Alles Scheiße!

Kann man doch mal sagen, oder? Alles Scheiße! Schreibt sich schön: Scheiße. Ich musste erstmal überlegen, ob man noch das gute, alte Rucksack-S nimmt oder das neumodische Doppel-S. Aber eigentlich ist mir das auch egal. Als Legastheniker geboren und nur wenig dazugelernt, in einem an- und entsprechenden Alter, versage ich mir immer öfters bohrende Zweifel ob richtig oder falsch. Lasse mich eher von meinem Gefühl leiten.

Was nicht Scheiße ist: Ich trage endlich mal wieder meine Tissot-Armbanduhr. Sie lag einige Jahre unbenutzt in meiner Juwelenkiste weil ihr der Strom ausgegangen ist. Vor ein oder zwei Jahren bin ich mit der Uhr (und andere) mal zum örtlichen Fachgeschäft, dem besten und ältesten Juweliergeschäft, mit allerlei Zertifikaten und Erfahrungen, ja – auch die Preise entsprechend, um die Uhrbatterie(n) wechseln zu lassen. Ein sehr altes Geschäft, Klunkerhändler, Uhrmachermeister, was weiß ich noch alles. Es hieß, es könnte zwei Tage dauern, bis das fertig ist. Drei Uhren, drei Batterien. Bei Abholung teilte man mir mit, die Tissot machen wir nicht, weil das zu teuer wäre (sic). Eine andere Uhr gab man mir mit neuer Batterie zurück, mit der Bemerkung, sie sei jetzt nicht mehr wasserdicht. Die Dritte Uhr haben sie kaputt gemacht und ich erhielt sie in Einzelteilen zurück. „Macht 20 Euro!“. Sind Sie schon vom Stuhl gefallen? Ja: „Macht 20 Euro!“. Ich war perplex, wie vorm Kopf gestoßen. Als ob ich ohne Vorwarnung in ein tiefes Loch gefallen wäre. Ich verdummte so plötzlich wie ein überraschender Atomangriff die Schafe verdampfen lassen. Zahlte, ging meiner Wege und verfasste ein paar Rezensionen über das Ereignis und diesen Spezial-Spezialistenladen. Das wars.

Die gute Pointe ist aber, letzten Montag war hier in RLP und in vier weiteren Bundländern gesetzlicher Feiertag. Ein schönes langes, kulinarisches Wochenende an dem mir wieder der Gedanke an die wunderbare Tissot-Uhr kam. Ich machte einen Onlinebesuch bei Tissot in der Schweiz, und ließ mir zertifizierte Tissot-Fachuhrmeister listen. Und siehe da: Nur ein wenig um die Ecke über das schöne Land fahren, in Hessen, da gibt es einen Laden. In Hessen! Hessen hatte am Montag keinen Feiertag und ich fuhr also dahin, hatte ja Zeit, fuhr durch schöne bunte Herbstwälder, begrüßte beim gemütlichen Dahingleiten die Füchse, Fasane, Hasen, Bauern, nicht ohne zu wissen, dass ich auch allerlei Getier 20-zöllig für immer Tschüss sagte. Ein paar Kreuze verrichtend betrat ich den freundlichen, kleinen und dunklen Laden, die nette Dame nahm auf Fälschung begutachtende Art und Weise meine Uhr in Augenschein und meinte dann, dauert so 20 Minuten. Ob ich nicht draußen noch was zu tun hätte oder einkaufen wolle. Um die Ecke gäbe es einen Baumarkt. Danke für die Info nachträglich, werte Dame!

Nach 30 Minuten, ich vertrat mir passenderweise auf dem örtlichen Friedhof (Allerheiligen) die Beine, alles roch nach Kuhdung, war ich wieder da. „So hier ist es, das gute Stück. Ziehen Sie doch bitte erstmal an, ob alles genehm ist.“. Die Uhrzeit stimmte auf die Sekunde, das Datum eingestellt, dann noch sauber gemacht – wow! Super Service. Ich war auf die Rechnung gespannt. Die Dame: „Das macht 6 Euro, bitte schön.“. Was soll ich sagen? Fand ich klasse. So gehört es sich. Ich schmiss noch Restgeld in die Spendenbox für arme Kinder. Toll gelaufen und die Spazierfahrt, ich variierte die Rückfahrt durch ein paar andere schöne, bunte Wälder, war ebenso entspannend.

Was ich weniger schön finde, ist der grassierende Neusprech. Sie haben es als aufgeklärter Mensch ja sicher mitbekommen, der Begriff „Pandemie“ wurde „angepasst“ damit wir auch wirklich eine Pandemie haben. „Bleiben Sie gesund!“ ist das neue „Heil Hitler!“, „Alles gut“ kommt mir wie „Leck mich am Arsch“ vor. Gravierende Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit heißen: „Ist doch nur ein Picks“. Nun erfuhr ich heute, dass beginnend mit US-Wörterbüchern, die Bedeutung des Begriffs „Impfstoff“ klammheimlich „angepasst“ wurde. Damit die Covid-19-„Impfstoffe“ doch noch entsprechend einsortiert werden können, was sie aber per Definition nie konnten. Damit keiner aufmucken kann. Steht doch so im Wörterbuch. Lesen Sie nach und gehen bitte still und schnell nach Hause. Ach? Schon geboostert? Schöne neue Welt, titelte mal jemand. Wie treffend, wie Scheiße das alles doch ist.

Ich saß und tat schmutzige Dinge. Nein, ich möchte nicht beichten. Es geht mir hier nur ums Scheißen. Keine Ahnung was ich mal wieder gefressen hatte. Irgendwas von dem Bio, dem Dinkel, den selbst gezüchteten Kräutern oder dem Fenchel-Anis-Dings-Tee sorgte für einen Schiss über den ich Ihnen gerne berichten möchte. Nach Verrichtung entnahm ich der Rolle ein paar Blätter und wischte. Nach dem Wischen falte ich noch mal und Wische wieder. Dann schaue ich immer kurz drauf ob das Papier reinweiß ist, halbwegs. Wenn nicht, nehme ich noch ein paar Blätter und wische nach. Falte, wische und schaue nach, ob jetzt das Klopapier halbwegs frei von Dings ist. War es nicht. Da war immer noch ausgiebig klebrige Scheiße dran, wo ich anfing nachdachte wo sie herkommt und warum. Aber die Rolle Klopapier war dann leer, so dass ich mich in eine halbstehende Haltung verbrachte, um da hinten links eine neue Rolle zu ergattern. Das führte dann dazu, dass noch klebrige Restscheiße irgendwo da an meinem Anus in Folge des Aufstehens an den Innenseiten meiner muskulösen Arschbacken landeten. Das sah ich dann, quasi braun-auf-weiß bei einer weiteren Wischerei. Und noch bei einer weiteren. Ich wusste nicht mehr, wo ich überall noch wischen sollte. Eine Serviceanmerkung für Sie: Wenn Sie da so ausgiebig an Ihrem Poloch am Wischen sind, vermeiden Sie es, ab und zu mal mit Ihren Fingern Ihre Pulloverärmel anzufassen und hochzuziehen. Denn man kann nie wissen, was man so an den Fingern hat. Und nein, das Klo war nicht verstopft – nach der dritten Spülung. Extra-Tipp: Schlagen Sie nicht sofort den Deckel ohne zu reinzuschauen runter, im Gedanken es wäre jetzt alles glücklich erledigt. Denn am nächsten Tag werden Sie feststellen müssen, dass sich die klebrige Scheiße am Porzellan in einen sehr, sehr festen Stuck verwandelt hat, den Sie mit einer handelsüblichen Klobürste nur schwerlich wieder wegbekommen.

Notiz an Maus: Ich glaube, wir sollten mal wieder ein Merino-Wollprogramm durch die Wascheule jagen.

Heute ist ja sowas wie ein Jahrestag. NSU. Erinnern Sie sich? Was davon übrig bleibt, es wird genauso wenig aufgeklärt wie die Gladio-Einheiten, unzählige Terroranschläge, Morde, geschredderte Unterlagen, Unterlagen die bis zum St. Nimmerleinstag für die Öffentlichkeit gesperrt bleiben etc. Es gibt ein paar Menschen, die immer noch den Heldenmut aufbringen, für Aufklärung zu sorgen. Bis sie entweder Selbstmord vollziehen oder einem Autounfall zum Opfer fallen. Oder an (oder mit?) einer spontanen Selbstentzündung, vorzugsweise in Dessau, von uns gehen.

 

Bevor mir schlecht wird, Bock auf Schirrmi’s Rüttelreime?

Nicht viel im Hirn
doch stark im Arm
hatte er die Liebste

Sie seufzte, er stöhnte
Da, es klopfte – die Mama
„Sagt mal, hörte ich das Bett – das knarrt?“

Schöne Träume. Schöne Welt. Hüpfhüpf.

Youtube:  Mad World – Tears For Fears

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