Mein Mülleimer ist weg!

Der neue Mülleimer
Der neue Mülleimer

Ach, mit wie vielen Worten kann ich beschreiben was mir Schreckliches passiert ist? Im Grunde mit vier Wörtern – „Mein Mülleimer ist weg!“. Das wäre dann aber ein ziemlich kurzer Blog und hätte auch per SMS mitgeteilt werden können, wenn ihr, meine lieben Leser, nicht so zahlreich wärt und ich der stolze Sohn eines Telekommunikationsanbieter wäre der sich auf Kosten der zahlenden Gemeinschaft ein ziemlich schönes, laues Leben macht. Wie es zuweilen auch z.B. Bundeskanzler machen.

Nach reiflichem Überlegen muss ich diesem Blog noch den Untertitel „Mittagspause vs. Ikea“ anfügen. Die Erklärung folgt auf dem Fuß: Es begab sich also heute in meiner wohlverdienten Mittagspause (offizielle Länge der Pause 45 Minuten) die Überlegung, Modernisierungsmaßnahmen in meiner Muckel-Küche durchzuführen. Diese schönen und überaus reizvollen Gedanken kamen mir just beim Rückblick auf das Wochenende, an dem ich und die bewundernswerte S. ziemlich viele, elendige Stunden damit verbrachten eine neue Mitbewohnerin samt neuen Küchenunterschrank (mit Apothekerschrank-Auszug!) zu montieren. Meine Gedanken an diese langen und qualvollen Tätlichk Tätigkeiten waren mir aber heute offensichtlich nicht mehr gegenwärtig was eventuell am übermäßigen Konsum an Arbeit, Kaffee und Ziggis lag (genau in dieser Reihenfolge).

Um es kurz zu machen, ich entschließ mich, in der Mittagspause von Mons Tabor, auch der große Berg genannt, nach KO, auch Koblenz genannt, zu Ikea zu fahren um diverse Kleinigkeiten zwecks Modernisierung zu besorgen. Für diejenigen die mich nicht kennen, so eine Shoppingtour ist bei mir genauestens geplant. Hin – rein – raffen – raus – weg. Das alles in einer Geschwindigkeit bei der Hr. Usain Bolt neidisch werden könnte. Ohne einen Blick nach links oder rechts. Ausgestattet mit einer exakt definierten Artikelliste mit Artikelnummer und Produktbezeichnung wie z.B. der intelligente Schubladenauszug „Ätschklemm“ oder das moderne Weinregal „Välltum“ rannte ich direkt im Eingang an den Infostand, legte die Artikelliste vor und fragte atemlos und immer noch über 200PS unterm Arsch die blonde Schwedin „SCHREIBEN SIE MIR BITTE SCHNELL DIE REGAL- UND FACHNR. AUF DIESEN ZETTEL!“. Sie antwortete zart „Leider habe ich aber keinen Computer. Gehen Sie doch durch eine freie Kasse und fragen im Lager noch mal nach.“. Ich hetzte schnell durch eine Kasse – der nächste Infostand im Lager befand sich dann auch direkt am entgegengesetzten Ende des Lagers. Ich brachte greinend meinen Wunsch heraus – nur um zu erfahren dass diese Kleinteile nur in der Küchenabteilung zu erhalten sind. Ich also weiter gejoggt, bis ich merkte dass der kürzeste Weg eigentlich wieder zurück zum Eingang gewesen wäre – was er jetzt nicht mehr war. Also weiter, durch das ganze Haus – hoch die Treppe, sah von oben die erste Schwedin und meinte ein leises Lächeln um ihren Mundwinkeln zu bemerken – egal – , hastig immer mal wieder die anderen gelb-blauen Schweden nach Abkürzungen zur Küchenabteilung gefragt, Abkürzungen verpasst, im Rund gelaufen, wiederum gefragt – Küchenabteilung gefunden! Schnell den Kram gepackt und wieder durch den ganzen Laden zurück. Halt! Noch mal zurück! Vergessen zu fragen wo ich die Schrauben dafür erhalte! „Unten bei Ordnen und Aufbewahren“ – „Danke!“ hechel, runter, die Schrauben gesucht, keine gefunden und wie mir jetzt auffiel, noch nie jemals welche in meinem Leben bei Ikea gesehen. Ich bin doch hier nicht in einem Baumarkt, durchzuckte es mich kurz. Egal, gelb-blau hinterherrennend (GER vs. SE, gewonnen!) gefragt wo diese verschissen.. vermaledeiten Schrauben zu finden sind. „Da bei den Akkuschraubern.“ – Ich so „Ach!?!“. Gefunden! Eine ganze  Kiste voller Schrauben und Dübeln. Für 8,- EUR. Ich brauche nur zwei Schrauben und meine Artikel hatten einen Wert von 3,49 EUR. Vergiss es! Schnell weiter durch die Abteilungen erst dem Teppichstaub-  dann dem Duftkerzen-Geruch nach, schnell durch die Lagerhalle und oh Wunder – eine freie Selfservice-Station. Zack! Artikel hingeknallt, die Knarre den Scanner genommen und… Piep! Artikel nicht erkannt zeigte sich im Display. Schnell noch mal, diesmal gezielter. Piep! Noch mal, Piep! Artikel nicht erkannt! Schnell die gelb-blaue her, soll sie machen! Zuckersüß und überaus charmant kümmerte sie sich um mich den Artikel und… schaffte es auch nicht. Sie müsste mal telefonieren. Oder / und mal nachsehen. Leute, zehn Minuten hat mich diese Aktion alleine gekostet bis diese Plastikhaken gescannt worden konnten, für 99 Cent, genauso der Preis wie die Edelmetallhaken in der anderen Tüte die zahlenmäßig in der Übermacht gegenüber den Plastikhaken waren. Die kurz vorher abgeschlossene Wette mit der gelb-blauen Dame verlor ich – ich nahm an Plastik wäre günstiger *menno!*

Also, der Wahnsinn hat Methode. Wie erwähnt haben sich diese 99 Cent Plastik über 10 Minuten hingezogen und mir flog der gegenüberliegende Geruch von Hot-Dogs in die Nase. Und das in der Mittagspause, Frechheit! Wie ihr euch denken könnt, ein Hot-Dog musste noch drinnen sein. War ja doch zeitmäßig eh alles schon verloren und Polen überrannt meine Emotionen kochten. „Ein Hot-Dog, bitte. Ohne Getränk.“ bestellte ich. Sie so: „Macht Eins Fuffzig.“. Ich so: „Ähm, ohne Getränk, bitte.“. Sie so: „Das Getränk ist gratis, macht trotzdem 1,50 für das Menü.“. „Ja klar, Danke! –  und drehte mich um zum Gehen. Dann hatte ich es mir aber noch mal anders überlegt – es war ja sowieso schon alles verloren. Ich bin zur netten (blonden) Dame zurück und frage verschmitzt: „Wenn ich also das nächste Mal keinen Hunger aber doch Durst habe, dann ist das Getränk gratis?“ Sie so: „Nein, das Getränk kostet dann einen Euro!“. Kurz bevor ich aus den Latschen kippte, konnte ich noch ätzten „Dann kostet der Hot-Dog nur 50 Cent und ich bezahle aber trotzdem 1,50 EURO ohne Getränk?“. Sie so: „Ja, weil Menü und daher Gratiszugabe.“ und lächelte mich ob meiner Begriffsstutzigkeit an. Kurz vor dem Herzinfarkt erinnerte ich mich an die Worte meines Arztes, nämlich das Aufregung und Stress ungesund wären. Weiter gedachte ich der Worte meines Psychiaters das manche Dinge nicht hinterfragt werden sollten.

Ein wenig von der Hot-Dog Soße auf meinem Kaschmirpulli gekleckert, mein vorgenommener Zeitrahmen gesprengt, verwirrt aber dafür einigermaßen orientierungslos angesichts der Erlebnisse in Schweden (K.O.-Filiale), kam ich nach 70 Minuten wieder im Büro an. Bevor jemand der lieben Kollegen was sagen konnte, rief ich lieb aber bestimmt in die Runde „Fragt mich nicht wie meine Pause war!“.

Ich schreibe mich grade in Rage und muss daher aufhören. Warum der Blog-Titel (Teittel, wie der Engländer sagen würde) so heißt wie er heißt, erfahrt ihr anhand des Titelpics.

Danke für die Aufmerksamkeit!

Euer Schirrmi

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