Widerliche Erregung

Letzte Woche passierte es mal wieder. Sie wollte nicht so wie ich wollte. Denkzettel habe ich genug und wollte mich nicht noch einmal mit ohne Ruhm bekleckern und reiche Leute mit meinem Geld nicht noch reicher werden zu lassen. Als Mann. Als Herrscher.

Dennoch passierte es trotz guter Vorsätze wieder einmal. Wir sahen uns damals in die Augen und versprachen uns dass so etwas fürchterliches nie wieder geschehen darf. Aber es geschah. Ich musste wohl selbst Hand anlegen obwohl andere Berufszweige wesentlich besser geeignet wären um das neuerliche Schlamassel zu beheben. Das Ding signalisierte blinkend <ERROR>. Das Geschirrspülmaschine. Gefühlt letzte Woche erstanden.

Sensibel wie ich bin fiel es mir schwer. Trotzdem wartete ich erstmal eine Woche wortlos ab. Den Ärger in mich hineinfressend. Meine Ventile dicht. Bis zum Überdruck. In einem Seminar lernte ich mal dass man nicht spontan und gefühlsbetont reagieren soll. Abwarten. Mal eine Nacht drüber schlafen. Den Puls runter bringen. Bevor man das Thema angeht. Gemeinsam.

Heute war es soweit. Ich zog meine Samthandschuhe an und wühlte ganz tief in Ihrer, sagt man Seele? Ich wollte meine Hände nicht schmutzig machen. Doch ist das Thema so lange nicht aus der Welt bis man es anpackt. So dann also heute. Erledigt!

Recht nüchtern hatte ich mich auf den heutigen Tag vorbereitet, ein wenig nervös auch noch. Man kennt mich ja. Machte die Klappe auf, nachzusehen – um die stinkende Wahrheit zu erfahren. Griff tief in die Jauche und hoffte den einen, den einen Schalter zu erwischen das alles wieder gut wird. Dass ich nicht mehr per Hand spülen muss. Dass diese vermaledeite Geschirrspülmaschine wieder funktioniert. Die ihren Geist seit einer Woche aufgab und mich zu niedersten Arbeiten zwang.

Ich rückte Möbel. Ich reckte meine alten Knochen und schüttelte das Ding – die nicht abgepumpte Brühe gluckste fröhlich vor sich hin, ein Kampf der Titanen, die Maschine gewann. Zunächst.

Wasserzufluss, Wasserabfluss. Filter. Siebe. Stromversorgungen. Elektronische Wasserstopps, weitere Filter. Pumpen. Rohrzangen, Fingernägel. Gut dass noch alte Eierfärbebecher zur Hand waren um die Suppe aus dem Kopp, äh, dem Behältnis zu bekommen. Alarm allenthalben. Das dumme Miststück wollte und wollte nicht. Und nicht mal nach Bedienungsanleitung! Die Brühe rausgesippt in Eimern und Tassen, leer gemacht das dreimal verfluchte Stück und die Reste meiner letzten Mahlzeiten in den Klo gespült.

Alles wieder zusammengebaut. Strom angeschlossen, die Kiste wieder angemacht. Und wissen Sie was? Nachdem meine Saug, Spül- Dreiloch-Stute lediglich mit Zewa da unten rumgetupft hatte, lief die Kiste wieder. Es lief dann wieder, das dumme Stück!

Fazit: Eine Woche per Hand spülen hatte was Beruhigendes – Unberuhigendes. Ich war entspannt dabei. Ist es mein Alter? Ist es das Spülmittel? Was ist es?

Scheißkisten! Als Weltenretter bin ich bewusst, im Suff, gezeugt worden. Ich kam nicht als Handwerker, Gas-, Scheiße-,etc.-Installateur auf die Welt!

Jetzt geht’s wieder. Schlief ein paar Tage drüber.

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