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Schief gehangen

Ich bin grade dabei elektronisch meine neue Muckelbude zu planen. Da brüllt und schreit plötzlich die Natur von oben und von unten. Kennen Sie das? Das Glas ist leer und die Kehle trocken und gleichzeitig müssen Sie pissen? Was macht man zuerst?

Klar – logo, zuerst das teure, kristallene Glas im Flur abgestellt und dann ans Klo gerannt, hingestellt und wie immer nicht die Brille angehoben, die Brühe lief dass es eine Freude war. Während sie so lief hob ich ein wenig meinen Wohlstand und musste feststellen dass der alte Kamerad schief hängt.

Nun ja, das ist von der Funktion kein Problem – doch wie Sie wissen, ich bin ein Ästhet. Sieht halt komisch aus. Also nehme ich mir für 2017 vor mit der Linken handgreiflich zu werden. In der Hoffnung das alles wieder ins Lot kommt.

Wixi 🙂

Albträume – ich will aufwachen!

Ups – habe ich grade in meiner Schublade gefunden:

Verrückt! Absolut verrückt! Seit Menschengedenken werden aus zwei Gründen Brüder, Geschwister, Menschen, Kinder etc. aufeinander gehetzt damit sie sich totschlagen, bekriegen, niedermetzeln, ausrotten: Religion und Geld/Macht.

Mir fehlen die Worte. Leute sangen kürzlich über diese Umstände:



Ich schlief damals auf der Walz mit dreckigen Leuten, Bärte so lang wie mein Longdingelong, Gerüche wie auf dem Bahnhofklo, Hunde trollten in der Bude rum doch es gab einen Unterschied zum warmen, eiskalten Daheim: Frieden und Verständnis. Pflanzen wurden gehegt – geraucht, Probleme von fremden Leuten wurden aufgenommen, besprochen, gelöst. Doch das spielt sich nur im Klein-Klein ab. Hat keine Relevanz im Großen, Ganzen.

Müde und von damals lamentierend, hoffe ich dass mein Junge und dessen Generation daraus lernt. So wie ich das damals gehofft hatte.

Nacht!

Silvester? Heiß ich Silvester?

Grüßt euch Gott oder welcher Teufel auch immer, zu Silvester. Zum Einstieg eine überflüssige Information für Sie: Heute am 31.12., hat meine erste große Liebe Geburtstag. Toll gelle? Liebe P. von hier aus recht liebe und herzliche Grüße! Kussi! Drücker! Du warst das Liebste was ich hatte. Und jeder war neidisch auf uns.

Vor nicht allzu langer Zeit, nahm ich Kontakt zu einer Schulfreundin auf. Ich erinnere mich noch, wir soffen, kifften und protestierten damals dass es eine Freude war. Nur nebenbei, ich war irgendwas in der Art wie verliebt in sie. Ich war aber nur ein Freund. Ein Spaßvogel. Ein Kumpel. Sie hatte immer Geliebte und Ficker mit denen ich, man mag es kaum glauben, zusammen mit ihr im Bett schlief während zwei sich liebten und einer Fingernägel kaute und verzweifelte. Zu der damaligen Zeit hatte ich meine Hochphase an Witz, Humor, Sportlichkeit, Trinkfestigkeit und galt als anerkannter Charmeur. Jedoch ohne Erfolg. Sie wollte nicht. In dieser Zeit hatte ich auch vermehrt Hornhaut auf meinen Knöcheln. Denn ich wusste was ihr gut tat auch wenn sie es nicht wusste. So prügelte ich manchen dieser Kerle aus dem Bett, die Treppe runter und auf die Straße hinaus dass ich meine Freude hatte. Wenn sie zu sehr jammerten hetzte ich auch noch den Hausdackel auf die Spritzer während ich deren Hausbar plünderte und ein paar Likörflaschen nach ihnen warf.

Ich nahm also Kontakt auf und lud zu einem Rockkonzert ein, harhar. Unheilig sollte es werden in Kölle. So taten wir also. Ich kannte Unheilig nicht, wusste nur dass sie es gut fand. Also tat ich. Und, ich mag es ja gar nicht sagen, es war unbeschreiblich für mich. Unbeschreiblich Scheiße. Ich war noch nie auf einem Schlagerkonzert. Jetzt weiß ich wie es ist. Nämlich? Genau! Gewöhnlich schalte ich schon fast mitten in der Nacht am letzten Tag des Jahres den TV ein und wähle 3SAT. Denn traditionell laufen dort den ganzen Tag Konzerte. Es gibt Perlen darunter aber auch Blödsinn. Es lief u.a. Unheilig und L. schaute zu, ich auch während ich in eine Schüssel kotzte. Denn bei mir hörte der Spaß auf als er mit Helene Fischer ein Duett sang. Helene! Zugegeben, sie hatte sich eng und schwarz gekleidet. Die Schminke dazu passend. Aber rockig geht halt nicht bei Unheilig.

Jetzt wo die Schüssel eh versaut war, nahm ich einen Hobel und kümmerte mich um meine Wanderfüße. Und hobelte und raspelte. Es staubte, es roch und diese schon lange überfällige Aktion übertünchte auf herrlichste Art und Weise das unheilige Duett. Jetzt wo so ziemlich alles was den Menschen ausmacht in einer Schüssel war, tat ich alles in einen Beutel und fror es ein. Falls mal mein Scheffe zu Besuch kommt. Dann gibt es Eintopf.

Meine Unwohnung verfügt über einen offenen Wohn- Küchenbereich. Somit kann ich während des Kochens aus der Küche heraus den TV und meine Gäste beobachten. Und umgekehrt. Ed Sheeran oder wie der Honk heißt lief grade und ich fing an zu heulen. Nicht vor unmäßigem Ärger sondern wegen den Zwiebeln die ich schnibbelte. Dazu würfelte ich Knoblauch – zu viel und briet beides in Öl weich an. Dann kamen Kümmel aber dem vom Kreuze, gehackte Chilli-Schoten und weitere Ingredienzien hinzu, u.a. eine Zimtstange von der ich hoffe ich finde sie hinterher und kann sie rausfischen. Sie ahnen es schon, es wird das berühmte Shirrmi-Schilli. Dann kommt Gehacktes dabei bis es krümelig wird und dazu passierte Tomaten. Schön selbst geschält und passiert und entkernt, Ehrensache! Laut Rezept soll das Ganze dann, vorher mit Salz und Pfeffer und eventuellem weiteren Chilli-Gewürz abgeschmeckt, 90 Minuten köcheln. Grade klingelte der Timer und ich konnte zum nächsten Schritt übergehen. Las dann aber dass man 30 Minuten vor Ablauf der 90 Minuten die Kidney-Bohnen hinzu tuen soll. Egal. Wussten Sie das Kidney-Bohnen aus der Dose wenn man sie siebt und wäscht, schäumen wie eine Badewanne an deren Rand Schampusgläschen und Kerzen drapiert sind und im Hintergrund „Only you“ läuft. Jedenfalls tat ich grade die Bohnen hinzu und lasse 30 Minuten weiterköcheln. Das wird toll! Weiß ich jetzt schon. Jedoch ist der größte meiner Töpfe voll und L. und ich, wir sind zu zweit. Ich gehe gleich mal raus und lade Leute ein. Wenn zu wenig Baguette da ist, backe ich halt noch ein paar. Oder mag jemand vorbei kommen? Sie sind herzlich eingeladen. Essen und Trinken ist genügend vorhanden.

Unheimlich ein heutiges Highlight. Alan Parsons Project mit einem Orchester das sich gewaschen hat versöhnte mich mit 3SAT. Herrlich! Alte Zeiten manifestierten sich in Form von Gänsehaut und frisch geduschten kleinen, blonden Härchen auf meinen Armen. Meine Öhrchen zuckten, das Herz ging auf. Astrein! Wussten Sie das Alan Parsons damals der Toningenieur beim Album „The Dark Side oft he Moon“ von Pink Floyd war? Er kann es immer noch. Da gibt es kein „geht so“, oder „ja gut“, oder „nicht schlecht“. Da gibt es hochprofessionelles auf die Ohren und in das Herz. So auch L. zu mir als ich am Herd stand: „Baby, meine Aussicht auf dich ist wunderbar!“. Dann merkte ich dass meine kurze, schwarze Rowdie-Hose rutschte und unverhältnismäßig helle der Mond schien.

Ob ich das Chilli abgeschmeckt hätte? Was für eine blöde Frage! Natürlich nicht. Bin ich Koch oder Informatiker? Gut, ich denke eine Prise Zucker, eventuell ein wenig Salz noch dabei und der frische angerührte Joghurt wird es schon richten. Apropos richten. Bevor das Jahr vorüber geht, die traditionelle Hinrichtung steht noch aus. Diesmal warten verschiedene Kandidaten auf ihr letztes Seufzen. Da wären (lufthol): Deutschland, so dumm und dämlich; die Deutschen ebenso dumm und dämlich, lassen sich verarschen; Merkel die Stasi-Sau; Journalisten im Allgemeinen, nicht im Besonderen; Politiker, Anwälte außer Dingendorf, Vetter..; Bänker; Investoren; Börsen und Manipulatoren. Dazu richte ich ein für alle Mal hin: Hunger, Krieg, Leid, Elend, Armut und Obdachlosigkeit. Da gäbe es noch mehr zu nennen, aber meine Kraft ist hinreichend aufgebraucht.

Ich wünsche allen ein schöneres neues Jahr als wie es das alte war. Insbesondere meinen Freunden und meiner Familie.

Schirrmi

P.S.: Guten Appe und Prost!

Verfehlte Berufe

Im Rahmen einer Studie kam ich beim Recherchieren auf eine Erkenntnis.

Für den Background muss ich mal Luft holen, denn: Abspritzen, Alt+Jung, Amateur, Anal, BBW, BDSM, Big Cock, Bisexuell, Blasen, Creampie, Cuckold, Dicke Ärsche, Exhibitionisten, Gangbang, Gay Porn, Lesben, MILF’s, Masturbartion, Spritzen, Swinger, Teens, etc. waren hilfreich und ich notierte fleißig.

Was mir aber persönlich auffiel waren die Schau- oder / und nicht –spieler. Man mag ja meinen Professionelle müssen und können länger. Ich kann Ihnen aber nach 5, in Worten FÜNF, Stunden sagen, ich kann noch länger aushalten. Die Geschichte mit den Schwielen erzähle ich später mal.

Morgen koche ich Knödel mit Rotkraut und dazu gibt es Rinderroulladen. So!

Ich schüttel Ihnen die Hand.

Süße Klänge

Heute geht es mir gut. Gestern sah ich noch alles klar – solang ich trank. Ich schaute mit tränenden Augen raus, Berlin im Nebel, unheimlich irgendwie. Watte auf einem Riesen den man nicht stören mag. Es trippelt, trappelt – Reste einer Nacht, ich wünsche mir dass sie nicht stolpert, nach Hause fand.

Falls man mich fragen wollte würde ich keine Antwort geben. Nicht heute Abend als ich mehr als ehedem die Welt so anders sah. Da war die Kleene, die ungeachtet meiner Miene den Trunk ausschank. In geschäftiger Manier wurd sie nicht gewahr meiner Blicke, die voll, doch allein – in einer fremden Welt verweilten. Des Wirtes Arm ging hoch und runter, stoisch, immerdar. Ich schaute, kam ins Wundern, wie das menschliche Geschlecht so einfach – fröhlich, mit einem Humpen Bier sein kann. Lachte innerlich leise und ward traurig.

Sie sind so toll, so voller Leben. Da wird geklappert, da blitzt der Busen, die Würfel fallen, Geist wird ausgeschenkt in Überfluss, laute Reden, lachen, kichern – frage mich, wer bin ich denn? Traue mich nicht große Reden zu schwenken, erstmal kleine Brötchen zu backen so ich zum Nächsten: „Mein lieber Herr, nach langer Reise und ganz allein – ein friedvolles Fleckchen ist mein Gebehr..“ Hätte ich das doch nicht gesagt, gefragt! Des Kerles Zornesfalten schwollen an, die Haut plötzlich sehr dünn, im Nacken restliche Wunden vom letzten Kampf blickt er mich an und.. sagt zu mir, „Mein kleiner, lieber junger Mann – sie erinnern mich..“ – sagts, haut den Leuten auf die Köppe und nimmt mich in den Arm.

Unendliche Treppen ging ich rauf in Erwartung eines neuen Paradieses. Zu einem Flecken der mich aufnimmt. Mich akzeptiert. Wo ich in Ruhe vergessen kann was mal war. Rotgestrichene Fensterläden klappern, lachen mich unheimlich an. Nicht zweimal Sechs stand ich vorm falschen Haus, in naher Ferne klingt orthodoxer Glockenklang. In Kutten erscheint ein Künstler, schaut mich an mit seinem farbenfrohen Gewand, wohlwissend ich wär hier falsch. Es fehlte mir der Mut die oberste Klingel letztendlich zu drücken, ein kleiner Hasenfuß so kam ich mir vor, furchtsam rüttelnd als in die Jahre gekommenes Individuum stellen sich in diesem dunklen Tal umgeben von wilden Bergen, meine Haare auf. Erst fein und ohne es zu merken, packt mich eine Geißel zart dann hart und unerbittlich fest, die Hoffnung schwand. Ich war mal da. Es tut so weh und ich lass nicht los, kann nicht begreifen dass die Sonne, die Gezeiten, die Welt sich dreht und einfach so weitermachen als ob es mich nicht gäbe. Ich bin noch nicht parat.

Es wäre das vorletzte Haus. „Willkommen und eine gute Fahrt!“ sagt er mit angenehmer Stimme. Schlimmes ahnend und mit ohne Plan dehnte ich Sekunden zu Minuten. Minuten zu Stunden und aus Stunden wurden Ewigkeiten in deren Mitte ich saß und noch eine letzte Ziggi rauchte, wohlwissend – sie gibt mir Halt, doch am Ende glimmt es nur noch schwach. Meine Finger spüren den Schmerz nicht, im Gegenteil – sie suchen ihn. Zu leben, zu lieben, zu leiden und für immer Mensch zu sein. Doch entgleitet mir die Welt, ich schaue zu. Ein Alptraum der Wahrhaftigkeit wird mir Gewahr. Bitte noch nicht.

Das kunterbunte Kopfgeflecht

Es fällt bunt das Laub, ich rieche Erde, das Vogelzeug zieht weg und ich bin noch da. Noch da – und höre Bach. Ach!

Es begab sich das ein junger Knab‘ laufen lernte und mit großen Augen die Welt erblickte. Er fand sie grau und dumpf vor. Wie schöner wäre es mit ein wenig Farbe, nachdenkliche Strukturen, Gefühl ob schön innerlich nach außen gekehrt.., Hauptsache Gefühl zu spüren in einer Welt in der er sich lebendig weiß, wohl wissend, sehend dass des Menschen Mundwinkel nach unten zeigt – man angesichts der Traurigkeit verzweifeln kann.

comp_img_9424Ich war mal Papagei. Redete nichts und niemanden nach dem Mund hatte aber doch, ein buntes Gefieder. Ein Löwe, ja, der war ich auch schon mal. Immer müde, aber wenn man mich weckt ob des großen Hungers – nach Leben. Ein Paradiesvogel, schön anzuschauen, war ich ebenso. So sagt die Frau Bundeskanzlerin zu mir „Oh, wie interessant sehen Sie denn aus? Drehen Sie sich bitte für mich langsam herum und weiter herum.“ Nun in meiner blauen Phase, nachdenklich auf meiner Stirnlocke herumkauend, schaue ich mich um. Grau. Mausgrau. Mausmausgrau. Beton. Grau. Und färbe mir die Haare. Bunt wie ich mir die Welt wünschte. Rot, Blau, Grün, Gelb und alles mitten an, dazu mal Zottel, mal fein, ein Scheitel rechts, mal links, gezwirbelt und dann und wann mal gekreppt. Kennen Sie mich noch? Ich sehe anders aus als gestern, gelle?

Wer sind Sie denn? So Fragen hörte ich und stellte mich ihnen gegenüber. Antwortete stets „Ich bin es!“ Man kennt mich doch. Nicht? Farblos wird das Leben, wünsche mir die Rente. Wenn Sie es bisher schafften – alles nur ne Ente :-). Oder auch nicht.

Für immer Punk sagt der alte Baum. Ich halte durch, länger als ihr glaubt!

Pflichtbewusst hin und her

Es ist früh. Sehr früh für mich. Der Wasserdampf der schnaufenden Lok hüllt das Bahngleis in unwirklichem Nebel und lässt sich als sanftem Nieselregel auf die Köpfe der Wartenden nieder. Alle wissen, der Zug fährt erst in 30 Minuten los und so lange ächzt und stöhnt die Dampfmaschine, hier und da klirrt es wenn der Zugverantwortliche mit seinem Riesen Schraubenschlüssel mal an diese Bremse, mal an dieses Rad klopft. Gelassen und gewissenhaft geht er den Zug erst von vorne links nach hinten dann von hinten rechts nach vorne ab und klopft und prüft. Alles zum Wohle der Fahrgäste. Angenehm entspannt schließe ich das Schiebefenster, mein geflickter Seesack liegt oben im Gitter, überdrüssig dem Treiben auf dem Bahnsteig zuzusehen lasse ich erst die Kippe auf den Bahnsteig dann mich in die Polster fallen. Die Augen fallen zu.

Euskirchen. Die Gegend in der ich lange weit vor meiner Grundausbildung mein Unwesen trieb. Mal schwarz, mal bunt. Aber immer mit Kajal. Freundschaften, wir Jungs und Mädels trieben und probierten alles. Wir konnten das damals, sehr zum Verdruss. Der Erwachsenen. Nicht wissend wo uns Wind und Wetter des Lebens hintreibt. Wir nutzten die einzigartige Gelegenheit Jung zu sein, manchmal bis zum Erbrechen.

Bonn. Auf dem Venusberg in einem Saal voller jungen Studenten aus dem Bauch geschnitten. Aufgewachsen – meine Oma war da. Geliebt und gelebt. Physik, Philosophie und Medizin studiert. Aber im Grunde gelebt und mit allem und uns Unbedarfte gefeiert. Aber auch meine erste Ausbildung, ich sage mal so, das Lederhandwerk habe renommiert erlernt. In dieser Zeit ergab es sich also..

Sekundenschlaf, ich schrecke plötzlich auf. Stehe auf und schaue erleichtert aus dem Fenster. Puh, der Zug ist noch nicht abgefahren, wir stehen immer noch in Euskirchen. Ich bin nämlich am Wochenende in EU versackt und musste Montagfrüh nach BN zum Job. Mit einem Lächeln ließ ich mich wieder in die Sitze fallen um direkt in süße Träume von Nazi-Jagen, Schaufensterscheiben einwerfen und kafkaeske Gespräche an alten, stabilen mit Brandlöchern versehenen Holztischen zu fallen. Meine Monatsauszubildendenfahrkarte auf dem kleinen Tischchen über dem Drecksaschenbecher in dem ich meine letzte Tuborg-Dose gekrumpelt hatte war Ausweis genug für die Kontrollettis und lies mich ruhig schlafen. Irgendwann rüttelt jemand an meinen Schultern ich bekomme es nur halb mit. Höre nur was von „dues“, „dues“ und mir klingt das Lied „düse.. im Sauseschritt..“ im Ohr. Friede, Stille weiterhin.

Ich wache auf wie nach einem langem entspannten Schlaf, stehe erfrischt auf und schaue aus dem Fenster. Der Zug steht mal wieder. Schaue raus nach rechts, nach links und sehe das Bahnhofsschild. EUSKIRCHEN! What the fuck! Und schaue auf meine Armbanduhr die fehlt. Schaue auf die Bahnhofsuhr: 12:30 Uhr! Schaue auf meine Füße, die Schuhe und eine Socke fehlt. Mein Seesack ist weg. Denke an meine Ausbildungsstätte bei der ich um 8:30 Uhr hätte in Bonn erscheinen müssen. Oh, ich junger armer Tropf! In Zeiten wo es keine Mobiltelefone gab, sah ich wenige Möglichkeiten dem Ausbildungsbetrieb einen vorzulügen. Hätte ich auch nicht machen können wie ich später erfuhr.

Ausgeschlafen war ich mit einem gewissen Adrenalinspiegel. Wundersamerweise lagen meine Doc Martins verteilt in zwei entfernten Wagons. Eine Ringelsocke fand ich irgendwo. Meine Monatskarte lag noch da wo sie lag, soviel Anstand hatten die Leute. Mit relativ viel Brand wuchtete ich meinen Sack runter und trank erstmal eine Dose Bier auf ex. Danach konnte ich in Ruhe überlegen was meine Situation ist.

Wie folgt. Ich fuhr wohl stundenlang von Endstation zu Endstation hin und her und muss mich wohl im Rausch meiner Klamotten entledigt haben und, wie ich hinterher mal erfuhr, mich mit allen Fahrgästen verbrüdern wollen. Dazu auch meine Ausbilderin im Betrieb (Sie stieg immer in Bonn-Duesdorf zu), die blöde Petze, die mich das erste Mal bei der pünktlichen Ankunft im Bonner Hauptbahnhof zwar gesehen/erlebt hat, aber mich nicht geweckt und mich nicht in den Laden getragen hat. Die Sau da!

Am nächsten Tag musste ich zum Chef. Dem Junior-Chef. Menno, war mir das peinlich, ich drohte hinter meinem Rücken der besagten Erstverkäuferin mit der Faust, und der kleine, dünne Junior entgegnete meinem „Scheiß druff“ mit „Jetzt aber zum Senior-Chef!“. So saß ich da vor dem verknöcherten Alten der immer mit den Armen auf dem Rücken verschränkt durch den Laden läuft, leises Volksweisen durch seine prekären Zähnen pfiff und der den Laden schon seit 1792 führt. Saß ich da. Vor ihm. Und wünschte mir eine Dose Bier herbei. Und er schwieg zunächst. Lange. Und immer noch und blickt mich mit seinen alten, wässrigen blauen Augen an. Nicht vor Angst, sondern wegen Magen-/Darmproblemen hatte ich aus Gründen schon eingeschissen, setzt er mit verrunzelten Augenbrauen an: „..“. Ich so: „Ja?“ Er fasst sich an die Brust, schaut immer noch so streng und gleichzeitig liebevoll: „Herr Schirrmi, da hatten Sie aber einen Ritt! Das mir das nicht noch mal vorkommt!“ und entlässt mich zurück in den Laden. Feixend steht da die Chefdame, die dumme, blöde Petze und freut sich über meinen vermeintlichen Einlauf, ich gehe auf sie zu und sage: „Das nächste Mal…“

Darf‘s ein bissel mehr sein?

„Vierzehn Tage mal schön weg und nur Zeit für Sie?“ Der kleine, attraktive Herr Doktor schaute mich mit seinen braunen Rehaugen über seinen geschäftigen Schreibtisch fragend an „Oder haben Sie etwas Wichtiges im Geschäft zu tun?“ Ich: „Passt schon!“

Was mich aber wunderte. Er legte mir den gelben Schein sowie noch zwei Rezepte hin, lächelt mich an und fragt: „Und, Herr Schirrmi?“ „Brauchen Sie sonst noch so Medikamente?“ Leute, da wäre ich ja beinahe vom Hocker gefallen. Ihr glaubt nicht was mir da alles so durch den Kopf ging. Ich kramte in den grauen Hirnwindungen, griff mir an die Gesäßtaschen, die Jackeninnentaschen, vorne die Westentaschen jedoch, ich fand grade meinen Medikamenten-/Drogenwunschzettel auf die Schnelle nicht. So konnte ich nur antworten „Ähm, so auf die Schnelle fällt mir nichts ein..“ Der hätte mich ja auch auf die Frage vorbereiten können. Vorwurfsvoll: „Herr Doktor, das hätten Sie mir mal vorher sagen können dass ich ein Wunschkonzert erhalte. Da hätte ich mal vorher gegoogelt.“

Sei es drum. Verpasst. Ich nagelte ihn aber fest und ich käme beim nächsten Besuch überaus gerne auf sein Angebot zurück.

P.S.: Genau nach den Vierzehn Tagen kam ich wieder zur Konsultation. Ich zog mich nackig zur Begutachtung aus und wie diese Mediziner machen: „Hmh, hmh, grummel, jaja, aha, soso..“ Ich, spielte ein wenig mit meinen Gesäßmuskeln: „Kann ich aufhören mich zu drehen wie eine nackige Ballerina?“ Er: „Ja klar, wir wissen jetzt woran es liegt. Immer wenn Sie nicht ins Büro müssen, geht es Ihnen besser und die Therapie schlägt an.“ Ich: „Ach!!!“

Kommt der Patient zum Doc..

Ich habe grade mal diesen Blog durchgelesen, hatte 8 Minuten Zeit bevor der Timer für meinen Pfefferminztee schelte und mir fiel auf dass ich noch nie einen Witz erzählte. Das möchte ich hiermit nachholen.

Kommt der Patient zum Doc:

Doc: „Ja, hmm, hmm, grummel, soweit so .. grummel..“

Patient: „Ja lieber Doc, sieht doch prima aus, oder? Nicht?“

Doc: „Die Therapie schlägt bei Ihnen sehr gut an und wir stellen fest: Sporadische Entfernungen aus dem Berufsleben tun Ihnen gut.“

Patient (innerlich) : „Yipieh! :-)“

Doc (alles ist soweit erledigt man müsste nur Tschüss sagen): „Und, mein liebe Herr Patient? Wollen Sie sonst noch was? Brauchen Sie sonst noch Medikamente oder so?“

Patient: „Ähm, wenn Sie mich so fragen, bin unvorbereitet. Was gibt es denn noch so, was wäre Ihre Empfehlung?“

Doc: „Ich frag ja nur..“

Patient: „..“

Fazit: Das nächste Mal werde ich vor diesem Doc ordentlich vorbereitet sitzen.

Nee im Ernst. Ich kann keine Witze erzählen. Aber so war es heute. Tja!

Keine Oma mehr da um mich zu beschützen

Es ist ein altes Lied was viele Menschen wahrscheinlich nicht mehr kennen. Der Barry geriet damals damit auch in die Mühlen des US-Goverments.  Ich denke grade an meine geliebte Oma und ich kann nicht sagen wie ich den Zusammenhang zwischen dem Lied und dem was mich bewegt ausdrücken kann.

Die Tastatur verschwimmt in einem Nebel durch den ich nicht mehr richtig sehen kann. Großartige Menschen leben immer noch in meinem Geiste. Gelebt in Würde und Mitmenschlichkeit, gestorben in einer Welt die sie überholt hatten. Doch immer graderaus und nie ein Sklave der Obrigkeit. So lernte ich es von ihr.

Ich hatte das (Un)Glück schlimm krank zu sein. Das ist nicht witzig und ich bin immer noch schwer krank. Und wenn ich mich so sehe, tue ich mir immer noch leid. Doch dadurch hatte ich die einzigartige Gelegenheit nicht daheim sondern bei Oma zu leben – zu überleben. Für viel zu kurze Zeit. Sie brachte mir Dinge bei. Sie lehrte. Sie formte mich nach alter Schule. Sagte „Kind, die Spielzeit ist rum, setzt Dich an den Sekretär und schreibe ein Dankesschreiben an den Günstiger.“ Heute bin ich immer noch Legastheniker oder wie das heißt. Doch Benehmen und grundsätzliche Formen des Zusammenseins auch wenn es heute überkandidelt wahrgenommen wird, sind felsenfest in mich eingebrannt. Die Tür aufhalten. Den Stuhl zurecht gerückt. Den Mantel gehalten. Dem frechen Kellner die Weinkarte zu erklären. Komische Situationen der lieben Gefährtin ersparen bevor sie es erfährt.

Im Wohnzimmer meiner Omi waren Minister anwesend. Staatssekretäre und sonstige. Damals standen sie sogar stramm und mussten Zubbeleien am Schlipps oder an der Krawatte über sich ergehen lassen. „Junger Mann, wie sehen Sie denn aus?“.  Ich auf dem Sessel, von derer Zwei die Mittags zusammengeschoben wurden damit ich den obligatorischen Mittagsschlaf machte im Hintergrund der Röhrenfernseher mit Bundestagsdebatten und auf dem andern Ohr die klickenden Stricknadeln für die nächsten Socken, den Pullunder.

Eine Markzwanzig erhielt ich für die Straßenbahn. Dann noch 50 Pfennig für die Kantine im Erich-Ollenhauer-Haus. Regelmäßig steckte ich mir das Geld ein und joggte anstatt das Geld für die Stadtwerke Bonn auszugeben. Hungerte wie gewohnt anstatt in die Kantine zu gehen. Nur um Geld zu haben. Ich war arm und lief und.. lieber vom gesparten Geld Schulhefte kaufen zu können.

Als ich mal halbwegs ordentliche Asthma-Medikamente erhielt, lief ich nur noch. Ich lief und rannte und wollte wie die anderen sein. Ging nicht, ich wollte aber. Ich sagte es nie jemanden, doch Oma sagte: „Jung, mach das nicht, Du hast andere Qualitäten.“. Sie beruhigte mich und machte Welten für mich klar von denen ich in meinem Sumpf nie zu denken wagte. „Großer!“ sagte sie zu mir Kleenen. „Du Hübscher!“ sagte sie zu mir Hässlichen. „Du Schlauberger!“ sagte sie zu mir, ich Dummerjan. Ich wusste es damals nicht. Aber Oma zog mich auf und versuchte mich zu einem Menschen zu machen.

Omi, ich liebe Dich und ich könnte noch so viel erzählen. Und, was Du komisch finden würdest, hier – braucht man keine Schönschrift. Aber auch dafür – vielen Dank! Kussi und Umarmung!

P.S.: Omi , Du hast was Schönes aus mir gemacht. Auch wenn Hornhaut wächst und ich nicht immer recht auf meine Fingernägel achte. Drücker und Kussi! Dein kleiner Johannes.