Taliban versus Windows 10 Upgrade

Ein Zucken – und mein G3-Gewehr kam in Sekundenschnelle in Anschlag. Ich entsicherte die Waffe, mein Finger überaus nervös. Denn plötzlich stand da ein Taliban halb im Flur, halb im Wozi. Er schaute ziegenglotzäugig in den Lauf und nahm hosenpissend meinen Abzugsfinger war. Der erste Schreck war vorüber, wir kommunizierten vor dem Peng im letzten Moment und gemeinsam versicherten wir uns: „Du Sohn von Gastgeberin, ich Windows 10 Upgrader!“

Hatte der ein Teppich im Gesicht! Dazu war er prekär bekleidet, mit einem irren Gesichtsausdruck, Menschenfleisch und frisches Blut hatte er noch an den Händen und im Gesicht. Da kann man ja nervös werden. Später erfuhr ich dass er eine Pizza aß. Sorry! Ja, aber so war das.

Nach dem knapp vermiedenen Weltkrieg in einer mir fremden Wohnung genoss ich noch ein paar Nudeln mit Sauce Bolognese während ich mich wieder mit meinem Hobby beschäftigte. Nämlich am Computer saufen arbeiten. Wie erwähnt ging es darum das OS auf Windows 10 zu erneuern. Ich entschloss mich für die Online-Variante. Aus dem Netz ziehen, zubbeldidupp – fertig! Soweit die Theorie. Ich sah dass die DSL-Leitung sehr zu wünschen übrig ließ. Gefühlt war mein damaliges 28.000er Modem (die Firmware modifiziert) schneller. Wir rechneten: Ein Glas Wasser trinken dauert genauso lange wie 10 Megabyte zu laden. Geschätzte Fertigstellung vor der eigentlichen Upgrade-Routine: 5-6 Stunden – und ich war schon angeschickert.

Nach ca. 3 Stunden waren 1/3 geladen und dann passierte nichts mehr. NICHTS! Das Netzwerk im Systemtray zeigte an: Netzwerkverbindung getrennt. Da war die Kacke am Dampfen! Just schaut der Bärtige ins Wozi rein und verkündet: „Hier ging mit dem Internet grade nichts mehr, ich habe einen Router-Reset vorgenommen – nur zur Info.“ Der Schädel verschwand aus dem Türrahmen und hinterließ mich einerseits verzweifelnd, andererseits mit Mordgedanken.

[Hier geschahen dann noch Dinge die ich nicht auszusprechen wage.]

Jedenfalls (eines meiner derzeitigen Lieblingswörter) hocken wir jetzt hier bei mir im Westerwald rum, der kleine, süße Compi wurde innerhalb von einer Stunde frisch gemacht. 2,6 GB in knappen 8 Minuten. Dann noch kurz die Microsoft-Zusatzdienste abgelehnt und fertig. So gut kann es gehen.

Was bleibt? Was lernen wir daraus? Gibt es ein Fazit? Ja, gibt es.

Nicht wohlwollend meinen dass „Kinder“ auch wohlwollend sind. Das nächste Mal ziehe ich sofort den Abzug. Hinterher kann man ja immer noch fragen. Zeit genug ist dann ja bevor sich für immer der Deckel schließt.

Wenn das Vieh so eine Aktion das erste Mal gemacht hätte. Nein, es ist sein Programm. Und ich krame mal wieder eines meiner Bücher aus dem Regal: „Jedes Kind kann Regeln lernen.“

Aber ich bin ja nur Gast.

Denk mal drüber nach.

Schirrmi

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