Das flatternde Lingelingeling

Was entscheidet über Gut und Böse? Wer entscheidet? Und Wie? Und Warum?

In meiner Gedankenwelt stellen sich diese Fragen nicht. Es ist müßig darüber nachzudenken. Zeitverschwendung. Ich möchte nicht mehr wissen warum einer Prinzessin die Erbse drückt. Wenn ein Jungmann sein Testosteron versprüht und ich ihm im Weg bin, gehe ich auf Seite und lasse ihn machen. So meine Theorie.

Das Leben ist zu kurz darüber nachzudenken was falsch und was richtig ist. Ich bekam eine Richtschnur, Oma – vielen Dank, die zehn Gebote rudimentär – halt dich dran, so sagte sie und strickte mir einen Pulli. Verschaffte mir einen Job in der BRD-Schaltzentrale, damals als die Partei noch sozial war.

Sie verließ mich, ich ging alleine in die Welt und ich erinnerte mich an ihre Worte. Vermisste kluge Führung, ich war noch jung und drehte durch. Der sekundenschnelle Stundenzeiger gab den Takt, die Tage folgten der Sonne Lauf. Ich nicht.

Mit bunten Haaren und großer Schnüß, die Arme hoch und ewig blauen Augen bin und war ich mir sicher – Gerechtigkeit folgt auf dem Fuß. Nicht immer sofort doch unausweislich legt irgendwann jedermann und –frau die verlogene Decke ab. Die kurzzeitig schützt, ein zerbrechliches Gebäude – für zerbrechliche Menschen, ausgeschüttelt – und was bleibt dann? Die Federn fliegen weg, so schnell, man mag nicht rufen „wo geht es hin?“.

In beschützter Umgebung wachsen sie heran. Als Raupen, überaus getarnt sind sie Kinder und wissen nicht was dann passiert. Noch klebrig, ungelenk die Flügel erblicken sie die Welt und flattern drauflos und leben. Leben kurz und bestimmungslos doch herrlich schön – ein Schmetterling.

Ich bin schon weg, noch nicht ganz und sehe mich. Pfeife leise, fröhlich lingelingeling..

Tschüß

Die unerwünschte Schisskonsistenz

Vorgestern hatte ich nach ein paar Vollkornstullen Darmdrang. Als Heimscheißer muss ich mir soweit keine Gedanken darüber machen. Außer dass meine lieben Kollegen jedes Mal wenn Sie in der Knochenmühle das WC aufsuchen, vorher noch ihr kleines Köpfchen in mein Büro hängen lassen um zu erwähnen „jetzt spare ich mal wieder 1,5 Liter Wasser!“ und weiter „hihi – alles auf die Firma.“

Nach einigen Stunden Abstinenz von geistigen Getränken kam mir der eigene Schiss komisch vor. Es drückte mir im Enddarm. War so ungefähr 21 Uhr. CET sollte ich als international Globetrotter noch erwähnen. Kennen Sie das? Bis zum letzten Drücker warten, haben Sie Kinder?, um dann wenn es richtig schlimm drückt – fast das Duell mit dem Hosenstall – dem Reißverschluß zu verlieren. Knöpfe sind schlimmer aber da berichte ich gesondert.

Jedenfalls, musste ich so richtig schön kacken und war rechtzeitig auf dem Thron. Drücke unter unmenschlichem Gestöhne und so ziemlich nicht Schwiegermutterfreundlichen Geräuschen da unten die Muskeln zusammen und auseinander und spüre zwischendurch meine wohlausgeprägten Bauchmuskeln. Und weiter, ich drücke und erwarte eine Riesenwurst. Aber nee! Nee! Was kommt da? Zeitweilige, zähe Teerfladen die sich am Klorand festsetzen. Dann noch ein schöner Pups, und da kommt (leider) noch was Flüssiges welches rückspritzt an meinen Po. Ich überlege – war das jetzt Wasser von unten oder was Anderes? Egal soweit. Ich stehe auf und wie es jeder macht, schaue erstmal runter in Schüssel was da so passiert ist. Als alter Analytiker rekogniere ich Normalität unten im Wasser schwimmend ein paar U-Boote und Zeug. Dazu aber an den Schüsselränder festsitzende Teerkacke – fladen. Das bringt keine Spülung weg. Ich warte bis der Dings wieder voll ist und spüle noch mal. Und noch mal. Die Kacke geht nicht weg. Egal!

Und da schreit es schon von draußen:

„DAS SCHÖNE PORZELLAN!“ Iiiihhhhhhh – „Wie kannst Du nur?“

„Weiha, jooooohh – reg di nit uff!“ „Teerschiss, na und?“

Im weiteren Verlauf des Abends, ich hatte unsere Haarbürste in der Hand um meine 60er Tolle in Ordnung zu bringen, kam ich auf den Gedanken das Malheur in Ordnung zu bringen. So tat ich.

Das „teure“ Porzellan sauber- stellte ich mir den Wecker für morgen. Um mitzukriegen wie und mit welcher Bürste sie und die Schwiegermutter sich die Haare machen.

Hach!

Der Welt das hässliche Gesicht zeigen

Langsam schwant mir was. Es ist nicht nur so dass meine sorgsam recherchierten und überaus fundierten und erst nach langem Nachdenken und nicht widerlegbaren Meinungsäußerungen von den Eliten als Verschwörungstheorien abgetan werden. Nein, sie fahren mittlerweile schwere und schwerste Geschütze gegen mich auf.

Kennen Sie das? Wenn Sie sich wie der arme Protagonist in einem Roman von Franz Kafka vorkommen? Oder Sie flanieren nichts Böses ahnend durch die Welt und Sie sehen in den Augen der Mitflaneure nur ein verzerrtes Spiegelbild ihrer Selbst? Aus Schaufensterscheiben, Autoscheiben glotzt Ihnen ein furchtbares Schreckensgespenst entgegen? So langsam ist es wie ein Alptraum aus dem man nicht mehr erwacht. Sogar der Klospiegel in der Knochenmühle lacht mir wie ein grauenhafter Spuk in mein schönes Antlitz. Und als ob es nicht schlimmer sein könnte, sogar auf Fotografien geht die perfide Zermürbung meiner armen, kleinen Seele weiter. Denn auch dort sehe ich mich nur als Monster das mir wie ein schlimmes, zweites Ich entgegenblickt.

Je mehr ich ignoriere, zurücklache, drohe – umso fürchterlicher wird es. Diese Spiegelbilder, schrecklicher als in einem Kabinett in dem man als unwissender Folterkandidat ohne Eintrittsgeld hineingeführt wird, nehmen zu, werden mehr und verfolgen mich auf Schritt und Tritt. Überall jetzt schon dort wo ich hinsehe. Mir blickt ein dickes, fettes Monster entgegen.

Frieden finde ich nur daheim in meiner schnuckeligen Muckelbude. Denn wenn ich in meinen kleinen, ungeputzten Badezimmerspiegel blicke, das Bad nur erhellt von einer staubigen 15 Watt Vorkriegsglühbirne, dann, ja dann sehe ich mich so wie ich bin. Schön, jung und schlank. Es könnte nicht besser sein. Außer – die Glühbirne ginge kaputt. Dann wäre es das Paradies.

Wenn man Dinge nicht ändern kann muss man versuchen mit Ihnen umzugehen. So hat es Klick in meinem hochvergeistigten Gehirn gemacht und danach passte wieder alles. Ich zeige ganz bewusst der Welt meine hässlichste Fratze die ich aus den Tiefen meiner höllischen Phantasie hervorkramen kann.

Buh!

Propaganda und Verniedlichung

Was mir gerade sowas von auf den Sack geht. Da werden mit GSG-9 und allen verfügbaren Deutschen Gewaltkräften drei Kinder / Jugendliche festgenommen die man schon lange Zeit beobachtet. Jahrelang. Kräfte werden gebunden um diese, jungen, Terrorristen in Gewahrsam zu nehmen. Glückwunsch, Ihr Kräfte! Ihr Bundesdeutsche knallharte Kerle! Was habt ihr für einen Fang gemacht? Die waren zu klein und zu doof ihre Ausweise im Bosporus fallen zu lassen.

Wir haben euch gesehen – im TV. Vermummt und voller Gewalt. Geht brutaltst gegen Kinder vor die mehr geschafft haben als ihr – ihr dummen, vermummten, feigen – eure eigenen Bürger abschnorschelnden Krieger die ihr gegen alles vorgeht mit absoluter Gewalt und von Nazi-Recht geschützter Willkür und gegen alles was ihr nicht versteht. Und Ihr meint und das ist das Schlimme, der Mörder wird geschützt.

Ich wurde damals auch ungefähr in dem Alter in den Krieg gezogen. Ich musste den Umgang mit Waffen lernen – mit knapp über 18. Ich sollte Menschen töten lernen, hatte hochexplosiven Sprengstoff in der Hand. Musste auf Köpfe, Herzen, Bäuche schießen. Ich tat und kotzte und teilte es mit. Wo und wer ist der Feind?

Ich wollte nicht als Killer auf die Welt kommen – die Nato, die BRD hoffen dass die kleinen Menschen immer dümmer werden und Freund für Feind halten. Die gleichgeschaltete Propaganda tut das Letzte.

Es rafft leider nicht der einzelne Mensch. Denn das Schlimmste was der Mensch sich antun kann – ist er selbst. Das Monster der Welt.

Egal welche Sprache, egal welche Art der Kommunikation – wir sind Brüder, Schwestern – wir sind Menschen und tun uns nicht weh. Es gibt keine Befehle, keine Konzerne, kein Geld – kein Gold, was wichtig ist – wir sind wir.

Der Vibrator der Chefsekretärin

Der Mitinsasse grunzt und fängt an zu lachen während er eine Email liest. Ich schaue nicht hin, dessen Probleme will ich nicht haben, wohlwissend dass er sich sich zu mir umdrehen wird um den neuesten Schwank zu verzälle.

Und ja, er dreht sich zu mir um verzällt mir eene.

„Hihi, die Email von der-und-der-da! Haha, ist das nicht witzig?“

Ich so: „Habe ich nicht erhalten.“

Der Rote: „Aber da sind wir alle adressiert!“.

Ich: „Ich nicht.“

Der Rote schaut in die Adressatenliste und sieht, ja – der Schirrmi war nicht adressiert.

Roter: „Ja, hast recht. Ich lese es Dir vor..“

Ich: „Kein Bedarf!“

Roter: „Doch, das musst Du mitkriegen!“

Ich: „Jau, wenn’s sein muss..“

Roter liest vor: „Kolleginnen und Kollegen! Derjenige der mir den Ventilator aus dem Büro geklaut hat ist in meine Augen ein Böser!“

Ich: „Ja und?“

Roter: „Ich habe anstatt Ventilator – Vibrator gelesen, hihi, haha..“ Und weiter: „Stell Dir doch mal vor, Schirrmi. VIBRATOR! Unsere SEKRÄTERIN!“ „Hihi, haha..“

Ich: „Leite mir mal die Mail weiter. Ich antworte an Allen dass Du ihn im Arsch hast..“

Roter: „Nee, machste nicht.“

Ich: Tippsel, tappsel… „Liebe Sylwia, schön und zuckersüß das Du mich aus diesem Gangsterverteiler herausgelassen hast weil Du weißt dass ich sowas nie machen würde – im Entgegensatz zum Roten.“

.. .. wait.. wait.. Email back

„Oh Schirrmi, Du bist so Zucker – klar warst Du das nicht. Bei den Anderen bin ich mir nicht sicher.“ Und weiter: „Gangsterverteiler, haha…..“

Roter, nach einiger Zeit: „Schirrmi, warum umschwenzelt Die dich so?“

Ich: „Weil Ihr alle Gangster seid, ich nicht!

Das wars. So. Tja. Nun ja.

Ich weiß nicht wer den Ventilator geklaut hat, sprach Sie aber an dass der Rote dauernd von Vibrator spricht und meinte es nur gut damit. Wohlwissend, und ich hoffte dass die kleine, scharfe Maus erkennt dass ich nicht den Roten an die Wand stellen wollte aufgrund des Ventilators.

Irgendwie kamen dann im Verlaufe des Tages einige Ungereimtheiten an das Tageslicht. Der imaginäre Vibrator aber nicht.

Ich lachte „Hihi, haha..“ und besah mir das witzige Chaos – welches geschah..

Stempelte ab und was hinter mir passierte – egal!

Multipler Tod am Blattgehänge

Die jetzigen Temperaturen sind ja wie sie sind, gelle? Wie sonst auch, von daher gibt es nichts zu meckern. Klaro, könnten anders sein, je nach Befinden. Aber wie sie sind, sind sie halt. Jedenfalls ich empfinde die grade herrschenden Herbsttemperaturen doof und extremster Mistkackendreck. Scheiße! Widerlich! Scheißtemperaturen! Die Damen laufen rum wie in einem Etablissement am Rande eines Westerwälder Dörfchen, die rote Laterne dauernd befeuert. Geil wie Nachbars Lumpi ziehen die Büroangestelltinnen einfach nur noch das Dürftigste an. Und die Angestellten – die, die es sich leisten können haben einen Riesenständer in der Hose der beim mehrmaligen abfeuern sogar die alten Stalinorgeln wie ein kleines, verheultes Kindlein hätte aussehen lassen.

Geschäftig mit irgendwelchen Aktenordnern hantierend sehe ich wie den Kolleginnen die gelbe, schwitzende Brühe den Beinen herunterläuft. Es tropft und es läuft. Es stinkt, die Konsistenz der herunterlaufenden Brühe nähert sich Dotter an, der sich auf den heißen Bürofliesen langsam als Mahlzeit für Kenner und Genießer manifestiert. Mit ohne Stulle.

Dessen Angesicht erlahmte zunächst der dicke, lange, geile alte Geck in meiner Hose und wünschte sich an andere Orte. Ich folgte ihm.

Von den Toten erwacht, wankte ich ins Wozi wo bereits jemand diser Spezies saß die regelmäßig im Bad einen Kosmetikeimer benötigen. Maulwurfblind kenne ich mich in meiner Muckelbude aus. Durchlaufe den wohlbekannten Hindernisparcour von Türrahmen, Möbeln, Aschenbecher, leere Flaschen, vor Wut auf den Boden geschmissene Gegenstände und finde, die Augen immer noch zu, meinen Platz auf der Designercouch.

Der Eimer bringt mir einen Kaffee und ich drehe mir eine Zigarette, was nicht so recht funktioniert. Ich zücke mein Vorkriegsfeuerzeug (1.) und zünde mir die Kippe an. Fuck! Was ist das denn? Funken sprühen, glühen – Tabak im Mund, mein geiler Schlafanzug fängt Feuer, ich mache Terror.

Was war es? Keine Blättchen mehr. Drehen kann ich alles und jederzeit. Fahre Auto und bekomme jedermanns Lob ob der geilsten Joints während meine zarten, eingecremten Füße das Lenkrad gekonnt bei Geschwindigkeit 200 in der Spur halten, meine fleißigen Finger den nächsten Joint bauen und nach hinten in die billigen Reihen werfen. Aufgrund des schon lange abgerissenen Innenspiegels muss ich immer meinen Kopf nach hinten drehen. Ob noch alles gut vonstattengeht. Geht es nicht.

Aber Joints ohne Blättchen? Geht gar nicht. Da ist kotzen angesagt obwohl Du irgendwie die schön leckere Drogenwurst konisch gelängt hast. Es fehlte Papierossa, Bildzeitung oder sonstiges Klopapier. So erging es mir. Drehte, spuckte, kotzte und merkte unter den wachsamen Augen der Kaffeezubereiterin dass meine Blättchen an der Decke hängen. Zusammen mit den armen, seligen Getierschaften die den letzten Abend nicht überlebten. Aber seht selbst:

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Gosse

Gosse.

Gewalt herrscht, der Familienname sorgt für Ehrfurcht und für Schultern, so breit ein kleiner Bub sie haben kann. Der Gegenüber fühlt das gleiche. Angst. Und ist gefangen in Tradition. Da, damals war mal was. Wir, wir haben eigentlich nichts. Feinde, unwissentlich dass wir Freunde sind, die gleichen Dramen erfuhren. Im Grunde gibt es keinen Unterschied. Die Fäuste geballt, entschlossen wie wir es gelernt hatten. Schauen wir uns an. Wir heulen nicht wegen dem körperlichen Schmerz, wir weinen über uns, weinen mit uns, fühlen Mitgefühl – unbegreiflich was wir da tun. Am Ende liegen wir da.

Wäre es nicht schöner dass wir uns umarmen, miteinander schlafen, lachen und philosophieren? Die Welt ignorierend die sich uns aufdrängt, Dinge befiehlt? Die Hoffnung dass alles nur ein böser, blutiger Traum war, was können denn wir dafür?

Probieren, studieren

Freitagabend! Aufgrund von Slayer höre ich nicht die Nachtigall die draußen ihren fürchterlichen Gesang in die Welt pestet. Da oben an der Decke, meine kleine flinke Kampfspinne die erst ruhig und wenn es um was geht, blitzeflink ihr Opfer greift – verspeist. Die Fenster meiner Muckelbude sind geputzt, ungefragt. Jetzt sehe ich die Welt recht klar und frage mich ob ich das brauch. Der Charlie, als Grundrauschen, ist immer dabei während wie es alles sehen und nicht begreifen, sich elendig die Schlinge enger zieht.

Dampf in allen Gassen. Denselbigen ablassen. Schön mal auf raus gehen, die Steine aus dem und auf die Bullenköpfe verpflastern. Hochmütige Menschen begegnen von denen man weiß dass sie die Bestimmer sind. Deren Hosen runter, bloßgestellt vor versammelter Mannschaft, dass es jeder weiß. Die Röcke hoch, den fischstinkenden Slip runter und mit hochgezogener Augenbraue die hochwohlgeborenen Töchter entgegenhauchend: Nein!

Ich glaube ich schweife ab.

comp_img_8903Womit fing ich an? Mit Polenbier. 5,6 Dings. Polacken oder wie sie heißen. Jedenfalls ein Bier welches unaussprechlich heißt und interessant schmeckt. Im Abgang ein wenig süß. So wie verfaulte Leichen denen das Leid in Lagern nichts mehr antut. Dieses Bier, ein Geschenk, hat Umdrehungen und war recht kalt gestellt als ich mich traute es zu genießen. Der Spätsommer lässt es schlucken, die Kälte ist angenehmer als der fahle Nachgeschmack der nicht vorhanden war oder doch.

Dann geht es weiter zum Metzgerbier. Erstanden im Harz comp_img_8905bei einem bildlichen Schwein von einem Menschen der Chef einer kleinen Metzgerei seine eigens hergestellten Wurstwaren feilbot. „Der Herr? Wir wäre es mit einem Metzgerbier?“ „Mit Rinderblut gebraut?“ fragte ich den weißbekittelten, blutigen Burschen. „Die Zutaten sind geheim.“ so er. Ich erstand ein, zwei, drei Flaschen. Eine ist für später wenn ich mir zum verficktdreihundertdrölfzigsten Mal Saw anschaue.

comp_img_8906Auf den Geschmack gekommen will ich jetzt mal etwas Härteres probieren. Was gibt es besseres als Lemmy? Der Typ mit dem Faible für deutsche Devotionalien. Ich glaube zwar nicht an solche Dinge, aber wenn es so wäre und er könnte, er würde mir beim Saufen wohlwollend zuschauen während ich das Nass in den dunklen Nachthimmel hebe und ihm zuproste. Ihn im Arm gehabt in Düsseldorf 2015, ich hatte. Eine kleine Frage an euch.. das kommt mir grade wie Star Wars vor oder bin ich blau?

Kennen Sie das? Firma, Arbeit – Gemeinschaftsküche. Ein Kühlschrank in denen man private, selbst hart erarbeitende Lebensmittel zum Zwecke besserer Haltbarkeit ablegt. Beschriftet! Dann gibt es aber doch echt Honks die sich an fremden Sachen vergreifen. Ich komme aus dem Urlaub, mein löslicher Kaffee hat sich in Luft aufgelöst, das beschriftete Schirrmi-Kaffee-Glas steht leer und stumm da. Andere berichten in der Art wie „wer hat von meinem Tellerchen gegessen?“ Etc. Jedenfalls sprachen wir Opfer uns ab und taten hochwirksame Abführmittel und sonstige natürliche pflanzliche, ja auch Bewusstseinserweiternde Dinge in die Lebensmittel um dem Täter auf die Spur zu kommen. Es hat gewirkt – wir waren überaus überrascht dass die Leute die das meiste Geld verdienen sich an anderer Leutz Krempel vergreifen.

comp_img_8907Zu guter Letzt öffne ich eine schöne Flasche Sekt, mit roter Schleife und nicht auf dem Bahnsteig, halbtrocken so die Versprechung auf dem Etikett, liest meine Magendarmwand und lässt den Korken knallen wohlwissend, und das zum Glück, dass morgen nicht Montag ist.

HEEEELGAAAAAAA!

Elegant entspannte Baummaulwürfe

Das kalte Kotzen kriege ich! Plack, kriege ich! Wenn ich auf dem gleichen Fleck Armut, Elend und Tod einhergehen sehe mit Dekadenz und nimmermüden Wellnesstrip. So erlebt, die Tage..

Schön sehen sie aus. Nein, nicht Sie! Ich meine die Feuersalamander. Und als Nicht-Biologe kann ich die unterschiedlichen Tiere der gleichen Gattung nicht auseinander halten. So nenne ich sie alle schlicht „Fridolin“. Der Fridolin oder besser, die Fridolinen waren 2013 recht oft und lebhaft unterwegs, dann aber im Jahr 2015 in Massen verstorben auf den Wanderwegen zu sichten. Platt, verendet, die Gedärme von innen nach außen und mit allem Drum und Dran.

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Diese lustig und wunderlich gemusterten, toten Burschen machten ein Jahr später Platz für eine optische Kakophonie von toten Feld-, Spitz-, Hausmäusen die in einer unaussprechlichen Vielzahl, graugemustert und mit hoffnungslosen Knopfaugen in die Höhe starrend auf den Wegen lagen.

 

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Zermatschte Schnecken, deren zerknirschte Gehäuse, platt getrampelte Schlangen, Eidechsen und Trilliarden von widerspenstigen, aber am Ende doch zerknackten Käfer – welche grade noch ein paar Scheißhäufchen rollten, lagen da am Boden. Andächtig wandere ich wie auf einem Maushindernispfad, die Schleiereule, recht versteckt im Wald schaute uninteressiert zu und wartete auf die Dämmerung. Von oben krächzt der Bussard, das Rehwild macht sich rar. Rechts stand ein Baum und links stand ein Baum. Und in der Mitte floss ein Bach. Ach!

„Fridolin“ so sprach ich ihn an. „Da liegst und rührst Dich nicht. Mit einem Bein ab – ein Auge ausgehöhlt. Und stellst Dich tot. Du machst es gut. Hast meinen schweren Schritt auf dem Wanderweg gespürt. Bleib liegen und ruf Deine Familie um das Bein abzubinden, das herauslaufende Augengel mit einem Eichenblatt abzuwischen.“ Alles gut!

comp_cg6a2528„Frau Spitzmaus, das wissen wir doch alle.“ „Bist Du nicht mehr da, stirbst nicht nur du sondern die ganze Brut. Einpaarundzwanzig an der Zahl, die ganze kleine Babyschar.“ So sehe ich dich zittern und wäre ich ein Habicht, du ernährest meine Kinder. „Sei klein und versteck dich in dem Gestein, sei eins in Grau und Grau. Sei unsichtbar und rühr dich nicht.“ Und hoffe..

„Der lustige und unerschrockene Harzer Baummaulwurf“

Er hat im jahrhundertelangen, sportlichen Wettstreit gelernt sich aus dem dunklen Erdreich auf die Bäume emporzuarbeiten. Nur die Besten der Besten haben zeitlebens jemals das Tageslicht erblickt und die lichten Höhen der Baumkronen erklommen. Nur die Mutigsten und Stärksten, an Wagemut reich mit felsenfestem Freiheitswunsch kämpften sich heraus aus dem dunklen, feuchten Erdreich nur zu einem Zweck: Ein Baummaulwurf zu werden.

Eine stolze Untergattung entstand in gefühlt, ewiglangen Jahren. Da oben in den Bäumen hangelten sie sich von Ast zu Ast, sprangen von Baum zu Baum und eroberten die Welt oberhalb des Erdreichs, der dunkel, feucht und ohne Licht den blinden Vorfahren ihr karges Auskommen sichert.

Nicht genug ihr Selbstbewusstsein oben in den Bäumen. Die Tapferen stiegen herab und legten sich rücklings auf wärmenden mit kleinen Kieseln und Moos bedeckten Boden- um unerwartete Wonnen zu erspüren. Die Sonne, kribbelnd und wärmend auf dem kleinen, dicken Bauch. Andere behängen Ihren Körper mit dem glitzernden Familienschmuck, fühlen grenzenlose Macht ob ihren königlichen Stand in der freien, hellen Welt. Smaragde, Rubine – nur hier unten bin ich der Baummaulwurfking!

 

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Von ganz weit weg hörten sie ein Grollen. Langsam kam es näher, die belebenden Sonnenstrahlen auf ihrem Bauch, das Geräusch. Doch Eigensinn macht stark. Es kommt näher, von unten klopft es, schrillende Warnungen zuhauf: „Mein Freund, das ist nicht Deine Welt – komm zurück!“.. Ach denkt er faul – „.. das unterirdische Volk!“

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Gute Nacht!

Höflichkeit kommt weiter– auch in der Natur

Was mir meine Oma schon damals gelehrt hatte, Höflichkeit kommt weiter. Und das kann ich immer noch bestätigen. So wie letztens als ich vom Carlsturm abstieg und durch das landschaftlich überaus attraktive Dammbachtal zurück nach Trautenstein spazierte.

Es ging ein wenig abwärts. An diesem Tag hatte ich noch keine andere Menschenseele auf meiner Wanderung getroffen, leise schmunzelnd über den schmalen, steilen Pfad den ich wie ein junges Reh heruntersprang, die Wandersohlen wie Klett am grenzwertigen, matschigen Abhang, hörte ich von unten ein Schnaufen und Stöhnen. Ah, da, ein Mountainbiker kommt mir entgegen. Ein Opfer!

Ich schaue da unten runter auf seinen Helm und warte noch fünf Meter ab bevor ich ihn ansprach: „Hallo und einen schönen guten Tag!“ Er kam luftlechzend auf meine Höhe und ich weiter: „Wie geht’s? Wie steht’s?“ Er reduzierte seine Schildkrötengeschwindigkeit und hielt wackelnd an – versuchte am Hang noch beide Füße in den Pedalen zu halten – ohne Chance, er kippte und hielt an. Jovial fragte ich ihn „ist das hier richtig zum Dammbachtal, mein guter Herr?“ und lächelte höflich. „Krzzzz, öchzzz, japppss, grunnzzzzzzzz… „ antwortete er. Mit einem überaus freundlichen „Vielen Dank“ ging ich weiter meines Weges – steil runter und hörte hinter mir ein Krachen, Knacken der Gangschaltung und ein fürchterliches aber unverständliches Fluchen und dachte nur so bei mir: Öh, man hält am Berg nicht an, nie und nimmer nicht. Und wenn, dann halte in dem Gang an in dem du weiterfahren kannst.. „Der Anfänger…“ murmelnd zog ich mir meine Appelschorle aus dem Rucksack und machte ein Foto wo der Herr seinen Drahtesel den Hang hinaufschob.

Bitteschön!