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Handwerksporno oder ficken im Westerwald

Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen berichten dass man auch, ja – Sie lesen richtig, auch im Westerwald ficken kann. Dass Sie dann aus einer bier- und schnapsseligen Laune heraus ein neues Lebewesen erschaffen haben.. Aber ich möchte doch bitten. Es war eine Firmenfeier. Und das Resultat ist dann doch überaus wohl, wie ich aus ca. 20 jähriger Leidenszeit berichten kann 🙂

comp-wirges-steimel_cg6a4441Aber was mich immer wieder ein wenig verwundert ist, dass diese Keulenschwingenden Westerwälder ihr Handwerk zwar überaus gut verstehen aber am Ende doch verkacken. Ein Beispiel: Sie haben das obere Holzbrett der Länge nach korrekt gesägt aber die Höhe stimmt nicht. Denn es passten die beiden Pünktchen über dem „O“ von Vogel nicht mehr. Oki, kann man mit leben wenn man den Zusammenhang begreift. Aber die tollen Westerwälder Handwerker machten dann den nicht gutzumachenden Fehler in dem sie unten den Tatsachen verdrehenden Rechtschreibfehler malten. Sie wollten: „Vögelfreunde Wirges“ und taten „Vogelfreunde Wirges“.

Nun, machen Sie sich bitte selbst ein Bild über diesen Umstand. Für mich ist diese Narretei einfach nur: „Ohne Worte!“.

Bitteschön! (und Hose hängt auf Halbacht)

Der wunderliche Harz

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Mammutbäume kuscheln

Ein Tausendsassa war der Goethe. In der ganzen Weltgeschichte unterwegs, zu hohen Ehren gekommen und seines Zeichens Drückeberger. Er drückte sich vor der Arbeit und ging lieber spazieren – wie ich. Grade der Harz hatte es ihm angetan. So kommt man nicht umhin an allen möglichen und unmöglichen Stellen an ihn zu denken. Denken kann ich aus jahrelanger Praxis und Arbeitsverweigerung vermeiden, aber auf Schritt und Tritt sind irgendwelche Goethe-Tafeln angebracht. Hier hat G. geschissen. Hier ging G. mal entlang. Hier hat G. mal gegessen. Da hat er mal gepisst. Dort genoss G. mal eine Aussicht. Da hat er gepimpert oder auch nicht was ihn furchtbar traurig machte. Hier hat G. sich eine Backpfeife abgeholt. Dort seine Schuhe besohlen lassen und hier einen Furz gelassen. Nervend manchmal.

Wenn man so wandert braucht man nicht viel. Gut, ein Batteriebetriebener Reise-Fön für die wunderbare Tolle im Rucksack kann mitten im Wald ganz nützlich sein. Oder haben Sie schon mal Steckdosen im Wald gesehen? Hallo? Ansonsten brauche ich echt nicht viel beim Wandern. Ein kleiner Rucksack mit dem aller-aller-aller-Nötigsten auf dem Rücken sorgt für schnelle Anstiege. Dennoch, auf ein wenig Komfort möchte ich auch in der Wildnis nicht verzichten. Denn falls mal der kleine Hunger kommt, ist man froh ein paar Dr. Oetker Bistro Baguettes und/oder Flammkuchen dabei zu haben. Deswegen habe ich, soviel Komfort muss sein, einen solar betriebenen Minigrill dabei. Mit Umluft – wichtig! Jetzt kann man überlegen ob das nicht meiner Maxime, leicht ist schnell ist mühelos entgegensteht. Sie haben Recht. Deshalb entschied ich mich für den Minigrill ohne Umluft und greife in meiner jahrelangen Survival-Erfahrung für, zugegeben, menschliche Methoden zurück. Also, für ein gleichmäßiges Bräunungsergebnis springe ich während des Grillvorgangs um das Teil herum und pubse es von allen Seiten an. Umluft! Tja! Gewusst, wie!

Wandern ist billig, ist preiswert, kostet fast nichts. Einfach die Wanderschuhe an, ich bevorzuge hier von Kinderhand genähtes Jak-Leder aus dem hohen Himalaja, und los geht’s von drinne noch drusse. Mehr braucht es nicht. So einfach. Nun ist es, und ich könnte Ihnen da ein paar Stories vom Appalachian-Trail erzählen, sogar mein langjähriger Praktikant Rüdiger Neberg verzichtete wenn es ging, nicht auf gewissen Komfort.

So begab es sich also dass ich nicht online auf den Hauptwilderness-Portalen (HRS, Booking-dot-com) für einen Zwischenstopp mit Dusche buchte sondern ich nahm das Satellitentelefon und rief schlicht an. „Moin!“ „Bin da und da prekär unterwegs.., blabla..“ „Nur eine Dusche mal, blabla..“. „Muss nichts kosten, yeah ya…“. So in der Art konnte ich eine supercomp-harz_img_9106-Unterkunft mieten, die kostengünstig aber doch ein Hauch von Ursprünglichkeit besaß. Die prekären Hotelagenten wiesen noch mal darauf hin dass der Preis einen Haken hat. Es würden Holländer in der Nähe übernachten und das mitten auf dem Parkplatz. War aber nicht schlimm. Als ich nachts von der richtig anstrengenden „Liebesbanktour“ kam klopfte ich und rief laut an die Wohnwagen ob noch ein wenig Superskunk für einen müden Wanderer vorhanden sei. Wir neckten uns dann noch ein wenig, ein Wort gab das andere und die Holländer wollten mal sehen wie Fußball gespielt wird. Schön finde ich das. Völkerverständigung. Dass die Käsköppe nicht den Schädel wegnehmen können wenn ich einen Fallrückzieher mache – na ja, gut. Schwamm drüber. Irgendwer wird das Gemansche wohl wegputzen.

George Clooney. Er war da und noch viele andere aus den verschissenen USA. Hollywoodschauspieler waren da mitten auf dem Hügel und drehten. Sie drehten und ich drehe am Rad wenn ich die Werbung für eine zugebenermaßen schöne Hütte erblicken muss. George war also da im Harz, nahe Goslar und drehte und aas und schiss und pisste und drehte. Ich war jetzt auch da. Toll! Ich lasse mir die Haare grau wachsen, lege mir Kuhaugen zu und schlüpfe in Militärklamotten. Und was die Besitzer und Angestellten dieser „George Clooney-Alm“ so stolz waren umso mehr widerte es mich an. Zumal der Stempel HWN111 abgeschnitten wurde und ich den selbigen nicht in mein Wanderstempelheft stempeln konnte.

Die Alm! Die „Steinberg Alm“ (zum Rösner). Norddeucomp-harz_img_8959tschlands schönste Alm! Ich war da und hatte Kontakt mit den Sennerinnen und dem Fraß gutbürgerlichen Mahlzeiten. Nur was ich seltsam fand, Plakate hingen überall und warben für eine Ossi-Party am 3. Oktober. Vielleicht bin ich geometrisch ein wenig unbedarft, aber was hat Goslar mit Ossi zu tun? Und wenn es so wäre? Was hat das mit bayerischer Speisekarte zu schaffen? Und warum hängen tote Tiere über dem Abendmahl? Und warum muss man als „Event“ auf dem Klosett frühstücken?

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Machen Sie das Bild groß wenn Sie wissen wollen was ich meine..

Mächtig fand ich die Hinterlassenschaften der Eingeborenen. Denn, ich weiß zwar nicht warum, sie hängen die Hosen von Hinterbliebenen im Gastraum auf. Und was muss ich sagen? Die waren offensichtlich gut bestückt.

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comp-harz_img_8920Kennen Sie den Pinkel-Prinz Ernst-August? Ein rüder und unzivilisierter Geselle. Aber ich musste schon schmunzeln als ich die Prinzenlaube erwandern wollte (Stempelstelle 105). Denn die Wegmarkierung dieses versoffenen, blaublütigen Raubritters erschloss sich mir erst nicht, beim Nachdenken über ihn aber sehr wohl. Der Heimweg ist immer länger als der Hinweg, gelle?

Prost der Herr!

Nur so (5)

„Die Finsternis verbirgt den Schmutz nicht.“ (Surinam).

Das grade beim Kiezschreiber gefundene Zitat kommt mir grade zum Erbrechen pass. Denn was müssen meine faulen, blauen Augen lesen? Der Depp ist wieder da (Achtung FAZ).

Faule, blaue Augen? Ja, denn ich bin grade ein wenig gemütlich. Es ist Sonntag, die Sonne scheint und ich habe keine Verpflichtungen außer dass ich über ein Gericht sinne welches ich nächste Woche zubereiten möchte. Nämlich das Schwarzwälder Schäufele. Ansonsten geht es hier von „Bares für Rares“ zu „Temple of the Dog“ ins Büro. Vom verdunkelten Schlafzimmer mit dem neuesten Globetrotter-Magazin rüber in die Küche für ein karges Stückchen Brot, schön dick mit Butter, Wurst, Käse, Gürkchen, Ketchup und Majo belegt. Neben all diesen anstrengenden Aktivitäten finde ich immer wieder zur Ruhe.

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klotten_der-klottiUnd so soll es sein. Schön nicht geduscht und den Astralleib eingecremt, schleiche ich nackig von diesem zu jenem und verliere mich in Träumereien. Man muss schon ein wenig verrückt sein von Grizzly-Bären zu träumen die gelbgepunktete rote Windel tragen. Aber egal. Ich bin momentan krankgeschrieben was aber nicht heißt ich wäre so kopfkrank wie unser Generalbundesanwalt welche sich einreiht in die Beuger unserer Gesetze.

Boah, was habe ich letzte Woche in der Knochenmühle gelacht! Kennen Sie die Ostfriesische Nationalflagge? Weißer Adler auf weißem Grund? Jedenfalls antwortet ein Kollege auf eine Email mit Option „An alle antworten“. Stutzig machte mich in seiner Antwort eine Textpassage welche eine längere Lücke enthielt. Ich kopierte seinen Text in den Notepad und siehe da, er hat mit Farben gearbeitet. Wie folgt, und ich markiere das was er weiß auf weißem Hintergrund formatiert hatte, in fett. Er hatte die Hoffnung dass es niemand mitbekommt. Sinngemäß:

„.. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich bin vollumfänglich mit Ihrem dummen, verschissenen Vorschlag einverstanden. Grüße XYZ“

Der Praktikant! Er beließ Großkopferte und sogar die C-Ebene mit auf dem Verteiler. Seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen.

Was ich echt nicht mag ist das ewige Geklatsche, im Takt. Es deucht mir es ist eine scheißdeutsche Angewohnheit. Sie sind auf einem Rockkonzert und die Menschen, sie klatschen im Takt als ob man in einem Musikantenstadl wäre. Die Krönung, und das kommt als Nebenprodukt hirnparalysiertem Automatismus hinzu, ist das Schunkeln.

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Stellen Sie sich das vor, nein, sie kennen es. Heavy Metal, sagen wir mal Sie sind z.B. auf einem Live-Konzert von Slayer. Irgendwann fängt jemand an zu klatschen. Die anderen machen mit. Zwangsläufig. Nur in Deutschland. Dann fangen sie an zu winken. Rechts, links, rechts links, weitausholend theatralisch. Dann fängt das schunkeln an. E-K-E-L-H-A-F-T! Hier erklärt mal jemand, so dass es auch der letzte Depp versteht, warum es auch für die Musiker nicht toll ist. Eigentlich wollte ich auf blogrebellen.de verlinken, aber die gehen grade nicht.

Männer mit einem funktionierenden Pissorgan (nennt man das Prostata?) können recht leidensfähig sein. Viele Männer saufen dass es für sie persönlich eine Freude ist, für andere manchmal weniger. Sie können und müssen ganze Rockkonzerte saufen und brüllen und sich im Pit körperlich ertüchtigen. Sie müssen zwar, wollen aber nicht die vorderen Bühnenbereiche verlassen und ihren Platz abtreten nur um irgendein Kilometerweit entferntes, verschissenes Dixi-Klo in Anspruch zu nehmen.

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Nein, stundenlang können Männer sich die gelbe Brühe und den damit einhergehenden Druck aufsparen – anstauen. Nein, Man geht nicht während eines Gigs die Blase entleeren. Ganz anders aber zu Hause. Da ist das liebreizend duftende Klo grade um die Ecke und das nimmt man gerne und oft in Anspruch vor allem weil dort auch Magazine liegen die zu lesen man ansonsten keine Zeit und Lust hat (ADAC Clubzeitung, das Westerwälder Blättchen, Tits in Tops und More Tits in Tops..). So erhöht sich die Frequenz des Klogangs überproportional und Sie können es sich schon denken. Man wartet vor dem einzigen Klo im Hause bis die olle Pissnelke die den gleichen Gedanken hatte aber schneller war, den Lokus freimacht. Mit verschränkten Beinen, rot angelaufenen Gesicht und Freudentröpchen auf der frisch rasierten Eichel dazu wie ein wahnsinniger Irrwisch hin- und her hüpfend, grunzend und stöhnend im Flur hoffend das es keine versteckten Kameras gibt.

Schönen Sonntag noch!

Ene Besuch em Zoo

Der Kölner Zoo ist immer wieder einen Besuch wert. Bei herrlichstem Sonnenschein und anfangs guter Laune fuhren wir nach Kölle. Mit dem PKW nach Köln zu fahren mache ich seit ich denken kann nur ungerne. Lerne aber nicht dazu. Und so kam es dass unsere gute Laune auf der Parkplatzsuche rund um den Zoo so dermaßen in den Keller ging dass ich mir schon wie eine Drecksassel vorkam.

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comp_koelner-zoo_cg6a4386Köln hat einen Hauptzoo und viele, viele Nebenzoos. Besuchen Sie am Wochenende, nachts einfach mal die Aachener Straße. Sie werden Getier entdecken das Sie nicht entdecken wollen. Sie gehen mit nicht mehr erkennbar menschlichem Geschmeiß, ob Sie wollen oder nicht, auf Tuchfühlung. Von Jungmännern mit großen Klappen, von Damen die aussehen wie die abgewrackte Nutte die ich leider mal hinter dem Bahnhof kennenlernte, und grade mal ihren Kinderausweis dabei haben. Kölschflaschen die splitternd den Kampf gegen Dickschädel verlieren. Bullen und Muckibudenstiere liefern sich Straßenkämpfe als ob sie zu Hause wären – „Eyh Aaalder!“. Witzig, gelle? Türkenbullen gegen gleichrassige Kölner Einwohner, beide ohne Benimm machen die Straßen unsicher, ich glaube in Istanbul ist es angenehmer. Trotz Bombenwetter.

Aber zurück zum Thema. Der Kölner Zoo. Hat man hingefunden und glücklich einen Parkplatz erhascht, geht es direkt in den Kampf um Eintrittskarten. Ich will ja bezahlen aber sie lassen mich nicht. Jede Menge Kassen und jede Menge vegane, stinkende und vorlaute Kindergärtnerinnen die Zettelschwingend an den Kassen reklamieren dass ein Kind aus ihrer Gruppe eine Ermäßigungskarte hat und die Differenz von 0,45 EUR jetzt auszubezahlen ist. Brüllend schmiss ich einen Fünfeuroschein nach vorne „Nimm und friss und mach jetzt endlich die Kasse frei, Du Schnepfe!“ Aber wenn diese Kämpfe und ich möchte noch mal erwähnen, ich will bezahlen, ausgestanden sind, geht es in einen herrlichen Tierpark. In überaus angenehmer Gesellschaft und meinem neuen Objektiv ging es auf großartige Safari.

comp_koelner-zoo_cg6a4141Damals am Wallrafplatz lernte ich den Spatz kennen und durfte einige seiner Nachkommen hier im Zoo begrüßen. Es gab pubsende Trampeltiere und blöd dreinschauende Stelzenvögel. Es gab Geparden und Baumpandas (Baumpanden?)die man nicht erblicken konnte. So glaubten wir es einfach mal dass es sie dort gibt aber ich vergaß nicht meine innerliche Notiz: „Beim Rausgehen an der Kasse das anteilige Eintrittsgeld zurückgeben zu lassen wegen Unsichtbarkeit einiger Arten.“

Der Affenfelsen – nicht von schlechten Eltern. Eigentlich nicht jugendfrei wie ich meine. Vergewaltigungen, Gruppenficken, brutalste Schlägereien, Mobbing, öffentliche Zurschaustellung von Genitalien und aufgrund analen Verkehrs rotwunde, angeschwollene Ärsche. Insgesamt ein Potpourri des 95%igen menschlichen Zusammenseins – nur auf einem Felsen umgeben von einem Wassergraben.

Es gab Elefanten die sich mit ihren langen Nasen am „Glory Hole“ beglückten, der „lachende Hans“ aus Australien, nicht zu verwechseln mit dem Blauen von der Reeperbahn. Zu entdecken im wunderschönen Tropenhaus eine überaus fette Taube die sich prachtvoll ihr fernes Daheim mit anderen schillernden, trällernden, kecken und lustigem Getier teilt. Eine wunderbare Pracht in Farbe und Exotik! Und damit meine ich nicht das Ding in meiner Hose. Denn es war Sommer. Und es gab anwesende Damen die mit nicht mehr als einer Serviette bekleidet waren. Schwof ich ab?

comp_koelner-zoo_cg6a4408Lassen Sie sich bitte bei Ihrem Besuch im Kölner Zoo nicht die Vogelflugshow entgehen. Es traten auf: Ein Mann mit Bauch, der Vogeldirigent. Der „lachende Hans“. Der flinke und abenteuerlustige Schwarzmilan. Der lautstark brüllende Ara. Das Wappentier der Bösen und viele mehr. Und wenn Sie größer sind als 170cm, passen Sie bitte auf Ihren Kopf auf. Denn die Viecher kennen kein Pardon. Da heißt es den Kopp runter nehmen wenn Sie in einer der drei Einflugschneisen stehen. Ich meine das ernst. Denn ich versuchte die großartigen Flugkünstler fotografisch ins rechte Licht zu rücken, sie kamen auf mich zu, mein Zeigefinger auf Dauerfeuer und im Sucher kamen sie viel zu schnell immer näher und Zack –anstatt einem sorgfältigen Scheitel hatte ich zwei. Also, Service vom Schirrmi-Blog: Passen Sie bitte auf. Und auf Ihre Kinder. Denn da fliegen auch Geier rum. Die genehmigen sich ab und zu mal eins zum Nachtisch.

Ja, ich könnte mir die Finger blutig tippen in Erinnerung an einen schönen Tag. Mache ich aber nicht. Denn meine Finger sind so ziemlich das Einzige was noch nicht blutet. Und wie der Klavierspieler, will ich mir nicht unnötigerweise die Grundlage meines Einkommens versauen. Daher, wenn Sie möchten, schauen Sie ein paar Bildchen und freuen Sie sich ein wenig mit:

Neulich beim Penny

Ich ging heute Penny. Hinter mir ein dunkelhäutiger, überaus stinkender Stinkstiefel. Wie die Pest hat der gestunken! Kotze? Eingeschissen? Eingepisst? Nee – alles zusammen und noch schlimmer. Sowas habe ich seit meinen jugendlichen Pennertouren als Punk in der Voreifel nicht erlebt. Diese Drecksau, ich brauchte eine Gasmaske. Er ging an mir vorbei – ich blieb längere Zeit am Pfandrückgabeautomat stehen, hielt mich fest und hielt solange die Luft an wie ich konnte. Und Wut machte sich in mir breit.

Weiter einkaufen. Ich war auf der Suche nach Sonderangeboten. Eines der Seitenregale mit den Angeboten war mit zwei Palettenwagen versperrt, der Gang wurde richtig schmal und wer drückte sich Körper an Körper an mir vorbei? Der üble Stinker. Ich kotzte, die Fäuste ballend, in das Regal. Hass! Der ganze Laden roch schon nach ihm. Ich kam aus meinem Palettenversteck hervor und ging vor zum Schnapsregal. Der Rotkapp sollte im Angebot sein – nee, nicht für mich – für sie. Ich stehe da und suche nach dem Halbtrockenen da kommt der Kerl zurück! Ich sah ihn schon an der Kasse abgefertigt und da kam er wieder zurück. Mir war alles egal. Ruhig wieder in den Knast gehen. Da hat man wenigstens einmal die Woche einen Duschgang. Und so weh wie es mir tat – ich berührte ihn, nicht zart. Ich flüsterte ihm einen, sehr hart. Ich brüllte und schlug ihn, ich hörte es fast schon brechen. Und ging zur Kasse.

Ruhig, besänftigte ich mich mit den anwesenden, dankbaren Blicken der anderen Kundschaft. Ding-Dong, ringelingeling macht es. „Die mittlere Kasse macht gleich auf“ rief eine Dame, ich rüber in die Mitte, als Erster und wer steht hinter mir? Der Stinker. Was soll man da machen? Wie weit kann man gehen? Soll man die Bullen rufen damit die mit sowas klar kommen? Aber, und da seien wir mal gnädig. Auch Bullen sind Menschen, mit Gefühlen und Riechorganen..

Er drängelte hinter mir und ich wollte gelernt haben, ich muss versuchen ihn zu ignorieren. So schnell wie möglich weg aus seinem Dunstkreis. Ging aber leider nicht. Ich wurde abkassiert, lief nach Luft lechzend raus, den Wagen in die Station eingeführt – wer ist da hinter mir? Der Stinker! Ich lief zu meinem Teufelsmobil – wer hinter mir her? Der Stinker, der parkte neben mir..

Diese Dreckssau! Jetzt, ja jetzt weiß ich warum die Securitas Handschuhe anziehen bevor sie Dinge klären. So war der Beginn meines Feierabends und Sie lesen es, es nimmt mich noch immer mit. Sie können sich diesen fürchterlichen Gestank, der sich sogar schon als Geschmack auf der Zunge manifestierte – bitte nicht schlucken, vorstellen. Oder auch nicht. Ich sah dass sich sogar das Frischgemüse schlagartig in sekundenbruchteilen und vorsichtshalber in sich zusammenzog und braun und runzelig wurde.

Ich Gedankenmörder. Ich fürchte mich vor mich, mir? Egal, bin Rheinländer – geborener.

P.S.: Bin grade mit einem Schlafi bekleidet. Und ich mache einmal die Woche Wäsche. Das war letzten Samstag. Und ich frage mich ob ich nicht manchmal unbedarft und ungewollt auch mal einen fahren lasse – in den Schlafi 🙂

Es kracht im Gebälk, du fette Gans!

Es könnte so schön sein. Hocherhitzte Körper und Gemüter werden langsam gekühlt, das spätsommerliche Hoch „Johannes“ mitsamt seiner Gluthitze ist weg. Klarheit herrscht in Berlin, die PARTEI großartig, CDU teilte, nein geht über in CDU-AfD, die verfickte FDP ist wieder da. Charlie ist auferstanden und der Kiezneurotiker findet Bayern cool. Ein geplanter samstäglicher Go-Live ging an mir vorüber weil das Business es nicht wollte. Alles prima also. Wirklich? Nein!

Wissenseschon? Ich sterbe aus. Als Raucher traf man sich früher in Horden. Aus Horden wurden Gruppen. Aus Gruppen wurden vereinzelte Abhängige. Aus Vereinzelten wurden.. und ja, da stehe ich einsam und verlassen da draußen am Aschenbecher und schaue betreten, verschämt auf meine Füße. Schurschel ein wenig mit meinen Schuhspitzen im Staub während Hinz und Kunz im Nebel meiner Superskunk-Tüte in und aus dem Bürogebäude wollen. Und, das kann ich Ihnen sagen. Die können ja vielleicht vorwurfvoll gucken. Die Nichtraucher. Na ja, wenn ich da so schmauche stellt sich bei mir sowieso ein Leckmichamarschgefühl ein.

Aber wenn ich da so stehe, meine Sinne auf das äußerste geschärft, höre ich da immer ein Rascheln. Ein Ruckeln, ein Gedöns in der Botanik. Raschel-raschel, gedöns-gedöns, knick-knack.. und wieder das Geraschel. Seit vier Tagen jetzt. Meine Adleraugen vermissen Tod und Mordschlag, meine kleinen, immer noch süßen Öhrchen hören kein Krakele was auf das Ende von irgendwelchen Leben hindeuten könnte. Auch bekommt mein attraktiver Riechkolben (kennen Sie die David-Skulptur?) kein Fetzen von Blut, Kampf und Leichengeruch mit. Was hat es da mit diesem Geraschel auf sich, frage ich mich seit Tagen am Rande der Verzweiflung.

Mittagspausen. Ich gehe durch den Büropark und grüße rechts und links meine Freunde. Da wären beispielsweise Karl der freche Spatz oder Ruby, die zurückhaltende Bachstelze. Oder, ich nenne ihn Honk, die bekloppte Blaumeise. Oder Gustav der Baumfalke der über allem schwebt und gierig nach Beute ausschaut. Oder die verrückten.. gut ich höre auf. Jedenfalls gehe ich als Heimscheißer regelmäßig durch den Büropark zum Teufelsmobil, fahre weg zum Scheißen und komme wieder. Auf dem Rückweg treffe ich die gleichen o.g. Gesellen wieder und grüße höflich zurück: „MAHLZEIT!“. Sie grüßen wie irre zurück und dann höre ich es wieder, das Geraschel, das Knacken. Wat is dat dann?

Nun knabberte ich schon an den Fingernägeln und mein Hirn strengte sich komischer- und unbekannterweise an was denn das ist. Und ging der Dinge auf dem Grund. Kann ich ja machen. Habe Gleitzeit. Hah! Ausgestempelt und den Dingen auf den Grund gehen. Hehe, hihi – so geht das im Schirrmi-Ländle. Jedenfalls ging ich durch die Rabatten, der taubstumme, bucklige Gärtner schreckte auf und fürchtete sich, und dann sah ich eine Gans auf der Wiese. Ohne Angst stolzierte sie über den gepflegten Rasen, zupfte mal hier am Gras, nahm mit dem Schnabel ein wenig Material auf und wenn die Fresse voll war flog sie hoch in den Baum. Krach. Raschel. Gelärm im Gebälk.

Nun wissen Sie sicherlich schon dass ich ein passionierter Ornithologe bin. Und mir kam die dumme, fette Gans ein wenig komisch vor. Denn die nisten nicht in Bäumen. Anders konnte ich mir das blöde Gesammel von Nistmaterial nicht erklären. Eine schwangere Taube, so schlussfolgerte ich und deren oder dessen Partner bauen eine Kinderstube genau in dem, meinem Raucherplatz gegenüber befindlichen Baum. Wissen Sie? Die Tauben ficken und werfen ganzjährig.

So das war’s! Nee, Stopp! Noch nicht ganz. Denn ich weiß etwas was die fetten Tauben nicht wissen. Im gleichen Baum, nur ganz oben, gibt es eine Elsterfamilie. Auf das Theater freue ich mich schon. Da werden die kleinen Taubenbabys nicht alt. Ich werde weiter beobachten und berichten. Hab ja sonst nichts zu tun, gelle?

P.S.: Wird scheißen groß oder klein geschrieben? Da sagt doch glatt die L.: „Kommt darauf an wie groß der Haufi war.“

Der Welt das hässliche Gesicht zeigen

Langsam schwant mir was. Es ist nicht nur so dass meine sorgsam recherchierten und überaus fundierten und erst nach langem Nachdenken und nicht widerlegbaren Meinungsäußerungen von den Eliten als Verschwörungstheorien abgetan werden. Nein, sie fahren mittlerweile schwere und schwerste Geschütze gegen mich auf.

Kennen Sie das? Wenn Sie sich wie der arme Protagonist in einem Roman von Franz Kafka vorkommen? Oder Sie flanieren nichts Böses ahnend durch die Welt und Sie sehen in den Augen der Mitflaneure nur ein verzerrtes Spiegelbild ihrer Selbst? Aus Schaufensterscheiben, Autoscheiben glotzt Ihnen ein furchtbares Schreckensgespenst entgegen? So langsam ist es wie ein Alptraum aus dem man nicht mehr erwacht. Sogar der Klospiegel in der Knochenmühle lacht mir wie ein grauenhafter Spuk in mein schönes Antlitz. Und als ob es nicht schlimmer sein könnte, sogar auf Fotografien geht die perfide Zermürbung meiner armen, kleinen Seele weiter. Denn auch dort sehe ich mich nur als Monster das mir wie ein schlimmes, zweites Ich entgegenblickt.

Je mehr ich ignoriere, zurücklache, drohe – umso fürchterlicher wird es. Diese Spiegelbilder, schrecklicher als in einem Kabinett in dem man als unwissender Folterkandidat ohne Eintrittsgeld hineingeführt wird, nehmen zu, werden mehr und verfolgen mich auf Schritt und Tritt. Überall jetzt schon dort wo ich hinsehe. Mir blickt ein dickes, fettes Monster entgegen.

Frieden finde ich nur daheim in meiner schnuckeligen Muckelbude. Denn wenn ich in meinen kleinen, ungeputzten Badezimmerspiegel blicke, das Bad nur erhellt von einer staubigen 15 Watt Vorkriegsglühbirne, dann, ja dann sehe ich mich so wie ich bin. Schön, jung und schlank. Es könnte nicht besser sein. Außer – die Glühbirne ginge kaputt. Dann wäre es das Paradies.

Wenn man Dinge nicht ändern kann muss man versuchen mit Ihnen umzugehen. So hat es Klick in meinem hochvergeistigten Gehirn gemacht und danach passte wieder alles. Ich zeige ganz bewusst der Welt meine hässlichste Fratze die ich aus den Tiefen meiner höllischen Phantasie hervorkramen kann.

Buh!

Der Vibrator der Chefsekretärin

Der Mitinsasse grunzt und fängt an zu lachen während er eine Email liest. Ich schaue nicht hin, dessen Probleme will ich nicht haben, wohlwissend dass er sich sich zu mir umdrehen wird um den neuesten Schwank zu verzälle.

Und ja, er dreht sich zu mir um verzällt mir eene.

„Hihi, die Email von der-und-der-da! Haha, ist das nicht witzig?“

Ich so: „Habe ich nicht erhalten.“

Der Rote: „Aber da sind wir alle adressiert!“.

Ich: „Ich nicht.“

Der Rote schaut in die Adressatenliste und sieht, ja – der Schirrmi war nicht adressiert.

Roter: „Ja, hast recht. Ich lese es Dir vor..“

Ich: „Kein Bedarf!“

Roter: „Doch, das musst Du mitkriegen!“

Ich: „Jau, wenn’s sein muss..“

Roter liest vor: „Kolleginnen und Kollegen! Derjenige der mir den Ventilator aus dem Büro geklaut hat ist in meine Augen ein Böser!“

Ich: „Ja und?“

Roter: „Ich habe anstatt Ventilator – Vibrator gelesen, hihi, haha..“ Und weiter: „Stell Dir doch mal vor, Schirrmi. VIBRATOR! Unsere SEKRÄTERIN!“ „Hihi, haha..“

Ich: „Leite mir mal die Mail weiter. Ich antworte an Allen dass Du ihn im Arsch hast..“

Roter: „Nee, machste nicht.“

Ich: Tippsel, tappsel… „Liebe Sylwia, schön und zuckersüß das Du mich aus diesem Gangsterverteiler herausgelassen hast weil Du weißt dass ich sowas nie machen würde – im Entgegensatz zum Roten.“

.. .. wait.. wait.. Email back

„Oh Schirrmi, Du bist so Zucker – klar warst Du das nicht. Bei den Anderen bin ich mir nicht sicher.“ Und weiter: „Gangsterverteiler, haha…..“

Roter, nach einiger Zeit: „Schirrmi, warum umschwenzelt Die dich so?“

Ich: „Weil Ihr alle Gangster seid, ich nicht!

Das wars. So. Tja. Nun ja.

Ich weiß nicht wer den Ventilator geklaut hat, sprach Sie aber an dass der Rote dauernd von Vibrator spricht und meinte es nur gut damit. Wohlwissend, und ich hoffte dass die kleine, scharfe Maus erkennt dass ich nicht den Roten an die Wand stellen wollte aufgrund des Ventilators.

Irgendwie kamen dann im Verlaufe des Tages einige Ungereimtheiten an das Tageslicht. Der imaginäre Vibrator aber nicht.

Ich lachte „Hihi, haha..“ und besah mir das witzige Chaos – welches geschah..

Stempelte ab und was hinter mir passierte – egal!

Multipler Tod am Blattgehänge

Die jetzigen Temperaturen sind ja wie sie sind, gelle? Wie sonst auch, von daher gibt es nichts zu meckern. Klaro, könnten anders sein, je nach Befinden. Aber wie sie sind, sind sie halt. Jedenfalls ich empfinde die grade herrschenden Herbsttemperaturen doof und extremster Mistkackendreck. Scheiße! Widerlich! Scheißtemperaturen! Die Damen laufen rum wie in einem Etablissement am Rande eines Westerwälder Dörfchen, die rote Laterne dauernd befeuert. Geil wie Nachbars Lumpi ziehen die Büroangestelltinnen einfach nur noch das Dürftigste an. Und die Angestellten – die, die es sich leisten können haben einen Riesenständer in der Hose der beim mehrmaligen abfeuern sogar die alten Stalinorgeln wie ein kleines, verheultes Kindlein hätte aussehen lassen.

Geschäftig mit irgendwelchen Aktenordnern hantierend sehe ich wie den Kolleginnen die gelbe, schwitzende Brühe den Beinen herunterläuft. Es tropft und es läuft. Es stinkt, die Konsistenz der herunterlaufenden Brühe nähert sich Dotter an, der sich auf den heißen Bürofliesen langsam als Mahlzeit für Kenner und Genießer manifestiert. Mit ohne Stulle.

Dessen Angesicht erlahmte zunächst der dicke, lange, geile alte Geck in meiner Hose und wünschte sich an andere Orte. Ich folgte ihm.

Von den Toten erwacht, wankte ich ins Wozi wo bereits jemand diser Spezies saß die regelmäßig im Bad einen Kosmetikeimer benötigen. Maulwurfblind kenne ich mich in meiner Muckelbude aus. Durchlaufe den wohlbekannten Hindernisparcour von Türrahmen, Möbeln, Aschenbecher, leere Flaschen, vor Wut auf den Boden geschmissene Gegenstände und finde, die Augen immer noch zu, meinen Platz auf der Designercouch.

Der Eimer bringt mir einen Kaffee und ich drehe mir eine Zigarette, was nicht so recht funktioniert. Ich zücke mein Vorkriegsfeuerzeug (1.) und zünde mir die Kippe an. Fuck! Was ist das denn? Funken sprühen, glühen – Tabak im Mund, mein geiler Schlafanzug fängt Feuer, ich mache Terror.

Was war es? Keine Blättchen mehr. Drehen kann ich alles und jederzeit. Fahre Auto und bekomme jedermanns Lob ob der geilsten Joints während meine zarten, eingecremten Füße das Lenkrad gekonnt bei Geschwindigkeit 200 in der Spur halten, meine fleißigen Finger den nächsten Joint bauen und nach hinten in die billigen Reihen werfen. Aufgrund des schon lange abgerissenen Innenspiegels muss ich immer meinen Kopf nach hinten drehen. Ob noch alles gut vonstattengeht. Geht es nicht.

Aber Joints ohne Blättchen? Geht gar nicht. Da ist kotzen angesagt obwohl Du irgendwie die schön leckere Drogenwurst konisch gelängt hast. Es fehlte Papierossa, Bildzeitung oder sonstiges Klopapier. So erging es mir. Drehte, spuckte, kotzte und merkte unter den wachsamen Augen der Kaffeezubereiterin dass meine Blättchen an der Decke hängen. Zusammen mit den armen, seligen Getierschaften die den letzten Abend nicht überlebten. Aber seht selbst:

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