Das Oberbergische oder Nachspiel ist schon angesagt

Schirrmis Backkünste
Schirrmis Backkünste

Liebe Leser,

wenn man sich am Wochenende im Oberbergischen herumtreibt sollte man sich nicht wundern dass doch so manches hängenbleibt bzw. nachhängt. Für die sich jetzt aufgeregt Fragende – der Oberbergische Kreis befindet sich laut Wikipedia in Deutschland/Nordrhein-Westfalen und gehört zum Regierungsbezirk Köln. Der Verwaltungssitz ist Gummersbach und ich fuhr einfach die A4 in Richtung Olpe aus Richtung Kölle. Nennenswert seien hier die Orte Wiehl und Biehlstein. In Letzterem insbesondere der Campingplatz.

Es ergab sich also an einem schönen Samstag eine Einladung in das „Oberbergische“ mitsamt einer Vielzahl an Vorstellungsgesprächen die zwar erschreckend erwartet aber nicht erhofft waren. Zwei liebenswerte Menschen Namens J. und M. luden imposant ein, eine Vielzahl an Zwergen sorgten überaus rege und in herausragendem Maße für das Wohlergehen in Form von Speisen und, ach ja… für die Getränke (nochmals Danke, ihr Süßen!).  Musik kam jugendlich, professionell und immer die Wünsche der Gäste beachtend von einem mir leider unbekannten gutaussehenden Mann. Mitsamt Winamp und „Biffy Clyro“.

Wenn sich circa 69 Menschen fröhlich die Hände schütteln, sich umarmen und das Wiedersehen feiern, gab es doch einen siebzigsten Menschen der sich fühlte wie auf einer Männerausverkaufsmesse, der begutachtet, angefühlt, intellektuell herausfordernd nach seinem Woher und Wohin gefragt wurde, Familienstand, Ausbildung und Beruf sowie die derzeitige und zukünftige Automarke seien sehr interessant zu wissen, so fühlte und quälte ich mich still in mich hinein und versuchte mein Hollywood-Lächeln und meine blauen, überaus sympathischen Augen noch ein wenig mehr als sonst strahlen zu lassen in der Hoffnung ausreichend Anklang zu finden.

Der erste Fleisch- und Geistesbeschau war vorüber, ich ging nach draußen um mich an einer Ziggi zu laben, stand ein großer, starker Bär vor mir der mit seiner schieren Präsenz den Campingplatz zum Wildtierpark machen zu wollen schien. Nach einigen ihm hingeworfenen Leckereien in Form von gefüllten Kölsch-Stängelsche brummte er nur noch gutmütig und wackelte sanft mit seinen Hüften und zeigte sein Wohlbefinden im Ablehnen von Diskussionen über einem gewissen Herrn Wulff. Dies machte mich hoffnungsfroh und zeigte mir meine formvollendliche Gegabung eher mit Kuschelbären aus Hannover als mit Freundinnen der Freundin, Freunde und Männer der Freundinnen, Verwandte und Kolleginnen der Freunde der Freundin, weite Bekannte und weitere Angehörige der „tollen 69“ umzugehen.

Nachdem der erste Aufruhr hinsichtlich meiner Person nachließ konnte dann doch noch eine tolle Nacht beginnen. Die J., die T., die H., die Y., die ach, ich weiß nicht wer noch mit Ihren Begatteten (Gatten?) da waren,  verließen ihre Rolle als Begutachter, wurden wohl aufgrund des hervorragendem Essens wohl ein wenig gelöster – so auch ich. Es wurde The Cure, Super-Skunk, Koks, Sex, De Höhner, Fremdgehen und München diskutiert. Gelle Yvonne? J.  Der Siebzigste packte seine Tanzbeine aus und warf sie nur so durch die Gegend dass es eine Freude für alle war. Es lichteten sich langsam die Reihen, der Spreu trennte sich vom Weizen. Der harte Kern blieb übrig immer begleitet von den wundervollen, starken Zwergen die charmant aber doch bestimmt für Nachschub des notwendigsten Überlebens sorgten. Aus Achtzehn Uhr wurden Viere. Egal! Ein köstlicher Abend und eine prima Party bei der ich doch mal lieber unter der Bank oder an der Theke gepennt hätte. So im Nachhinein gesehen. Aber davon später mehr.

Nachdem mich meine Angebetene herzlichst und liebevoll gebeten hatte ein Taxi zu rufen, ich mir ausrechnete dass das Taxi ca. 20 Minuten bräuchte und ich noch einen Schlummertrunk zu mir nehmen könnte, stand nach ca. 1ner Minute schon der Taxifahrer da um uns abzuholen (Shaiße!). Im überaus empfehlenswerten Hotel zur Post in Wiehl angekommen, kramte ich mir meine jahrelangen Erfahrungen als Krankenpfleger raus, wuchtete die  S. hin und her dass es eine Freude war und sie schlussendlich gut zugedeckt, mit offenem Fenster, schlafen konnte. Selbstredend nackig J.  Dann folgte ein Zeitloch – der Wecker klingelte nach gefühlten 2 Minuten. – Ich recherchierte schnell mal, die reale Welt hatte 4 Stunden angezeigt. Wo sind die 3:58 Minuten hin, frage ich mich noch heute.

Nach den besagten 2 Minuten hervorragend gut gelaunt, frisch aber nicht frisch rasiert und die Haare und die Stinkewinkel ebenso nicht sehr frisch, überkam dem Schreiber Lust sich ans Hotelfenster zu stellen um singend zu vögeln und die draußen herzumzwitschernden und flugunfähigen Damen bei ihrem Spiel zu beobachten. – Ähm! Ihr wisst schon! – Es klopfte an der Tür, „Rezeption – bitte machen Sie die Tür auf! Wir haben Sie beim Rauchen beobachtet!“, schrie eine entsetzte Stimme durch das Hotel und in unser Zimmer hinein.  Überrascht und unschlüssig ob ich nun aufgrund dieser liebenswerten Aufforderung die Tür ent- oder bekleidet öffnen sollte, entschied ich mich für ein Gentleman-Outfit und öffnete die Tür. Die aufgeregte Stimme wiederholte ihr Anliegen, ich erwiderte, mir keiner Schuld bewusst und ironisch zur Dame des Hauses „Werde ich jetzt von Dir bestraft?“. Zack! Ein Satz zu viel, eine unbedachte Ironie lässig ausgesprochen, die ich später bereuen sollte.

Mich mit den herausfordernden Worten verlassend „Wir sprechen uns an der Rezeption!“ verlies uns die Dame und wir erhielten Zeit uns auf das später folgende, ausnehmend köstliche Kater- ähm,  Schnitzel-Frühstück am Camping-Platz vorzubereiten. Aber, Check-Out bedeutet ja man muss ja noch was erledigen. „Sie bekommen jetzt die Strafe, das kostet dreihundert EURO Strafe weil wir sie am Fenster gesehen haben!“. Alle Erklärungen meinerseits verliefen im Sande, eine aufgeregte und überaus unhöfliche, laute, zornige, kreischende Hotelchefin wurde hinzugezogen. Ach, dachte ich so bei mir. Das ist genau das was ich und die BRD brauche. Abgeklärt und souverän bezahlte ich die Strafe unter Protest, nicht ohne dass die gewalttätige Atmosphäre seitens der fremdsprachlichen Hotelchefin weiter eskalierte und sie einen jungen, ihr absolut gegensätzlich freundlichen Küchenchef hinzuzog der dann still und freundlich vor sich hinlächelnd stand sein stillschweigendes Mitgefühl für uns, die „Hotelgäste“ verschwendete. Mit einem fröhlichem „Auf Wiedersehen“ der Concierge verließen wir dieses gastliche Haus um uns schöneren Dingen zuzuwenden. Nämlich – dem Campingplatz und den Übriggebliebenen…. der weitere Sonntag gehörte dann in Kölle der Couch J

Und als Empfehlung an alle die das Hotel zur Post in Wiehl nicht kennen oder auch die die es kennen – tut es euch nicht an, oder nicht wieder an…

Jenny und Marc, vielen Dank für den wunderschönen Abend und die Gelegenheit euch alle kennenzulernen! Ich freue mich wieder auf euch! Im Übrigen für die Westerwälder unter euch – das Oberbergische lädt landschaftlich ein. Also, packt wie ich, eure Wanderschuhe ein und kommt zu Besuch!

Johannes

P.S.: Da ich an diesem Wochenende nicht der Fotograf war, oben nur ein Pic vom heutigen Tage „Ich kann backen – Wunsch und Wirklichkeit!“ welches mich als begnadeten Bäcker in meiner eigenen Backstube entlarvt. Sorry nochmal, liebe C.! 🙁

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