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Über Schirrmi

Blond und blauäugig

Weihnachtsgeschenkedruck und Cyber

Seit einigen Tagen bin ich in der Knochenmühle hochkonzentriert. Das geht schon so weit dass mir Scheff und Scheffscheff mit weit aufgerissenen Augen gegenübersitzen und sich wundern ob meiner geistigen Brillanz. Teilweise sagen sie sogar „Guten Tag, Herr Schirrmi“ oder auch „Mahlzeit!“.

Ich wundere mich ein wenig warum. Habe ich mal wieder ein paar grobe Managementfehler ausgebügelt? Einen virtuellen Brand im Rechenzentrum verhindert? Draußen den Penner gehindert auf den CEO-Parkplatz zu reiern? Keine Ahnung. Ist mir auch egal.

Denn ich habe anderes zu tun, aber das mit absoluter Konzentration. Mit einer geistigen Schärfe, mit allen in meinen Fasern befindlichen, analytischen Fähigkeiten auf den Wandkalender zu schauen. Zu wissen, es dauert nicht mehr lange. Wie jedes verschissene Jahr sehend, schon lausig spürend dass es bald weihnachtet. Mit ohne Geschenke. Druck. Stress. Das ging schon soweit dass ich den Roten anbrüllte als ich einen Dezembersamstag für einen Change einplante. Er meinte nämlich, und das ist die Wahrheit: „Aber da kann ich vielleicht nicht wegen Weihnachtsmarkt…“. Es platzte aus mir heraus „BISTE SCHWUL ODER WAS! WEIHNACHTSMARKT?! HALLO????“

Ich sag ja, es geht nicht immer mit Samthandschuhen in der Welt umher. Bin ja auch nicht der Erlöser. Nicht der genagelte – der mit den Bauchmuskeln. Da am..

Jedenfalls und das tut wohl nichts zur Sache, ich habe heute 700,- EUR gespart. Ich habe nichts, notting, gekauft im Internet. Da kann mir Cyber und Black und Friday und der Montag mal ganz gepflegt kreuzweise einen rubbeln. Und könnten, da bin ich ja nicht so, erstmal selbst entscheiden wo. Der Mensch an sich hat ja nicht nur eine heterogene Stelle 🙂

Zum Schluss, weil ja soweit alles erklärt ist, noch ein Zitat von mir: „Konzentriere Dich nicht nur auf Deinen Kot. Sondern bemerke auch die Scheiße drum herum.“

Schöne Adventszeit Leute!

Gute Nacht Gedanken

Die Kippe grade angezündet las ich ein Zitat:

„Sparsamkeit armen Leuten zu empfehlen, das scheint mir ebenso lächerlich wie beleidigend. Es ist, als ob man einem Verhungernden riete, weniger zu essen.“ (Oscar Wilde)

Daraufhin ging ich mit der Kippe um wie wild und wirr, sie zerbrach im Aschenbecher. Noch neu, doch alt. Kein Genuss mehr. Quasi im Halse steckengeblieben. Hätte ich sie ordentlich von Glut und Asche befreit, ich hätte sie verschenken können. Jemand hätte sich gefreut. Mir kommen die Tränen.

Es geht immer schlimmer mit uns um, die Sau wählt seinen Schlachter. Ich sah gestern den Film „Equilibrium“. Als ehemals bibelfester Jünger der Liebe nahm ich glucksend zur Kenntnis das Leben schlimm, nicht einfach ist. Keine neue Erfahrung aber eine Er- und Auffrischung für mich, was eine Gesellschaft ohne Mitgefühl bedeutet. Nun macht sie es der Birne nach und keiner hegt Zweifel daran. 16 Jahre Stillstand. 32 Jahre – ein dunkles Loch. Ich mittendrin. Womit hab ich das verdient? Hannelore zog die Reißleine, mit ohne Kohl.

Dann las ich nebenan bei der Schrottpresse „Wir haben keine Zeit für Abkürzungen« (alte Pfadfinder-Weisheit!)“. In Stammheim ermordet. In RTL und mit der BILD erstickt. Die Propagandatagesschau, finanziert von der dummen Sau – dem Volk, schreit verlogen in die Welt das neoliberale Gedankengut, schreitet mächtig über Leichen und skandiert recht höflich doch wohl finanziert, Kommentare hassend: „Nie ging es uns so gut! Der DFB, Goldmedaillen, Exportüberschuss, nee, der Maidan..“ – listig zwinkernd, das ginge nicht bei uns.. hihi, haha – Herr Steinmeijaaaa!

„Wir haben keine Zeit für Abkürzungen.“ Das möchte man sich wünschen. Ein Peng. Ein Knall. Mit physikalischen Gesetzmäßigkeiten, das hätte sie eventuell noch wissenschaftlich erklären können als Kadersau in der DDR. Doch menschlich – nein. Mit hängenden Winkeln und als transatlantischer Puppe wird es langsam Zeit. Tritt vorzeitig ab. Gerne auch ungewollt. Siehe das Periodensystem und lausche deiner nicht vorhandenen Kinder: „Ich schäme mich für Dich!“

Massage von einem Geschäftsfreund

Dämmerlicht. Wir trafen uns auf einem P&R in Groß-Gerau.

Es war noch relativ früh, der morgendliche Verkehr noch nicht recht steif. Ich parkte mit laufendem Motor unter Bäumen und hielt Ausschau nach ihm. Ich erwartete Großes von diesem Tag. Noch nie war ich mit ihm alleine. Unterwegs. Gibt’s Frühstück? Wie ist er drauf? Kann ich was von ihm lernen? Auf die Minute genau stand ich dort, konnte aber seinen Luxuswagen nicht erblicken. Ich gab ihm noch ein wenig Zeit bevor ich ihn mit dem Autotelefon anrief. Hach, gut gelaunt führte mich seine aufgeweckte, angenehme Stimme zum richtigen Parkplatz. Wir fuhren, ich ein wenig orientierungslos, er sonorte am Telefon: „Sind Sie das da mit dem „Teufelsmobil“?“ und vor mir blinkte er mich an, auffordernd ihm zu folgen.

Er reservierte mir den letztmöglichen Parkplatz, blieb im Auto sitzen während ich einparkte und aufgeregt meine Tasche, eine kleine Flasche Wasser packte und die Ziggi wegwarf. Ich vergaß nicht ein paar Pfefferminzbonbons für einen guten Atem einzuwerfen.

„Herr Schirrmi, einen schönen guten Morgen..“ Ich fühlte es schon sanft gleitend und so war es dann auch und fuhren in der Karosse los. Nach ein paar hundert Meter, er sprach, erzählte, machte Witze – alles in allem meinte ich, wird es eine überaus nette Gesellschaft, hatten wir doch ein paar Hundert Kilometer miteinander, nebeneinander zu verbringen.

Dann plötzlich, ich kenne das noch von meinen Straßenjungenzeiten, merke ich links dass mich etwas berührt. Da bin ich ja professionell. Sage erstmal nichts. Kein Grund zum Eskalieren. Ein Geschäftsfreund! Dann wird er aber doch aufdringlicher, irgendwann mal. Drückt mich fester in die Seite. Erst unerwartet, dann aber mit Nachdruck. „Ist es Ihnen unangenehm, Herr Schirrmi?“ so der Freund, geschäftlich. „Massieren wäre auch kein Problem.“ höre ich dem gutaussehenden Weißbart zu. Komisches Gefühl..

Als mir dann aber von rechts, da sitzt ja keiner mehr, auch noch jemand zärtliche, zupackende, schmeichelnde Avancen angedeihen lassen wollte, kam es mir in den Sinn. Denn spätestens als mein väterlicher Fahrer meinte: „Wenn Sie möchten kann ich die Massage- und die Kurvenhaltfunktionen der Luxuskomfortsitze auch ausschalten.“ What? Und weiter: „Wenn Ihnen ein wenig zu warm wurde, könnte ich, wenn Sie möchten, die Sitzbelüftung einschalten..“

Das Meeting war überaus konstruktiv.

Jetzt weiß ich was Luxus bedeutet in einem Auto. Komisch. Aber könnte man sich dran gewöhnen. Ambientebeleuchtung war da, die Musikanlage erhaben. Motorgeräusche bei 230 nicht hörbar. Sänfte.

Hey, Finger weg!

Triple-Söckchen und Irish-Coffee

Unrasiert war er und wie ein Waldschrat sah er aus. Dazu hatte er Hände bei denen ich nicht wissen wollte wo er die im Laufe des Tages schon reingesteckt hatte. Doch ich bin ein höflicher Mensch, reichte ihm zur Begrüßung die Hand, er zögerte erst und griff dann beherzt zu. Nahm meine feingliedrigen, rosigen Patschehändchen und fühlte sich wohl während er in meine freundlichen Augen blickte und meinen schönen Worten lauschte. Und nicht losließ.

Das vorletzte Wochenende war bei mir so ziemlich im Arsch gewesen. Ich schuftete bis zur Mitternacht. Denn da entließ ich telefonisch die Dienstleister mit der Ermahnung ins Bett zu gehen, auf die Betriebsräte zu hören, Ruhe zu bewahren und das Messer ruhig mal in der Sau stecken zu lassen. Es käme ja noch ein weiterer Tag und ausgeschlafen wäre man ja auch konzentrierter. Ich ging also ins Bett, drehte mich rechts, dann links, dann klingelte das Telefon um 7:00 Uhr morgens als ob ich nicht geschlafen hätte. Tja, ich war angepisst! Aber der Kollege hätte wohl die Nacht durchgemacht und konnte nicht abwarten mir die freudige Nachricht zu überbringen dass es seiner Meinung nach jetzt endlich geklappt hätte. Ich musste dann laut Changeplan mit meinen Aktionen weitermachen – verdammt! Warum schreibe ich das? Ich heische um Mitleid. So profan kann es sein.

Das letzte Wochenende hatte ich lieben Besuch. Ich war für ihn da. Ich war schon einkaufen, die Bude sauber und alles schön gerichtet, Kerzen leuchteten. Ich war für ihn da, um Kummer zu teilen und Kullertränen weg zu küssen, den ein und anderen Arm und Schulter hielt ich für ihn bereit. Für den Besuch. Ich habe gekocht (Rosenkohl mit totem Tier), machte die Ambientelampe an und hörte zu. Fühlte mit. Ließ bei besonders ekligen Sachverhalten, quasi als Ausrufezeichen, den brutalen Yamaha/Nubert-Höllenhund aufheulen – bis manchmal die Sicherungen die weiße Fahne schwangen und eine beunruhigende, plötzliche Stille eintrat.

Das alles, ich schenkte sogar alle meine kleinen, süßen Öhrchen weg, half aber nicht so recht. Denn der Besuch beklagte sich trotz all der menschlichen Wärme über immense Kältegefühle in allen Gliedern. So angesprochen hörte ich es trotz verliehenen Ohren auch. Es fehlte das Gluckern. Das Rauschen. Das Geknatter, das Stöhnen, das Pfeifen – schlicht all das was meine Heizungskörper sonst so machen. Stille. Todesstille. Todeskälte! Diesmal war nicht ich am Arsch sondern wohl die Heizung. Sie, meine Liebe, fungierte als Temperaturfühler ansonsten hätte ich es nicht gemerkt. Ich sprang immer noch wie toll in meinem Muscelshirt, mit ohne Socken und immer knapper werdender Unterhose durch die Bude, spulte alle meine Punk-Compilationen ab und fühlte keine Kälte. Aber so war es wohl. Eine defekte Heizung am dreimal versifften Arsch! Und mit Besuch.

Auf dem Dachboden habe ich noch die Expeditionskiste, Sie wissen schon, die von meiner Eiger Nordwand Expedition. Ich holte drei paar der blutigen, von der Uroma selbstgestrickten Bergstrümpfe dazu einen Janker und die langen Unterhosen des damaligen Bergführers raus (ob er da immer noch hängt?). „Hier, zieh an. Das wird Dir gut tun!“. Dazu setzte ich ein paar Latten auf und verfeinerte mit Sahneschnaps, zündete noch ein paar Kerzen mehr an und schon wurde es kuschelig. Darüber hinaus schreckte ich auch nicht vor unkonventioneller Lebensrettung ab. Ich pubste das Wozi warm. Dem Rosenkohl sei Dank hatte ich doch recht viel Energie intus. Manchmal hob sich die aus echtem Jaguarfell hergestellte Kuscheldecke, schwarz.

Einer meiner Lieblingsblogger, man kann ihn neurotisch empfinden, muss man aber nicht, schrieb darüber dass er irgendwo etwas gegessen hätte und bildlich, wie man ohne Drogen ficken könnte. Kann man geteilter Meinung sein. Aber Schnitzel mache ich gerne, esse sie gerne. Von daher Dank an den Kiezi für den Link auf schlaraffenwelt.de mit dem perfekten Schnitzel. Ist ein permalink jetzt für mich. Aber was hat das mit dem Thema zu schaffen? Kann ich Ihnen sagen. Denn..

..nach dem langen, kalten Wochenende rief ich zur einer vernünftigen Zeit, nämlich um 4:30 Uhr, meinen Vermieter an und klipp und klarte. Wenn nicht. Und dann. Sonst! So kam es dass ich kurz nach meiner Mittagspause um 14:00 Uhr Feierabend machte und die Bekanntschaft des Waldschrats machte. Heizung/Sanitär – „Ihr Geschäft ist unser Pläsier!“. Ein angenehm fester Händedruck als er seine Scheu ablegte. Er gab vom Keller im Nachbarhaus, da befindet sich die olle Ölheizung, die beiden Häuser wären wohl mal Eins gewesen, Klopfzeichen und ich bemerkte zufrieden dass sich da was handwerklich tut. Ewig hörte ich zu und meinte irgendwann Muster im Klopfen zu erkennen, in der Art wie: „Mach Dir ein Bier auf!“ oder „Es ist noch Wodka da.“. Ich bin manchmal abergläubisch, so gab ich nach. Dann hörte ich es wieder gluckern, glucksen etc. Zwar jetzt relativ freudig, war ich mir nicht sicher ob es die Heizung oder was anderes war.

Das letzte Mal schrieb ich Letztens. Als ob ich es beschworen hätte. Jetzt ist mir warm. Bin mir nicht sicher woran es liegt, ist mir aber auch egal. Und jetzt bin ich zu faul um mir ein Schnitzel zu bereiten. Die Straße wäre da.

P.S.: Ich bin Lego Legasstäni Legasteniker. Kann mir mal jemand in einfachen Worten erklären wie man Verniedlichungen schreibt? Mit ch oder mit sch? Danke im Voraus!

Der Mann, der aus der Kälte kam

Nach einer luxuriösen Dienstreise kam ich heim und fröstelte. Am Morgen musste ich die Satanskarre von Schnee frei räumen. Jetzt kräftige ich zur Entspannung meinen Astralkörper mit meiner Lieblingssportart: „Extrem-Couching“. Kalt ist es in der Bude. Ich weiß auch warum. Es gibt für mich keinen Grund im November die Heizung anzumachen. Aber komisch diesmal. Meine Exkremente, ich meine, meine Extremitäten sind sowas von kalt. Die Finger, die kleinen, zarten Füßchen, alles kalt und klamm. Das merke ich sonst nicht. Ist mir egal. Habe ich mir auf der Walz abtrainiert. Aber heute, brrrrr, könnte ich mir wie ein Mädchen eine Decke nehmen. Aber ich habe eine bessere Idee. Ich fraß in schneller Folge drei riesen Portionen Eis aus dem Tiefkühlfach in mich hinein und was soll ich sagen? Die Umgebungstemperatur war plötzlich angenehm. Ja, war so!

Ulkige Bewertungen

Heute habe ich den „Acknowledge“-Button gedrückt. Damit gab ich elektronisch mein Einverständnis zu meiner persönlichen Bewertung im vergangenen Geschäftsjahr. Neben Punkte die man lediglich per Radiobutton vergibt / verklickt gab es auch Freitextfelder die der Lochkartenstanzer auch nutzte. Er schrieb so sinngemäß in eines solcher Felder dass ich man beobachtet hätte dass ich bei manchen Besprechungen und Meetings unkonzentriert sei und darüber hinaus auch dann und wann mal einschlafen würde. Und schrieb dann in ein anderes Feld, nämlich das für Verbesserungspotentiale, dass er sich wünschen würde ich wäre konzentrierter, ausgeschlafener und mehr bei der Sache und sowieso ein wenig motivierter. Tja!

Was der Lochkartenstanzer nicht witzig fand, war nämlich dass ich ihn ausgetrickst hatte. Denn normalerweise ist es so dass ich im gleichen elektronischen Formular zunächst eine Eigenbewertung abgebe, das wird dann an den Scheff gesandt und er gibt dann seinen Senf dazu. Dann wird drüber gesprochen. Und das ist dann so und wird festgezurrt.

Ich aber habe extra einige Felder leer gelassen und tat so dass ich die gar nicht gesehen hatte und bat ihn das Formular noch mal an mich zurück zu geben. Aber ich sah ja jetzt seine Bewertung und Kommentare. Konnte eine Nacht drüber schlafen / grübeln und hatte somit die Möglichkeit auf die Frechheiten noch mal ein zu gehen. Wie folgt, neben anderen Gedöns, und ich gebe das jetzt aus der Erinnerung auf Deutsch wieder, normal ist das alles in Englisch:

„Ich wundere mich dass mein Vorgesetzter ein Thema bei mir anspricht und öffentlich in die Bewertung einfließen lässt was eigentlich ein Thema für den Betriebsrat und/oder für den Werksarzt wäre. Wir wissen alle im Team und bekommen es regelmäßig mit dass Herr Lochkartenstanzer persönlich und Herr Scheffscheff und weitere namentlich bekannte Personen regelmäßig in Meetings unkonzentriert sind, auf ihren Telefonen herumspielen und ebenso ab und zu mal ein Nickerchen machen. Ich fühle mich gemobbt denn bei mir, im Gegensatz zu dem der diese Bewertung vergab, hat es bei mir medizinische Gründe. Antihistamin gehört zu meiner ärztlich verordneten Therapie und hat leider auch Nebenwirkungen. Das wissen die Herren und ich weiß aber auch dass sie eine solche Therapie nicht machen. Neben diesem offensichtlichen Grund möchte ich noch erwähnen dass die meisten Meetings unprofessionell vorbereitet und durchgeführt werden. Man muss zu Themen teilnehmen die gar nicht zum eigenen Fachbereich gehören. Zu den Basics gehört eine ordentliche Meeting-Planungskultur die grade in der Führungsriege nicht oder nur rudimentär vorhanden ist. Ich behalte mir vor diese Sache beim Personal- und Betriebsrat anzusprechen.“

Ich drückte den Button und das ist dann in Stein gemeißelt. Und es wird von den höheren Riegen gelesen. Und solche Kommentare sind dann auch vom Vorgesetzten nicht mehr änderbar. Die sind dann so.

Heute war ein sogenannter Town-Hall-Call. Ich ging in den VC-Raum, der Lochkartenstanzer stand wie abgestellt in der Tür rum, ich klopfte ihm auf die Schulter: „Aber nicht einschlafen, gelle?“ Aber ganz ehrlich gesagt, wenn man endlich mal eine ordentliche Sitz- und Kleiderordnung einführen würde und ich immer gegenüber unserer Teamassistentin sitzen könnte. Dann, ja dann – würde ich nicht mehr einschlafen. Ich könnte dann von unten freihändig an den Sitzungstisch klopfen.

Übrigens, so ist das bei uns in der Knochenmühle. Die Vorgesetzten werden nicht gerne selbst bewertet. Es gab mal ein vom HR-Department verordnetes 360° Programm bei dem man die Vorgesetzten bewerten durfte. Ich freute mich diebisch und nahm ausgiebig Gebrauch und benutzte auch die Freitextfelder. Denn Sie wissen ja sicherlich, Ankreuzkästchen werden elektronisch ausgewertet und dann, ja, dann ist das so. Aber die Freitextfelder müssen von Menschen gelesen werden. Das macht es interessant. Bitte machen Sie immer von Möglichkeiten Gebrauch in eigenen Worten Missstände aufzudecken. Die Gelegenheit ist meist selten. Und das Ergebnis ist immer vielversprechend. Im Ergebnis gibt zwei Möglichkeiten: 1.) Die Ergebnisse werden veröffentlicht, es rollen Köpfe und/oder Ihr Vorgesetzter wird irgendwie anders sein als sonst oder 2.) Es wird alles unter den Tisch gekehrt, man erfährt die Ergebnisse nicht und Ihr Vorgesetzter wird irgendwie anders sein und Sie werden Opfer von „Bossing“. Meistens tritt Fall #2 ein. Was ich schade finde. Aber.. Arschgeleckt!

Es war einmal ne Kümmelnuss

Er war nicht schwarz doch windig.
Dies eingedenk und fröhlich kümmelnd
ging sie durch den Westerwald
die dumme Nuss

Stapfte dumpf durch die Natur
sah Töpfe, Pfannen und Geschirr
heckte Streiche und roch die Soßen
den Nacken voller Schaber

Kreuz und überaus fidel sprang alsbald die Nuss
was Käsesahne werden sollte schmeckte nun
die Soß nach Kümmel und versteckte sich
erregt der kleine harte Lümmel

In hoher Hitze schrillt es grell heraus
Ich bin Muskat und nicht der Kümmel!
An harte Nüsschen denkend, mit wedelnden Händen
fichten wir sie raus.

Und es ging so schnell
kurzerhand landete sie im Müll
und ward nicht mehr gesehen
und schaute doof, die dumme Kümmelnuss

Leise hören wir noch Gebrüll
und lassen es uns schmecken, denn
da ist der Muskat, der gerieben
uns einen Pub erspart.

Currywurst bei Konnopke

Es pfeift bei heftigen Winden

Boah! Was ein Tag heute! Ich bin froh dass der schlimmste Tag der Woche rum ist. Das Wochenende noch in den Gebeinen muss man in der Knochenmühle montags topfit sein. Vor allem diese komische, wöchentliche Teambesprechung bei der man nur einschlafen kann. Die nennen das Tschurficks. Muss man sich mal vorstellen und auf der Zunge zergehen lassen..

Apropos „auf der Zunge zergehen lassen.“ Letzten Freitag ging ich nach der Arbeit hungrig einkaufen. Hatte keinen Zettel geschrieben und auch sonst keine Ahnung was ich kochen sollte. So erstand ich einen Sack Biokartoffeln und ging mit diesem heim. Und weil neben dem Sack Kartoffeln noch ein tiefgefrorener Bienenstich dabei war den ich nicht in das kleine Eisfach bekam musste ich in ebendiesen Platz schaffen und holte den Blumenkohl heraus. Yipieh! Abendessen erledigt. Kartoffeln und Blumenkohl. Was gibt es Besseres. Das kochte ich also. Als mein Abendbrot fertig war weinten meine kulinarischen Geschmacksnerven:

comp_img_9823Sah ja doch ein wenig fad aus, so dachte ich bei mir und erinnerte mich noch an eine Tube Ketchup die ich wohl noch irgendwo im Kühlschrank habe.

Am Wochenende hat sich irgendwas bei mir eingeschlichen. Mit plötzlicher Wucht bekam ich Nießanfälle. So 15-20 Mal hintereinander niesen kann anstrengend sein. Vor allem nachts wenn ein kleines, müdes Häschen neben mir schläft. Sie müssen sich mein Niesen nicht normal vorstellen. Es ist vielmehr eine Naturgewalt wo nicht nur der Rüssel und die Backen sondern auch die Bude wackelt. Und das dann andauernd. Irgendwie juckte mir dann noch der Gaumen, ich kitzelte mir der Zunge daran rum mit dem Effekt dass ich noch mehr niesen musste. Komisch. Die Trommelfelle juckten, nach dem Duschen umso mehr. Ging dann mit so Stäbchen rein und sorgte kräftig dafür dass der Reiz aufhört. Er hörte auf aber danach hörte ich nicht mehr viel. Bis zum nächsten Niesanfall nach dem ich mir kräftig die Nase putzte. Währenddessen entwich mir aus allen Öffnungen, Augen, Ohren, Nase, Mund, Po – nein, hihi, nicht aus dem –  laut pfeifende Geräusche, draußen flogen erschreckt die Amseln auf und plötzlich war wieder alles frei. Herrlich das Pfeifen! Herrlich wieder eine klare, leere Birne zu haben. Nase putzen. Empfehlenswert!

comp_img_9830Sie wissen dass ich gerne wandere? Aber das tut hier eigentlich nichts zur Sache. Denn noch war mein Hunger nicht gestillt. Das was ich da bis jetzt gekocht hatte war ja schon toll. Kartoffeln selbst geschält und sogar noch ein wenig Blumenkohlwasser konnte ich retten bevor alles im Ausguss landete. Zwiebeln, die von der Linksfraktion, hatte ich auch noch und entschied mich noch mal kurz nach nebenan auf die Weide zu gehen. Da hat der Nachbarbauer noch Schweine und Rinder auf ökologischen Weiden – ich pisse und kotze dem ab und zu mal auf dem Nachhauseweg da hin. Besorgte mir ein Kilo Halb-und-Halb und jetzt kann doch was draus werden. Notiz an mich: Nicht hungrig einkaufen gehen. Nicht hungrig und mit dem Freitagsbürohemd auf Nachbars Weide gehen. Wird blutig. Dann erinnerte ich mich noch daran dass ich für einen gewissen Weltrekordversuch die geraspelten Rückstände meiner Füße aufbewahre. Ich muss sagen, riecht recht würzig. Da kommt kein Allgäu oder Frau Antje mit. An der ich tatsächlich schon mal roch. Brrr…

Was ein Tag. Es fing heute Morgen schon an als ich mir den linken Rücken verrenkte. Ich nahm ein frisch gewaschenes Duschhandtuch (ohne Weichspüler) und trocknete mir so ungelenk den Rücken ab das ich es schon merkte bevor es passierte. Knack. Schmerz der immer noch da ist. Ungefähr so wie es gewissen Damen aus dem Schwarzwald passiert die am Bildschirm denken ein Querformatfoto wäre ein Hochkantfoto. Tja! Doofer war es in der Knochenmühle die ausführlichen Kommentare des Scheffes bezüglich meiner Jahresbewertung zu lesen. „Unmotiviert..“, „lässt es an Teamgeist fehlen..“ und das Beste: „.. ist in Sitzungen und Besprechungen unkonzentriert und schläft ein..“. Ich habe dazu ebenfalls schriftlich Stellung genommen und werde zu geeigneter Zeit davon berichten. Jedenfalls bereitete ich mich nach dem ich diese Bewertung las auf die Teambesprechung vor, nahm mir einen Fenchel-/Baldriantee mit und hörte mir den Quatsch der Leute an und.. schlief ein. Ich träumte irgendwas von „selbsterfüllender Prophezeiung“ und wachte laut aufschnarchend, ruckartig auf. Der Asia-Kollege am anderen Ende der Videokonferenz gackerte wie ein aufgescheuchtes Huhn und bekam sich nicht mehr ein. Bis er meinen Blick sah.

comp_img_9845Jedenfalls war mein Blumenkohlauflauf sehr bekömmlich und reichte von Freitagnacht bis Montagmorgen. Dazwischen pfiff und knatterte der Wind durch meine Bude. Es gibt wohl einen Wetterumschlag. Heute Morgen wunderte ich mich. Gehen die Motten doch sogar an die Klamotten die man an hat!? Hallo? Hatte Löcher hinten in meiner Schlafanzughose und es roch komisch.

Man darf sich aber nicht zu lange bei wunderlichen Begebenheiten aufhalten. Dafür ist das Leben zu kurz. So freute ich mich grade darauf eine Flasche zu öffnen. Das heißt, ich versuchte. Normalerweise halte ich mit rechts und drehe mit links auf. Es gab noch nie etwas in meinem jugendlichen Leben was ich nicht aufbekam. Heute blickte ich meinem Meister von oben auf den Drehverschluß. Ich bin ja nicht blöd. Als Rechtshänder dachte ich mir, nimm einfach die rechte Hand. Die ist kräftiger. Aber nöö.. NÖÖ.. ging auch nicht. Dann fiel mir ein dass ich grade eben noch meinen Astralkörper mit fettiger Feuchtigkeitscreme eingeschmiert hatte. Nach dieser Erkenntnis und mit einem Handtuch kam ich an das köstliche Nass und kann Ihnen mit diesem nur ein fröhliches Feierabend-Prosit zurufen!

P.S.: Ich reibe ja gerne etwas Kümmel bei dem Kohl dran. Wenn aber das kleine, harte Ding in die Soße fällt, kann es sein dass man ziemlich viel kostbare Lebenszeit aufbringen muss um die harte Nuß zu finden und herauszufischen. Man möchte das Ding ja nicht unverhofft zwischen den Zähnen haben, nicht? Passiert mir übrigens grundsätzlich oft. Leider. Das reinplumpsen.

Handwerkliche Schönheitsfehler

Ich bin grade auf der Suche nach einer neuen Bleibe und schaue bei einem Immobilienportal so rum und entdecke ein Bude.

Man muss ja manchmal Abstriche machen. Über kleine Mängel hinwegsehen. Fugen nicht korrekt versiegelt oder die eine oder andere Kachel nicht ganz hundertprozentig im Lot. Aber was ich hier im Neuwieder Raum entdeckte – das schlägt dem Faß den Boden aus. Dat jibbet doch net! Wie besoffen können Handwerker sein? Seht selbst:

comp_2016-11-05-18_43_01-schoenes-einfamilienhausDa wird man doch verrückt wenn man mal muß! Da bekommt doch „Scheiß die Wand an!“ eine andere Bedeutung. Irre! Kleine handwerkliche Fehler..

Kann ich mal einen Rat haben?

Ob jemand mal einen Rat haben könnte. Von mir. Immer gerne. Mache ich. Ich nehme mir auch immer Zeit und gebe mir Mühe. Denn ich weiß dass die Jugend heutzutage nicht mehr die Ausbildung genoß wie es Dank Schröders widerlichem Programm ist.

So gehen die Jungfrauen und Jungmänner durch den Flur und landen am Ende des Wissens in meinem Büro. Sie fragen, ich antworte nicht sondern erkläre. Ich unterrichte, ich nehme mir Zeit und zeige und versuche alte Lerninhalte hervorzubringen, darauf aufzusetzen und dann Kniffe, schönen Code, elegante Lösungen vorzustellen. Ich nehme mir Zeit obwohl mir der Hals schwillt. Ich bereite manche, je nach Student, Inhalte vor und schaue, bewerte, helfe und gebe Anregungen. Immer mit Mitgefühl und Selbstkasteiung.

Wenn ich aber höre, und manche werden frech: „das weiß ich alles!“, oder wissen nicht die Zeit und Erfahrung zu schätzen die man ihnen schenkt und sie maulen: „war nicht die Frage, weiß ich doch alles, und überhaupt – warum das Ganze?“

Dann, ja dann gebe ich auf. Und werde streng. Kein Bock drauf. Ich denk mir, lass sie doch untergehen. Sie kennen noch nicht mal den Grund von Höflichkeiten. Wissen kein Eins noch mal Eins mal Eins haben aber einen Koffer dabei den sie aufreißen. Mit Schnütchen und vorwurfsvollen Blick, aufreizend ist das gespendete Studentenleben zu Ende. Tränen fließen groß wie Elefanten und stappen mit den Füßen auf den Boden: „ICH NEHM DIE LEHRE NICHT AN!“

Wem nicht geholfen werden will. Da investiere ich nicht und niemals nicht. Renn gegen Wände, ecke an. Lerne den Schmerz. Aber frag mich nicht noch mal nach Rat. Verarsche hatte ich schon – ich war auch mal jung und kenne die Kunst des Kriegs. Dann mach allein, was auch nicht schlimm ist. Denn das tat ich auch.

So long!

P.S.: Und es hat nichts mit dem Alter zu tun..