Schlagwort-Archiv: Knochenmühle

Ein verflixtes Datum

Wie jeder Job, wie jede Arbeitsstelle, bietet auch die Büroarbeit manchmal Anlass zum Schmunzeln. Je nach Arbeitsstelle kommt das selten oder öfters vor. Eigentlich wollte ich grade lieber „manchmal“ schreiben, aber das kam da oben ja schon vor.

Jedenfalls höre ich grade den Grunge-Channel von Delta Radio und das bringt mich furchtbar runter. Aber ich habe es ja gut. Brauche nicht zum Messer greifen damit das Blut spritzt sondern nehme mir einfach ein paar der halbabgeheilten Neurodermitiswunden vor und kratze solange bis das Blut spritzt / fließt. Das ist Befriedigung. Aber ich schweife ab.

Manchmal (haha) könnte man im Büroalltag schon ins Kichern kommen. Wenn beispielsweise hochbezahlte Ingenieure und ehemalige Lochkartenstanzer einem wat verzälle wolle. Um dann am Ende dumm aus der Wäsche zu schauen. Menschen die sich wie Wickie die Nase reiben, „Heureka“ schreien und anschließend alles schlimmer machen als es vorher war. Ich habe mir abgewöhnt mich einzumischen. Ich musste auch durch Fehler lernen. Durch die harte Schule der Selbsterkenntnis gehen. Ich lasse sie gegen die Wände rennen. Ich lasse ihnen diese Fehler. Ich sehe es. Ich sage nichts mehr. Ich rege mich nicht mehr auf. Ich will auch kein Beschützer mehr sein. Ich halte meine Schnauze und freue mich auf die verbrecherischen Ergebnisse ihrer Aktionen, „guten“ Ideen und diese Scheiß-Workarrounds die zunächst kurz helfen, dann aber so schmutzig und dreckig bleiben bis zum Sankt Nimmer. Spätestens bis zum nächsten Audit.

Audit. Wenn die geschlippsten Burschen – frisch von der Uni – daherkommen und einem mit ernster Miene wat verzälle wollen. Blödsinnige IT-Controls kontrollieren wollen und das nach Schema-F. Sie sind entweder frische Juristen oder in der Mehrzahl BWL’er. Keine Ahnung wo der Hase lang läuft aber die Krawatte nicht alleine binden können. Einem habe ich mal am Binder gezubbelt und erschrak ganz fürchterlich – hatte ich doch plötzlich was in der Hand – die Klemmkrawatte. Kennen Sie Klemmkrawatten? Was habe ich vor versammelter Mannschaft gelacht und fragte ihn gemein kichernd ob Omi keine Zeit gehabt hätte mit auf Dienstreise zu fahren um dem Kleenen den Strick zu knüpfen.

Aber ich schweife ab.

Ist es ein Segen oder ein Fluch? Ich kann über mich selbst lachen. Gestern war ich ein Idiot und keiner hat es mitbekommen. NIEMAND! Deswegen, liebes Tagebuch. Bitte nichts weiter erzählen. Bitte, bitte..

Mittwochs transportiere ich genehmigte und getestete (ich lach mich schlapp!) Programmänderungen in das Produktivsystem. Sehr, sehr früh. Muss geschehen bevor das Business anfängt mit dem System zu arbeiten. Übrigens ist das ein Kunststück. Wir haben weltweit Benutzer, über alle Zeitzonen hinweg. Ein 24×7 System. Von daher ist es für mich ein running gag – die Vorgabe, Änderungen nur vor dem Businessbeginn importieren zu müssen / sollen. Jedenfalls geht alles schön mit Formulare, mit Unterschriften – fill correctly and sign after testing. Gut, is langweilig. Daher in Kürze. Die Keyuser testen und unterschreiben wenn o.k. Der zuständige Entwickler oder Business Analyst unterschreibt auch. Dann prüft noch mein Lieblingskollege und bestätigt das auch noch mal handschriftlich mit Datum und Unterschrift und genehmigt. Ich als Letzter in der Kette haue die Dinger in das PRD und unterzeichne ebenfalls. Boaahhrrr!

Jedenfalls (<= geiles Wort) habe ich einen Stapel von Formulare, haue die Objekte in das Produktivsystem und unterzeichne mit Datumsangabe handschriftlich. Korrekterweise war das gestern –und jetzt stellen Sie sich bitte eine überaus unleserliche Handschrift vor – der 06.07.2016. So fing ich bei den ersten Blättern an. Es kam mir etwas komisch vor denn ich erwischte mich alsbald dass ich 07.06.2016 schrieb. Den fertigen Formularstapel nahm ich mir dann wieder vor, strich das falsche Datum durch und ergänzte unten richtigerweise mit 06.07.2016 und legte wieder ab. Es kam mir wieder etwas komisch vor und nahm mir die Ablage wiederrum vor und sah: Ich schrieb wieder den 6. Juni. Also alles nochmal. Auch diese Datümer wieder durchgestrichen und dann habe ich mich echt, ganz ehrlich gezwungen korrekt zu schreiben. So war es dann auch. Ich bekam mich im Griff und schrieb überall und schlussendlich den 06.07. Stolz packte ich den Stapel Papier und ging rüber zum Einscannen, sah noch mal druff und sah. Sah und sah und entsetzte mich vor mich. Oder vor mir? Blöde Rheinländer. Zum Thema: Ich sah 06.07.2015 auf den Formularen.

Zu wirr? Unverständlich? Hier eine kleine Hilfe:Comp_IMG_7699

Und? Doof, oder?

Blonde Kolleginnen mit langen Beinen feiern

Sie werden es nicht glauben. Ich fasse es selbst noch nicht!

Stupide organisiere, tippe, programmiere, diskutiere, onaniere, resigniere ich so in der Knochenmühle vor mich hin und stelle mir ein engelsgleiches, blondes Wesen vor. Mit langen schlanken Beinen. Mit einem netten Äußeren. Mit Grips wenn es nötig ist, mit ohne Grips – Instinkte pur bei anderen Gelegenheiten. Sportlich schlank, aber nicht allzusehr. Mit gutem Musikgeschmack. Motorradfahrend. In dunklen Zeiten geht die Sonne auf wenn sie erscheint.

„Klöpfchen, klöpfchen“ klopft es an meine Tür. „HERRRREIN!“ schnarre ich überaus ungestüm wie nett genervt und schaue. Zuerst kommen wunderschöne, schwarze Damenschuhe mit interessanten Absätzen gefolgt von Beinen. Dann erst mal nichts. Immer noch Beine – sie kamen immer noch rein. (kam mir langsam schon wie in einem Film vor). Schlanke, lange, sportliche Damenbeine in engen Hosen. Hach, Klappmesser – ik hör dir trappsen.

Sie müssen sich das mal vorstellen! Haben Sie schon mal Klappmesser trappsen hören? Nee? Ich auch nicht. Sorry für diesen Exkurs.

Jedenfalls lurte verschämt erst eine blonde Haarpracht, dann ein liebes Gesicht herein. „Störe ich, Johannes?“. Ähm, uff, mist, jetzt hätte ich gerne eine Ziggi danach, brummelte ich in meinen Bart und hieß sie hereinzukommen. Sonst ist mein vom Büroschaffen verkrüpelter Quasimodo-Rücken nicht schön anzuschaun. Zack! Wie eine Eins standen wir, eh, ich, äh, saße ich im Stuhl, bleckte meine Zähne und warf mir ein Pfefferminzbonbon rein um zuckersüß zu fragen: „Jaaahaaaaaahhhh?“ Und wischte mir einen Speichelfaden vom Mundwinkel.

Da stand sie nun vor mir in voller Pracht und hinter ihr die Tür. Ich in ebensolcher vor ihr. Sie hatte was in den Händen und überreichte es mir. Ich sah es nicht. Hände? Hallo? Sie öffnete keck ihre zarten, kirschförmigen Lippen um „Johannes, ich möchte mich bei Dir bedanken.“ zu hauchen. „Hmhhhhmmmm?“ heiserte ich mit belegter Zunge zurück.

„Dass ich Deinen Schlüssel haben kann. Auch wenn Du nicht da bist. Dafür danke ich Dir.“ Und legte mir eine Schachtel „Feiern“ auf den Tisch und verschwand Feengleich nicht ohne ihren süßen Duft zu hinterlassen, aus meinem Büro. Ich youtubte Celebration, fuhr verwirrt mit dem Stuhl nach hinten und stürzte mit Kool and the Gang aus dem Fenster.

Comp_IMG_1978

Ob dem dumpfen Knall rief sie aus dem anderen Stockwerk „Is was?“

Leise Schoki mümmelnd konzentrierte ich mich wieder auf die Arbeit.

Was ein Tag! 🙂

1st-, 2nd-, 3rd-, 4th-, 5th-Level Support

Wer arbeitet nicht gerne mit Profis zusammen? Manchmal kann auch der Büroalltag witzig sein denn mein Lieblingskollege sagte mir, ich glaube vor ca. drei Wochen, dass eine Kollegin ein Problem hätte. Ich hörte nicht richtig zu und stellte auf Durchzug, wie so oft. Mein innerlicher Kopf schüttelte sich „Kann net sein!“.

Später hörte ich auf dem Flur von anderen Kollegen das gleiche Problem. Einige Tage später immer noch. Immer so unterschwellig. Dass das Business drauf wartet. Das ein Projektziel ggf. nicht eingehalten werden kann – Unsinn halt.

Heute war es soweit. Die Kollegin kam zu mir. „Duuuuuhuuu, ich hätte da mal ein Basis-Problem.“ Einkaufsbelege können prima im Produktivsystem via Email verschickt werden. Warum das nicht im Testsystem ginge war die Fragestellung. Ich so, geht doch. Normal halt. Kein Problem. Sie so, schau mal, die landen im Spool und nicht in der Email-Versand-Warteschlange. Hmh, tippel, tippel… Email geht. Ich schau sie an: „Email geht!“. Ja doch, aber hier nicht. Und so nicht und so auch nicht. Und das ist ein Riesenproblem. Und das dauert schon so lange an. Und das GEHT NICHT! GEHT NICHT, NICHT, NICHT – und stampft mit ihren süßen Beinchen auf den Boden.

Ich dann mal ganz langsam und von vorne. Rein in die Businesstransaktion und mache alles so wie sie sagt. Führe aus. Gehe in die Email-Warteschlange – die Emails sind da. Grummelnd und irgendwas von „verrückt“ und „kann doch gar nicht sein“ und „wochenlang“ murmelnd zog sie von dannen.

Zupp, rauscht eine Email von ihr rein mit einem 10 MB großem Screenshot – quasi als Beweis dass „Ihre“ Emails nicht in der Warteschlange landen. Gut, ich erhob meinen Knackarsch und stiefelte zu ihr ins Büro weil ich jetzt echt mal wissen wollte was sie da so macht. Sie macht dann so und zack: Klappt nicht!

Ich gucke, schaue auf den Screen und muss anfangen zu lachen. Die Selektion war auf 500 Datensätze beschränkt. Der Rest wird einfach nicht angezeigt. Kurz in den Optionen auf 1000 gestellt, die Anzeige refreshed und siehe da – sie sind da. Die Emails.

Keiner hat das Problem lösen können. Stellen Sie sich das mal vor. Alle in der IT-Abteilung. Keiner. Kein Einziger! Wochenlang!

Das kostet ein Eis.

P.S.: Möchten Sie was lernen? Bei SAP kann man die Datenselektionen aus Performancegründen einschränken. Das ist sinnvoll. Das muss man aber auch wissen. Das weiß man eigentlich auch.

Es tippselt, es tappselt

Die Melodie ungefähr so wie von Heinz Erhardt „trink ich noch nen Korn“. Nee, doch nicht.

Immer wenn ich auf der arbeit bin taste ich die tippsel
Wenn ich dann noch auf der arbeit bin taste ich noch ein tappsel
Wenn ich dann noch auf der arbeit bin tippsel ich die tasten
Und wenn ich dann noch auf der arbeit bin fange ich von vorne an

Lubi du, lubidubidu
Hi, hi, ha, ha!
Holla ju, di dubidubidu

Immer wenn ich tippsel, höre ich es tappseln
Wenn ich auf der arbeit bin, tappsel ich vor mir hin
Wenn ich dann noch auf der Arbeit bin tastet, tippselt es sich vor sich hin
Und wenn ich dann noch, hach ihr glaubt es nicht

Lubi du, lubidubidu
Hi, hi, ha, ha!
Holla ju, di dubidubidu

Wenn es dann noch tippelt, tastet,
dann weiß ich wer ich bin

Juchhee! Ole!

Montagsstress und einen Job den ich gut finde

Normalerweise bin ich ja ein wenig in Lästerlaune wenn es um die Knochenmühle geht in der ich abhängig beschäftigt bin und den Reichtum einiger weniger mehre. Der doofe Montag ist rum. Der ganze Vormittag ging druff mit Besprechungen und daheim in der Mittagspause sah ich dass wunderbarerweise alles aufgeräumt war. Nämlich wurde am Wochenende gehaust, gelebt, geliebt. Der Nachmittag war flott rum mit irgendwelchen Telkos. Franzosen auf Englisch. Ich kann beides. Letzteres sogar sprechen.

Ich hatte eine Dokumentation aufgenommen die ich mir grade reinzog. Und ich muss sagen, nein – den Job möchte ich nicht machen. Stress pur! Und fast nichts ohne Computer. Nee, nee!

Die Doku, „El Bulli – Cooking in Progress“ erzählt von einem Koch und seinem Team. Die verkaufen ein halbes Jahr im Restaurant, ansonsten wird einige Monate in einem Labor experimentiert – das Restaurant hat dann zu. Hammer, wie ich finde. Wollt ihr sehen? Noch gibt es die Doku in der Mediathek des BR3.

Nach einem Tittenerfüllten Wochenende blieben noch ein paar Biokartoffeln und –karotten übrig. Was liegt da näher eine Suppe zu kochen damit das Zeug nicht verdirbt? Ich tat es und schaute mir die Reportage an. Gut gemacht, beides, und wie ich finde, sehr spannend und der Filmemacher hat den Druck gut aufgefangen der in diesem Metier herrscht.

Nö, ich bleibe bei meinen Leisten.

Schönen Abend und eine gute Woche.

Schirrmi

 

 

Autologout

Sie haben es sicher schon geschnallt. Meine Zeit in der Knochenmühle verbringe ich als elektronischer Datenverarbeitungsmuckel. Ja, ich habe ab und zu mal einen Bad-Hair-Day.

Auf Weisung von WiPrüfis erhielt ich Scheffes Weisung die IT-Systeme sicherer zu machen. Ich sollte mit SAP beginnen. Ein Aspekt ist der sogenannte Autologout-Mechanismus. Es bedeutet dass man aus dem SAP-System rausfliegt wenn man so und so lange nicht damit gearbeitet hat. Ich tat also so und stellte 4 Stunden Inaktivität ein.

Trotz ordentlicher Benutzerkommunikation mit Erklärung, Hintergrund, FAQ etc. ging ein globaler, gellender Aufschrei durch die Mühle. „Ich erhalte seit letzter Zeit so komische Fehlermeldungen.“ Oder „Das mit den Passwörtern ist ja schon schlimm genug. Jetzt muss man sich aber sogar mehrmals am Tag anmelden.“. Der damalige Fibu-Chef beschwerte sich ganz besonders bei meinem Chef. Seit der Umstellung kommen immer Fehlermeldungen und nein, die haben nichts mit der neuen Security-Einstellung zu tun. Mein Chef dann wiederum beschwerte sich bei mir. Als ob er seine eigene Weisung nicht mehr verstünde tat er so als ob ich aus eigenem Antrieb die Leute ärgern wollte. Ich sollte mich drum kümmern.

Also rief ich den damaligen Fibu-Chef an und hörte mir ruhig und verständnisvoll seine Klagen an. Ich kam mir wie die Klagemauer an sich vor. In der Regel gibt sie ja auch keine Antworten. Jedenfalls machte ich folgenden Vorschlag: „Herr Fibu-Chef, ich komme mal morgens zu Ihnen und Sie zeigen mir was Sie dann da machen. Dann komme ich noch mal zu Ihnen wenn Sie die Fehlermeldung erhalten. Oki?“ Oki!

Am nächsten Morgen saß ich mich zu ihm und bedeutete ihm alles so zu machen wie er es sonst auch immer macht. Also fährt er den Computer hoch und meldet sich im Netzwerk an. Startet das SAPLogon und doppelklickt auf den Eintrag für das Testsystem. Die Anmeldemaske erscheint. Er grummelt vor sich hin und fährt den Computer wieder runter. Ich so: „Warum fahren Sie den Computer denn jetzt wieder runter?“ Tja, sagt er „Ich habe grade aus Versehen das falsche System angeklickt.“ [Palmface] Das gleiche Spiel also noch mal, er fährt hoch, meldet sich an, trifft diesmal doppelt richtigerweise das Produktivsystem und grummelt wieder vor sich hin, wie z.B.: „Scheiße …!“, dreht seine Tastatur um, schaut auf einen Zettel und loggt sich endlich ein. Rechts hat er ein paar Transaktionen als Favoriten abgelegt. Diese startet er einzeln hintereinander, kramt in seiner Aktentasche holt die Bild-Zeitung raus, lehnt sich zurück und schaut mich erwartungsvoll an. „Ähm, Herr Fibu-Chef. Warum haben Sie denn jetzt die Bild rausgeholt?“ „Sie wollten doch dass ich alles so machen soll wie jeden Morgen.“ antwortete er. [OMG] Mir wurde irgendwie schlecht was nicht am letztabendlichen Woco lag, verließ sein Büro mit den Worten er solle sich bei mir melden wenn dann die Fehlermeldung erscheint. „Bis dann!“ ruft er jovial hinter mir her.

Nach fast exakt vier Stunden rief der Typ mich an und verlangte nach mir. Ich eilte und schaute mir die Fehlermeldungen an: „You are auto logged out due to …“. Ich schaute ihn an, er schaute mich an. Ich fragte ihn was er denn in der Zwischenzeit gemacht hätte. Er so: „Nichts.“. Ich so: „Wie?“. Naja, er würde diese 5 Transaktionen starten dann sind sie schon mal auf dem Schirm. Am Ende des Arbeitstages macht er alles wieder zu. [FUCK]

Er ist jetzt schon seit einiger Zeit in Rente. Was ich schön für ihn und für mich finde. Letzten Freitag erhielt ich um 11:00 Uhr die gleiche Meldung vom Produktivsystem. Autologout nach vier Stunden Inaktivität. Bei mir ist das klar, ich mache im PRD sehr wenig. Ich bin eher auf der Console unterwegs oder mache Projektarbeit. Jedenfalls drehte ich mich zum roten Kollegen um und fragte ihn „Wenn einem der böse Autologout heimsucht, dann hat man doch entweder nichts geschafft oder es ist Zeit Feierabend zu machen?“ Er trocken: „Oder Beides.“

So tat ich.

Ein ganz normaler Montag / Mittwoch

Verdammt noch mal! Rock im Park ist zu Ende und ich war heute das erste Mal wieder in der Knochenmühle. Fuck!

Vorhin war ich im Discounter einkaufen. Eine alte Frau mit altem Mädchenkind drängelten sich an mir und meinem Wagen vorbei dass ich fast im Regal landete. Sie sahen dass ich quasi schon das Ende der Schlange war, das reichte denen aber nicht. Mit Abstand betrachtet wusste ich dass gleich die mittlere Kasse öffnet. Also bewege ich mich leise mit dem Wagen nach rechts, bin schon fast an der mittleren Kasse, da kommen die beiden Arschlöcher an und drängen mich wieder weg. Wer mich kennt, dem muss die Situation sagen dass die beiden entweder verrückt oder Selbstmörder sind. So schlecht so gut. Ich dachte an meine Bewährung und beruhigte mich wieder halbwegs. Die Bekloppten packen ihre Ware auf das Band, dann will ich. Kommt doch da plötzlich von hinten eine alte, kleine Hexe an und wirft ihre Sachen da auf das Band. VON HINTEN! Da konnte ich nicht mehr. Ich brüllte sie an, nahm ihre Sachen und warf die so hundert Meter weit zurück in den Laden. Vorne schauten pikiert die beiden Drecksäcke, dann brüllte ich die auch an. Die Kassiererin meinte zuckersüß „Schön! Ich darf das mit den Kunden nicht machen.“. Scheiß Feierabend!

Comp_RiP2016_Rock-im-Park-Ticket-2016Schön war es in Nürnberg gewesen. Am Donnerstagmittag waren wir nach einer prima Autofahrt im Hotel, zogen uns um, und glühten vor. Es ist ja nicht so dass ich nicht schon auf der A3 damit angefangen hätte. Mit der Tram ging es zum Festivalgelände wo wir uns die Bändle abholten. Und ich möchte jetzt nicht so Sprüche hören wie Luxusfestivalgänger. Oder Weicheirocker. Oder Alteherrenkegelklubtour. Nö, früher fehlte mir das Geld. Und habe alles mitgemacht. Heute kann und will ich gewissen Komfort haben. Und trotzdem alles mitmachen. So einfach ist das in meinem gewissen Alter. Spätestens im Pit und im Schlamm merkt man mir das nicht mehr an. Außer dass ich ausgeruhter bin. Die Bändle waren dieses Jahr nicht schön, Mausgrau langweilig. Und die Karten wurden nicht zerrissen sondern gescannt und im Computersystem als abgewertet gekennzeichnet. Somit wurde auch davor gewarnt hübsche, frische Karten auf dem Schwarzmarkt zu kaufen. Denn diesen sah man die Entwertung nicht an. Das ist ja eine Vor- dass es eine Freude war. Halb angeschickert über den Platz laufen und zusammen mit all den anderen Leuten Spaß machen haben.

Um 6:30 Uhr war ich heute in der Knochenmühle. Der Kollege auf Dienstreise, musste ich den Mittwochmorgigen Krempel alleine erledigen. Dabei immer die 280 ungelesenen Emails im Blick die sich seit letzter Woche Donnerstag angesammelt hatten. Und sah immer noch weitere kommen, vom Scheffscheff, dann von den Managern, dann vom Scheff, dann wieder vom Scheffscheff usw. Muss ja was Schlimmes los sein, dachte ich vor mir hin fluchend. Wenn schon die Amis um die Uhrzeit auch antworten und wie blöde rummailen. Oh, Terminsachen. Vor Noon sollte alles fertig sein. Sie lesen richtig. „NOON“! So bekommt man das hingeworfen. Und dabei hatte ich schon nach wenigen Stunden den Eindruck ich hätte mich am Wochenende blind gesoffen so verschwamm mir alles vor den Augen. Zack: Um 9:00 Uhr die erste Besprechung. Zack: Um 10:00 Uhr das nächste Meeting. Die ungelesenen Emails wurden nicht weniger – eher mehr. Dann immer dieses vermaledeite Telefon. „Haus des Wahnsinns“ meldete ich mich dann immer mit einer Stimme die dem Anrufer das Anliegen im Hals steckenblieben ließ. Meine Stimme war entsprechend vom Festival und eins von den beiden Trommelfellen auch.

Ich wollte mir grade Rosenkohl mit Gehacktem machen, dazu Schafskäse. Rosenkohl war nicht da. Jetzt erstand ich Spinat, den mit dem Flatulenzenblubb – den Feuchten. Anstatt also was zu beißen koche ich mir jetzt eine Babyspeise. Sowas was die Nachgeburt damals von mir vorgesetzt bekam. Apropos Nachgeburt. Rock am Ring war ja echt mal beschissen für die Leute. Also auch für meinen Sprössling dem ich zu Weihnachten die Eintrittskarte schenkte. Wir waren alle mitleidig auf RiP mit den RaR-Leuten und sonnten uns mit unseren geistigen Getränken bei keinem ausgefallenen Konzert und prosteten ab und zu mal nach Mendig rüber. Gut, zwei heftige Schauer hatten wir, aber sowas von egal. Ich organisierte mir einen netten 2,20 Meter Mann der uns bei Volbeat eine Plane über die Köpfe hielt. Danke noch mal, Mann!

Tja, insgesamt kein schöner Tag heute für mich. Wenigstens ist die Bude sauber. Eine Freundin war heute da und hat den Schlamm von den Böden und Teppichen geputzt. Dafür ebenfalls Danke! Die Festival- und Wanderschuhe stehen draußen im Flur und sind schon ein wenig sehr ekelig. Denn ich weiß wo die überall rumgingen, standen. Naja, die einen kommen mal in die Waschmaschine, die anderen nehme ich in die Waschanlage mit. Oder so.

Ich muss immer mal einen Blick auf den Spinat haben. Sonst setzt er Röstaromen an und ich kann den Topf wegwerfen. Dazu eine russische Cola – nur um zu sehen ob ich tatsächlich davon blind geworden bin bzw. werden kann.

Euch einen schönen sonnigen Abend!

Schirrmi 🙂

P.S.: Morgen oder die Tage schreibe ich mal vom Festival. Nur so viel: Disturbed, Korn, Tenacious D, Billy Talent und RHCP fand ich sehr geil. Unter Anderem..

Erst vögeln dann Drama

Frühling. Die Klamotten werden immer weniger und auch dünner. Gefühle. Jedes Jahr eine kleine Wiedergeburt mit einer wie neu erlebten Pubertät. Ich nenne es Geilheit. Auch wenn es manchmal eklig ist sich einen fast halbhunderdjährigen vorzustellen wie er mit einem Rohr ohnegleichen durch die Welt lustwandelt. Erwähnte ich schon dass etwas weiter geschnittene Businesshosen in so einem Fall von Vorteil sein könn(t)en? Erst vögeln dann Drama weiterlesen

Tennissockentee

Wussten Sie schon dass ich ein Faible für Fremdsprachen, außer Deutsch, habe? Ich verließ gestern die Knochenmühle und brüllte noch durch das Treppenhaus „I CALL IT A DAY!“. Für mich übersetzt heißt das: „Das nenne ich mal einen Tag.“. Falls hier ein Fremdsprachenkorrespondent mitliest: Da liegen sie jetzt flach, gelle?

Jedenfalls hatte ich gestern das sogenannte „Mid-Year-Review“ zusammen mit meinem „Scheffe“. Als Vorbereitung stellte ich einige Tage vor dem Termin auf stur. Während des Reviews stellte ich den Modus nicht ab. Auch nicht als wir uns brüllend gegenüber standen. Bevor er seine geballten Fäuste aus seiner halbseidenen Anzughose bekam, kam ich mir sehr klug vor alsbald sein Büro zu verlassen – nicht ohne noch auf seinen Perser zu kotzen – der wartend draußen vor der Tür stand.

Wohl- und frohgemut war das auch mal wieder erledigt. Glücklich seufzend verließ ich die Knochenmühle, draußen noch hell, nicht bevor ich noch ein paar Mid-Term-Planning (MTP)-Zahlen für der Herrschaften auf dem Teilpunkt (Sharepoint) bereitgestellt zu haben. Das Elsternest war leer, die beiden angehenden Eltern verlustierten sich komisch quickend auf dem Rasen.

Daheim wollte ich erstmal mit einer schönen Tasse Tee auf der Couch entspannen. Die Tasse ist schön, ich hoffte der Tee wird ebenso – obwohl… der Magen sieht es ja nicht. Jedenfalls bemerkte ich ein wiederholtes Mal positiv dass der Zettel nicht mehr mit einer Metallklammer am Faden befestigt ist sondern an ebendiesen schön handwerklich geknüpft ist – was mich an Frau Trautenheim erinnerte. Meine damalige Handarbeitslehrerin die mir beibrachte wie man Makrameeeulen herstellt – mit Seele und Gefühl. Einige von den Biestern sind wohl jetzt noch im Rheinland flügge.

Tennissockentee_IMG_7138Zurück zum Tee. Das Wasser kochte grade mit der richtigen Temperatur, alles parat, am Schluss also nur noch den Timer auf 8 Minuten stellen und abwarten. Nach gefühlten drölf Minuten piepste das Ding immer noch nicht. Ich ächzte von der Couch auf und sah nach. Und sah, ich Depp, ich vergaß den Timer zu starten. Scheiße! Aber egal, wie lange das Zeug zieht oder nicht, wir sind ja hier nicht bei den Inselaffen. Dann sah ich dass in der Tasse der Beutel trocken hing. Ich vergaß also beides, Timer und Wasser. Scheiße! Alles nachgeholt und flugs nach acht Minuten piepste es endlich und lechzte nach dem Tee. Ging hin, machte dem verdammten Piepen den Garaus und freute mich auf den Tee, um sehen zu müssen dass immer noch kein Wasser in der Tasse war. Der bis jetzt trockene Beutelarschloch kam mir vor als ob er mich schadenfroh angrinst. Jetzt alles noch mal von vorne und leise, laut vor mir hinsagend wie man eine Tasse Tee zubereitet – kam ich nach dreimal 8 Minuten in den Genuss einer Tasse Tee nicht um noch schnell den Teebeutel an die Wand zu klatschen wo er über seine Sünden nachdenken kann. Was ein Tag!

Tennissockentee_IMG_7137Ich bin ja überoptimiert. Es ist ja nicht so dass ich in den dreimal 8 Minuten faulenzen würde. In den ersten drölf Minuten fing ich an meine Fingernägel zu schneiden. Die Finger meiner rechten Hand zu schneiden ist? Scheiße! Bei den zweiten 8 Minuten begann ich die gelb-schwarz-braunen Schaufeln meiner Zehen abzusäbeln. Dem Geruch nach zu urteilen, relativ erfolgreich. Bei den letzten 8 Minuten schnitt ich weiter, es erschien mir noch nicht kurz genug. Der Tee war da, meine Zehen bluteten. Einmal kürzen hätte wohl gereicht. Da ich ja nicht dumm bin (nicht?), besorgte ich mir in der Hausapotheke eine entsprechende Anzahl von Pflastern mit denen ich meine Zehen ver-, tja, verpflasterte. Denn nichts ist unschöner als wenn am nächsten Tag in der Knochenmühle das Blut durch die Tennissocken sifft. Denn, morgen habe ich Lust auf Sandalen. Das Wetter ist ja so danach. Nicht wahr?

Tennissockentee_IMG_7139Sie fragen sich sicher was mal wieder die Bildchen sollen. Ich kläre gerne auf. Seit Ostern habe ich drei neue Mitbewohner. Der kleine, dumme Hasi knabbert wie blöd an seiner Möhre während er sich wünscht es wäre der würzige Nagel eines meiner dicken Zehen. Das devote und überaus masochistische Schäfchen freute sich schon anstatt des Teebeutels aufgebrüht zu werden. Und die fette Goldhasensau da, der Name ist, ich korrigiere – war: „Osterzauber“.

Schönen Feierabend!

Entspannte Charmeoffensive in der Knochenmühle

Nachdem ich, wie Ihnen mittlerweile bewusst sein sollte, nur positives aus der Knochenmühle zu berichten hatte, möchte ich nun eine kleine, negative Episode zum Besten geben. Sorry Chef und Chef-Chef!

Durch eine eingehende Email wurde ich von meiner konzentrierten Arbeit aufgeschreckt. Die Standortleitung sandte eine Rundmail mit der Bitte „Bitte die leeren Obstkörbchen wieder an der Pforte abgeben.“  Huch, dachte ich so bei mir und klickte auf den Knopf „Allen antworten“ und schrieb: „Wer will denn da sein angegärtes Fallobst loswerden?“ und sandte.

Fitness-in-der-Knochenmuehle_IMG_1839

Ich bin in einer Außenstelle inhaftiert – und da kamen die besagten Körbe noch nicht an. Nach Rücksprache mit unserer überaus jungen, hübsch adretten Teamassistentin klärte sich der Sachverhalt auf. Die Email des Standortältesten ging zu schnell raus, bevor all die Obstkörbchen im Rahmen einer Mitarbeiterfitnessinitiative verteilt wurden.

Ich nahm dann Nachmittags davon eine Banane und ging damit wild fuchtelnd abermals in das Sekretäriat und rechtfertigte mich im voraus für meine <An Alle antworten>-Mail, zog sie aus und ich kann Ihnen sagen: Lecka! Sie lächelte süß wie immer.

Hinterher erwähnte unsere Teamassistentin noch ein Highlight der von der Knochenmühle gesponserten Charmeoffensive – denn es wurde ein Entspannungsautomat installiert. O-Ton der Assistentin: „Ich bin ja auch nur ein Mensch und kann mich nicht um alle kümmern.“

Fitness-in-der-Knochenmuehle_IMG_0988

Mit enspannten Grüßen,
Schirrmi