Die Facebook-Praktikanten

„Dein Telefon hat heute Nachmittag geklingelt“ erwähnte die neu Eingefärbte als ich von der Knochenmühle heim kam. „Aha!“ grunzte ich gebückt während ich in den Kühlschrank blinzelte ob noch Schnaps da ist. „Ja, es hat geklingelt.“ insistierte sie als mich stumm und überaus bittend die kühlen Getränke ansahen um getrunken zu werden. „Ihr Flaschen!“ dachte ich so bei mir.

Jetzt mal für die Mathematikklausurenten: Wenn ich je Arbeitstag ca. 9 Stunden in der Knochenmühle verbringe. Davon Urlaub und Wochenenden abgezogen, allerdings abends und des Nächstens und am Wochenende immer zur Verfügung stehe. Und wenn man dann noch einrechnet dass ich auch in meinem fortgeschrittenen Alter 8 Stunden Schlaf brauche. Zwischendurch mal krank bin, ab und zu mal keinen Bock habe. So, wenn man diese Parameter und Annahmen hernimmt, wo bleibt und in welchem Umfang bleibt dann das Leben? Abweichungen im Endergebnis von > 0,1 Prozent werden mit tagelangem Entzug von Fischstäbchen mit Ketchup aufs fürchterlichste bestraft!

Ich schweife ab.

Ich verhörte Fritz. Wer mich denn da so telefonisch belästigt haben könnte. Man muss ja bei der elendigen Folterei nur auf die richtigen Knöpfe drücken. Irgendwann bekommt man aus den widerlichen Terroristen alles raus. Die Drohung, den Fritz dauerhaft nach Neuwied Guantanamo zu schicken reichte aus um die annähernde Wahrheit zu erpressen.

Es verhielt sich wie folgt als ich meine alte Telefonnummer wählte:

Comp_Facebook-Scheiss_IMG_6891„Hallo Schirrmi“ meldete sich jemand mit einer gebrochenen Stimme die auf Kehlkopfkrebs oder Pubertät schließen ließ. „Habs geschafft, Alter!“ ächzte es durch die IP-Telefonleitung. „Melde gehorsamst, Mathe schriftlich fertig!“ So der Pansen, wie ich langsam an der Stimme erkannte. Die Mutter von ihm konnte es nicht sein. Es war nicht die Uhrzeit für die übliche Dosis Globuli. Konnte also nur der Pansen sein.

Also telefonierte ich da so mit Dem rum und philosophierte über Statistik und geistiger Statik wohlwissend das Pansen nicht alleine lebensfähig sind, da ruft die schön im gemütlichen Sessel befindliche, neugefärbte rein „Wie heißt denn Deine Punkband?“ Leute, und dass während ich im Gespräch bin. Da schlugen von nebenan die Brüllgranaten ein wie z.B. „HASTE GESCHAFFT, KLEENER?“ oder „WIE WOR ET?“. Gelassen wie ich bin, verbat ich mir diese unqualifizierten Zwischenrufe.

Wissen Sie? Mein Telefon kann so ziemlich viel. Laut hören. Laut sprechen. Konferenzschaltung und sonst noch allerlei pipapo. Ich kam in dem ganzen Stress (ich habe Feierabend) aber nicht auf die Idee etwas von diesen modernen Funktionen zu nutzen. Übel verstärkend kam hinzu dass grade ein zuckersüßer Punksong aus den Lautsprechern dröhnte. Und so ging es dann: Ich brüllte, die Nebensäuferin brüllte, der Pansen in der Leitung musste brüllen. So brüllten die mich voll und ich bekam Lust mich vollzusaufen damit das aufhört.

Nachdem die üblichen Floskeln hinsichtlich des Mathe-Abi doch noch telefonisch abgeklärt werden konnten, fragte ich dummerweise „Wie heißt noch mal die Punkband in der Du neuerdings mitgröhlst?“ Der Kleene punktgröhlt zärtlich leise in das Telefon „Mobilization – oder so“. Und richtig doof war ich dann als ich noch fragte ob Fotos von ihm und der Band existieren. Nur so nebenbei gefragt ohne zu wissen was sich aus dieser einfachen Frage ergibt hatte ich fast mein Vermächtnis machen müssen ob meiner Unkenntnis von Social-Networks – in diesem Fall, das Fratzenbuch. Wie folgt:

Ich gab meine Löffel an die Sesselhockerin ab welche FB auf ihrem Telefon installiert hat. Dann lauschte ich folgendem Dialog – und was ich so verstand:

  • „So schnell schießen die Preußen nicht“ während sie versuchten Freunde zu werden – So schnell fangen die Reusen nicht – dachte ich
  • Facebook Praktikanten – dachte ich ebenso
  • Chicken Fuckers – dachte ich während die beiden ewige Zeiten versuchten FB Freunde zu werden
  • Mathe Abiklausur – Statistik, so die prekären Gespräche. Dopingaufgabe: Passt ja, schüttete noch eine Flasche Pepsi in mich hinein – immer auf meinen Neffen – den Ruderer.
  • Erstmal eine Woche Frei so der Abiturient – verstand ich das richtig?
  • Zwei Facebookler untereinander kriegen es immer noch nicht auf die Reihe Freunde zu werden?
  • „Wo bist du denn, vielleicht Handy neu starten, ich kann dich nicht sehen, habe meine Prioritäten scharf eingestellt“ solche Wortfetzen wurden ausgetauscht.
  • „Mal auf den Messenger gehen, eigentlich habe ich Dich als Freund bestätigt aber irgendwie klappt das nicht.“ Und weiter „irgendwie bist Du nicht da, vielleicht muss ich hier klicken, streicheln, wischen….?“
  • Wix mir einen, denke ich mir derweil
  • „Haste jetzt?“ „Nee, ich seh Dich immer noch nicht“

Und während des Dialogs der beiden denke ich mir langsam nur: „Den einen enterben, der anderen den Alkohol entziehen.“

„Gib mir mal den Hörer wieder“ brüllte ich zärtlich, Du Fotze! Das ist ja nicht mehr mit anzuhören wie da miteinander rumgewischt wird! Im Übrigen – mein Glas ist leer!“ Jetzt hat der Pansen erstmal eine Woche frei. Um sich auf die „Mündliche“ vorbereiten zu können. Darauf angesprochen zuckte er durch das Telefon mit den Schultern „na ja….“

Die wischten die ganze Zeit gemeinsam auf den Telefonen rum, und jetzt komme ich zu meinem Ende, nie mehr in meinem noch kurz verbleibenden Leben möchte ich nochmal zwei Menschen in Echtzeit Facebooken sehen.

Bedrückt. Schirrmi

P.S.: Sie sagte noch: „Du glaubst gar nicht wie scharf ich meine Facebook-Einstellungen hab.“

P.P.S.: Döner, Schaaf

 

Dressmen

Irgendwie schwandte mir schon etwas. Seine Zornesfalte erkennbar, die Wutadern höchst ausgeprägt brüllte er uns an: „Rühren!“

Im Menschenmordgeschäft bin ich ja nicht so firm. Aber ich tat sogleich wie befohlen:

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und dachte so leise in mich hinein: „Du bescheuerte Schießbudenfigur – mit dem Lametta.“

Ich fing an zu rühren und gab den Topf an meine Kameraden weiter. Ich dachte mir ja schon dass wir alle gemeint waren – das versammelte Team. Also rührten wir alle ein wenig rum in der Hoffnung dass es beim Herrn Oberfeld Wohlgefallen findet.

„Richt euch!“ brüllte die dumme Sau sodann. Na klar, auch das machten wir:

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Adrett, oder?

„HERR BEFREITER SCHIRRMI!!!!!“ spuckte er zärtlich in 3,5 cm Entfernung in mein Gesicht. „Ihnen fehlt ein Knopf“ und zwirbelte an meinem Feldhemd herum bis ein Knopf ab war.

„Wollen Sie einen Killer oder ein Germany next Topmodel?“ dachte ich so bei mir während ich meine Flinte entsicherte.

Zwei Mann nicht in den Betten! Ich trete ab!

Schirrmi

 

Rezept der Woche: Der Monat ist noch lang

Heute hatte ich Hunger. Prekär beschäftigt und auch sonst ziemlich abgemagert möchte ich Ihnen ein gehaltvolles Gericht ala Low-Cost vorstellen.

Ich Aas und wurde dann doch relativ nicht satt. Man nehme:

  • Einen Traubenzweig von dem irgendwelche Viecher fast schon alles leer gefressen hatten.
  • Ein ordentliches Stück Fleisch, herausgeschnitten aus einer Chinesenlende.

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Angerichtet auf einem halbwegs steril-sauberen Teller, ergibt das ein überaus köstliches Mahl. Warum empfehle ich genau diese nahrhafte Hauptspeise zum jetzigen Zeitpunkt? Ich habe wohl nur noch Licht im Kühlschrank – aber so genau weiß ich das auch nicht.

Guten Appe!

Nicht dafür!

Dinge die ich immer mal wissen wollte

  • Klassiker: Ist das Licht wirklich aus wenn ich die Kühlschranktür schließe?
  • Sex: Warum haben männliche Pornodarsteller kein Kacka am Penis, ich aber sehr wohl wenn ich Damen penetriere?
  • RZ: Warum hat man Triple-Redundanzen im Serverbereich wenn dann die doppelt redundante Stromversorgung ausfällt?
  • Politik: Warum werden deutsche Bürger von Kriminellen regiert obwohl weniger als ein Drittel der Gesamtbevölkerung sie gewählt haben?
  • Mensch: Warum tut Liebe manchmal weh?
  • Honk: Ich bin so dusselig und dumm und frage mich warum mich niemand mag.
  • Tiere: Warum sind Eichhörnchen so süß und warum haben Pandas so geile Titten?

Sie, mein Herr, können mich mal!

Irgendwie ahnte ich schon was kommt. Ich hatte mich dementsprechend auch schon vorbereitet. Noch schön einen Schluck Korn mit ohne Wasser reingekippt. Hatte mir meine wütenden Sätze innerlich vorbereitet, übte das kommende Geschehen für mich selbst vor dem Spiegel. Es sollte überzeugend sein. Keinen Meter zurück und Gott hilf mir, niemanden in die Schnauze zu hauen. So bange ich war, wollte ich wagen ihm zu sagen:

„Du und ich, wir sind ab jetzt per Sie!“ So war es dann auch: „Sie sind in meinen Augen ein Arschloch!“ erwähnte ich beiläufig während eines Meetings zu ihm.

Sofort plusterte er sich mit seinen Zweimeterzwölfzig vor mir auf und schrie: „Ich Chef“, so der Puter, „Ich Mensch“, so ich – furchtlos in seine ausdrucklosen Augen blickend. „Hast doch nicht mehr alle auf der Reihe“, bellte ich, drehte mich um und verließ die Arena.

Den Rest der Flasche leerend hörte ich von hinten noch irgendwas wie „Nachspiel“ und „Konsequenzen“. Und jetzt gut aufgepasst, liebe Kinder: Der Klügere kippt nach!

Schirrmi

Habe Teef mitgebracht

Heute ist Dienstag. Der Aufräumtag. Darüber hinaus hatte sich ein Ableser angekündigt – so „seien Sie zwischen 13 und 15 Uhr daheim“. Tja, Ableserhandwerker hin – Ableserhandwerker her. Schirrmis arbeiten um diese Uhrzeit – hart. Da kann man nicht einfach mal von der Knochenmühle heim fahren, in Managementmeetings einen fahren lassen – ähm, absagen. Nein, das muss als Erst- und Einzigverdiener eingeplant sein. Das ist schwierig.

Na jedenfalls, die schmierigen schwieligen Finger mussten zum Telefon greifen um Drogenersatz Heimaufmachmaus zu engagieren. Und so war es auch. Die Heimaufmachmaus war da, der oder die – man weiß es ja nicht vorher – kam dann auch. Klingelte und schrieb gleich in Erwartung dass niemand aufmacht den Zettel „Schirrmi wieder mal nicht erreicht!“. Doch dann, Tür geht auf, die Maus ruft raus: „Es ist jemand hier, machen Sie Ihren Job“, er so, den Nichtanwesendheitsblock wegpackend „Ach?“.

Die Wärmemessgeräte wurden abgelesen nicht ohne dass Heimaufmachmaus zum Ablesehandwerker anmerkte „es gibt ja noch Leute die arbeiten müssen um die Uhrzeit“, – er grunzte nur und tat seinen Job.

Nach einigen Sprengstoffattentaten zwischendurch kam ich von der Knochenmühle mit Suppengemüse heim, und war ehrlich erstaunt über meinen abgelesenen Wärmeverbrauch. Auttäk: meine kleine Muckelbude wird in Hauptsache von meiner Körperwärme geheizt. Man kann ja auch mal doppel Socken anziehen, gelle? Motto: Nichts für die Reichen, ich friere lieber als euch das verschissene Öl zu bezahlen!

Ich schweife ab.

Neben dem Suppengemüse erlegte ich ein paar prekäre Hühner die ich geschnetzelt nach Hause brachte. Dazu ein bissl herausgerupftes Gemüse aus Nachbars Garten (Arztfamilie). Das Ganze zubereitete und köchelte ich stundenlang, nicht ohne ein ordentliches Glas Fond und überaus selbstgeernteten Reis, handgeschält, hinzuzutun – um am Ende ein Gedicht an Hühnersuppe zu erhalten die einem lässigem Hüftschwung in nichts nachstehen sollte.

So war es auch dann. Es schmackofatzte wohl, so sie, und ich ignorierte das Klingeln unten an meiner Tür. Es war wohl der Notarzt von nebenan der das SEK gerufen hatte ob ich ihm den Kräutergarten geräubert hätte. Nie aufmachen!

Irgendwann trat dann endlich – ich gehöre ja schließlich zur arbeitenden Bevölkerung – mit George McCrae „Rock your Baby“ ein stimmiger Abend ein. Trotzdem hatte ich Nächtens einen aufmerksamen Blick in die Küche und fragte „Was soll denn das Teef?“ Sie antwortete sanft „Teef“, mein Lieber, lies weiter: „Teefilter“.

Ups, habe ich den „ilter“ verpasst. Na, kann ja mal passieren.

Have a nice day!

 

David Bowie

„Gruselig!“ meinte ich gestern zum Kollegen. „Erst Lemmy, jetzt David Bowie der kurz nach seinem Geburtstag an Krebs stirbt.“ Schorsch antwortete lapidar: „Und wann hast Du Geburtstag?“

Rezept der Woche: Mal flott gekocht

Manchmal ist es hilfreich die Peitsche rauszuholen. Nachdem man mir heute ein wenig in den Haaren rumwuselte, die Brauen gefickt geschnitten hat, freute ich mich aufs kochen.

Und so war es dann auch. Ich ziehte um, nämlich tauschte ich meine Friseur-Klamotten gegen den schon ein wenig stinkenden Schlafanzug, und machte mich an das kochen. Aber bevor das geschah, schaute ich an mir runter und sah die freischwebende Schlange. Plötzlich verflog meine Kochlust und ich kam auf andere Gedanken. Bekam Visionen. Sie wissen schon, so wie von Nebeldunst und von langjährigem Drogenkonsum gezeichnete Vorgesetzte.

Ich schweife ab.

Vorbildlich bildeten sich mir gewisse Gedanken gleichzeitig bildete sich eine gewisse Abneigung gegen kochen heraus. Ich befahl: „Zieh den BH aus, mach Dich nackig!“ Und weiter „Ich will Dich in der Küche sehen – aber schau dass Du sexy aussiehst!“ Also, ging doch.

Ich ließ kochen:

  • Klöße mit gerösteter Einlage
  • Schäufele, welches mir prekär geliefert wurde
  • Sauerkraut, echt Deutsch und ohne antanzen
  • Soße, dunkelbraun, nicht wie Pudding, und ohne Stahlhelm
  • Vom Ossiland importiertem Senf (Thüringen)

Was verbrochen wurde:Comp_Schaeufele_IMG_6886

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„Zum Nachtisch kannste mir einen runterholen!“ bellte ich. Sie kam dem Wunsch umgehend nach und holte mir oben aus dem Bücherregal den „Per Anhalter durch die Galaxis“ raus. Na, geht doch!

Wissen Sie? Es geht hier ein stückweit um Erziehung. Erfüllung von elementaren Bedürfnissen. Aber alles schön auf Augenhöhe. Gelle?

Guten Appe!

Schirrmi 🙂

Silvestergedanken

Gründe die ich jetzt nicht weiter erläutern will, zwangen mich zu Silvester die japanisch/deutsche Freundschaft ein wenig lauter zu drehen. Plötzlich hörten wir einen Missklang. Bei all dem Krach kann ja mal was untergehen, also Mucke ein wenig leiser – lauschen…. Nö, war nichts, also weiter mit dem Krach. Dann plötzlich wieder – ein Missklang! Ich machte alles leiser, Klavierkonzert Nummer 666 vom Meister Devil rein um kleinste Miss-Nuancen aus einer eventuellen fehlerhaften Verkabelung herauszuhören. Nichts. Hoch-, Mittel-, Hinten-, Vorne-, Unten-, Obentöner sowie der Sub – alles astrein. Was mag das gewesen sein? Also weiter im Programm mit Slayer, Helene Fischer und Barclay James Harvest.

Dann wieder dieser Misston. „Na da leck mich doch am Arsch!“ grummelte ich in mir hinein und trennte die Vor- und Endstufen vom Notstromaggregat. „Klingelingeling“ machte es, hörte ich und stolperte runter zur Eingangstür. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen! „Ihr müsst die Stripper sein!“ sagte ich zu den beiden uniformierten, jungen Herren die vor meiner Tür standen und sich in der Kälte wahrscheinlich schon den Sack abgefroren hatten. „Sie haben die 110 angerufen. Gibt es ein Problem?“ so der Eine Kleine. „Nee nee“ so ich, „ich wählte die 112 – Feuerwehr.“ Ich hatte nämlich Sodbrennen. Und wer wäre besser geeignet um Brände zu löschen als die Feuerwehr? „Also, ihr kleinen Jungstripper – könnt Ihr Brände löschen? Falls nicht, gebt Laufpass!“

Die beiden Kasperle hauten dann auch bald ab nicht ohne mich zu ermahnen mir in Zukunft mehr Mühe geben zu müssen beim Tippen der korrekten Telefonnummer. Ich meine, 110 und 112 kann man sich doch mal vertippen, oder?

Ich verabschiedete meine unerwarteten Gäste noch mit einem „Herren Waldmeister – Sie sind blau!“ Die Bullen so: „Das sind unsere neue Uniformen, Herr Schirrmi!“ und weiter: „Ein wenig Besinnlichkeit über Nacht in unseren Ruheräumen täte Ihnen gut.“ Ich: „Nö, will net, verlasst bitte, gefälligst mein Grundstück – ordentliche Leute feiern Silvester und belästigen nicht fremde Leute mitten in der Nacht.“ „Sie sollten sich was schämen so blau noch Auto zu fahren!“

Puh! Die Episode war vorbei. Rein, hoch, und ein Aggregat nach dem anderen wieder an das Netz genommen (Mühlheim-Kärlich verkraftet ja nicht mehr so viel Last) – weiter mit Morrissey. „Och…“ flötete die im kleinen Schwarzen angeschickerte Dame. „Den würde ich auch nicht von der Bettkante stoßen.“ Hmh, dass Mädels aufgrund von Verständnis, von Herzenswärme, von fast gleichem Liebeskummer auf Schwuchtel stehen, wusste ich ja. Aber dass meine Mädels mit denen auch ins Bett gehen würden. Tja! Das ist mir ein wenig zu hoch. Egal. Ich als latent schwule Socke dachte mir nur: „Ja, die Flötentöne – die könnte der mir auch mal beibringen.“ Ich glaube das muss ich direkt mal aufklären. Ich habe nämlich in echt eine Flöte zu Weihnachten geschenkt bekommen. Da muss ich mich mal reinarbeiten.

Von irgendwoher brüllt mir jemand hinterher: „GEH FÜR MICH MIT!“ Auf dem Nachhauseweg in das Muckelwohnzimmer säuselte ich recht liebevoll „Da, der abschließende Pups – den habe ich für Dich mitgemacht.“

Frivoles Frohes neues Jahr!

Euer Schirrmi