New Model Army – Weihnachtskonzert 2013 (Köln, Palladium)

Empörung. Zorn. Mitgefühl. Gerechtigkeit. Freundschaft. Diese Gefühle wecken der charismatische Justin Sullivan und seine Jungs ein ums andere mal in einer mitreißenden Show aus Punk, Folk und Rock. Ich rede hier vom legendären NMA Weihnachtskonzert in Köln welches gestern, am 21. Dezember 2013 im Palladium stattfand.

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NMA verabschiedeten sich vom Jahr 2013 vor rund 3000 Freunden und Fans in bester Laune, Professionalität und mit einer ausgezeichneten Klang und Lichttechnik. Die Spielfreude und Agilität von Justin und den anderen Buben machten es nicht leicht den Autofocus der Knipse sinnvoll einzusetzen. Aber – Scheiß drauf! Wer wird denn schon knipsen wollen wenn die legendären New Model Army vor einem stehen und auch die letzten elementarsten Gefühle aus einem hervorbrechen lassen.

Klein_NMA_q-IMG_2294Härter sind sie geworden. Viele neue Songs aus ihrem neuen Album „Between Dog and Wolf“ wurden wild und hart in die Meute gehämmert. Feedback erhielten sie jedenfalls prompt in Form von frenetischen Jubel und ausgelassenem Tanz. Jedenfalls kochte Köln über. Ob der nach purem Rock duftende Schweiß von der Bühne oder aus dem Saal kam, kann nicht mehr ergründet werden. Ein wenig abseits stehend konnte ich zumindest direkt vor der Bühne den Höllentanz von halbnackten, zuckenden Körpern verfolgen wo sicher der ein oder andere nicht ohne ordentliche blaue Flecken nach Hause ging. Auch die mittlerweile in die Jahre gekommenen „Dirigenten“ fehlten nicht.

Klein_NMA_q-IMG_2245Wenn Justin auf der Bühne singt, brüllt, weint, lacht und zornig versucht seine wunderbare und mitfühlende Lyric in die Köpfe der ehrfurchtsvoll zuhörenden Fans zu hämmern, dann, ja dann erlebt man einen Menschen dem man es abnimmt. Einer der überaus ehrlich und mit offenen Augen durch die Welt geht und Dinge so eindrucksvoll erlebbar macht dass es das Herz anrührt. Ich kann mir nicht vorstellen dass nicht jeder, jeder der in Justin’s dunkle Augen blickte, jeder der dieses Kaleidoskop an wunderbarer Musik erlebte, nach dem Konzert nicht ein Stück weit diese Gefühle von Freiheitswillen, Gerechtigkeit und Liebe unter den Menschen mit nach Hause nimmt und weiter trägt.

New Model Army begleitet mich nun schon als ich noch ein junger Mensch war. Haben sie sich doch schon in den 1970er Jahren gegründet und waren seit den 80ern eine feste Größe in meinem Musikleben. Ich bin froh dass ich sie immer noch erleben darf. Sind doch nicht nur sie sondern auch ich ein Stück älter geworden. Das sah man auch auf dem Konzert. Jugendliche sah man eher selten. Im Herzen junggebliebene öfters. Dann aber mit schütterem Haar, oder gerne auch in grau. Mit Bauchansatz oder im Rollstuhl sitzend. Gesichter in denen das Leben Falten eingegraben haben. Heisere Stimmen die von alten Zeiten labern. Doch wenn Justin zwischendurch auch die alten Hymnen anklingen lässt wie Vagabonds, Green and Grey oder auch White Coats, dann, ja dann. Fühlt man sich wieder jung. Und zornig. Und frei. Wissende Augen allenthalben, Gemeinschaft mit unbekannten Freunden, manchmal Tränen im Gesicht, die Beine des im Rollstuhl sitzenden fangen an zu zucken. Groß! Und nicht Artig! Danke NMA!

Hier ein paar fotografische Impressionen für euch:

Ach und, ich will nicht versäumen diese Rocknacht abzurunden mit ein paar weiteren erwähnenswerten Facts. Zwei Vorbands gab es wieder. Beginner (zeitlich, nicht künstlerisch gemeint) waren (Achtung: Facebook Link) „Bomb Whateva¿“. Der Name gefällt ja schon mal. Die Stuttgarter Jungs gingen wohl mit NMA die letzten Monate auf Europa-Tour um dann in Kölle zu landen. Sehr rockig, sehr spielfreudig. Das wäre ein Tipp von mir für euch. Ob ich mir auch so einen schönen Bart wie ihn der Bassist und Leadsänger hat (Name unbekannt weil die wohl nur per Facebook erreichbar sind, bähh!) wachsen lassen sollte? Er wäre dann halt grau anstatt dunkel.

Als nächstes kamen die wohlbekannten „The Levellers“. Eine Mischung aus Rock, Punk verbunden mit Folk- und Anklängen keltischer Musik. Ich hatte die gar nicht mehr so auf dem Radar gehabt. Machen sicher Spaß und hatte die sogar damals noch auf Kassette gehabt. Die Mehrheit der Zuhörer ging auf diese Musik ab wie Schmitz’s Katze. Ich jedoch war nicht so in Stimmung auf Fidelei und Whiskey-seliger Musik. Aber hey! Die rocken auch.

So, hier noch bildlich der Rest (Anfang) des Abends:

Nette Begleitung hatte ich wie letztes Jahr mit F. und S. Letztere bot mal wieder Vollpension vom Feinsten! Vielen, lieben Dank! Knicks!

Bis nächstes Jahr – bei NMA!

Euer Schirrmi

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