Ene Besuch em Zoo

Der Kölner Zoo ist immer wieder einen Besuch wert. Bei herrlichstem Sonnenschein und anfangs guter Laune fuhren wir nach Kölle. Mit dem PKW nach Köln zu fahren mache ich seit ich denken kann nur ungerne. Lerne aber nicht dazu. Und so kam es dass unsere gute Laune auf der Parkplatzsuche rund um den Zoo so dermaßen in den Keller ging dass ich mir schon wie eine Drecksassel vorkam.

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comp_koelner-zoo_cg6a4386Köln hat einen Hauptzoo und viele, viele Nebenzoos. Besuchen Sie am Wochenende, nachts einfach mal die Aachener Straße. Sie werden Getier entdecken das Sie nicht entdecken wollen. Sie gehen mit nicht mehr erkennbar menschlichem Geschmeiß, ob Sie wollen oder nicht, auf Tuchfühlung. Von Jungmännern mit großen Klappen, von Damen die aussehen wie die abgewrackte Nutte die ich leider mal hinter dem Bahnhof kennenlernte, und grade mal ihren Kinderausweis dabei haben. Kölschflaschen die splitternd den Kampf gegen Dickschädel verlieren. Bullen und Muckibudenstiere liefern sich Straßenkämpfe als ob sie zu Hause wären – „Eyh Aaalder!“. Witzig, gelle? Türkenbullen gegen gleichrassige Kölner Einwohner, beide ohne Benimm machen die Straßen unsicher, ich glaube in Istanbul ist es angenehmer. Trotz Bombenwetter.

Aber zurück zum Thema. Der Kölner Zoo. Hat man hingefunden und glücklich einen Parkplatz erhascht, geht es direkt in den Kampf um Eintrittskarten. Ich will ja bezahlen aber sie lassen mich nicht. Jede Menge Kassen und jede Menge vegane, stinkende und vorlaute Kindergärtnerinnen die Zettelschwingend an den Kassen reklamieren dass ein Kind aus ihrer Gruppe eine Ermäßigungskarte hat und die Differenz von 0,45 EUR jetzt auszubezahlen ist. Brüllend schmiss ich einen Fünfeuroschein nach vorne „Nimm und friss und mach jetzt endlich die Kasse frei, Du Schnepfe!“ Aber wenn diese Kämpfe und ich möchte noch mal erwähnen, ich will bezahlen, ausgestanden sind, geht es in einen herrlichen Tierpark. In überaus angenehmer Gesellschaft und meinem neuen Objektiv ging es auf großartige Safari.

comp_koelner-zoo_cg6a4141Damals am Wallrafplatz lernte ich den Spatz kennen und durfte einige seiner Nachkommen hier im Zoo begrüßen. Es gab pubsende Trampeltiere und blöd dreinschauende Stelzenvögel. Es gab Geparden und Baumpandas (Baumpanden?)die man nicht erblicken konnte. So glaubten wir es einfach mal dass es sie dort gibt aber ich vergaß nicht meine innerliche Notiz: „Beim Rausgehen an der Kasse das anteilige Eintrittsgeld zurückgeben zu lassen wegen Unsichtbarkeit einiger Arten.“

Der Affenfelsen – nicht von schlechten Eltern. Eigentlich nicht jugendfrei wie ich meine. Vergewaltigungen, Gruppenficken, brutalste Schlägereien, Mobbing, öffentliche Zurschaustellung von Genitalien und aufgrund analen Verkehrs rotwunde, angeschwollene Ärsche. Insgesamt ein Potpourri des 95%igen menschlichen Zusammenseins – nur auf einem Felsen umgeben von einem Wassergraben.

Es gab Elefanten die sich mit ihren langen Nasen am „Glory Hole“ beglückten, der „lachende Hans“ aus Australien, nicht zu verwechseln mit dem Blauen von der Reeperbahn. Zu entdecken im wunderschönen Tropenhaus eine überaus fette Taube die sich prachtvoll ihr fernes Daheim mit anderen schillernden, trällernden, kecken und lustigem Getier teilt. Eine wunderbare Pracht in Farbe und Exotik! Und damit meine ich nicht das Ding in meiner Hose. Denn es war Sommer. Und es gab anwesende Damen die mit nicht mehr als einer Serviette bekleidet waren. Schwof ich ab?

comp_koelner-zoo_cg6a4408Lassen Sie sich bitte bei Ihrem Besuch im Kölner Zoo nicht die Vogelflugshow entgehen. Es traten auf: Ein Mann mit Bauch, der Vogeldirigent. Der „lachende Hans“. Der flinke und abenteuerlustige Schwarzmilan. Der lautstark brüllende Ara. Das Wappentier der Bösen und viele mehr. Und wenn Sie größer sind als 170cm, passen Sie bitte auf Ihren Kopf auf. Denn die Viecher kennen kein Pardon. Da heißt es den Kopp runter nehmen wenn Sie in einer der drei Einflugschneisen stehen. Ich meine das ernst. Denn ich versuchte die großartigen Flugkünstler fotografisch ins rechte Licht zu rücken, sie kamen auf mich zu, mein Zeigefinger auf Dauerfeuer und im Sucher kamen sie viel zu schnell immer näher und Zack –anstatt einem sorgfältigen Scheitel hatte ich zwei. Also, Service vom Schirrmi-Blog: Passen Sie bitte auf. Und auf Ihre Kinder. Denn da fliegen auch Geier rum. Die genehmigen sich ab und zu mal eins zum Nachtisch.

Ja, ich könnte mir die Finger blutig tippen in Erinnerung an einen schönen Tag. Mache ich aber nicht. Denn meine Finger sind so ziemlich das Einzige was noch nicht blutet. Und wie der Klavierspieler, will ich mir nicht unnötigerweise die Grundlage meines Einkommens versauen. Daher, wenn Sie möchten, schauen Sie ein paar Bildchen und freuen Sie sich ein wenig mit:

6 Gedanken zu „Ene Besuch em Zoo

  1. Du hast dich wieder Selbst übertroffen, die Fotos sind erste Klasse.
    Wusstest du das ich Papageien mag und gerne einen hätte?
    Wegen mir kannst du alle Zoos dieser Welt besuchen und was darüber schreiben, also wenn du mal nicht mehr in die „Knochenmühle“ gehst, sondern einer normalen Arbeit nach,musste das machen.
    Gruß,
    Martin

  2. Wieder sehr „nah“ und vorstellbar geschrieben, Klasse ! :-).
    Das Talent des fotografierens ist mir bis dato noch gar nicht so aufgefallen, einige Bilder sind dabei, da musste ich wirklich lächeln, seh ich doch was Dein Auge in diesem Augenblich begehrte und es fangen konnte. Fotos *hach… auch meine Leidenschaft, auch wenn ich nicht so eine Ausrüstung aufweisen kann, aber das ist ja auch nicht der Hauptact beim shooten. Weiter so 🙂

  3. Mir fällt nur dieses Zitat für Dich ein @Johi

    Wir sind ein einziges Mal geboren; zweimal geboren zu werden, ist nicht möglich; eine ganze Ewigkeit hindurch werden wir nicht mehr sein dürfen. Und da schiebst Du das, was Freude macht, auf, obwohl Du nicht einmal Herr bist über das Morgen? Über dem Aufschieben schwindet das Leben dahin, und so mancher von uns stirbt, ohne sich jemals Muße gegönnt zu haben.

    Epikur von Samos

    (341 – 271 v. Chr.), griechischer Philosoph

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