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Verwundet bei der Gartenparty

Seit einigen Tagen freute ich mich schon auf die Gartenparty. Die Erste hier auf dem Land. Freute mich einerseits auf den Großgrundbesitzer und war andererseits ängstlich ob ich Schimpfe kriege dass und ob ich sein Land, Haus, Wiesen und Hecken ordentlich bewirtschafte.

Seitdem der Termin zu diesem kleinen Fest nicht nur mit Bleistift, sondern per Kugeltinte im Kalender festgeschrieben war, machte ich mir Sorgen und mein Puls ging manchmal hin, dann aber auch oft her. Was war ich aufgeregt! Galt es doch Einiges zu organisieren. Fressen, saufen sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Da kochte ich in Gedanken und L. tat Ihr Übriges. Da dachte ich über Desserts nach und Schwupps waren sechs kleine, feine Gläschen, angehaucht mit Likör und frischen Erdbeeren und dem guten, fetten Joghurt kalt gestellt. Bier, Sekt, Wein und Alkohol – schallte es mir innerlich durch die Ohren während ich in den Märkten etwas zu trinken besorgte. Von Rauchzeug nicht zu reden. Bin ja noch neu hier und habe keine Connection, was nicht schlimm ist. Denn ich habe in meinen kleinen Zehen mehr Kraft, Wut, Verständnis als.. ich schweife ab..

Schön war es. Aus rechtlichen und persönlichen Gründen poste ich hier keine Fotos der Menschen und der Begebenheiten – welche an der Orgie teilnahmen und was alles passierte, sie sich hier zum geselligen Umtrunk wie auf heißen Kohlen einfanden. Was sich bei der zweiten Ladung meinerseits als Trugschluss erwies.

Jedenfalls sitze ich hier und meine kleinen Finger versuchen zu schreiben. Dabei haben sie sich an ein wunderliches, wie schmerzhaftes Konzert erinnert und wissen ob der nichtvorhandenen Gehirne nicht woher und warum. Trotzdem, so von unten meine kleinen Zehen, schreien erbärmlich vor Schmerz und Folterqualen dass es keine Freude ist. Was oben rein geht betäubt nicht zwangsläufig die da unten, brülle ich im Wahn und versuche nett, eindringlich und überaus akkurat den Zorn der vermaledeiten untersten Extremitäten zu erfahren.

Sogar Tischkarten wollte ich anfertigen ob meiner Vorfreude die hoffentlich Lieben bei Speis und Trank zu empfangen. Ich war fleißig dabei und hatte eine außergewöhnliche Idee. Hatte nur die Anfangsbuchstaben designt, ausgedruckt und auf Pappe geklebt, mit Glitter und weiteren bewundernswertem Material beklebt und sah am Ende das es schön war. Schön zwar, aber für eine Tischordnung nicht gut. Denn der eine Vorname fing mit L. an. Dann ging es mit L. weiter und mit L. weiter noch. Es hörte nicht bei einem weiterem L. auf sondern ging über zu einem letztem L. Leute, ich kann euch sagen, es war ca. 40 Minuten vor der gehofften Ankunft der Gäste, da lagen dann an den Tischplätzen die ganzen „L“-Karten (Lydia, Larrissa, Leni, Lilly, Ladina – hach, meine Güte) und da schwummerte es mir dass es keine gute Idee war.

Also ließ ich die Tischkarten weg und anheimte meine liebe Gäste sich so zu setzen wie deren Arsch, nein, ich meine Schnabel, gewachsen wäre. Oder so. Sie wissen schon..

Ich sprang hin und her. Machte jede Menge Kohle und tat wie anderer Leutz erhofft. Entnahm lieben Händen fürchterliche, leckere Töpfe, Schalen und Speisen und war auch sonst ein Gastgeber mit vielen Händen, Herz und verbrannte sanft so einige Herrlichkeiten vom Metzger Lehmler. Alles war super cool. Wir benahmen uns – meine Rede wollte wohl keiner hören, sehr sittsam nur meine Hose rutschte. Eine kleine Dame wurde zeitweilig ausfällig als sie erst süß blinzelte, dann aber vor versammelter Mannschaft an ihrem dicken Zeh lutschte. Hach! Mag ich ja. Entgegen der Verflogenheiten, oder so.

Dann sprang ich plötzlich auf zum Kümmern! Möchte nicht sagen dass die Gesellschaft langweilig wurde, musste trotzdem springen wegen der Kohle. Und so. Sprang mal dahin, mal dorthin und jeder hatte Spaß in Angesicht der Akrobatik doch – dann tat es weh. Der Zeh. Meiner. Im Überschwang meiner Gefühle und des schönen Abends und auch weil ja auch jeder so recht fröhlich war, sprang ich herum, flitzte wie ein Bogen, warf die halbblutigen Steaks rechts über meine Schulter ohne hinzusehen damit sie auf dem befehlenden Tellern landen. Schmiss, die Beine breit, unter mir den mitgebrachten Salat auf den Tisch, portionsgemäß in die gierigen Münder welche lachten und sich wälzten – ich tat, professionell das Meine und flog über die amüsierten Leute und ließ aus – die Gauner die sich ohne Eintrittsgeld erdreisteten dabei zu sein.

Die Luft hat ja soweit keine.. etc.. Da stieß ich an Beton und rief ganz laut und wurde starr: „AUA!!!!“ Da ward er hin, der kleine, ganz wund der nächstgrößere, gespalten die ehemals so wundersüß zu lutschende Kostbarkeit. So sauber, süß, zärtlich hat man diese kleinen Zehen.. Jetzt sind sie kaputt, zerstört, zerbrochen das empfindliche Porzellan. Umschlungen von Tüll, blutrot sie selbst und Umgebung, Spuren hinterlassend die an diesen schönen, schrecklichen Blutabend erinnern, es tut weh. Noch.

Aua, Euer!