Daheim

Ich bin grade wieder zu Hause. Meine Liebste dabei. Am Ende stritten wir ob der Musik. Ich versprach und schwörte – ich kann auch Schlager. Wie folgt:

Daheim

Das Leben bietet so viel
ich sah es nicht
grau, dunkel wie keine
keine Offenbarung – für mich

Ich lebte – ich sah es nicht
der Himmel, für mich schwarz
so blau mit federigen Wolken
schön für alle

Nur nicht für mich

Der Tod, unweigerlich
die Gedanken am Ende
trostlos die Welt
lass ich mich fallen

In das tiefe Grab,
Ruhe, Gemütlichkeit
Nicht denken,
Blind

Endlich

Piep, grunz, rülps, iiiaaahhh, määhhh, muhh, würg

Ich war mal wieder wandern und war nicht allein – meine Begleiter waren U-Punkt-A-Punkt:

Emu, Adler, Kuschelkühe, Falke, Reh, Wildkatze, Harzer Dachstelze, Luftschwalben, Ziege, Blasemaul, verkohlte Meise, Kolk- und Raben, sonnenbadende Maulwürfe, Flugenten, Schwäne, Borkenkäfer, dickfettarschige Hummeln im 15. Stock, Pfauenfedern, Zitronen welche nicht falten, Eselhengste mit Gemächt, Zwerkchefpony, Hoppelhasen, verwirrtes Eichhorn, wütende Stiere (der Stromzaun war 20cm hoch – ich pisste dagegen), hungrige Rotkehlchen, vom Vattatach platte Salamander, aufgeschreckte Auerhähne, Wanderfalken, Rotmilan, Bussarde, Turmfalken. B.ö.s.e. Ziegenböcke, Brustlutschendes Rindvieh. Schwarze und bunte Spechte. Der Sperling samt Familie, keck. Etc.

Ich war grade mal wieder im Harz und ging bergauf, bergab. Es war supi! Und es hört nicht auf.

Was bin ich froh das ich wieder Wodka hab. Das wilde Durcheinander – na ja, wer es mag…

Jetzt bin ich wieder daheim und vermisse die Natur aber nicht die Zivilisation.

Letzteres ist Scheiße!

Deine Hand

Hart das Leben,
der Himmel dunkel
Sehnsucht nach Liebe

Vergangen mein Weg,
keine Hoffnung,
allein.

Deine Hand,
gibt mir halt
ich sehe Licht

Und weiß es nicht

Blind ging ich
durch das Leben
Tränen waren da

Doch Deine Hand
ist da – unser Herz schreit
Ja! Es ist wahr!

Vergessen all das Leid,
und die Knechtschaft
denn Du bist da

Jetzt weiß ich es

Wir sind nicht allein,
Im fremden Leben,
unerkannt

Liebehand!

Schirrmi

Rezept der Woche: Liebevoller Kartoffelblumenkohlhackauflauf…

Gemeinde!

Heute möchte ich Ihnen wieder einmal ein überaus bekömmliches und schmackhaftes Mahl vorstellen. Nämlich: Kartoffelhackblumenaufkohl-Gedöns.

In der Zubereitung nicht schwer, aber ich war froh vier Kochstellen zu haben. Denn jede einzelne Zutat muss mit Liebe und Feingefühl, die anderen dürfen nicht eifersüchtig werden, zubereitet werden. Am Ende hocken die eh gemeinsam auf dem Herd – aber um Stress untereinander zu vermeiden, in separaten Töpfen.

Was habe ich verbrochen:

  1. Bio-Kartoffeln, geschält, halbgar gekocht, danach mit Liebe in ca. 0,5 cm Scheiben geschnitten
  2. Bio-Blumenkohl, wird liebevoll gewaschen, gesäubert und in Salzwasser, ebenfalls halbgar gekocht – danach geseiert und zunächst weggelegt
  3. Bio-Zwiebel werden glasklar auf mittlerer bis weniger trallala gebraten, dann vom Herd weggenommen. Warum? Weil sie ansonsten einen unangenehmen, zum Blumo nicht passenden Geschmack hätten (dann eher Schirrmis Bratkartoffel)
  4. Bio-Gehacktes – ich provoziere faforisiere halb-halb, wird schön und liebevoll mit vorher gestreichelten Schwein-Rindern erst heiß, dann nach Gefühl angebraten. Krümelig muss es werden.
  5. Bio-Sauße – mit schöner, veganer Brühe (Gefro) aufgekochte Sahne, ein wenig VOLLMilch hinzu, abgeschmeckt mit Salz, Pfeffer, mit Fingerkuppen abgeschnittenen Kräutern hinzu, leise köchelnd. Achtung! Sauerei wenn es überkocht!
  6. Und abermals ACHTUNG: Wenn die Suppe liebevoll anköchelt: Mehr Arbeit beim Töpfe schrubben.
  7. Zwischendurch den dekadent aber lieben teuren Backofen vorgeheizt -ich nahm 180 Grad Umluft. Eine entsprechende Form mit Irlandbutter aus- und angestrichen.
  8. Jegliche vorher verbrochenen Zutaten werden dann da darein geschichtet – nach Gusto – ein wenig Aroma drüber gerubbelt und ab…
  9. in den Ofen und raus aus den Ofen

Nach offiziellem Bekunden war es köstlich. Ich schließe mich an und freue mich schon auf das nächste mal. Na – ein wenig Muskat war noch dabei.

Enjoy!

Beweisfotos:

Tschüss, Mutti

Ich habe nun seit zwei Jahren darauf hin gearbeitet und trainiert. Jetzt endlich ist es soweit. Neben körperlicher Vorbereitung musste ich auch einigen Papierkram erledigen. Mit meinen Versicherungen musste ich Ein- und Ausschlussklauseln verhandeln. Mit meinem wunderbaren und großzügigen Arbeitgeber vereinbarte ich eine Auszeit. Für…

Für meinen Urlaub. Morgen früh geht es los – in die Wilderness! Yeaahhhh!

Jahrelang geplant, von den meisten abgeraten. Ich mach es trotzdem! Ich nenne sie: „Die Todestour!“  Und was ich seit Jahren, Monaten, Wochen, Tagen höre ist immer das gleiche Gejammer der kleingeistigen, furchtsamen Ameisen die sich schon einkoten wenn draußen die Frontscheibe gefriert.

Jedenfalls bin ich nicht so der Superman wie ich ich hier vielleicht schreibe und wie ich rüberkomme. Auch ich habe Angst und Befürchtungen. Auch ich bin ein Mensch. Grade jetzt fröstelt es mich ein wenig die Tour durchzuziehen. Ich erinnere mich noch an damals. Die Nordwand. Das war grenzwertig.

Ein kleiner Anhänger von meiner Freundin als Abschied, auf meiner Sprachbox noch die üblichen Vorwürfe und Liebesschwüre meiner Mama gespeichert, packe ich meinen Rucksack und schmeisse aus Effiziensgründen meine gesammelten Kafka-/Bukowskiwerke raus und nehme lediglich, leise Tränen vergießend, einen lieben, vielleicht letzten Kuß meiner Liebsten entgegen. Und los geht es.

Nun befinde ich mich schon 6 Minuten in der Fremde, Wilderness. Da sagt der Tankstellenwart: „Du willst heute mit Sommerreifen in den Harz fahren?“

Leben am Limit!

Unerschütterlich gehe ich meinen Weg. Nichts weniger als Abenteuer erwarte ich. Weinende Weiber, heulende Kids, traurige Kollegen zum Trotz – ich bin dann mal weg – vielleicht für immer. Sei nicht traurig Mutti. Dein Junge hatte seinen Spaß.

Ich verabschiede mich schon mal.

Euer Schirrmi

In eigener Sache

Heute in diesem Kino: Der junge Mister „Broken Finger“.

Ich
Ich

Auf der Suche nach einer Konzertkarte habe ich soeben eine Andenkenkiste angepackt und erschrak nicht fürchterlich. Plötzlich! Ein Springteufel war es nicht, aber es kam mir ein Kunstwerk meiner damaligen und immer noch lieben E. zwischen den Fingern. „Dieeee Augen links!“

Dieses Portrait von mir ist von 1992. Da bin ich jetzt nostalgisch geworden. Melancolie verspüre ich wohl auch ein wenig. Und da ich meinen Webspace immer noch nicht ausgeschöpft habe, werden Sie hier mit meinem alten, jungen Antlitz erfreut. Von E. für J.

Enjoy!

Limo mit Haare

Schon recht dunkel draußen, Friede, Ruhe in unserer Seitenstraße, alles schläft. Die Bäume werfen interessante Schatten. Motten tanzen wie verrückt um die städtischen Laternen. Irgendwo hört man noch ein letztes Röcheln am Bahnsteig von jemanden der gewiss nicht mehr nach Hause findet. Gegenüber ein Altersheim. Besen.

Ich schweife ab.

Wir kehrten ein und nun heim, kehren. Ein Mann – zwei Babies. Im aufregenden Zwielicht der hoffnungsvoll, langsam aufgehenden Sonne, färben sich graue Barthaare zärtlich im schönsten Licht erscheinend, wie ein unverdientes Kompliment, ganz weiß. Es gibt es wohl – das rechte Licht. Wie mir scheint.

Eine eingeschworene Gemeinschaft, die kleinen Schultern der Babies breit wie wer weiß wie was. Billig war es damals. Eine halbe Dose Tuborg und sie waren platt. Auf der Platte. Je später der Abend, je älter meine Geschichten. Auf der Platte. Damals. Ehrfurchtsvoll blicken ihre Ohre um jedes einzelne, alte Wort vom Weisen, begierig nichts zu verpassen hören ihre Augen, an meinen Lippen klebend, zu.

Wie es damals war, wie man damals war. War es wirklich so. Wie konntest Du. Allerlei Fragen. Manche bleiben unbeantwortet – aus Gründen. Stummschweigen vergangene Realitäten. Als ob nix geschehen wäre.

„Heute Kinder, könnt ihr ohne Zähneputzen ins Bett“ melancholiere ich noch während sie in den kleinen Tod gehen, trudele, manchmal weit ausholend zur Couch und fühle mich wieder jung. Denn ich höre einen alten Song von Procol Harum und mein Kopf geht auf die Reise mit alten Alben voller schwarz-weißen Fotos. Damals.

Die Lieder stark, die Lider schwer. Müdigkeit erbarmt sich meiner – Sekundenschlaf. Schrecke mit erhobenen Fäusten wehrhaft auf. Immer bereit. Allzeit. Da sind sie wieder – die Kids. Krähen fröhlich, schreien sich liebevolle Schimpfwörter entgegen, mißbrauchen mich als Spielwiese, die halbleeren Dosen und Flaschen kippen, fliegen rum. Kennen Sie den Zusammenhang zwischen Kater und Kinder? Nein? In Kürze: Geht gar nicht!

Und wollen sich bedienen lassen. Und würden lieber verhungern als sich selbst ein Brot zu schmieren, einen Kakao zu machen. Kater. Papa under pressure. „Hat Spaß gemacht. Papi. Heute wieder?“ Uhhh…

Früher reichte eine Limo jetzt saufen sie Haare. Mir. Vom Kopf.

Cheers!

 

Tip vom Meisterkoch: Heute gibt es mit Händen. Äh, Metenden. Manno! Mettenden. So!

Schnurz und Piep

Der Sonnenuntergang ist erlebt, vorbei. Da krieg ich von rechts eine Breitseite:

Rechts: „Das ist mir schnurtzpieps!“

Links: „Egal“

Rechts: „SCHNURTZ DU ARSCHLOCH!“

Links: „Jaja…“

<Rechts wird lässig und gemütlich eine Piep angemacht>

.. und nach Links rübergereicht

Linkss: „Häh?, höhöhhihihhiiiiiiii“

Rrr3eechsstsss: „weißte noch damals?“

LÖlinnkkssss: !“ Ähm, Oh, öööö, harhaRHAR1

Stehen Sie STRAMM! HERR FUNKER! STRAMM!!!!

Links (steht stramm): mein lieber heRRRR offizieRRRR, Sie staRRRen auf meinen Hosenschlitz

Er starrt. Ich erstarre und habe eine Pommes mehr auf der Schulter – am nächsten Tag.

Offizielle Belehrung: „Nehmen Sie mal nicht den Mund so voll!“

Schnurzpiebsegal

Krrzzz, knack, brr, schmatz, börrr!

Es kann ja alles in Ordnung sein. Das Leben. Mein Leben, mein Gleichgewicht des ewig, sich erneuerndes Lebens. Eine Ameise im Kreisel des Überlebens und zum Wohl der Allgemeinheit wird wahrgenommen – von der Stiefelsohle. Ohne Gedanken gehen wir durch die Welt und merken: Nichts. Aber sie kümmern sich! – was ich von unserer Art mittlerweile nicht mehr sagen mag.

Aber was mich aufregt ist, es knarzt, es knackt, es röchelt, es atmet – Geräusche! Normalerweise gehe ich diskret über Geräusche hinweg. Auch wenn es Fürze sind. Verliere keine Worte drüber. Schwamm. Aber wenn es permanent passiert. Da wird ein Bein über das andere geschlagen – Knack! Da setzt sich jemand hin, Prrrfffff. Dann liest jemand angestrengt den schirrmi-blog und stößt hach, och, uch-Laute von sich. Bspw. erwähne ich wie beiläufig dass Luchse feinseidige Schwänze haben. Dann wieder: Ooohhhhh,… Schwänze…. Ich weiß dass die Viecher sie an den Ohren haben, aber die versammelte Mannschaft grölt wenn jemand „Schwanz“ in den Mund nimmt.

Dann wieder „knack!“, „Ächz!“. Geräusche, Menschliche. Ich sah Hugo Capret und es war wundervoll. Der Roboter war allzu menschlich, er hatte die Gabe zu vermitteln. Vermitteln zwischen Menschen die noch nicht wissen worum es geht. Ich habe geheult, wenn Sie mir diese private Bemerkung erlauben. Zunächst lose Zusammenhänge. In der Mitte ein leises Gefühl von Verständnis. Am Ende – Umarmung.

Was mich ankotzt, und da bin ich eigen. Diese menschliche Geräusche – und wenn auch nur jemand, sei es im Film oder in der Realität mit der Gabel dieses widerliche Geräusch: Metall – Zähne macht. Ich könnte reinschlagen! Dann die deutsche Synchronisation. Da wird overacting geschmatzt, geröchelt, geatmet, die Speisen an der Gabel mit den Zähnen heraus- und abgezogen. Schlimm.  Mit 5.1 sogar Surround. Die Geräusche. Die Menschlichen. Alle an die Wand!

Krzzzz, knack, brrrr, schmatzzzzzt, öchzs, bröööbrrrrülps – ich mag Menschen. Ich mag Menschen nicht.

Und ich krieg das kalten Kotzen!