Die Verwandlung

Heute gibt es richtig was zu erzählen – behaupte ich, bevor Sie nicht die geringste Ahnung haben worum es geht. Vorweg: Es verwandeln sich Menschen in Andersartige. Aliens würde ich als Sci-Fi-Liebhaber sagen. Auf plötzliche Weise, nie geahnt noch gewünscht, waren meine Hoffnungen auf Freundschaft so abrupt in meine tiefsten Franz K. Gewölbe gelandet.

Was ist passiert? Der schöne Vororstern am Arsch der Welt, ich befinde mich in ebendessen, rief mich draußen über den Schutthaufen der Freund an. Nie einem angenehmen Gespräch abgeneigt, die dargebotene Ziggi verneinend, waren wir im Gespräch über dies, das – die Welt und und was uns allen so bewegt. Und waren einer Meinung – es läuft insgesamt gut. Er nannte mich „sein Lieber“, wie ernsthaft war er mein Freund. So mag ich es! Gute Gespräche unter Freunden, Nachbarn!

Es klingelte an der Tür. Wir öffneten und vor uns standen diese lieben Menschen. Diesmal nicht nur der Vater sondern die ganze liebe Familie. Ich freute mich wie immer und ludt sie herzlich in mein heimeliges Zuhause ein „Nein, nein, ihr müsst euch nicht die Schuhe ausziehen, Ihr seid hier auch daheim!“. Seltsam schweigsam traten sie ein und näher und nahmen den herzlich dargebotenen Platz an meinem Tisch an. Immer noch schweigend, die Augen der gesammelten Gäste recht schwermütig, kopfschüttelnd verneinend meine höfliche Frage ob Wasser, Tee, Kaffee oder Sonstiges gereicht werden dürfte – fragte ich mich innerlich und ohne äußerliche Regungen welch Gründe diese meine lieben Menschen denn haben mich zu besuchen. Hatte ich doch ganz kurz zuvor noch so freundschaftlich mit dem Hausherren gesprochen, gelacht – uns über deren neues Auto (T5) gefreut.

Sie nahmen stumm und starr, mit Kind und Kegel, an meiner Tafel platz und plötzlich brach es wie wild aus ihm heraus: „Ich war um 1 Uhr draußen eine rauchen und hörte eure Musik!“ Ich war nicht weiter verwundert, denn warum nicht? Ich als Menschenfreund würde nie jemanden davon abhalten wollen das irgendjemand um 1 Uhr noch eine Ziggi pafft. Und weiter – er wurde immer lauter, seine Frau und das arme Kind noch leiser: „Du hast Dich mit dem Nachbarn unterhalten und unser Fenster war auf!“ „Ähem“ – räusperte ich mich ihn fragend zugewandt.. Er mit hochrotem Köppchen: „Ja, Du lachtest und hast Dich unterhalten mit dem Jupp!“

Ich als Gutmensch und in Anbetracht der Tatsache das seine stille, liebe alles hernehmende Gattin sowie das arme, liebe Kind anwesend war, bat ich ihn um Herabsetzung seiner uns überaus brutal vorkommenden Stimme sowie um Nachdenken ob seiner in meinem Hause stattfindenen Aggressivität. Ich bat um Mäßigung und dieser Bitte kam der mir plötzlich unbekannte Freund nach, verließ noch größer, seine brutale Wut grade noch zurückhaltend, nach und begab sich in den Flur nicht ohne noch zu mir und allen Anwesenden Drohungen und bösgemeinte Prophezeihungen auszusprechen. „DU WIRST DIE KONSEQUENZEN TRAGEN!“

Mein lieber Freund! So sage ich jetzt und wollte nicht noch Öl in Dein flammendes Herz gießen, mein lieber Freund! Wenn Deine Familie und wir Dich weiter machen lassen sollten, dann passiert was mit Dir. Dann wirst Du etwas verlieren. Und das ist nicht nur Dein Verstand sondern auch Dein Familien- und Freundeskreis was Du verlieren wirst. Versprochen auf den Acker den Du immer wieder hinterließt.

Schirrmi

Hüttenzauber am Arsch der Welt

Während sich Scheffe für ein paar Tage in Ischgl amüsiert („Hals- und Genickbruch“), ist an der eisigen Front, am Arsch der Welt, laut Tagesbefehl soweit alles ruhig. Soweit ruhig, haha..

Draußen auf dem „Rasen“, wenn ich ihn erblicke und drauflaufe, kommt er mir wie ein frisches Verdun-Schlachtfeld aus dem vorletzten Weltkrieg vor. Also, da auf dem Rasen steht in einer Ecke eine Gartenhütte. Sie steht trotz Sturm und unter himmelsschreiendem Versagen unserer Bananenrepublikpolitik immer noch. Genauso wie der Vogelfutterring im Wind an dem an den Pisa-Turm erinnernden Vogelfutterhäuschen klatscht und knallt dass es eine Freude ist und niemand weiß für wen. Denn Vögel würden sich dem Erschlagenwerden aussetzen beim Picken von Futter und die Station hängt so schief an einem überaus professionell in den „Rasen“ gerammten 2 Meter Stab, dass eine Katastrophe absehbar ist. Jedenfalls gehen Mausspuren, multiple, immer noch von dem von mir bewohnten Papphaus in Richtung „Vogelfutterhaus am schiefen Eisstab“ und retour.

Es ist eine schreckliche Zeit für Raucher. Hier drinnen ist es halbwegs erträglich, die doofe Fußbodenheizung heizt nur da wo man nicht hintritt und auch sonst so, aber wenn der Ofen mit den letzten Palletten und Möbeln angeheizt ist, kann man es im Drippl-Pulli und Hoodie sehr wohl aushalten. Die Unterhose ist Wollen, der Hut eine Mütze. Meine Lackgaloschen werden ebenda durch feinstes Lammgewirr getauscht. Aber, aber.. Als Raucher der die Doktrin aufgestellt hat, hier im Papphaus nicht zu rauchen, muss man ab und an mal raus auf die Terrasse. Sie glauben nicht was dort so passiert. Da, draußen, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Außer frieren und sonstige Ungebilde meine ich.

Unter dem „Dach“ der „Gartenhütte“ hängt eine weitere Vogelfutterstation. Recht hübsch anzusehen wie die Vögel sich freuen. Obwohl es mir manchmal wie ein Massaker vorkommt. So rotzfrech hacken sie manchmal die Ordnung und vollziehen Flugmanöver wie damals auf Pearl Harbor es ein Kindergarten war. Dabei fällt auch mal ein Korn nach unten. Und Federn. Verwundert und einigermaßen erschreckt ob dieser Gewalttaten konnte ich ein kleines, braunes Wesen beobachten was aus einem kleinen Schlitz unter der Hütte hervorkommt, sich ein heruntergefallenes Körnchen in das Mäulchen nimmt und wieder zurück in die Hütte verschwindet. Nur um es wieder und wieder zu machen. Das kleine Leckermäulchen! Am nächsten Tag musste ich aus Gründen in die Gartenhütte, schloss die gepanzerte Tür mit meinem kleinen goldenen Schlüsselchen (hängt an meinem Hals) auf und Huch! Es sprang! Es raschelte! Es wieselte, es lief und sprang und piepste dass es eine Freude war. Herrlich! Gesehen habe ich nix, seit dem Kurzschluss im Sommer als ich dort in die Hütte Strom verlegen wollte. Ein wenig erschrak ich ja doch. Denn was weiß ich was hier auf dem Land so in „Gartenhütten“ fleucht?

In einer Ecke entdeckte ich ein großes, nein – ein Riesengroßes Lager an Vogelfutter! Viel, sehr viel Vogelfutter! Und jedes Einzelne Körnchen wurde von einer Maus, Oma- Großoma- Urgroßomamaus etc. einzeln dort hin verbracht, angehäuft, so dass ein schönes und liebevolles Generationenmaushaus gedeihen kann. Und das im Winter – sie rechneten wohl nicht damit dass ich mal vorbei komme um nach dem Rechten (hihi) zu schauen. Der Haufen war links (nochmal hihi). Na ja, ich als alter Ornithologe nahm die Schaufel und packte alles von den Mäusen mühsam gesammelte Vogelfutter weg und verbrachte es wieder in die Vogelfutterstationen. So! Positiver Nebeneffekt – wie Sie sich sicher denken können: In der „Hütte“ war mal wieder sauber und herrschte Ordnung! Warum springt da mein rechter, durchgestreckter Arm nach oben? Muss ich mal meinen Hausarzt fragen..

Wenn man so in sibirischer Kälte da draußen rumsteht und einem die Wohlstandswaden wagen einzufrieren, blickt man um Wärme zu erzeugen sehr hektisch um sich. Sehr! Damit es einen Effekt hat. Dabei bekommt man viel mit was man sonst nicht bemerkt hätte. Dieses gruselige Geschrei der Viecher, wir glauben es sind Füchse die ficken, balzen oder sich gegenseitig sonst was antun, das immerwährende, bedrohliche „Huh“ und wieder und wieder „HUH“ aus der Ferne wie das Atmen des Fährmanns. All das und das seit einiger Zeit aufgehörte Gackern der Gänse und Hühner in der Nachbarschaft lässt Raum zum Nachdenken. Beim Schmauchen. Rehe sind da. Quasi auf dem wohlgepflegten und überaus hübschen und gangbaren „Rasen“. Letztens stand ich wieder da in dieser verschissenen Kälte da draußen und da saß unser alter Kumpel auf dem Baum. Der Turmfalke, wie die liebe L. mal meinte. Wir streiten uns derzeitig noch ob Turm- oder Baumfalke. Ich meine, wenn es ein Turmfalke wäre, sollte er sich Türme suchen und nicht Bäume. Einleuchtend? Knall gehört?

Ich stand da so und schmauchte und hob meinen Arm so in der Art wie die Bekloppten – haha – aber auch wie die Falkner machen. Hob meinen Arm und tat so in Richtung des Falken als wäre ich ein Falkner und als ob ich ein Leckerli in der Hand hätte. Der Fuchs, ähm, der Falke sah das und kam gemütlich heruntergeflogen, kam immer näher in meine Richtung (ich hatte keine Falknerlederhandschuhe dabei, L. lachte schon obdessen) und immer näher heran, schweben konnte man es nennen und immer näher und drehte dann ab. Die DUMME SAU! Ich dachte die hätten gute Augen! Soll sich mal ´ne Brille beschaffen – das Opfer! Hätte doch sehen können dass ich nur verarschen will indem ich meinen rechten Arm hebe! Das nächste Mal.. Ohhh, das nächste Mal..! Gibbet wat!

Herrlich ist es hier am Arsch der Welt. Ehrlich! Diese ganzen Fährten, Spuren und die Kothaufis auf meiner Terrasse und unter dem Papphaus. Die Natur schreit und brüllt. Sie seufzt vor dem Ableben. Es raschelt, es hinterlässt Spuren. Ich bin nicht allein. Es lebt. Sie leben. Ich lebe noch. Ich sollte meine ganze Energie darauf ansetzen zu ergründen Warum? Warum noch? Warum? Wieso?

P.S.: Die Tage sind schon die ersten Rotmilane zurückgekommen. Ich an deren Stelle wäre noch was im Süden geblieben.

Von Einem, der auszog, das Fürchten zu lernen

Brrrr.. ging es mir durch Haut und Haar!

Ich kenne das Märchen „Von Einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ schon sehr, sehr lange. In meiner frühen Kindheit las ich die Geschichte immer und immer wieder – es gab noch keine Horrorfilme.

Weggeschickt von daheim, alleine in der Fremde – Kümmerer waren damals Tanten, weiß gekleidet. Zweimal die Woche, Onkel Doktors – ebenfalls so gekleidet, erhielt ich Besuch. Wenigstens etwas. Meine kleine Seele, ich, war immer soweit weg von daheim. Mir fehlten Mami, Papi, meine Geschwister. War so klein und wusste nicht mehr woher ich kam, wo meine Wurzeln sind, wer meine Freunde sind. Falls sich jemand anschickte sich mir zuzuwenden, redete ich, froh über die Aufmerksamkeit, die Leute mit „lieber Onkel“, „liebe Tante“ an. Und verbarg mich, meine Haut – mich, weil ich fürchtete, dass sich die Leute ekeln.

Als ich einmal nach 6 Wochen heimkam, mit meinen kleinen Händchen die kleinen Köfferchen hielt, mit allem was ich brauchte – kleine Schlafanzüge, kleine Unterwäsche, viele Medikamente, Verbandsmaterial und von den Tanten und Onkels selbstgeschriebene Wünsche „Lieber Kleiner, mach es gut!“ – lief eine fremde Frau auf mich zu und erdrückte mich auf dem Bahnsteig in Bonn oder Köln. Ich sagte nur: „Tante, das tut weh.“ Es war meine Mama, die ich nicht mehr wiedererkannte und ich musste auch sonstige Bindungen wieder erlernen.

„Stark“ wie ich war, mit sechs oder sieben Jahren, die Welt gesehen und raus aus dem Gulli, war ich mal wieder da. Und freute mich schon auf den nächsten Krankenhausaufenthalt. Wenn ich mich recht erinnere hatten meine lieben Geschwister zu meiner Weihnachtsheimkehr bereits meine Geschenke ausgepackt und damit gespielt. „Schau mal, Kleiner, haben schon alles aufgebaut.“

Die Natur hat mich damals nicht sterben lassen. Grausam wie sie ist. Sie deutete meinen Tod wiederholt an und irgendwie, auch Dank Martin und anderer Menschen, bin ich noch hier. Und was kann ich sagen? Ich gruselte mich nie. Außer wenn ich starb. Dann flippte ich aus. Egal wie klein und dünn und schwach ich war. Ich schrie, ich zerstörte mit meinen kleinen Fäustchen die Wohnungseinrichtung. Haute Dellen in den Badewannenrand mit meinem verstörten Köpfchen, die Alpträume waren so schlimm, dass mein seichtes, diesseitiges Ich keine Schmerzen verspürte – übertrat ungewollt mehrmals die Schwellen. Ich war wohl damals noch nicht bereit für den Tod.

Im weiteren Verlauf, ich lebte noch und jeder wird ja mal älter, wunderte ich mich nur und sah die Welt nur noch, wie soll ich das beschreiben? Sarkastisch? Komisch? Ich bin der Schwellentyp? Der schon mehrmals auf der anderen Seite war? Up and Downs? An dieser Stelle fängt mein fieses Grinsen wieder an. Weiß nicht warum. Leute fragen mich warum ich so bin. Nicht warum ich bin.

Dieser Text sollte eigentlich einen anderen Hintergrund haben. Aber die kleinen Finger tippseln so vor sich hin und die Maushand schickt es ab.

War Kafka ein verzogenes, verwöhntes Kind?

Ein Fragment in welche Richtung dieser Blog gehen sollte: „Und höre heute zu wenn meine Liebste draußen, zu später Abend- und Nachtzeit auf der Terrasse eine Ziggi zu sich nimmt und mir dann irgendwann Mal erzählt wie sehr es sie da draußen gruselte. „

Schwierige Wahl

Es begab sich im September 2017. Ich stand wie der Ochs vorm Berg und schaute einen Wegweiser an. Linker Hand ging es zu einem Rock-Konzert, Rechter Hand – na, Sie sehen schon.

Wenn aber ein Klo-Besuch das gleiche Geld kostet wie das Rock-Konzert, hmh.. Erwartet mich dort ein schönes Extra? Vielleicht eine Schachtel mit sieben Sinnenfreuden, serviert von der Dorfjugend? Oder entscheide ich mich für den Pfeil nach rechts? Was erwartet mich da für das gleiche Investment?

Rocknacht Mobilization

Wie hätten Sie entschieden?

Ich für meinen Teil sicherte mir für mindestens 16 EUR beide Optionen.

Vögeln

Hach, ich liebe vögeln! Ähm, Vögel meine ich. Hier am Arsch der Welt kommen sie gut durch den „Winter“. Bei mir gibt es kein Katzencontent. Hier wird gevögelt. Mal sehen wie oft ich das noch schreiben kann. Vögeln, vögeln, vögeln. Hihi..

Bei so viel Rumgevögel, ich meine Ihre geschätzte Geduld, gibt es auch noch was für die Augen:

Süß, die Blaumeise, gelle?

Möchten Sie noch was? Vielleicht mal ein Gruppenfoto von Blau-, Sumpf- und Kohlmeise? Wobei letztere ja eher ein Fotobomber ist:

Wissen Sie woran mich da die Knödel im Sack erinnern? Ach, ich hör jetzt auf.