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Probieren, studieren

Freitagabend! Aufgrund von Slayer höre ich nicht die Nachtigall die draußen ihren fürchterlichen Gesang in die Welt pestet. Da oben an der Decke, meine kleine flinke Kampfspinne die erst ruhig und wenn es um was geht, blitzeflink ihr Opfer greift – verspeist. Die Fenster meiner Muckelbude sind geputzt, ungefragt. Jetzt sehe ich die Welt recht klar und frage mich ob ich das brauch. Der Charlie, als Grundrauschen, ist immer dabei während wie es alles sehen und nicht begreifen, sich elendig die Schlinge enger zieht.

Dampf in allen Gassen. Denselbigen ablassen. Schön mal auf raus gehen, die Steine aus dem und auf die Bullenköpfe verpflastern. Hochmütige Menschen begegnen von denen man weiß dass sie die Bestimmer sind. Deren Hosen runter, bloßgestellt vor versammelter Mannschaft, dass es jeder weiß. Die Röcke hoch, den fischstinkenden Slip runter und mit hochgezogener Augenbraue die hochwohlgeborenen Töchter entgegenhauchend: Nein!

Ich glaube ich schweife ab.

comp_img_8903Womit fing ich an? Mit Polenbier. 5,6 Dings. Polacken oder wie sie heißen. Jedenfalls ein Bier welches unaussprechlich heißt und interessant schmeckt. Im Abgang ein wenig süß. So wie verfaulte Leichen denen das Leid in Lagern nichts mehr antut. Dieses Bier, ein Geschenk, hat Umdrehungen und war recht kalt gestellt als ich mich traute es zu genießen. Der Spätsommer lässt es schlucken, die Kälte ist angenehmer als der fahle Nachgeschmack der nicht vorhanden war oder doch.

Dann geht es weiter zum Metzgerbier. Erstanden im Harz comp_img_8905bei einem bildlichen Schwein von einem Menschen der Chef einer kleinen Metzgerei seine eigens hergestellten Wurstwaren feilbot. „Der Herr? Wir wäre es mit einem Metzgerbier?“ „Mit Rinderblut gebraut?“ fragte ich den weißbekittelten, blutigen Burschen. „Die Zutaten sind geheim.“ so er. Ich erstand ein, zwei, drei Flaschen. Eine ist für später wenn ich mir zum verficktdreihundertdrölfzigsten Mal Saw anschaue.

comp_img_8906Auf den Geschmack gekommen will ich jetzt mal etwas Härteres probieren. Was gibt es besseres als Lemmy? Der Typ mit dem Faible für deutsche Devotionalien. Ich glaube zwar nicht an solche Dinge, aber wenn es so wäre und er könnte, er würde mir beim Saufen wohlwollend zuschauen während ich das Nass in den dunklen Nachthimmel hebe und ihm zuproste. Ihn im Arm gehabt in Düsseldorf 2015, ich hatte. Eine kleine Frage an euch.. das kommt mir grade wie Star Wars vor oder bin ich blau?

Kennen Sie das? Firma, Arbeit – Gemeinschaftsküche. Ein Kühlschrank in denen man private, selbst hart erarbeitende Lebensmittel zum Zwecke besserer Haltbarkeit ablegt. Beschriftet! Dann gibt es aber doch echt Honks die sich an fremden Sachen vergreifen. Ich komme aus dem Urlaub, mein löslicher Kaffee hat sich in Luft aufgelöst, das beschriftete Schirrmi-Kaffee-Glas steht leer und stumm da. Andere berichten in der Art wie „wer hat von meinem Tellerchen gegessen?“ Etc. Jedenfalls sprachen wir Opfer uns ab und taten hochwirksame Abführmittel und sonstige natürliche pflanzliche, ja auch Bewusstseinserweiternde Dinge in die Lebensmittel um dem Täter auf die Spur zu kommen. Es hat gewirkt – wir waren überaus überrascht dass die Leute die das meiste Geld verdienen sich an anderer Leutz Krempel vergreifen.

comp_img_8907Zu guter Letzt öffne ich eine schöne Flasche Sekt, mit roter Schleife und nicht auf dem Bahnsteig, halbtrocken so die Versprechung auf dem Etikett, liest meine Magendarmwand und lässt den Korken knallen wohlwissend, und das zum Glück, dass morgen nicht Montag ist.

HEEEELGAAAAAAA!

Elegant entspannte Baummaulwürfe

Das kalte Kotzen kriege ich! Plack, kriege ich! Wenn ich auf dem gleichen Fleck Armut, Elend und Tod einhergehen sehe mit Dekadenz und nimmermüden Wellnesstrip. So erlebt, die Tage..

Schön sehen sie aus. Nein, nicht Sie! Ich meine die Feuersalamander. Und als Nicht-Biologe kann ich die unterschiedlichen Tiere der gleichen Gattung nicht auseinander halten. So nenne ich sie alle schlicht „Fridolin“. Der Fridolin oder besser, die Fridolinen waren 2013 recht oft und lebhaft unterwegs, dann aber im Jahr 2015 in Massen verstorben auf den Wanderwegen zu sichten. Platt, verendet, die Gedärme von innen nach außen und mit allem Drum und Dran.

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Diese lustig und wunderlich gemusterten, toten Burschen machten ein Jahr später Platz für eine optische Kakophonie von toten Feld-, Spitz-, Hausmäusen die in einer unaussprechlichen Vielzahl, graugemustert und mit hoffnungslosen Knopfaugen in die Höhe starrend auf den Wegen lagen.

 

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Zermatschte Schnecken, deren zerknirschte Gehäuse, platt getrampelte Schlangen, Eidechsen und Trilliarden von widerspenstigen, aber am Ende doch zerknackten Käfer – welche grade noch ein paar Scheißhäufchen rollten, lagen da am Boden. Andächtig wandere ich wie auf einem Maushindernispfad, die Schleiereule, recht versteckt im Wald schaute uninteressiert zu und wartete auf die Dämmerung. Von oben krächzt der Bussard, das Rehwild macht sich rar. Rechts stand ein Baum und links stand ein Baum. Und in der Mitte floss ein Bach. Ach!

„Fridolin“ so sprach ich ihn an. „Da liegst und rührst Dich nicht. Mit einem Bein ab – ein Auge ausgehöhlt. Und stellst Dich tot. Du machst es gut. Hast meinen schweren Schritt auf dem Wanderweg gespürt. Bleib liegen und ruf Deine Familie um das Bein abzubinden, das herauslaufende Augengel mit einem Eichenblatt abzuwischen.“ Alles gut!

comp_cg6a2528„Frau Spitzmaus, das wissen wir doch alle.“ „Bist Du nicht mehr da, stirbst nicht nur du sondern die ganze Brut. Einpaarundzwanzig an der Zahl, die ganze kleine Babyschar.“ So sehe ich dich zittern und wäre ich ein Habicht, du ernährest meine Kinder. „Sei klein und versteck dich in dem Gestein, sei eins in Grau und Grau. Sei unsichtbar und rühr dich nicht.“ Und hoffe..

„Der lustige und unerschrockene Harzer Baummaulwurf“

Er hat im jahrhundertelangen, sportlichen Wettstreit gelernt sich aus dem dunklen Erdreich auf die Bäume emporzuarbeiten. Nur die Besten der Besten haben zeitlebens jemals das Tageslicht erblickt und die lichten Höhen der Baumkronen erklommen. Nur die Mutigsten und Stärksten, an Wagemut reich mit felsenfestem Freiheitswunsch kämpften sich heraus aus dem dunklen, feuchten Erdreich nur zu einem Zweck: Ein Baummaulwurf zu werden.

Eine stolze Untergattung entstand in gefühlt, ewiglangen Jahren. Da oben in den Bäumen hangelten sie sich von Ast zu Ast, sprangen von Baum zu Baum und eroberten die Welt oberhalb des Erdreichs, der dunkel, feucht und ohne Licht den blinden Vorfahren ihr karges Auskommen sichert.

Nicht genug ihr Selbstbewusstsein oben in den Bäumen. Die Tapferen stiegen herab und legten sich rücklings auf wärmenden mit kleinen Kieseln und Moos bedeckten Boden- um unerwartete Wonnen zu erspüren. Die Sonne, kribbelnd und wärmend auf dem kleinen, dicken Bauch. Andere behängen Ihren Körper mit dem glitzernden Familienschmuck, fühlen grenzenlose Macht ob ihren königlichen Stand in der freien, hellen Welt. Smaragde, Rubine – nur hier unten bin ich der Baummaulwurfking!

 

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Von ganz weit weg hörten sie ein Grollen. Langsam kam es näher, die belebenden Sonnenstrahlen auf ihrem Bauch, das Geräusch. Doch Eigensinn macht stark. Es kommt näher, von unten klopft es, schrillende Warnungen zuhauf: „Mein Freund, das ist nicht Deine Welt – komm zurück!“.. Ach denkt er faul – „.. das unterirdische Volk!“

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Gute Nacht!

Höflichkeit kommt weiter– auch in der Natur

Was mir meine Oma schon damals gelehrt hatte, Höflichkeit kommt weiter. Und das kann ich immer noch bestätigen. So wie letztens als ich vom Carlsturm abstieg und durch das landschaftlich überaus attraktive Dammbachtal zurück nach Trautenstein spazierte.

Es ging ein wenig abwärts. An diesem Tag hatte ich noch keine andere Menschenseele auf meiner Wanderung getroffen, leise schmunzelnd über den schmalen, steilen Pfad den ich wie ein junges Reh heruntersprang, die Wandersohlen wie Klett am grenzwertigen, matschigen Abhang, hörte ich von unten ein Schnaufen und Stöhnen. Ah, da, ein Mountainbiker kommt mir entgegen. Ein Opfer!

Ich schaue da unten runter auf seinen Helm und warte noch fünf Meter ab bevor ich ihn ansprach: „Hallo und einen schönen guten Tag!“ Er kam luftlechzend auf meine Höhe und ich weiter: „Wie geht’s? Wie steht’s?“ Er reduzierte seine Schildkrötengeschwindigkeit und hielt wackelnd an – versuchte am Hang noch beide Füße in den Pedalen zu halten – ohne Chance, er kippte und hielt an. Jovial fragte ich ihn „ist das hier richtig zum Dammbachtal, mein guter Herr?“ und lächelte höflich. „Krzzzz, öchzzz, japppss, grunnzzzzzzzz… „ antwortete er. Mit einem überaus freundlichen „Vielen Dank“ ging ich weiter meines Weges – steil runter und hörte hinter mir ein Krachen, Knacken der Gangschaltung und ein fürchterliches aber unverständliches Fluchen und dachte nur so bei mir: Öh, man hält am Berg nicht an, nie und nimmer nicht. Und wenn, dann halte in dem Gang an in dem du weiterfahren kannst.. „Der Anfänger…“ murmelnd zog ich mir meine Appelschorle aus dem Rucksack und machte ein Foto wo der Herr seinen Drahtesel den Hang hinaufschob.

Bitteschön!

Pubsen und unheimliche Sex-Geräusche

Eine sternenklare, tropische Nacht. Keine Klimaanlage, keine Minibar dessen Tür man für einige Stunden öffnen könnte um auf der schwitzenden Haut ein Gefühl von Kühle zu bekommen. Das Leben erstickt in Hitze und das einschlafen fällt schwer. Liderschwer, in der Einzelzelle wälzend auf dem viel zu kleinen Bett, erhoffe ich mir den kleinen Tod.

Ich schrecke plötzlich auf, es war nur ein Sekundenschlaf. Noch dunkel meine Sinne, dringen unmenschliche Geräusche in mein verschlafenes Ohr, latent die Verzweiflung und der Irrsinn macht sich in mir breit. Vom weit geöffneten Fenster schreien, stöhnen Laute guttural in mein Kämmerchen. Ich höre seufzen und brüllen. Ich höre Worte in einer unbekannten Sprache, lustvoll und selbstvergessend auf einer Klaviatur der Geilheit, nur die Protagonisten verstehen sich – sind miteinander eins, so phantasiere ich. Elektrisiert, an Schlaf ist nicht mehr zu denken, bin ich ein heimlicher Zaungast. Die Luft dräut die unaussprechlichen Geräusche in mein Herz welches offen ist wie ein großes leeres Gefäß, Sehnsucht – klammer Neid allenthalben.

Laute klatschende Töne, manchmal und zwischendurch Geplapper, bumsende Laute, säuselnd, kichernd, wie Wölfe heulend, wie räudige Katzen schnurrend werde ich fast wie angehörig und interessiere mich für das Theater der Lust, zwar als Fremder doch unbeteiligt beteiligt. Scham. Grenzen. Gibt es nicht mehr – und schaue raus, schaue zu und fühle mich wie ein Voyeur.

In der Dunkelheit schauen mich in hellklarer Nacht dunkle doch blitzende Augen an. Die Rehböcke. Die Schafherde. Rotes Harzvieh. Gamsböcke- und böckeline. Wundervoll geschwungene Mufflons. Auch ein Kranich ist in Sicht mit seinem Nachbar, dem großen Ochsenfrosch. Bachforellen springen aus dem Teich wie um den hellen, klaren Mond zu erheischen. Schnappend auch die Libelle, nimmermüde Mückenvolk zu fangen um die liebe Brut zu ernähren. In dieser Nacht kann niemand schlafen. Nimmermüde der Mensch und das Tiervolk. Und – wenn Sie es nicht gerafft haben, die machen Krach!

Da draußen das Leben, ein knatternder Furz entfährt meinem Hinterteil ob ein paar Zwiebel beim morgendlichen Frühstücksbuffet, von rechts und links meiner Zellenwände klopft es stark. Ich machte mit in gemeinsamer, tierischer Kakophonie – haben sie den Pubs gehört?

Ich schon – die Nachbarn auch..

Jetzt mal ganz ehrlich gesagt. Ich muss nicht immer mein Telefon dabei haben. Vor allem nicht wenn ich Urlaub habe. So liegt es meist in der Seitenablage meines Teufelmobils und fristet seinen prekären Akuladezustand.

Nur so am Rande: „Aku mit zwei Kaa!“ – schreit die hohe Beisitzerin grade und schüttet ihre Tabakdose in meinem Privatbüro aus während sie sich dauernd den Schädel an der Schreibtischkante anschlägt.

Jedenfalls wollte ich aufgrund eines hier nicht näher gesagten Experiment mein Telefon haben welches unten in der Karre liegt. Gesagt getan, ich laufe nur mit der Unterhose bekleidet runter auf den Parkplatz, fernöffne den Teufel, greife in die mit Schutt und Asche übersähte Ablage und mir schallt von der Straßenseite ein Hupkonzert entgegegen. Kein Problem, Applaus bin ich gewohnt. Von daher nichts außergewöhnliches. Bis ich merkte dass mir der Penis sichtbar raushing und nach Luft schnappte.

Wedelnd und überaus elegant, als Gentleman steht man drüber, ging ich eine Ehrenrunde um dann mit erhobenen Haupt den kurzen aber prägnanten Auftritt zu beenden in dem ich die Haustür hinter mir schloß.

Mit wedelnden Grüßen,
Der Unterhosenprinz

Vergessene Socken und fruchtige Eiswürfel

Nachmittags und insbesondere abends und noch inbrünstiger des Nachts lasse ich mir gerne mal ein Glas Wasser munden. Mit einem Spritzer Zitrone (Tipp: Bio!) und ein paar Eiswürfel. Voila! Sie erhalten in Kürze ein wunderbares und überaus bekömmliches Getränk. Gut, o.k. – anstatt Wasser nehme ich Cola. Oki – anstatt Zitrone nehme ich Wodka. Aber erlauben Sie mir bitte die kleine Anmerkung. Wenn man nur, nur zwei kleine Zutaten austauscht. Ist es doch nicht der Rede wert. Oder?

Jedenfalls öffne ich das Eisfach um den Eiswürfelbehälter herauszunehmen in der Hoffnung dass ein paar der kleinen, gefrorenen Würfelchen in mein Glas landen. Verdutzt hält meine Hand inne, einer meiner Körperteile fühlt eine unbekannte Schwere, ich blicke in das dunkle Loch um zu kapieren was da los ist. Und sehe. Fühle. Eine Ecke der Frosti-Asia-Gemüse-Plastikpackung hatte sich, als ich den mit Wasser gefüllten Eiswürfelbehälter in das Tiefkühlfach stellte, in eines der Löcher getaucht. Nun heute, als das Wasser den gewünschten Aggregatzustand erreichte, hatte sich das Gefrorene mit dem Gemüse verbunden was mir dann auch die ungewöhnliche Schwere erklärte. Feste reingefroren.

Dies und noch viel mehr dachte ich grade in der Küche am Wasserhahn. Ein paar kleine, ein paar große Fliegen schwirrten interessiert da bei mir und im Waschbecken umher. Bei Publikum bin ich ja manchmal eingebildet. Schön wenn Klatscher da sind und allerlei meiner kleinen, lebensnotwendigen Verrichtungen Beifall zollen.

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Kurz zuckte mir, ich hatte die Wäsche in die Waschmaschine geräumt, ein Gefühl des Verlorensein durch das kleine Herz. Ich vermisste ein paar Socken. Getragene. Ich kann das sagen weil das Wetter hier in der letzten Zeit sehr warm, schwül war. In irgendeiner Ecke also, liegen ein paar kunterbunte Söckchen rum die vor sich her gammeln und offensichtlich Fliegenzeug anlocken. Geruch.

Also ließ ich den Wasserhahn laufen, die Fliegen schauten was ich da so mache und manche vollzogen einen Köpper, ein paar andere eine Arschbombe – direkt in den Eiswürfelbehälter. Die kleinen Insekten kamen mir sehr freudig und lustig vor wie sie sich darinnen fühlten und ich tat, was man bei solchen Anlässen tut. Nämlich schnell die fröhlich schwimmende Truppe ab in das Eisfach.

Nun möchte ich meinem großen Bruder nachtuen und weniger Kohlenhydrate zu mir nehmen. Anstatt dessen ein wenig mehr Eiweiß. Ich freue mich schon auf später wenn die ersten gefrorenen Eiswürfel in meinem Glas klappern. Und schön langsam und genussvoll den ein oder anderen Würfel minutenlang mit meiner gierigen, zartfesten Zunge umkreise, das Eis schmelzend, die Kostbarkeit zwischen den Zähnen fühlen und schlucken. Vielleicht auch vorher noch mal beißen.

Ach, ich vermisse auch eine Unterhose. Weiß – jetzt grau. Wo die vergessene Socke ist, die habe ich immer noch nicht gefunden. Habe den gelben Sack entsorgt und der Duschschlauch ist geplatzt. Die Hemden hängen zum trocknen aus und bügeln finde ich Scheiße.

Nur so (4)

Kürzlich traf ich im Supermarkt einen Kollegen an den Schnapsregalen:

Er: Hallo!
Ich: Na, was säufst Du so?
Er: Whiskey.
Ich: Ich Wodka.
Er: Wodka vertrag ich nicht.
Ich: Whiskey vertrag ich nicht.
Er: Dein neues Headset wurde vom Lehrling montiert.
Beide: Tschüss!

Es wurde montiert, mein neues Headset. Letzten Freitag als ich frei hatte. Gestern war viel zu viel zu tun, ärgerte mich die ganze Zeit weil ich wie anno dazumal wieder den Hörer zwischen Kopp und Schulter klemmen musste weil das neue Headset nicht funktioniert. Heute rief ich den Servicedesk an und fragte ob nicht jemand vorbei kommen könnte um mir die Technik zu erklären. „Ach, äh, naja..“ so etwas hörte ich dann. Ich gab Ruhe und meinte, wenn sie jemanden hätten der vorbeikommen kann, wäre prima. Ich linste immer so schräg nach hinten zum Headset-System welches mein kleiner Urlaubskollege hat und überlegte kurz dieses auszutauschen. Verwarf diesen Gedanken aber wieder. Es klingelt. Ich nehme das Headset, drücke die Annahmetaste und – nichts höre ich. Am Telefon sehe ich dass sich etwas tut. Aber Kontraproduktiv höre ich nichts. Ob die Gegenseite etwas hört weiß ich auch nicht. Ich hoffe nicht!

Ich trenne alle Kabelverbindungen weil Auflegen auch nicht mehr geht. Schließe alles wieder an, zugegeben ein wenig entzürnt, und rufe den Servicedesk zurück. Und lande in der Warteschleife. Genau die Warteschleife die ich damals programmiert hatte. Fuck! Selber in den Arsch getreten! Irgendwann erwische ich die Kerle und erhalte eine rudimentäre Anweisung: Musste den Nippel durch die Lasche ziehen, dann da am Telefon –nein nicht am Headset – diese Taste drücken, darauf achten dass.. Ach! Wissen Sie was? Leck mich doch am Arsch! Ich will so ein Ding wie mein Kollege hat. Das Ding mit dem der schon seit Monaten angibt wie ein Lastwagen voller nackter Hühner! Es wurde vermerkt.

Nächste Woche geht es nach Rothenburg ob der Tauber. Sie lesen richtig. „ob“. So als ob. Als ob die Tauber. Was? Ja was? Die Tauber, Tauber wäre? Keine Ahnung, ist aber auch egal. Bin Rheinländer. Jedenfalls hatte ich letztes Jahr schon gebucht und fühlte mich befleißigt dem Hotel eine Email zu schreiben um meinen Wunsch auszudrücken das gleiche Zimmer wie letztes Jahr zu erhalten – 114.

Die Antwort erging sich prompt am nächsten Tag. Klaro, kein Problem. Aber das wäre dann Superior, kostet dann so und so viel mehr. Dann, und das ist für mich das verwunderliche, schrieb die Dame noch einen Satz hinzu: „Des Weiteren möchten wir Sie bitten, dieses Jahr nicht wieder ausfallend unseren Kollegen gegenüber zu werden…“

Da bin ich ja jetzt voll von den Socken, wenn ich welche anhätte. Es juckte in meinen Fingern, ja, auch am Arsch – was eigentlich nichts damit zu tun hat. Zu antworten wie es mir üblicherweise beliebt. Aber nein, wer mit dem Kürzel M.A. vor dem Namen unterschreibt erhält selbstverständlich eine Antwort die nicht aus einem plötzlichen Gefühlsausbruch entsteht sondern ich schlief erstmal eine Nacht drüber um mein Gemüt zu beruhigen. Denn, ich bin mir keiner Schuld bewusst. Glaube nicht dass ich gegenüber jemand -ohne Grund – ausfallend wurde. Glaube ich. Ich antwortete. Buchte das Upgrade auf Superior und nahm noch kurz Stellung – auf Deutsch und unmissverständlich – zu diesem mir nicht bewussten Vorfall und erwarte einen astreinen Gastgeber in Rrrrotttttenburg. Wenn Sie hier mitlesen Frau, Madame M.A. Chefin (Rezeption): Ich bin gerne bei Ihnen zu Gast! So! Jetzt habe ich mich aufgeregt und auch wieder abgeregt. Das ist ja das Schöne am Schreiben.

Apropos. Heute rief leise hinter mir jemand „Ah, der Schreiberling“ Aber so leise dass es nicht bewusst bei mir ankam. Ich drehe mich um, erblicke einen lieben Kollegen und frage, ob der Akustik, noch mal nach. „Ja, der Schirrmi-Blog. Ach, der – verschmunzelt manchmal meine Tage.“ Na, da sage ich doch mal aus tiefsten Herzen „Schön, freut mich zu hören, mein lieber Herr Kollege!“ Aber nicht dem Scheffe petzen, ja? Danke.

Recht kühl ist es geworden. Finde ich schön. Gestern das montägliche Jour-Fixe mit den IT-Managern, andere per VC zugeschaltet. Alle tragen sie Kurzarmhemden. Da kringeln die Haare auf den Armen so dass man Rückschlüsse von deren Arsch- und/oder Rückenbehaarung schließen kann. Das lenkt ab. Mich. Sieht auch nicht sonderlich professionell aus, finde ich. Nö, im Business gibt es für mich keine kurzen Hosen und keine Kurzarmhemden. Beides empfinde ich als unangebracht. Dazu dann die Klunker, die teuren Armbanduhren. Ach wie schön. Braucht man die Manschette nicht mehr über die Uhr-Krone klemmen damit das gute Stück auch für jedermann sichtbar ist. Manche Honks machen nicht nur den ersten obersten, sondern auch weitere Knöpfe auf. So als ob sie ob nackter Haut mit den sommerlich gekleideten Damen konkurrieren wollen. Aber ich bin ja weder Modeberater noch deren Ehefrau. Aber ich muss mit am Tisch sitzen und mir sowas wie „Schirrmi, SCHIRRMI! AUFWACHEN!“ Ob es gestern lang geworden wäre? Die Themen langweilig? So die Fragen. Nee, mein Lieber. Weder lang die Feier. Noch interessant die Themen. Ich schöpfe grade Kraft und höre zu und melde mich schon wieder wenn ich gemeint bin. Wie damals in der Schule.

Irgendwann fing ScheffScheff an keine Krawatte mehr anzuziehen. Der Scheff tat es einige Monate lang noch – tat es irgendwann mal gleich. Der ScheffScheff duzte plötzlich den Scheff und die anderen IT-Manager und seine Assistentin. Diese taten es ihm irgendwann mal nach. Ja, Sie lesen richtig. Plötzlich! Das müssen Sie sich mal vorstellen. Lockerheit. Coolness. Duzen. Die kamen mir vor als ob die gemeinsam auf einer Group-Porn-Party waren. Na ja, gut. Das kann ich verstehen. Wenn ich den Schwanz von dem in der Schnüss gehabt hätte. Und wenn die Assistentin auch den Rest ihrer 20 Gramm schwereloser Kleidung abgelegt hätte um im Rudel nach einer Gehaltserhöhung zu fragen. Dann, ja dann kann ich mir das vorstellen. Duzen. Aber ohne solche Geschichten. Nö, ich bleibe beim Sie.

Am Wochenende traf ich meinen großen Bruder in einem fremden Wald. Er ging halbwegs verschränkt und einigermaßen unnatürlich vor mir, ich folgte ihm. Das ging so einige Zeit welche mir Muße zu Überlegungen brachte. Ach, die fette Sau – was ist aus dem geworden? Zwar immer noch so unnatürlich groß aber jetzt so schmal. Dabei der kleine, dünne Arsch in seiner Hose die er sich offensichtlich aus dem Kleiderschrank seines Sohnes klaute. Später beim Leichenschmaus hatte er sein Coming-Out. Low Carb! Soundso viel und soundso viel Gewicht in soundso viel Tagen verloren. Liebe Ehefrau, komm bitte mit zum Buffet und zeige mir und lege mir Dinge auf den Teller dich ich essen darf. Finde ich gut. Echt! Nur dass er einigermaßen griesgrämig schaute als all die anderen Gäste ein ums andere Mal zur Fressstation liefen um sich Chinesisch, Mongolisch, herzhaft, sauer, süß, mit unterschiedlichsten Hauptspeisen, Zwischen- und -Nachspeisen – all den Leckereien, bedienten. Ich finde das gut wenn er sich gut fühlt. Ehrlich!

Studenten! Auch so ein Thema. Dem seiner will jetzt ein Studium anfangen. Meiner auch. Meine Güte, die haben noch nicht mal ein Stupidium! Wer soll das bezahlen?

Und damit wird jetzt abgeschlossen nicht ohne noch den Haustürschlüssel auf dem Türsims zu bunkern und für einen letzten Gruß die Harmonika bei Volbeat, Heaven Nor Hell oder so, süß und zünftig erklingen zu lassen.

Nur so (3)

Die Augen noch nicht ganz auf und noch recht verpennt, hörte ich etwas zart und leise klappern. Die saftigen Wiesen strahlten in einem satten Grün unter dem wie verwunschen wabernden Bodennebel. Für die Fabrikarbeiter war ich noch ein wenig zu früh und fragte mich ob ich irgendeine Zeitumstellung verpennt hatte. Die Straßenränder waren noch nicht von aufgemotzten Opels, mattschwarz angemalten BMW’s und tiefer gelegten Audis zugeparkt. The Cure noch in den Ohren, begrüßte mich ein Buntspecht – noch ein früher. Nicht allein. Die Aktentasche geschultert schlenderte ich durch den Büro-Park, das Klappern hörte plötzlich auf. Da direkt vor mir steht ein astreines Reh, nicht scheu. Ich bleibe stehen und bin ganz still. Wir mustern uns gegenseitig, schauen uns in die Augen. Ohne Worte reden wir Sekundenlang miteinander und wir wissen dass von keinem von uns Gefahr ausgeht. Es klappert einmal mit dem Vorderfuß auf den Asphalt, leise schnaubend – sein Atem schwebt wie zartes Fehengewand empor. Gelassen geht es weiter und lässt mich zurück. Nachdenklich.

Als ich Fliegen beim ficken zusehen musste. Als ich Fliegen zerkaute – das wissen Sie schon. Sie wissen nur noch nicht dass die Fliegenpopulation in meiner Muckelbude schlagartig abnahm als ich Besuch hatte. Ich bin aus Gründen ziemlich stressresistent. Andere aber nicht. Und obwohl ich ein Freund von Lebewesen bin, habe ich nichts gegen gut aussehende Fliegenkiller. Also begab es sich zunächst in meinem „Büro“. Rechts auf dem Touchscreen sitzt eine Fliege, direkt im Gesicht eines Sängers der dort in einem Youtubevideo sein Bestes gab. Da er damit irgendwie, ich weiß nicht wie, wie Peter Maffai aussah, gab ich ihrem fragenden Blick statt und Patsch! war die Fliege matsch. Der nächste Kandidat befand sich auf der Tastatur. Ich speicherte meine Notizen zwischen, gab stumm die Erlaubnis und Patsch! Die nächste matsch. Auf dem Hauptmonitor, direkt im Ausschnitt meiner Hintergrundbilddame die nächste Fliege. Sie sah mich fragend an, ich verneine grade „Nein, das ist kein Touchscreen“, da war ihre rechte Hand schon da, verjagte das Vieh und hielt schon die Linke parat die sie nun zur Faust geballt kräftig schüttelte und das irre Fluggerät mit einem satten Klatschen auf den Schreibtisch schleuderte. Später im Wozi wurde es krimineller – für die Fliegen. Aus einem „Nur diese Woche! Nur die besten Preise! Bis zu 0,1% Rabatt ab einem Einkaufswert..“ – Möbelprospekt, professionell gefaltet, wurde die Dame heiß. Sie rannte, schlug, warf sich nach hinten, schlug weiter und manchmal warf sie die Mörderkelle sogar, stöhnte, schrie und ächzte wenn es mal vorbei ging. Sie raste wie ein Berserker, es war romantisch – wir sahen uns gemeinsam Titanic an, brüllte dass ein Indianer rot angelaufen wäre und erschlug innerhalb kürzester Zeit weitere sieben Stück Flugwesen. Triumphierend schaute sie mich an und röchelte noch voller Mordlust: „Schneiderin – ausgebildete. Noch Fragen?“

Hammer Leute! Echt, ich lach mich immer noch schlapp. Lest dem Kiezie seinen neuesten Urlaubsbericht. Gut das Morgen meine gute Fee zu Besuch kommt. Die kann dann mal schön die Monitore sauber machen die ich grade vor Lachen sowas von zu gespeichelt habe. Ja, auf Malta gibt es auch Fliegen. Und Leute. Und Damen, äh.. Frauen, äh.. Dingens. Ich hoffe nicht dass diese Verrückte irgendeine meiner Ex-Freundinnen war. O.k. ich bin mir nicht ganz sicher. Aber der ein- oder anderen könnte ich das schon zutrauen. Also, wenn ich später mal eine whatsapp-message kriege „ohhhh, auf Malta war es sooooo schööhen!“ dann bring ich mich um. Nee, dafür nicht. Also Lesebefehl! Lasert Lacht euch mit mir schlapp. Ach, hatte ich schon erwähnt dass ich demnächst das örtliche Tattoo-Studio besuchen will? Boahh, draußen ist noch sehr warm, die Kehle ist trocken. Watersport, prrrrrffffff..

Kehle? Kehle! Sie muss manchmal benetzt werden. Kennen Sie das? Gießen sich einen doppelten Wodka ein und sehen dass in der Flasche echt nur noch eine Pfütze ist. Sie schauen auf die Uhr. Sie schauen sich ihr Glas mit dem Doppelten an. Sie schauen sich den Rest in der Flasche an und kippen auch diesen mit ins Glas. Sie werden merken, in der Flasche sah es wie eine Pfütze aus, jetzt ist ihr Glas fast voll. Ein sogenannter Guter. Prost! Im gleichen Zusammenhang – ich lebe hier sehr prekär, habe keinen Platz und kein Geld für so einen super-duper-großen Arnold Schwarzegger Kühlschrank mit Eiswürfelspender vorne dran. Ich mache es auf die klassische Art. Nehme so Plastikförmchen, fülle Wasser rein und ab in das Tiefkühlfach (wenn kein Platz ist schmeiße ich das Gemüse und die Kräuter einfach weg). Wenn ich dann mal ein paar Eiswürfel brauche nehme ich das Förmchen raus und entnehme mir nach Belieben ein- zwei- oder drei Eiswürfel. Womit ich beim Thema bin. Will ich ein Eiswürfel, kommen drei rausgeflogen. Will ich zwei, kommt keines raus. Will ich drei kommt maximal ein Eiswürfel. Vor allem wenn ich Gäste habe möchte ich als Gastgeber hygienisch sein. Ziehe aber trotzdem keine Handschuhe an. Tja. Das alte Eiswürfelproblem.

Noch mal gut davon gekommen sind da ein paar junge Leute die sich haben erwischen lassen. Hatten aber auch einen guten Anwalt, wie ich meine. Ach, was ist mit der Welt heute los? Da wird sowas echt zur Anzeige gebracht? Bei mir ging es damals anders zu. Zwar ein wenig gemeiner, wie ich meine, aber ohne großartig Steuergelder zu vernichten, Anwaltskosten zu berappen und Gerichte zu beschäftigen die eigentlich die Großen wegfischen sollten. Jedenfalls wurde ich beim Diebstahl ein, zwei oder drei ??? Hörspielkassetten erwischt. Die Bullen fuhren mich nach Hause und sahen dann zu wie meine Mutter erzieherisch an mir tätig wurde. Damit war der Fall auch erledigt. Für alle Beteiligten. Vor allem für mich.

Täuscht mich das Gefühl dass grade Hinz und Kunz Urlaub haben? Ich meine neben dem Malta-Masochisten auch noch den Eberling? Was soll ich denn in meiner Tee Pause machen? Memos durchlesen? Systemperformance analysieren? Kontakte pflegen draußen in der Sonne? Da wo jeder gucken kann wer mit wem und mit wem nicht? Was halbwegs gut ist, mein Lieblingskollege hat auch Urlaub. So habe ich das Büro für mich alleine und kann nach Gusto meine Mucke hören. Gusto! Hart! Laut! Mucke die er nicht kennt und nie kennenlernen wollte. Gerne auch aus der Konserve vom Deltaradio.de.

Und diese Woche ist ISAE und SOX Audit. Truppen von Verkackern wie MPLS, Deloitte, BDO und andere geben sich ihr Stelldichein – für die nächsten drei Wochen. Bis zu 2.200,- EUR pro Tag Honorar bekommt jeder Einzelne von denen. Da kann man ja mal einen gepflegten Anzug, Krawatte etc. vom Gegenüber verlangen, gelle? Morgen habe ich mein erstes Interview. Da werden die Controls, die Evidences durchgegangen. Security-Checks. Hoffentlich ist morgen ein scheiß heißes Wetter. Ich ziehe die Krawatte und die Jacke aus. Die können es schön anlassen. Die ganze Garnitur. Schwitzen lassen. Sie sind ja die Lieferanten die die fette Kohle abgreifen. Können schwitzen bis ihnen die gelb-braune Brühe den Beinen herunterläuft. Dazu setzte ich sie gegenüber den großen Fensterfronten und mache die Rollos hoch. Dann schauen die schön raus in das grelle Licht, in die Sonne. Und ich kann dann sagen: „Wären Sie bitte mal so gütig nicht immer so zu blinzeln? Das irritiert mich!“. Harhar..

Schönen Abend. Schönen Urlaub.

Mit gutem Willen Ökobilanzen versaut

Wenn ich so darüber nachdenke habe ich es echt versaut. Dies kommt mir grade in den Sinn als die kleine, verschwitzte, süße Sau neben mir die folgende Frage stellt: „Schaaatziiii?! Was hättest Du denn gemacht wenn ich nicht gekommen wäre?“ Tja.. „Dann hätte ich mit dir rechnen müssen..“

Aber mal was ganz anderes. Die Tage gab es Bratkartoffeln mit Gedöns. Ein paar der Bio-Erdäppel waren noch übrig und ich dachte an unterernährte afrikanische Babys und die paar Kartoffeln wegzuschmeißen tat mir irgendwie weh.

Also erstand ich in den Supermärkten eingepacktes Schweineschweinegulasch. Dazu mit guter deutscher Erde versetztes Suppengemüse. Alles nur damit ich die 4 oder 5 kleinen, verschrumpelten Kartoffeln nicht wegwerfen muss. Und? Sind Sie bei mir?

Dazu dieses verschissene Wetter, heuer. Da ran an den Herd, den verschnippelten Kram in den heißen Topf und dann stundenlang mit schön selbstgepflügten Kräutern, gerne auch mit herabgeraspelter Fußhornhaut (prima Dünger für Mann und Frau), und am Ende mit weggeworfenen Grünzeug garniert, dem geneigten Gast zu kredenzen. Können Sie sich was Besseres vorstellen? Bei dem Wetter?

Gesund sollen die ja sein. Die Suppen. Gekostet hat nur der Koch und nicht der Gast. Ich würde mal meinen – ein Fall zum einfrieren und Gras über die Sache wachsen lassen. Irgendwann verblassen die Erinnerungen. Hihi..

Guten Appe!

P.S.: Sie sagt: „Warum gibst Du für ein paar verschrumpelte Kartoffeln so viel Geld und Mühen aus?“

Wilde Schulterklopfer und Born to be wild

Es sind grade ein wenig Penunzen übrig. Eigentlich nicht, weil noch ein wenig Geld übrig sein muss um meinen Westerwälder Bunker angesichts der drohenden Vernichtung der Menschheit mit Lebensmittel auszustatten. Fünf Jahre sollten die Vorräte halten. Danach mal schauen. Wer meldet sich freiwillig? Mal schauen?

Genau weiß ich es nicht mehr. Aber es muss wohl der oder einer der ersten Rheinkultur Festivals in Bonn gewesen sein. Da war ich noch relativ jung und es spielte noch bei Tageslicht, glaube ich, Marillion. Der Tag war insgesamt ein wenig verrückt – das vorglühen bei einem Bonner Kumpel ebenso. Einer unserer Freunde war/ist Marokkaner. Nicht radikalisiert. Einfach ein Mensch. Aber das nur nebenbei.

Ich verlor die Kumpels auf dem Gelände und wachte durch starke, aber gefühlvolle Hände auf. Sie rüttelten und schüttelten. Ich lag wohl genau vor der Hauptbühne und schlief gerecht während sie ihrer Arbeit nachgehen – mussten. Da muss ich doch glatt an Pantoufle denken. Im Hintergrund hörte ich zum Ansporn der Rowdies irgendwas von Sweet – Oxigen. Kann aber auch sein dass mich ein gewisses, notwendiges Körperverlangen täuschte während ich instinktiv schon mal ein oder zwei Groschen für den Fährmann rauskramte.

Wie komme ich auf diese Sätze? Sie können es sich vorstellen. Neben mir sitzt ein Mädel, spricht mich an –es geht um Musik, Sweeeeety….. kaaaaanst Du maaaal? Gurrte sie. Und weiter hörte ich nicht mehr zu. Holte in Gedanken schon mal mein Rasiermesser raus und machte mich auf Abba, Modern Talking, Haippa, Haippa oder sonst was gefasst – und setzte schon an.

Huch, sowas von Retro. Da konnte ich auch gleich punkten und fragte ob Sie mein neu zu erstehendes Moped kennen würde. Sooooowas von Endgeil! Scheißegeilllllllll!!! Yeahhhhh! Ich konnte es mir nach Wunsch online konfigurieren. Was ein Service! Schaut selbst und freut euch mit mir (eine XT 500 ist ein Fliegenschiss dagegen):

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Da müssen Sie sich den grandiosen Film „Born to be Wild“ vorstellen während ich da druff hocke und im, ich muss es echt noch mal sagen, im wunderbaren Topcase meine Zahnkronen verstaue während ich mit Hirnschale auf dem Schädel vor der Niederelberter Eisdiele halte.

Ja, Sie fragen sich doch sicher: Was wurde aus dem Musikwunsch der Ko-Alkoholikerin? Wurde gewährt und ich konnte noch einen draufsetzen. (eine kurze Pause für ca. 15 Minuten) Und danach machte ich T.REX rein, wischte meine Stirn und ergoss mich. Wie Sie jetzt lesen können. Wenn Sie noch können. Lesen meine ich.

Ich erhielt damals eine Stulle und ein Aufbaubier von den Kerlen, musste mich dann aber vom sprichwörtlichen Acker machen. Uhr weg, Telefon hatte man noch nicht, blitzeblank das Portemonnaie und fern ab von Gut und Böse. So führte mich mein ausgestreckter Daumen heim. „Klingelingeling, Mama, ich muss mal rein!“ „Nö!“ – und trete ab. Vorhang fällt. Gary Moore läuft – nicht mehr. Jetzt sollte ein Muckevideo von Gary erscheinen, tut es aber nicht. Aus Gründen. Hier was anderes. Matt Damon hat Prince wohl mal gefragt dass und ob er aus werweißwelcher Stadt käme. Prince denkt kurz nach und antwortet sinngemäß: „Ich lebe in meinem Herzen.“

Schönen Abend!