Rezept der Woche: Am Karfreitag mal „Veggie-Meerschweinchen“

Zunächst, dass heute ein sogenannter Karfreitag ist weiß ich aus meiner TV-Zeitung. Und weil ich heute nicht in der Knochenmühle bin. Da ich weder Kar noch Freitag heiße und mich als ausgewiesenem Antichrist einen Dreck darum schere, möchte ich Ihnen heute in der beliebten Rubrik „Das Rezept der Woche“ ein Fischgericht zeigen.

Wie Sie wissen kommt bei mir Nahrung nur in herausragend bekömmlicher Weise, hergestellt mit frischen Lebensmitteln, auf den Tisch. Mit Schnell-Schnell, oder in Pulvertüten dargebotenen Glutamaten (die Verpackung variiert immer, der Inhalt ist immer der gleiche Scheiß) kann man mir nicht kommen. Da nehme ich mir Zeit, schon beim Einkauf oder dem frischen Fang. Das kochen muss zelebriert werden, immer mit einem Hauch von Liebe als wesentliche Zutat dabei. Kussi! Drücker!

Heute möchte ich Ihnen mein berühmtes „Veggie-Meerschweinchen“ präsentieren. Es geht schnell, ist wie gesagt mal wieder überaus bekömmlich und weil ja heute Fisch angesagt ist wurden die Schweinchen im Meer gefangen. Sehr lecker. Aber seht selbst und wenn Sie mögen, kochen Sie einfach nach:

Comp_Veggie-MehrschweineZutaten

  • Als Hauptspeise wird zunächst eine Veggie-Meerschweinchen-Kopulation aus dem Rhein gefischt. Das ist nicht ganz trivial. Denn wie sie sich sicher vorstellen können weiß man vorher nicht ob die Meerschweinchen in Ihrem Leben Fleisch zu sich nahmen oder nicht. Um das herauszufinden, und wir wollen ja wirklich nur Veggie haben, gibt es einen Trick. Hat man beispielsweise Mama-Meerschweinchen am Haken (die verzweifelt brüllenden und nach Luft schnappenden Familienmitglieder muss man einigermaßen ignorieren) schneidet man ihr erst die Vorderbeinchen ab. Wenn sie dann nur Algen kotzt kann man sich einigermaßen sicher sein dass es eine Veggie-Mama war die kürzlich keine Tiere fraß. Dann werden mit einer Zange, ich benutze Knips, die Hinterbeinchen gekappt. Tipp: Lassen Sie bitte, ich nenne es „Bemutterung“, das Tier am Leben, lassen es fiepsen und schreien. Der Rest der Familie kommt alsbald und kann quasi als „Beifang“ mit herausgefischt werden. Achten Sie auf die internationalen Richtlinien der Überfischung. Wenn Sie schon sehen dass irgendeins der Familienmitglieder Fleisch zu sich nahm, reißen sie ihm den Kopf ab und schmeißen den kleinen, toten Körper wieder zurück in den Rhein. Meine Lieblingsstelle ist übrigens nahe bei Mülheim-Kärlich.
  • Eigentlich reicht das nun für eine ausgewogene Mahlzeit. Da aber auch das Auge sozusagen mitisst, entschließe ich mich für diverse, selbstverständlich vegane Beilagen. Wie unter anderem Salz und Pfeffer.

Zubereitung

  • Zunächst, Veggie – hehe!, sollte der Kocharbeitsplatz von letztens geschlachteten Schwein. / Rindresten gereinigt werden. Denn Sie wissen ja, die Vegetarianer würden so etwas merken.
  • Falls die ausgesuchten Meerschweinchen noch leben sollten, wir haben ja zunächst „nur“ die Beinchen abgemacht, werden die Haare mit einem Bunsenbrenner abgeflämmt. Falls die Veggie-Teilchen nicht mehr leben sollten machen Sie es bitte ebenso.
  • So oder so, die Hauptarbeit ist fast erledigt. Jetzt noch die Kopfstücke abgerissen und die Veggies in eine mit heißem Fett vorbereitete Pfanne geschmissen. Ich nutze selbst gerne beschichtete Pfannen dann brennen die Veggies nicht so schnell an.
  • Während das ältere „Meeresgemüse“ vor sich hinbrutzelt und gegebenenfalls, weil das junge Gemüse ja ein wenig zarter ist dabei ein wenig zugucken darf bevor es auch in der Pfanne landet, werden die Beilagen vorbereitet.
  • Ich persönlich mag es gerne mit frischen Kräutern. Einen Vorrat davon habe ich immer parat – wenn die Nebenköchin mir alle zwei Jahre mal den Sack rasiert. Etwas davon aufheben dann hat man bei Bedarf immer was zur Hand und ich kann Ihnen sagen, lecker!
  • Alles was bunt ist, Sie wissen – das Auge isst mit, verwöhnt das liebevolle Mahl auch optisch. Ich nutze hier zur Abrundung die sogenannte „Paprika“. Diese Beilage ist optional und Sie können hier frei gestalten und entscheiden. Bekanntermaßen erhält man qualitativ hochwertige „Paprika“ in der Nähe von ungarischen Krankenhäusern. Diese, in Fachkreisen auch „Klabusterbeeren“ genannte vegetarische Zutat kann, richtig zubereitet eine interessante Note an des Gourmet-Gaumen hinterlassen.

Comp_2016-03-25_Beilage-Meerschweinchen

Nach kurzem köcheln ist diese kleine aber feine Mahlzeit auch schon fertig als idealer Abschluss einer jedweden Kreuzigung. Und, ich möchte es noch mal betonen: Vegan.

Guten Appe!

Enjoy!

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