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Body – oder nicht?!

Wissen Sie? Nein, wissen Sie nicht. Als ich jung war und erste erotische Erlebnisse hatte, ich meine, wollte haben, hatten die Damen sogenannte Body’s an. So T-Shirts die unten weiter gingen und im Schritt geknöpft oder gehakt wurden. Jedenfalls hatte ich damals in jungen Jahren ein wenig Probleme dem vermeintlichen Paradies näher zu kommen.

Ein Gefummel zum Erbarmen. Sie glauben es nicht. Die Angebetene rollte mit den Augen, ich sah es von unten, und ich wünschte mich wer weiß wohin. Innerlich mein Weltkriegsopa in den Ohren: „Rrrrran an den Feind! Koste es was es wolle!“ – so versuchte ich es. Die Dinger, Schlafanzüge, Strampelanzüge – hach, ich musste immer nur an Babys denken. Denn nur die wurden untenherum geschlossen. Mit Druckknöppe.

Der Penis. Der wurde kleiner. Die Lust ließ in dem Maße nach wie die Fummelei da unten seinen Gang ging. Bis die Angebetene eingriff und selbst Hand anlegte, Erbarmen hatte und sich selbst aufknöpfte.

Jedenfalls – heute morgen habe ich mir mein T-Shirt irgendwie in die Unterhose gesteckt. Nachmittags musste ich Pipi machen. Dringend. Ich stand vor dem Piss-Dings und hatte verdammte Scheiße nochmal eine Jeans mit Knöpfen an. Als die Knöppe auf waren bekam ich den alten Kameraden nicht raus. Warum? T-Shirt dazwischen – in der Unterhose! Erste Freudentropfen machten sich bemerkbar und ich realisierte dass die Zeit nicht mehr ausreicht.

Jetzt weiß ich wie es sich anfühlt ein Body zu tragen. Ihr armen Mädels, ich armer Schirrmi.

Natursekt gefälligst? Hose nass.

Diebe, Wadenbeißer und hochnäsige Herrscher

Kaum aus dem Winterschlaf erwacht, kürzlich eine immer noch unbegreifliche Zeitumstellung erlebt, stehe ich hier schmauchend vor der Tür und sinniere vor mir (mich?) hin. Frühmorgens, Knochenmühle, Raucherplatz.

Das erste Tagwerk, den Compi in die Dockingstation gesteckt, am Netzwerk angemeldet, kurz die Systeme und hochbrisante Emails gecheckt, der Pfefferminztee zieht vor sich hin – ich gehe runter um meine erste Ziggi zu mir zu nehmen. Ruhig. Ein. Aus. Atmen. Ruhig. Nicht daran denken was passiert wenn die Anderen kommen. Erstmal alleine sein. Zu sich finden. Vor dem großen Stress.

Frühmorgens ist die Welt sehr schön. Der Himmel, die Wolken. Den frühmorgendlichen Aufweckkuss mit dem süßen, über die Straße laufenden Fellvieh ausgetauscht, hach! Dann der Sonnenaufgang. Unwirklich, atemberaubend. Da, dahinten sehe ich die Schlote meines Industriebetriebs. Wenn ich mein kleines Näschen recken wollte könnte ich den herrlichen Duft von Plastik riechen. Der heiße Dampf, die Abgase brechen sich in rosaroten Farben am Horizont, erzeugen bunte Wolken – schöner als die Natur es machen könnte. Die hohen Silos stehen schwarzschattiert im Vordergrund wie Mahnwachen vor einer großen Gefahr wo wir noch nicht wissen dass sie unweigerlich über uns kommt.

Herrlich! Alleine! Farben! Bevor das Roulette anfängt zu drehen denke ich an Kafka. Man kann unschuldig sein, erwartet und fürchtet trotzdem seine Hinrichtung. So beginnt jeder Tag.

Ich schaue nach vorne und sehe seit Wochen dass ein Elster-Pärchen mit liebevoller Hingabe ein kunstvoll geflechtetes Nest bauen. Etwas grob, zugegeben, aber hinreichend groß in einer Astgabel eines Baumes der noch keine Blätter hat. „Sehr sichtbar“ murmelte ich zu mir. So sichtbar dass dieses Nest auch von anderen liebestollen Lebewesen recht begehrenswert ist. Wenn das Elsterpaar weg ist (Aldi, Lidl, Späti, usw.) kommen dann die Meisen, laut kichernd. Sie zanken sich, der alliierte Luftkampf im 1. Weltkrieg war ein Scheißdreck dagegen, mit den Spatzen um dieses wunderschöne, große in der Astgabel gebaute Schloss. Und ich schaue zu und weiß was passiert.

Von weitem hört man schon ärgerliches Geschnarre. Kampfformation, die bunt, wie Edelsteine im morgendlichen Sonnenlicht glitzernden Schweife ausgebreitet, böse blickend sowie hinterlistig von zwei Seiten kommend – Mama- und Papa-Elster wie abgesprochen nehmen sie sich die frechsten vor, die Spatzen. Die Meisen geben kampflos auf, während ein vorwitziger Sperling noch im fremden Nest hockt, zugegebenermaßen vor Angst in die frische Kinderstube kackt, laut plärrend und einige Federn lassend das Weite sucht. So – die diebischen Elstern, obwohl ich diese Eigenschaft noch nie in Natura kennen lernte, machten die Brust breit, voller Adrenalin verteidigten sie die zukünftige Kinderstube, verjagten die kleinen Wadenbeißer (die richtig, richtig mutig sind) während ein Bussard, hochnäsig, oben im Himmel leise kreisend sich das Geschehen ansah, wahrscheinlich mit dem Gedanken „ich komme wieder, wenn das Nest belebt ist“, abdrehte. Ich ging in mein Büro und ließ der Natur ihren Lauf.

Bis Morgen Ihr Verrückten!

Schirrmi

Der Erste April

Meine Güte war das eine Woche!

Vor Ostern war ich arg krank und musste mir über – noch zwei Urlaubstage gönnen um wieder fit zu werden. Letzten Mittwoch dann hatte ich meinen ersten Tag in der Knochenmühle. Mein Kollege überraschte mich mit einer für Freitag (heute) terminierten SAP Systemkopie. Sowas kann, wenn die Beteiligten nicht gut oder nicht gut drauf sind auch mal 18 Stunden dauern. Ich koordiniere. Flüstere. Schmeichle. Brülle. Haue in die Tasten. Alles solange bis es fertig ist.

Gestern Nachmittag kam ich heim, immer noch nicht recht fit, und sah einen unbeantworteten Anruf auf dem Eipoon. Scheffe! Ich rief zurück um mir anzuhören: „Das Business wünscht die Systemkopie nicht am Freitag sondern am Samstag. Mach es bitte möglich!“ Tja, ich bin ja nicht der Einzige – ich muss ja auch die Dienstleister kurzfristig fragen ob denen das möglich ist. Alarm allenthalben. Herumtelefoniert. Diskutiert. Erklärt. Wichtigtuerei. Das Übliche. Am Wochenende tut es mir ja nicht weh zu arbeiten. Ich habe halt so einen Job gewählt. Kein Problem. Aber L. hat mich für Samstag zur Ihrer Reinfeiergeburtstagsparty eingeladen. Da wollte ich auch noch ein paar Geschenke einpacken. Karte schreiben. Alkohol und für die Kids Eistee kaufen. Und so weiter. Hätte nicht nur mich genervt da dann mit dem Klappcomputer rumzuhocken und jedem Gast zu sagen er sollte nicht so viel Bandbreite des WLAN´s benutzen weil ich es brauche.

Hinzu kommt, ich schaute in den Orga-Kalender, ab heute habe ich auch noch Bereitschaft. 7 Tage, 24 Stunden. Kann ja alles heiter werden. Meine Laune ging den Bach runter. Und Geschenke eingepackt – ist auch noch nichts. Eingekauft für Morgen schon, aber dass saufe ich grade selbst. Tja!

Jedenfalls meldete sich „das Business“ heute Morgen um 2:00 Uhr bei mir um mitzuteilen dass die ihre Dinge soweit erledigt haben, der Refresh kann wie geplant heute laufen. Dann die Dienstleister versucht zu erreichen dass es doch in ein paar Stunden stattfindet und nicht erst am Samstag. Keinen erreicht, hängste in der Luft! Weißte? Niemand hat irgendwas bestätigt oder auch nicht und ich hänge in der Luft. Scheißnacht die dann um 5:20 Uhr vorbei war weil ich ja im Office Vorbereitungen treffen muss. Nach 10 Stunden war die Kopie dann endlich rum. Hoffentlich. Denn ich habe nur die Freigabe zum Testen erteilt. Wer weiß was schief gelaufen ist?

Um was geht es hier eigentlich? kÜropst! Oh, die Finger lagen nicht richtig, egal. Der Erste April. Gestern kam ich zum heimscheißen heim, da war mein Vordach halb abgerissen – die Hausfront eine einzige, dreckige Baustelle. Huch? Hat mein Vermieter mir nichts von erzählt. Dreck! Dreck mit in meine kleine Muckelbude nehmen müssen obwohl grade Mittwochs sauber gemacht wird. Scheißdreck! Heute in der Pause die prekären, schlecht deutsch sprechenden Handwerker erwischt und rumgebrüllt: „Was machen Sie denn da? Hören Sie sofort damit auf fremde Häuser zu beschädigen!“ so hallte es in deren Ohren, ganz Monte erstarrte plötzlich vor Schrecken. „Schau mal, Du dumme Sau – sogar die Werbeblättchen sind nass und dreckig geworden!“ brüllte ich den von der Leiter herunterfallenden „Vorarbeiter“ an.

Is ja klar was de dann hörst. „Scheffe hat gesagt….“.

In der Knochenmühlenküche habe ich im „privaten Mitarbeiterregal“ meinen Hopp-hopp-Kaffee stehen. Jetzt war ich ja einige Tage nicht mehr dort. Was müssen meine entzündeten Augen sehen? Fast leer das Glas! Einen Anstandsrest konnte ich noch herauskratzen. Sie gaben sich noch nicht mal die Mühe die Reste vom Boden abzukratzen. Nee! Natürlich nicht. Was haste denn schon wieder? Hee? Ist doch nicht leer!

Muss man auf alle Dinge Aufkleber aufbringen? Wer kommt in einem sogenannten professionellen Betrieb auf die Idee zu meinen wenn da irgendwo im Schrank was rumsteht dass man sich bedienen darf? Muss man erst böse werden? Müssen die denn erstmal weinen müssen um es zu kapieren? Mein – Dein? Aber dann erhalte ich ja wieder ein Schreiben.

Jedenfalls ist auch meine Geschirrspülmaschine seit Dienstagnacht verreckt. Habe weder die verschissene Bedienungsanleitung noch Zeit gefunden und jetzt steht da die Brühe immer noch drinnen. Spüle seitdem mit der Hand. DAS IST ZUM KOTZEN! Und die Spülkraft hat eigene Dinge zu tun. Menno!

Es hört ja nicht auf. Die ganze Zeit fliegt, fleucht hier so ein Insekt um und auf meinem Kopp rum. Ich ertrage, ich wedele, ich drehe ruckig meine Hals hin- und her. Kurzzeitig ergibt das Erleichterung dass das blöde Vieh weg ist. Dann isses wieder da. Mistvieh!

Ich war grade auf Toilette. Nach dem Gang sah ich händewaschend in den Spiegel und sah einige meiner Haarsträhnen neckig kitzelnd in meinem Gesicht rumhängen. Gut, es war also kein Insekt sondern ich selbst war es der sich über seine eigenen leise, lang herabrauschenden im Gesicht herumkitzelnden Kopffedern aufregte.

Ja, soviel zum ersten April. Mir wird schlecht wenn ich drüber nachdenke. Und dann muss ich mich mit diesem verfickten Photoshop rumärgern. Das Layout will nicht. Und will nicht. Und Schleifen. Möchten Sie gerne schön einpacken und Ihnen fehlt es an Material? Und morgen geschieht es dann schon – der Überreichungsakt? Kennen Sie das?

Alles in allem, ich gebe gerne meine Haut an sie ab. Und das mein ich im doppelten Sinne.

Stress!

Nadine – ich hoffe Du warst fit und erfolgreich heute.

So long,

Schirrmi

Wortverbrecher

Wie einzigartig der Kiezi Wortverbrecher aufdecken kann, so erinnerte ich mich heute an meine christliche Ausbildung. Wenn ich Moses lese gehen mir immer noch Bilder der Ehrfurcht durch mein Herz – und meinem nicht mehr so heiligen Sinn. Denn mit 14 Jahr hörte es bei mir auf. Amtlich. Steuerfrei.

Heute gingen wir spazieren und ich sah und ich fürchtete mich. Denn der Große war da vor mir. Der, der viele Seiten bekam im Buch der Bücher. Der, der Wasser teilen konnte. Der, der ein ganzes Volk führte. Der, der prrrr und pffff tatta, tämtamrämmtatämm und so unglaublich war.

Ich sah in der Fußgängerzone Neuwied dass er, ER, ein Ladengeschäft eröffnet hat:

Moses-Neuwied_Moses-Neuwied

Ich fiel auf die Knie, irgendwelche Büsche fingen plötzlich an zu brennen, ein Irrgelichter um mich herum, die Frauen fingen an zu kreischen, die Babys wurden faul als Leibesfrucht während Tafeln auf irgendwelchen Bergen zerbrochen wurden. Ich sah die Auflösung:

Moses-Neuwied_Moses-Neuwied-Komplett

Hach, was war ich erleichtert! Nahm einen Schluck, meine Finger drehten, mein Mund empfing und lächelte leicht schmauchend ob dem Irrsinn den ich sogleich vergaß und sie an die Hand nahm, nach Hause fuhr.

MO(de)SE(rvice)S(ympathie)

Effizienz

Denken Sie sich mal immer wiederkehrende Handlungen. Es fällt Ihnen sicher etwas dazu ein. Wie Beispielsweise immer die gleiche Lieblingskaffeetasse auszuspülen. Oder zig-Mal je Tag die Zähne putzen. Abends den Wonderbro ab und bevor der Geliebte erwacht, wieder an. Hier könnte jetzt eine beliebig lange Liste folgen über Tätigkeiten die meiner Meinung nach nicht sinnvoll sind. So, beispielsweise, sage ich seit langem, sie müsste sich den BH nicht anziehen denn er ist eher früher als später doch wieder ausgezogen. Oder nehmen Sie den Kaffeelöffel – in meinem Muckelhaushalt wird hopp-hopp-Kaffee getrunken. Wenn man dann nach jeder Tasse den Löffel in die Spülmaschine geben würde – na? Na, wo wäre denn da mein Löffelhaushalt?

Oder, was mich in dem Zusammenhang auch ein wenig aufregt. Seitdem ich ein sogenanntes Smartphone habe. Da kommt eine Mitteilung. Ich entsperre und lese. Dann lege ich es weg. Es sperrt sich immer just in der Millisekunde wie wieder eine Nachricht reinkommt. Muss dann wieder den Entsperrcode eingeben! MILLISEKUNDEN! ENTSPERRCODE! JEDESMAL! Oder überhaupt, wenn man sich morgens anzieht. Nachts wieder ausziehen, morgens wieder an und so weiter FUCK und so fort. Zeitverschwendung, wenn Sie mich fragen würden.

Ich halte das in einer Beziehung jetzt mal recht locker. Da gibt es bei mir kein rauf- und runter mehr. Aus Effizienzgründen entschließe ich mich meinen Hosenstall immer aufzulassen. Seitdem ich mich dazu entschloss bin ich entspannter und kann locker, zwar immer noch mit Druck, vor meiner vollgepissten Kloschüssel STEHEN und habe Zeit gespart. Und keine nasse Hosen mehr wenn der Reißverschluss mal hakt. Das und noch viel mehr gehört der Vergangenheit an.

Erste Erfolge sehe ich in den Augen meiner Mitmenschen. Sie drucksen, sie schauen. Sie lächeln mich an. Sie werden hübsch rot im Gesicht wenn ich abends als Aushilfskellner meinem Job nachgehe. Auch beachte ich persönlich eine angenehmere Duftflora in meinem Intimbereich wenn er frei schwingend mit offenem Hosenstall seine Freiheit genießt. Ein weiterer positiver Nebeneffekt. Seitdem ich den Hosenreißverschluss ignoriere brauche ich auch keine Intimrasur mehr. Da kann wachsen wie die Natur es will. Schön grau-schwarz quillt es heraus. Blond wie die da hinten zu sagen pflegt.

Ja, ich glaube ich mache auch was Gutes für den globalen Umweltschutz. Empirisch habe ich es zwar noch nicht untersucht. Aber seitdem ich den vorderen Bereich meiner Hose nicht mehr schließe, habe ich den Eindruck dass sich in meiner Umgebung selten gewordene Insekten vermehren.

Zum Thema: Stellen Sie sich vor wie Sie sich mit Druck auf der Blase, blödrumhampelnd und mit Angst/Schweiß in den Augen auf langen Fluren einer Ihr ungewohnten Umgebung Erleichterung verschaffen wollen. Sie haben es endlich geschafft und stehen vor dem Klo. Sie bekommen den Hosenstall nicht rechtzeitig auf. Die Angebetete wartet auf Sie. Sie kommen vollgepisst zurück. Na?

Freedom!

Mobilization in Montabaur (Teil 2)

Letztens veräußerte ich kostenlos ein paar meiner Gedanken hinsichtlich Mobilization in Montabaur. Wie angedroht möchte ich Ihnen nun noch ein paar restliche Zeilen in Ihre Köppe die Tasten klimpern.

Den Flyer in der Hand, die Herzensdame neben mir, beides betrachtend, entschloss ich mich spontan „husch, husch“ rufend, doch noch auf den Mons Tabor klettern zu wollen. Und rief ein Taxi. Der sehr freundliche aber irgendwie stinkende, verschwitzte Schlawiner hielt auf Bitten zunächst an der Tanke um Dosenpackungen und Kippenbier einzuladen. Dann ging es auf verschwurfelten Wegen zur Lokalität. Angekommen entließ ich wort- und wutreich meine Ortskenntnisse, pubste auf den Luxussitz und verließ regelrecht brüskiert die Kutsche. Die da hinten auch.

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„Mauerwerk“ so leuchtete die Reklame unserer Hände´s Weg – des Dosenbieres zu den Schlündern. „Gluck gluck“ und „haste mal Feuer?“ nervte nicht, ich zwinkerte liebevoll die Milf neben mir an. Wir konnten grade einen Blick an die Abendkasse erhaschen. Denn recht neckig öffnete sich ab- und zu mal die Tür ein Spaltbreit und ein Clown schaute heraus. Ich blickte mit blutunterlaufenden aber mit dennoch mitfühlenden Augen hinein und Schwupps – die Tür schloss sich wieder.

Hier gibt es keine Security. Keine aufgepumpten vom Polizeidienst freigestellte, freilaufende Menschen Tiere. Hier ist es entspannt. Mit Einander versammelte man sich, alle klein – ich groß, alle süß – ich nicht, schunkelnd und vor Vorfreude bibbernd vor der Eins-A-Adresse in huldvoller Erwartung der Türöffnung um sich einen guten Platz an der Theke zu sichern. Mit Blick auf die Bühne, kürzeste Wege zum verwichsten Klo, den Schokoladen Bierbrunnen aber immer in Reichweite.

Mit wildem Blick, und ich kenne mich ja, versuchte ich mir nach dem ganzen elendigen Schnaps eine Grundlage zu schaffen und erblickte die Speisekarte. Ja, so ein Kinderschnitzel – das wäre es. Erst fressen und dann missbrauchen. Oder umgekehrt. Die Reihenfolge ist mir als langjähriger Insasse, heute Freigänger, egal. Ich bin ja nicht der, der im sogenannten halbwegs gebildeten Mitteleuropa seiner Kinder egal ist – und Knete braucht.

Mobilization-Montabaur_Kinderschnitzel_

Haha, grunz, schluck – sah ich die Damen die da vor der Tür um uns herumfrieren, hihi, kürzlich noch aufgebrezelt auf einem Abi-Ball, sehen sie heute genau gleich aus. Viel zu wenig an. Mir doch egal. „Eyh, Fotze Gradeachtzehngewordene! Schönes kein Kleid hast Du an, hehe!“ Mit einem Unterschied. Die meisten haben, ach wie verrucht, ihre Augen für ein Punkrockkonzert dunkel geschminkt. Alle dieser Zwerge waren ohne ihre Eltern da. Nur Einer nicht.

Was weiter passierte und welch ein Honk das war… Aber das will ich Ihnen morgen erzählen. Vielleicht.

Schirrmi

Leben im Überfluß

Vielleicht können Sie sich erinnern. Nee, lesen Sie bitte nicht weiter. Das ist hier ein Luxus-Blog, ein Geschreibsel für die Höherständigen. Für die Menschen über die man lacht. Nix für Sie. Gehen Sie bitte weiter.

Falls Ihr Verlangen immer noch danach bittet, nach Prügel fleht, dass ich vom Nahen die Pippi in Ihren Augen sehe, na dann – dann ist Ihnen nicht mehr geholfen. Dann lesen Sie weiter.

Ich schreibe hier in einem kleinen Kämmerlein. Mono die Musik weil, verteufelt noch mal, die rechte Box den Höllenschlund anheimgefallen ist. Seitdem, erlauben Sie mir bitte diese unrelevante Anmerkung – ich zwinge mein rechtes Ohr nicht zuzuhören, was einfach ist, während mein linkes per Befehl Stereo hören muss. Gut, das dumme Ding braucht noch ein paar Einheiten Manschaftsklo putzen (am Wochenende), aber langsam geht es. Für mich, was dieses kleine dumme Organ ohne Hirn nicht kann, lenkte ich es um. Am Ende hört es sich doch ganz passabel an. Musste nur auf meinem Holzboden den Sub höher drehen. So weiß ich jetzt gar nicht mehr wo der Wumms herkommt. Die da unten schon. Aber egal.

Apropro die da oben: Da Sie ja hier, ich erwähnte es schon und ich finde es sehr bekömmlich grade, diesen Snob- diesen höchsthochwertigen Blogleser, wahrscheinlich sich lieber an Ihrer Krawatte vergreifen als sich selbst an Ihre Eier zu greifen – Ja, Sie sind gemeint! Meine lieben Leser. Goldglänzend meine Armbanduhren in Ihren gierigen Augen. Meine schwülstigen Geschichten in Ihren einfachen Hirnen. Ein wenig Sex, Hauptsache Hoden – mit ein wenig Fotzenschleim ergibt es ein Gericht. Ja, lesen Sie nur weiter meine Herren – und Damen. Es geht um Sie. Um die meine auserwählte Leserschaft, nur neidisch auf des Autors Erfolg. Mir ist doch alles egal. Habe alles in Überfluss. Nicht wie ihr, Gold- und Platinbehangene Maden im gierigen Maul! Diamanten? Die nehme ich zum gurgeln. Meine lieben Yachtbesitzer, wenn Sie immer noch nicht aufgehört haben zu lesen. Eine Delikatesse die mir einmal im Monat mundet ist: In irgendeiner Wüste angerichteter Arsch – so wie Ihrer. Das kostet. Das Eis frisch rausgebrochen, Jahrmillionen alt das Eis zu unserem Glas Wodka gebracht in die Wüste nur um mit euch zu zelten und euch eure Dekadenz wortwörtlich vor Augen zu halten. Prost!

Sie zwei oder drei oder vier da draußen können auf den Knopf drücken. Bumm! Peng! Da geht sie dahin die Welt. Meinetwegen. Wir gingen drauf. Ich lade Sie ein, auf meine Yacht. Auf meine Insel. Ich animiere Sie zum Brüllen von „Helau“ und „Allaff“. Ich reiche Getränke, noch nicht mal Verständnis. Wenn Sie reden vor dem Volk, dann ist es unverbindlich. Wenn ich hasse für das Volk- verbindlich. Mein Hass ist allgemeingültig und dazu lade ich Sie ein. Meine Damen und Herren. Noch nicht Angst? Ein Cocktail hier, Handkuss da. Sie wissen es nicht.

Mir flog ein kleiner Hunger an. Spontan und ohne nachzudenken machte ich den Mülleimer auf. „Mensch Meier, Du Arsch!“ so ich zu mir kopfschüttelnd, die Zeiten sind vorbei. Und ging einen Schritt weiter und, fand den Kühlschrank. Und holte raus: Ein Stück verschimmeltem Käse wo man noch was wegschneiden kann. Ein Stück Salami, haltbar und für den Zuckerspiegel sah ich noch ein wenig prekärem Ketchup. In meiner kleinen Muckelbude.

Schweine allenthalben

Mobilization in Montabaur (Teil 1)

Letztens in Montabaur. Wem diese Stadt kein Begriff ist: es handelt sich um eine Kleinstadt im Westerwald. Da wo die Eingeborenen so lange Arme haben. Weil sie noch Keulen tragen. Und wenn man sie da wirr herumgehen sieht, passt es auch wieder. Denn die da im WW haben schmale vermatschte und vergammelte nach Jauche stinkende Gräben rechts und links ihrer ihrer schmalen Straßen und Wege. Da können sie mal locker baumeln lassen, die Arme mit den Keulen unten dran. Aber sprechen Sie sie bitte nicht darauf an. Es folgt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein „ÖCH, UH, UFF!, OCH! PRRRFFFRZRZZZZ!“ Am Ende immer „UFF“.

Warum die Evolution in dieser Gegend vor Millionen von Jahren Einhalt gegeben hat kann ich Ihnen nicht mit Sicherheit sagen. Es ist nun mal so. Man muss man damit klar kommen oder auch nicht. Beides ist schlimmer als schlimm. Aber da will ich Ihnen nichts erzählen. Hier tragen die Menschen, habe ich Menschen gesagt? Jedenfalls tragen hier die Leute die Klamotten auf, die vor 8000 Jahre mal Mode waren. Die werden quasi per Carepaket eingeflogen. Oder die Verwandten schicken mal etwas zu Ostern oder zu Weihnachten. Luftbrücke. Fallenlassen und schnell wieder weg. Eine gottverlassene Gegend. Eine von allen guten Geistern verlassene, Kleine in sich verwurzelte Gemeinschaft. Mit? Mit langen Armen. Wegen? Na, Sie wissen schon. „UFF, FRRESSDA, ÖFFFFÖFF, PRERRZZZEEZELSPRATTEL“ so oder so ähnlich kommen die wohlüberlegten Sätze aus diesem kleinen widerlichen Bergvolk heraus wenn man sie lediglich nach der Richtung fragt. Wie man hier wieder weg kommt.

Es begab sich also die Tage dass ich auf ein Punkrock-Flyer aufmerksam wurde. Hmh, jaja, höhö, schallendes Gelächter machte sich in mir erst leise dann laut und dreckig den Weg. Aber nun ja, aus Gründen wollte ich mich über das Line-Up informieren. Welches wie folgt, geplant war:

2016-03-19_Mobilization_Mauerwerk-Line-up

Sie alle wissen sicher was beim Betrachten des Fotos auffällt. Was vielleicht witzig gemeint ist. Nicht? Ich will es Ihnen erklären. Hinter den Bandnamen wird die Musikrichtig <KOMMA> <ORT> angedruckt. Und nun, meine geneigten Leser. Was um Gottes Willen unterscheidet Montabaur vom Westerwald oder Westerwald vom bekloppten Westerburg oder vice versa? Und weiter, Sie wissen es schon – es stellt sich die Frage wozu überhaupt eine Ortsangabe der aufzutretenden Wilden wichtig ist. Hat der Platz auf dem Flyer nicht gereicht um die Angaben noch um das Alter der Protagonisten oder dem erlernten Beruf der Eltern anzugeben? Oder ob es lieber von hinten oder von, hach, ich reg mich UFF! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: „PUNK, Westerwald“. Herrlich, nicht? Man stelle sich mal vor wenn sich beispielsweise damals die Sex Pistols auf den Flyern vorgestellt hätten mit: „PUNK, Kleinbüllersheim, Arschlochhausen, Dreckstadt e.v.“ vorgestellt hätten.

Ich schweife ab. Ich schweife mit Ihnen zur, und Sie ahnen es sicher, zur regelrechten Korinthenkackerei ab. Nämlich den weiteren Angaben auf dem sogenannten Flyer. Da unten versuchte man die wichtigsten Angaben zum Festival kundzugeben. Dazu wählte man eine der Schreibmaschinen nahe Schrifttype. Exkurs: Was ich damals gehasst hatte, hat man sich verschrieben musste man das Blatt wegwerfen und von neuem beginnen. Und ja, auch dass man mal Groß- manchmal auch Kleinbuchstaben benutzen musste – das war lästig aber in der damaligen Schreibung wichtig für Satz und Bild sowie Lesefluß. Dazu musste der Umschalthebel für Großbuchstaben bewegt werden was, hihi, ein wenig Kraft im Fingerchen erforderte. Nun also, wenn man es nicht besser weiß, schreibt man alles groß oder wie im vorliegenden Fall von frischen Abiturienten, einfach alles klein.

So süß fing die Vorfreude an. Und wie es weiterging, davon erzähle ich Ihnen Morgen. Oder auch nicht. Und das war frei nach Matla.

Für den vermaledeiten Gruß am Schluss fand ich einen widerlich stinkenden, mir fremden Rock in der Couchritze und zog ihn an. Saugte noch kurz an der Pief, schluckte den Alk um schreiben zu können:

Mit rockigen Grüßen,
Euer Schirrmi

Alles beim Alten

Auch in unserem Bundesland wurde gewählt. Wie zu erwarten die Ergebnisse. Möchte auch nicht lange dieses Thema strapazieren, nur ein Dialog der sich so oder so ähnlich abspielte: „Junge, heute darfst Du das erst Mal wählen.“

Früher bei mir daheim war es verpönt und ausgesprochen unpolitisch darüber zu reden was gewählt wurde. Im Klartext: Die damals alt genug waren um zu wählen waren bekloppt. Und weil andere das nicht sehen oder merken durften, sprach man nicht drüber. Also das Gegenteil dessen was politische Erziehung zur ebensolchen dienen sollte.

Ich erinnere mich an eine Wahl in Bonn. Ich selbst war für NRW nicht mehr zuständig. Egal und zugegeben mit noch ein wenig Blut im Alkohol, die Angebetete an der Hand hinter mir her ziehend, laut Lieder grölend gingen wir zusammen in das Lokal. Nein, nicht das welches wir kurz vorher verließen, sondern das Wahllokal. Da saßen sie vor uns, die Grundschullehrer und Gemüsefresserinnen mit je ein- oder zwei Globuli auf der Nase. Einer hatte sogar noch einen alten „Atomkraft? Nein Danke!“-Aufkleber aus der Kiste der verlorengegangenen Proteste rausgekramt und schmückte damit nicht nur seine ehemals langen Haare, viel eher seine verlorengegangene Unschuld die wir, damals noch Kinder, mitsamt unserer Erde zu Grabe brachten. Im Hofgarten. Mit Pershings und Helmut Schmidt wurden unsere Proteste den Garaus gemacht. Es wurde stationiert, mit erhobenem Zeigefinger wurden wir ungehorsamen Kinder regiert. Wir machten einen Fehler. Sie sahen das Potenzial. Wir nicht. Und sie rüsteten auf. Wir nicht.

„Und damals schon regierten die Regierenden nicht zum Wohle des Volkes. Von daher beruhigend. Es ändert sich nichts.“

Julia Klöckner
Nein – die hat es, zum Glück, nicht geschafft

Jedenfalls lamentierten wir in diesem Wahllokal, witziger Weise im Foyer eines Altersheimes dessen Bewohner wohl ordentlich ruhig gestellt wurden, und riefen Parolen wie: „Keine Macht für Niemand!“. Oder: „Das Volk, das sind wir!“. „Was wollt ihr denn machen? Wenn niemand euch mehr wählt?“. Jemand erhob seine Stimme. Jemand der eine Stimme hatte wie ich, jemand mit Gusto brüllte: „Ich bin hier der Wahlbeobachter. Ich sehe wenn hier eine Stimme verschwindet – der Wahlbetrug noch immer herrscht!“. Die Bullen wurden in ihrem Viehtransporter angekarrt und dann ging es ganz schnell. „Jetzt aber ganz flott! Aber ganz flott, junger Mann!!!!!“ Sie wollten meine Personalien feststellen und stellten dann auch. Unter Protest. Die Herzensdame durfte wählen, ich war ja aber nur RLP. Auch als offiziellem Wahlbeobachter ließ man mich nicht zu. Ich hatte aber genug gesehen für die Presse. Unliebsame Stimmen werden mit Gewalt zur Ruhe gestellt. Ein Stakkato beim hinausbegleiten Geführten. „BABY, DU WEIßT WIE DU ZU WÄHLEN HAST!“ Von irgendwo, so direkt an meinem Ohr: „SIE VERLASSEN JETZT DEN SAAL, DU DUMME SAU!“. Von hinten: „Heinz-Gerhard? Ist das jetzt Wahlbeeinflussung und ist der Wahlzettel denn überhaupt gültig?“. Und wieder der Abgeführte: „JAWOLL, HERR DORFGENERAL! DA WIRD UNGÜLTIG GEWÄHLT! Bekommste nicht auf die Reihe, oder was?“ den letzten Dreck rauskotzend so viel wie es nur ging auf die frisch geputzten Kampfstiefel der sonderhaften Einsatzkräfte.

Jedenfalls antwortete der Jung auf meine Frage: „Ja, ich war grade dort und habe gewählt. Aber Papa, Deine ewigen Ansprachen – nennt man das nicht Beeinflussung durch Eltern während eines Staatsbürgers Akt?“

So vollzogen wir ihn. Den Wahlakt. Der Eine mehr, der Andere weniger. Ein Akt kann so oder so vollzogen werden. Und auch wenn keine Wahlen stattfinden. Damals konnte man als Junge nicht frank und frei danach fragen was gewählt wird. Heute ist es umgekehrt. Da wird ordentliche politische Bildung des Erziehungsberechtigten betrieben. Im Hause Schirrmi, jedenfalls. Da wird kein Geheimnis draus gemacht. Da ist man aufgeklärt genug um die eigenen Handlungsweisen erklären zu können, manchmal auch zu müssen. Da wird nichts mehr verschwiegen und der Kleene muss sich nicht mehr vierjahrelang fragen was die Eltern wählten. Gut – was dessen Mutter wählte, das bleibt mir nach wie vor verschlossen. Ewig wärt das Gestrige. Ist mir aber auch egal.

Im Ergebnis – alles wie erwartet. Langeweile macht sich breit. Doch eins freut mich sehr. Jedoch, ich verrate es nicht. Noch nicht. Irgendwann macht es Peng! Da kommt schon der Knall! Uuuups, und dann wisst Ihr es.

Schirrmi

P.S.: Ich weiß dass niemand Frau Julia Klöckner kennt. Es ist ja hier Provinz. Aber ich lebe hier lange genug in der Umgebung um sie zu kennen. Für ihren eigentlichen Job, nämlich Weingläser hochzuhalten und relativ hübsch auszusehen, hatte es gereicht. Das weiß ich – mit ihr – aus eigener Erfahrung. Aber haben wir uns da nicht ein wenig überschätzt, Julia? 🙂

Der Wurzelsepp ist pikiert

Ich kann es ja schon gar nicht mehr schreiben, noch sagen wie lange das her ist. Es begab sich aber also nach einer langen Wanderung in winterlichen und mittelgebirglichen Gefilden folgender Dialog:

Szene: Winterlich, man ist durchgefroren, man hat Halb-Dings gebucht, die Hütte steht noch, die Umgebung ist abgebrannt wie nach einem Luftangriff, man mag nicht… und man mag nicht drüber nachdenken wo man da gelandet ist…

Ich (frierend an die Tür klopfend): „Guten Abend – Schirrmi mein Name, wir haben gebucht. Scheißwetter hier!“

Wirt: „Stefan mein Name. Es ist alles wohlvorbereitet.“

– Ich fühlte mich irgendwie wie in einem schlechten Horrorfilm –

Ich: „Oh, ja wir können uns auch dutzen, schön, hallo Stefan, ich bin der Joh.“

Wirt, pikiert: „Herr Schirrmi, Karl-Heinz Stefan ist mein Name und wir pflegen zu unseren Gästen beim Sie zu bleiben.“

Ich: „Oh…“ hihih…