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Kommt der Patient zum Doc..

Ich habe grade mal diesen Blog durchgelesen, hatte 8 Minuten Zeit bevor der Timer für meinen Pfefferminztee schelte und mir fiel auf dass ich noch nie einen Witz erzählte. Das möchte ich hiermit nachholen.

Kommt der Patient zum Doc:

Doc: „Ja, hmm, hmm, grummel, soweit so .. grummel..“

Patient: „Ja lieber Doc, sieht doch prima aus, oder? Nicht?“

Doc: „Die Therapie schlägt bei Ihnen sehr gut an und wir stellen fest: Sporadische Entfernungen aus dem Berufsleben tun Ihnen gut.“

Patient (innerlich) : „Yipieh! :-)“

Doc (alles ist soweit erledigt man müsste nur Tschüss sagen): „Und, mein liebe Herr Patient? Wollen Sie sonst noch was? Brauchen Sie sonst noch Medikamente oder so?“

Patient: „Ähm, wenn Sie mich so fragen, bin unvorbereitet. Was gibt es denn noch so, was wäre Ihre Empfehlung?“

Doc: „Ich frag ja nur..“

Patient: „..“

Fazit: Das nächste Mal werde ich vor diesem Doc ordentlich vorbereitet sitzen.

Nee im Ernst. Ich kann keine Witze erzählen. Aber so war es heute. Tja!

Keine Oma mehr da um mich zu beschützen

Es ist ein altes Lied was viele Menschen wahrscheinlich nicht mehr kennen. Der Barry geriet damals damit auch in die Mühlen des US-Goverments.  Ich denke grade an meine geliebte Oma und ich kann nicht sagen wie ich den Zusammenhang zwischen dem Lied und dem was mich bewegt ausdrücken kann.

Die Tastatur verschwimmt in einem Nebel durch den ich nicht mehr richtig sehen kann. Großartige Menschen leben immer noch in meinem Geiste. Gelebt in Würde und Mitmenschlichkeit, gestorben in einer Welt die sie überholt hatten. Doch immer graderaus und nie ein Sklave der Obrigkeit. So lernte ich es von ihr.

Ich hatte das (Un)Glück schlimm krank zu sein. Das ist nicht witzig und ich bin immer noch schwer krank. Und wenn ich mich so sehe, tue ich mir immer noch leid. Doch dadurch hatte ich die einzigartige Gelegenheit nicht daheim sondern bei Oma zu leben – zu überleben. Für viel zu kurze Zeit. Sie brachte mir Dinge bei. Sie lehrte. Sie formte mich nach alter Schule. Sagte „Kind, die Spielzeit ist rum, setzt Dich an den Sekretär und schreibe ein Dankesschreiben an den Günstiger.“ Heute bin ich immer noch Legastheniker oder wie das heißt. Doch Benehmen und grundsätzliche Formen des Zusammenseins auch wenn es heute überkandidelt wahrgenommen wird, sind felsenfest in mich eingebrannt. Die Tür aufhalten. Den Stuhl zurecht gerückt. Den Mantel gehalten. Dem frechen Kellner die Weinkarte zu erklären. Komische Situationen der lieben Gefährtin ersparen bevor sie es erfährt.

Im Wohnzimmer meiner Omi waren Minister anwesend. Staatssekretäre und sonstige. Damals standen sie sogar stramm und mussten Zubbeleien am Schlipps oder an der Krawatte über sich ergehen lassen. „Junger Mann, wie sehen Sie denn aus?“.  Ich auf dem Sessel, von derer Zwei die Mittags zusammengeschoben wurden damit ich den obligatorischen Mittagsschlaf machte im Hintergrund der Röhrenfernseher mit Bundestagsdebatten und auf dem andern Ohr die klickenden Stricknadeln für die nächsten Socken, den Pullunder.

Eine Markzwanzig erhielt ich für die Straßenbahn. Dann noch 50 Pfennig für die Kantine im Erich-Ollenhauer-Haus. Regelmäßig steckte ich mir das Geld ein und joggte anstatt das Geld für die Stadtwerke Bonn auszugeben. Hungerte wie gewohnt anstatt in die Kantine zu gehen. Nur um Geld zu haben. Ich war arm und lief und.. lieber vom gesparten Geld Schulhefte kaufen zu können.

Als ich mal halbwegs ordentliche Asthma-Medikamente erhielt, lief ich nur noch. Ich lief und rannte und wollte wie die anderen sein. Ging nicht, ich wollte aber. Ich sagte es nie jemanden, doch Oma sagte: „Jung, mach das nicht, Du hast andere Qualitäten.“. Sie beruhigte mich und machte Welten für mich klar von denen ich in meinem Sumpf nie zu denken wagte. „Großer!“ sagte sie zu mir Kleenen. „Du Hübscher!“ sagte sie zu mir Hässlichen. „Du Schlauberger!“ sagte sie zu mir, ich Dummerjan. Ich wusste es damals nicht. Aber Oma zog mich auf und versuchte mich zu einem Menschen zu machen.

Omi, ich liebe Dich und ich könnte noch so viel erzählen. Und, was Du komisch finden würdest, hier – braucht man keine Schönschrift. Aber auch dafür – vielen Dank! Kussi und Umarmung!

P.S.: Omi , Du hast was Schönes aus mir gemacht. Auch wenn Hornhaut wächst und ich nicht immer recht auf meine Fingernägel achte. Drücker und Kussi! Dein kleiner Johannes.

Denk ich an Deutschland in der Nacht

Der Jahrestag wird gefeiert mit Tschingderassabum
Einigkeit die Parole
Glückselig, warme Tränen
voller Dankbarkeit

Lustigkeit mit ohne Grenzen
Mahnen sie an Einigkeit
Fähnchenschwingend am Straßenrand
Luftballons, Popcorn, Tollerei

Die Grenzen dicht
und Jagd auf Menschen
der neue Sport
das Rahmenprogramm

Manch einer schaut ungläubig
was passiert denn jetzt
Einigkeit? Wo, wo bin ich hier?
Ein Spektakulum, der Zirkus lacht

Das Oktobertittenfest,
Der geschenkte freie Tag
Die Gewerkschaft jammert
Der Politiker lacht

Der klare Heinrich:
Denk ich an Deutschland in der Nacht
Erbrechen, Unverständnis
Dann bin ich um den Schlaf gebracht

Ich sehe und will nicht
Sie sehen und wollen
Das unbedachte Karussell
Dreht – und der letzte Krieg laut jauchzend wird..

..begrüßt.

N50° 48.927′ E7° 14.835′

Ich machte eine Flasche Reissdorf Kölsch auf, griff wie gewohnt zum Telefon, wählte und er ging nicht ran. Oweh, erinnerte ich mich, er ist ja umgezogen.

Die unerwünschte Schisskonsistenz

Vorgestern hatte ich nach ein paar Vollkornstullen Darmdrang. Als Heimscheißer muss ich mir soweit keine Gedanken darüber machen. Außer dass meine lieben Kollegen jedes Mal wenn Sie in der Knochenmühle das WC aufsuchen, vorher noch ihr kleines Köpfchen in mein Büro hängen lassen um zu erwähnen „jetzt spare ich mal wieder 1,5 Liter Wasser!“ und weiter „hihi – alles auf die Firma.“

Nach einigen Stunden Abstinenz von geistigen Getränken kam mir der eigene Schiss komisch vor. Es drückte mir im Enddarm. War so ungefähr 21 Uhr. CET sollte ich als international Globetrotter noch erwähnen. Kennen Sie das? Bis zum letzten Drücker warten, haben Sie Kinder?, um dann wenn es richtig schlimm drückt – fast das Duell mit dem Hosenstall – dem Reißverschluß zu verlieren. Knöpfe sind schlimmer aber da berichte ich gesondert.

Jedenfalls, musste ich so richtig schön kacken und war rechtzeitig auf dem Thron. Drücke unter unmenschlichem Gestöhne und so ziemlich nicht Schwiegermutterfreundlichen Geräuschen da unten die Muskeln zusammen und auseinander und spüre zwischendurch meine wohlausgeprägten Bauchmuskeln. Und weiter, ich drücke und erwarte eine Riesenwurst. Aber nee! Nee! Was kommt da? Zeitweilige, zähe Teerfladen die sich am Klorand festsetzen. Dann noch ein schöner Pups, und da kommt (leider) noch was Flüssiges welches rückspritzt an meinen Po. Ich überlege – war das jetzt Wasser von unten oder was Anderes? Egal soweit. Ich stehe auf und wie es jeder macht, schaue erstmal runter in Schüssel was da so passiert ist. Als alter Analytiker rekogniere ich Normalität unten im Wasser schwimmend ein paar U-Boote und Zeug. Dazu aber an den Schüsselränder festsitzende Teerkacke – fladen. Das bringt keine Spülung weg. Ich warte bis der Dings wieder voll ist und spüle noch mal. Und noch mal. Die Kacke geht nicht weg. Egal!

Und da schreit es schon von draußen:

„DAS SCHÖNE PORZELLAN!“ Iiiihhhhhhh – „Wie kannst Du nur?“

„Weiha, jooooohh – reg di nit uff!“ „Teerschiss, na und?“

Im weiteren Verlauf des Abends, ich hatte unsere Haarbürste in der Hand um meine 60er Tolle in Ordnung zu bringen, kam ich auf den Gedanken das Malheur in Ordnung zu bringen. So tat ich.

Das „teure“ Porzellan sauber- stellte ich mir den Wecker für morgen. Um mitzukriegen wie und mit welcher Bürste sie und die Schwiegermutter sich die Haare machen.

Hach!

Der Welt das hässliche Gesicht zeigen

Langsam schwant mir was. Es ist nicht nur so dass meine sorgsam recherchierten und überaus fundierten und erst nach langem Nachdenken und nicht widerlegbaren Meinungsäußerungen von den Eliten als Verschwörungstheorien abgetan werden. Nein, sie fahren mittlerweile schwere und schwerste Geschütze gegen mich auf.

Kennen Sie das? Wenn Sie sich wie der arme Protagonist in einem Roman von Franz Kafka vorkommen? Oder Sie flanieren nichts Böses ahnend durch die Welt und Sie sehen in den Augen der Mitflaneure nur ein verzerrtes Spiegelbild ihrer Selbst? Aus Schaufensterscheiben, Autoscheiben glotzt Ihnen ein furchtbares Schreckensgespenst entgegen? So langsam ist es wie ein Alptraum aus dem man nicht mehr erwacht. Sogar der Klospiegel in der Knochenmühle lacht mir wie ein grauenhafter Spuk in mein schönes Antlitz. Und als ob es nicht schlimmer sein könnte, sogar auf Fotografien geht die perfide Zermürbung meiner armen, kleinen Seele weiter. Denn auch dort sehe ich mich nur als Monster das mir wie ein schlimmes, zweites Ich entgegenblickt.

Je mehr ich ignoriere, zurücklache, drohe – umso fürchterlicher wird es. Diese Spiegelbilder, schrecklicher als in einem Kabinett in dem man als unwissender Folterkandidat ohne Eintrittsgeld hineingeführt wird, nehmen zu, werden mehr und verfolgen mich auf Schritt und Tritt. Überall jetzt schon dort wo ich hinsehe. Mir blickt ein dickes, fettes Monster entgegen.

Frieden finde ich nur daheim in meiner schnuckeligen Muckelbude. Denn wenn ich in meinen kleinen, ungeputzten Badezimmerspiegel blicke, das Bad nur erhellt von einer staubigen 15 Watt Vorkriegsglühbirne, dann, ja dann sehe ich mich so wie ich bin. Schön, jung und schlank. Es könnte nicht besser sein. Außer – die Glühbirne ginge kaputt. Dann wäre es das Paradies.

Wenn man Dinge nicht ändern kann muss man versuchen mit Ihnen umzugehen. So hat es Klick in meinem hochvergeistigten Gehirn gemacht und danach passte wieder alles. Ich zeige ganz bewusst der Welt meine hässlichste Fratze die ich aus den Tiefen meiner höllischen Phantasie hervorkramen kann.

Buh!

Gosse

Gosse.

Gewalt herrscht, der Familienname sorgt für Ehrfurcht und für Schultern, so breit ein kleiner Bub sie haben kann. Der Gegenüber fühlt das gleiche. Angst. Und ist gefangen in Tradition. Da, damals war mal was. Wir, wir haben eigentlich nichts. Feinde, unwissentlich dass wir Freunde sind, die gleichen Dramen erfuhren. Im Grunde gibt es keinen Unterschied. Die Fäuste geballt, entschlossen wie wir es gelernt hatten. Schauen wir uns an. Wir heulen nicht wegen dem körperlichen Schmerz, wir weinen über uns, weinen mit uns, fühlen Mitgefühl – unbegreiflich was wir da tun. Am Ende liegen wir da.

Wäre es nicht schöner dass wir uns umarmen, miteinander schlafen, lachen und philosophieren? Die Welt ignorierend die sich uns aufdrängt, Dinge befiehlt? Die Hoffnung dass alles nur ein böser, blutiger Traum war, was können denn wir dafür?

Der Junge der über Dächer ging (2)

Tagebucheintrag xx.xx.xxxx: „Habe jemanden kennen gelernt der mich nicht als Außenseiter sieht. Komisch..“ So schrieb er ein wenig unbedarft während sein Herz klopfte, das Buch zusammenklappte nicht ohne abzuwarten dass die Tinte trocknet.

Er hatte eine halbwegs leserliche Telefonnummer auf einem Zigarettenpapier erhalten. Er wollte nicht anrufen, nicht betteln. Doch der, der ihm die Nummer dahin gekritzelt hatte – der musste was sein. Denn er hätte ihm sonst nie seine Telefonnummer gegeben wenn er nichts wäre. Tausendmal rief er an. Oft ging eine überaus energische Frau am anderen Ende ran und schrie. Und manchmal fragte sie, wo ist der Jung – sprich.. Er konnte damit genau so wenig anfangen wie man am gemeinsamen Abendtisch saß, die Hände gemeinsam gefaltet und das Tischgespräch sprach. Der gute Gott, die gute Welt von denen sie sprachen, waren doch so weit entfernt. Es war einmal, während seine Finger auf der einen Seite die harten, schwieligen Finger des Vaters griffen, auf der andern Seite die wie spinnenstarken Hände der Mutter fühlten, wünschte er sich nur eins – fort weg, am Ende – Hauptsache nur allein.

Wie es dazu kam, dass weiß wahrscheinlich niemand mehr. Gefühlte lange Jahre war es her, die Erinnerung an Ihn verblasste und er machte sein Abitur beim kleinen Latinum, Schiller und Goethe. Wohlwissend ob der alten Studien dass die Erde sich dennoch dreht, auch wenn man sich aufregend Männerbanden mörderisch ihr Unwesen treibend, im Dorf, jegliche feine Sinne, großartige Herzen, wohlfühlende Gedanken ertränken wollen in ihrem Suff, ihren tierischen Gelüsten, die Manschetten hoch, der Kragen schief, gottverlassend fühlt.

Wie ein Reh, großäugig – gläubig, traf er einen Freund. Na, komm doch mit! Hab doch Spaß – der Freund, der Einzige, redete weder von Herkunft, Bildung, noch vom grobschlächtigen Gesicht. „Hier ist Kirmes, saufen, fressen, ficken..“ Kennste nicht?“ Eine, oder ein-einhalb, Dosen Bier, er wurde entspannt und wurde von seinem Freund herumgeführt. Die Lichter so hell, die Fahrgeschäfte so schnell. Die Musik, 70ger wohl, das Glück war erreichbar, er war wer und wird geliebt an der Raupenbahn, am Karussell – juhhee! Die Mädels lachen wenn sie ihn sehen, seine Patte so offen, gibt aus, sein Geld verschwindet für ein kurzes Glück – Einsamkeit.

Die neuen Freunde reißen ihn raus aus der kurzen, schnellen Verzückung, ziehen, drängen, reißen ihn an den Scooter und schreien wie im Rausch: „Schau mal hier…“ – da kommt ein Wagen mit dem Feind – ein gezielter Tritt. Mitten ins Gesicht. Der Kopf reißt herum – Blut spritzt. Es klappern die Zähne. Der Feind, der Große liegt nun da und seine Kumpels sehen ganz deutlich – wer es war.

Blutdurstige Meute verfolgt ihn der nicht weiß was ist noch was war, Freund vorab rennend – brüllend „nimm die Füße in die Hand!“, doch schnell ist er nicht. Am Boden liegend, die Rippen – die Fresse zu Brei, sagt jemand „lass es gut sein – er kann ja nichts dafür!“ Er kam ins Krankenhaus mit Knochenbrüchen, Hämatomen und einem Kater. Am nächsten Morgen, er: „Hast Du ein Battle? War ich das Schwein?“

Fragt der Junge, der über Dächer ging.

Frei, das Leben zu erfassen, zu begreifen,
wie die Wolken, wie der Wind;

frohen Mutes Glück und Wärme zu verbreiten,
durch die Welt zu reisen, ein Lächeln im Gesicht;

nichts geht verloren,
im Universum der Unendlichkeit.

Angebissene Fliegen und gefickte Fernbedienungen

Booaarhhh, verdammte Scheiße hab ich einen Kater! Das verschissene Eifohn hat nicht geklingelt –ich greife es um 8, habe grade eine immense sozialistische Wut im Bauch, hole aus und schmeiß das Ding  auf den vom Bruder verlegten Laminat. Zack! Plastik platzt, Platinen heulen, prekäre Linsen schreien.

Nee, ich bin es ja selber schuld. Es hat geklingelt. Ich wollte es nur nicht wahr haben. Die versammelte Wut konzentrierte sich auf einen Punkt. So wie Bruce Lee es mir lehrte. Vermeide Konfrontationen, wenn es sich nicht vermeiden lässt – mach kaputt, was Dich kaputt machen will. Sei der Erste der nachgibt, sei der, der den ersten Schlag vollzieht wenn es auf Biegen und Brechen verlangt wird.

Fünfuhrfünfundzwangig – so mein Ding. Normalerweise.

Wut, überschüssige Magensäure, Stress und ein kraftvolles Null-Bock-Gefühl. So saß ich am Tisch, den Hopp-hopp-Kaffee vor mir und die Welt war grausam, ein gelber Schein so fern. Mein Kopf ruckte hoch bei der Tageschau – der mittelmäßigen Wetter-Show. Resignierend nehme ich wortlos Rücksprache mit Yamaha, lasse die Damen und Herren Nubert brüllen bei „Land of Confusion“.

Innere Stimmen flüstern „der Konzern geht nicht platt wenn Du mal platt bist.“, mein Blick gilt halb vernebelt, zu schauen ob da überhaupt noch jemand ist. Halte versuchsweise die Luft an, ob ich die Macht habe, das Rad der Dinge – die Welt zu halten. Feste, anzuhalten. Es schwirrt.

Ich blicke auf das überaus ausgezeichnete Chrom-Design der Fernbedienung um das ehrlichste Klimpern, das ehrlichste Jauchzen was Freund Bach je zustande bracht, auf die vormittäglichen Ohrgehörgangdrahthaare, schön schwarz gefärbt und mit Lidstrich, ich mich verlieren kann.

Dennoch, ein neuer Tag brach an. Sogar ich selbst, tat mir leid – im Geiste sah ich die Freundin, kopfschüttelnd – lass das sein. Und weiter fort: Mein Schatz, das Haus – der Hof! Nun sach, ist es das wert? Mein geliebtes Stück, Du hast so recht! Ich zück mein Schwert und da, da –da..

Attraktiv, mit Haaren und mit Borsten, threesome – nur mit Flügeln, fickten sie auf der Bedienung. Ich, entsetzt, griff zum Telefon, mein Versicherungsagent, der Torsten, verklausulierte mir das Kleingedruckte, es wäre kein Grund zum grienen, bist doch alt genug beim Poppen zuzusehen.

Outtake: „Äh, Schatzipupsimausi..? Was schreibst Du da? Wo ist das Thema, wo kamst Du?

Nee, im Ernst jetzt. Wirklich. Schwör! Da fickten die zwei Stubenfliegen auf meiner TV-Fernbedienung und taten sich nach dem ihrem echt tierischen Akt an meinem Kaffee genüsslich. Ab da war mir der unverhoffte, faule Tag verdorben und fuhr dann doch noch in die Knochenmühle.

Ich verschaffte mir einen elektronischen Überblick und begrüßte die Kundschaft, die mittlerweile lange Schlangen bildeten wie um einen Wettbewerb mit ansässigen Bandwürmern zu gewinnen, mit einem fröhlichen aber ernst gemeinten „Haus des Wahnsinns.. Was kann ich für Sie tun?“

Noch fickende Stubenfliegen im Sinn und wenn ich ehrlich sein kann, es liest ja keiner mit, mit einem ordentlichen Ständer – da draußen um die Rosen zu stützen, der Gärtner war nicht der Mörder sondern bewässert sie, veranlagte ich meinen geschmeidigen Körper in die Küche um mir eine Tasse Anis-Fenchel-Kümmel-Heroin-Tee aufzubrühen. Da das Geschäftstelefon aus Gründen sein Zeitliches segnete, stahl ich aus irgendeinem Office, irgendwas, und stellt den Timer auf 8 Minuten in freudiger Erwartung auf Entspannung während ich aus dem Fenster schaue um die schlanken Schenkel, die kurzberockten, die luftig – duftigen jungen Sperlingskinder zu beobachten die jüngst geschlüpft, noch ein wenig tollpatschig die Welt und die klaren Fensterscheiben irgendeines Bürohauses kennenzulernen.

Acht Minuten! Hab ja Zeit. Acht, zehn oder zweiunddreißigdrölfzich Stunden lang. Alles im Einklang des außertariflichen Knebelvertrags. Es bimmelt, ich nehme den Beutel heraus und entsorge zunächst in mühevoller Kleinarbeit die metallische Klammer, verbringe das Organische in die Braune-, die Hülle in die graue Resttonne, die mittlerweile ihr Alter nicht mehr verleugnen kann, sie riecht und niemand hat mehr Bock die Haare, die grauen, wenigstens zum Anschein zu frisieren.

Nippe an dem köstlichen Nass. Meine weichen, vollen doch zart harte Lippen genießen die Tasse Tee. Und es grummelt, es kitzelt, es küsst mich wer. Schaue in die Tasse, sehe eine halbe, tote Fliege am Tassenrand und frage mich. Wo ist der Rest?

Nun ist es kein Wunder mit mir und den Fliegen. Denn ich bin der Herr und es schreibt sich 666. Doch manchmal will ich konservativ sein – doch die Fliegen, nicht.