Archiv für den Tag: 1. Dezember 2016

Fotoshooting – Missverständnis

Wie Sie sicherlich wissen habe ich Hobbys. Unter der Vielzahl derer gehört die Fotografie. Eines meiner liebsten Steckenpferde. Wenn ich Lust habe könnte man meine Ergüsse als Semi-, Hobby-, Freizeit-, Larifari-, Recht-Nett-Fotografien bezeichnen. Aber wenn ich richtig Lust zum Fotografieren habe und den scheelen Blick mal Grade sein lasse, dann, ja dann – erstehen im Ergebnis Werke, ich möchte schon fast sagen, Meisterwerke. Unverkäuflich sozusagen, im besten Sinne.

Wenn ich also richtig, richtig Lust habe bereite ich mich vor. Dazu gehört neben der Cam das schlussendliche Bild im Kopf, die Location, das Model, die Kleidung, Komparsen, die Lichtsklaven, Visagisten und so weiter und so fort. Für ein Jahrhundertfoto, davon fabrizierte ich schon Acht, muss alles stimmen und durchgeplant sein. Durch jahrelange Erfahrung und internationaler Erfolge kann man ruhig auch vorab finanziell investieren denn, das fertige Foto ist schon im Kopf, Applaus, Trophäen und große Presse sind vorprogrammiert.

Ich erstand auf eigene Kosten ein paar Klamotten / Requisiten (man lässt sich ja nicht lumpen und ein Vielfaches wird der Lohn sein) und sprach zum engagierten Model – sie noch im Bademantel: „Schätzelein, schau. Das habe ich für das Shooting besorgt. Das geht doch in Ordnung, oder?“

Sie so: „Na, wenn Dir das nicht zu unbequem ist..“ und taxierte kritisch meinen Körper. „Kannst anziehen was Du willst. Hauptsache die Aufnahmen werden ansprechend.“

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Etwas verwirrt zog ich mich um, es spannte ein wenig und ich schoss 🙁

Geschenkte Gedanken

Der Konsumterror hinterlässt auch bei mir Spuren. Ich schenke sehr, sehr gerne. Fängt ja jetzt wieder an. Aber was ich überaus ungerne und oft sehr ungeschickt mache, die passenden Geschenke für die Lieben zu besorgen. Kennt man, gelle? Soll ja was persönliches sein. Etwas mit Sinn und Verstand. Man will es ja nicht, wenn Gras über die Sache gewachsen ist, zurück geschenkt bekommen. Sehr schön dass jetzt grade sogenannte Cyber-Wochen, -Freitage, -Montage waren. Und jetzt kommen die überall mit ihren Adventskalendern. Kaufen Sie!

Voll der Stress, Ey! Tage- und Nächtelang suchte ich, stöberte im Internet, verglich die Preise, notierte, stellte mir den Wecker und bestellte und kaufte. Das Problem dabei: Ich habe nichts für die Lieben gefunden. Alles nur für mich. Ich freue mich schon auf die Sachen wie Bolle. Jetzt schreibt mir meine Packstation im Tagestakt Kurzmitteilungen dass schon wieder etwas für mich angekommen sei. Hach! Herrlich! So versüßt Mann sich die Adventszeit :-).

Jetzt stöbere ich grade in einem Prospekt eines liebgewonnenen Versandhauses und denke darüber nach das ich in meinem Leben viel zu wenig von Mark Twain gelesen habe. Denn hier stehen ein paar Zitate von ihm wie z.B. „Ich bin der eselhafteste Mensch, den ich je gekannt habe.“ Oder „Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen.“ Mark Twain war doch ein Ausbund an Menschenfreund, nicht? Den hätte ich mal gerne persönlich gekannt. Aber seine Gedanken, die kann ich mir doch schenken.

Irgendjemand sagte mir mal „Schirrmi, du Bekloppter!“. „Warum kaufst Du Dir in der Vorweihnachtszeit immer so viele Sachen? Das macht es für Deine Lieben schwer.“

Tja.. Warum soll nur ich es schwer haben? Kicher

Ich möchte ja wieder Weihnachtskarten selber machen. Und wenn das Drama mit Geschenken anfängt, hier hört es nicht auf. Mit nackten Kriegsfüßen stehe ich auf Photoshop. Kreativität fängt bei mir beim Blaumachen an und hört mit dummen Ausreden auf. Aber ich schau mal. Irgendwas lässt sich schon hin kleckern. Soviel zum Thema Stress.

Adventiges Driving Home

Hören Sie gerne Musik? Falls ja und wenn es Sie interessiert: Ich auch. Hier ein Song welches ich heute im Auto hörte und mich entfernt an eine Zeitschleife erinnerte:

Arschkalt war es diese Woche. Nur heute Morgen nicht. Da war es 10 Grad wärmer als die vergangenen Tage. Die Karre war immer vereist und das seit Montag. Erst heute kam ich auf die glorreiche Idee mir vorher Handschuhe anzuziehen. Unnötigerweise. Denn heute waren es anstatt minus 8, plus 3 Grad. Fühlte mich wie in der Karibik und zog mich aus bevor ich ins Auto stieg. Nur mit Handschuhen bekleidet und auf dem Knochenmühlenparkplatz angekommen war mein Popo verbrannt. Scheißsitzheizung!

Ich schweife ab. Die Adventszeit hat angefangen. Sieht man ja bei den Nachbarn. Da blinkt und glitzert es schon. Die verkniffenen Gesichter der hartherzigen Menschen werden jetzt in der dunklen Jahreszeit angeleuchtet. Wenigstens etwas. Dann erkennt man den Feind schon besser als wenn man erst in die Fresse hauen muss und erst bei kostenlosem Blaulicht sieht welchen Zombie man erwischt hat.

Wie jedes Jahr habe ich keinen Adventskranz und schmücke meine Bruchbude auch nicht mit Zinnober und sonstigem Unrat. Aber als ich genannten Song im Radio hörte fingen meine Befürchtungen an. Was kommt jetzt die ganzen weiteren Tage und Wochen? Weihnachtsmusik. Driving Home for Christmas. Oder da das Ding von Wham oder wie die heißen. Jedes verschissene Jahr! Und wie immer werde ich fluchen und kotzen und bis nächstes Jahr kein Radio mehr hören. Und dann irgendwann fängt alles wieder von vorne an.

Während diesen Gedanken hebe ich ausdauernd mein Glas und betrauere mich. Bin ich eigentlich jetzt der erste Mensch der sich darüber aufregt? Wie jedes Jahr? Wie jeder ordentliche Mensch?

Fundstücke: Titanic über Klopp über Luther

Ganz Schland ist im Luther-Fieber. Nervig genug wenn man mal wieder den gemeinen Hartzer vom Wesentlichen ablenken möchte. Luther, hmh. Tja, also.. Kenne ich. Habe viel über ihn gelesen. Historische Orte besucht. Und ja, auch die Bibel studierte ich. Schaute Filme und machte mir so meine Gedanken, was man so machen sollte. Parlierte über Luther gegenüber meinen Söhnen und nahm sie sogar mit ohne Esel hoch auf die Wartburg.

Andere haben genug weise Worte, andere ihren Senf dazu gegeben. Somit gibt es von mir nur wenig und von der geliebten Titanic ein wenig mehr. Denn sie entgegnete heute so treffend auf den jüngsten Spruch eines ehemaligen Fußballspielers:

Und aber apropos, Jürgen Klopp!

»Ich mag Luther, weil er für die Unterprivilegierten und Ausgeschlossenen gekämpft hat«, vertrauten Sie als »Botschafter fürs Reformationsjubiläum« der Reformationsjubiläums-Spezialausgabe von Chrismon an. Und wie er für die da unten gekämpft hat! »Man darf dem Pöbel nicht zuviel pfeifen, er wird sonst gern toll. Es ist billiger, ihm zehn Ellen abzubrechen, als ihm in einem solchen Falle eine Handbreit, ja, die Breite eines Fingers einzuräumen. Und es ist besser, wenn ihm die Tyrannen hundertmal unrecht tun, als daß sie dem Tyrannen einmal unrecht tun. Denn weil ja das Unrecht gelitten werden muß, so ist vorzuziehen, durch die Obrigkeit zu leiden, als daß die Obrigkeit durch die Untertanen zu leiden hat.« Denn bei Unterprivilegiert- und Ausgeschlossenheit hat sich der Herrgott halt was gedacht: »Geld, Güter, Land und Leute haben ist an sich selbst nicht unrecht, sondern Gottes Gabe und Ordnung.« Und schließlich: »Armut ist in der Stadt groß, aber die Faulheit viel größer.«

Und also gar kein Wunder, daß die herzliche Hartz-Republik Deutschland ihren Luther mit einem Staatsakt feiert und einer, der den »extremen Leistungsdruck« (Chrismon spezial) mit Gott (und Geld) gut aushält, der Pöbelfeinde Botschafter sein kann, ja muß.

Finden Sie nicht auch? Titanic

Ja, finde ich auch. Herrlich! Ein schönes Luderjahr wünsche ich Ihnen allen!

Schirrmi