Der wunderliche Morgen auf weißem Haar

Brrr, meine Beine treten aus, die Bettdecken fliegen, ich rede in Zungen, der Wecker schnarrt. Wie entfernt und nicht mehr wahr, haucht jemand heiser „Gib den Kopf- das Kissen frei –Mann, das ist mein!“ Schlimm der Gedanke als wär ich blind stolpere ich im Dunkeln, taste mich in’s Bad. Die Tapeten da an der Wand so rau, im Spiegel schaut mich jemand grimmig an, ich eingeschüchtert lasse es ein – das Bad, auf das der Nebel sanft und sachte über mich auf etwa Fünfuhrzwanzig gemahnt.

Der Sekundant wo ist er nun? Der gegenüber mit dem weißen Bart hat ebenso niemand.. doch im Vorteil er ist (kennense?). Er schaut mich an, ich greife zum Messer, er grient und schaut mir zu – das Messer flitzt, der Minutenzeiger eilt, vom Wozi hört man blind und Propaganda allbekannt „.. im nahen Osten die Lage soweit, wie gehabt, der Russ und etcetera.., das Wetter und überhaupt.“

Vor Schrecken krank blicke ich in mein Zwillingsangesicht, so voller Ironie und ganz tief unten der Sarg, nein, sarkastisch flüstert – wissend ruft, brüllt zärtlich mir entgegen: „Bereit, wenn Du bereit bist!“. Stramm stehe ich da und hobel das weiße Gewächs, um wenigstens äußerlich zu sein. Der Schirrmi-Schein.

4 Gedanken zu „Der wunderliche Morgen auf weißem Haar

  1. Hi Schirrmi,

    wie bekannt mir das doch vorkommt, auch wenn ich am morgen kein Messer brauche. Was ich eigentlich mal loswerden wollte… freue mich hier gelandet zu sein und diesen Blog lesen zu dürfen. Wie menschlich er doch ist, echt, blumig ausgeschmückt und dennoch real mit Tiefe. Nicht jedem ist es gegeben so zu schreiben und ich hoffe das Du nie aufhörst damit, viel von Deinem innersten mit Humor und Schmerz nach außen zu kehren. Ride on Cowboy…

    Hochachtungsvoll
    Ch

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