Currywurst bei Konnopke

Es pfeift bei heftigen Winden

Boah! Was ein Tag heute! Ich bin froh dass der schlimmste Tag der Woche rum ist. Das Wochenende noch in den Gebeinen muss man in der Knochenmühle montags topfit sein. Vor allem diese komische, wöchentliche Teambesprechung bei der man nur einschlafen kann. Die nennen das Tschurficks. Muss man sich mal vorstellen und auf der Zunge zergehen lassen..

Apropos „auf der Zunge zergehen lassen.“ Letzten Freitag ging ich nach der Arbeit hungrig einkaufen. Hatte keinen Zettel geschrieben und auch sonst keine Ahnung was ich kochen sollte. So erstand ich einen Sack Biokartoffeln und ging mit diesem heim. Und weil neben dem Sack Kartoffeln noch ein tiefgefrorener Bienenstich dabei war den ich nicht in das kleine Eisfach bekam musste ich in ebendiesen Platz schaffen und holte den Blumenkohl heraus. Yipieh! Abendessen erledigt. Kartoffeln und Blumenkohl. Was gibt es Besseres. Das kochte ich also. Als mein Abendbrot fertig war weinten meine kulinarischen Geschmacksnerven:

comp_img_9823Sah ja doch ein wenig fad aus, so dachte ich bei mir und erinnerte mich noch an eine Tube Ketchup die ich wohl noch irgendwo im Kühlschrank habe.

Am Wochenende hat sich irgendwas bei mir eingeschlichen. Mit plötzlicher Wucht bekam ich Nießanfälle. So 15-20 Mal hintereinander niesen kann anstrengend sein. Vor allem nachts wenn ein kleines, müdes Häschen neben mir schläft. Sie müssen sich mein Niesen nicht normal vorstellen. Es ist vielmehr eine Naturgewalt wo nicht nur der Rüssel und die Backen sondern auch die Bude wackelt. Und das dann andauernd. Irgendwie juckte mir dann noch der Gaumen, ich kitzelte mir der Zunge daran rum mit dem Effekt dass ich noch mehr niesen musste. Komisch. Die Trommelfelle juckten, nach dem Duschen umso mehr. Ging dann mit so Stäbchen rein und sorgte kräftig dafür dass der Reiz aufhört. Er hörte auf aber danach hörte ich nicht mehr viel. Bis zum nächsten Niesanfall nach dem ich mir kräftig die Nase putzte. Währenddessen entwich mir aus allen Öffnungen, Augen, Ohren, Nase, Mund, Po – nein, hihi, nicht aus dem –  laut pfeifende Geräusche, draußen flogen erschreckt die Amseln auf und plötzlich war wieder alles frei. Herrlich das Pfeifen! Herrlich wieder eine klare, leere Birne zu haben. Nase putzen. Empfehlenswert!

comp_img_9830Sie wissen dass ich gerne wandere? Aber das tut hier eigentlich nichts zur Sache. Denn noch war mein Hunger nicht gestillt. Das was ich da bis jetzt gekocht hatte war ja schon toll. Kartoffeln selbst geschält und sogar noch ein wenig Blumenkohlwasser konnte ich retten bevor alles im Ausguss landete. Zwiebeln, die von der Linksfraktion, hatte ich auch noch und entschied mich noch mal kurz nach nebenan auf die Weide zu gehen. Da hat der Nachbarbauer noch Schweine und Rinder auf ökologischen Weiden – ich pisse und kotze dem ab und zu mal auf dem Nachhauseweg da hin. Besorgte mir ein Kilo Halb-und-Halb und jetzt kann doch was draus werden. Notiz an mich: Nicht hungrig einkaufen gehen. Nicht hungrig und mit dem Freitagsbürohemd auf Nachbars Weide gehen. Wird blutig. Dann erinnerte ich mich noch daran dass ich für einen gewissen Weltrekordversuch die geraspelten Rückstände meiner Füße aufbewahre. Ich muss sagen, riecht recht würzig. Da kommt kein Allgäu oder Frau Antje mit. An der ich tatsächlich schon mal roch. Brrr…

Was ein Tag. Es fing heute Morgen schon an als ich mir den linken Rücken verrenkte. Ich nahm ein frisch gewaschenes Duschhandtuch (ohne Weichspüler) und trocknete mir so ungelenk den Rücken ab das ich es schon merkte bevor es passierte. Knack. Schmerz der immer noch da ist. Ungefähr so wie es gewissen Damen aus dem Schwarzwald passiert die am Bildschirm denken ein Querformatfoto wäre ein Hochkantfoto. Tja! Doofer war es in der Knochenmühle die ausführlichen Kommentare des Scheffes bezüglich meiner Jahresbewertung zu lesen. „Unmotiviert..“, „lässt es an Teamgeist fehlen..“ und das Beste: „.. ist in Sitzungen und Besprechungen unkonzentriert und schläft ein..“. Ich habe dazu ebenfalls schriftlich Stellung genommen und werde zu geeigneter Zeit davon berichten. Jedenfalls bereitete ich mich nach dem ich diese Bewertung las auf die Teambesprechung vor, nahm mir einen Fenchel-/Baldriantee mit und hörte mir den Quatsch der Leute an und.. schlief ein. Ich träumte irgendwas von „selbsterfüllender Prophezeiung“ und wachte laut aufschnarchend, ruckartig auf. Der Asia-Kollege am anderen Ende der Videokonferenz gackerte wie ein aufgescheuchtes Huhn und bekam sich nicht mehr ein. Bis er meinen Blick sah.

comp_img_9845Jedenfalls war mein Blumenkohlauflauf sehr bekömmlich und reichte von Freitagnacht bis Montagmorgen. Dazwischen pfiff und knatterte der Wind durch meine Bude. Es gibt wohl einen Wetterumschlag. Heute Morgen wunderte ich mich. Gehen die Motten doch sogar an die Klamotten die man an hat!? Hallo? Hatte Löcher hinten in meiner Schlafanzughose und es roch komisch.

Man darf sich aber nicht zu lange bei wunderlichen Begebenheiten aufhalten. Dafür ist das Leben zu kurz. So freute ich mich grade darauf eine Flasche zu öffnen. Das heißt, ich versuchte. Normalerweise halte ich mit rechts und drehe mit links auf. Es gab noch nie etwas in meinem jugendlichen Leben was ich nicht aufbekam. Heute blickte ich meinem Meister von oben auf den Drehverschluß. Ich bin ja nicht blöd. Als Rechtshänder dachte ich mir, nimm einfach die rechte Hand. Die ist kräftiger. Aber nöö.. NÖÖ.. ging auch nicht. Dann fiel mir ein dass ich grade eben noch meinen Astralkörper mit fettiger Feuchtigkeitscreme eingeschmiert hatte. Nach dieser Erkenntnis und mit einem Handtuch kam ich an das köstliche Nass und kann Ihnen mit diesem nur ein fröhliches Feierabend-Prosit zurufen!

P.S.: Ich reibe ja gerne etwas Kümmel bei dem Kohl dran. Wenn aber das kleine, harte Ding in die Soße fällt, kann es sein dass man ziemlich viel kostbare Lebenszeit aufbringen muss um die harte Nuß zu finden und herauszufischen. Man möchte das Ding ja nicht unverhofft zwischen den Zähnen haben, nicht? Passiert mir übrigens grundsätzlich oft. Leider. Das reinplumpsen.

4 Gedanken zu „Es pfeift bei heftigen Winden

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