Kakao gefällig?
Magst Du einen Kakao? Sie: Ja, bitte mit Schuß – den Kakao kannste weglassen! Ich: Ich glaub Du hast den Knall nicht gehört!
Entspannte Charmeoffensive in der Knochenmühle
Nachdem ich, wie Ihnen mittlerweile bewusst sein sollte, nur positives aus der Knochenmühle zu berichten hatte, möchte ich nun eine kleine, negative Episode zum Besten geben. Sorry Chef und Chef-Chef!
Durch eine eingehende Email wurde ich von meiner konzentrierten Arbeit aufgeschreckt. Die Standortleitung sandte eine Rundmail mit der Bitte „Bitte die leeren Obstkörbchen wieder an der Pforte abgeben.“ Huch, dachte ich so bei mir und klickte auf den Knopf „Allen antworten“ und schrieb: „Wer will denn da sein angegärtes Fallobst loswerden?“ und sandte.
Ich bin in einer Außenstelle inhaftiert – und da kamen die besagten Körbe noch nicht an. Nach Rücksprache mit unserer überaus jungen, hübsch adretten Teamassistentin klärte sich der Sachverhalt auf. Die Email des Standortältesten ging zu schnell raus, bevor all die Obstkörbchen im Rahmen einer Mitarbeiterfitnessinitiative verteilt wurden.
Ich nahm dann Nachmittags davon eine Banane und ging damit wild fuchtelnd abermals in das Sekretäriat und rechtfertigte mich im voraus für meine <An Alle antworten>-Mail, zog sie aus und ich kann Ihnen sagen: Lecka! Sie lächelte süß wie immer.
Hinterher erwähnte unsere Teamassistentin noch ein Highlight der von der Knochenmühle gesponserten Charmeoffensive – denn es wurde ein Entspannungsautomat installiert. O-Ton der Assistentin: „Ich bin ja auch nur ein Mensch und kann mich nicht um alle kümmern.“
Mit enspannten Grüßen,
Schirrmi
Body – oder nicht?!
Wissen Sie? Nein, wissen Sie nicht. Als ich jung war und erste erotische Erlebnisse hatte, ich meine, wollte haben, hatten die Damen sogenannte Body’s an. So T-Shirts die unten weiter gingen und im Schritt geknöpft oder gehakt wurden. Jedenfalls hatte ich damals in jungen Jahren ein wenig Probleme dem vermeintlichen Paradies näher zu kommen.
Ein Gefummel zum Erbarmen. Sie glauben es nicht. Die Angebetene rollte mit den Augen, ich sah es von unten, und ich wünschte mich wer weiß wohin. Innerlich mein Weltkriegsopa in den Ohren: „Rrrrran an den Feind! Koste es was es wolle!“ – so versuchte ich es. Die Dinger, Schlafanzüge, Strampelanzüge – hach, ich musste immer nur an Babys denken. Denn nur die wurden untenherum geschlossen. Mit Druckknöppe.
Der Penis. Der wurde kleiner. Die Lust ließ in dem Maße nach wie die Fummelei da unten seinen Gang ging. Bis die Angebetene eingriff und selbst Hand anlegte, Erbarmen hatte und sich selbst aufknöpfte.
Jedenfalls – heute morgen habe ich mir mein T-Shirt irgendwie in die Unterhose gesteckt. Nachmittags musste ich Pipi machen. Dringend. Ich stand vor dem Piss-Dings und hatte verdammte Scheiße nochmal eine Jeans mit Knöpfen an. Als die Knöppe auf waren bekam ich den alten Kameraden nicht raus. Warum? T-Shirt dazwischen – in der Unterhose! Erste Freudentropfen machten sich bemerkbar und ich realisierte dass die Zeit nicht mehr ausreicht.
Jetzt weiß ich wie es sich anfühlt ein Body zu tragen. Ihr armen Mädels, ich armer Schirrmi.
Natursekt gefälligst? Hose nass.
Diebe, Wadenbeißer und hochnäsige Herrscher
Kaum aus dem Winterschlaf erwacht, kürzlich eine immer noch unbegreifliche Zeitumstellung erlebt, stehe ich hier schmauchend vor der Tür und sinniere vor mir (mich?) hin. Frühmorgens, Knochenmühle, Raucherplatz.
Das erste Tagwerk, den Compi in die Dockingstation gesteckt, am Netzwerk angemeldet, kurz die Systeme und hochbrisante Emails gecheckt, der Pfefferminztee zieht vor sich hin – ich gehe runter um meine erste Ziggi zu mir zu nehmen. Ruhig. Ein. Aus. Atmen. Ruhig. Nicht daran denken was passiert wenn die Anderen kommen. Erstmal alleine sein. Zu sich finden. Vor dem großen Stress.
Frühmorgens ist die Welt sehr schön. Der Himmel, die Wolken. Den frühmorgendlichen Aufweckkuss mit dem süßen, über die Straße laufenden Fellvieh ausgetauscht, hach! Dann der Sonnenaufgang. Unwirklich, atemberaubend. Da, dahinten sehe ich die Schlote meines Industriebetriebs. Wenn ich mein kleines Näschen recken wollte könnte ich den herrlichen Duft von Plastik riechen. Der heiße Dampf, die Abgase brechen sich in rosaroten Farben am Horizont, erzeugen bunte Wolken – schöner als die Natur es machen könnte. Die hohen Silos stehen schwarzschattiert im Vordergrund wie Mahnwachen vor einer großen Gefahr wo wir noch nicht wissen dass sie unweigerlich über uns kommt.
Herrlich! Alleine! Farben! Bevor das Roulette anfängt zu drehen denke ich an Kafka. Man kann unschuldig sein, erwartet und fürchtet trotzdem seine Hinrichtung. So beginnt jeder Tag.
Ich schaue nach vorne und sehe seit Wochen dass ein Elster-Pärchen mit liebevoller Hingabe ein kunstvoll geflechtetes Nest bauen. Etwas grob, zugegeben, aber hinreichend groß in einer Astgabel eines Baumes der noch keine Blätter hat. „Sehr sichtbar“ murmelte ich zu mir. So sichtbar dass dieses Nest auch von anderen liebestollen Lebewesen recht begehrenswert ist. Wenn das Elsterpaar weg ist (Aldi, Lidl, Späti, usw.) kommen dann die Meisen, laut kichernd. Sie zanken sich, der alliierte Luftkampf im 1. Weltkrieg war ein Scheißdreck dagegen, mit den Spatzen um dieses wunderschöne, große in der Astgabel gebaute Schloss. Und ich schaue zu und weiß was passiert.
Von weitem hört man schon ärgerliches Geschnarre. Kampfformation, die bunt, wie Edelsteine im morgendlichen Sonnenlicht glitzernden Schweife ausgebreitet, böse blickend sowie hinterlistig von zwei Seiten kommend – Mama- und Papa-Elster wie abgesprochen nehmen sie sich die frechsten vor, die Spatzen. Die Meisen geben kampflos auf, während ein vorwitziger Sperling noch im fremden Nest hockt, zugegebenermaßen vor Angst in die frische Kinderstube kackt, laut plärrend und einige Federn lassend das Weite sucht. So – die diebischen Elstern, obwohl ich diese Eigenschaft noch nie in Natura kennen lernte, machten die Brust breit, voller Adrenalin verteidigten sie die zukünftige Kinderstube, verjagten die kleinen Wadenbeißer (die richtig, richtig mutig sind) während ein Bussard, hochnäsig, oben im Himmel leise kreisend sich das Geschehen ansah, wahrscheinlich mit dem Gedanken „ich komme wieder, wenn das Nest belebt ist“, abdrehte. Ich ging in mein Büro und ließ der Natur ihren Lauf.
Bis Morgen Ihr Verrückten!
Schirrmi
Umfragen / Forschungsergebnisse
Forschung: Das Wilhelmische Institiut für Mikrobakterielle Fortplanzung beweist erstmals den Zusammenhang zwischen Penisgröße und Anzahl der Handtaschen in den Schränken der Ehefrauen.
Zoologogen beweisen: Mit dem Schwanz wackeln gibt nicht automatisch Futter.
Eine neueste italienische Studie besagt dass die weibliche Bevölkerung unter „durchnudeln“ was anderes versteht als die männliche Bevölkerung.
Schweden: Neueste Studienergebnisse beweisen dass weniger als 99,9% aller Schwedinnen Darstellerinnen in Pornos waren. 99,9% der Befragten schwiegen lieber oder wichen den Fragen aus. So Prof. Dr. Nat. Rekt. Herrmann Longus.
Endlich! Deutsche Wissenschaftler beweisen brisanten Zusammenhang zwischen dem im Rheinland begehrten Getränk Kölsch und kurzen Hosen: Die Studien wurden persönlich von Herrn Studienrat Detlef Schönegang empirisch in der Innenstadt von Kölle, entschuldije, Köln durchgeführt. Er fand heraus dass je kürzer seine Hosen und je höher sein Kölschpegel, oder umgekehrt, sein Partnerschaftspotential zunahm. Schluck…, ächz, ooochhh…
Der Erste April
Meine Güte war das eine Woche!
Vor Ostern war ich arg krank und musste mir über – noch zwei Urlaubstage gönnen um wieder fit zu werden. Letzten Mittwoch dann hatte ich meinen ersten Tag in der Knochenmühle. Mein Kollege überraschte mich mit einer für Freitag (heute) terminierten SAP Systemkopie. Sowas kann, wenn die Beteiligten nicht gut oder nicht gut drauf sind auch mal 18 Stunden dauern. Ich koordiniere. Flüstere. Schmeichle. Brülle. Haue in die Tasten. Alles solange bis es fertig ist.
Gestern Nachmittag kam ich heim, immer noch nicht recht fit, und sah einen unbeantworteten Anruf auf dem Eipoon. Scheffe! Ich rief zurück um mir anzuhören: „Das Business wünscht die Systemkopie nicht am Freitag sondern am Samstag. Mach es bitte möglich!“ Tja, ich bin ja nicht der Einzige – ich muss ja auch die Dienstleister kurzfristig fragen ob denen das möglich ist. Alarm allenthalben. Herumtelefoniert. Diskutiert. Erklärt. Wichtigtuerei. Das Übliche. Am Wochenende tut es mir ja nicht weh zu arbeiten. Ich habe halt so einen Job gewählt. Kein Problem. Aber L. hat mich für Samstag zur Ihrer Reinfeiergeburtstagsparty eingeladen. Da wollte ich auch noch ein paar Geschenke einpacken. Karte schreiben
. Alkohol und für die Kids Eistee kaufen. Und so weiter. Hätte nicht nur mich genervt da dann mit dem Klappcomputer rumzuhocken und jedem Gast zu sagen er sollte nicht so viel Bandbreite des WLAN´s benutzen weil ich es brauche.
Hinzu kommt, ich schaute in den Orga-Kalender, ab heute habe ich auch noch Bereitschaft. 7 Tage, 24 Stunden. Kann ja alles heiter werden. Meine Laune ging den Bach runter. Und Geschenke eingepackt – ist auch noch nichts. Eingekauft für Morgen schon, aber dass saufe ich grade selbst. Tja!
Jedenfalls meldete sich „das Business“ heute Morgen um 2:00 Uhr bei mir um mitzuteilen dass die ihre Dinge soweit erledigt haben, der Refresh kann wie geplant heute laufen. Dann die Dienstleister versucht zu erreichen dass es doch in ein paar Stunden stattfindet und nicht erst am Samstag. Keinen erreicht, hängste in der Luft! Weißte? Niemand hat irgendwas bestätigt oder auch nicht und ich hänge in der Luft. Scheißnacht die dann um 5:20 Uhr vorbei war weil ich ja im Office Vorbereitungen treffen muss. Nach 10 Stunden war die Kopie dann endlich rum. Hoffentlich. Denn ich habe nur die Freigabe zum Testen erteilt. Wer weiß was schief gelaufen ist?
Um was geht es hier eigentlich? kÜropst! Oh, die Finger lagen nicht richtig, egal. Der Erste April. Gestern kam ich zum heimscheißen heim, da war mein Vordach halb abgerissen – die Hausfront eine einzige, dreckige Baustelle. Huch? Hat mein Vermieter mir nichts von erzählt. Dreck! Dreck mit in meine kleine Muckelbude nehmen müssen obwohl grade Mittwochs sauber gemacht wird. Scheißdreck! Heute in der Pause die prekären, schlecht deutsch sprechenden Handwerker erwischt und rumgebrüllt: „Was machen Sie denn da? Hören Sie sofort damit auf fremde Häuser zu beschädigen!“ so hallte es in deren Ohren, ganz Monte erstarrte plötzlich vor Schrecken. „Schau mal, Du dumme Sau – sogar die Werbeblättchen sind nass und dreckig geworden!“ brüllte ich den von der Leiter herunterfallenden „Vorarbeiter“ an.
Is ja klar was de dann hörst. „Scheffe hat gesagt….“.
In der Knochenmühlenküche habe ich im „privaten Mitarbeiterregal“ meinen Hopp-hopp-Kaffee stehen. Jetzt war ich ja einige Tage nicht mehr dort. Was müssen meine entzündeten Augen sehen? Fast leer das Glas! Einen Anstandsrest konnte ich noch herauskratzen. Sie gaben sich noch nicht mal die Mühe die Reste vom Boden abzukratzen. Nee! Natürlich nicht. Was haste denn schon wieder? Hee? Ist doch nicht leer!
Muss man auf alle Dinge Aufkleber aufbringen? Wer kommt in einem sogenannten professionellen Betrieb auf die Idee zu meinen wenn da irgendwo im Schrank was rumsteht dass man sich bedienen darf? Muss man erst böse werden? Müssen die denn erstmal weinen müssen um es zu kapieren? Mein – Dein? Aber dann erhalte ich ja wieder ein Schreiben.
Jedenfalls ist auch meine Geschirrspülmaschine seit Dienstagnacht verreckt. Habe weder die verschissene Bedienungsanleitung noch Zeit gefunden und jetzt steht da die Brühe immer noch drinnen. Spüle seitdem mit der Hand. DAS IST ZUM KOTZEN! Und die Spülkraft hat eigene Dinge zu tun. Menno!
Es hört ja nicht auf. Die ganze Zeit fliegt, fleucht hier so ein Insekt um und auf meinem Kopp rum. Ich ertrage, ich wedele, ich drehe ruckig meine Hals hin- und her. Kurzzeitig ergibt das Erleichterung dass das blöde Vieh weg ist. Dann isses wieder da. Mistvieh!
Ich war grade auf Toilette. Nach dem Gang sah ich händewaschend in den Spiegel und sah einige meiner Haarsträhnen neckig kitzelnd in meinem Gesicht rumhängen. Gut, es war also kein Insekt sondern ich selbst war es der sich über seine eigenen leise, lang herabrauschenden im Gesicht herumkitzelnden Kopffedern aufregte.
Ja, soviel zum ersten April. Mir wird schlecht wenn ich drüber nachdenke. Und dann muss ich mich mit diesem verfickten Photoshop rumärgern. Das Layout will nicht. Und will nicht. Und Schleifen. Möchten Sie gerne schön einpacken und Ihnen fehlt es an Material? Und morgen geschieht es dann schon – der Überreichungsakt? Kennen Sie das?
Alles in allem, ich gebe gerne meine Haut an sie ab. Und das mein ich im doppelten Sinne.
Stress!
Nadine – ich hoffe Du warst fit und erfolgreich heute.
So long,
Schirrmi
Zoo Neuwied – Impressionen
Zusatzinformationen zum Zoo Neuwied (Ostern 2016):
Website:
http://www.zoo-neuwied.de/
Öffnungszeiten:
9.00 Uhr bis 18.00 Uhr (Sommerzeit)
9.00 Uhr bis 17.00 Uhr (Winterzeit)
Wir haben heute je Erwachsener 12,- EUR bezahlt. 1 EUR Parkgebühr/Auto muss ebenfalls beglichen werden. Das Wetter war Scheiße. Wir haben den kompletten Zoogang in etwa 1,5 Stunden erledigt. Aber ich weise darauf hin dass die Sommersaison grade erst eröffnet hatte. Die Affen und andere Tiere waren noch nicht im Außengehege. Auch Fütterungen haben wir nicht mitgemacht. Die Tiere wohl schon aber wir gemeinsam nicht.
Für Menschen mit kleinen Kindern oder Menschen mit Behinderungen möchte ich erwähnen dass das Gelände machmal recht steil ist.
Die Gastronomie habe ich dort noch nie ausprobiert. Meine Dinkelbutterbrote aß ich außerhalb des stinkenden, warmen Affeninnenbereichs. In anderen Zoos geht es schlimmer zu.
Meinen Joint nahm ich zusammen mit dem Hinterlistigen hinter einem Zooschuppen.
Die Wildkatze, der Waschbär, die Lemuren und irgend so eine Greifvogelart waren nicht zu entdecken. Die Südafrikanische Koksnasenmaus tanzte auf den Tischen. Elefanten und Giraffen gibt es dort nicht, den Leoparden nahmen wir nur als Schatten wahr.
Kinderwagen rollten, Babies schrien, Kinder liefen weg während Ihre Waldorf-Eltern oben am Berg leise tanzend die Namen Ihrer Ausgeburten riefen – die sich einen Scheißdreck darum kümmerten. Alle Tiere, inbesondere der Bubo Bubo Bubo und der Sacker-Falke waren zu nah am Zaun.
Auf einem dem Gehege entfleuchten Tier rutschte ich aus – eine Nacktschnecke. Meldete es alsbald dem Revierobermat der das schulterzuckend abtat.
Der Gepard, die faule Sau. Lag da schneller stundenlang, müde blinzelnd auf dem Ast herum, schneller als jedes andere Landsäugetier. Beim stundenlangen Beobachten des Gepards bekam ich einen Geschwindigkeitsrausch. Meine Kamera ging in den Ruhemodus.
Winzigkleine Kangoroos gruben Höhlen und Löcher und verteidigten diese mit erhobenen Fäusten gegen Mausspitzhirschspatzenhirnen. Die die Szene beobachtenden, buchfinkenden, flugfähigen Tiere gaben ihren Senf dazu.
Es streunte ein in tarnfarbengemustertes Tier unseren Weg. Wir sahen es nicht.
Einmal kolkte von oben ein Rabe. Von unten blökte es daraufhin. Wir schauten hoch, schauten runter. In einiger Entfernung grollte der Löwe. Die kleinen Brustkörbchen der Amselmeisenspatzen vibrierten wollüstig während irgendwelche Blätter von den Bäumen rieselten.
In diesem komischen, warmen Gebäude kroch und fleuchte es dass es eine Freude war. Meine supi-teure Kamera machte die bildhübschesten Fotos – nur leider vernebelt. Jetzt weiß ich wie es den brillentragenden Affen geht die mal von warm heraus und von kalt herein gehen. Sie wissen schon.
Da einmal, hach, da gab es eine Begebenheit. Meine Begleitering rief juchzend, begeisternd „Die Phyton ist ja dicker als mein Oberarm!“ und lehnte sich in das Gehege. Später röchelte sie: „Umpfff, ächz, und auch stöööörrrker als mein Hals…“. Ab da hatte ich dann meine Ruhe. Dummerweise war ihre Handtasche auch im Gehege. Da war noch eine Dose Tuborg drinnen. So musste ich das Biest aufschlitzen und wir gingen daraufhin wieder Hand-in-Hand und Bier saufend unserer Wege.
Nach diesem eher sachlich, wissenschaftlichen Bericht möchte ich noch kurz dem Witz und der Spaßigkeit Raum geben. Ein paar kleine Anekdötchen ergaben sich ja noch mit dem lieben Vieh. Beispielsweise als ich fortwährend an die Glasscheibe hämmerte und die Schnappschildkröte sich an der anderen Fensterseite ihre Zähne ausschlug. Oder beispielsweise als ich über ein kleines Bächlein hinweg mit ein paar Süßigkeiten ein Waldorf-Kind lockte, es hineinfiel und glucksend ertrank. Oder beispielsweise als ich einer Gans Federn ausrieß und die dumme Gans anstatt mir, meiner Begleiterin in die Kniekehle biß. Oder, und es ergaben sich noch viele lustige Momente ich höre dann auch damit auf, beispielsweise als die dumme Gans an das Gatter ging, ich ihr an den Zitzen zog und ich sie darauf aufmerksam machte dass der Streichelzoo nur für Kinder sei. Hach!
Jetzt, liebe Leser, habe ich 18:30 Uhr Sommerzeit. Schön, gelle?
Ich hoffe diese Eindrücke meines Besuchs im Zoo inspirieren Sie. Auch mal am Osterwochenende vor die Tür zu gehen. Den Pubs nicht nur daheim – sondern auch mal draußen einen fahren zu lassen. Die Seele auch bei schlechtem Wetter baumeln zu lassen. Auch wenn bergab ein Kinderwagen vorbeirollt, einfach mal nicht Hand angreifen. Kurz: Mal sich selbst sein.
Euscher Irrmi
Rezept der Woche: Am Karfreitag mal „Veggie-Meerschweinchen“
Zunächst, dass heute ein sogenannter Karfreitag ist weiß ich aus meiner TV-Zeitung. Und weil ich heute nicht in der Knochenmühle bin. Da ich weder Kar noch Freitag heiße und mich als ausgewiesenem Antichrist einen Dreck darum schere, möchte ich Ihnen heute in der beliebten Rubrik „Das Rezept der Woche“ ein Fischgericht zeigen.
Wie Sie wissen kommt bei mir Nahrung nur in herausragend bekömmlicher Weise, hergestellt mit frischen Lebensmitteln, auf den Tisch. Mit Schnell-Schnell, oder in Pulvertüten dargebotenen Glutamaten (die Verpackung variiert immer, der Inhalt ist immer der gleiche Scheiß) kann man mir nicht kommen. Da nehme ich mir Zeit, schon beim Einkauf oder dem frischen Fang. Das kochen muss zelebriert werden, immer mit einem Hauch von Liebe als wesentliche Zutat dabei. Kussi! Drücker!
Heute möchte ich Ihnen mein berühmtes „Veggie-Meerschweinchen“ präsentieren. Es geht schnell, ist wie gesagt mal wieder überaus bekömmlich und weil ja heute Fisch angesagt ist wurden die Schweinchen im Meer gefangen. Sehr lecker. Aber seht selbst und wenn Sie mögen, kochen Sie einfach nach:
Zutaten
- Als Hauptspeise wird zunächst eine Veggie-Meerschweinchen-Kopulation aus dem Rhein gefischt. Das ist nicht ganz trivial. Denn wie sie sich sicher vorstellen können weiß man vorher nicht ob die Meerschweinchen in Ihrem Leben Fleisch zu sich nahmen oder nicht. Um das herauszufinden, und wir wollen ja wirklich nur Veggie haben, gibt es einen Trick. Hat man beispielsweise Mama-Meerschweinchen am Haken (die verzweifelt brüllenden und nach Luft schnappenden Familienmitglieder muss man einigermaßen ignorieren) schneidet man ihr erst die Vorderbeinchen ab. Wenn sie dann nur Algen kotzt kann man sich einigermaßen sicher sein dass es eine Veggie-Mama war die kürzlich keine Tiere fraß. Dann werden mit einer Zange, ich benutze Knips, die Hinterbeinchen gekappt. Tipp: Lassen Sie bitte, ich nenne es „Bemutterung“, das Tier am Leben, lassen es fiepsen und schreien. Der Rest der Familie kommt alsbald und kann quasi als „Beifang“ mit herausgefischt werden. Achten Sie auf die internationalen Richtlinien der Überfischung. Wenn Sie schon sehen dass irgendeins der Familienmitglieder Fleisch zu sich nahm, reißen sie ihm den Kopf ab und schmeißen den kleinen, toten Körper wieder zurück in den Rhein. Meine Lieblingsstelle ist übrigens nahe bei Mülheim-Kärlich.
- Eigentlich reicht das nun für eine ausgewogene Mahlzeit. Da aber auch das Auge sozusagen mitisst, entschließe ich mich für diverse, selbstverständlich vegane Beilagen. Wie unter anderem Salz und Pfeffer.
Zubereitung
- Zunächst, Veggie – hehe!, sollte der Kocharbeitsplatz von letztens geschlachteten Schwein. / Rindresten gereinigt werden. Denn Sie wissen ja, die Vegetarianer würden so etwas merken.
- Falls die ausgesuchten Meerschweinchen noch leben sollten, wir haben ja zunächst „nur“ die Beinchen abgemacht, werden die Haare mit einem Bunsenbrenner abgeflämmt. Falls die Veggie-Teilchen nicht mehr leben sollten machen Sie es bitte ebenso.
- So oder so, die Hauptarbeit ist fast erledigt. Jetzt noch die Kopfstücke abgerissen und die Veggies in eine mit heißem Fett vorbereitete Pfanne geschmissen. Ich nutze selbst gerne beschichtete Pfannen dann brennen die Veggies nicht so schnell an.
- Während das ältere „Meeresgemüse“ vor sich hinbrutzelt und gegebenenfalls, weil das junge Gemüse ja ein wenig zarter ist dabei ein wenig zugucken darf bevor es auch in der Pfanne landet, werden die Beilagen vorbereitet.
- Ich persönlich mag es gerne mit frischen Kräutern. Einen Vorrat davon habe ich immer parat – wenn die Nebenköchin mir alle zwei Jahre mal den Sack rasiert. Etwas davon aufheben dann hat man bei Bedarf immer was zur Hand und ich kann Ihnen sagen, lecker!
- Alles was bunt ist, Sie wissen – das Auge isst mit, verwöhnt das liebevolle Mahl auch optisch. Ich nutze hier zur Abrundung die sogenannte „Paprika“. Diese Beilage ist optional und Sie können hier frei gestalten und entscheiden. Bekanntermaßen erhält man qualitativ hochwertige „Paprika“ in der Nähe von ungarischen Krankenhäusern. Diese, in Fachkreisen auch „Klabusterbeeren“ genannte vegetarische Zutat kann, richtig zubereitet eine interessante Note an des Gourmet-Gaumen hinterlassen.
Nach kurzem köcheln ist diese kleine aber feine Mahlzeit auch schon fertig als idealer Abschluss einer jedweden Kreuzigung. Und, ich möchte es noch mal betonen: Vegan.
Guten Appe!
Enjoy!



















