Archiv für den Tag: 13. April 2016

Probleme eines Hausmanns

Ruckartig zuckte mein Hals, mein Körper als er aus einem Sekundenschlaf erwachte und ich daraufhin erstmal erschreckte. Wo, wer und warum bin ich – so die Schrecksekunde während ich vorsichtig um mich blickte ob ein Kollege von diesem Zucken etwas mitbekam. Nö, die schliefen ebenso und bekamen nichts mit. Sind wahrscheinlich an meinem Schnarchen gewöhnt. Kommt denen wohl wie daheim vor wenn die alte Frau die sie noch ohne Oberlippenbart geheiratet haben, lässig und wie ungestört ihre Arschbacken auf die andere Seite wirft.

Ich muss was geträumt haben. Ist das nicht verwunderlich? Da biste mal ein paar wenige Sekunden weg, hast aber einen Traum der über Stunden- Tage geht. Eine ganze Geschichte, Erlebnisse – im Traum. Wachst auch, schaust auf die Uhr und merkst, der Arbeitstag hat jetzt immer noch 7,75 Stunden. Irgendwie doof, wie ich finde. Man kann wohl nichts wegträumen – die Realität ist immer noch da und die Minuten sind wie Gummi, zäh bis hin zu einer Stunde und da rede ich noch nicht mal von den am Präsent klebenden Sekunden.

In der Mittagspause habe ich Biokartoffeln gekauft. Jetzt weiß ich nicht was ich meiner Liebsten für ein Gericht koche. Was für ein Kartoffelgericht. Tja. Hmmmhhh…Kochen, bis ihre festkochende Gesinnung den Bach runtergeht? Langsam brühen, bis ich langsam und mit manikürten Fingern ihren Pelz abziehe? Oder grobschlächtig einfach in den Vorgeheizten werfen um sie samt allem zu konsumieren? Oder lieber mit einem Stampfer auf sie eindreschen bis nur noch Brei übrig bleibt? So wie? Ach nee – ich wollte wieder abschweifen.

Im Ernst, ich mache mir hier unsägliche Gedanken was ich morgen damit koche. Menno! Fragste, kriegste so hilfreiche Antworten wie: „Ja, schmeckt alles gut.“. Danke! Auflauf? Pellkartoffeln? Kartoffelsalat? Gebacken in Schale, angerichtet mit gezuckerten Möhren? Oder roh als Hand-/Armmuskeltraining ala Seewolf?

Scheiße, meine Mama musste sich jeden Tag solche Gedanken machen. Ich nur wenn ich Besuch bekomme. Ach, was geht es mir gut. Ein Sack Kartoffel für den Rest des Monats. Denn ich überzog. Ich überzog nicht die Betten neu obwohl sie langsam duften, ich überzog mein Konto. Denn es ist noch so viel Monat da. Bis es in den Urlaub geht. Prekär und all-inc.

Ach, ich weiß! Nasereib. Stempel schnitzen mit den Kartoffeln. Kennen Sie? Die Toffeln haben ja nur eine begrenzte Fläche für Grobschnitzer wie mich. Wie z.B.: „FYI“, „SPD“ hihi, „AfD“ brrr, „ILY“ hmh oder auch „LMAA“. Das passt immer.

Egal. Ich habe Hunger. Und ich bin kein Koch. Schälen ist kein Problem. Habe immer noch die Pflaster von der letzten Kochorgie auf den Kuppen. Also? Was solls sein? Du sagst an, ich führe aus. Ist das denn so schwer zu begreifen? WAR DIE FRAGE NICHT DEUTLICH GENUG?

Ach, weißte was? Ich mach hier gar nichts mehr.

Und wie die Geschichte ausgeht, erzähle ich euch Morgen.

Widerliche Erregung

Letzte Woche passierte es mal wieder. Sie wollte nicht so wie ich wollte. Denkzettel habe ich genug und wollte mich nicht noch einmal mit ohne Ruhm bekleckern und reiche Leute mit meinem Geld nicht noch reicher werden zu lassen. Als Mann. Als Herrscher.

Dennoch passierte es trotz guter Vorsätze wieder einmal. Wir sahen uns damals in die Augen und versprachen uns dass so etwas fürchterliches nie wieder geschehen darf. Aber es geschah. Ich musste wohl selbst Hand anlegen obwohl andere Berufszweige wesentlich besser geeignet wären um das neuerliche Schlamassel zu beheben. Das Ding signalisierte blinkend <ERROR>. Das Geschirrspülmaschine. Gefühlt letzte Woche erstanden.

Sensibel wie ich bin fiel es mir schwer. Trotzdem wartete ich erstmal eine Woche wortlos ab. Den Ärger in mich hineinfressend. Meine Ventile dicht. Bis zum Überdruck. In einem Seminar lernte ich mal dass man nicht spontan und gefühlsbetont reagieren soll. Abwarten. Mal eine Nacht drüber schlafen. Den Puls runter bringen. Bevor man das Thema angeht. Gemeinsam.

Heute war es soweit. Ich zog meine Samthandschuhe an und wühlte ganz tief in Ihrer, sagt man Seele? Ich wollte meine Hände nicht schmutzig machen. Doch ist das Thema so lange nicht aus der Welt bis man es anpackt. So dann also heute. Erledigt!

Recht nüchtern hatte ich mich auf den heutigen Tag vorbereitet, ein wenig nervös auch noch. Man kennt mich ja. Machte die Klappe auf, nachzusehen – um die stinkende Wahrheit zu erfahren. Griff tief in die Jauche und hoffte den einen, den einen Schalter zu erwischen das alles wieder gut wird. Dass ich nicht mehr per Hand spülen muss. Dass diese vermaledeite Geschirrspülmaschine wieder funktioniert. Die ihren Geist seit einer Woche aufgab und mich zu niedersten Arbeiten zwang.

Ich rückte Möbel. Ich reckte meine alten Knochen und schüttelte das Ding – die nicht abgepumpte Brühe gluckste fröhlich vor sich hin, ein Kampf der Titanen, die Maschine gewann. Zunächst.

Wasserzufluss, Wasserabfluss. Filter. Siebe. Stromversorgungen. Elektronische Wasserstopps, weitere Filter. Pumpen. Rohrzangen, Fingernägel. Gut dass noch alte Eierfärbebecher zur Hand waren um die Suppe aus dem Kopp, äh, dem Behältnis zu bekommen. Alarm allenthalben. Das dumme Miststück wollte und wollte nicht. Und nicht mal nach Bedienungsanleitung! Die Brühe rausgesippt in Eimern und Tassen, leer gemacht das dreimal verfluchte Stück und die Reste meiner letzten Mahlzeiten in den Klo gespült.

Alles wieder zusammengebaut. Strom angeschlossen, die Kiste wieder angemacht. Und wissen Sie was? Nachdem meine Saug, Spül- Dreiloch-Stute lediglich mit Zewa da unten rumgetupft hatte, lief die Kiste wieder. Es lief dann wieder, das dumme Stück!

Fazit: Eine Woche per Hand spülen hatte was Beruhigendes – Unberuhigendes. Ich war entspannt dabei. Ist es mein Alter? Ist es das Spülmittel? Was ist es?

Scheißkisten! Als Weltenretter bin ich bewusst, im Suff, gezeugt worden. Ich kam nicht als Handwerker, Gas-, Scheiße-,etc.-Installateur auf die Welt!

Jetzt geht’s wieder. Schlief ein paar Tage drüber.

Tennissockentee

Wussten Sie schon dass ich ein Faible für Fremdsprachen, außer Deutsch, habe? Ich verließ gestern die Knochenmühle und brüllte noch durch das Treppenhaus „I CALL IT A DAY!“. Für mich übersetzt heißt das: „Das nenne ich mal einen Tag.“. Falls hier ein Fremdsprachenkorrespondent mitliest: Da liegen sie jetzt flach, gelle?

Jedenfalls hatte ich gestern das sogenannte „Mid-Year-Review“ zusammen mit meinem „Scheffe“. Als Vorbereitung stellte ich einige Tage vor dem Termin auf stur. Während des Reviews stellte ich den Modus nicht ab. Auch nicht als wir uns brüllend gegenüber standen. Bevor er seine geballten Fäuste aus seiner halbseidenen Anzughose bekam, kam ich mir sehr klug vor alsbald sein Büro zu verlassen – nicht ohne noch auf seinen Perser zu kotzen – der wartend draußen vor der Tür stand.

Wohl- und frohgemut war das auch mal wieder erledigt. Glücklich seufzend verließ ich die Knochenmühle, draußen noch hell, nicht bevor ich noch ein paar Mid-Term-Planning (MTP)-Zahlen für der Herrschaften auf dem Teilpunkt (Sharepoint) bereitgestellt zu haben. Das Elsternest war leer, die beiden angehenden Eltern verlustierten sich komisch quickend auf dem Rasen.

Daheim wollte ich erstmal mit einer schönen Tasse Tee auf der Couch entspannen. Die Tasse ist schön, ich hoffte der Tee wird ebenso – obwohl… der Magen sieht es ja nicht. Jedenfalls bemerkte ich ein wiederholtes Mal positiv dass der Zettel nicht mehr mit einer Metallklammer am Faden befestigt ist sondern an ebendiesen schön handwerklich geknüpft ist – was mich an Frau Trautenheim erinnerte. Meine damalige Handarbeitslehrerin die mir beibrachte wie man Makrameeeulen herstellt – mit Seele und Gefühl. Einige von den Biestern sind wohl jetzt noch im Rheinland flügge.

Tennissockentee_IMG_7138Zurück zum Tee. Das Wasser kochte grade mit der richtigen Temperatur, alles parat, am Schluss also nur noch den Timer auf 8 Minuten stellen und abwarten. Nach gefühlten drölf Minuten piepste das Ding immer noch nicht. Ich ächzte von der Couch auf und sah nach. Und sah, ich Depp, ich vergaß den Timer zu starten. Scheiße! Aber egal, wie lange das Zeug zieht oder nicht, wir sind ja hier nicht bei den Inselaffen. Dann sah ich dass in der Tasse der Beutel trocken hing. Ich vergaß also beides, Timer und Wasser. Scheiße! Alles nachgeholt und flugs nach acht Minuten piepste es endlich und lechzte nach dem Tee. Ging hin, machte dem verdammten Piepen den Garaus und freute mich auf den Tee, um sehen zu müssen dass immer noch kein Wasser in der Tasse war. Der bis jetzt trockene Beutelarschloch kam mir vor als ob er mich schadenfroh angrinst. Jetzt alles noch mal von vorne und leise, laut vor mir hinsagend wie man eine Tasse Tee zubereitet – kam ich nach dreimal 8 Minuten in den Genuss einer Tasse Tee nicht um noch schnell den Teebeutel an die Wand zu klatschen wo er über seine Sünden nachdenken kann. Was ein Tag!

Tennissockentee_IMG_7137Ich bin ja überoptimiert. Es ist ja nicht so dass ich in den dreimal 8 Minuten faulenzen würde. In den ersten drölf Minuten fing ich an meine Fingernägel zu schneiden. Die Finger meiner rechten Hand zu schneiden ist? Scheiße! Bei den zweiten 8 Minuten begann ich die gelb-schwarz-braunen Schaufeln meiner Zehen abzusäbeln. Dem Geruch nach zu urteilen, relativ erfolgreich. Bei den letzten 8 Minuten schnitt ich weiter, es erschien mir noch nicht kurz genug. Der Tee war da, meine Zehen bluteten. Einmal kürzen hätte wohl gereicht. Da ich ja nicht dumm bin (nicht?), besorgte ich mir in der Hausapotheke eine entsprechende Anzahl von Pflastern mit denen ich meine Zehen ver-, tja, verpflasterte. Denn nichts ist unschöner als wenn am nächsten Tag in der Knochenmühle das Blut durch die Tennissocken sifft. Denn, morgen habe ich Lust auf Sandalen. Das Wetter ist ja so danach. Nicht wahr?

Tennissockentee_IMG_7139Sie fragen sich sicher was mal wieder die Bildchen sollen. Ich kläre gerne auf. Seit Ostern habe ich drei neue Mitbewohner. Der kleine, dumme Hasi knabbert wie blöd an seiner Möhre während er sich wünscht es wäre der würzige Nagel eines meiner dicken Zehen. Das devote und überaus masochistische Schäfchen freute sich schon anstatt des Teebeutels aufgebrüht zu werden. Und die fette Goldhasensau da, der Name ist, ich korrigiere – war: „Osterzauber“.

Schönen Feierabend!