Archiv für den Tag: 7. Dezember 2016

Konträres Miteinander

Musik recht laut, der Pegel recht hoch..

Ich berühre sie an der Schulter, sie keift zurück.
Zärtlich, wohlwollend, erklärend ich..
Sie: „Ach hör doch auf!“

Damals die Bullen auf der Autobahn, ich fuhr nicht viel zu schnell. Da auf dem Parkplatz, sie zogen ihre Waffen und brüllten unfreundlich „Herr Schirrmi, Hände hoch und keine Regung!“ Einer googelte wohl in der Datenbank und wurde fündig, funkte nach Verstärkung – ich hörte, die Hände auf dem Dach, die Beine breit: „Gefährlich.. – gegenüber Beamte – Tod- und Mordschlag..“ Ich fragte und zuckte nur zum Spaß mit meinen Schultern: „Wat gibbet denn, verehrte Herren?“ Hochachtung und Pistolen in deren Händen war mein Lohn. „Sie sind doch bekannt, nicht?“ Und weiter: „..gegenüber Polizeibeamte..“. Jaja, das alte Spiel. Die kannten es nicht, ich schon. Gelassen erzählte ich von meinem woher und wohin (dem kleinen Jungen ein neues Fahrrad kauf wollen) und ich habe ja immer gerne angenehme Gesellschaft und dann kam die übliche Frage. „Wie können Sie sich so ein Auto leisten?“. Tja.. „Ich habe den richtigen Job – Sie nicht.“ Ich bekam den Lohn. Stand einigermaßen breitbeinig an der Karre da kommt die Witzfigur und tritt mir innen an den Fuß. Er wollte wohl, wie diese uniformierten Knaben so sind, mich breitbeinig und den wohldefinierten Arsch sehen damit es daheim im Bett mal klappt. Jedenfalls trat er einmal und es tat sich nichts bei meinen Füßen. Er trat noch mal in die Innenseite. Tat sich nichts. Ein Drama, dachte ich mir und half ihm auf die Sprünge: „Mein lieber Herr Kriminalpolizist – das kriegen Sie nicht hin.“ „Soll ich Ihnen mal zeigen wie das geht?“ –  wendete grienend mein jetzt halbwegs angepisstes Antlitz zu dem Retter der BRD-Öffentlichkeit, er sah und rief nach Verstärkung. Die dann kam. „Herr Schirrmi, ehrlich gesagt, wir wollten Sie dran kriegen weil Sie renitent sind.“ Und weil sie nichts fanden, bezahlte ich Fünf EUR für ein kurzzeitiges überfahren einer nichtunterbrochenen Linie. Ich schaute mit Ruhe jeden dieser Staatsfotzen ins Gesicht und sagte nichts. Ich schaute nur. Und lächelte. Ich gab zwanzig EUR als Spende und dann der Eine „Ah, da haben wir Sie!“ „Bestechung!“ und zückte sein Notizbuch. Da wurde mir das zu viel, nahm ihm die Pistole und die Handschellen ab (gelernt ist gelernt) und fragte ihn ob er und seine Familie noch einen schönen Tag haben will. Seine Kollegen bejahten früher als er. Ich ließ sie fahren. Fotzen!

Mit ein paar Tuborg besorgte ich meine Geschäfte und habe immer noch im Hinterkopf – spiel kein Eishockey- oder Fußball- oder sonstige Spielchen mit Schirrmi wenn Du Dich in Deinem armseligen, von mir und allen andern Millionen Steuergeldern finanzierten Leben auf Gegenstände verlassen musst die Du nicht im Griff hast. Du dumme, arme Bullenwitzfigur!

Ich bringe einige doofe Schwingungen mit in mein Privatleben. Kann manchmal nicht abschalten. Hänge in Gedanken nach. Finde viele Dinge schlimm die ich nicht erklären will weil ich sie für selbstverständlich halte, weil – Achtung: Früher alles besser war, harhar – Ausbeutereien neben mir sehe und weil ich aus der Gosse komme, mitfühle und beschütze. Das wird nicht gern gesehen. Denn die hatten mich mal als Jesus auserkoren. Der, der Eine der auch Schlimmes, gut verpackt, unter die Unteren verbreiten kann ohne dass es einen Aufstand gibt.

Jetzt kann, wer will, jeder einen Gegner haben. Mich. Nur zu..

P.S.: Das ist ja das Schlimme, ich hätte nie in deren Datenbanken aufgrund von Löschfristen auftauchen dürfen. Doch die löschen nicht. Und habe denen im Nachhinein noch ein Verfahren auf den Hals gejagt. Waffenträger? Entwaffnung! Meine Meinung seit hundert Jahren.. Mörder!

Verlorengegangene Natur

Endlich Feierabend! Die Businessklamotten weggeworfen, die Hände sind ordentlich gewaschen, die Füße nicht. Ich denke immer noch an die verpasste Gelegenheit. Denn vom Businesspark-Bürogebäude hingen eisschwere Spinnenweben wie glitzerndes Lametta herab als ob ein Weihnachtshonk mit Prunk und Gloria sein Heim schmücken wollte. Es war verwunderlich, so als ob man das reine Leben plötzlich – eiskalt erwischt hätte. Als ob niemand mehr Zeit gehabt hätte die Flucht zu ergreifen, hingen kaltgefrostet die kleinen Künstler noch dran. Ich hatte meine Cam nicht dabei dies einmalige Schauspiel vor bunter aufgehender Sonne festzuhalten.

So sitze ich jetzt hier im Wozi mit einem Drink und ein paar schnell zubereiteten Snacks am Tisch und lasse mich von „Bares für Rares“ berieseln. Wie üblich lasse ich den Tag Revue passieren und kann immer noch nicht das Firmentelefon, jetzt in Version 7, lassen. Der Tabakbeutel ist auch offen, denn der Inhalt ist seltsam frisch, irgendwie zu doof zum Drehen. Ein halbgefressener Schokipudding steht auch noch da während der Horst Kleinoden zum Besten gibt. Ich freue mich schon auf das Wochenende. Wie immer, selbstredend. Doch dieses Wochenende wird was ganz besonderes. Erst am Samstag für die Knochenmühle schuften, dann am Mittag ein neues Zuhause besichtigen. Das wird schon bestimmt, ganz ehrlich, ganz toll. Doch der Sonntag wird besser. Ich soll nämlich mitten in einem Fluss parken um dann fußläufig selbstgemachte türkische Speisen zu verkosten. Es ginge um Wale und grandiose Natur. Es ginge um eine liebe Gastgeberin die ich lange Zeit nicht mehr sah. Bei letzterem ist meine Freude groß, was Jetzige nicht ganz nachvollziehbar fand.

Ich schweife ab.

Ein Einwegtaschentuch vor mir auf dem Tisch ausgebreitet, meine Fingernägel sammeln in den letzten Tagen immer mehr Blut, nahm ich mein Kosmetiktäschen und schnitt mir die Fingernägel. Es wurde Zeit. Es waren zehn Nägel zu schneiden und wenn Sie mich kennen wissen Sie dass es lustig aussieht wenn ich das tue. Denn die rechten fünfe gehen gar nicht. Aber egal und weiter im Schneidetakt: Erst die nicht-hübsche Hand wo das noch funktioniert. Dann die andere Hand.. Am Ende schaute ich auf das Taschentuch und zählte nach. Ich fand 6 abgeschnittene, stinkende, blutverkrustete Nägel. Es sollten aber 10 sein. Ich schaue so rum – die Snackschalen, der offene Pudding, der Drink, das Paket mit den grade angelieferten neuen Klamotten – ich fand die anderen 4 nicht – mehr.

Tja. So gehen die Teile von Dir dahin. Verschwunden und nimmer dar. Meine Oma hat, hätte heute Ihren Geburtstag. Ich liebte sie, sie liebte mich. Sie ist nicht mehr da um mir zu sagen: „Johannes, achte auf Deine Fingernägel. Du möchtest doch auch mal ein Mädel haben – wir achten darauf.“. Die Süße.

Wussten Sie schon dass ich bald aus meiner Muckelbude ausziehen muss? Und wussten Sie auch dass unter meinem Wozi-Tisch ein grobfloriger, schwarzer Flokati-Teppich liegt? Ich bin ja schon gespannt was da nach dem Umzug ans Tageslicht kommt. Sicher könnten diverse Verbrechen aufgeklärt werden. Denn ich höre immer noch ein leises Jammern, Stöhnen und Gewinsel im Teppich der Leute die sich als Gäste nicht recht und adäquat benommen haben. Aber wenigstens verhungern die nicht. Haben ja was zu knabbern.

Guten Appe!

Rezept der Woche: Kartoffelgratin

„Huch? Was macht denn der Sack Bio-Kartoffeln in meiner Küche?“ dachte ich so in totaler interessanten Umnachtung vergeistigten Sphären als ich das große Lexikon der Philosophie beiseitelegte um mir ein wenig Trüffel zu holen welche ich in meinem Aldi-Schokopudding krümeln wollte. Dann fiel es mir wieder ein. Denn eigentlich wollte ich schon vor ein paar Tagen eine lecker cremige Kartoffelsuppe kochen. Ich tat es nur nicht weil mir wohl etwas dazwischen gekommen ist. Vielleicht ein Steak. Oder eventuell Grünkohl mit Pinkel. Oder so. Nageln Sie mich bitte nicht fest.

Jedenfalls war da immer noch der Sack und was liegt näher als mal wieder ein Kartoffelgratin zu fabrizieren? Es wäre ja nicht das erste Mal und so was mache ich aus der Lameng. Doch dieses Mal sollte es besonders werden. Ich fragte Freunde, Bekannte, befragte die hohe Schule der Küche und meine Anfragen gingen sogar bis weit in den Süden Deutschlands für Ideen einen „anderen“ Kartoffelgratin zu bereiten. Und wurde fündig, fand Rat und also tat ich.

Die flache Auflaufform rieb ich mit Butter ein. Dann habe ich immer fertig geschälten, entkernten Knoblauch, der seit ein paar Monaten in Öl und allerlei sonstigen Kredenzen eingelegt ist und nahm einen Pinsel um mit der gereiften Flüssigkeit ebenfalls die Form einzupinseln. Die Kartoffeln (ein Sack, hehe) schälte und wusch ich und sie sollten in maximal 3mm Scheibchen geschnitten werden. Ich versuchte erst eine handelsübliche Reibe aber nach Aua nahm ich dann doch lieber ein feines, scharfes Messer und schnitt in aller erdenklichen Mühsal. An einer Käsetheke erstand ich hochwertigen Parmesankäse (ca. 125 Gramm) sowie den überaus köstlichen, Schweizer Gruyere Käse (250 Gramm). Vorher nahm ich noch einen kleinen Online-Französischkurs um den Käsenamen aussprechen zu können ohne mich zu blamieren. Aber wissen Sie was? Dieser Käse – wundervoll! Paradies! Also werden beide Käsesorten in separate Schüssel gerieben. Das war es auch fast schon als Vorbereitung.

Den Backofen zwischendurch auf ca. 180 Umluft vorgeheizt, wird ein Drittel der feinden Kartoffelscheiben auf den Boden der Auflaufform geschichtet. Diese Schicht wird mit Salz, Pfeffer und Muskat gewürzt. Darüber ein Drittel des geriebenen Parmesankäse. Dann die zweite Schicht ebenso gleich und die dritte Schicht ebenso. Der himmlische, geriebene Gruyere kommt als oberste Schicht drauf. Dann ab in den Ofen für ca. 30 Minuten, ganz unten auf dem Boden und die Form bspw. mit Alufolie zugedeckt damit oben nichts anbrennt oder zu dunkel wird. Nach den 30 Minuten dann auf der mittleren Schiene noch mal ohne Bettdecke ca. 20 Minuten weiter backen. Warum ca. 20 Minuten? Bitte immer den Bräunungsgrad beachten. Es soll nicht zu dunkel werden.

Und was soll ich sagen? Mein Gast und ich waren begeistert. Schmackofatz! Und wissen Sie was? Weil es so lecker war, ich reichte extra „Schirrmi-Steaks“, habe ich keine Fotos gemacht. Hihi, ist sowieso verpönt heutzutage, glaube ich. Aber egal: Enjoy! Very, very much!