Sie, mein Herr, können mich mal!

Irgendwie ahnte ich schon was kommt. Ich hatte mich dementsprechend auch schon vorbereitet. Noch schön einen Schluck Korn mit ohne Wasser reingekippt. Hatte mir meine wütenden Sätze innerlich vorbereitet, übte das kommende Geschehen für mich selbst vor dem Spiegel. Es sollte überzeugend sein. Keinen Meter zurück und Gott hilf mir, niemanden in die Schnauze zu hauen. So bange ich war, wollte ich wagen ihm zu sagen:

„Du und ich, wir sind ab jetzt per Sie!“ So war es dann auch: „Sie sind in meinen Augen ein Arschloch!“ erwähnte ich beiläufig während eines Meetings zu ihm.

Sofort plusterte er sich mit seinen Zweimeterzwölfzig vor mir auf und schrie: „Ich Chef“, so der Puter, „Ich Mensch“, so ich – furchtlos in seine ausdrucklosen Augen blickend. „Hast doch nicht mehr alle auf der Reihe“, bellte ich, drehte mich um und verließ die Arena.

Den Rest der Flasche leerend hörte ich von hinten noch irgendwas wie „Nachspiel“ und „Konsequenzen“. Und jetzt gut aufgepasst, liebe Kinder: Der Klügere kippt nach!

Schirrmi

Habe Teef mitgebracht

Heute ist Dienstag. Der Aufräumtag. Darüber hinaus hatte sich ein Ableser angekündigt – so „seien Sie zwischen 13 und 15 Uhr daheim“. Tja, Ableserhandwerker hin – Ableserhandwerker her. Schirrmis arbeiten um diese Uhrzeit – hart. Da kann man nicht einfach mal von der Knochenmühle heim fahren, in Managementmeetings einen fahren lassen – ähm, absagen. Nein, das muss als Erst- und Einzigverdiener eingeplant sein. Das ist schwierig.

Na jedenfalls, die schmierigen schwieligen Finger mussten zum Telefon greifen um Drogenersatz Heimaufmachmaus zu engagieren. Und so war es auch. Die Heimaufmachmaus war da, der oder die – man weiß es ja nicht vorher – kam dann auch. Klingelte und schrieb gleich in Erwartung dass niemand aufmacht den Zettel „Schirrmi wieder mal nicht erreicht!“. Doch dann, Tür geht auf, die Maus ruft raus: „Es ist jemand hier, machen Sie Ihren Job“, er so, den Nichtanwesendheitsblock wegpackend „Ach?“.

Die Wärmemessgeräte wurden abgelesen nicht ohne dass Heimaufmachmaus zum Ablesehandwerker anmerkte „es gibt ja noch Leute die arbeiten müssen um die Uhrzeit“, – er grunzte nur und tat seinen Job.

Nach einigen Sprengstoffattentaten zwischendurch kam ich von der Knochenmühle mit Suppengemüse heim, und war ehrlich erstaunt über meinen abgelesenen Wärmeverbrauch. Auttäk: meine kleine Muckelbude wird in Hauptsache von meiner Körperwärme geheizt. Man kann ja auch mal doppel Socken anziehen, gelle? Motto: Nichts für die Reichen, ich friere lieber als euch das verschissene Öl zu bezahlen!

Ich schweife ab.

Neben dem Suppengemüse erlegte ich ein paar prekäre Hühner die ich geschnetzelt nach Hause brachte. Dazu ein bissl herausgerupftes Gemüse aus Nachbars Garten (Arztfamilie). Das Ganze zubereitete und köchelte ich stundenlang, nicht ohne ein ordentliches Glas Fond und überaus selbstgeernteten Reis, handgeschält, hinzuzutun – um am Ende ein Gedicht an Hühnersuppe zu erhalten die einem lässigem Hüftschwung in nichts nachstehen sollte.

So war es auch dann. Es schmackofatzte wohl, so sie, und ich ignorierte das Klingeln unten an meiner Tür. Es war wohl der Notarzt von nebenan der das SEK gerufen hatte ob ich ihm den Kräutergarten geräubert hätte. Nie aufmachen!

Irgendwann trat dann endlich – ich gehöre ja schließlich zur arbeitenden Bevölkerung – mit George McCrae „Rock your Baby“ ein stimmiger Abend ein. Trotzdem hatte ich Nächtens einen aufmerksamen Blick in die Küche und fragte „Was soll denn das Teef?“ Sie antwortete sanft „Teef“, mein Lieber, lies weiter: „Teefilter“.

Ups, habe ich den „ilter“ verpasst. Na, kann ja mal passieren.

Have a nice day!

 

David Bowie

„Gruselig!“ meinte ich gestern zum Kollegen. „Erst Lemmy, jetzt David Bowie der kurz nach seinem Geburtstag an Krebs stirbt.“ Schorsch antwortete lapidar: „Und wann hast Du Geburtstag?“

Rezept der Woche: Mal flott gekocht

Manchmal ist es hilfreich die Peitsche rauszuholen. Nachdem man mir heute ein wenig in den Haaren rumwuselte, die Brauen gefickt geschnitten hat, freute ich mich aufs kochen.

Und so war es dann auch. Ich ziehte um, nämlich tauschte ich meine Friseur-Klamotten gegen den schon ein wenig stinkenden Schlafanzug, und machte mich an das kochen. Aber bevor das geschah, schaute ich an mir runter und sah die freischwebende Schlange. Plötzlich verflog meine Kochlust und ich kam auf andere Gedanken. Bekam Visionen. Sie wissen schon, so wie von Nebeldunst und von langjährigem Drogenkonsum gezeichnete Vorgesetzte.

Ich schweife ab.

Vorbildlich bildeten sich mir gewisse Gedanken gleichzeitig bildete sich eine gewisse Abneigung gegen kochen heraus. Ich befahl: „Zieh den BH aus, mach Dich nackig!“ Und weiter „Ich will Dich in der Küche sehen – aber schau dass Du sexy aussiehst!“ Also, ging doch.

Ich ließ kochen:

  • Klöße mit gerösteter Einlage
  • Schäufele, welches mir prekär geliefert wurde
  • Sauerkraut, echt Deutsch und ohne antanzen
  • Soße, dunkelbraun, nicht wie Pudding, und ohne Stahlhelm
  • Vom Ossiland importiertem Senf (Thüringen)

Was verbrochen wurde:Comp_Schaeufele_IMG_6886

Comp_Schaeufele_IMG_6885Comp_Schaeufele_IMG_6883

„Zum Nachtisch kannste mir einen runterholen!“ bellte ich. Sie kam dem Wunsch umgehend nach und holte mir oben aus dem Bücherregal den „Per Anhalter durch die Galaxis“ raus. Na, geht doch!

Wissen Sie? Es geht hier ein stückweit um Erziehung. Erfüllung von elementaren Bedürfnissen. Aber alles schön auf Augenhöhe. Gelle?

Guten Appe!

Schirrmi 🙂

Silvestergedanken

Gründe die ich jetzt nicht weiter erläutern will, zwangen mich zu Silvester die japanisch/deutsche Freundschaft ein wenig lauter zu drehen. Plötzlich hörten wir einen Missklang. Bei all dem Krach kann ja mal was untergehen, also Mucke ein wenig leiser – lauschen…. Nö, war nichts, also weiter mit dem Krach. Dann plötzlich wieder – ein Missklang! Ich machte alles leiser, Klavierkonzert Nummer 666 vom Meister Devil rein um kleinste Miss-Nuancen aus einer eventuellen fehlerhaften Verkabelung herauszuhören. Nichts. Hoch-, Mittel-, Hinten-, Vorne-, Unten-, Obentöner sowie der Sub – alles astrein. Was mag das gewesen sein? Also weiter im Programm mit Slayer, Helene Fischer und Barclay James Harvest.

Dann wieder dieser Misston. „Na da leck mich doch am Arsch!“ grummelte ich in mir hinein und trennte die Vor- und Endstufen vom Notstromaggregat. „Klingelingeling“ machte es, hörte ich und stolperte runter zur Eingangstür. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen! „Ihr müsst die Stripper sein!“ sagte ich zu den beiden uniformierten, jungen Herren die vor meiner Tür standen und sich in der Kälte wahrscheinlich schon den Sack abgefroren hatten. „Sie haben die 110 angerufen. Gibt es ein Problem?“ so der Eine Kleine. „Nee nee“ so ich, „ich wählte die 112 – Feuerwehr.“ Ich hatte nämlich Sodbrennen. Und wer wäre besser geeignet um Brände zu löschen als die Feuerwehr? „Also, ihr kleinen Jungstripper – könnt Ihr Brände löschen? Falls nicht, gebt Laufpass!“

Die beiden Kasperle hauten dann auch bald ab nicht ohne mich zu ermahnen mir in Zukunft mehr Mühe geben zu müssen beim Tippen der korrekten Telefonnummer. Ich meine, 110 und 112 kann man sich doch mal vertippen, oder?

Ich verabschiedete meine unerwarteten Gäste noch mit einem „Herren Waldmeister – Sie sind blau!“ Die Bullen so: „Das sind unsere neue Uniformen, Herr Schirrmi!“ und weiter: „Ein wenig Besinnlichkeit über Nacht in unseren Ruheräumen täte Ihnen gut.“ Ich: „Nö, will net, verlasst bitte, gefälligst mein Grundstück – ordentliche Leute feiern Silvester und belästigen nicht fremde Leute mitten in der Nacht.“ „Sie sollten sich was schämen so blau noch Auto zu fahren!“

Puh! Die Episode war vorbei. Rein, hoch, und ein Aggregat nach dem anderen wieder an das Netz genommen (Mühlheim-Kärlich verkraftet ja nicht mehr so viel Last) – weiter mit Morrissey. „Och…“ flötete die im kleinen Schwarzen angeschickerte Dame. „Den würde ich auch nicht von der Bettkante stoßen.“ Hmh, dass Mädels aufgrund von Verständnis, von Herzenswärme, von fast gleichem Liebeskummer auf Schwuchtel stehen, wusste ich ja. Aber dass meine Mädels mit denen auch ins Bett gehen würden. Tja! Das ist mir ein wenig zu hoch. Egal. Ich als latent schwule Socke dachte mir nur: „Ja, die Flötentöne – die könnte der mir auch mal beibringen.“ Ich glaube das muss ich direkt mal aufklären. Ich habe nämlich in echt eine Flöte zu Weihnachten geschenkt bekommen. Da muss ich mich mal reinarbeiten.

Von irgendwoher brüllt mir jemand hinterher: „GEH FÜR MICH MIT!“ Auf dem Nachhauseweg in das Muckelwohnzimmer säuselte ich recht liebevoll „Da, der abschließende Pups – den habe ich für Dich mitgemacht.“

Frivoles Frohes neues Jahr!

Euer Schirrmi

 

Alter versus Haarlänge

Ich habe nachgemessen. Je älter ich werde desto länger müssen meine Haare werden um sie – die Ponysträhne in den Mund nehmen zu können.

Da könnt ich ’nen Kopp kriegen!

Ein scharfer Abend mit 3 Waldmeistern

Es fand eine nachträgliche Bescherung statt. Ich lud 3 Waldmeister auf einen scharfen Abend ein. Die Zusammensetzung war denkbar günstig: Zwei Mädels, zwei Jungs – angenehm privat. Vor so einem Swingertreffen weiß man ja nie was passiert, ob man sich sympathisch ist oder ob die letzten HIV-Testbescheinigungen noch frisch sind. Voraussetzung ist jedenfalls Sauberkeit. Für mich ja kein Problem, gehört zu meinem Standardritual wenn ich mittags aufstehe. Kurz die Reste vom letztjährigen Chilli aus dem Bart geschüttelt – fertig. Selbstverständlich erwarte ich eine ebensolche Hygiene auch von meinen Gästen. Kurz, ich hatte keinen Grund zum Klagen. Ein scharfer Abend mit 3 Waldmeistern weiterlesen

Schirrmi’s Zoo

Seit gestern muss ich des Öfteren niesen. Fühle mich irgendwie nach Wolldecke und Tee, gerne auch mit Rum. Soll ja nun auch kälter werden und schneien. Die Zutaten für das Silvester Traditionsgericht, Chilli, sind schon alle da und warten darauf verarbeitet zu werden. Und warten, und warten…

Ich beobachte grade viel lieber was hier auf meinem Balkon so los ist. Was ich bis jetzt sah:

  • Kohlmeise
  • Amsel
  • Stieglitz
  • Kleiber
  • Blaumeise
  • Dohle
  • Eichhorn

Das Eichhörnchen ist neu. Es klaubt vom Boden die Körnerreste auf, die Vögel haben runterfallen lassen. Darüber hinaus interessiert es sich für mein Balkoninventar, knabbert mal an den Sitzbezügen, trinkt aus der Dachrinne, riecht an der Vogelscheiße auf dem Tisch, springt hier die Treppe rauf und schaut mir beim Tippen zu. Zur gottverdammten Krönung der Endjahreslangeweile versuchte ich Fotos des flinken Viehs anzufertigen. Aber so behende wie die kleine, rote Baumratte ist, war meine Verschlusszeit nicht. Und mit ein paar verschwommenen Eichhornpics verabschiede ich diesen abermalig überflüssigen Text:

Comp_Eichhoernchen-Alarm_IMG_6793
Eichhornarsch
Comp_Eichhoernchen-Alarm_IMG_6802
Eichhornworkout
Comp_Eichhoernchen-Alarm_IMG_6805
Eichhornneugierde
Eichhornblaumeise (höchst selten)
Eichhornblaumeise (höchst selten)