Der Erste April

Meine Güte war das eine Woche!

Vor Ostern war ich arg krank und musste mir über – noch zwei Urlaubstage gönnen um wieder fit zu werden. Letzten Mittwoch dann hatte ich meinen ersten Tag in der Knochenmühle. Mein Kollege überraschte mich mit einer für Freitag (heute) terminierten SAP Systemkopie. Sowas kann, wenn die Beteiligten nicht gut oder nicht gut drauf sind auch mal 18 Stunden dauern. Ich koordiniere. Flüstere. Schmeichle. Brülle. Haue in die Tasten. Alles solange bis es fertig ist.

Gestern Nachmittag kam ich heim, immer noch nicht recht fit, und sah einen unbeantworteten Anruf auf dem Eipoon. Scheffe! Ich rief zurück um mir anzuhören: „Das Business wünscht die Systemkopie nicht am Freitag sondern am Samstag. Mach es bitte möglich!“ Tja, ich bin ja nicht der Einzige – ich muss ja auch die Dienstleister kurzfristig fragen ob denen das möglich ist. Alarm allenthalben. Herumtelefoniert. Diskutiert. Erklärt. Wichtigtuerei. Das Übliche. Am Wochenende tut es mir ja nicht weh zu arbeiten. Ich habe halt so einen Job gewählt. Kein Problem. Aber L. hat mich für Samstag zur Ihrer Reinfeiergeburtstagsparty eingeladen. Da wollte ich auch noch ein paar Geschenke einpacken. Karte schreiben. Alkohol und für die Kids Eistee kaufen. Und so weiter. Hätte nicht nur mich genervt da dann mit dem Klappcomputer rumzuhocken und jedem Gast zu sagen er sollte nicht so viel Bandbreite des WLAN´s benutzen weil ich es brauche.

Hinzu kommt, ich schaute in den Orga-Kalender, ab heute habe ich auch noch Bereitschaft. 7 Tage, 24 Stunden. Kann ja alles heiter werden. Meine Laune ging den Bach runter. Und Geschenke eingepackt – ist auch noch nichts. Eingekauft für Morgen schon, aber dass saufe ich grade selbst. Tja!

Jedenfalls meldete sich „das Business“ heute Morgen um 2:00 Uhr bei mir um mitzuteilen dass die ihre Dinge soweit erledigt haben, der Refresh kann wie geplant heute laufen. Dann die Dienstleister versucht zu erreichen dass es doch in ein paar Stunden stattfindet und nicht erst am Samstag. Keinen erreicht, hängste in der Luft! Weißte? Niemand hat irgendwas bestätigt oder auch nicht und ich hänge in der Luft. Scheißnacht die dann um 5:20 Uhr vorbei war weil ich ja im Office Vorbereitungen treffen muss. Nach 10 Stunden war die Kopie dann endlich rum. Hoffentlich. Denn ich habe nur die Freigabe zum Testen erteilt. Wer weiß was schief gelaufen ist?

Um was geht es hier eigentlich? kÜropst! Oh, die Finger lagen nicht richtig, egal. Der Erste April. Gestern kam ich zum heimscheißen heim, da war mein Vordach halb abgerissen – die Hausfront eine einzige, dreckige Baustelle. Huch? Hat mein Vermieter mir nichts von erzählt. Dreck! Dreck mit in meine kleine Muckelbude nehmen müssen obwohl grade Mittwochs sauber gemacht wird. Scheißdreck! Heute in der Pause die prekären, schlecht deutsch sprechenden Handwerker erwischt und rumgebrüllt: „Was machen Sie denn da? Hören Sie sofort damit auf fremde Häuser zu beschädigen!“ so hallte es in deren Ohren, ganz Monte erstarrte plötzlich vor Schrecken. „Schau mal, Du dumme Sau – sogar die Werbeblättchen sind nass und dreckig geworden!“ brüllte ich den von der Leiter herunterfallenden „Vorarbeiter“ an.

Is ja klar was de dann hörst. „Scheffe hat gesagt….“.

In der Knochenmühlenküche habe ich im „privaten Mitarbeiterregal“ meinen Hopp-hopp-Kaffee stehen. Jetzt war ich ja einige Tage nicht mehr dort. Was müssen meine entzündeten Augen sehen? Fast leer das Glas! Einen Anstandsrest konnte ich noch herauskratzen. Sie gaben sich noch nicht mal die Mühe die Reste vom Boden abzukratzen. Nee! Natürlich nicht. Was haste denn schon wieder? Hee? Ist doch nicht leer!

Muss man auf alle Dinge Aufkleber aufbringen? Wer kommt in einem sogenannten professionellen Betrieb auf die Idee zu meinen wenn da irgendwo im Schrank was rumsteht dass man sich bedienen darf? Muss man erst böse werden? Müssen die denn erstmal weinen müssen um es zu kapieren? Mein – Dein? Aber dann erhalte ich ja wieder ein Schreiben.

Jedenfalls ist auch meine Geschirrspülmaschine seit Dienstagnacht verreckt. Habe weder die verschissene Bedienungsanleitung noch Zeit gefunden und jetzt steht da die Brühe immer noch drinnen. Spüle seitdem mit der Hand. DAS IST ZUM KOTZEN! Und die Spülkraft hat eigene Dinge zu tun. Menno!

Es hört ja nicht auf. Die ganze Zeit fliegt, fleucht hier so ein Insekt um und auf meinem Kopp rum. Ich ertrage, ich wedele, ich drehe ruckig meine Hals hin- und her. Kurzzeitig ergibt das Erleichterung dass das blöde Vieh weg ist. Dann isses wieder da. Mistvieh!

Ich war grade auf Toilette. Nach dem Gang sah ich händewaschend in den Spiegel und sah einige meiner Haarsträhnen neckig kitzelnd in meinem Gesicht rumhängen. Gut, es war also kein Insekt sondern ich selbst war es der sich über seine eigenen leise, lang herabrauschenden im Gesicht herumkitzelnden Kopffedern aufregte.

Ja, soviel zum ersten April. Mir wird schlecht wenn ich drüber nachdenke. Und dann muss ich mich mit diesem verfickten Photoshop rumärgern. Das Layout will nicht. Und will nicht. Und Schleifen. Möchten Sie gerne schön einpacken und Ihnen fehlt es an Material? Und morgen geschieht es dann schon – der Überreichungsakt? Kennen Sie das?

Alles in allem, ich gebe gerne meine Haut an sie ab. Und das mein ich im doppelten Sinne.

Stress!

Nadine – ich hoffe Du warst fit und erfolgreich heute.

So long,

Schirrmi

Zoo Neuwied – Impressionen

Zusatzinformationen zum Zoo Neuwied (Ostern 2016):

Website:
http://www.zoo-neuwied.de/

Öffnungszeiten:
9.00 Uhr bis 18.00 Uhr (Sommerzeit)
9.00 Uhr bis 17.00 Uhr (Winterzeit)

Wir haben heute je Erwachsener 12,- EUR bezahlt. 1 EUR Parkgebühr/Auto muss ebenfalls beglichen werden. Das Wetter war Scheiße. Wir haben den kompletten Zoogang in etwa 1,5 Stunden erledigt. Aber ich weise darauf hin dass die Sommersaison grade erst eröffnet hatte. Die Affen und andere Tiere waren noch nicht im Außengehege. Auch Fütterungen haben wir nicht mitgemacht. Die Tiere wohl schon aber wir gemeinsam nicht.

Für Menschen mit kleinen Kindern oder Menschen mit Behinderungen möchte ich erwähnen dass das Gelände machmal recht steil ist.

Die Gastronomie habe ich dort noch nie ausprobiert. Meine Dinkelbutterbrote aß ich außerhalb des stinkenden, warmen Affeninnenbereichs. In anderen Zoos geht es schlimmer zu.

Meinen Joint nahm ich zusammen mit dem Hinterlistigen hinter einem Zooschuppen.

Die Wildkatze, der Waschbär, die Lemuren und irgend so eine Greifvogelart waren nicht zu entdecken. Die Südafrikanische Koksnasenmaus tanzte auf den Tischen. Elefanten und Giraffen gibt es dort nicht, den Leoparden nahmen wir nur als Schatten wahr.

Kinderwagen rollten, Babies schrien, Kinder liefen weg während Ihre Waldorf-Eltern oben am Berg leise tanzend die Namen Ihrer Ausgeburten riefen – die sich einen Scheißdreck darum kümmerten. Alle Tiere, inbesondere der Bubo Bubo Bubo und der Sacker-Falke waren zu nah am Zaun.

Auf einem dem Gehege entfleuchten Tier rutschte ich aus – eine Nacktschnecke. Meldete es alsbald dem Revierobermat der das schulterzuckend abtat.

Der Gepard, die faule Sau. Lag da schneller stundenlang, müde blinzelnd auf dem Ast herum, schneller als jedes andere Landsäugetier. Beim stundenlangen Beobachten des Gepards bekam ich einen Geschwindigkeitsrausch. Meine Kamera ging in den Ruhemodus.

Winzigkleine Kangoroos gruben Höhlen und Löcher und verteidigten diese mit erhobenen Fäusten gegen Mausspitzhirschspatzenhirnen. Die die Szene beobachtenden, buchfinkenden, flugfähigen Tiere gaben ihren Senf dazu.

Es streunte ein in tarnfarbengemustertes Tier unseren Weg. Wir sahen es nicht.

Einmal kolkte von oben ein Rabe. Von unten blökte es daraufhin. Wir schauten hoch, schauten runter. In einiger Entfernung grollte der Löwe. Die kleinen Brustkörbchen der Amselmeisenspatzen vibrierten wollüstig während irgendwelche Blätter von den Bäumen rieselten.

In diesem komischen, warmen Gebäude kroch und fleuchte es dass es eine Freude war. Meine supi-teure Kamera machte die bildhübschesten Fotos – nur leider vernebelt. Jetzt weiß ich wie es den brillentragenden Affen geht die mal von warm heraus und von kalt herein gehen. Sie wissen schon.

Da einmal, hach, da gab es eine Begebenheit. Meine Begleitering rief juchzend, begeisternd „Die Phyton ist ja dicker als mein Oberarm!“ und lehnte sich in das Gehege. Später röchelte sie: „Umpfff, ächz, und auch stöööörrrker als mein Hals…“. Ab da hatte ich dann meine Ruhe. Dummerweise war ihre Handtasche auch im Gehege. Da war noch eine Dose Tuborg drinnen. So musste ich das Biest aufschlitzen und wir gingen daraufhin wieder Hand-in-Hand und Bier saufend unserer Wege.

Nach diesem eher sachlich, wissenschaftlichen Bericht möchte ich noch kurz dem Witz und der Spaßigkeit Raum geben. Ein paar kleine Anekdötchen ergaben sich ja noch mit dem lieben Vieh. Beispielsweise als ich fortwährend an die Glasscheibe hämmerte und die Schnappschildkröte sich an der anderen Fensterseite ihre Zähne ausschlug. Oder beispielsweise als ich über ein kleines Bächlein hinweg mit ein paar Süßigkeiten ein Waldorf-Kind lockte, es hineinfiel und glucksend ertrank. Oder beispielsweise als ich einer Gans Federn ausrieß und die dumme Gans anstatt mir, meiner Begleiterin in die Kniekehle biß. Oder, und es ergaben sich noch viele lustige Momente ich höre dann auch damit auf, beispielsweise als die dumme Gans an das Gatter ging, ich ihr an den Zitzen zog und ich sie darauf aufmerksam machte dass der Streichelzoo nur für Kinder sei. Hach!

Jetzt, liebe Leser, habe ich 18:30 Uhr Sommerzeit. Schön, gelle?

Ich hoffe diese Eindrücke meines Besuchs im Zoo inspirieren Sie. Auch mal am Osterwochenende vor die Tür zu gehen. Den Pubs nicht nur daheim – sondern auch mal draußen einen fahren zu lassen. Die Seele auch bei schlechtem Wetter baumeln zu lassen. Auch wenn bergab ein Kinderwagen vorbeirollt, einfach mal nicht Hand angreifen. Kurz: Mal sich selbst sein.

Euscher Irrmi

Rezept der Woche: Am Karfreitag mal „Veggie-Meerschweinchen“

Zunächst, dass heute ein sogenannter Karfreitag ist weiß ich aus meiner TV-Zeitung. Und weil ich heute nicht in der Knochenmühle bin. Da ich weder Kar noch Freitag heiße und mich als ausgewiesenem Antichrist einen Dreck darum schere, möchte ich Ihnen heute in der beliebten Rubrik „Das Rezept der Woche“ ein Fischgericht zeigen.

Wie Sie wissen kommt bei mir Nahrung nur in herausragend bekömmlicher Weise, hergestellt mit frischen Lebensmitteln, auf den Tisch. Mit Schnell-Schnell, oder in Pulvertüten dargebotenen Glutamaten (die Verpackung variiert immer, der Inhalt ist immer der gleiche Scheiß) kann man mir nicht kommen. Da nehme ich mir Zeit, schon beim Einkauf oder dem frischen Fang. Das kochen muss zelebriert werden, immer mit einem Hauch von Liebe als wesentliche Zutat dabei. Kussi! Drücker!

Heute möchte ich Ihnen mein berühmtes „Veggie-Meerschweinchen“ präsentieren. Es geht schnell, ist wie gesagt mal wieder überaus bekömmlich und weil ja heute Fisch angesagt ist wurden die Schweinchen im Meer gefangen. Sehr lecker. Aber seht selbst und wenn Sie mögen, kochen Sie einfach nach:

Comp_Veggie-MehrschweineZutaten

  • Als Hauptspeise wird zunächst eine Veggie-Meerschweinchen-Kopulation aus dem Rhein gefischt. Das ist nicht ganz trivial. Denn wie sie sich sicher vorstellen können weiß man vorher nicht ob die Meerschweinchen in Ihrem Leben Fleisch zu sich nahmen oder nicht. Um das herauszufinden, und wir wollen ja wirklich nur Veggie haben, gibt es einen Trick. Hat man beispielsweise Mama-Meerschweinchen am Haken (die verzweifelt brüllenden und nach Luft schnappenden Familienmitglieder muss man einigermaßen ignorieren) schneidet man ihr erst die Vorderbeinchen ab. Wenn sie dann nur Algen kotzt kann man sich einigermaßen sicher sein dass es eine Veggie-Mama war die kürzlich keine Tiere fraß. Dann werden mit einer Zange, ich benutze Knips, die Hinterbeinchen gekappt. Tipp: Lassen Sie bitte, ich nenne es „Bemutterung“, das Tier am Leben, lassen es fiepsen und schreien. Der Rest der Familie kommt alsbald und kann quasi als „Beifang“ mit herausgefischt werden. Achten Sie auf die internationalen Richtlinien der Überfischung. Wenn Sie schon sehen dass irgendeins der Familienmitglieder Fleisch zu sich nahm, reißen sie ihm den Kopf ab und schmeißen den kleinen, toten Körper wieder zurück in den Rhein. Meine Lieblingsstelle ist übrigens nahe bei Mülheim-Kärlich.
  • Eigentlich reicht das nun für eine ausgewogene Mahlzeit. Da aber auch das Auge sozusagen mitisst, entschließe ich mich für diverse, selbstverständlich vegane Beilagen. Wie unter anderem Salz und Pfeffer.

Zubereitung

  • Zunächst, Veggie – hehe!, sollte der Kocharbeitsplatz von letztens geschlachteten Schwein. / Rindresten gereinigt werden. Denn Sie wissen ja, die Vegetarianer würden so etwas merken.
  • Falls die ausgesuchten Meerschweinchen noch leben sollten, wir haben ja zunächst „nur“ die Beinchen abgemacht, werden die Haare mit einem Bunsenbrenner abgeflämmt. Falls die Veggie-Teilchen nicht mehr leben sollten machen Sie es bitte ebenso.
  • So oder so, die Hauptarbeit ist fast erledigt. Jetzt noch die Kopfstücke abgerissen und die Veggies in eine mit heißem Fett vorbereitete Pfanne geschmissen. Ich nutze selbst gerne beschichtete Pfannen dann brennen die Veggies nicht so schnell an.
  • Während das ältere „Meeresgemüse“ vor sich hinbrutzelt und gegebenenfalls, weil das junge Gemüse ja ein wenig zarter ist dabei ein wenig zugucken darf bevor es auch in der Pfanne landet, werden die Beilagen vorbereitet.
  • Ich persönlich mag es gerne mit frischen Kräutern. Einen Vorrat davon habe ich immer parat – wenn die Nebenköchin mir alle zwei Jahre mal den Sack rasiert. Etwas davon aufheben dann hat man bei Bedarf immer was zur Hand und ich kann Ihnen sagen, lecker!
  • Alles was bunt ist, Sie wissen – das Auge isst mit, verwöhnt das liebevolle Mahl auch optisch. Ich nutze hier zur Abrundung die sogenannte „Paprika“. Diese Beilage ist optional und Sie können hier frei gestalten und entscheiden. Bekanntermaßen erhält man qualitativ hochwertige „Paprika“ in der Nähe von ungarischen Krankenhäusern. Diese, in Fachkreisen auch „Klabusterbeeren“ genannte vegetarische Zutat kann, richtig zubereitet eine interessante Note an des Gourmet-Gaumen hinterlassen.

Comp_2016-03-25_Beilage-Meerschweinchen

Nach kurzem köcheln ist diese kleine aber feine Mahlzeit auch schon fertig als idealer Abschluss einer jedweden Kreuzigung. Und, ich möchte es noch mal betonen: Vegan.

Guten Appe!

Enjoy!

Schlagzeilen Kompetenz

Berlin: CSU-Abgeordneter wurde attackiert!

Seehofer empört und beschließt Maßnahmen!

Das 21-Jährige CSU-Mitglied befuhr gestern, gegen 9:30 Uhr den Kurfürstendamm während er an einer Ampelkreuzung hielt und einem sogenannten Ellenbogencheck erlag.

Kanzlerin Merkel zu dem Vorfall: „Diese entsetzliche Geschichte muss aufgeklärt werden. Mein Mitleid und ein Mitgefühl gilt den Angehörigen. Ich spreche Herrn Klaus-Dieter Müller-Lüdenscheidt mein vollstes Vertrauen aus.“

Bundespräsident Gauck äußerte sich entsetzt zu diesem ungeheuerlichen Vorfall: „Die Freiheit des Menschen ist unerschütterlich. Wenn wir, angesichts der vielen, vielen… und dann noch darüber hinaus…., dann bitte, da sind wir wir mit den Hinterbliebenen, blablabla, die bedingungslose Freiheit kann nur durch Verzicht.. blöck, mäh..

Der vorwöchig verstorbene Herr Westerwelle drückte ebenfalls sein Bedauern mit zwar starken aber doch dem Opfer und den Opferinnen gefühlvollen Worten aus: „Huch, der hatte so einen schönen knackigen… Was? Bin ich auf Sendung? Äh, der Arme, äh, wer war das noch mal?“

<Kamera schwenkt über irgendwelche weinenden Kinder, Stacheldrähte, Mutti-Bilder>

Schirrmi

Wortverbrecher

Wie einzigartig der Kiezi Wortverbrecher aufdecken kann, so erinnerte ich mich heute an meine christliche Ausbildung. Wenn ich Moses lese gehen mir immer noch Bilder der Ehrfurcht durch mein Herz – und meinem nicht mehr so heiligen Sinn. Denn mit 14 Jahr hörte es bei mir auf. Amtlich. Steuerfrei.

Heute gingen wir spazieren und ich sah und ich fürchtete mich. Denn der Große war da vor mir. Der, der viele Seiten bekam im Buch der Bücher. Der, der Wasser teilen konnte. Der, der ein ganzes Volk führte. Der, der prrrr und pffff tatta, tämtamrämmtatämm und so unglaublich war.

Ich sah in der Fußgängerzone Neuwied dass er, ER, ein Ladengeschäft eröffnet hat:

Moses-Neuwied_Moses-Neuwied

Ich fiel auf die Knie, irgendwelche Büsche fingen plötzlich an zu brennen, ein Irrgelichter um mich herum, die Frauen fingen an zu kreischen, die Babys wurden faul als Leibesfrucht während Tafeln auf irgendwelchen Bergen zerbrochen wurden. Ich sah die Auflösung:

Moses-Neuwied_Moses-Neuwied-Komplett

Hach, was war ich erleichtert! Nahm einen Schluck, meine Finger drehten, mein Mund empfing und lächelte leicht schmauchend ob dem Irrsinn den ich sogleich vergaß und sie an die Hand nahm, nach Hause fuhr.

MO(de)SE(rvice)S(ympathie)

Effizienz

Denken Sie sich mal immer wiederkehrende Handlungen. Es fällt Ihnen sicher etwas dazu ein. Wie Beispielsweise immer die gleiche Lieblingskaffeetasse auszuspülen. Oder zig-Mal je Tag die Zähne putzen. Abends den Wonderbro ab und bevor der Geliebte erwacht, wieder an. Hier könnte jetzt eine beliebig lange Liste folgen über Tätigkeiten die meiner Meinung nach nicht sinnvoll sind. So, beispielsweise, sage ich seit langem, sie müsste sich den BH nicht anziehen denn er ist eher früher als später doch wieder ausgezogen. Oder nehmen Sie den Kaffeelöffel – in meinem Muckelhaushalt wird hopp-hopp-Kaffee getrunken. Wenn man dann nach jeder Tasse den Löffel in die Spülmaschine geben würde – na? Na, wo wäre denn da mein Löffelhaushalt?

Oder, was mich in dem Zusammenhang auch ein wenig aufregt. Seitdem ich ein sogenanntes Smartphone habe. Da kommt eine Mitteilung. Ich entsperre und lese. Dann lege ich es weg. Es sperrt sich immer just in der Millisekunde wie wieder eine Nachricht reinkommt. Muss dann wieder den Entsperrcode eingeben! MILLISEKUNDEN! ENTSPERRCODE! JEDESMAL! Oder überhaupt, wenn man sich morgens anzieht. Nachts wieder ausziehen, morgens wieder an und so weiter FUCK und so fort. Zeitverschwendung, wenn Sie mich fragen würden.

Ich halte das in einer Beziehung jetzt mal recht locker. Da gibt es bei mir kein rauf- und runter mehr. Aus Effizienzgründen entschließe ich mich meinen Hosenstall immer aufzulassen. Seitdem ich mich dazu entschloss bin ich entspannter und kann locker, zwar immer noch mit Druck, vor meiner vollgepissten Kloschüssel STEHEN und habe Zeit gespart. Und keine nasse Hosen mehr wenn der Reißverschluss mal hakt. Das und noch viel mehr gehört der Vergangenheit an.

Erste Erfolge sehe ich in den Augen meiner Mitmenschen. Sie drucksen, sie schauen. Sie lächeln mich an. Sie werden hübsch rot im Gesicht wenn ich abends als Aushilfskellner meinem Job nachgehe. Auch beachte ich persönlich eine angenehmere Duftflora in meinem Intimbereich wenn er frei schwingend mit offenem Hosenstall seine Freiheit genießt. Ein weiterer positiver Nebeneffekt. Seitdem ich den Hosenreißverschluss ignoriere brauche ich auch keine Intimrasur mehr. Da kann wachsen wie die Natur es will. Schön grau-schwarz quillt es heraus. Blond wie die da hinten zu sagen pflegt.

Ja, ich glaube ich mache auch was Gutes für den globalen Umweltschutz. Empirisch habe ich es zwar noch nicht untersucht. Aber seitdem ich den vorderen Bereich meiner Hose nicht mehr schließe, habe ich den Eindruck dass sich in meiner Umgebung selten gewordene Insekten vermehren.

Zum Thema: Stellen Sie sich vor wie Sie sich mit Druck auf der Blase, blödrumhampelnd und mit Angst/Schweiß in den Augen auf langen Fluren einer Ihr ungewohnten Umgebung Erleichterung verschaffen wollen. Sie haben es endlich geschafft und stehen vor dem Klo. Sie bekommen den Hosenstall nicht rechtzeitig auf. Die Angebetete wartet auf Sie. Sie kommen vollgepisst zurück. Na?

Freedom!

Mobilization in Montabaur (Teil 2)

Letztens veräußerte ich kostenlos ein paar meiner Gedanken hinsichtlich Mobilization in Montabaur. Wie angedroht möchte ich Ihnen nun noch ein paar restliche Zeilen in Ihre Köppe die Tasten klimpern.

Den Flyer in der Hand, die Herzensdame neben mir, beides betrachtend, entschloss ich mich spontan „husch, husch“ rufend, doch noch auf den Mons Tabor klettern zu wollen. Und rief ein Taxi. Der sehr freundliche aber irgendwie stinkende, verschwitzte Schlawiner hielt auf Bitten zunächst an der Tanke um Dosenpackungen und Kippenbier einzuladen. Dann ging es auf verschwurfelten Wegen zur Lokalität. Angekommen entließ ich wort- und wutreich meine Ortskenntnisse, pubste auf den Luxussitz und verließ regelrecht brüskiert die Kutsche. Die da hinten auch.

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„Mauerwerk“ so leuchtete die Reklame unserer Hände´s Weg – des Dosenbieres zu den Schlündern. „Gluck gluck“ und „haste mal Feuer?“ nervte nicht, ich zwinkerte liebevoll die Milf neben mir an. Wir konnten grade einen Blick an die Abendkasse erhaschen. Denn recht neckig öffnete sich ab- und zu mal die Tür ein Spaltbreit und ein Clown schaute heraus. Ich blickte mit blutunterlaufenden aber mit dennoch mitfühlenden Augen hinein und Schwupps – die Tür schloss sich wieder.

Hier gibt es keine Security. Keine aufgepumpten vom Polizeidienst freigestellte, freilaufende Menschen Tiere. Hier ist es entspannt. Mit Einander versammelte man sich, alle klein – ich groß, alle süß – ich nicht, schunkelnd und vor Vorfreude bibbernd vor der Eins-A-Adresse in huldvoller Erwartung der Türöffnung um sich einen guten Platz an der Theke zu sichern. Mit Blick auf die Bühne, kürzeste Wege zum verwichsten Klo, den Schokoladen Bierbrunnen aber immer in Reichweite.

Mit wildem Blick, und ich kenne mich ja, versuchte ich mir nach dem ganzen elendigen Schnaps eine Grundlage zu schaffen und erblickte die Speisekarte. Ja, so ein Kinderschnitzel – das wäre es. Erst fressen und dann missbrauchen. Oder umgekehrt. Die Reihenfolge ist mir als langjähriger Insasse, heute Freigänger, egal. Ich bin ja nicht der, der im sogenannten halbwegs gebildeten Mitteleuropa seiner Kinder egal ist – und Knete braucht.

Mobilization-Montabaur_Kinderschnitzel_

Haha, grunz, schluck – sah ich die Damen die da vor der Tür um uns herumfrieren, hihi, kürzlich noch aufgebrezelt auf einem Abi-Ball, sehen sie heute genau gleich aus. Viel zu wenig an. Mir doch egal. „Eyh, Fotze Gradeachtzehngewordene! Schönes kein Kleid hast Du an, hehe!“ Mit einem Unterschied. Die meisten haben, ach wie verrucht, ihre Augen für ein Punkrockkonzert dunkel geschminkt. Alle dieser Zwerge waren ohne ihre Eltern da. Nur Einer nicht.

Was weiter passierte und welch ein Honk das war… Aber das will ich Ihnen morgen erzählen. Vielleicht.

Schirrmi

Leben im Überfluß

Vielleicht können Sie sich erinnern. Nee, lesen Sie bitte nicht weiter. Das ist hier ein Luxus-Blog, ein Geschreibsel für die Höherständigen. Für die Menschen über die man lacht. Nix für Sie. Gehen Sie bitte weiter.

Falls Ihr Verlangen immer noch danach bittet, nach Prügel fleht, dass ich vom Nahen die Pippi in Ihren Augen sehe, na dann – dann ist Ihnen nicht mehr geholfen. Dann lesen Sie weiter.

Ich schreibe hier in einem kleinen Kämmerlein. Mono die Musik weil, verteufelt noch mal, die rechte Box den Höllenschlund anheimgefallen ist. Seitdem, erlauben Sie mir bitte diese unrelevante Anmerkung – ich zwinge mein rechtes Ohr nicht zuzuhören, was einfach ist, während mein linkes per Befehl Stereo hören muss. Gut, das dumme Ding braucht noch ein paar Einheiten Manschaftsklo putzen (am Wochenende), aber langsam geht es. Für mich, was dieses kleine dumme Organ ohne Hirn nicht kann, lenkte ich es um. Am Ende hört es sich doch ganz passabel an. Musste nur auf meinem Holzboden den Sub höher drehen. So weiß ich jetzt gar nicht mehr wo der Wumms herkommt. Die da unten schon. Aber egal.

Apropro die da oben: Da Sie ja hier, ich erwähnte es schon und ich finde es sehr bekömmlich grade, diesen Snob- diesen höchsthochwertigen Blogleser, wahrscheinlich sich lieber an Ihrer Krawatte vergreifen als sich selbst an Ihre Eier zu greifen – Ja, Sie sind gemeint! Meine lieben Leser. Goldglänzend meine Armbanduhren in Ihren gierigen Augen. Meine schwülstigen Geschichten in Ihren einfachen Hirnen. Ein wenig Sex, Hauptsache Hoden – mit ein wenig Fotzenschleim ergibt es ein Gericht. Ja, lesen Sie nur weiter meine Herren – und Damen. Es geht um Sie. Um die meine auserwählte Leserschaft, nur neidisch auf des Autors Erfolg. Mir ist doch alles egal. Habe alles in Überfluss. Nicht wie ihr, Gold- und Platinbehangene Maden im gierigen Maul! Diamanten? Die nehme ich zum gurgeln. Meine lieben Yachtbesitzer, wenn Sie immer noch nicht aufgehört haben zu lesen. Eine Delikatesse die mir einmal im Monat mundet ist: In irgendeiner Wüste angerichteter Arsch – so wie Ihrer. Das kostet. Das Eis frisch rausgebrochen, Jahrmillionen alt das Eis zu unserem Glas Wodka gebracht in die Wüste nur um mit euch zu zelten und euch eure Dekadenz wortwörtlich vor Augen zu halten. Prost!

Sie zwei oder drei oder vier da draußen können auf den Knopf drücken. Bumm! Peng! Da geht sie dahin die Welt. Meinetwegen. Wir gingen drauf. Ich lade Sie ein, auf meine Yacht. Auf meine Insel. Ich animiere Sie zum Brüllen von „Helau“ und „Allaff“. Ich reiche Getränke, noch nicht mal Verständnis. Wenn Sie reden vor dem Volk, dann ist es unverbindlich. Wenn ich hasse für das Volk- verbindlich. Mein Hass ist allgemeingültig und dazu lade ich Sie ein. Meine Damen und Herren. Noch nicht Angst? Ein Cocktail hier, Handkuss da. Sie wissen es nicht.

Mir flog ein kleiner Hunger an. Spontan und ohne nachzudenken machte ich den Mülleimer auf. „Mensch Meier, Du Arsch!“ so ich zu mir kopfschüttelnd, die Zeiten sind vorbei. Und ging einen Schritt weiter und, fand den Kühlschrank. Und holte raus: Ein Stück verschimmeltem Käse wo man noch was wegschneiden kann. Ein Stück Salami, haltbar und für den Zuckerspiegel sah ich noch ein wenig prekärem Ketchup. In meiner kleinen Muckelbude.

Schweine allenthalben