, ist mir das auch Scheißegal. Sprechen Sie das mal laut aus: „Die irren Machthaber von der Spree“. Lassen Sie sich das mal auf der Zunge zergehen. Schön langsam kauen und darüber nachdenken. Schlucken Sie runter und würgen Sie dieses widerliche Gesocks wieder hoch, nur um es nochmals zu käuen und zergehen zu lassen. Wenn Sie keinen bitteren Nachgeschmack bekommen sollten, sind Sie wahrscheinlich Tod.

Ich mag den 31. Dezember. Nein, nicht wegen Böllern. Auch das dusselige „Frohes neues Jahr“ etc. geht mir echt am Arsch vorbei. Solange ich zurückdenken kann, wurde das neue Jahr noch schlechter als das vorangegangene. Deprimierend. Nö, mein schlichtes Gemüt freut sich auf 3SAT. Da gibt’s den ganzen Tag Konzerte. Heute Morgen bin ich um 5.15 Uhr aufgestanden und dann fing es schon mit Bob Dylan zum Kaffee an. Herrlich dieses herausragende Gesangstalent! Rod Stewart, Stevie Nicks und Prince habe ich auch schon durch. Elvis Presley ebenso. Ein Klassetyp. Erinnert mich immer an meinen Vater. Den fand ich auch immer klasse. Der konnte zwar nicht so schön singen, dafür aber lauter. Und Papi konnte auch besser verputzen. Später werde ich mir wohl noch genüsslich Shakira reinziehen und als Nachtisch Alice Cooper und Muse. Falls ich nicht vorher besinnungslos mit meinem Kopf auf die Tischkante gebrettert bin. Aber falls das passieren sollte, es wird nicht sonderlich weh tun. Ich habe ja seit Tagen meine mit weißem Nerz gepolsterte Weihnachtsmannmütze auf. Ach was sage ich? Seit Jahrzehnten trage ich diese Mütze. Macht mich interessant.

Nehmen Sie sich zum Jahreswechsel etwas vor? Etwas was Sie im neuen Jahr verändern wollen? Schön, aber wissen Sie was? Ist mir egal. Ich nehme mir nie etwas vor. Moment, doch – letztes Jahr habe ich mir was für 2020 vorgenommen und ich habe es tapfer eingehalten. Es wird Ihnen komisch vorkommen, wenn ich Ihnen berichte, dass ich jeden 31. Dezember heulen muss. Das mir die Augen sehr wehtun. Manchmal sogar der Pipimann brennt. Doch heute ist alles anders. Denn ich habe mir diesmal Einweghandschuhe angezogen, bevor ich die Chilischoten zerkleinerte und zusammen mit dem Chilipulver und dem Kreuzkümmel in den rauchenden Topf mit den gedünsteten Zwiebeln / Knoblauch gab. Ich bedanke mich an dieser Stelle recht herzlich für den Tipp, liebe L. (Kussi) Mein endjährliches Chili con Carne erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Ich bin mal auf Morgen gespannt. Ob die Einweghandschuhe auch gegen ein brennendes Popoloch helfen?

In meiner Kindheit gab es einen „Freund der Familie“. Einen Ägypter, Im- und Export. Sie wissen schon. Er ließ mal zu Weihnachten seine beiden Kids einfliegen. Als wir also alle gemütlich in der warmen Stube zusammensaßen, sprach er plötzlich seine Kids an: „ش باتكلم مصرى.“. Diese sprangen wie von der Tarantel gestochen auf, zogen sich ein Strickjäckchen über ihre Badehosen und verließen das Haus. Ich lief ihnen nach und staunte nicht schlecht, wie sie vor Freude heulend im Schnee standen und ihre kleinen Gesichtchen in den Himmel reckten und mit ihren kleinen Züngelchen versuchten Schneeflocken aufzufangen. Na klaro! Dachte ich mir weise und schaute nachsichtig auf diese erbarmungswürdige Szene.

Warum ich diese kleine Begebenheit zum Besten gebe? Kann ich Ihnen sagen. Ich war grade auf der Terrasse eine quolmen. Da hüpfte, süß piepsend, ein kleiner Spatz an mich ran und schaute mich mit seinen kleinen, treuen schwarzen Äugelein an, wie um Danke zu sagen. Für das ganze Futter, welches ich fürsorglich ganzjährig bereitstelle / -hänge. Er hüpfte und piepste ganz lustig und trippelte um mich herum während kleine Schneeflöckchen sein geplustertes Federkleid bedeckten. Ich nehme an, dass es seine erste Schneeerfahrung in seinem kurzen Leben ist.

Zu Weihnachten hatte ich die veganen Futterknödel mit einem roten Schleifchen dekoriert. Jetzt überlege ich mir, eine kleine Portion Chili rauszulegen. Mit einem kleinen Schildchen dran: „Chili con Katze“. In diesem Sinne: Guten Appe!

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