Silvestergedanken

Gründe die ich jetzt nicht weiter erläutern will, zwangen mich zu Silvester die japanisch/deutsche Freundschaft ein wenig lauter zu drehen. Plötzlich hörten wir einen Missklang. Bei all dem Krach kann ja mal was untergehen, also Mucke ein wenig leiser – lauschen…. Nö, war nichts, also weiter mit dem Krach. Dann plötzlich wieder – ein Missklang! Ich machte alles leiser, Klavierkonzert Nummer 666 vom Meister Devil rein um kleinste Miss-Nuancen aus einer eventuellen fehlerhaften Verkabelung herauszuhören. Nichts. Hoch-, Mittel-, Hinten-, Vorne-, Unten-, Obentöner sowie der Sub – alles astrein. Was mag das gewesen sein? Also weiter im Programm mit Slayer, Helene Fischer und Barclay James Harvest.

Dann wieder dieser Misston. „Na da leck mich doch am Arsch!“ grummelte ich in mir hinein und trennte die Vor- und Endstufen vom Notstromaggregat. „Klingelingeling“ machte es, hörte ich und stolperte runter zur Eingangstür. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen! „Ihr müsst die Stripper sein!“ sagte ich zu den beiden uniformierten, jungen Herren die vor meiner Tür standen und sich in der Kälte wahrscheinlich schon den Sack abgefroren hatten. „Sie haben die 110 angerufen. Gibt es ein Problem?“ so der Eine Kleine. „Nee nee“ so ich, „ich wählte die 112 – Feuerwehr.“ Ich hatte nämlich Sodbrennen. Und wer wäre besser geeignet um Brände zu löschen als die Feuerwehr? „Also, ihr kleinen Jungstripper – könnt Ihr Brände löschen? Falls nicht, gebt Laufpass!“

Die beiden Kasperle hauten dann auch bald ab nicht ohne mich zu ermahnen mir in Zukunft mehr Mühe geben zu müssen beim Tippen der korrekten Telefonnummer. Ich meine, 110 und 112 kann man sich doch mal vertippen, oder?

Ich verabschiedete meine unerwarteten Gäste noch mit einem „Herren Waldmeister – Sie sind blau!“ Die Bullen so: „Das sind unsere neue Uniformen, Herr Schirrmi!“ und weiter: „Ein wenig Besinnlichkeit über Nacht in unseren Ruheräumen täte Ihnen gut.“ Ich: „Nö, will net, verlasst bitte, gefälligst mein Grundstück – ordentliche Leute feiern Silvester und belästigen nicht fremde Leute mitten in der Nacht.“ „Sie sollten sich was schämen so blau noch Auto zu fahren!“

Puh! Die Episode war vorbei. Rein, hoch, und ein Aggregat nach dem anderen wieder an das Netz genommen (Mühlheim-Kärlich verkraftet ja nicht mehr so viel Last) – weiter mit Morrissey. „Och…“ flötete die im kleinen Schwarzen angeschickerte Dame. „Den würde ich auch nicht von der Bettkante stoßen.“ Hmh, dass Mädels aufgrund von Verständnis, von Herzenswärme, von fast gleichem Liebeskummer auf Schwuchtel stehen, wusste ich ja. Aber dass meine Mädels mit denen auch ins Bett gehen würden. Tja! Das ist mir ein wenig zu hoch. Egal. Ich als latent schwule Socke dachte mir nur: „Ja, die Flötentöne – die könnte der mir auch mal beibringen.“ Ich glaube das muss ich direkt mal aufklären. Ich habe nämlich in echt eine Flöte zu Weihnachten geschenkt bekommen. Da muss ich mich mal reinarbeiten.

Von irgendwoher brüllt mir jemand hinterher: „GEH FÜR MICH MIT!“ Auf dem Nachhauseweg in das Muckelwohnzimmer säuselte ich recht liebevoll „Da, der abschließende Pups – den habe ich für Dich mitgemacht.“

Frivoles Frohes neues Jahr!

Euer Schirrmi

 

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