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Fastentagebuch #1

Liebe Fastentagebuch,

seit einigen Tagen faste ich nun schon nach rein christlichem Angedenken und Brauchtum. Angekündigt hatte ich meine Enthaltsamkeit, nun wird es Zeit für einen ersten Statusbericht.

Du wirst sicher gerne hören dass ich eisern blieb. Ich verzichte bis jetzt konsequent auf Salat, Fisch und Meeresfrüchte. Aber dennoch muss ich dir leider etwas gestehen. Aber vorneweg, was bin ich froh dass Du als mein Tagebuch stumm bist. Kannst also auch nicht meine persönlichsten Angelegenheiten verpetzen. Und als Eigenschaft eines Tagebuches bist Du auch geheim. Die nur für Dich geäußerten Gedanken und Gefühle bleiben vertraulich. Nur Du und ich. Wie schön dass es Dich gibt! Ein guter Freund in stürmischer See. Ein Vertrauter wie man ihn nicht noch einmal haben kann. Fastentagebuch #1 weiterlesen

Schweinebande beim Hosenkauf

Der ehemals als Jungheinrich und Gottes liebes Kind Gehandelte, begab sich online auf Hosenguckguck. Um es vorneweg zu nehmen, die Werbeindustrie und in- und exklusive Herrenshops widern mich an. Hier nun ein Beispiel.

Ich möchte an dieser öffentlichen Stelle nicht Roß und Reiter nennen. Somit kürze ich ab und zensiere. Damit mir nicht die Anwaltindustrie in die Bredouile springt. Der Shop heißt: ME & EDLIC. Auf der Suche nach einer neuen Hose stieß ich im besagten Mey-Shop auf eine dunkle, harzbeschichtete Hose. Es trifft sich gut, denn mit dem Harz kenne ich mich aus. Bin Harzer Wanderkönig, Harzer Steiger etc. Dieser Edlich-Shop hat eine Kommentarfunktion – nach Artikel. Ich wollte da mal nachfragen, doch kann man offensichtlich keinen Kommentar hinterlassen wenn man den Artikel nicht erworben hat.

Seis drum! Dann hinterlasse ich meinen ganz persönlichen Kommentar hier. Denn, ich war und bin immer noch umtriebig im Harz und habe da noch nie eine Hosenindustrie gesehen – noch erlebt. Im Schwarzwald war ich mal und nehme mir für den Herbst die Wutachschlucht vor. Doch, sollte ich dann für dieses Vorhaben eine schwarzwaldbeschichtete Hose erstehen? Im Herbst des Jahres möchte ich in die sächsische Schweiz, sollte ich dann erneut bei M&E eine oioioidurchgefärbte Jeans kaufen um in der Region nicht allzu aufzufallen?

Oder lese ich die Artikelbeschreibungen einfach nur falsch aufgrund meiner geringen Schulbieltunk? Vileischt verschtehhe isch aals Gossenkind den Backhintergrunt net. In der harzbeschichteten hat ein Harzer reingeschissen. In einer, und diese neue Marketingidee bekommt ihr kostenlos: in einer St. Pauli-Hose könntet ihr benutzte Kondome und ein paar Fischköpfe einarbeiten. In einer berlinerischbeschichtete Hose könnte ich mir eine edel eingearbeitete Hundescheißewurst vorstellen. Sone leckere Wurst. Sone aus dem Sandkasten, da wo immer die Kinder spielen und parnierte Würste inde Mund nehmen, daran schlecken und wo dann die Vegetarier-Globulie-Muttis Ihre hirnzerfressenden Unterhaltungen mit den anderen, analverkrampften, Öko-Muttis einstellen um das liebe Kind vor der Hundewurst zu retten. Aber die wollen es ja so.

Oder nehmen wir mal an wir wären in Madrid. Laufsteg. Lagerfeld. Etc. Die ehemals fette, jetzt nur noch Sau furzt da so richtig in den Stringtanga des derzeitigen Lieblingsgespielen rein. Das verkauft sich doch. Nicht? Lagerfeld! Furz! Röchel. Macht man Parfum von. Es wird verkauft. Es wird gekauft. Die fette Sau! Die kleine, tänzelnde Schwuchtel. Huch – hat da jemand Schwule Sau gesagt? Nee, geht ja gar nicht. Homophob – echt, Leute ich  weiß ja gar nicht wie das geschrieben wird. Sollen die sich doch die Nudel sonstwo hinstecken und mich in Ruhe lassen. Kussi, Schwulinski!

Ich schweife ab.

Wenn hier überhaupt jemand irgendwelche Baumwolle mit Harz beschichten kann und in der Lage ist und es macht – es dennoch nicht vermarktet, dann bin ich das! Ich und der Harz – wir lassen uns nicht von irgendwelchen Kapitalisten verarschen.

Im Ernst, die werben und wollen wirklich, ohne Scheiß, für eine harzbeschichtete langweilige Hose 119,- EURO haben!

Da koch ich mir doch lieber eine Erbsensuppe und gehe für den Rest der in meiner Patte übrig ist in den Puff (hab noch Gespartes).

Mit keiner neuen  Hose, grüßt – Schirrmi

 

Taliban versus Windows 10 Upgrade

Ein Zucken – und mein G3-Gewehr kam in Sekundenschnelle in Anschlag. Ich entsicherte die Waffe, mein Finger überaus nervös. Denn plötzlich stand da ein Taliban halb im Flur, halb im Wozi. Er schaute ziegenglotzäugig in den Lauf und nahm hosenpissend meinen Abzugsfinger war. Der erste Schreck war vorüber, wir kommunizierten vor dem Peng im letzten Moment und gemeinsam versicherten wir uns: „Du Sohn von Gastgeberin, ich Windows 10 Upgrader!“

Hatte der ein Teppich im Gesicht! Dazu war er prekär bekleidet, mit einem irren Gesichtsausdruck, Menschenfleisch und frisches Blut hatte er noch an den Händen und im Gesicht. Da kann man ja nervös werden. Später erfuhr ich dass er eine Pizza aß. Sorry! Ja, aber so war das.

Nach dem knapp vermiedenen Weltkrieg in einer mir fremden Wohnung genoss ich noch ein paar Nudeln mit Sauce Bolognese während ich mich wieder mit meinem Hobby beschäftigte. Nämlich am Computer saufen arbeiten. Wie erwähnt ging es darum das OS auf Windows 10 zu erneuern. Ich entschloss mich für die Online-Variante. Aus dem Netz ziehen, zubbeldidupp – fertig! Soweit die Theorie. Ich sah dass die DSL-Leitung sehr zu wünschen übrig ließ. Gefühlt war mein damaliges 28.000er Modem (die Firmware modifiziert) schneller. Wir rechneten: Ein Glas Wasser trinken dauert genauso lange wie 10 Megabyte zu laden. Geschätzte Fertigstellung vor der eigentlichen Upgrade-Routine: 5-6 Stunden – und ich war schon angeschickert.

Nach ca. 3 Stunden waren 1/3 geladen und dann passierte nichts mehr. NICHTS! Das Netzwerk im Systemtray zeigte an: Netzwerkverbindung getrennt. Da war die Kacke am Dampfen! Just schaut der Bärtige ins Wozi rein und verkündet: „Hier ging mit dem Internet grade nichts mehr, ich habe einen Router-Reset vorgenommen – nur zur Info.“ Der Schädel verschwand aus dem Türrahmen und hinterließ mich einerseits verzweifelnd, andererseits mit Mordgedanken.

[Hier geschahen dann noch Dinge die ich nicht auszusprechen wage.]

Jedenfalls (eines meiner derzeitigen Lieblingswörter) hocken wir jetzt hier bei mir im Westerwald rum, der kleine, süße Compi wurde innerhalb von einer Stunde frisch gemacht. 2,6 GB in knappen 8 Minuten. Dann noch kurz die Microsoft-Zusatzdienste abgelehnt und fertig. So gut kann es gehen.

Was bleibt? Was lernen wir daraus? Gibt es ein Fazit? Ja, gibt es.

Nicht wohlwollend meinen dass „Kinder“ auch wohlwollend sind. Das nächste Mal ziehe ich sofort den Abzug. Hinterher kann man ja immer noch fragen. Zeit genug ist dann ja bevor sich für immer der Deckel schließt.

Wenn das Vieh so eine Aktion das erste Mal gemacht hätte. Nein, es ist sein Programm. Und ich krame mal wieder eines meiner Bücher aus dem Regal: „Jedes Kind kann Regeln lernen.“

Aber ich bin ja nur Gast.

Denk mal drüber nach.

Schirrmi

Im Feld der Kreis

Mitten in der Nacht bin ich plötzlich aufgewacht. Kaum die verklebten Klüsen auf bekommen, der Schlafanzug schweißnass. Hatte wohl geträumt.

Trunken, schlaftrunken manövrierte ich meinen schweren Körper durch die üblichen Hindernisse vom Schlafi ins Wozi und drehte mir erstmal eine, schmauchte wie noch im Traum gefangen vor mir hin. Den Gedanken nach Schnaps legte ich beiseite zugunsten von Brennesseltee.

Zum Glück hatte ich mir noch schnell mein Taschenbuch vom Schlafzimmertischchen geschnappt um den Nikotin einsaugend, vornübergebeugt in andere Welten zu entfleuchen – den Traum zu vergessen. Ja, Meister und Margarita, das bringt mich auf andere Gedanken denn – nämlich träumte ich wie folgt:

Es begab sich in einem halbwegs gemütlichen Raum. Wir waren zu zehnt und liefen zunächst alle zusammen im Kreis herum. Die eine Herrscherin flüsterte, laberte, rief und brüllte die im Kreis laufende Gruppe an. Ich verstand wohl wenig davon, war aber froh dass da im Lauf jemand vor mir war den ich nachäffen konnte. Überhaupt bin ich der Meinung: Wenn ich nicht weiß was los ist, immer die anderen beobachten und so gut wie möglich alles genauso machen. Nur nicht auffallen. Man könnte ja herausgepickt werden. Ich weiß nicht ob ich mich klar ausdrücke. Ich versuche zu verdeutlichen.

Damals in der Kirche bin ich immer eingeschlafen. Und habe geschnarcht. Inmitten der versammelten Gemeinde. „Schirrmi! Des lieben Gottes Wort ist auch für Dich bestimmt!“ dröhnte mir persönlich von ganz oben der Pfaffe von der Kanzel in meine verschlafenen Ohren. Und ich schreckte jedes Mal auf! Fazit: Willst Du Individualist sein – fällst Du auf.

Jedenfalls liefen wir so unsere Runden bis die Herrscherin vom Ersten verlangte sich mit dem Gesäß auf ihre Hände zu setzen – sie möchte da gerne mal was graderücken. Und so kam jeder von uns mal dran. Sie setzten sich auf ihre Hände, sie kraulte dann sogleich, manchmal wühlte sie, aber immer wurden die Ärsche geknetet dass es eine Freude war – für sie.. Ich war noch nicht dran, aber dachte an meinen Dünnschiss aufgrund des gestrigen Besäufnisses und hatte Angst vor Peinlichkeiten. Wir sollten dabei entspannt sein, sagte sie – ich wollte aus Gründen nicht. Ich meine, Analentspannung hat bei mir auch Grenzen.

Dann kam ich dran. Wie ich schon bei den anderen Teilnehmern sah, hieß es: „Setzen – auf meine Hände. Entspannen!“ So war es dann auch. Ich ließ meine Jeans runter und für 8,00 EUR die Stunde habe ich der Dame dann mal ganz gepflegt in die Hände geschissen – ich war wahrscheinlich zu entspannt, wie ich nach der Gruppensitzung erfuhr, und wieder zurück in meine Zelle geführt wurde.

Da hatte ich dann Zeit zum Nachdenken und erinnerte mich an folgenden Artikel.

Mit noch sauberer Unterhose grüßt,

Schirrmi

Silvestergedanken

Gründe die ich jetzt nicht weiter erläutern will, zwangen mich zu Silvester die japanisch/deutsche Freundschaft ein wenig lauter zu drehen. Plötzlich hörten wir einen Missklang. Bei all dem Krach kann ja mal was untergehen, also Mucke ein wenig leiser – lauschen…. Nö, war nichts, also weiter mit dem Krach. Dann plötzlich wieder – ein Missklang! Ich machte alles leiser, Klavierkonzert Nummer 666 vom Meister Devil rein um kleinste Miss-Nuancen aus einer eventuellen fehlerhaften Verkabelung herauszuhören. Nichts. Hoch-, Mittel-, Hinten-, Vorne-, Unten-, Obentöner sowie der Sub – alles astrein. Was mag das gewesen sein? Also weiter im Programm mit Slayer, Helene Fischer und Barclay James Harvest.

Dann wieder dieser Misston. „Na da leck mich doch am Arsch!“ grummelte ich in mir hinein und trennte die Vor- und Endstufen vom Notstromaggregat. „Klingelingeling“ machte es, hörte ich und stolperte runter zur Eingangstür. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen! „Ihr müsst die Stripper sein!“ sagte ich zu den beiden uniformierten, jungen Herren die vor meiner Tür standen und sich in der Kälte wahrscheinlich schon den Sack abgefroren hatten. „Sie haben die 110 angerufen. Gibt es ein Problem?“ so der Eine Kleine. „Nee nee“ so ich, „ich wählte die 112 – Feuerwehr.“ Ich hatte nämlich Sodbrennen. Und wer wäre besser geeignet um Brände zu löschen als die Feuerwehr? „Also, ihr kleinen Jungstripper – könnt Ihr Brände löschen? Falls nicht, gebt Laufpass!“

Die beiden Kasperle hauten dann auch bald ab nicht ohne mich zu ermahnen mir in Zukunft mehr Mühe geben zu müssen beim Tippen der korrekten Telefonnummer. Ich meine, 110 und 112 kann man sich doch mal vertippen, oder?

Ich verabschiedete meine unerwarteten Gäste noch mit einem „Herren Waldmeister – Sie sind blau!“ Die Bullen so: „Das sind unsere neue Uniformen, Herr Schirrmi!“ und weiter: „Ein wenig Besinnlichkeit über Nacht in unseren Ruheräumen täte Ihnen gut.“ Ich: „Nö, will net, verlasst bitte, gefälligst mein Grundstück – ordentliche Leute feiern Silvester und belästigen nicht fremde Leute mitten in der Nacht.“ „Sie sollten sich was schämen so blau noch Auto zu fahren!“

Puh! Die Episode war vorbei. Rein, hoch, und ein Aggregat nach dem anderen wieder an das Netz genommen (Mühlheim-Kärlich verkraftet ja nicht mehr so viel Last) – weiter mit Morrissey. „Och…“ flötete die im kleinen Schwarzen angeschickerte Dame. „Den würde ich auch nicht von der Bettkante stoßen.“ Hmh, dass Mädels aufgrund von Verständnis, von Herzenswärme, von fast gleichem Liebeskummer auf Schwuchtel stehen, wusste ich ja. Aber dass meine Mädels mit denen auch ins Bett gehen würden. Tja! Das ist mir ein wenig zu hoch. Egal. Ich als latent schwule Socke dachte mir nur: „Ja, die Flötentöne – die könnte der mir auch mal beibringen.“ Ich glaube das muss ich direkt mal aufklären. Ich habe nämlich in echt eine Flöte zu Weihnachten geschenkt bekommen. Da muss ich mich mal reinarbeiten.

Von irgendwoher brüllt mir jemand hinterher: „GEH FÜR MICH MIT!“ Auf dem Nachhauseweg in das Muckelwohnzimmer säuselte ich recht liebevoll „Da, der abschließende Pups – den habe ich für Dich mitgemacht.“

Frivoles Frohes neues Jahr!

Euer Schirrmi

 

Müde Verkabelung – Sprengstoffgürtelterrorist

Dat Balg, nee – dat Balg schläft ja net durch. Neeneenee… So war der Pansen (Bezeichnung laut Schrottpresse) und so ging es dann auch zwangsläufig uns. Uns, das sind Mama-Pansen und Papa-Pansen. Nie eine Nacht durchschlafen können, die Brustwarzen blutig durchgekaut, der Sprit schon wieder alle beim „mit dem Kleen beruhigend um die Ecken fahren“. Tankstellen schon zu, kein Tuborg mehr. Aber eingeschlafen ist er dabei manchmal wohl und es hat geholfen. Aber wenn das fiese Miststück dann wieder im Bett lag fing alles wieder von vorne an. Die kleine, nicht allein lebensfähige biologische Masse, hatte uns im Griff. Gut, jetzt kriege ich, dem Satan sei Dank, nichts mehr davon mit. Aber schlimm war es schon.

Ich war letztens beim Arzt. „Soso, ahja, der Herr Schirrmi. Wie geht es uns denn so?“ „Ich wäre ja nicht hier wenn es mir ginge“ entgegnete ich. Blätter, blätter – „die letzten Blutwerte in Ordnung, nuschel, nuschel, ein wenig abnehmen, etwas weniger leben, trinken – naja! Overall aber alles oki“ so der Halbgott in Weiß. Tja, das nahm ich genüsslich zur Kenntnis und fragte: „Aber warum bin ich immer müde, Diät, Sport, Harzer Steiger, das ganze Programm– obwohl ich früh in die Kiste gehe und trotzdem im Büro (und in der Messe) einschlafe?“ „Hmh, hmh, haben Sie im Beruf Stress?“ Und weiter „Wie wäre es mal mit 14 Tage Ruhe?“. Ich so „Nee, hat mir der andere Arzt schon, kann jetzt nicht schon wieder auch wenn ich wollte…“

Ich lehnte die abermalige Auszeit ab und er überwies mich zu einer Koryphäe – einem geigenspielenden Professor der sich mit so was auskennt. Ich rief an, Termin frühestens in zwei Monaten. So war ich dann jetzt da. Termin 9:20 – ich checkte um 9:00 ein und habe in die Parkuhr ein EURO reingeworfen, sollte ja bis 10:20 reichen. Bogen ausfüllen, Schweigepflichten nicht entbinden und dann warten. Es war 10:00 Uhr, im Warteraum saß ich derweil mit bereits toten Menschen zusammen, bin ich da mal vorne an die Theke hin und fragte nach ob es Schwierigkeiten gäbe. Nö. Bitte weiter warten. Gegen 11:00 Uhr platzte mir fast der Kragen – die Zombie-Mannschaft vermehrte sich mit Bild-Zeitungen unter dem Arm, alle kannten sich wohl und unterhielten sich über den letzten Einlauf. Ja, der letzte Einlauf. Toll, wo bin ich hier?

Out Take: Geschnarcht habe ich wohl schon immer. Schlimm, wohl. Manchmal kam nachts die hübsche Nachbarin runter zu uns, klingelte und fragte Mama-Pansen ob man da nicht mal mit der Schippe drauf hauen könnte. „Ach, ich bin ja selbst froh wenn DER im Wohnzimmer einschläft.“. Oder einmal, von drei Häusern weiter klingelnden die Leute: „Wir haben die Kripo gerufen. Diese Geräusche, Tod- und Mordschlag, psst….“ Mein höchstgeschätzter großer Bruder meinte einmal dass ich Taucher werden müsste. Denn so lange wie ich die Luft anhalten könnte, das wäre einmalig. Apnoe-Held könnte ich werden. International und unter den Tiefseefischen berühmt, könnte ich werden. Einmalig und unerlebt, so die Meinungen der nur kurzfristig bei mir weilenden Mädels. Alles in allem, ich bin wohl diesbezüglich gesegnet und habe viel Talent – doch irgendwie drängt sich mir der Eindruck auf dass meine Künste nicht wertgeschätzt werden. Nun ja.

Irgendwann nach gefühlten 5 Stunden öffnet sich die Wartezimmertür von außen, eine Sprechstundenhilfen Auszubildende kommt rein und fragt nach „Frau Schirrmacher?“. Ich so „Äh, tja, wenn hier nicht eine Dame sitzt mit dem gleichen Nachnamen, dann bin ich wohl gemeint – ähm…“. „Da sind noch ein paar Fragen…“ Ich so „Können wir das nicht irgendwo anders klären und nicht in dieser versammelten Runde?“ – die Zombies schauten schon ganz interessiert und gaben ihre Kommentare ab. „Nein, geht schnell!“. So im Warteraum wurde ich nach meinen Gewohnheiten gefragt. Wann ins Bett. Mit wem ins Bett. Wann raus aus dem Bett. Job? Und wenn ja welchen. Alkohol? Rauchen? Irgendwann wollte ich der kleinen dummen Nuss sagen dass es doch sehr private Fragen wären, und hier im Warteraum? „Gleich fertig.“  sie wo weiter: „regelmäßiger Stuhlgang, Drogen, aggressiv gegenüber Sprechstundenhilfen?“ Etc, etc,. Ich nahm mir die Kleine vor die Brust und verbrachte sie unter Gemurmel und Protest („wusste ich doch das das ein drogensüchtiger Krimineller ist der abends nicht rechtzeitig ins Bett geht, und dann auch noch junge Frauen fickt und sich hier auch noch über sein Geschnarche aufregt,“ etc.) aus dem Warteraum hinaus und fauchte unmissverständlich: „ich bring Dich um!“

Nach der klaren Ansage und, ich wurde dann doch wieder auf den Warteraum vertröstet, kam dann wohl die Sprechstundenhilfechefin und händigte mir einen Koffer aus. Dieser sah billig aus, war aber auch billig, aber wie man das auch den Kriegsgebieten kennt, mit brisantem Inhalt. Ich sollte einen Gurt unterhalt der Brust, einen über den Bauch, ein Dings über meinen Zeigefinger und dazu auch noch so Dinge in meine Nase tun. „Lösen Sie fern aus oder muss ich das machen, wie viele Menschen sollen sterben, wohin soll meine Mission gehen?“ fragte ich. „Machen Sie einfach“ – so die überaus charmante Antwort.

Ich tat also so. Sollte das über Nacht so und so anlegen und benutzen. Es war eine schlimme Nacht. Überall Schläuche und Detektoren und ich kannte nicht den Zeitpunkt wann das Ganze explodiert. Ich sollte immer drauf achten dass alles gut verkabelt ist. „Oho“ dachte ich, also doch Fernauslösung. Immer ging mal eine Schlauchverbindung flöten, dann waren die Dinger aus meiner Nase mal weg. Wenn ich aufgrund von grundgütigen Pupsen die Bauchmuskeln anspann war das ganze Ding weg. Und das die ganze Nacht so. Meine Mission sollte so bis 5:30 Uhr gehen. Dann stand ich auf, schmiss das Zeug weg und wixte mir erstmal einen. Wegen mal wieder überlebt haben.

Heute musste ich wieder in die Klinik. Die sagten mir, und ich dachte es wäre nur so gesagt wie zu einem nur mit viel Glück überlebenden „schön dass sie den Koffer wieder mitbringen konnten.“. Tja, dachte ich mir – grade noch mal so über die Klinge gesprungen. Und das ohne dass ich Unbeteiligte (ich als letztes Rädchen darf ja nicht wissen um was es geht) mit ins 666-Paradies genommen hatte. DEN Koffer also abgegeben und bekam als Antwort „Sie hören von uns.“

Leute – ich weiß nicht in welchem Film ich hier bin. Gut, ich hatte damals mal bei Kapitän Ahab angeheuert – da ging es auch mal hin und auch mal her. Aber das lag an der See.

Aber sowas. Hallo?
Ergebnisse erwartend

Der Jahresbonus wurde überwiesen – Sex, Drugs and Rock ’n Roll

Als ob die das wüssten. Ich erhalte grade eine elektronische Nachricht von Lucille (18). Sie hätte heute Zeit sich mit mit mir zu treffen. Wir könnten ja gemeinsam Skandalvideos sexsüchtiger Teens ansehen. Jedenfalls sagt mir mein Schrumpelmaxe das ist doch nur Geldschneiderei! O.k. wenn ich garantiert 500,- EUR gratis bei einer Stunde Freispiel erhalte und dann am Ende mit einem kostenlosen „Spion Mini Schlüsselbund-Kamera mit witziger Fernbedienung“ nach Hause komme – hach, da wird die Familie glücklich sein.

Mache ich aber nicht. Denn, obwohl Weihnachten vorbei ist, wollen Rosemary und Janice mit mir chatten. Ich glaube die wollen mehr. Tja. Ich bin halt ein Hübscher, hehe. Aber wenn mir ein sogenannter napo-shop zusammen mit einem unbekanntem Casino fröhlische Christmas wünscht sowie 1250,-  EUR in Aussicht stellt, tja dann, dann erhalte ich „eine Stunde Freispiel“.

2015-12-27 19_44_29-Junk-E-Mail - johx@gmx.de - Microsoft OutlookWenn das den alten Kameraden nicht zur Höchstleistung animiert. Dann weiß ich es auch nicht. Doch, halt, ich weiß es. Stop. Diese dreckigen kleinen Schlampen. Noch nicht den Faden raus, die erste Menstruation, das Geschäft ruft, immer um die Weihnachtszeit. Wird man attraktiv. Bekannt. Bud, Che´ und Schirrmi saufen, die Zigarre schmauchend, blicken in die Gegend. Die Höschen auf halb Acht, empfiehlt die Frau Kontaktvorschlag: „Neue, geile MILFS in der Nachbarschaft!“

Mein SPAM-Ordner ist so wundersam. Er sammelt alles was geil ist, was mit schnellem Geld lockt. Meine Taschen sind zu – zugenägt, der Schneiderin sei Dank.

So drücke ich <DEL> und schaue nicht zurück – nur nach vorn. Denn persönlich, gemeinsam. Das Bett – das wartet schon.

Schirrmi

 

Anteilnahme

Friedliche Dezembernacht
Draußen kalt
Warm die Stuben
Existenz verkracht

Selig singend
Habe Hunger
Hell und klar die Kinderstimmen
Im Becher keine Münzen klingen

Schöne Lichter
Mir ist so kalt
Duft von Gebratenem
Weh wird’s mir ums Herz – dem Dichter

Die Bescherung ist nun da
Schaue in die Fenster
Frohe Augen, satte Herzen
Ich weiß ich sterbe

Wunderbar

Andre‘ – und für die, die es betrifft…

Wart ihr denn nicht auch mal klein? Hilflos, auf Papi, Mami angewiesen?

Ich war klein und ihr ward groß. Was konnte ich denn dafür? Ich wollte nicht auf die Welt kommen. Wurde gezwungen, plötzlich war ich da. Ihr Großen, Herscher, Bestimmer, was macht euch so einzigartig über kleine Leben, kleine Menschen zu befehlen?

Dunkel der Raum. Zitterte vor Angst, die Augen verbunden. Geschrei. So klein, denke – daß kann doch nicht sein, Schläge auf dem Kopf und bitte um Gnade, hört doch bitte auf! Bin doch noch so klein.

Je mehr Du schreist, Du Wicht, je größer Deine Angst, geile ich mich auf. Fassungslosigkeit in Deinen kleinen Augen, Bub – sag ich zu Dir – jetzt knallts! Die Gürtelschnallen mach ich jetzt los, mach dich mal frei. Du Schwein! Ich wollte Dich nicht, hast alles versaut, mein Leben. Ein Kind, ein Bastard, wollte doch nur ficken, dann warst Du da. Ungewollt, hast mir mein Leben versaut. Bück Dich, spür den Riemen, die Rute. Du kleine Sau!

Schaust uns an von unten, Dein nasser Blick, geprügelt, vergessen – ein Geschwür in der Familie. Du lebst ja immer noch?!? Du kleines Schwein!

13 Jahre alt, ich hau ab. Mein Gepäck – Hornhaut, kaputte Seele, und sonst auch präpariert für’s Leben. Für den Tod.

Mein Leiden war zu Ende – ich starb 2015.
Nun ist es endlich alles gut.
Andre

RIP